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Aus für Verbrenner-AusAuto-Bosse werden für Fehler belohnt

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Der klimapolitische Rückwärtsgang der Bundesregierung ist unverantwortlich und schadet letztlich der deutschen Autobranche.

Auto mit Verbrenner unterwegs und dabei soll es, auf Wunsch der Regierung, auch erst mal bleiben Foto: Julian Stratenschulte/dpa

E s ist ein großer Fehler: Die Bundesregierung will sich bei Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dafür einsetzen, dass das Zulassungs-Aus für Verbrenner-Neuwagen ab 2035 in der EU erheblich aufgeweicht wird. Friedrich Merz, Lars Klingbeil & Co. wollen darauf drängen, dass neue Hybrid-Fahrzeuge mit Verbrennermotor und Batterie sowie vermeintlich „hocheffiziente Verbrenner“, die mit E-Fuels oder Agrarsprit fahren, auch nach 2035 zugelassen werden können.

Das gilt auch für sogenannte Range Extender, bei denen ein Verbrennermotor die Batterie eines fahrenden Autos auflädt. Für das Klima und die Jobs in der Branche ist es fatal, wenn die Bundesregierung mit ihrem Vorstoß erfolgreich sein wird – was leider wahrscheinlich ist.

Die Mitglieder des schwarz-roten Koalitionsausschusses hätten ihren Beschluss unter dem Eindruck der derzeit schlechten Lage der deutschen Automobilindustrie gefasst, begründete Kanzler Merz die Entscheidung. Aber: Anders als er mutmaßlich tatsächlich glaubt, fördert er die Wettbewerbsfähigkeit der Autoindustrie nicht, er schadet ihr massiv. Gerade mit Blick auf die Autoindustrie ist der Vorstoß grundfalsch.

Die aktuelle Krise der Autobauer ist eine Folge davon, dass die Ma­na­ge­r:in­nen in den vergangenen 15 Jahren falsche Weichenstellungen vorgenommen haben. Statt konsequent auf E-Mobilität zu setzen, haben sie an fossilen Fahrzeugen festgehalten, weil da die Gewinne weitaus höher sind. Die Folge ist, dass deutsche Autos immer weniger konkurrenzfähig sind. Sie sind zu teuer, die Technik kann etwa mit chinesischen Wettbewerbern nicht mithalten.

Kurzfristige Gewinngier

Union und SPD belohnen die ignorante Haltung der Auto-Bosse. Statt den sozial-ökologischen Umbau der Branche anzustoßen, konservieren sie ein nicht zukunftsfähiges Geschäftsmodell. Bezahlen werden dafür die Beschäftigten, deren Jobs in Gefahr sind, weil deutsche Autos zum Ladenhüter werden. Und auch die Steuerzahlenden werden zur Kasse gebeten werden, wenn den kriselnden Autobauern mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung geholfen werden soll.

Gut ist die Entscheidung der Regierung allenfalls für die Ak­tio­nä­r:in­nen der Autobauer und die Manager:innen, denn sie werden die fossilen Renditen in Form von Dividenden und Boni einstreichen.

Das Argument von Merz, die Regierung setze mit ihrem Vorstoß auf Technologieoffenheit, ist bizarr: Die Ent­schei­de­r:in­nen in der deutschen Autoindustrie wollen das Gegenteil. Sie wollen so lange wie möglich an ihrem fossilen Business festhalten – aus kurzfristiger Profitgier und einer Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität. So kann das Ziel, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral sein soll, nicht erreicht werden.

Kein Hybrid-Fahrzeug und kein Verbrenner sind auch nur annähernd so effektiv und klimafreundlich wie ein E-Auto. Schon jetzt bleibt der Verkehrsbereich enorm hinter den gesteckten Klimazielen zurück. Es ist unverantwortlich, dass Schwarz-Rot klimapolitisch den Rückwärtsgang einlegt.

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Anja Krüger
Parlamentskorrespondentin
Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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44 Kommentare

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  • "Kein Hybrid-Fahrzeug und kein Verbrenner sind auch nur annähernd so effektiv und klimafreundlich wie ein E-Auto."



    Steile These.



    a) Elektoautos wären klimafreundlich, wenn es den Ökostrom dafür gäbe. Gibt es aber nicht, wir sind erst bei ca. 60 % "erneuerbarem" Strom. Und ob wir jemals auf 100 % kommen werden, ist mehr als fraglich, da gegen Ende die Stromkosten extrem ansteigen werden, wegen der erforderlichen Speicher (Das letzte Prozent ist das teuerste).



    b) Siehe Beitrag von @Hans Dampf weiter unten, Punkt (1):



    taz.de/Aus-fuer-Ve...bb_message_5130461

  • Die Wirtschaft verlangt Planungssicherheit.



