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Deutsche Gasspeicher halb leer Reiches riskantes Spiel

Hannes Koch

Kommentar von

Hannes Koch

Wirtschaftsministerin Reiche lässt die Erdgasspeicher leerer, als sie es sein sollten. Dafür hat sie auch einen Grund – aber die Wette ist riskant.

T atenlos nimmt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hin, dass die unterirdischen Erdgas-Speicher hierzulande nicht so voll sind, wie sie sein sollten. Das könnte sich im Winter rächen – mit stark steigenden Preisen.

Schon jetzt klettern die Kosten für den Brennstoff wieder. Die Privathaushalte und Firmen merken das bereits. So rät Klaus Müller, der Chef der Bundesnetzagentur, sich auf höhere Rechnungen einzustellen. Gleichzeitig fordert er die Gashändler auf, mehr Gas einzuspeichern.

Gegenwärtig tun die Unternehmen das aber nicht. Denn der Rohstoff ist ihnen augenblicklich zu teuer, um beim Verkauf im Winter schöne Gewinne zu ermöglichen. An diesem ökonomischen Kalkül ändert sich auch nichts durch Appelle des Netzagenturchefs oder Beruhigungsbotschaften seiner Vorgesetzten, der Wirtschaftsministerin.

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Im Gegenteil ist festzustellen, dass Reiche eine Zielmarke ignoriert oder zumindest fahrlässig interpretiert, die sich die Bundesregierung selbst gesetzt hat. Die sogenannte Gasfüllstandsverordnung bestimmt, dass die Speicher bis November, wenn es normalerweise kalt wird, zu durchschnittlich 70 Prozent gefüllt sein müssen. Momentan sind sie jedoch halb leer. Die Lücke zu schließen, könnte zeitlich knapp werden.

Reiches Kalkül

Warum weigert sich nun die Wirtschaftsministerin, die Unternehmen anzuweisen, mehr Gas einzulagern? Sie will vermeiden, dass die schlagartig höhere Nachfrage die Preise treibt, und der Bund oder die Verbraucher Milliarden Euro zusätzliche Kosten tragen müssen.

Andererseits leisten zu leere Speicher einer Kostenexplosion im Winter Vorschub, wenn beispielsweise durch außergewöhnlich niedrige Temperaturen der Bedarf stark zunähme. Eine solche Situation soll die Speicherverordnung gerade verhindern. Der Fairness halber ist aber einzuräumen: Ob die Vorsorge mehr Geld kostet oder der Verzicht darauf, weiß momentan niemand. Katherina Reiche wettet auf die erste Option.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Hannes Koch

Hannes Koch Freier Autor

Geboren 1961, arbeitet im JournalistInnenbüro die-korrespondenten.de in Berlin. Er schreibt über nationale und internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik. 2020 veröffentlichte er zusammen mit KollegInnen das illustrierte Lexikon „101 x Wirtschaft. Alles was wichtig ist“. 2007 erschien sein Buch „Soziale Kapitalisten“, das sich mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen beschäftigt. Bis 2007 arbeitete Hannes Koch unter anderem als Parlamentskorrespondent bei der taz.
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80 Kommentare

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  • Cededa Trpimirović

    Ihr könnt mein Gas haben, bis zum Winter ist die Wärmepumpe installiert!

  • Dietrich Schneider

    Ich versuche es noch einmal: Manche Adjektive lassen sich nicht steigern. "Leer" gehört dazu. Entweder die Gasspeicher sind leer oder nicht. Leerer können sie nicht sein.

  • Strolch

    Wenn Reiche jetzt Gas kaufen würde, würden wir hier lesen, dass sie Öl zu früh und teuer kauft und nur für ihren alten Arbeitgeber macht.

    Ja, die taz mag Frau Reiche nicht. Und daher muss, egal was sie macht, alles falsch sein. Es ermüdet etwas. Bringt doch lieber mal einen gescheiten differenzierten Artikel, der die Abwägung beleuchtet. Ja, das birgt die Gefahr, dass Frau Reiche auch manches richtig macht.

  • Leo Onlin

    Wurde nicht schon im letzten Winter versucht, einen schlimmen Gasmangel herbeizureden, weil Frau Reiche nicht gegensteuere?

    Es scheint, als könnte die Wirtschaftsministerin so gar nichts richtig machen.

    • Bauer Gerry

      @Leo Onlin:

      Wir waren letzten Winter auch schon nahe an einer Gasmangellage. Wir haben aktuell 15% weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres eingespeichert.

