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Klimabilanz von RegierungsflügenMerz sollte Linie fliegen

Kommentar von

Jost Maurin

Wenn die Bundeswehr Regierungsmitglieder durch die Gegend fliegt, leiden Klima und Haushalt. Besonders schädlich: die hohe Zahl dann nötiger Leerflüge.

Winke, winke: Friedrich Merz vor dem Abflug Foto: Kay Nietfeld/dpa

D iese Zahlen verdeutlichen besonders eindrücklich, wie ineffizient Reisen von Regierungsmitgliedern und des Bundespräsidenten mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr sind: Seit Amtsantritt des Kabinetts von Friedrich Merz im Mai 2025 bis Ende Dezember flog das Militär laut Verteidigungsministerium 488 Mal mit Politikern durch die Weltgeschichte. Dafür waren 700 Leerflüge nötig, zum Beispiel damit die Jets von ihrem Stützpunkt in Köln zu dem Ort gelangen, wo sie Merz & Co. abholen.

Die Regierungsfliegerei ist also nicht nur sehr klimaschädlich, weil die Treibhausgasemissionen solcher Privatflüge oft höher sind als von Linienflügen: Der Kanzlerjet fliegt halt auch, wenn nur wenige Plätze belegt sind, was die Pro-Kopf-Emissionen steigert.

Zudem kostet diese Exklusivität die Steuerzahler viel Geld. Man will gar nicht wissen, wie katastrophal die Bilanz des Kabinettsausflugs nach Rom Ende Januar war: Zum nur wenige Stunden dauernden Treffen mit der italienischen Regierung reisten Merz und seine Minister mit sage und schreibe sechs Jets an.

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Leerflüge können die Kosten für Klima und Bundeshaushalt locker verdoppeln. Kritik an diesen „Bereitstellungsflügen“ konterte das Verteidigungsministerium in der Vergangenheit damit, dass es sie für Aus- und Weiterbildung nutze. Aber dafür sind wohl kaum 700 Leerflüge in acht Monaten nötig.

Aus diesen Gründen sollte die Regierung weit weniger mit Privatjets etwa der Bundeswehr unterwegs sein. Es ist auch einem Herrn Merz zuzumuten, mit einem Linienflug zu einem Gipfeltreffen anzureisen – wenn es unbedingt sein muss, in der First Class.

Dann reduzieren sich Emissionen und Kosten schon deshalb, weil in der Regel keine Leerflüge anfallen: Wenn Merz mit der Lufthansa nach Washington, D.C. jettet, kommt der Airbus mit anderen Passagieren zurück. Ja, manche Regierungstermine sind so schlecht planbar, dass Kabinettsmitglieder um die Bundeswehrflugzeuge nicht herumkommen. Aber wenn die Politiker in allen anderen Fällen Linie fliegen würden, wäre schon viel gewonnen.

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Redakteur für Wirtschaft und Umwelt
Jahrgang 1974. Er schreibt vor allem zu Ernährungsfragen – etwa über Agrarpolitik, Gentechnik und die Lebensmittelindustrie. Journalistenpreis "Faire Milch" 2024 des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter. 2018, 2017 und 2014 gewann er den Preis "Grüne Reportage" des Verbands Deutscher Agrarjournalisten. 2015 "Bester Zweiter" beim Deutschen Journalistenpreis. 2025 nominiert für den Deutschen Journalistenpreis, 2022 nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis (Essay "Mein Krieg mit der Waffe"), 2013 für den "Langen Atem". Bevor er zur taz kam, war er Redakteur bei der Nachrichtenagentur Reuters und Volontär bei der Süddeutschen Zeitung.
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75 Kommentare

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  • Klinfolgendes Problem: Kein Kanzler reist häufig langfristig geplant, geschweige denn allein.



