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Massaker in IranDie unsolidarische Linke

Kommentar von

Teseo La Marca

Links der Mitte tut man sich schwer, mit dem Freiheitskampf der Iraner echte Solidarität zu zeigen. Warum Linken die Unterstützung so schwerfällt.

Die Iraner machen sich keine Illusionen darüber, dass die USA nur in ihrem Eigeninteresse handeln Foto: Boris Roessler/dpa

E s gab diese eine Hoffnung, an der sich die Iraner nach Jahrzehnten der Unterdrückung klammerten: „Wenn wir ausreichend viele Menschen sind, die sich trotz Lebensgefahr auf die Straßen trauen, kann uns dieses Regime nicht alle erschießen – dann sind wir stärker als sie.“

Diese Hoffnung wurde am 8. und 9. Januar auf blutigste Weise zerschlagen. Innerhalb von nur zwei Tagen ließ das Regime zwischen 7.000 und 36.000 Demonstranten systematisch erschießen, eine unabhängige Zählung lässt die Regierung nicht zu.

Zehntausende sitzen jetzt in den Foltergefängnissen, Tausenden droht die Hinrichtung. Angehörige der Toten müssen mehrere Tausend Euro zahlen, damit die Sicherheitskräfte ihnen überhaupt die Leichname übergeben – offiziell um für die verschossene Munition aufzukommen.

Teseo La Marca

ist freier Journalist und hat zwischen 2017 und 2022 zeitweise im Iran gelebt. Während der „Frau, Leben, Freiheit“-Proteste wurde er selbst Augenzeuge der Gewalt iranischer Regimekräfte gegen Demonstranten. 2025 veröffentlichte er das Sachbuch „Die fehlgeleitete Islam-Debatte und ihre Folgen“ (Westend).

Angesichts dieses Horrors bleibt vielen Iranern nur noch die Hoffnung auf amerikanische Militärschläge. Nicht aus Naivität, sondern aus der verzweifelten Hoffnung heraus, dass Luftschläge das Mullah-Regime derart schwächen, dass sie wieder auf die Straßen zurückkehren und ihr Land befreien können.

Bitter: Ausgerechnet Trump weckt Hoffnung

Es ist nicht schön, das so zu benennen, aber es ist so: Ein autoritärer, Fakten verdrehender Rabauke wie Donald Trump, der für die Armen und Schwachen dieser Welt nur Verachtung übrig hat, hat einem Volk, das mit unfassbarem Mut gegen Frauenunterdrückung und Klerikalfaschismus Widerstand leistet, mehr zu bieten als alle linken Politiker und Aktivisten der letzten 50 Jahre.

Im Augenblick ist das Schweigen der Aktivisten, Politiker und NGOs links der Mitte besonders laut. Bestenfalls beklagt man in symbolischen Statements die Toten und warnt im selben Atemzug vor militärischen Interventionen. Schlimmstenfalls schweigt man komplett oder sympathisiert sogar offen mit dem Mullah-Regime – immerhin das letzte Bollwerk gegen Israels Expansionismus und westlichen Imperialismus, oder?

Vom französischen Star-Intellektuellen Michel Foucault, der die Machtergreifung der Mullahs 1979 als „politische Spiritualität“ verklärte, bis zur früheren „feministischen“ Außenministerin Annalena Baerbock, die die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrorgruppe jahrelang ausbremste: Iran erwies sich schon immer als der Prüfstein, an dem scheinbar progressive Ideologien scheiterten.

Mit ihrer feministischen Stoßrichtung ernteten die „Frau, Leben, Freiheit“-Proteste 2022 in linken Kreisen immerhin noch einige Sympathien. Doch jetzt, wo einfache Working-Class-Iraner nach dem proamerikanischen Sohn des gestürzten Schahs rufen, scheint sich ein Großteil der linken Weltöffentlichkeit endgültig vom Iran abgewendet zu haben. Praktisch keine Demos. Keine Hashtags. Keine Hollywood-Reden. Stattdessen erklärt man den Iranern, dass die Schahmonarchie doch genauso schlimm gewesen sei wie die Herrschaft der Ayatollahs. Oder dass „Regime Change“ im Nahen Osten noch nie funktioniert habe.

Das Leid wird relativiert

In Kreisen, wo man – berechtigterweise – ein freies Palästina fordert, ist die Zurückhaltung besonders entlarvend. Als Zohran Mamdani, New Yorks linker Bürgermeister, nach wochenlangem Schweigen zu seiner Meinung befragt wurde, sagte er nur, dass er „den Umgang Irans mit den Protesten nicht unterstütze“.

Linke israelkritische Medien, wie Dropsite News, verbreiten das Regime-Narrativ, dass der Mossad hinter den Demonstrationen stehe. Andere wiederum stellen die hohen Opferzahlen als Manipulation dar, um eine mögliche US-Intervention zu legitimieren. Anstatt den Menschen vor Ort eine Stimme zu geben, spricht man über sie. Anstatt den Betroffenen zuzuhören, relativiert oder leugnet man gar ihr Leid.

Dass es vielen Menschen mit progressiven Werten so schwerfällt, den Widerstand in Iran ohne Wenn und Aber zu unterstützen, hat tiefsitzende ideologische Gründe. Es sind die Glaubenssätze, die einer echten Solidarität von links im Wege stehen.

Die historische Schah-Phobie

Erstens: die historische Schahphobie. Der Sohn des gestürzten Schahs, Reza Pahlavi, ist für viele junge Iraner zu einer politischen Identifikationsfigur geworden. Nicht aufgrund einer diffusen Schahnostalgie, sondern weil er als der einzige Oppositionspolitiker mit einem klaren Programm wahrgenommen wird.

Trotz seines Bekenntnisses zur Demokratie und zu einem nationalen Referendum über die künftige Staatsform begreifen ihn ideologische Linke aber weiterhin als Symbol der autoritären Schahmonarchie vor 1979. Gleichzeitig stellen sie die Herrschaft seines Vaters auf dieselbe Stufe wie die islamistische Mullah-Diktatur („weder Schah noch Mullah“).

Doch diese Gleichsetzung hält keinem historischen Vergleich stand. Der Repressionsapparat des Schahs hat während der ganzen Islamischen Revolution nicht annähernd so viele Menschen getötet, wie die Islamische Republik in nur zwei Tagen. Von den Frauen- und Bürgerrechten, die 1979 abgeschafft wurden, ganz zu schweigen.

Der Feind meines Feindes

Zweitens: Mein Feindesfeind ist mein Freund. Neben der Scharia bildet der „Widerstand gegen Israel und den US-Imperialismus“ das ideologische Fundament der Islamischen Republik. In Teherans Zentrum läuft seit 2017 ein Countdown bis zur angeblichen Zerstörung Israels. Das macht das Mullah-Regime für Teile der antiimperialistischen und israelkritischen Linken anschlussfähig.

Dabei müsste allen klar sein: Ein System, das die eigenen Bürger mit Füßen tritt, hat nicht das geringste Interesse am Wohl der Palästinenser. Für die Mullahs sind die Palästinenser nichts als ein geopolitisches Machtpfand.

Die Islamische Republik ist der Hauptfinancier von Hamas und Hisbollah. Ohne sie fiele das einzige nachvollziehbare Argument weg, das Israel gegen eine Zweistaatenlösung vorbringen kann. Wer also ein freies Palästina will, muss auch ein freies Iran wollen.

Angst vor einem „Regime Change“

Drittens: Die Angst vor dem „Regime Change“. Es ist wahr, dass westliche Militärinterventionen und „Regime Changes“ im Nahen Osten nur selten erfolgreich waren. Doch Iran hat andere Startvoraussetzungen als der Irak, Afghanistan oder Libyen – von der säkularen Zivilgesellschaft bis hin zur dezentralen Verwaltung.

Die Iraner machen sich keine Illusionen darüber, dass die USA nur in ihrem Eigeninteresse handeln. Aber nach dem systematischen Massaker im Januar fragen sie sich auch: „Wie sollen wir mit leeren Händen gegen diese Tötungsmaschinerie ankommen?“

Ein Unterdrückungsapparat, der sich mit Öleinnahmen finanziert und zu äußerster Gewalt bereit ist, kann allein durch Streiks und Straßenproteste nicht besiegt werden. Wer angesichts dieser Realität ausländische Interventionen ablehnt, dient zwar dem eigenen Gewissen, aber nicht den Menschen vor Ort. Und: Haben wir in Deutschland nicht selbst die Rote Armee und die Amerikaner gebraucht, um uns vom Faschismus zu befreien?

Angesichts des Grauens in Gaza war es richtig, auf die Straße zu gehen, auch wenn man die Hamas verurteilt. Menschen, die unfassbare Grausamkeit erfahren, haben bedingungslose Solidarität verdient. Genauso ist es in Iran. Unabhängig davon, wie man zu Reza Pahlavi oder Donald Trump steht: Der Kampf der Iraner für Freiheit und Menschenwürde braucht unsere ganze Solidarität – auch und vor allem von links.

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138 Kommentare

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  • der kommentar verzichtet leider weitgehend auf standards zur sicherstellung guter journalistischer arbeit. "ist ja nur ein kommentar" wird man sagen. aber wenn ich mir anschaue, was damit in den unten stehenden kommentaren teilweise an populistischer, post-faktischer, anti-empirischer und anti-emanzipatorischer rede gegen linke im großen ganzen getriggert wird, fröstelt mich. besonders in diesen zeiten der rechtsverschiebung einer sich bürgerlich verstehenden sogenannten mitte.

    es bleibt die besondere leistung des autors, in einem kurzen beitrag völlig ironiefrei suggerieren zu können, der us-amerikanische präsident, der im eigenen lande eine staatlich alimentierte und paramilitärisch operierende mörderbande auf die eigene bevölkerung hetzt, habe mehr ernstzunehmendes zur konfliktlösung im iran beizutragen, als eine linke, wie sie der neu gewählte bürgermeister von new york city verkörpert, dessen empathische, aufrichtige, egalitäre und herrschaftskritische politik in einem sich faschisierenden land gerade wieder einen kleinen funken hoffnung auf bessere zeiten aufkommen lassen – zeiten, in denen menschen einander menschen sind.

  • In Iran findet das Bestreben nach einer sozialen Demokratie vermutlich eine Mehrheit. Einige sehen den Schah-Sohn als Ansprechpartner für den Übergang. Andere sagen: oh nee, lieber nicht. Siehe der Übergangsregierungschef in Syrien.



    Die Konflikte gehen eben weiter. Die Monarchisten sind nicht in der Mehrheit. Die Kommunisten aber auch nicht. Und das sind die lauten Stimmen im Exil/ Ausland. Im Iran selbst wird sich anders ausgedrückt. Gerade nicht mit diesen Doktrinen. Sie brauchen erst mal viel Raum und Zeit sich unmanipuliert auszutauschen.



    Doch wer verhindert jetzt weitere Massaker?

  • Der Autor des Artikels diskreditiert eine nicht näher definierte und deswegen pauschalisierte „Linke“ als im schlimmsten Fall offen mit dem Mullah-Regime sympathisierend. Ich würde mir wünschen, dass er diese steile These ordentlich belegt.

    Als „Beweis“ mangelnder Solidarität der Linken führt der Autor u.a. den Umstand an, dass zu wenige Linke an Demonstrationen gegen das Mullah-Regime teilnehmen.



    Nach meiner zugegeben subjektiven Beobachtung der Demos in meiner kleinen Großstadt interessiert es die Mehrheitsgesellschaft sowieso selten, welche Kämpfe Kurd*innen, Syrer*innen oder eben Iraner*innen in ihren Heimatländern austragen, und lassen die vom Unrecht in – hier beliebiges Land einsetzen - Betroffenen auf den Demos alleine.



    Das gilt übrigens nicht nur für Linke, sondern auch für den ganzen demokratischen Rest. Diese Vorwürfe allein an „die Linken“ zu richten finde ich deshalb ziemlich scheinheilig.

  • Diese Entwicklung ist fatal - tödlich für Iraner_innen.