      Aber vielleicht wissen Sie oder Frau Reiche besser, wie der kommende Winter werden wird?

  • Todesfister

    Wenn jetzt Trump und Putin lustig sind haben wir deutschlandweit Blackout diesen Winter und wenn das Licht wieder an geht eine AFD Regierung

    Mit Notfall Reserven spielt man nicht

  • Deep South

    Vorweg: Ich glaube auch, das Frau Reiche eine Fehlbestzung ist und ihre Politik nicht in die richtige Richtung geht. Und das Zukunftspolitik nicht dasselbe ist, wie hier und jetzt, ist mir auch klar.



    Dass Reiche aber ausgerechnet in der taz dafür kritisiert wird, dass sie nicht genug Gas importieren lässt, hat trotzdem etwas Amüsantes. Zumindest zeigts mal auf, dass die Debatte um Energieversorgung doch nicht so einfach ist, wie hier manchmal beschrieben wird.

    • Christine_Winterabend

      @Deep South:

      Frau Reiches Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass wir im Winter nicht in eine eklatante Energiemangelsituation geraten. Ihre Pläne basierten bisher auf dem Einsatz von Gaskraftwerken als flexible Maßnahme gegen Mangelsituationen. So, wie sie jetzt damit umgeht, ignoriert sie also nicht mehr nur die Anforderungen des Klimawandels, sondern produziert auch zusätzlich akute Risiken für das Funktionieren der Wirtschaft und den sozialen Frieden in der Gesellschaft, auf deren Kosten das Ganze ausgetragen wird.

    • elektrozwerg

      @Deep South:

      Genau das hab ich auch gedacht. Wuerde man Reiche etwas unterstellen wollen, dann waere das ein Energienachhilfekurs fuer all die ganzen Gasgegner. Sollen sie doch im Winter nicht vorhandenen Solarstrom nutzen, um ihre Waermepumpe zu betreiben.

  • sollndas

    Ich verstehe das Rumgehacke auf Frau Reiche nicht.



    Gas, das nicht da ist, kann auch nicht verbrannt werden. Ist doch gut fürs Klima.



    Und hohe Gaspreise sorgen dafür, dass weniger Gas verbrannt wird. Ist doch auch gut fürs Klima.



    Wie war das mit den Grünen, die in den 1990-ern einen Spritpreis von 5 DM/Liter gefordert haben?

    • Christine_Winterabend

      @sollndas:

      Hohe Gaspreise sorgen leider auch für insgesamt hohe Energiepreise und damit für weniger Spielraum zur Förderung erneuerbaren Energien, sowohl bei Firmen als auch bei Privathaushalten.

  • Zippism

    Interessant, wie Frau Reiche hier dafür kritisiert wird, dass sie sich an die gesetzlichen Rahmenbedingungen hält, die im Wesentlichen noch von der vorherigen Bundesregierung geschaffen wurden.

    Die heute geltenden Füllstandsvorgaben stehen schließlich nicht plötzlich auf Reiche's persönlichem Wunschzettel. § 35b EnWG wurde bereits vor ihrer Amtszeit beschlossen, und die konkrete Anpassung der Vorgaben erfolgte ebenfalls schon im Mai 2025.

    Man kann natürlich argumentieren, dass diese Vorgaben falsch sind und der Staat stärker eingreifen sollte. Das wäre eine völlig legitime Debatte. Aber dann sollte man eben auch so ehrlich sein und die Kritik an der politischen Entscheidung und dem geltenden Rechtsrahmen richten – statt so zu tun, als hätte Frau Reiche eigenmächtig beschlossen, Deutschland im Winter mit halbvollen Speichern zu beglücken.

    Besonders hübsch ist dabei die implizite Erwartung: Die Ministerin soll sich gefälligst über die Marktmechanismen hinwegsetzen, aber gleichzeitig wird ihr vorgeworfen, wirtschaftspolitisch zu stark in den Markt einzugreifen. Irgendwas davon müsste man sich vielleicht noch aussuchen.

    • Christine_Winterabend

      @Zippism:

      Ich würde diesen ausgeklügelten Überlegungen einfach mal folgendes Zitat aus dem allerersten Kommentar (s.u.) entgegensetzen: Knappe Gasvorräte vor/im Winter werden die Säckel der Gaskonzerne umso reichlicher befüllen.