    Airlines warten aber nicht darauf, ob irgendein VIP die 20 bis 100 Plätze buchen möchte, die ein "Arbeitsbesuch" benötigt. Aller Nase Lang Maschinen für Regierungsmitglieder und ihre Entourage teilweise oder ganz freizuräumen, wäre eine schlechte Geschäftpraxis, die gerade im profitablen Premiumsegment mittel und langfristig wahrscheinlich mehr wichtigen Umsatz kostet, als man mit egal was für Ticketpreisen wieder reinholen könnte. Als ist fraglich, ob bei dem hehren Plan "Linienfliegen" die Linien auch mitspielen würden.



    Praktikabel wäre wahrscheinlich nur eine sehr langfristige Buchung für solche Reisen, was dann wieder nur für einen Bruchteil der Flugbewegungen gelten würde, die wirklich SEHR langfristig schon feststehen. Leider hätte das dann wieder den Nachteil, dass man auch etwaige Attentate wunderbar langfristig planen könnte (und die zivilen Flugzeuge natürlich gegen sowas keine Abwehr haben). Man sollte sich sowieso keine Illusionen machen, wie Sicherheitsleute zu solchen gutgemeinten(?) Bescheidenheitsansprüchen an ihre Schützliche stehen.

    • @Normalo:

      Das ist alles richtig.



      Aber könnten nicht einige Leerflüge durch Transport Abzuschiebender sinnvoll optimiert werden? [/sarkasmus off]

  • Es ist herrlich, wie Menschen sich über etwas echauffieren können, das weit entfernt von ihrem Alltag liegt, das keinerlei Auswirkungen auf ihr persönliches Leben hat, von dessen Wirkmechanismen sie wenig wissen - oder haben hier alle Diskutierer (m/w/d/) eine Verwaltungstätigkeit auf Bundesebene im höheren Dienst aus-ge-übt?

    • @ja wirklich?:

      @ja wirklich?



      Selbstverständlich hat klimaschädliches Verhalten von Polikern, Auswirkungen auf uns alle.

    • @ja wirklich?:

      Sind Sie wirklich der Auffassung, jeder sollte sich nur mit den Dingen beschäftigen (bzw. sich dazu äußern dürfen), die in unmittelbar in seinem täglichen Lebensvollzug beschäftigen (müssen)? Also wie man morgens zu seinen Brötchen und Brötchengebern kommt, auf seine/ihre ganz persönliche Gesundheit achten, bestenfalls noch den Urlaub planen (dürfen) etc.? Aber sonst nichts hören, sehen und (vor allem nicht) sagen?



      Geschätzt 80, 90 Prozent der Inhalte von allgemein zugänglichen Nachrichten gehen über Dinge, die nichts mit meinem Leben zutun haben oder irgendwann zutun haben werden.



      Oder empfindet man sein eigenes Leben doch mehr als nur oberflächlich und damit nicht verbunden mit der "Welt da draußen"?

  • Wie sieht die technische Ausstattung bei Linienflügen aus. Ist eine abhörsichere Kommunikation garantiert? Gibt es Konferenzmöglichkeiten?

    Was ist mit Änderungen am Zeitplan, auch kurzfristigen Änderungen? Kommen Linienflugbetreiber den Anfordernissen nach? Was ist dann mit den anderen Passagieren?

    Wie garantieren Linienflugbetreiber die Sicherheitsanforderungen?

    Der Artikel geht auf wesentliche Fragestellungen nicht ein und hat das Thema verfehlt.

  • Ohne Merz für seine Privatflüge und die Bundesregierung für vermeidbare Leerflüge verteidigen zu wollen. Was man reduzieren kann, sollte man auch tun. Aber mal eine Einordnung dieser 448 Flüge plus die 700 Leerflüge "durch die Weltgeschichte".

    "3,071 Mio Flüge fanden 2025 im deutschen Luftraum statt...Mehrfach wurde in diesem Jahr die Marke von über 10.000 Flügen überschritten. " (Statistisches Bundesamt)

    Es geht also um rund 0,04% des Flugaufkommens. Dem gegenüber stehen zum Beispiel etwa 130.000 Privatjeflüge und 40.000 Flüge allein nach Mallorca.