    Weil kaum jemand Farsi kann, weil nur Projektion herrscht auf die Iraner - mal sind sie widerständig, dann eben gemein, weil sie für den Schah seien - statt ortskundig genau sich auszukennen, welche Gruppen und Lager es gibt.



    Fatal war es auch für die Syrer:innen seit Jahrzehnten. Seit den 80er Jahren gibt es eine Demokratiebewegung in Syrien. Weder Assad/ Makhluf/ Shishakli, noch HTS und Jihad.



    Die sind alle namentlich bekannt.



    Aber das kommt davon, dass der politische Diskurs, das politische Denken so regressiv verkommen ist auf Lieblingsvölker und Feindvölker.



    Nein: überall können Sie mit Habituselementen der Emanzipation in Kontakt treten.

  • Die Glorifizierung des Schahs und seines Sohnes hier lässt den Artikel doch sehr unbedarft oder agitpropig erscheinen. Dass die Arbeiterklasse den Sohn angeblich als Alternative sieht, jemanden, der noch nie seinen Lebensunterhalt verdient hat und nur von den Geldern eines hochkorrupten Herrschers lebt, seines Vaters. Das ist doch, wie man hier in Frankreich sagt, ras de paquerettes, Ideen auf Gänseblümchenhöhe.

    • @Jo Lang:

      Und was genau bringt Sie dazu, dies als "Ideen auf Gänseblümchenhöhe" zu bezeichnen? Irgendwelche belegbaren Informationen?

  • Darüberhinaus - neben den Linken - war der Philosoph Michel Foucault von der iranischen Revolution zunächst begeistert -



    ihm wurde vorgeworfen er habe die autoritäre Richtung dieser Widerstandsbewegung völlig übersehen und den Revoltierenden unterstellt, sie strebten eine pluralistische Gesellschaft an.



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    Wobei Foucault vom dumpf bis dümlichen Antiamerikanismus im Iran berichtete, das antisemitische und antiiraelische Ressentiments in vorderster Front im Iran mitmarschierten gepaart mit Ausländerfeindlichkeit. Alle Ausländer hätten das Land zu verlassen, amerikanische Techniker genauso, wie Foucault schreibt, wie französische Stewardessen oder die vielen afghanischen Hilfsarbeiter.



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    Dass sich Khomeini bereits kurz nach seiner Rückkehr zum Allein- und Gewaltherrscher erklärte, hat Foucault, den Theoretiker der Macht, am Ende doch nicht überrascht.



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    Herrscht kein Konsensus mehr unter den Linken wenn ein progressiver Wille diktatorisch kippt, wenn die Freiheit des Einzelnen nicht mehr geachtet wird und Gewalt zum legitimen Mittel wird, das dieser Diktatur die Akzeptanz entzogen wird?



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    Ohne den Iran hätte der 7. Oktober in Israel nie passieren können. -

  • Wieso eigentlich wird so getan, als ob das Überleben des Mullah-Rsgimes von der Haltung der deutschen Linken zu den Ereignissen im Iran abhängt? Jedenfalls kann man beim Lesen mancher Kommentare hier in der taz den Eindruck gewinnen, dass die Linke irgendwie Mitschuld an der blutigen Unterdrückung des iranischen Widerstandes trägt.



    Ohne einer politischen/moralischen Indifferenz das Wort reden zu wollen: der Ball, der über das Überleben oder den Untergang des Mullah-Regimes entscheidet, liegt eindeutig bei den USA. Darin liegt möglicherweise der Vorbehalt, weshalb viele Linke sich schwer tun, hier eindeutig Stellung zu beziehen.



    Drastischer formuliert: man gönnt dem US-Imperialismus keinen Sieg in Nahost, nimmt dafür lieber die Herrschaft des maroden und brutalen Mullah-Regimes in Kauf. Daraus allerdings der Linken eine ideologische Nähe zu diesem Regime zu unterstellen, ist natürlich auch Quatsch.



    Andererseits kann man es auch so sehen: das US-Engagement im Iran hat natürlich keineswegs politische Reformen und Menschenrechte im Blick. Vorrangig geht es auch hier ums Öl. Auf diese Doppelmoral hinzuweisen ist selbstverständlich auch linke „Pflicht“. Denn wer sollte das sonst tun?

    • @Abdurchdiemitte:

      Sie schreiben: "Ohne einer politischen/moralischen Indifferenz das Wort reden zu wollen: der Ball, der über das Überleben oder den Untergang des Mullah-Regimes entscheidet, liegt eindeutig bei den USA."

      Das ist doch eigentlich im Fall von Gaza genauso, oder? Zumindest deutet vieles darauf hin, dass alle Seiten das machen, was Trump ihnen mehr oder weniger aufzwingt.

      Sie schreiben weiter: "Darin liegt möglicherweise der Vorbehalt, weshalb viele Linke sich schwer tun, hier eindeutig Stellung zu beziehen."

      Und genau weil das Schicksal sowohl von Gaza als auch dem Iran ähnlich stark von Trumps Entscheidung abhängig sind, macht das lautstarke Protestieren einerseits und das ohrenbetäubende Schweigen andererseits kaum anders Sinn, als aus den vom Autor beschriebenen Gründen.

    • @Abdurchdiemitte:

      ""Vorrangig geht es auch hier ums Öl -- selbstverständlich ist das auch eine linke „Pflicht“-- einäugig darauf hinzuweisen?""



      ==



      Seltsame Pflicht -- wenn die Hauptsache im Irankonflikt verschwiegen wird. - Iran ist der Treiber und Initiator den Nahen Osten in ein Pulverfass und Armagedon zu verwandeln - unter Umständen auch mit Atombomben um Israel von der Landkarte zu tilgen, Das ist das iranische Ziel inklusive Terrorgruppen wie Hamas und Hizbollah weiter mit todbringender Ideologie und mit Waffen zu versorgen.



      =



      ""Daraus allerdings der Linken eine ideologische Nähe zu diesem Regime zu unterstellen, ist natürlich auch Quatsch""



      =



      Das die Linke keinen Tschador trägt und nicht 3 x Mal am Tag gen Mekka betet ist bekannt. Es ist Unsinn darauf hinzuweisen.



      =



      Das die Massaker - Mullahs das Öl, die eigene Bevölkerung und die Palestineser nutzen um die todbringende iranische Ideologie in den Nahen Osten zu tragen ist das vorrangige Thema. Aber neben den heiligen Pflichten hält sich die Linke in der Analyse der Realität seltsam bedeckt und beschränkt sich auf ideologisch motivierte Nebenkriegsschauplätze.



      =



      Das reicht bei weitem nicht um ernst genommen zu werden.



      =

    • @Abdurchdiemitte:

      Ich glaube hier geht es weder um den US-Imperialismus oder das Schicksal des Mullah-Regime, als um die Solidarität mit iranischen Linken - und damit um die Glaubwürdigkeit der deutschen Linken.

      Normalerweise ist die hiesige Linke immer bereit, sich mit (noch so irrelevanten) Minderheiten zu solidarisieren und Repressalien reaktionärer Regime zu kritisieren. Ob das einen realen Effekt hat oder nicht, spielt dabei meist keine Rolle.

      Aber bei einem aktiven Aufstand (Stichwort: "Völkermord") im Iran will man auf einmal differenzieren. Das erweckt den Eindruck, dass linke Ideale nur vorgeschoben sind und der eigentliche ideologische Hauptwiderspruch die Haltung zur USA....und das wäre ziemlich traurig.

      • @Chris McZott:

        Meine Solidarität HABEN die iranischen Linken. Die ist jedoch billig zu haben, denn weder deutsche noch iranische Linke (im Exil) haben irgendeinen Einfluss auf das, was jetzt im Iran geschieht. Entweder läuft es in Verhandlungen auf einen „Deal“ zwischen Trump und den Mullahs hinaus (viel Spielraum haben die dabei nicht, eigentlich keinen) oder aber das Regime wird vom US-Militär einfach weggebombt.



        Beide Szenarien sind nicht gerade das, was Linke sich für den Iran erträumen..



        Mein Eindruck ist auch nicht, dass die Linke angesichts des Massakers im Iran differenziert - den Begriff Völkermord halte ich in diesem Kontext allerdings für zu hoch gegriffen (hier differenziere ich sehr wohl) -, sondern sie schweigt schlicht zu den Ereignissen.



        Das halte ich allerdings für nachvollziehbar angesichts der oben beschriebenen Optionen.



        Doch auch als Linker hindert einen nichts, öffentlich gegen die Theokratie, Willkürherrschaft und Gewalt des iranischen Regimes gegen das eigene Volk zu sein und trotzdem eine (mögliche) US-Intervention zu verurteilen.



        Es liegt halt nicht in der Hand weder von Linken hierzulande noch der iranischen (Exil-)Opposition. That‘s all.

        • @Abdurchdiemitte:

          Muss es denn nur diese zwei Szenarien geben, wo bleibt dann da der linke Gegenentwurf?

          Ist nicht bereits die Situation dass in Nahost praktisch nur durch reaktionäre bis faschistische Akteure (Trump, Mullahs, Scheichs, Netanjahu, IS, Hamas, Erdogan etc.) eine Rolle spielen ein Armutszeugnis für linke Politik?

          Mindestens in theoretischen Diskussionen stellt sich dann ja die Frage, ob das linke Weltbild ein Schönwetterphänomen ist und nur in Wohlstandsgesellschaften anwendbare Idee liefert...

        • @Abdurchdiemitte:

          ""...das Regime wird vom US-Militär einfach weggebombt.



          Beide Szenarien sind nicht gerade das, was Linke sich für den Iran erträumen..""



          =



          Die US -Army auch nicht - was der Armee unter Umständen an Infos fehlt haben sie mit Sicherheit vom Mossad erhalten.



          =



          Revolutionsgarden, Artesch und Bassidji umfassen mehrere Millionen islamistische Kämpfer verteilt und versteckt über das ganze Land.



          =



          Ansonsten -- ein zweites Afghanistan -- diesmal im Iran -- wäre vorraussichtlich das Ende von Trump & J.D.Vance in den USA. Aber sicher kann sich niemand bei Trump sein.



          =

        • @Abdurchdiemitte:

          Leider leider wahrscheinlich.



          Die Hoffnungsarmut zu überspielen, indem man pauschal über "die Linke" larmoyierend einen Nebenschauplatz versucht aufzumachen, das scheint aber für manche verführerischer.

  • ""Warum der Furor des Autors gegen die Linke ...""



    ==



    Die Linke könnte sich zum Beispiel dafür entscheiden Fehleinschätzungen zu korrigieren - das macht jede demokratische Partei - warum nicht auch die Linke?



    =



    Die Linke könnte sich auch dafür entscheiden zu beschreiben was im Iran tatsächlich stattfindet. Schon in den 1990er Jahren wurde die Basidji zur Wahlmanipulation und zur Niederschlagung von Protesten eingesetzt.



    =



    So weigerten sich 1994 bei Protesten gegen das Regime in Qazvin Einheiten der Revolutionsgarde, in die Menge zu schießen, und waren infolgedessen nicht in der Lage, die Proteste niederzuschlagen. Daraufhin wurden Einheiten der Basidji eingeflogen, die dem Aufstand ein Ende setzten.



    =



    Gemäß der Journalistin Natalie Amiri betrug im Jahr 2021 die Anzahl der registrierten Basidjiimilizen ungefähr 450.000,



    =



    Der vielleicht wichtigste Grund sind materielle Anreize, die für Basidjis vielfältig verfügbar sind. Dazu gehören besonders Optionen zum sozioökonomischen Aufstieg. Insbesondere für Arbeiter/Angestellte sind materielle Anreize das primäre Motiv zum Beitritt.



    =



    Ideologie getriebene "Arme" kämpfen gegen die Aufgeklärten -



    das ist doch ein Thema für die Linke?

    • @zartbitter:

      „Die Linke könnte sich zum Beispiel dafür entscheiden Fehleinschätzungen zu korrigieren …“.



      Ja, das könnte sie … nach meiner Meinung müsste sie es sogar zwingend. (Apropos: wer verlangt eigentlich von den anderen Parteien, dersn Fehleinschätzungen zu korrigieren, insbesondere von der Merz-CDU … aber anderes Thema).