      Damit ist alles gesagt. Was hier vorgeht, beweist einfach ein weiteres Mal, dass Frau Reiche nicht entsprechend ihrem Ministereid im Sinne der Bevölkerung handelt, sondern der Energielobby zu immer mehr, noch mehr und noch mehr Geld verhilft, und diesmal noch klarer als je zuvor in Kauf nimmt, dass sie Bevölkerung am Ende dafür bezahlen muss. So wie auch für die Investitionen in die eingplanten Gaskraftwerke, deren Sinn damit völlig glasklar ad absurdum geführt wird. Ein riesiger Diebstahl an der normalen Bevölkerung, und mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

      • Strolch

        @Christine_Winterabend:

        Und wenn Frau Reiche kaufen würde, würden Sie schreiben, dass sie das nur macht, weil die Preise historisch hoch sind. Ich gebe Ihnen einen Tipp, da Sie Frau Reiche und den Energiemarkt durchschaut haben. Kratzen Sie ein bisschen Geld zusammen und setzen alles mit Hebeln auf steigende Gaspreise. Sie können richtig viel Geld verdienen. Aber nicht jammern, wenn der Iran Krieg wieder endet und sich alles entspannt.

        • Christine_Winterabend

          @Strolch:

          Es tut mir leid, aber solche Denkmuster sind mir fremd. Sie haben auch nicht verstanden, dass ich nicht Frau Reiche unterstelle, viel Geld verdienen zu wollen. Es geht um Lobbyismus und Interessenpolitik und daraum, wer und was dabei auf der Strecke bleibt. In Frau Reiches Fall ist der Schaden leider noch kaum abzuschätzen, und diese Art von Politik nimmt leider Ausmaße an, die wirklich Zukunftsangst befördern. Ich gehöre nicht zu den Idioten, die glauben, dass ein paar persönliche Taler mehr in dieser Situation hilfreich sein könnten.

      • Zippism

        @Christine_Winterabend:

        Wenn ich diese Logik richtig verstehe, hätte man das ganze Jahr über überhaupt kein Gas kaufen dürfen. Schließlich waren die Gaspreise seit Beginn des Iran-Krieges hoch – und wenn hohe Preise automatisch bedeuten, dass Gaskonzerne sich auf Kosten der Bevölkerung bereichern, wäre jede zusätzliche Beschaffung ja geradezu ein Geschenk an die Energielobby gewesen.

        Komischerweise ist die Realität etwas komplizierter: Die Speicher werden im Sommer gefüllt und im Winter geleert. Genau deshalb gibt es überhaupt Füllstandsvorgaben. Und die geltenden Vorgaben hat Frau Reiche nicht spontan auf einem Bierdeckel erfunden, sondern sie stammen aus der 2025 erlassenen Gasspeicherfüllstandsverordnung.

        Man kann selbstverständlich argumentieren, dass diese Vorgaben zu niedrig sind. Aber aus „die Speicher sind weniger voll“ direkt „Reiche bereichert absichtlich die Gaskonzerne“ zu machen, ist kein Beweis, sondern eine politische Verschwörungserzählung.

        Und das Beste daran: Die Bundesnetzagentur hält die Versorgungslage trotz der niedrigeren Speicherstände aktuell ausdrücklich nicht für problematisch. Die EU-Kommission sieht ebenfalls keine unmittelbare Gefahr für die Gasversorgung.

        • Christine_Winterabend

          @Zippism:

          Verstehe, und der Autor des Artikels hatte eigentlich überhaupt keinen Grund, irgendetwas zu berichten. Nach Ihrer Logik. Und nach derselben Logik ist die Profitgier der Konzerne sowohl ein logisches Verhalten, das einfach den Gesetzen der Mrktwirtschaft entspricht, als auch eine poltische Verschwörung derer, die sich nicht so gern fragen wollen, ob sie lieber heizen oder essen wollen, wenn der Rest noch für die Miete reichen soll. Mal ganz davon abgesehen, dass in der kruden deutschen Energiepreisregelung immer noch eine Preisbindung der gesamten Energieversorgung an den Gaspreis existiert. Und jetzt fehlt nur noch einer, der mal verständlich erklären kann oder will, was die Gasspeicherverordnung denn nun wirklich besagt und was nicht.

          • Strolch

            @Christine_Winterabend:

            Der Autor schreibt: „ Der Fairness halber ist aber einzuräumen: Ob die Vorsorge mehr Geld kostet oder der Verzicht darauf, weiß momentan niemand.“ sie zitieren jemanden aus dem Forum.