    • @Deep South:

      Mein gesamtes Berufsleben habe ich als Airliner zugebracht. Die "Billigflieger" tragen nicht nur die Verantwortung für einen erheblichen Anteil an den Klimaschäden, sie verursachen auch andere Folgen: der Preiswettbewerb der herkömmlichen Gesellschaften mit diesen Hazardeuren hat zur Konsequenz, dass der Druck auf alle Beschäftigten erheblich gestiegen ist. Indirekt hat das auch Folgen für die Flugsicherheit. Und dennoch darf man den Kanzler nicht einfach so davnkommen lassen. Er hat ein Vorbild zu sein und zwar ein positives und nicht als Schädiger des Klimas.

      • @Perkele:

        Mir gings gar nicht darum, da jetzt einen großen Vergleich aufzumachen und den schwarzen Peter den Urlaubsfliegern zuzuschieben. Wie erwähnt, finde ich sowohl, dass man die Privatfliegerei als auch vermeidbare Leerflüge weitgehend beschränken sollte.



        Wolt nur mal anmerken, dass die Schlussfolgerung, Kanzler und Co. sollten des Klimas wegen doch mal besser alle per Linie "durch die Weltgeschichte fliegen", aufgrund der überschaubaren Größenordung schon etwas arg populistisch daherkommt.



        Wie man mit Billigflügen umgeht, ohne dabei sozial Schwächeren die Möglichkeit einer Teilhabe zu nehmen wäre mal ein anderes Thema.

      • @Perkele:

        Linienflieger sind aus Sicherheitsgründen und organisatorischen Gründen für die Arbeit einer Regierung nicht geeignet. Ein Kanzler soll keine mediale Klimashow veranstalten, er soll seine Arbeit als Kanzler machen. Das gleiche gilt für die Minister und auch für Frau Baerbock seinerzeit.

        • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

          In jedem Linienflug, der First- oder Business Class anbietet besteht die Möglichkeit einer Separierung, in jedem!! Und der Wahtaboutismus / Baerbock ist nicht zielführend, es ist billiges, durchschaubares Bashing einer Partei. Der Kanzler hat ein positives Beispiel zu liefern und nicht das extreme Gegenteil davon.

          • @Perkele:

            Das ist voellig weltfremd. Eine Regierungsmaschine vetfügt über abhörsichere Kommunikation und darüber hinaus ein Selbstverteidigungssystem. Beides benötigt ein Kanzler und ist zivil nicht verfügbar.

          • @Perkele:

            Nein besteht in keinem Linienflieger! Separierung heißt komplette Abschottung und Abhörsicherung und Möglichkeiten eine Konferenz abzuhalten. Kann man das in einem Linienflieger? Nein kann man nicht!



            Die ganze Diskussion und der Beitrag das Merz Linie fliegen soll ist schlicht Humbug!

          • @Perkele:

            Der Kanzler hat die Regierung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zu leiten und sich dabei an Recht und Verfassung zu halten. Alles Weitere sind "nice to have"s.



            Und separieren würde voraussetzen, dass man für alle Leute in den betroffenen Bereichen, die ihren Flug lange vor der Kanzler und seiner Entourage gebucht haben, einen anderen Platz findet. Wenn Sie vom Fach sind, schätzen Sie doch mal, was die "bescheidenen" Regierungstickets auf einmal kosten, wenn die Airlines sich die Umbuchungs- und Imagekosten - ausgerchnet bei Premiumkunden - vergüten lassen?

            Es hat schon mehr Gründe als den reinen "Perk", dass auch sehr scharf kalkulierende Großunternehmen für ihre Chefs weiter gern Businessflieger bezahlen. Und die reisen mit VIEL kleineren Stäben.