    Und sorgt gleichzeitig für die Rücknahme langfristiger Regelungen (und alle Politiker und leider auch die jeweiligen Gewerkschaften folgen):

    1. Aus für PVC-Verbot in Hessen



    SPD und Grüne verwässerten per Landtagsbeschluß das hessische PVC-Verbot von 1990 / Koalition vor der Chemielobby eingeknickt  ■ Von Klaus-Peter Klingelschmitt

    23.7.1993 0:00 Uhr



    taz.de/Aus-fuer-PV...n-Hessen/!1917249/

    2. Kom­men­tar von Anja Krüger zum Aus für das Ver­bren­ner-Aus



    Der kli­ma­po­li­ti­sche Rü­ck­wärts­gang ist un­ver­ant­wort­lich

    Es ist ein großer Fehler: Die Bundesregierung will sich bei Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dafür einsetzen, dass das Zulassungs-Aus für Verbrenner-Neuwagen ab 2035 in der EU erheblich aufgeweicht wird.

    www.taz.de/!6129924

  • Hmhm, also Porsche hat gerade massive Probleme WEIL enorme Summen in die Elektromobilität investiert wurden ohne einen Rücklauf aus Verkäufen zu erhalten. Die simple These der unfähigen Automanager, die den Schritt in die Zukunft verschlafen haben, ist tatsächlich etwas zu simpel aber dafür auch bequem. Man kann dann ignorieren, dass eine erfolgreiche Energiewende die Voraussetzung für eine erfolgreiche Wende zur Elektromobilität ist. Und mit der Energiewende ist Deuschland sicher kein Vorreiter.

  • Hybride senken, jedenfalls bei Kurzstrecken fahrten oder insgesamt an der Gesamtstrecke, den Verbrauch von Fossilen. Wie dem aber auch sei - Nieten in Nadelstreifen, während an die anderen Beschäftigten viel höhere Anforderungen gestellt werden.

  • STIMMT!

  • BYD hat in den letzten Jahren ein Grossteil seines Umsatzes mit Hybriden gemacht. Dem haben die deutschen Hersteller nichts entgegenzusetzen, weil Hybride in Deutschland ja tabu waren. Nur die reine Lehre zaehlte. Also kauften die Leute einen Benziner oder Diesel statt einem Hybriden. Viel zu spaet lohnt es sich jetzt fuer die deutschen Hersteller in diesem Bereich zu investieren und aufzuholen, denn nicht ueberall auf der Welt gibt es ein dichtes E-Tankstellennetz.



    Bei den E-Fules bin ich skeptisch, aber schaun wir mal, was in 10 Jahren moeglich ist.



    Und wenn, wie so oft behauptet, das rein elektrische Auto alternativlos ueberlegen ist, braucht man die Konkurrenz auch nicht verbieten, um den E-Autos zum Durchbruch zu verhelfen, oder?

  • Dieser mutige Schritt zurück versetzt der deutschen Automobilindustrie wahrscheinlich den Todesstoß, es ist ein Todeskuss. Begeistert werden sie in den Forschungsabteilungen das ganze Geld für die Entwicklung neuer Verbrenner herauswerfen - die dann in einigen Jahren auf Halden herumstehen.



    Wie viele Dampfloks werden denn derzeit noch verkauft? Dabei wäre diese Technik von Importen unabhängig, wenn man endlich wieder heimische Kohle zum Vierfachen des Weltmarktpreises förderte, die Verfahren sind wirklich sehr ausgereift und sicher.

  • "und schadet letztlich der deutschen Autobranche."

    Nun, das ist doch der Halbsatz, auf den es ankommt. Wenn man der Meinung ist, dass die deutsche Autobranche ein konkurenzfähiges E-Auto produzieren könnte, dann ist dem wohl so.

    Wenn man dagegen der Meinung ist, dass die deutsche Industrie in diesem Bereich niemals konkurenzfähig werden wird oder hätte werden können (so wie ich, Fahrer eines E-Autos), der kann dieser Aussage wenig abgewinnen.

    Die deutsche Autobranche wird ohne Verbrenner unter gehen (einschliesslich der Arbeitsplätze, einschliesslich der Steuereinnahmen, einschliesslich der Sozialbeiträge).