            • Christine_Winterabend

              @Strolch:

              Ich habe mich nirgends auf diesen Satz bezogen. Wen bitte zitiere ich wo?

          • Christine_Winterabend

            @Christine_Winterabend:

            Ach ja, und um es nicht zu vergessen: Was meint die Bundesnetzagentur jetzt nun wirklich dazu und was nicht?

  • Weiterdenken3

    Speicher funktionieren sehr gut mit stetig fließendem Pipelinegas und lang laufenden Lieferverträgen, wie es jahrelang mit russischem Gas der Fall war... Warum nicht wenigstens die letzte Nordstream - Röhre nutzen? Die zus. vorhandenen LNG Terminals sind eine gute Absicherung gegen Ausfall von Pipelinegas.

    • Machiavelli

      @Weiterdenken3:

      Weil Russland nicht liefert und wir nicht so dumm sein sollten den russischen Faschismus zu finanzieren.

  • Thüringer

    Wen wundert's, wenn Frau Reiche nichts tut ?



    Knappe Gasvorräte vor/im Winter werden die Säckel der Gaskonzerne umso reichlicher befüllen.



    Und Frau Reiche ist ja auch gegen Übergewinnsteuern !



    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt !



    Zumindest hat das Ganze ein - kräftiges - Geschmäckle !!

    • ZTUC

      @Thüringer:

      Frau Reiche hält sich an das EnWG, was noch von der alten Bundesregierung beschlossen wurde.

      • Klabauta

        @ZTUC:

        Tut sie das?

        "§ 35b Füllstandsvorgaben; Bereitstellung ungenutzter Speicherkapazitäten; Verordnungsermächtigung

        (1) 1 Der Betreiber einer Gasspeicheranlage hat vertragliche Regelungen aufzunehmen, welche die jeweiligen Rahmenbedingungen zur Erreichung der nachfolgend dargestellten Füllstandsvorgaben definieren, wonach jeweils im Zeitraum vom 1. Oktober eines Kalenderjahres bis zum 1. Februar des Folgejahres die von ihm betriebenen Gasspeicheranlagen einen Füllstand nach Satz 2 aufweisen sollen. 2Hierbei sind in jeder Gasspeicheranlage die nachfolgend angegebenen Füllstände als prozentualer Anteil am Arbeitsgasvolumen der Gasspeicheranlage zu den genannten Stichtagen vorzuhalten (Füllstandsvorgaben):

        1. am 1. Oktober: 80 Prozent.



        2. am 1. November: 90 Prozent.



        3. am 1. Februar: 30 Prozent.

        Die Kritik ist doch, dass Stand heute, die Speicherstände zu niedrig sind und der zu späte Einkauf von Gas mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr teuer wird. Frau Reiche zockt auf Kosten der Verbraucher*innen.

        • FriedrichHecker

          @Klabauta:

          "Die Kritik ist doch, dass Stand heute, die Speicherstände zu niedrig sind und der zu späte Einkauf von Gas mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr teuer wird. "

          Die Kritik ist, dass Stand heute Speicherstände niedriger sind als sie in dreieinhalb Monaten sein müssen. Und dass der frühe Einkauf auch nicht unbedingt billig geworden wäre (weil an den Märkten über ein persische Engagement der USA schon vor dessen Eintreffen spekuliert wurde), ist ja inzwischen ein feststehendes Faktum...

  • Rainer Meyer

    Ich glaube nicht, dass Frau Reiche besonders Risiko-Reich agiert, eher im Gegenteil. Sie wettet darauf, dass es einen besonders harten Winter gibt, denn dann können ihre besten Freunde die höchsten Profite einfahren. Sollte es anders kommen, dann hat sie auch gewonnen, denn dann lässt sie sich für ihr kluges Handeln feiern.

  • Captain Hornblower

    Problematisch wird es wenn wir nach einem sehr heißen Sommer, plötzlich einen sehr kalten langen Winter bekommen.

    • Leo Onlin

      @Captain Hornblower:

      Genau. Sommer & Winter sind die großen Feinde der Planwirtschaft.



      Die DDR-Wirtschaft hatte zuletzt sogar 4 große Feinde: Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Irgendwas ist immer.

      Am Ende hat uns der Markt durch die Krisen der letzten Jahre gebracht. Mit vermeintlich vorausschauender Planwirtschaft hätten wir wirklich Probleme bekommen und am Ende zum Beispiel ohne Gas dagesessen.