      • @Perkele:

        Die Vorbildfunktion des Kanzlers war schon durch seine BlackRock-Tätigkeit aus dem Rennen.

        • @Erfahrungssammler:

          Auch ein Herr Merz darf als Bundeskanzler sich nochmals neu besinnen und sein Verhalten ändern. (Spoiler: kein Mensch ändert sein Verhalten, wenn man ihm seine Fehler von gestern udn vorgestern und weiter zurück ewig vorwirft. Gelle?

  • Naja, Ministerin Baerbock flog damals nach dem EM Spiel mal kurz von Frankfurt nach Luxemburg, sogar mit Sondergenehmigung innerhalb der Nachtflugsperrzeit. Für die Taz war das damals aber kein besonderes Problem und eine "künstliche Aufregung"... taz.de/Baerbocks-K...ckenflug/!6019210/

    • @Der Knuenz:

      Ach, d i e war das also, die damals meine Nachruhe gestört hat.



      Im von Ihnen zitierten Artikel wird aber auch darauf hingewiesen, dass das Problem mit der Umwelt möglicherweise nicht auf Vielflieger der Bundeswehr zurückzuführen ist, sondern, dass halt immer noch viele Menschen mehrmals im Jahr in solche "Dinger" steigen - und das nur für einen oft einwöchigen Urlaub.

      • @Il_Leopardo:

        "Für einen einwöchigen Urlaub" - schön wärs, oft für ein Wochenende oder einen Nachmittag!!!

      • @Il_Leopardo:

        Sorry, es muss "Bundesregierung" heißen und nicht "Bundeswehr".

  • Alle Ministerien haben auch einen Haupt- oder Neben-Sitz in Bonn, vielleicht lässt sich an einem solchen Tag auch zuvor mal wieder dort arbeiten und dann losdüsen. Brüssel, Amsterdam oder Paris ggf. auch mit dem Zug oder dem Wagen. Bonn liegt zumindest für Westeuropa zentraler.

  • Möchte gerne mal wissen, warum es nicht möglich war, dass alle, die nach Rom reisten, sich in Berlin versammelten und gemeinsam flogen.

    • @Il_Leopardo:

      Ganz Simpel: Zeit!



      Minister oder auch CEOs haben teils sehr straffe Zeitpläne, weshalb das Zeitgünstigste Fortbewegungsmittel genutzt wird.



      Man kann das gut/schlecht finden, aber statt 1-2 Std Wartezeit nimmt man dann den Flieger.

      Wenn die ganzen Minister gar nicht in Berlin waren, dann wäre ein vorheriges sammeln in Berlin völlig Sinnlos.

      Zeit ist Geld und Zeit ist Macht

      • @Walterismus:

        Nö. Zeit ist nur der "Lendenschurz" - viel eher ist es Geltungsbedürfnis: Seht her, ICH bin wichtig!



        Und -natürlich- völlige Gleichgültigkeit in Sachen Klima oder Staats/Steuergelder.

      • @Walterismus:

        Lautet der Spruch nicht "Wissen ist macht". Die Herren müssten doch wissen, dass sie die Umwelt mit ihren Reisegewohnheiten arg strapazieren.

        • @Il_Leopardo:

          Das wissen die auch, doch sie ignorieren es einfach.

          • @Perkele:

            Viele meiner KollegInnen ignorieren das auch und fliegen mehrmals im Jahr nach Malla, Tunesien und noch weiter - einfach nur, um zu entspannen. Als wenn man das hier in Europa nicht auch kann. Mich kriegt niemand in diese engen "Behältnisse". Ich bin doch keine Sardine!

      • @Walterismus:

        Ja. Zeitpläne. Die kann man für lange geplante Termine nicht sinnvoll abstimmen? Im 21. Jahrhundert?

        Gerade bei Regierungen und COEs zeigt sich häufig, dass sie verlernt haben, ihre Zeit vernünftig einzuteilen. Oder geht es darum, Arbeit zu simulieren?