  • Schickt den Merz und die Aktionär: innen zum Schlamm Schippen nach Südostasien (siehe Berichte zu den jüngsten Sturm- und Flutschäden dort). Sie sollten aufräumen, was sie an Verwüstung angerichtet haben.



    Staat und Kapital kriegen es systembedingt nicht hin, und seine Vertreter: innen sind eh zu bräsig.



    Es ist Zeit, dass die Bürger:innen selbst den Klimanotstand ausrufen!

  • Gewinngier ist IMMER "kurzfristig". Das hat System, denn unser Kapitalismus hat als Grundlage "Wachstum" und "Gewinnsteigerungsmaximierung". Sonst NICHTS! Viele verstehen das nicht, es bedeutet dass ALLES getan wird um die Gewinne nicht zu schmälern. Gemeint sind natürlich immer die jetzigen Gewinne, es wird nur ganz selten mal ein oder zwei Jahre vorangedacht dabei.



    Warum also ist die Autorin erstaunt dass unsere Regierung mit der Wirtschaft kuschelt? Natürlich schaded so ein Vorgehen uns, der Umwelt und sogar der Industrie selbst. Es ist weder nachhaltig noch erhöht es Resilienz, globale Wirtschaftsfähigkeit oder künftige Überlebenschancen.



    Aber hey, seid gewiss dass die "richtigen" Berater aus der Lobbykaste ihr Geld erhalten (haben).



    Unsere Regierung sollte dringen von den Schweizern lernen...

  • "Auto-Bosse werden für Fehler belohnt"



    War es jemals anders? Seit Einführung des Katalysators, der bleifreies Benzin erforderte und ohne den seit Mitte der 1970 Jahre in Japan kein Neufahrzeug mehr zugelassen werden durfte? Ängste waren geschürt worden, dass ohne das Umweltgift Blei die Motoren kaputtgehen würden, Leistungseinschränkungen, hohe Kosten, Arbeitsplatzverluste drohten und bereits all die anderen aktuellen Welt- und Wohlstanduntergangsszenarien von Seiten der Hersteller und Lobbyverbänden propagiert und damit die Einführung verzögert worden waren. U.a. mit der ersten Variante von "Technologieoffenheit": hochsubventionierte Erdgas-Autos, für die Umrüstungsprämien flossen und eine zusätzliche Infrastruktur aufgebaut werden musste. Wie sie auch für den politischen Marketingbullshit "hocheffiziente Verbrenner“ erforderlich sein wird.



    Von der Verhinderung niedriger CO₂-Grenzwerte auf EU-Ebene bis zu den Milliardengewinnen aus dem organisierten Verbrechen des Abgasbetrugs für Investoren und Manager ganz zu schweigen.



    Auf welche Konten die Verhinderung von Tempolimits, Gewichts-, Größen- und Leistungsbegrenzungen von PKW einzahlt, ist nicht schwer zu erraten.

  • Damit die Klattens und Piechs noch reicher werden. Damit unsere Natur und Umwelt rascher Schaden nimmt. Damit Manager der dauerbezuschussten Autobranche weiterhin ihren Quartalsbonus bekommen, nachdem sie E verschlafen und den sonstigen Vorsprung für 15 Jahre Party nach China verscherbelten hatten.



    Ich hoffe hier auf Europa und mehr Vernunft dort.

    • @Janix:

      Welchen Vorsprung? Ein E-Auto ist fast nichts anderes als ein E-Rasenmäher. Ein Vorsprung ergibt sich dabei nur aus niedrigen Lohnkosten und den Zugriff auf Rohstoffe. Deutschland hatte in diesem Bereich nie die Chance auf einen Vorsprung. Es gilt nun, ein altes Pferd möglichst lange zu reiten und dann rechtzeitig dicht zu machen.

      • @DiMa:

        Einen Forsprung gibt es auch in der Batterietechnologie und Antriebsarten.

        Deutschland hat zum Beispiel eine Firma die einen Radnabenmotor entwickelt der bald in Serie geht (bis zu 20% mehr Reichweite), was zeigt das Innovation durchaus möglich ist. Es fehlt anders als in China aber an Investitionen in dem Bereich.

        An Batterien wird ja weiter geforscht und auch hier kann investiert werden. Silizium Batterien beenden die Abhängigkeit von Lithium zum Beispiel.

        Ja Rohstoffe sind ein Standortvorteil, aber ein luxus E Neuwagen muss in D ja auch nicht 20-25.000 kosten wie in China. (=

        Ich kann ja verstehen, dass aus der Sicht der Unternehmen der Gaul geritten werden muss bis er tot ist und der Tod auch nicht so schnell erwartet wurde, aber das verkaufte Produkt verusacht einen langfristigen gesellschaftlichen Schaden.