  • Günter Witte

    Ob man das kritisieren muss das Frau Reiche nicht so Hemmungslos Steuergelder verschwendet wie Herr Habeck ?

    • R.I.P.

      @Günter Witte:

      Ein paar Beispiele für die Hemmungslosigkeit bitte.

      • Günter Witte

        @R.I.P.:

        LNG-Terminals, Northvolt, 15 Jahre Laufzeit für Katar LNG, Subventionsschwemme, usw, usw, reicht das ??

        • R.I.P.

          @Günter Witte:

          Bezüglich des LNG ist Ihnen ist vielleicht nicht mehr bewußt, wie die Lage auf dem Energiesektor nach der russischen Vollinvasion war. Sicher sind auch Dinge in die Binsen gegangen und mir wäre ein VEB Mobile Stromspeicher auch lieber gewesen. Aber Hemmungslos? Nun, sie werden bestimmt recht haben mit den starken und präzisen Argumenten Subventionsschwemme, usw, usw,



          Jedenfall haben wir uns die letzten Winter nicht den Allerwertesten abgeforen, schau'n wir mal wie es heuer wird.

    • Sybille Bergi

      @Günter Witte:

      Habe das gleiche gedacht beim Lesen. Wer jetzt kauft, macht den Konzernen die Taschen voll, und der Bevölkerung leer.

      • Klabauta

        @Sybille Bergi:

        Wer später kauft, macht sie noch voller.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Günter Witte:

      Frau Reiche zockt. Und die Kosten landen direkt bei den Bürgern. Ohne Umweg über das Finanzamt. Unter dem Strich ist das keineswegs besser.

    • Flix

      @Günter Witte:

      Es ist genau andersrum, Reiches Politik des verweigerten Klimaschutzes und des Lobbyismus zugunsten der Fossilen wird uns langfristig sehr viel Steuergeld und Wohlstand kosten. Habecks Politik war auf den notwendigen Strukturwandel ausgerichtet, Reiches dient der Sicherung vorhandener Pfründe Weniger.

      • Zippism

        @Flix:

        Ah, die klassische Variante: Man nimmt eine politische Präferenz, erklärt sie zur einzig „notwendigen“ Politik und versieht alles andere mit den Etiketten „Lobbyismus“ und „Pfründe“. Damit ist die Welt dann schön sortiert.

        Besonders amüsant ist aber die Behauptung, Habecks Politik sei einfach „auf den notwendigen Strukturwandel ausgerichtet“ gewesen, während Reiche nun angeblich nur die Pfründe weniger sichert. Das ist keine Analyse, sondern eine politische Glaubenserklärung.

        Und ausgerechnet beim Gas wird es besonders interessant: Die aktuellen Füllstandsvorgaben wurden 2025 noch unter Habecks Verantwortung abgesenkt – bei Kavernenspeichern von 90 auf 80 Prozent und bei bestimmten Porenspeichern sogar auf 45 Prozent.

        Wenn man also heute Frau Reiche dafür kritisiert, dass die Speicher nicht bis zum Anschlag voll sind, sollte man vielleicht zunächst klären, wer eigentlich welchen Rechtsrahmen geschaffen hat.

        Aber gut: Wenn Habeck etwas beschließt, ist es vorausschauender Strukturwandel. Wenn Reiche anschließend innerhalb dieses Rahmens handelt, ist es Fossillobbyismus. Eine beeindruckend praktische Definition von Politik: Gut ist immer das, was der eigene Lieblingsminister macht

        • Hugo

          @Zippism:

          Wenn der ganze Spaß der Energiepolitik von Katharina Reiche und werauchimmer des noch für total toll und Zukunft undso hält, ned draufhinauslaufen würde, daß die brav Aussitzen ala Birne zelebrieren und wenn des Gas wie immerschon wieder auch aus Russland gluckert, deren Illusion von billigem Gas für jeden Scheiß (aktuell z.B. auch Rechenzentren, weil die sind auch irgendwie Zukunft) weiter zu füttern, dann, ja dann könnte mensch mit etwas Wohlwollen und nem BWL-Tick fairerweise dem Pferdescheumachen aufgrund ihrgendwelcher Statistiken aktiv und laut widersprechen*lol*.

        • Klabauta

          @Zippism:

          Was Sie dabei größzügig übersehen: Von 80% Füllstand bis Oktober sind wir weit entfernt.