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Ach sind die Termine lange geplant? Mir ist so, als würde Tagesgeschehen Politik tangieren und extrem beeinflussen, genauso wie CEOs von großen Firmen. Aber gut wer glaubt das solche Jobs wenig Arbeit sind und bereits im Vorfeld planbar ist, der schreibt sowas.

          • @Walterismus:

            "Ach sind die Termine lange geplant?"

            Ja. Regierungskonsultationen werden Monate im voraus geplant.



            Das Problem (nicht nur in der Politik) ist, dass viele unfähig geworden sind, zu planen. Es wird immer mehr übers Knie gebrochen. Das sieht dann nach extrem viel Arbeit aus, ist aber nur ein Zeichen mangelnder Fähigkeiten.

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              Nein werden Sie nicht. Das Ziel steht teilweise lange im Voraus fest. Der Abflughafen allerdings eher nicht. Die Abflugzeit ebenso nicht.



              Regieren ist kein fester 8 Stunden Job.

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              "Regierungskonsultationen werden Monate im voraus geplant."

              Einige von Ihnen sicherlich, aber von wo genau die jeweiligen Protagonisten dann anreisen, ist im Zweifel tagesformabhängig. Und ein erheblicher Teil der Reisen zumindest des Kanzlers und der meisten seiner Minister sind deutlich kurzfristiger angesetzt.

  • Es gibt doch zwei oder drei verschiedene Ebenen, die getrennt voneinander beleuchtet werden sollten:



    1) Die Flugbereitschaft im Allgemeinen, diese halte ich für notwendig



    2) Der Standort Köln/Bonn, insoweit wäre eine Darstellung wünschenswert, wie oft Flugzeuge leer von und nach Berlin fliegen, gerne auch mit einer CO2 Angabe.



    3) Koordination verschiedener Ministerin bei parallelen Flügen. Diese sollte bei der Flugbereitschaft angesiedelt sein um unnötige Parallelflüge zu vermeiden.

    • @DiMa:

      Danke für die Versachlichung.



      Es wäre noch zu ergänzen, dass "O Gott, mit 6 Maschinen nach Rom" als Aufreger gut ist, ohne dass jemand die näheren Umstände, wie es dazu kam, erläutern muss.



      Wenn es um Sicherheit geht, reden wir auch nicht über die persönliche Sicherheit z.B. des Kanzlers. Da genügte tatsächlich hier und da auch die "Business Class". Aber er und die Minister arbeiten im Flugzeug, also telefonieren, konferieren u.s.f.. Daher sollte es auch z.B. entsprechend elektronisch geschützt sein, was nicht einer normalen Linienmaschine entspräche.

      • @Vigoleis:

        arbeiten ??? Ja, so was. Welch Vorbilder für uns freizeitstilfaule Normale Bürger

        • @Zeit und Raum:

          @Vigoleis hatte sich so nett für die Versachlichung bedankt. Gut dass es Leute wie Sie gibt, die im Handumdrehen wortgewaltig demonstrieren, dass solcher Dank wirklich nötig ist...

  • Dann hoffe ich mal, dass Frau am Orde nie mehr eine Mitreise in einem Regierungsflieger beantragen wird.

  • Die Vielflieger-Statistiken der letzten Jahre zeigten mehrmals erstaunliche Spitzenwerte, das ist im Netz gut nachzulesen.



    Auch die taz nahm Stellung, z.B. 2019



    taz.de/Gruene-in-der-Kritik/!5608635/



    Der Titel: "Zweifelhafte Vielflieger-Zahlen"



    Sicherheitsaspekte sind nicht abwegig.

  • Letztendlich geht es um Sicherheit. Wenn Regierungsangehörige Maschinen der Bundeswehr benutzen sind sie persönlich vor Angriffen geschützt und die Maschinen werden zumindest vor Beschuss gewarnt.