      Und bedenken Sie: wer waren 1979 die Akteure hierzulande, die die iranische „Revolution“ begrüßten und zu eben dieser eklatanten Fehleinschätzung kamen? Offenbar nicht dieselben wie heutzutage, denn das Parteienspektrum hat sich seitdem stark verändert (DKP und andere Solittergruppen führen heute ein Schattendasein im linken Spektrum, jedenfalls hatten sie damals noch mehr Relevanz … und in der DDR regierte die SED).



      Und dann müssten Sie auch adressieren, wen Sie mit Ihrer Kritik an „den Linken“ eigentlich heutzutage meinen (das passiert in fast allen Kommentaren hier nicht): die Linkspartei oder die gesellschaftliche Linke als Ganze (ja, dazu zählen für mich immer auch noch SPD und Grüne)?



      Angesprochen fühlen dürfen sich jedenfalls alle - und nicht bloß Linke -, was das Wegschauen hinsichtlich der Diktatur im Iran betrifft.

      • @Abdurchdiemitte:

        ""Offenbar nicht dieselben wie heutzutage......."



        =



        Die Grünen waren gegenüber den Entwicklungen im Iran eigentlich immer sehr kritisch - das lag daran das die Grünen häufig besser informiert waren als politisches Sammelbecken von geflüchteten Iranern - siehe Beispiel



        Omid Nouripour.



        =



        Die Regierungsparteien nahmen 2015 an, das sich das Problem mit dem Iran mit dem Vertrag (Gemeinsamer umfassender Aktionsplan =Joint Comprehensive Plan of Action – JCPOA) nahezu erledigt hatte - trotzdem auch diese Vereinbarung gefährliche Lücken aufwies.



        =



        Das Iran-Atomabkommen war eine wegweisende Vereinbarung zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms welches Trump 2018 kündigte.



        =



        Von diesem Punkt an geriet die gesamte Diplomatie mit dem Iran auf Schlingerkurs - auch deswegen, weil seit Khatami sich die iranischen Regierungsregime von Jahr zu Jahr sich extrem radikalisierten.



        =



        CDU & SPD müsen sich vorwerfen lassen nicht umgehend nach dem 7. Oktober entsprechend reagiert zu haben (Sanktionen, Revolutionsgarden auf die Terrorliste) - allerdings deswegen, weil die Hoffnung bestand, den Iran mit erneuten Verhandlungen noch einmal einfangen zu können.

  • Warum ist die Linke angeblich unsolidarisch? Weil sie erkannt hat, das repressive Regime genau dann gestürzt werden, wenn sich Kapitalisten im Ausland Geschäfte erhoffen!

    Auch heute hat "der demokratische Westen" keine Kontaktängste mit Autoritäten Regimen, solange die Geschäfte stimmen.

    Heuchelei mit den Werten!

    • @Thomas Müller:

      Mag ja sein, aber die zu zehntausenden hingemordete iranische Zivilbevölkerung fände es mehrheitlich einfach nur noch dringend geboten wenn das Ausland aus welchen Gründen auch immer endlich militärisch eingreifen würde, zumal den Kapitalisten ja auch was angeboten werden kann, nämlich jede Menge Erdöl.

    • @Thomas Müller:

      "Warum ist die Linke angeblich unsolidarisch? Weil sie erkannt hat, das repressive Regime genau dann gestürzt werden, wenn sich Kapitalisten im Ausland Geschäfte erhoffen! (...) Heuchelei mit den Werten!"



      Ist das die korrekte Zusammenfassung Ihres Beitrags? Oder sehe ich den Zusammenhang zwischen der eingangs gestellten Frage und Ihrer Antwort schlicht nicht?

  • Warum der Furor des Autors gegen die Linke an sich und ihre NGO's (na wer denn?) und den Feminismus ala Baerbock?







    Auch wenn hier keine Massendemonstrationen gegen die Diktatur im Iran stattfinden, fühlen die meisten Menschen in Deutschland mit den Opfern der unterdrückten Iraner mit, ob nun rechts oder links.

    Trump zu loben, also Demokratie herbeibomben zu wollen, ist aus Sicht der verzweifelten Iraner verständlich, aber statt Bombenhagel durch Trump wünsche ich mir die ruhige internationale Politik von Baerbock oder Wadephul, die endlich dafür sorgt, dass Geschäfte mit dem Iran ausgeschlossen sind.

    Das Regime im Iran fällt, wenn das Militär gegen die Revolutionsgarden vorgeht, weil die Wirtschaft vollkommen zusammengebrochen ist.



    Oder der Druck Trumps sorgt dafür, dass Mullahs einknicken und einen Reformkurs einleiten. Dagegen spricht, dass Reformer gerade im Iran verhaftet wurden.



    Es steht Spitz auf Knopf im Iran, keiner kann voraussagen, was im Iran passiert, wenn Trump angreift.

    • @Lindenberg:

      Möglicherweise werden die Mullahs gegenüber den USA doch einknicken, um einen militärischen Angriff zu verhindern bzw. um ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen.



      Natürlich hätte der Zugriff auf das iranische Öl oberste Priorität für den POTUS, aber das Teheraner Regime hat ökonomisch und moralisch derart abgewirtschaftet, dass es selbst weitreichende Reformen wohl nicht mehr retten werden.



      Die Mullahs kämpfen mit dem Rücken zur Wand, dennoch lehnen sie sich weit aus dem Fenster und wollen auch beim Atomprogramm nicht nachgeben. Ein Einknicken (auch in Verhandlungen) käme deshalb einer Niederlage gleich. Und deshalb sind die Tage dieses blutigen Regimes gezählt, ob es nun von den USA weggebomt oder doch noch von der eigenen Bevölkerung beseitigt wird (was nicht nur für das iranische Volk wünschenswerter wäre).

    • @Lindenberg:

      " . . . . wünsche ich mir die ruhige internationale Politik von Baerbock."



      ........



      Mir fallen da auf Anhieb Baerbocks Sätze im Bundestag ein, die Gewalt der islamischen Sittenwächter im Iran habe „nichts, aber auch gar nichts mit Religion zu tun“.

      Kann man den Kampf der Frauen dort mehr sabotieren?

      EMMA: " . . . verkünden islamische Theologen mit dem Verweis auf religiöse Texte, dass die Unterordnungen von Frauen ein „göttliches Gesetz“ darstelle und dass die Frauen Haupt und Körper blickdicht verhüllen müssten."

      www.emma.de/artike...gion-zu-tun-339811

      • @shantivanille:

        Baerbocks Satz lautete sinngemäß:



        „...dann hat das nichts, aber auch gar nichts mit Religion oder Kultur zu tun. Dann ist das schlicht ein entsetzliches Verbrechen.“



        =



        Baerbock geht von einem westeuropäischen Verständnis von Religion aus und erklärte sinngemäss



        das es unmöglich sei die entsetzlichen Verbrechen der Mullahs durch Religion zu rechtfertigen.



        =



        Exil-Iraner und Kommentatoren, die argumentierten, dass das Regime in Teheran seine Gewalt explizit mit der Scharia und islamischen Gesetzen rechtfertigt ist ja richtig. -



        =



        Baerbock kritisiert die Gewalt der Mullahs indem sie die Religiösität der Mullahs anzweifelt und negiert deren Religionsverständnis - wobei die Exiliraner richtigerweise antworten das Gewalt von den Mullahs gerade mit ihrem schrägen Verständnis des Islam begründet wird.



        =



        Beide meinen das Gleiche - Verurteilung der Gewalt der Mullahs - wobei Baerbock einen Schritt weiter geht und anzweifelt ob die Mullahs sich auf eine anerkannte Religion stützen.

      • @shantivanille:

        Es gibt genügend Versionen ohne staatlich durchgesetzte Zwangs-Verhüllung (oder -Enthüllung).



        Die Frau sei dem Manne untertan ... hupp, das war jetzt ja jüdisch bzw. paulinisch-christlich.

        Es geht ums Patriarchat, in Afghanistan wie im Iran. Im Zweitgenannten sind dank der breiten Bildung inzwischen die Frauen die formal Gebildeteren und können Paroli bieten, nur ist dort Verschleierung ein bewusstes Machtsymbol.

        Ja, den Kampf kann man mehr sabotieren, etwa durch Bombardierung von Gefängnisbesucherinnen. Durch großspuckende Töne aus Israel und USA, die es so leicht machen, die Opposition abzutun und die Brutalität auszupacken. Dass wie die syrischen Kurden auch eine iranische Opposition keine echte Hilfe erhielte, davon ist ja auch noch auszugehen.



        Der Flugzeugträger ist wegen der Epstein-Files und der Zwischenwahlen dort - und könnte auch nichts ausrichten für die Menschen. Höchstens für Fossil-Deals.

  • Ich halte es aus kulturanthropologischer Sicht für unsinnig Ethnozentrismus zu betreiben oder diesen zu unterstützen. Ist das links?



    Wir exportieren unsere westlichen Werte und halten diese für Kulturuniversalien, obwohl sie das nicht sind. Wenn ein Teil der Bevölkerung Interesse an diesen Werten zeigt, unterstützen wir das finanziell und logistisch. Wir forcieren also eine Anerkennung dieser Werte in der jeweiligen Kultur. Wir lassen damit der Kultur des Landes keine Zeit ihre Normen, Werte und Taboos selbsständig anzupassen. Wenn es dann zum Kulturkonflikt kommt, meinen wir zu wissen welche Partei Recht hat und unterstützen diese. Im Ergebnis hinterläßt das in Teilen der jeweiligen Bevölkerung den Eindruck, dass ihnen diese Werte von Außen aufgezwungen wurden. Ihrer Abwehr gegen die Werte kann dann auch nicht inhaltlich begegnet werden; nicht der Inhalt, sondern die Überzeugung es seien keine Werte der Kultur verhindern dann eine Entwicklung. Das verhindert eine nachhaltige Integration der Werte in die jeweilige Kultur. Den Menschen, denen wir damit helfen wollen, erweisen wir einen Bärendienst

    • @So mal:

      Sie sollte sich dringend mal mit der Geschichte des Irans auseinandersetzen bevor Sie solche Argumente hier bringen.



      Die Iraner waren mal eine Demokratie mit Rechtsstaat und gesellschaftlich sowieso schon auf einem ähnlichen Niveau wie der Westen. Der Schah kam nur aufgrund von GB und USA an die Macht und weil er schwach war folgte das Mullah-Regime.



      Man kann sicherlich einige Argumente gegen Intervertionen vorbringen, nur im Iran ist das überhaupt nicht angebracht. Die Iraner sind ein unterdrücktes Volk das ganz offensichtlich Freiheit will, die müssen Ihnen nicht erst beweisen das sie "unsere" Werte wollen.

    • @So mal:

      "Wir exportieren unsere westlichen Werte und halten diese für Kulturuniversalien, obwohl sie das nicht sind."



      Die allgemeinen Menschenrechte wollen Sie jetzt aber nicht relativieren, oder doch? Hört sich irgendwie so an...

    • @So mal:

      Seit wan glauben Kumturanthropologen*innen, das Freiheit ein wert ist den nur im Westen beheimatet ist?

      Da haben sie aber grundlegend was falsch verstanden.

      Und selbst in ihrer Logik wüsste ich gerne nach wievielen Jahren ein Grdanke wie Gleichberechtigung oder der Wunsch die Kleidung tragen zu wollen die man will auch in einer nicht westlichen Gesellschaft gewünscht werden darf ohne von ihnen kulturimperalistisch zu gelten?

      Selbst als ich vor 20 Jahren Monate im Iran war habe die Jugend als sehr westlich Orientiert erlebt. Diese Menschen haben heute jugentliche Kinder.

      • @Tillsunrise:

        "Seit wan glauben Kumturanthropologen*innen, das Freiheit ein wert ist den nur im Westen beheimatet ist?".



