taz sachen: Debatte über taz-Kolumne
In der taz ist eine Kolumne erschienen, die eine vielschichtige öffentliche Debatte um Polizeigewalt, Rassismus und Journalismus ausgelöst hat.
Wegen einer Kolumne von Hengameh Yaghoobifarah mit dem Titel „Abschaffung der Polizei – All cops are berufsunfähig“, die am Montag in der taz erschien, hat die Deutsche Polizeigewerkschaft Anzeige gegen die taz wegen Volksverhetzung erstattet. Auch die Grünen-Abgeordnete Irene Mihalic kritisierte den taz-Text scharf. In den sozialen Medien wurde die Autor:in teilweise übelst beschimpft. In der taz wurde am Mittwoch über den Text und die Reaktionen intensiv diskutiert.
Chefredakteurin Barbara Junge erklärte anschließend: „Menschen als Müll zu bezeichnen, widerspricht dem Selbstverständnis einer Zeitung, die sich einer menschlicheren Gesellschaft verschrieben hat. Ein Kolumnenbeitrag in der taz steht nun dafür in der Kritik. Satire darf fast alles – und greift manchmal in ihrer Wortwahl daneben. Niemand in der taz bezeichnet Menschen ernsthaft als Abfall.
Autorinnen oder Autoren, die selbst mehrfach zum Ziel rassistischer Beleidigungen und Bedrohungen geworden sind, können gleichwohl ein anderes Verhältnis zu dem Thema haben und das in emotionalere und zugespitztere Worte fassen als Autorinnen oder Autoren ohne entsprechende Erfahrungen.
Es gibt in der taz sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die Polizei. Nach dem am Montag erschienenen Text führt die taz erneut eine intensive Diskussion darüber.
Die taz begrüßt es, dass wir nun eine breite gesellschaftliche Debatte um Polizeigewalt und Rassismus führen. Wir hätten uns dies schon früher gewünscht.“ (taz)
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