  • Narrenfell

    Zum Glück haben wir ja den verlässlichen orangen Partner in Übersee, welcher unsere Abhängigkeit kennt und sicher breit ist uns ein Zugeständnis abzupressen für sein Flüssiggas.

  • Flix

    Reiche tut, wie ihr geheißen. Wobei der Auftrag nicht notwendigerweise vom Kanzler kommen muss und nicht mit dem Amtseid in Einklang zu bringen ist.



    Die Ablehnung eines staatlichen Eingriffs wirkt vor dem Hintergrund des kürzlich ausgelaufenen sinnlosen Tankrabatts zynisch und lächerlich. Aber offensichtlich kommt die Frau mit allem durch.

    • ZTUC

      @Flix:

      Wie und wann einzugreifen ist, hat doch noch die alte Bundesregierung im EnWG festgelegt. Frau Reiche hält sich einfach daran.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Frau reiche wettet also mit dem Geld der Bürger.

    Sinnvoll wäre es gewesen, die Speicher einfach ab dem Frühjahr langsam zu füllen. Das ist dann auch kein Nachfragesprung. Und so war auch mal die Idee.

    • ZTUC

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Nein, die Idee war, am 01.09. zu schauen, ob das Orientierungsziel erreicht wird. Danach gibt es verschiedene Mechanismen, um die späteren Pflichtziele zum 01.10. und 01.11. zu erreichen.

      • Klabauta

        @ZTUC:

        Können Sie bitte den entsprechenden Passus aus dem Gesetz zitieren? Ich finde da den Termin 1. September nicht.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @ZTUC:

        Ja? Es ist aber maximal dumm, kurz vor Beginn der Heizperiode, wenn Gas meist wieder teurer wird, zu schauen, ob man genug hat. Niemand mit Verstand kauft so ein.

        • Bommel

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Im Moment bewegen wir uns bei der Gasspeicherung genau dort, wie es unter Habeck festgelegt wurde. Wo ist das Problem? Hat Habeck einen Fehler gemacht, als er die Mindestfüllstände absenken ließ?

          • warum_denkt_keiner_nach?

            @Bommel:

            Ist doch egal, wer den ersten Fehler gemacht hat. Wichtig ist, eine Dummheit nicht weiter zu machen.

    • ZTUC

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Nein, die Idee war, am 01.09. zu schauen, ob das Orientierungsziel erreicht wird. Danach gibt es verschiedene Mechanismen, um die späteren Pflichtziele zum 01.10. und 01.11. zu erreichen.

  • Philippo1000

    Versorgungssicherheit sollte keine Wette sein.



    Frau Reiche mag privat auf höhere oder fallende Kurse setzen.



    Ihrer Rolle als Wirtschaftsministerin wird sie damit nicht gerecht.



    Wenn Merz wirklich mit guter Arbeit überzeugen will, kann er mit untätigen Mitarbeitern nichts anfangen.



    Der Kabinettsumbau wäre eine Chance gewesen, Reiche wegzuloben.



    Statt dessen verstolpert er sogar die völlig unerhebliche Neubesetzung des Verkehrsministers.



    Reiche ist die Spitze der Verantwortungslosigkeit, die in einer Zeit der Unsicherheit Nichts macht.



    Im Gegenteil, statt die Bevölkerung in Ihrer Unabhängigkeit zu stärken und regenerative Energie weiter zu fördern, schwimmt sie gegen den GÜNSTIGEN Strom.



    Frau Reiche ist aufgefordert, ein eigenes Unternehmen in der Privatwirtschaft vor die Wand zu fahren. Ein öffentliches Amt braucht eine verantwortungswürdige Person.



    Während Atomkraftwerke stillgelegt werden, weil Wasserknappheit herrscht, wird Kernfusion wieder zulasten der Regenerativen stärker gefördert.



    Während spektakuläre Waldbrände herrschen, werden Forschungsprojekte auf diesem Gebiet von der Firschungsministerin nicht bewilligt.



    Die SPD Initiative zum Klimawandel ist der einzige Lichtblick.

    • ZTUC

      @Philippo1000:

      Die Rolle von Frau Reiche ist es, sich ans EnWG zu halten. Das sieht kein Eingreifen vor dem 01.09. vor.