        Ich weiß nicht was "Kumturanthropologen*innen" so glauben und seit wann. In der Universalienforschung der Kulturanthropologie ist "Freiheit" kein Kulturuniversal. Freiheit ist nicht einmal in westlichen Kulturen ein Kulturuniversal, höchstens die Freiheit etwas bestimmtes zu tun. Oder würden sie behaupten in westlichen Kulturen existiere die Freiheit sich beispielsweise unbekleidet in der Öffentlichkeit zu bewegen? Und um bei diesem Beispiel zu bleiben: wie lange muß denn unsere Kultur noch darauf warten, bis Nudismus endlich legalisiert wird? Freiheit?

        • @So mal:

          Nudismus = Freiheit?



          Scheint ein wunder Punkt zu sein.

          Dennoch, wenn Sie nur mit absoluter Freiheit argumentieren wollen, die gibt es in der Tat nicht. Wir werden z. B. immer Gefangene der Schwerkraft bleiben.

  • Die Lernkurve ideologisch verbohrter sich selbst als progressiv verstehender Linker ist seit mindestens 60 Jahren ausgesprochen flach, identitätsstiftende genauso alte und fest betonierte Glaubenssätze wichtiger als das Leid von Menschen und politische Realitäten. Die Schwäche für grausame Despoten und deren Verehrung, wenn diese nur unter den "richtigen" Vorzeichen morden und unterdrücken und die "richtigen" Feindbilder bedienen,zieht sich ja wie ein roter Faden durch die linke Historie. Als Linke verzweifel ich schon lange an der "wohlmeinenden" Bigotterie und intellektuellen Einfältigkeit in einigen vermeintlich "progressiven" linken Kreisen.

    • @DC Fix:

      Ihr Kommentar ist nun wirklich ein Beispiel par excellence dafür, jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen, der Linken irgendwie noch eins einzuschenken. Entweder in der Manier innerlinker Grabenkämpfe, aus der Perspektive des politischen Gegners oder als Ex-Linker, der sich gegenüber dem geneigten Publikum als „geläutert“ präsentieren muss.



      Da verwundert es nicht, dass es um die Sache - wie kann man die Menschen im Iran unterstützen, ihr Regime loszuwerden - überhaupt nicht mehr geht. Bestenfalls geht es darum, Linken irgendwie eine Verharmlosung oder sogar eine ideologische Nähe zum Islamismus unterzujubeln. Das hat ungefähr die selbe intellektuelle Qualität wie die Behauptung Alice Weidels, Hitler sei ein Kommunist gewesen.



      Wie immer sich Linke zu den Ereignissen im Iran positionieren, der Ball, der über das Überleben oder den Untergang des iranischen Regimes entscheidet, liegt beim POTUS. Ob das iranische Volk über die Zukunft seines Landes (mit)entscheiden kann, liegt hingegen in den Sternen.

    • @DC Fix:

      " . . . . intellektuellen Einfältigkeit in einigen vermeintlich "progressiven" linken Kreisen."



      --------



      Die Linke war lange Zeit wirklich brillant bei guten Ergebnissen.



      .



      Ist aber auch schon 50 Jahre her. Was bleibt ist eine Arroganz, die keine Basis mehr hat. Wenn man für die Linke eine Bilanz des letzten halben Jahrhunderts zieht, ist das ein Trauerspiel.

  • Guter Artikel!Ich habe seit Jahren verlangt,dass die EU die Revolutionsgarden auf d. Terrorismusliste setzt.Wohl hätte es weiter spezifizierendes gezieltes Spalten&Boykottieren der Regime Elitengruppen gebraucht,um öffentlich Fragen, statt Schweigen zu erzeugen. Welche Brigaden sind die Spitze der propaganda Gewaltmaschine&wer steht an deren Spitze? Parallel dazu wären ev. auch mehr Personen zur Organisierung der vielfältigen opposi-tionellen&diasporischen Zivilgesellschaft als Stimmen kenntlich geworden&wahrscheinlich wäre auch die hiesige Geheimdienst Verfolgung dieser Stimmen Thema geworden,dann wäre Solidarität weiter gefasst&das Verhindern der Abschiebewahn Politiken präsenter geworden,auch wenn mensch weiter für die Menschenrechte in Gaza *gegen die Normalisierung von zionistischen Petitionen zur Aushölung unserer Demokratie thematisierbar gewesen,anstatt dass stets immer mehr nur ethno nationalistische Parolen nichtssagend wiederholt würden.A. Baerbock hätte auch durch 1 solidarisch-feministische Front,die die Spiegelgleichheit der Netanyahu Theokraten zu Iran Mullahs=die patriarchale Internationale demaskierte,genutz werden können Res1325+UNITED4Peace 1 Bühne zu bereiten!

  • Wenn ihr "fanatische Antiimperialisten" meint, könnt ihr dann bitte auch "fanatische Antiimperialisten" schreiben und nicht "Linke"? Ein Großteil dieser Beobachtungen ist zwar sicher nicht falsch, aber anscheinend stark von der Szene geprägt, die der Autor beobachtet. Während "fanatische Antiimperialisten" in letzter Zeit sehr Laut waren, sind sie sicherlich nicht die einzigen Menschen in diesem Land, welche sich als Links bezeichnen.

    Desweiteren fällt es durchaus schwer, sich mit Monarchisten zu solidarisieren, die auf ihren Demos explizit Linke als Gesamtes ausladen und allen anderen oppositionellen Gruppen Rede- und Parolenverbote aussprechen. Von der kurdisch-persischen Community wurden wir explizit vor diesen Demos gewarnt. Sie haben stattdessen Schah-Bilder zum verbrennen verkauft, um damit Orgas im Iran zu finanzieren. Auch die Losung "Mann, Heimatland, Wohlstand!", unter der sich die Anhänger des Monarchismus versammeln, sollte sich niemals auf einem linken Demoaufruf wiederfinden.

    "Bedingungslose Solidarität" mit der gesamten Opposition führt am Ende zu Situationen, wo die Hamas als Widerstand gefeiert werden. Davon braucht es jetzt wirklich keine Neuauflage.

  • ".. amerikanische Militärschläge. Nicht aus Naivität, sondern aus der verzweifelten Hoffnung heraus, dass Luftschläge das Mullah-Regime derart schwächen,.."



    =



    Während der iranischen Revolution 1979 unterstützten große Teile der iranischen Linken, einschließlich der kommunistischen Moskau hörigen Tudeh-Partei und anderer marxistischer Gruppen, aktiv den Sturz des Schahs und arbeiteten teilweise mit den Anhängern Ayatollah Khomeinis zusammen.



    =



    Viele linke Gruppen sahen im Schah einen Marionettenherrscher der USA. Sie betrachteten Khomeinis anti-amerikanische Haltung als "objektiv progressiv" und glaubten, ihn für ihre Zwecke nutzen zu können, um danach eine sozialistische Ordnung zu errichten.



    =



    Iranische Linke deren Kinder momentan auf den Straßen ermordet werden haben das schon lange eingesehen und beklagt - bereits 2009 als es noch Studenten waren welche die Demonstrationen auf den Straßen anführten.



    =



    Bereits vor 15 Jahren zeichnete es sich durch Umorganisation der Basidji und Hizbollah ab, das angesichts der Masse, Ausrüstung und durch die Strategie der Zusammensetzung der Kampftruppen gegen Demonstranten -sie kaum eine Chance haben für ihre Rechte auf die Straße gehen.

    • @zartbitter:

      Der Schah _war eine US-Marionette für verlässlich kontrolliertes billiges Öl und strategische Zusammenarbeit. Die Zustände _waren unfassbar (außer für eine sehr schmale Elite in Teheran). In einem potenziell reichen Land verprasste einer alles für Prunk, hielt die Bevölkerung ungebildet und folterte CIA-trainiert (das Letzte wurde von den Gefolterten dann mit den selben Methoden übernommen).



      Bevor hier noch Mythen hängen bleiben.

      Ansonsten aber bei Ihnen. Der Kipppunkt, den es dann irgendwann beim Schah gab, ist noch lange nicht abzusehen. Ohne die Gegenmacht von Basar plus Moschee, die es damals schaffte, wird es doppelt schwer. Auch wenn den Herrschenden dämmert, dass sie inzwischen deutlich gegen ihr Volk regieren, gibt es genügend Metzger, die vom Gegenwärtigen profitieren.

      • @Janix:

        Genauer hinschauen ist gut für die Bildung



        ==



        Mit der "Weißen Revolution" ab 1963 leitete der Schah die sogenannte „Weiße Revolution“ ein (Weiß: unblutig, im Gegensatz zur roten Revolution) -- nämlich ein umfassendes Reformprogramm zur Modernisierung des Iran:



        =



        -Bodenreform: Umverteilung von Landbesitz der Großgrundbesitzer an Kleinbauern.



        =



        -Bildung und Gesundheit: Massive Investitionen, Gründung des „Bildungscorps“, um Analphabetismus zu bekämpfen.



        =



        Rechte für Frauen: Einführung des Frauenwahlrechts 1963.



        =



        - Industrialisierung: Nutzung der Öl-Einnahmen zum Aufbau einer industriellen Infrastruktur.



        =



        Wenn die Ex-Linke im Iran bereits vor 15 Jahren eingestanden haben, das der Zusammenschluss von Linken und Islamisten ein Fehler war - den sie teuer mit Ihrem Blut bezahlt haben - sollte sich auch der Westen von ideologie - getriebenen Mythen verabschieben.

        • @zartbitter:

          Ich bezog mich auf Bildung, und die setzte erst nach dem Schah in der Breite ein. Vorher gab es die von Ihnen erwähnten Vorzeigeprojekte für die westliche Galerie, die in der Korruption versandeten. Da war er zugegeben nicht der Einzige damals.



          Reza Pahlavi selbst gab die 2000-Jahre-Persien-Party in einer solchen Verschwendung, dass viele eigentlich abgebrühten Staatsgäste sich mit Grausen wandten.

          Der Zusammenschluss mit Khomeini war ein Fehler. Die haben dem offenbar die Kreidesprüche geglaubt. Die Revolution gegen den Schah war aber mehr als fällig.



          Literaturtipp als gut lesbare Geschichte: Kader Abdollahs Bücher.

          • @Janix:

            (PS: 2500 Jahre natürlich)

        • @zartbitter:

          Das ändert aber wenig daran das der Schah unrechtmäßig an die Macht kam und eine demokratisch gewählte Regierung absetzte?



          Schön das er Anfangs Reformen gebracht hat, vielleicht machen ja autoritäre Herrscher ja manchmal Dinge um ihre Macht zu festigen? Also ich habe davon schon gehört.



          Ja, der Schah war in seiner Herrschaftszeit besser als die Mullahs jetzt, aber niemand weiß wie sich der Diktator sonst entwickelt hätte. Ich kann mir aber vorstellen das eine Demokratie mit den guten Vorraussetzungen des früheren Iran sich deutlich besser entwickelt hätte. Aber wo es Öl gibt folgt eben scheinbar immer die Dikatur, gerne von außen insziniert.

  • 1978 hat die Linke die Revolution gegen den Schah unterstützt. Das wird ihr heute zum Vorwurf gemacht. Dabei war damals überhaupt nicht abzusehen, dass diese zu einer blutigen Diktatur führen würde. Warum soll das diesmal anders sein?

    • @Francesco:

      War das 1978 "wirklich überhaupt nicht abzusehen"? Oder haben die damaligen Linken, die in einer säkularisierten Welt lebten, wo höchstens noch die Großeltern in die Kirche gegangen sind, schlicht nicht vorstellen können, dass es noch religiöse Fanatiker gibt, die ihre archaischen Werte auch mit Gewalt durchsetzen werden?

      Und auch nicht davor zurückschrecken, "Ungläubige" aller Art zu verhaften zu foltern und zu töten, weil sie damit doch "nur" den Willen ihres Gottes durchsetzen?

      Diese "Wahrnehmungsschwäche" gab (gibt?) es doch auch gegenüber in Europa lebenden gläubigen Muslimen, ich erinnere an die Zeiten, wo Beteiligten an "Ehrenmorden" (schon der Begriff war eine verharmlosende Schande) wegen ihres kulturell-religiösen "Hintergrunds" mildernde Umstände zugebilligt wurden.

