Studie zu Folgen des Klimawandels: Tage mit hohem Waldbrandrisiko haben sich fast verdreifacht
Das Wetter begünstigt Waldbrände fast weltweit stärker als noch vor wenigen Jahrzehnten. Immer häufiger brennt es in mehreren Regionen gleichzeitig.
Foto: Gustavo Basso//NurPhoto/imago
Die Anzahl der Tage mit hohem Waldbrandrisiko hat sich weltweit in weniger als 50 Jahren fast verdreifacht. Das zeigt eine im Fachmagazin Science Advances veröffentlichte Studie. Der Anstieg sei zu großen Teilen auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen, heißt es.
Zwischen 1979 und 1994 gab es laut der Studie jährlich durchschnittlich 22 Tage mit hohem Waldbrandrisiko. Das sind Tage mit außergewöhnlich trockenen, windigen und warmen Wetterbedingungen. 2023 und 2024 sei die Zahl auf über 60 Tage gestiegen. In 10 von 14 untersuchten Gebieten zeigte sich der klare Aufwärtstrend, besonders stark betroffen war Südamerika. Nur in Regionen in Südostasien war ein Rückgang der sogenannten Feuerwettertage zu verzeichnen.
Das steigende Waldbrandrisiko setzt sich dabei laut den Wissenschaftler*innen aus mehreren Faktoren zusammen. Regnet es länger nicht, fehlt den Böden in den oberen Schichten Wasser, was das Risiko erhöhe. Es kommt aber auch auf die Gegebenheiten vor Ort an, auf die das Wetter trifft: In monokulturellen Nadelwäldern wirke sich das noch deutlich drastischer aus als in Mischwäldern.
Die voranschreitende Erderwärmung sorge dafür, dass unterschiedliche Regionen zur gleichen Zeit dieselben Wetterbedingungen aufweisen. Gemeinsamkeiten würden sich insbesondere zwischen Nordamerika, Europa, Nordasien, dem Mittleren Osten und Südamerika abzeichnen. Laut der Studie besteht dort an 30 Tagen pro Jahr ein hohes Risiko für Waldbrände in mehreren Regionen gleichzeitig.
Brandbekämpfung wird schwerer
Das wirke sich auch auf die Bekämpfung des Feuers aus, warnen die Wissenschaftler*innen. Hilfe aus angrenzenden Gebieten ist schließlich schwerer zu bekommen, wenn diese mit eigenen Bränden beschäftigt sind.
Als Lösung dafür sieht die Studie international koordinierte Bemühungen zur Brandbekämpfung. Frühwarnsysteme sollen etwa Abhilfe schaffen. Gleichzeitig müsse die Bevölkerung gezielt vor den Rauchschäden geschützt werden, denn die Waldbrände sind nicht nur zerstörerisch, sondern beeinflussen auch die Luftqualität dramatisch.
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