  • Axel Berger

    Ein riskantes Spiel mag es sein. Die Frage ist für wen. Die Oberschlauen, die auch jetzt noch nichts gelernt haben und weiter bei Briefkastenfirmen mit Callcentre in Pakistan und großer Rechtsabteilung kaufen, verdienen es nicht anders. Seriöse Regionalversorger bieten Tarife mit mittelfristiger Preisbindung, z.B. 12 oder 24 Monate. Ja, die sind eine Spur teurer als der Schnäppchenpreis aus der Fernsehwerbung. Und der Regionalversorger unterhält eigenen Leitungen und hat eigene Reparaturtrupps, die er bei Problemen in der Straße sofort losschickt.

    • ZTUC

      @Axel Berger:

      Netz und Vertrieb sind getrennt.

      • Christian Götz

        @ZTUC:

        Guten Tag ZTUC



        Netz und Vertrieb sind rechtlich getrennt.



        Praktisch wird von vielen Versorgern Energiebeschaffung/-lieferung, Netzunterhaltung/-ausbau und Messtellenbetrieb mit Unternehmensverschachtelungen unter einem Dach betrieben.



        Die von Ihnen angegebenen Termine sind im EnWG nicht enthalten.



        Für die Gasspeicherbetreiber gilt als Mengenvorgabe



        1.10. 80%



        1.11. 90%



        1. 2. 30%



        Das eigentlich spannende ist Kostenaufteilung für die Speicherung. Die wäre einen eigenen Artikel wert.



        Darüberhinaus sind LNG-Speicheranlagen von den Regelungen zur Versorgungssicherheit ausgenommen.

    • Francesco

      @Axel Berger:

      »Und der Regionalversorger unterhält eigenen Leitungen und hat eigene Reparaturtrupps, die er bei Problemen in der Straße sofort losschickt.«



      Das tut er als Netzbetreiber. Egal bei wem der Kunde das Gas kauft.

  • Tom Farmer

    Wenn halt jeder über den niedrigen Füllstand bescheid weiß ist halt auch die preisliche Prognose eher zu Lasten der Verbraucher.



    Für mich aber eher die Formalie interessant: Es wird mal wieder gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen. Vom Gesetzgeber selbst!☝️

    • ZTUC

      @Tom Farmer:

      Schauen Sie ins EnWG, dort stehen die gesetzlichen Vorgaben. Demnach ist ein Eingreifen vor dem 01.09. gar nicht vorgesehen.

      • nepp

        @ZTUC:

        Und wenn sie es noch 10x wiederholen. Das ist falsch, denn den 1.9. findet man nicht im Gesetz.

      • Tom Farmer

        @ZTUC:

        Habe ich jetzt nicht. Dann wäre aber Artikel und Diskussion relativ sinnfrei!

    • spaltarsch

      @Tom Farmer:

      Nicht unbedingt die Verbraucher: wie man Reiche kennt, bürdet sie die Zeche am Ende allen Steuerzahlern auf und ihre Gashändlerkumpels dürfen fett abkassieren.

  • ttronics

    Unter Haarbeck ausgerechnet entstanden eine große Zahl von Flüssiggasterminals. Das sollte die Engpässe vermeiden. Aber was wenn es irgendeine Krise gibt, bei der das Gas aus den USA und Katar mal ausfällt. Ob teuer oder nicht, die Regierung, die im Winter nicht mehr genug Gas hat, möchte ich sehen.

    Nochmal dank an die Ampel, dass das nicht passiert ist.

    • ZTUC

      @ttronics:

      Aus Katar kommt nix, aus Russland dagegen schon.

  • Janix

    Reiche pfeift auf die Zukunft, um noch mehr Geld an Fossil, Flug und Auto ausschütten zu können. Auch hier.



    Sie sollte persönlich Holz hacken müssen.

    Und der beste Trick sind Wärmepumpen. Die brauchen kein stets teureres Gas mehr. Auch nicht Biogasanteile, die es wohl nie geben wird.

    • sollndas

      @Janix:

      "Die brauchen kein stets teureres Gas mehr."



      Aber "stets teureren" Strom. Meinen Sie, der Netzausbau [1] ist kostenlos?



      Holz hacken ist übrigens keine schlechte Idee. Mein Nachbar macht das, spart Heizöl.



      [1] taz.de/Trasse-fuer...giewende/!6205152/

    • Axel Berger

      @Janix:

      Der Strom kommt aus der Steckdose.

      • Janix

        @Axel Berger:

        Was früher der Irrtum der Atomjunkies war, ist heute zu gewissen Zeiten Wahrheit, dank der Erneuerbaren.