    • @Francesco:

      Der Schah war selbst ein Diktator, und Khomeini war ab Ende der 70er die Wahl des Westens, um den Schah von der Macht zu bekommen. Findet sich alles in Wiki. Khomeini war zu dieser Zeit im Exil in Frankreich, und wurde mit Einverständnis der USA in den Iran geflogen. Die Verantwortung dafür bei der Linken "abzuladen" ist schlicht albern.

      • @Kaboom:

        Die historische Zusammenarbeit zwischen Teilen der iranischen Linken und den Islamisten um Ayatollah Khomeini während der Revolution 1979 ist historisch belegt und wird oft als "großer Iran-Irrtum" der Linken diskutiert



        .

        • @zartbitter:

          Niemand bestreitet das.



          Allerdings fand 1979 ebenfalls eine Konferenz mit diversen Regierungschefs, u. a. Helmut Schmidt statt, auf der beschlossen wurde, Khomeini aus seinem französischen Exil nach Teheran fliegen zu lassen. Wie schon geschrieben, man kann das alles nachlesen. Man muss das aber natürlich nachlesen WOLLEN.

    • @Francesco:

      Ganz einfach: Es kann keine blutigere Diktatur nach der jetzigen im Iran mehr nachfolgen, eigentlich kann es nur noch besser werden!

      • @Saile:

        Das haben die 1978 wahrscheinlich auch gedacht.

    • @Francesco:

      Nö, die Linke war der Treiber der Revolution - und hat dabei ihr linkes Profil vergessen. Beispiel: Der Schah wollte eine Landreform um die Armut im ländlichen Rau,m zu bekämpfen -



      Khomenei war dagegen.

      • @zartbitter:

        Inhaltlicher Einschub: Der große Besitzer war nämlich der Klerus. Den vergrätzte der Schah, so wie er die Landreform anlegte. Danach konnte Khomeini Profil gewinnen.



        Links war ein wenig Mossadegh. Wer half der CIA noch mal, den zu stürzen?

      • @zartbitter:

        "Die Reformen der Weißen Revolution sollten das Eigentum gerechter verteilen, doch das Gegenteil passierte. Die Großgrundbesitzer wurden für die Enteignungen mit Anteilen an der rasant wachsenden Industrie entschädigt, das brachte viel mehr Profit. Und die Bauern bekamen die Felder nicht geschenkt, sondern mussten dafür teure Kredite aufnehmen und nun selbst für Bewässerung, Zugvieh und Geräte sorgen. Ihre Erträge aus der Landwirtschaft genügten oft nicht. Die Schere zwischen Arm und Reich ging immer weiter auseinander. "

        Quelle: Deutschlandfunk

    • @Francesco:

      natürlich war das abzusehen. sie betreiben nahezu geschichtsklitterung.



      und genau darum gehts ja im artikel: diesen linken war vollkommen egal, was nach dem schah kommt, hauptsache gegen die usa bzw. den westen.

    • @Francesco:

      Leider war ich damals noch nicht in dem Alter. Doch bei den Demonstrationen gegen das Schah-Regime wäre ich sicher dabei gewesen. Und niemand macht der Linken in dieser Richtung einen Vorwurf.

      Und selbst so kluge Leute wie Michel Foucault haben sich mit ihrer anfänglichen nahezu spirituellen Begeisterung völlig verfahren. Dass ihm so etwas passieren konnte, zeigt, dass er von Religionen, außer dem Christentum, was er heftig kritisierte, keine Ahnung hatte.

    • @Francesco:

      Sie meinen, SIE haben es damals nicht gesehen?

  • Dass es hier in Deutschland Leute gibt, die Trump für eine Hoffnung für das Volk im Iran halten (vor Ort ist das etwas anderes, die Informationslage ist anders), befremdet - und belustigt - mich denn doch. Die Beseitigung der Theokratie im Iran geht IMO nur mit Truppen im Iran. Und das wird nicht passieren. Trump wird vor den ohnehin aller Wahrscheinlichkeit nach desaströsen Wahlen im Herbst ganz sicher nicht auch noch Zinksärge riskieren.

  • Je abgeschlossener das Weltbild, desto niedriger der Tellerand. Leute, die vorgeben, sich Menschenrechten zu verpflichten und dann anfangen, aufgrund von Herkunft, Religion oder politischem Background zu selektieren, sind für mich nicht glaubwürdig. Und Deutsche, die den Nahostkonflikt als identitätstiftende Ersatzstreitfläche innerhalb der eigenen Szene gewählt haben, schon mal gar nicht.



    Es ist mir wirklich komplett wurscht, unter welchem Banner sich jemand selbst verortet. Wer je nach Gusto brutalen Regimen, die ihre Bevölkerung massakrieren das Wort redet oder ihre Unterdrückung relativiert, hat sich moralisch entblößt.

    • @Deep South:

      Je niedriger der Tellerrand, desto besser kann man darüber hinaus sehen.

      • @Volker Scheunert:

        Jo, auch wieder war. Manchmal sieht man vor lauter Wald den Baum nicht.

  • Wo ist da noch der Unterschied zwischen diesen sog. Linken und der AfD oder Schlimmeren?

    Der AfD-Mann Maximilian Krah etwa würdigt in seinem Buch «Politik von rechts» Khomeinys Islamische Revolution von 1978/79 als «Erwachen eines nichtwestlichen Modells» und Aufstand gegen die «Verwestlichung des Landes».

    Oder gratuliert sowohl der kommunistischen Partei Chinas zum 70. Geburtstag als auch für den 70. Jahrestag der chinesischen Besetzung Tibets. „Ich finde, Sie haben allen Grund dazu, stolz auf das zu sein, was Sie erreicht haben“, sagte Krah.

    Mit dieser Art von sog. Linken möchte ich sowenig etwas zu tun haben wie dieser Art von Rechten.

    www.morgenpost.de/...-ich-in-China.html

    • @shantivanille:

      Sie zitieren einen Rechten (Krah) und schreiben dann, mit dieser Art Linker wollten Sie nichts zu tun haben? Können Sie bitte wenn Sie auf Linke draufhauen, bitte auch Zitate bringen, die nicht von Rechten stammen? Danke.

      • @Klabauta:

        Schauen Sie auf meinen Kommentar von 11 h 49.

        • @shantivanille:

          1. finde ich da kein Zitat einer/eines Linken



          2. beziehen Sie sich dort auf eine Linke aus den Sechzigern und Siebzigern. Weil sich kein passendes aktuelles Beispiel findet?



          Mein Eindruck ist, dass Sie sich in Ihrem pauschalen Linken-Hass vollkommen verrannt haben. Es gibt "die Linke" nicht. Vielleicht sollten Sie das erst einmal zur Kenntnis nehmen. Natürlich gab/gibt es dogmatische Linke, aber es gab und gibt auch immer eine undogmatische/antiautoritäre Linke. Alle in einen Topf zu werfen nützt nur den Rechten.

      • @Klabauta:

        Die stehen doch im Artikel. "Ich unterstütze die Art des Umgangs mit den Protesten nicht"....

  • Hier die Forderungen der Iranischen Gemeinde in Deutschland* e.V.:

    - Die Verbrechen der iranischen Regierung gegen die Menschenrechte klar und unmissverständlich zu verurteilen und mit allen diplomatischen und wirtschaftlichen Druckmitteln den Kampf des iranischen Volkes zu unterstützen.



    - Die Konten der Verantwortlichen des Regimes und ihrer Familien in der Europäischen Union zu sperren.



    - Die Abschiebungen iranischer Geflüchteter nach Iran zu stoppen.



    Die „Islamischen Revolutionsgarden“ auf die Liste terroristischer Organisationen zu setzen.



    - Die scheinbar kulturell-religiösen Einrichtungen des Regimes in Europa zu schließen. In einem theokratischen Staat sind kulturell-religiöse Institutionen nicht unabhängig, sondern dienen ausschließlich den politischen Zielen des Regimes.



    - Alle verfügbaren Mittel zu nutzen – ohne Zugeständnisse an die islamische totalitäre Regierung –, um Druck auf dieses Regime auszuüben und die Freilassung politischer Gefangener, einschließlich der Doppelstaatsbürger-Geiseln, zu erreichen.

    *Die IGD versteht sich als bundeweiter Dachverband der iranischstämmigen Community sowie der Menschen aus dem iranischen Kulturkreis in Deutschland.

  • Iranische Studenten bezeichnen Chamenei auch als "Pinochet Irans".

    Was nun wahrhaftig untertrieben ist. Unter Pinochets Diktatur wurden 3.200 Menschen ermordet. Zigtausende wurden gefoltert und inhaftiert. Chamenei schaffte allein am 8. und 9. Januar über 30.000 Tote. Niemand weiß wie viele in seiner 27jährigen Herrschaft sterben mussten. Hinzuzählen muss man auch die Opfer Assads, Chameneis Statthalter in Syrien. 100.000 Menschen in syrischen Haftanstalten durch Folter, Hunger oder Exekutionen.



    Mehr als 200.000 Menschen gelten als vermisst, nachdem sie von Sicherheits- und Geheimdienstorganisationen des Assad-Regimes entführt oder verhaftet wurden. 12 Millionen Menschen flüchteten.

    Kein Problem für eine gewisse Linke. Die hatte auch schon mit Stalin (20 Millionen Opfer), Pol Poth (zwei Millionen Opfer), Mao (30 Millionen Opfer plus der 1,5-Millionen-Genozid in Tibet) etc. kein Problem.

    Bei diesen Lost-in-Ideoloy-Linken vermisse ich jegliches Mitgefühl.

    Eine Art von Linken, deren Essenz Faschismus heißt.

    Michel Foucault hat schon nach kurzer Zeit geschnallt was im Iran abläuft und sich distanziert. Die Fascho-Linke bis heute nicht.

    • @shantivanille:

      Pol Pot wurde bach seinem Sturz (durch vietnamesische Truppen) von den USA unterstürzt.

      • @Francesco:

        "Pol Pot wurde bach seinem Sturz (durch vietnamesische Truppen) von den USA unterstützt."



        Falls Sie damit belegen wollen, dass Pol Pot kein Linker war, wissen Sie nicht viel über kambodschanische Geschichte, sorry.

      • @Francesco:

        Da haben Sie z. T. Recht. Die USA betrachteten die Roten Khmer als "Feind meines Feindes" gegen Vietnam. Einer der üblichen Irrtümer.

        Die gab es aber auch bei den Linken.

        "Die Unterstützung für den kambodschanischen Schlächter Pol Pot war einer der fürchterlichsten Irrtümer der europäischen Linken."

        www.deutschlandfun...ewunderer-100.html

        Zu Besuch bei Bruder Nr. 1:

        Jungle World: "War Pol Pot ein Kommunist?



        Die Roten Khmer waren eine historische Konsequenz des Kommunismus"

        jungle.world/artik...-pot-ein-kommunist

        "Der Terror der Wohlmeinenden"



        taz.de/Der-Terror-...einenden/!1724305/

    • @shantivanille:

      "Hinzuzählen muss man auch die Opfer Assads, Chameneis Statthalter in Syrien"

      ROTFL, Familie Assad hat schon 10 Jahre vor Beginn der Theokratie im Iran in Syrien "regiert", bzw. die Syrer unterdrückt. Assad als Statthalter des Iran zu bezeichnen, ist einfach nur lächerlich.



      Ebenso lächerlich, wie die Behauptung, dies sei ein Problem für die Linken. In Wirklichkeit war Assad bis ca 2010 der Liebling der Konservativen. Es gab Homestorys über die "liebe Familie Assad", auch hier in Deutschland u.a. in der "Bunten".

      • @Kaboom:

        Israels Befreiungsarmee war es, die die Hizbollah so weit schwächte, dass sie ihre Position in Syrien aufgeben musste. Der Iran-Proxy Hizbollah hielt Assad an der Macht. Putin kam erst zwei Jahre später dazu.