  • Man könnte die Zahl der Leerflüge bestimmt stark reduzieren, wenn man die Flugbereitschaft in die Nähe von Berlin verlegen würde. Linienflüge aus dienstlichen Gründen für Merz wären dagegen eher nicht praktikabel. Schon aus Sicherheitsgründen. Es ist also zielführender, zu verlangen, dass die Flüge besser organisiert werden. Mit 6 Maschine zu einem Treffen zu fliegen, ist Unfug.



    Und allgemein sollte die Politik mal anfangen, Treffen zu reduzieren und nicht ständig den Ort des Treffens zu ändern.

    Übrigens. Die Bundeswehr hat keine "Privatjets".

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Einfach so nach Berlin verlegen geht nicht. Rings um den Köln/Bonner Flughafen gibt es eine in Jahrzehnten gewachsene Infrastruktur von Zulieferern, die sie nicht einfach so ersetzen können. Hätte man nach dem Mauerfall verlangt, das die Flugbereitschaft nach Berlin verlegt wird, wäre der Aufschrei wegen der Milliarden an Kosten groß gewesen.

      • @Krumbeere:

        Der Umzug der Regierung nach Berlin fand vor 26 Jahren statt. In so einem Zeitraum war nichts zu machen? Zumal es ja auch schon etwas Infrastruktur aus DDR Zeiten gab...

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Es ist ja nicht so, das die Flugbereitschaft komplett in Bonn geblieben ist. Es gibt eine "Filiale" in Berlin. Und sie dürfen nicht vergessen, das die Flugbereitschaft in der Hauptsache andere Aufgaben hat. Truppen und Materialtransporte in alle Welt, Humanitäre und Hilfseinsätze usw. Da liegt Bonn wesentlich zentraler in der Republik als Berlin.

          • @Krumbeere:

            Berlin und Bonn liegen ungefähr gleich weit von der Ost- bzw. Westgrenze entfernt. Keine der beiden Städte liegt auch nur annähernd zentral.



            Der einzige Grund, warum die Maschinen zum Transport von Politikern weiter in Bonn sind, ist, dass man sich damals nicht völlig von der alten Hauptstadt trennen wollte. Kosten egal.



            Wir haben ja auch immer noch Teile der Regierung in Bonn sitzen. Das ist extrem ineffektiv. Aber wem stören schon Kosten, wenn das Geld an die "Richtigen" geht.

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              Was wollen Sie mit dem geraunten "wenn das Geld an die "Richtigen" geht." sagen? Könnten Sie sich da nachvollziehbar deutlicher ausdrücken?

              • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

                Der Steuerzahler zahlt für die Bequemlichkeit von Amtsträgern (hauptsächlich Beamten), die lieber in Bonn bleiben wollten, statt umzuziehen. Statt den Umzug einfach anzuordnen, hat man sich allerlei Geldverschwendung einfallen lassen. Heute wird das einfach hingenommen. Damals war es durchaus ein Thema.

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              Bonn liegt wesentlich zentraler in Deutschland als Berlin. Zu Ost -West kommt noch Nord-Süd. Sie können ihre Meinung ja gerne verteidigen, richtiger wird sie dadurch aber nicht.

              • @Krumbeere:

                Natürlich könnten wir noch lange darüber diskutieren, was unter "wesentlich" zu verstehen ist. Geographische Tatsache bleibt, dass beide Städte am Ost- bzw. Westrand des Landes liegen. Zentral wäre weder an der Spree, noch am Rhein, sondern in Nordhessen.

                Übrigens liegt Bonn auch in Nord - Süd Richtung nicht genau zentral. Einfach mal nachmessen.

                • @warum_denkt_keiner_nach?:

                  Taugt auch als Satire nicht...

  • "Zum nur wenige Stunden dauernden Treffen mit der italienischen Regierung reisten Merz und seine Minister mit sage und schreibe sechs Jets an."