        Die Wärmepumpe ist vor allem ein Effizienzbooster, und sie wird ja immer noch besser und günstiger (was auch mir schneller gehen darf). Deutlich billiger ist sie insgesamt auch. Nicht nur volkswirtschaftlich, auch betriebswirtschaftlich.



        Heizöl ist fies, Holz leider bei Feinstaub und CO2 auch etwas. Das ist auch zu schade.



        Parallel können wir gerne den Pullover wiederentdecken, @sollndas, wenn Sie das meinen. Die beste und billigste Energie ist die nicht eingesetzte. Ja.



        Aber Frau Reiche sollte ihre Energie mal weniger auf Ihren Ex-Arbeitgeber Hrn. Birnbaum von e.on ausrichten, sondern an ihrem Diensteid.

        • ZTUC

          @Janix:

          Wie ist der Strommix eigentlich so im Winter, wenn die Wärmepumpen laufen?

          • R.I.P.

            @ZTUC:

            Ich verrat's Ihnen: Genauso wie wenn die Wärmepumpen nicht laufen.

            • sollndas

              @R.I.P.:

              Oh je. Physik mangelhaft.



              Jeder zusätzliche Verbraucher (z.B. eine Wärmepumpe) verschlechtert den Strommix.



              Weil die Sonne nicht heller scheint und auch der Wind nicht stärker weht, wenn die Wärmepumpe einschaltet.



              Es ist zum Verzweifeln...

        • sollndas

          @Janix:

          "Die Wärmepumpe ist vor allem ein Effizienzbooster..."



          Und ein Kostenbooster, wenn man sie mit Sonne, Wind und Akkus betreiben will.



          "...und sie wird ja immer noch besser und günstiger..."



          Leider sind der Verbesserung Grenzen gesetzt, durch den Carnot-Wirkungsgrad [1]. Und auch den elektromechanische Wirkungsgrad bekommen Sie nicht auf 1,0.



          "...sondern an ihrem Diensteid."



          Tut sie doch. Sie sorgt mit Gaskraftwerken dafür, dass es für die Wärmepumpen ausreichend Strom gibt :-)



          [1] de.wikipedia.org/w...arnot-Wirkungsgrad

  • ZTUC

    Die Wirtschaftsministerin kann Unternehmen überhaupt nicht zur Einspeisung zwingen oder anweisen. Ist der Füllstand zu niedrig, würde im Zweifel THE als Marktgebietsverantwortlicher aktiv. Dafür gibt es einen vorgegebenen Stufenplan. Dazu müsste aber erst einmal die Füllstände am 01.09. bekannt sein.

    • spaltarsch

      @ZTUC:

      Also der/die Steuerzahler*in.

      • ZTUC

        @spaltarsch:

        Nö, sollte THE tatsächlich befüllen müssen, kommt das Geld aus dem Klima- und Transformations fonds, der aus, Einnahmen aus Emissionszertifikaten finanziert wird.

  • Il_Leopardo

    Ich drück der Dame die Daumen, dass Sie die Wette gewinnt - leg aber schon mal 'nen Hunni pro Monat mehr zurück, falls sie verliert.

    • Tiene Wiecherts

      @Il_Leopardo:

      So kann Reiche leichten Herzens zocken: Andere zahlen für ihre Glücksgefühle.

      • Zippism

        @Tiene Wiecherts:

        Bedanken sie sich bei der vorherigen Bundesregierung die den gesetzlichen Rahmen hierfür geschaffen hat.

      • Il_Leopardo

        @Tiene Wiecherts:

        Ich hoffe natürlich insgeheim, dass die Regierung bei stark erhöhen Gaspreisen Zuschüsse gewähren wird, wie wir es schon einmal vor 2-3 Jahren erlebt haben. Damals hatte ich Sorge, dass meine Heizkostenabrechnung, wie von vielen vorausgesagt, so hoch werden würde, dass ich an mein Erspartes hätte gehen müssen. Dann kam doch alles anders und ich musste meinen Gürtel nicht enger schnallen.

  • Christian Götz

    Guten Tag, Herr Koch.



    Aus dem Artikel geht hervor, dass das Gas mit zunehmender Nachfrage teurer wird.



    Woran ist nun aber die Hoffnung gekoppelt, dass der Gaszukauf zum nahenden Winter günstiger wird?

    • spaltarsch

      @Christian Götz:

      An Beten und Hoffen.