        Israel vernichtete auch binnen 48 Stunden nicht nur Assads Luftwaffe. Sondern auch die Marine, Flugabwehrbatterien, Waffenproduktionsstätten sowie die meisten strategischen Waffen wie Scud-Raketen, Marschflugkörper, Drohnen und Panzer. Etwa 80 Prozent der militärischen Kapazitäten Assads wurden zerstört.

        Tagesschau: "Am stärksten aber hat Teheran der unerwartet schnelle Machtverlust seines Hauptverbündeten, Syriens Diktator Bashar al-Assad, getroffen. Schließlich war Syrien der eiserne Freund des Mullah-Regimes und spielte in den 45 Jahren der Islamischen Republik immer wieder eine wichtige Rolle."



        www.tagesschau.de/...urz-assad-100.html

        Nun darf der Nutznießer al-Scharaa in gewohnt islamistischer Manier die syrischen Minderheiten unterdrücken.

        Iran war mit Assad direkt an Israel dran. Einmal prima, weil man von dort der Staatsdoktrin "Judenhass" direkt folgen konnte, gleichzeitig seinem kolonialistischen Imperialismus.

        From Teheran to the sea.

        • @shantivanille:

          Israel hat Assads militärische Kapazitäten NACH dessen Sturz vernichtet, damit sie nicht in die Hände der neuen islamistischen Regierung fielen.

    • @shantivanille:

      Was nun wahrhaftig untertrieben ist.

      Das ist nicht untertrieben, dass zeigt die Unwissenheit der Vergleichenden bzw die Problem des Vergleichens der Vergangenheit mit Heute.

      • @Donni:

        Sachliche Debatte? Zahlen, Daten, Fakten? Historische Facts?

  • Ein Grund ist wohl auch, dass sie auf einmal endeckt hatten, dass Religion im Allgemeinen und das Kopftuch im Besonderen eine prima Angelegenheit sind, um den gläubigen Einwanderern zu zeigen wie die Linken für ihre Rechte kämpfen kann. Religion war aus dem Stand, Abrakadabra, kein Opium für's Volk mehr.



    Was allein daran liegt, dass sie keine Ethik für Alle in all den Jahren ihres Tuns entwickelt haben. Aufklärung war old School geworden.



    Weit und breit kein roter Faden in Sicht. Sie hatten und haben Angst, dass einer um die Ecke kommt und fragt: Und bei uns tragen sie das Koptuch alle freiwillig? Das wäre ja Futter für die AfD, da hält man doch lieber den Mund. Das Dumme an dieser Strategie ist nur, man überlässt der AfD damit die Deutungshoheit. Andersdenkende nur in die rechte Ecke drücken ist fürwahr ein seltsames Politikverständnis.

    Wenn man sich die Bilder von das Kalifat fordernden Demonstranten ansieht, stößt einem die linke unreflektierte Zuvorkommenheit ganz schön sauer auf. Auch manchen Linken. Wahrscheinlich gibt des deswegen auch den BSW.

    • @BS:

      "Ein Grund ist wohl auch, dass sie auf einmal endeckt hatten, dass Religion im Allgemeinen und das Kopftuch im Besonderen eine prima Angelegenheit sind, um den gläubigen Einwanderern zu zeigen wie die Linken für ihre Rechte kämpfen kann."

      Ich gehe davon aus, dass dies in u.a. Berlin sicherlich recht viele Wählerstimmen bringt, ebenso wie der als "Israelkritik" getarnte Antisemitismus.



      Für mich ist das deshalb so enttäuschend, weil ich tatsächlich denke, dass das Leben in unserem Land und grundsätzlich auf dieser Welt für alle Menschen besser sein könnte, wenn linke Ideale (u.a. Schutz der Schwächeren) mehr politische Wirksamkeit entfalten könnten. Meiner Meinung nach ist das der! Joker der Linken, würden sie sich dann nicht doch auf die Seite von Homosexuellen-Aufhängenden, Frauenhassern und Antisemiten stellen.

      Wann haben Linke "ihre Seele" verloren? Als sie die Ermorderung der jüdischen Sportler in München begrüßt haben? Fing es in Deutschland damals an oder schon früher?

      Ich fände es gut, wenn die taz einen Artikel über die Entwicklung der Linken, angefangen mit vielleicht Robespierre?, veröffentlichen würde. Die Linke muss sortiert, eingeordnet werden, vielleicht findet s

    • @BS:

      Da treffen Sie wohl - wie auch der Autor - den Kern des Problems. Es darf "den Rechten nicht nützen", keine "rechten Narrative bedienen" - da schweigt man lieber, statt sich die Mühe zu machen, eine Haltung zu begründen, die zwar den Rechten anscheinend nützen würde, mit etwas Mühe könnte man aber auch die Unterschiede zu den Rechten aufzeigen.

  • Ja ja, die bösen Linken.

    • @Andreas J:

      Ganz im Gegenteil, darum geht es ja. An DIE Guten hat man höhere Ansprüche. Von den Rechten erwartet man diese Art der Heuchelei.

  • Ich habe seit dem 07.10.2023 gelernt, dass viele Linke Hamas und Hisbollah aus ganzem Herzen unterstützen, weil sie sie für "revolutionäre" Gruppen halten. Für diese Linken ist die Zweitstaatenlösung böse, weil nichts als die vollständige Vernichtung Israels als Konzept zufriedenstellend ist. Und diese Leute unterstützen dann folgerichtig auch die Mullahs - und gewinnen in der gesellschaftlichen Linken massiv an Einfluss, gerade auch in der Linkspartei (siehe Beschluss der Linksjugend über das "Staatsprojekt mit kolonialistischem und rassistischem Charakter")

    • @Agarack:

      Noch was zum Lernen: ein paar Leute sind nicht viele und Vorurteile sind kein Wissen.

      • @Andreas J:

        Klemmen Sie sich doch bitte Ihren arroganten Ton und belegen Sie lieber Ihre Aussagen. Ich kann zur Untermauerung auf diverse Personen verweisen, die sich der gesellschaftlichen Linken zuordnen und in dieser hoch angesehen sind (wie z.B. Norman Finkelstein, Yanis Varoufakis, Greta Thunberg), und die in dieses Muster passen. Auch der Beschluss der Linksjugend fand in deren höchstrangiger Tagung (dem Bundeskongress) statt. Wenn Sie sagen: "Ein paar Leute", kann ich nur entgegnen, dass diese Leute offenkundig ziemlich einflussreich sind.

  • "Haben wir in Deutschland nicht selbst die Rote Armee und die Amerikaner gebraucht, um uns vom Faschismus zu befreien?"



    Dass da noch eine Reihe anderer Nationen bei war, lassen wir weg - ist zu kompliziert.

    • @Encantado:

      Macht jetzt das Argument nicht zu Nichte. Wenn USA und EU eingreifen, dann reden wir über 28 Länder.

      Nicht jede Diktatur oder Gewalttäter lassen sich gewaltfrei vertreiben. Die Mullahs gehören dazu

    • @Encantado:

      Klar waren die beteiligt, wenn es um das Thema "Feindbild Amerika" geht, ist das aber nebensächlich.

    • @Encantado:

      Briten und Chinesen. Wer hat sonst noch nennenswerte Beiträge geliefert.

      • @Francesco:

        "Wer hat sonst noch nennenswerte Beiträge geliefert."



        Frankreich. Kanada. Neuseeland. Brauchen Sie mehr?

  • Danke für den Artikel.



    Natürlich ist es schwierig als Alternative zu den Mullahs, den Schah installieren zu wollen. der verfügt nämlich auch über keinerlei Legitimation. Aber ganz klar ist: Das derzeitige Regime muss beseitigt werden. Der ganze Nahe Osten wird keine Ruhe finden, solange diese Schlächter an der Macht sind.



    Im Übrigen spreche ich jedem, der sich nicht klar von den derzeitigen Machthabern im Iran distanziert und klar deren Ablösung fordert, ab, in irgendeiner Form links zu sein. Es ist an keiner Stelle mit irgendeiner Variante von Links zu vereinbaren, sich mit diesem rechten religiös-fundamentalistischen mörderischen Unterdrückungssystem gemein zu machen oder sich nicht klar davon zu distanzieren.

    Wer das nicht hinbekommt, der findet auch, dass die Nazis nicht ganz so schlimm waren oder die AFD ja irgendwie auch eine Linke Partei ist und in jedem Falle besser als die SPD. Wer das nicht hinbekommt, der ist nicht links, sondern längst am rechten Ufer angekommen.

    • @Matthias Michaelis:

      Wer macht sich denn mit dem Regime gemein?

    • @Matthias Michaelis:

      "Der ganze Nahe Osten wird keine Ruhe finden, solange diese Schlächter an der Macht sind."



      Erfahrungsgemäß werden die alten Schlächter in dieser Region durch neue ersetzt. Da macht einen eine Rückschau nicht unbedingt optimistisch.

  • Haben wir uns vom Faschismus befreit ? Starker Satz… Ich bin da anderer Meinung , wenn man sieht, wie damals die Faschisten von politischen Ämtern bis zu Klinikleitungen in die Gesellschaft integriert waren und sind .

    • @Mr Ambivalent:

      Du sagst es: Heutzutage kommen die Faschismen überall hoch, weil seit die 17-18 UN SGDs ( sustainable development goals) erarbeitet & benannt wurden, die ökonomische Ordnung dafür auch mitverändert hätte werden müssen:denn diese UN Zukunfts Ziele weisen über den entdemokratie-sierenden extraktivistischen Kapitalismus hinaus. Da dies aber nicht geschieht erleben wir eine re Feudalisierung, die die Demokratie schreddert& dann kommen die alten faschistischen Affelte in allen Himmelsrichtungen hoch.Bei uns ist das ja alles noch sehr nah unter der Oberfläche und mit Merz haben wir einen direkten Nachkommen eines NS und SS Funktionsträgers mittlerer Ebene, der nur zu gern wieder gehorchen möchte und nach Unten treten zum erneuten Volkssport machen will.Kanada hat mit der Inuit Ministerin, die nun die Grönland Indigene Autonomie stärkt eine andere Richtung eingeschlagen und ich hoffe, dass die Menschheit es schafft, die UN SGDs zentral zu setzen & mit einer UN und selten Erden basierten Währung 1 Erd Demokratie auch in die Ökonomie hinein zu bringen, denn das fehlt für Zukunft!Ob die Chinesen dazu bedrängt werden können, wird sich zeigen, weg vom Petro $+fossil warconomy

    • @Mr Ambivalent:

      Ich würde sagen, wir wurden vom Faschismus befreit und sind es noch immer. Oder sind Sie der Ansicht, wir würden in einem faschistischen Staat leben?



      Wenn Sie aber sagen möchten, dass wir als Gesellschaft nicht gänzlich faschismusfrei sind, dann haben Sie nicht unrecht

      • @Katharina Reichenhall:

        Er meint das in Verwaltung, Behörden, Geheimdienst viel zu viele Nazis einfach weiter auf Einflussreichen Posten geblieben sind.

        Von der Ideologie hatten sich nicht alle befreit, zur Verantwortung wuden noch weniger gezogen.

  • Es gab bereits 1967, anlässlich des Schahbesuchs in Berlin, sehr deutlich auftretende Gruppe von Exiliranern mit denen sich die "Linken" solidarisierten. Selbst erlebt habe ich sie in den 1970er Jahren im Studierendenmillieu. Diese Gruppen galten damals als links (gegen die iranische Elite, die USA, für eine Herrschaft des Volkes).



    1979 haben dann viele nicht schlecht gestaunt, dass diese "Linken" nicht nur den Schah stürzten, sondern plötzlich eine islamische Republik gründeten, mit einem "Führer", der ultrakonservativ war.



    Diese Verwirrung dauert offenbar bis heute an, denn wer will schon einen neuen Schah? Es fehlt einfach eine klare Alternative zum jetzigen Regime...

    • @Rudi Lipp:

      Das soll der Grund sein?

      In Gaza fehlt es auch an einer klaren Alternative zur Hamas.

      Hat aber nicht gestört, hier auf die Straße zu gehen.