    Sowas ist in der Privatwirtschaft seit Jahrzehnten Standard, und aus gutem Grund:

    "Die getrennte Anreise von Vorständen und Mitgliedern der Geschäftsführung (sog. „Executive Travel Policy“) ist in vielen großen Unternehmen eine Standardrichtlinie zur Risikominimierung. Sie dient dazu, die Führungsfähigkeit des Unternehmens auch im Falle eines katastrophalen Ereignisses (z. B. Flugzeugabsturz) aufrechtzuerhalten." (zit. nach KI)

    • @Josef 123:

      Vgl. Polen damals.



      Zwei Jets würden freilich dann immer noch reichen.



      Und die Policy wird im Regelfall heißen, dass der eine den _Linienflug ab 16h nimmt und die andere den um 17h.

      • @Janix:

        "Zwei Jets würden freilich dann immer noch reichen."

        Auf Basis welcher Erfahrungen kommen Sie zu der Aussage?

        • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

          Policy heißt nur, in zwei verschiedenen Fliegern zu sitzen, dass nicht zugleich beide wichtigen Personen weg sind (wobei es ein Zeichen einer eigenartigen Organisation ist, von Menschen abhängig zu sein, vgl. Brechts Bonmot vom Weh dem Land, das Helden braucht)



          Das können auch zwei Linienflieger sein.



          QED.

      • @Janix:

        Ja und die Minister, Kanzler und Begleitpersonen etc. sollen geheime Telefonate und Arbeiten in einem öffentlichen Flieger erledigen?

        Es geht nicht nur um die Sicherheit der Personen, sondern auch um die Sicherheit der Informationen, welche in einem öffentlichen Flugzeug nicht gewährleistet ist.



        Und das ist unmöglich in einem Linienflieger umzusetzen!

        • @Walterismus:

          Auch so etwas wird es geben. Oder dass ein Tross den Flieger füllen muss.



          Doch das gilt ja nicht für jeden Flug. Mal eben die Stunde zurück in den Wahlkreis, wenn mensch das nicht mit Bahn oder Dienstauto hinbekommt, kann gehen - dann werden die Geheimdienstinfos nachgereicht, hinter einem sitzen die Personenschützer und man schirmt anderweitig ab, ohne aber einen ganzen Flieger nur dafür zu brauchen.



          CEOs radeln/fliegen/schwimmen auch nicht immer solo zum nächsten Termin.

    • @Josef 123:

      Weit enfernt davon jemandem einen Absturz oder Ähnliches zu wünschen:



      Man könnte ja den Jens oder das Linnemännchen derweil in Berlin lassen. Die übernähmen dann sicher schon...

      • @Der olle Onn:

        Es geht nicht darum ein Minimum an handlungsfähigkeit zu erhalten sondern das höchstmögliche.

        • @Machiavelli:

          Unsere Verfassung regelt sehr genau, wer bei Ausfall übernimmt. Selbst wenn die ganze Regierung abstürzt.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Ja, aber dann kommen wir zum Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Der Schock fast die gesamte Regierung zu verlieren wirkt deutlich lähmender als ein oder zwei Personen. Selbst wenn direkt Leute nachrücken. Vorallem weil das wahrscheinlichste Szenario hierbei nicht ein Unfall sondern ein Anschlag ist.

            • @Machiavelli:

              @ Machiavelli



              Also mein Schock würde sich echt in Grenzen halten...

            • @Machiavelli:

              Ist Polen untergegangen, als die Regierung abstürzte?

              Natürlich nicht.

              Auch wenn sich diese Damen und Herren stehts extrem wichtig nehmen. Sie sind es nicht. Sie sind leicht ersetzbar.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Das ist unsachlich!

            • @Krumbeere:

              Warum?



              Die Schöpfer des Grundgesetzes haben da was Gutes gemacht. Tatsächlich ist es nahezu unmöglich, dass die Bundesrepublik durch den Ausfall von Amtsträgern unregierbar wird.