  • Das ist nicht nur ein Problem der Linken. Auch für die Nichtlinken gilt, wie will man den Widerstand im Iran unterstützen? Ein Embargo gibt es schon, und Gewalt will oder wollte zumindest bis jetzt keiner anwenden. Auch Trump wird keine Fußtruppen hinschicken, höchstens ein paar symbolische Raketen auf vermeintliche Atombombenfabriken. Niemand wird eigene Soldaten opfern, denn das heißt weniger eupemistisch, sie in den möglichen Tod zu schicken. Und das kann auch Trump nicht gebrauchen, denn das bringt keine Wählerstimmen. Und Europa oder gar Deutschland? Wenn man den Umfragen traut, ist eine Mehrheit unter den jungen Männern (die das aber auch ausbaden müssten) nicht einmal bereit, das eigene Land zu verteidigen.

  • Eine überzeugende Analyse. Folgende Frage drängt sich mit gleichwohl auf zu folgendem Satz:

    "Dass es vielen Menschen mit progressiven Werten so schwerfällt, den Widerstand in Iran ohne Wenn und Aber zu unterstützen, hat tiefsitzende ideologische Gründe. "

    Was sollen das bitte für progressive Werte sein, die hier die Solidarität mit den Toten, Gefolterten und Unterdrückten vermissen lassen?

    • @Manfred MIlde-Büttcher:

      Iran kämpft gegen den Westen -> Antiimperialismus -> Verbündeter

  • " Es ist wahr, dass westliche Militärinterventionen und „Regime Changes“ im Nahen Osten nur selten erfolgreich waren". Nur selten???? Welcher Regime Change war den tatsächlich erfolgreich? Für sie mag es schon als Erfolg gelten, wenn die alten Diktatoren entfernt werden. Aber für die dort lebende Bevölkerung ist des danach doch immer schlechter gewesen, als zuvor. Wir haben doch nur verbrannte Erde hinterlassen in den Ländern, wo der "Westen" einen Regime Change angezettelt hat. Vielleicht sollten wir daraus lernen Es braucht soviel mehr für die Iraner, als nur das Land mit Bomben zuzupflastern und ein paar Mullahs zu killen....

    • @zio pipo:

      Gar nicht selten. Erst stürzten die USA 1953 erfolgreich den demokratisch gewählten MP des Iran, und setzten Pahlavi ein, der das Land in eine Diktatur verwandelte. Großer Erfolg. Später verkaufte ein gewisser Herr Rumsfeld dem - damals "guten" - Saddam Hussein Komponenten für Giftgas, das dieser dann ERFOLGreich gegen die Kurden einsetzte. Etwas später organisierte Frankreich gemeinsam mit den USA die Überstellung von Herrn Chomeini aus dem französischen Exil in den Iran. Um das Land zu schwächen, damit der - immer noch gute - Saddam den Krieg gewinnen sollte. System Change im Iran wieder erfolgreich. Zwischendurch unterstützte die USA die Mujaheddin, um die UDSSR aus Afghanistan zu vertreiben. Sehr erfolgreich. Einer der lokalen Mujaheddin-Kommandeure hieß übrigens Osama bin Laden. usw usf. Eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen.

      • @Kaboom:

        Ein kleiner Hinweis darauf, dass sie das ironisch meinen könnte nicht schaden. Es scheint hier einige Leser zu geben, die meinen dem Westen wäre es bei den zahlreichen Regime Changes um die Menschenrechte der jeweiligen Bevölkerungen gegangen.



        Im Artikel vermisse ich den Hinweis darauf, wie man es mit Luftangriffen schaffen möchte die Demonstrierenden zu unterstützen. Das einzige was man damit schaffen kann ist, dass der Iran neben einen durch Sanktionen verursachten wirtschaftlichen Bankrott auch noch einen völligen Kollaps der Infrastruktur erfährt. Wie das dem Recht der Bevölkerung auf Nahrung, Wasser und Medikamenten zu bezahlbaren Preisen verhelfen soll, verstehe ich nicht.

        • @So mal:

          Ich bemühe mich - ich dachte, erfolgreich - darum, so zu formulieren, dass der Sarkasmus heraustropft. Aber vielleicht haben Sie Recht und ich sollte sowas kennzeichnen.

      • @Kaboom:

        Danke, dass Sie an die "Erfolgsgeschichte" in Afghanistan erinnern. Die Unterstützung der USA für die Islamisten in Afghanistan nach dem Einmarsch der Sowjetunion war nicht nur eine Schweinerei, sondern, wie sich gezeigt hat, auch ein großer strategischer Fehler.

        Andererseits ist jedes Land anders, und ein Regime Change ist nicht immer von vornherein zum Scheitern verurteilt. In Deutschland hat sich der von den Alliierten erzwungene Regime Change als sehr positiv erwiesen. Und im Iran kann es kaum schlimmer werden als jetzt, im Gegenteil. Es gibt dort einen großen Bevölkerungsanteil, der für Freiheit, Frauenrechte und Demokratie eintritt. Der Krieg zwischen Iran und Irak begann übrigens erst 1980; Khomeini kam schon1979 an die Macht, sodass Frankreich und die USA mit der Organisation von Khomeinis Rückkehr schwerlich das Ziel verfolgt haben werden, dass Saddam den Krieg gewinnt.

        • @Budzylein:

          "Der Krieg zwischen Iran und Irak begann übrigens erst 1980; Khomeini kam schon1979 an die Macht,"

          Sie haben Recht, danke dafür.

  • Egal, ob eine Idee anfangs mal rechts oder links oder sonst wie total gut gemeint war, wenn am Ende ein faschistisches Regime dabei entsteht, sollte es von jedem Demokraten abgelehnt werden. Und ich würde sogar sagen, bekämpft werden. Manchmal kann das gewaltfrei gelingen, wie damals bei Gandhi und wie es jetzt die Menschen in Iran versucht haben. Allein deshalb hat jeder von ihnen unsere Solidarität verdient. Aber nur warme Worte können gegen ein, die eigene Bevölkerung massakrierendes Regime dann doch nicht genug ausrichten. Es hat schon viel zu lange gedauert, die Revolutionsgarden einzustufen. Aber darauf sollte man sich jetzt auch nicht ausruhen. Denn gerade auch wegen diesen Terroristen und ihrer Machtbasis ist die Frage, wie sich der Iran in eine positive Zukunft für seine Bevölkerung entwickeln kann, eine der schwierigsten. Was würde sich ändern, wenn die Mullahs weg wären? Vielleicht geht probieren hier einfach über studieren. Ob dabei aber eine irre Orange behilflich sein kann, wage ich zu bezweifeln. Hat auch in Venezuela nicht viel geändert.



    Viel Mut und Kraft und Glück den Menschen in Iran

  • Wenn es gegen Juden geht, scheint die Hufeneisentheorie zu stimme. Deutsche Linke sympathisieren mit Klerikalfaschisten.

    • @Peter Schütt:

      Andere Theorie: Hier soll gerade ein Keil in die Linken getrieben werden, und da machen mir zu viele unbedarft mit. Die Methode hat in UK schon diesen lahmen Starmer statt des dynamischen Corbyn beschert. Bitte hier nicht die gleiche Finte.

      Es verblüfft mich schon, wie sogar Rechtsaußen-Leute auf einmal die Demokratie entdecken und Israel und Juden (bewusst?) vermengen, wie es sonst nur Netanyahu und die Hamas tun.



      Versöhnlich endend: Gehen wir gegen alle Klerikalfaschisten? Auch alle in dieser Region?

  • Danke für diesen Artikel, dessen Kritk ich absolut teile. Die beschriebene ideologische Blindheit eines grossen Teils der Linken wird auch im Fall der Ukraine deutlich, deren Bevölkerung für die Korruption ihrer Eliten mit Solidaritätsentzug bestraft wird. Davor war es Syrien, der Kosovo und Bosnien, die aus ideologischen Gründen keine Solidarität eines Grossteils der Linken erfuhren. Humanitäre Interventionen wurden strikt abgelehnt, was wiederum die Völkermorde in Ruanda und Srebreniza politisch in Kauf nahm. Die internationale Solidarität, elementarer Pfeiler linker Identität, wurde und wird so aus ideologischen Gründen verraten.

    • @Rinaldo:

      "Davor war es Syrien, der Kosovo und Bosnien, die aus ideologischen Gründen keine Solidarität eines Grossteils der Linken erfuhren."



      Welche ideologischen Gründe denn? Die Kritik daran, dass mit der UCK eine Terrorgruppe unterstützt wurde?

    • @Rinaldo:

      Ich kann mich mit vielen solidarisieren, aber was soll das bewirken? Frei nach Rambo: ich habe keine Waffen, also kann ich gar nichts ändern.

    • @Rinaldo:

      Ist das denn alles so? Was ist für Sie gerade der "große Teil der Linken", etwas genauer?

      Beim Nebenpunkt Kosovo halte ich zwei Positionen für ableitbar:



      Brutaler Autokrat versteht es nicht, eine Minderheit fair zu behandeln, versucht's mit Gewalt, stolpert darüber; schade um ihn war's nur bedingt, aber er hätte heute noch im Gefängnis sitzen müssen.



      Korrupte Kriminelle provozieren mit Gewalt so lange, bis ihre einzige Chance, die US-Intervention, auch kommt. Pazifisten werden also als erste zur Seite geschoben. Ober-Capo herrscht anschließend über das Land und schurigelt die serbische Minderheit andersherum nach Kräften.

      Seien wir doch universal solidarisch mit den Menschen! Und es waren in der Geschichte meist die Linken, die darunter Interventionen nicht aus Interessen oder gegen Revolutionen verstanden, sondern für Menschenrechte. Bzw. die Liberalen in der kantianischen Tradition der Internationalen Politischen Theorie.

      Syrien war einer der wenigen größeren Fehler Obamas: Entweder rote Linie gar nicht ziehen oder sie dann auch zur Aktion führen lassen. Das hat wohl auch den Ukrainekrieg 1 wie 2 mit eingebrockt, an dem ansonsten nach wie vor Putin schuld ist.

  • Sogenannte "palästinasolidarische" Linke stören sich auch nicht daran, dass Hamas die palästinensischen Zivilisten nur als Kanonenfutter und Schutzschild nutzt. Weil ihnen tatsächlich die Palästinenser völlig egal sind. Ihr einziger Antrieb ist Judenhass; warum sollten sie Hamas, Hisbollah, Taliban, Mullahs ... und all die anderen Unterdrücker und Massenmorde an Muslimen kritisieren, solange sie keine Juden beschuldigen können?

    • @Descartes:

      Ich glaube, es geht vordergründig eher um die Zuordnung zum "westlichen Imperialismus" als um Antisemitismus. Im Nahostkonflikt sind die Israelis in der eigenen Sichtweise eindeutig dem westlichen Imperialismus zuzuordnen und damit "schuldfähig". Die Palästinenser werden damit zum Bollwerk gegen den westlichen Imperialismus und damit "solidaritätsfähig". Die Ukraine macht den "Fehler" vom "Westen" unterstützt zu werden und gegen das nächste "antiwestliche Bollwerk", also Russland kämpfen zu müssen.

      Nach der Logik sind beispielsweise auch die Iraner, Sudanesen, West-Papuas oder christliche/jesidische/drusische Minderheiten in muslimisch dominierten Regionen alle nicht uneingeschränkt solidaritätsfähig, weil sie entweder die falschen Gegner/Schlächter oder Verbündete haben.

      @Freundlicher so schwarz/weiß ist die Szene leider wirklich.

      • @Turban:

        Ja, aber die Antiimperialisten gehen gerade im Nahostkonflikt doch sehr selektiv mit dem "Antiimperialismus" um. Dass die UNRWA vor allem von westlichen imperialistischen Mächten - EU und vor Trump in noch höherem Maße von den USA - finanziert wird, stört diese Leute ebenso wenig wie der Umstand, dass der größte Geldgeber der Palästinensische Autonomiebehörde die EU ist.

    • @Descartes:

      Ist es nicht wunderbar, dass die Welt so schön schwarz-weiß ist?