              • @warum_denkt_keiner_nach?:

                Sehr humane Einstellung:



                "Liebe Spitzenpolitiker, Ihr übt absolute Hochrisiko-Tätigkeiten aus, aber GGseidank seid Ihr (wie die Leute mit Euch im Linienflieger wahrscheinlich auch) ja im Zweifel ersetzbar. Da brauchtIhr auch keine Sicherheitsmaßnahmen.



                In diesem Sinn; Es war - simmer realistisch: - eher so lala, Euch gekannt zu haben. Also nix für ungut und viel Glück! 🙋"

                • @Normalo:

                  Da liegt ein Missverständlich vor. Ich bin nicht der Meinung, dass die Regierung Linienflieger benutzen soll. Die Regierungsmitglieder sollen sich nur mehr Gedanken machen, welche Flüge notwendig sind.

                  Eine andere Frage ist, ob es eine Katastrophe für das Land wäre, wenn Regierungsmitglieder abstürzen. Das wurde weiter oben angedeutet. Und es ist natürlich keine Katastrophe. Erstens ist jeder Mensch (auf seinem Posten) ersetzbar und zweitens gibt es die, von mir erwähnten, Regelungen, die gewährleisten, dass das Land handlungsfähig bleibt.

                  Persönlich wünsche ich natürlich niemanden, abzustürzen.

  • Den ICE Bonn-Berlin gibt es auch, und da lässt sich sicher ein Abteil buchen, wenn es um eine Gruppe geht, dann geht das Aktenstudium auch dort. Oder aus der Limousine regieren. Immer noch günstiger und gesünder.



    Der weitgehende Entzug vom Flugzeug wird uns so oder so gelingen müssen.



    Die anderen erleichtern Bahnfahren und Linienflüge, wenn sie auch Politikers nicht groß stören.

    • @Janix:

      Hätte Annalena während ihrer Dienstzeit auch tun können, hat sie aber nicht. Im Gegenteil, selbst für kleine Strecken immer den Regierungsflieger.



      Sind nicht die Grünen für ein Innerdeutsches Flugverbot?

  • Das der Kanzler eine Flugbereitschaft mit Security nutzt ist schon ok. Verschiedene Minister könnten aber so planen, dass Linienflüge machbar sind.

    Warum so viele Leerflüge notwendig sind, ist nochmal eine andere Frage. Selbst wenn man die Flugbereitschaft in Bonn belässt, müsste es doch möglich sein, zb zwei Maschinen für zwei Wochen in Berlin zu stationieren und dann auszutauschen.

  • Bei Frau Baerbock war das nicht so schlimm.

    taz.de/Baerbocks-K...ckenflug/!6019210/

    • @Strolch:

      Doch auch. Aber wollte merz nicht alles besser machen?

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Hat Merz Baerbocks Flüge kritisiert? Nein.



        Besser machen wollten es die Grünen.

  • Wenn Merz, oder sagen wir besser, das Parlament mal gescheite Gesetze auf den Weg bringen würden, die die Fliegerei substantiell eindämmen würden (statt Flugverkehrsabgaben zu streichen), dann können sie meinetwegen jeden Tag einmal um Deutschland herum spazierfliegen.

  • Wie war das denn bei Annalena Baerbock. Sie hatte versprochen, den Regierungsflieger nu im Notfall zu nehmen und sonst nur Linie zu fliegen. Später allerdings hielt sie sich nicht mehr dran und nahm ausschließlich den Regierunsgflieger.



    Besonders in Erinnerung war ihr Flug von Berlin nach Frankfurt für ein Fußballspiel. Als das Spiel vorbei war ging’s dann direkt nach Luxemburg, was zur Folge hatte, dass das Nachtflugverbot für sie aufgehoben wurde. Erst ne solche Aufhebung wurde den Fußballspielern verwehrt.

    • @Stephan Heibges:

      Annalena ist grün und eine Frau, Sie Kulturkämpfer!