      • @Freundlicher:

        Cogito simpliciter, ergo ... - Nein, aber bitte wieder von Persönlichem zum Argument: Das darf gerne die Schubladen noch etwas offener lassen.



        Und darf z.B. auch umgekehrt fragen, warum manche israelsolidarische Menschen womöglich nur Muslimverachtung maskieren wollen?

      • @Freundlicher:

        Wie erklären Sie sich denn die offensichtliche Diskrepanz in den Reaktionen?

    • @Descartes:

      Gibt es dann eigentlich auch Linkenhasser, denen die Palästinenser ohnehin egal sind, außer wenn mann mal auf Linke abzielen kann? Juden eigentlich auch egal, außer wenn mann so mal das Böse auf Muslime projizieren kann?

      Sie werden das hoffentlich nie tun, ich auch nicht, doch achten wir doch beide darauf, dass niemand solche "Denk"abkürzungen nimmt.

      • @Janix:

        Gibt es bestimmt. Sowohl als auch.



        Es gibt ja auch nicht wenige, die israelfreundlichen AfD-Leuten unterstellen, sich nur dann israelfreundlich zu zeigen, wenn es gegen Muslime geht.

        Was auffällt ist, dass im Nahostkonflikt viele Linke sehr, sagen wir mal, engagiert sind. Gleichzeitig aber sehr schweigsam sind, wenn es, wie in dem Kommentar dargestellt, um den Iran geht. Oder um den Bürgerkrieg im Sudan. Es scheint also nicht zwingend um die Opfer zu gehen, sondern um die mutmaßlichen Täter. Und da scheinen sich Israelis besonders gut als böswillige Täter zu eignen.



        Daher ist der Gedanke Descartes naheliegend.

        • @Katharina Reichenhall:

          Was den Bürgerkrieg im Sudan betrifft: Da sind nicht nur Linke schweigsam. Und escsind nicht die Linken, die um guter Wirtschaftsbeziehungen willen bei Menschenrechtsverletzungen beide Augen verschließen.

          • @Francesco:

            Nein, bestimmte "Linke" verschließen bei Menschenrechtsverletzungen, etwa durch die Hamas, beide Augen aus rein ideologischen Gründen.

        • @Katharina Reichenhall:

          Könnte mensch meinen, muss mensch aber nicht zwingend.



          Was hätten wir für einen Hebel im Sudan? Liefern wir dorthin Waffen? Stellt sich der Sudan als Vorposten des demokratischen Westens dar?



          PS: wenn wir jedes religiös-nationalistisch agierende Land der Region an der Atombombe hindern wollen, sollten wir schon die Iran-Maßstäbe auch an Pakistan, Saudi-Arabien und eben auch an Israel anlegen.

          Iran: Es war die sozialistische Tudeh und die vulgärmarxistischen Volks-Mudschahheddin, die noch am längsten gegen die Mullahs gegenhielten. Vielleicht auch deshalb waren die Demos auf deutschen Straßen gegen die Ayatollahs fast immer von links, die Schahnostalgiker waren eher eine Randnotiz.

          Hier soll gerade ein Keil in die Linken getrieben werden, und da machen mir zu viele unbedarft mit. Die Methode hat uns in UK schon den unglücklichen, gelähmten Starmer statt des dynamischen Corbyn beschert. Bitte hier nicht die gleiche Finte.

  • Viel Meinung. Und publikumsschielend gegen "Links", was auch immer damit dann gemeint ist.



    Sind denn Trumps Kaperungsversuche oder Pahlavis seltsame Manöver besser? Sind die nicht sogar wieder einmal kontraproduktiv?



    Hat nicht auch Israel immer einen Vorwand gegen das Völkerrecht gefunden?

    Was können "Linke" aktuell hier machen, außer zu noch mehr Demos? Das wäre der spannendere Artikel geworden.

    • @Janix:

      Teils inhaltliche, teils auch weniger inhaltliche Reaktionen, und ich danke für die erstgenannten, die andere Perspektiven schenkten. Ich sehe da z.T. anders wahrgenommene Faktenwelten.



      Vielleicht hilft es gerade, kurz zu klären, wer die "Linken" sind, von denen einige sprechen: die gleichnamige Partei, ihre MItglieder, ihre Wählers, alle Menschen, die SPD, Grüne, Linke o.ä. wählen (würden); Menschen, die universale Gleichheit für wichtig halten oder ökonomische Fairness? Soll Forist Janix "die Linken" sein???



      Nebenpunkt: Ich fand auf einer Demo in einer Stadt nur persische Fahnen vor, die Demo fand dermaßen deutlich auf Farsi statt, dass ich irgendwann auch nicht länger stören wollte (anekdotischer Einschub).



      Lieber Jan-Hus- und Latein-Fan hier, mit wertenden Unterstellungen kommen wir wie genau weiter? Einigen wir uns auf Universalismus von allen Seiten (was geistesgeschichtlich kaum mit Rechts zu vereinbaren ist), dann ließe sich aber weiterdiskutieren.



      Im Iran lebte ja lange Zeit die quasi einzige größere jüdische Gemeinde in der Region. Schriftreligion, wie es auch im Koran steht. Auch Netanyahus Spionage- und Tötungs-Aktionen dort haben das jetzt absehbar beendet. Schade.

      • @Janix:

        "Einigen wir uns auf Universalismus von allen Seiten (was geistesgeschichtlich kaum mit Rechts zu vereinbaren ist), dann ließe sich aber weiterdiskutieren."

        Sich auf "Universalismus"* einigen, hieße aber auch, keine u.a. politischen Gruppierungen zu unterstützen, die anderen, seien es Frauen, Juden oder LGBTQIA+ Menschenrechte vorenthalten oder diese gar vollständig vernichten wollen. Das tut die Linke meiner Meinung nach jedoch mit ihrer Parteinahme u.a. für die Gaza-Hamas-Iran-Hizbollah-u.a.-Kriegspartei und der Unterstützung einiger anderer Strömungen. Mein Eindruck ist, dass für viele Linke "Universalismus" weniger gilt, sondern es eine Opferhierarchie gibt, in der Frauen, Juden und LGBTQIA+ nicht so weit oben stehen, was die Zusammenarbeit mit Klerikalen (außer sie sind evangelisch, katholisch oder jüdisch) für mich erklärt.

        *Vielleicht möchten Sie bei Gelegenheit erläutern, was Sie unter "Universalismus" verstehen bzw. eine Quelle zum besseren Verständnis zur Verfügung stellen. Was ich bisher zu "Universalismus" gefunden habe, ist für mich nicht ausreichend aussagekräftig.

        • @*Sabine*:

          Omri Boehm, Immanuel Kant.

          Weder die christlichen Kirchen, noch andere gängige religiöse Gemeinschaften können sich wohl über mangelndes Gehörtwerden oder Zusammenarbeits-Chancen beschweren. Kirchen sitzen sogar in Rundfunkräten hierzulande. Selbst eine Ditib ist Ansprechpartner von Regierungen.

          Eine für mich schwer zu lösende, vielleicht auch wirklich schwere Frage ist, ob ich Menschen mit weniger Chancen eine Gruppenidentität versagen möchte, wenn es den Universalismus beeinträchtigen würde. Ob Grenzen und Pässe mit Universalismus vereinbar sind. Ist Universalismus wie so viele Ideen hilfreich und doch nicht vollends erreichbar? Was ist mit Selbstbestimmung, Umsetzbarkeit und Menschenrechten zugleich?



          Für gleiche Rechte in Palästina wie in der Westsahara sein, könnte trotz aller Fragen ein guter Anfang sein. Ich sehe sie in beiden Fällen noch nicht. Wir sind hier aber eigentlich beim Iran. Das wäre das Thema der Internationalen Politischen Theorie zwischen Souveränisten und Interventionisten (egoistisch oder rechtlich motiviert). Ich halte es für pragmatisch gar nicht umsetzbar, das muss schon weitgehend von innen kommen. Der Mossadegh-Sturz war ein Urfehler am Ort!

    • @Janix:

      Der berechtigte Verweis des Autors auf die Bigotterie, Doppelmoral, die selektive Solidarität, ja die Verlogenheit vieler Linker, wenn's nicht ins Weltbild passt und unbequem wird, ist Ihnen unangenehm, gell!?

      • @O sancta simplicitas:

        Aha. Wie viele Demos oder sonstige Solidaritätsbekundungen im Kontext Iran gab es denn von Liberalen oder Konservativen?

    • @Janix:

      Ich war am 24.01.2026 auf der großen Iran-Demo in Düsseldorf. Ich habe einige Israelfahnen gesehen, aber mir ist keine in Erinnerung von der Partei Die Linke.

    • @Janix:

      Sie verstehen die Aussagen des Artikels nicht oder wollen sie nicht verstehen.



      Der Autor prangert die Scheinheiligkeit in großen Teilen der Linken an. Israel zieht natürlich besser als Feindbild als der Iran. Das iranische Regime schlachtet Tausende seiner eigenen Landsleute ab und hier in Deutschland gehen größtenteils nur Exil-Iraner auf die Straße.

    • @Janix:

      q.e.d.

    • @Janix:

      Ich finde, dass ziemlich klar ist, was gemeint ist.

      Die deutschland-, europa- und sogar weltweite Anti-Israel-Haltung, die ja sogar die Haltung gegenüber Russland in den Schatten stellt und ja, dieser Vorwurf trifft auch auf die Linke in Deutschland zu. Wobei ich ausdrücklich darauf hinweisen möchte, dass ich mir auf gar keinen Fall wünsche, dass "ganz normale" russische Staatsbürger nicht so behandelt werden, wie es manche Israelis und Juden in den letzten Jahren erleben mussten.



      In gewissen linken Kreisen werden ja sogar die grausamen Verbrechen der Hamas, die die Terroristen ja sogar selbst gefilmt haben, um die Angehörigen der Vergewaltigungsopfer ebenfalls zu quälen, dennoch geleugnet.

      Dass im Vergleich dazu die Reaktion der Linken auf das Massaker im Iran eher peinlich kläglich ausfallen, kann kaum bestritten werden. Bzw., eigentlich sind Reaktionen kaum wahrnehmbar.

      Das Verhalten des so hochgelobten Herrn Mamdani ist besonders entlarvend. Aber naja, vielleicht haben ja Leute, die ihre Hoffnung auf Trump setzen, die Solidarität Mamdanis nicht verdient.

      Ich finde, der Artikel arbeitet die Kritik sehr ordentlich heraus und hält vielen Leuten den Spiegel vor.

    • @Janix:

      Trumps Kaperungsversuche oder Pahlavis seltsame Manöver besser als was? Als linkes Nichtstun und billige Ausreden? Oh ja, definitiv, da ist erstgenanntes noch wesentlich besser!

      Ach ja, was macht Pahlavi jun. denn eigentlich für „seltsame Manöver“? Er möchte lediglich einen freien demokratischen Iran welcher dann selbst über die genaue Regierungsform (Republik oder konstitutionelle Monarchie) entscheiden kann.

    • @Janix:

      Einfach mal schauen, was die Menschen wollen? Menschenrechte und freie Wahlen sollten doch als kleinster gemeinsamer Nenner der Unterstützung würdig sein.



      Mehr Aufmerksamkeit als die demonstrierenden Iraner veschiedener Couleur bekommen natürlich die hasserfüllten antisemitischen Demos.

      • @Axel Schäfer:

        Für Palästina zu demonstrieren, bekam zu häufig nicht "Aufmerksamheit", sondern ein Veranstaltungsverbot, wie wäre es damit? Da mussten erst mal Gerichte etwas klarstellen.

        Und gehen wir zum Iran zurück, das ist schon ohne regional benachbarte Themen komplex genug.



        Menschenrechte und freie Wahlen wollen alle. Was ist der geeignetste Weg dorthin, und wie bleibt der Iran anders als 1979 demokratisch, anders als 1970 nicht ausgesogen und durchgeprügelt von außen? Was käme nach einem US-Getue nach? Irak oder Libyen II? Libanon IV, wo gerade Glyphosat die Äcker verwüsten soll, um geklautes Land besser zu schützen? Afghanistan III, wo die Couragierten dann fliehen mussten?