  • Bin sehr gespannt, was ein Liter „Hocheffizienter" im Jahre 2035 kosten wird. Oder werden die Konsument*innen dann Hochprozentigen aus dem Shop der Tanke schleppen und mit der Pipette in die Stutzen träufeln?

  • Die Bundesregierung hat offenbar so gar keine Ahnung was sich da bereits am Horizont abzeichnet.







    Die Kosten für die Batterieherstellung wird schon in den kommenden Jahren massiv nach unten gehen. Womit dann China ein Quasimonopol innehaben wird. Sprich China kann dann in aller Ruhe die europäischen Autokonzerne in die Knie zwingen. Und zwar so:

    a) man verbaut die günstigen Batterien primär in Autos aus eigener Produktion und überschwemmt den Weltmarkt mit unschlagbar günstigen E-Autos (z.B. E-Kleinwagen ab 10.000€), die nicht nur in der Anschaffung sondern auch im Unterhalt so günstig sind, daß auch kein Verbrenner mehr dagegen anstinken kann.



    b) die europäischen Hersteller von E-Autos beliefert man nach gusto mit Batterien..und hat so den entscheidenden Hebel in der Hand.







    Aber anstatt daß die Bundesregierung jetzt alles daran setzt, den Bedarf an Batterien selber zu generieren..und diesen wahrscheinlich größten aller Zukunftsmärkte zu nutzen, setzt man darauf das Auslaufmodell Verbrenner weiter zu betreiben..







    Und Stichwort "hocheffektive Verbrenner": wer sich ein wenig mit Physik auskennt weiß: das ist der Witz des Jahrzehnts..







    ...wissen auch alle..außer Söder & Co..

  • Ja, absurd. Vielleicht schaffen sie es, die entsprechen Hersteller komplett vom Markt zu nehmen. Manchmal kauft ein chinesisches Unternehmen dann noch die Markenrechte.

  • Zu pauschal: "Kein Hybrid-Fahrzeug und kein Verbrenner sind auch nur annähernd so effektiv und klimafreundlich wie ein E-Auto. "



    Wenn jemand auf dem Land lebt, der ÖPNV nichts taugt und er/sie nur 3000km pro Jahr mit dem Auto fährt, ist ein kleiner Benziner im Gesamt-CO2-Fußabdruck besser als ein E-Auto. Mit EFuel,sofern es dies mal wirtschaftlich machbar gibt, sogar deutlich Umweltfreundlicher. Man sollte also nach CO2-Bilanz rechnen, nicht rein nach Motorentyp.

    • @Hans Dampf:

      Eins: pflegen Sie Ihr altes Stück durch, denn Produzieren ist ja noch mal umweltschädlich.



      E-Fuel ist leider eine Schimäre, denn das brauchen Militär, Flugzeuge, Schiffe zuerst, danach ist nullnix mehr übrig. Die Flieger haben nur 3 % von dem, was sie bräuchten! Teuer auch noch. Von dieser Ablenkung auf absehbare Zeit nicht beirren lassen.



      Wir brauchen schlichtere, leichtere, kleinere, bezahlbarere Autos, die auch am besten von mehreren genutzt werden (Fahrgemeinschaften, Auto-Teilen). Da ist E das kleinere Übel.



      Noch besser: Wir bauen unsere Infrastruktur bei ÖPNV und Rad auf und stoppen die Zersiedelungs-Anreize.

    • @Hans Dampf:

      Gegen wirtschaftlich machbare e-Fuels spricht die Physik.



      An Kleinwagen mit Verbrennungsmotor werden die Hersteller kein Interesse haben, da die Margen und die Stückzahl zu klein sind.



      3000 km Jahresfahrleistung auf dem Land, insbesondere dort, wo kein nennenswerter ÖPNV vorhanden ist, scheint mir bestenfalls für den Drittwagen realistisch. Car-Sharing mit E-Autos wäre mit Sicherheit sinnvoller.

      • @Flix:

        1) Brasilien zeigt uns seit 50 Jahren, wie es geht. "Brasilien nutzt für Autos ein Gemisch aus Benzin und Ethanol aus Zuckerrohr, was zu einer positiven CO2-Bilanz führt, da der Anbau von Zuckerrohr CO2 bindet und die Ethanolverbrennung weniger Emissionen verursacht als Benzin..." Mit aktuell 80Cent/l auch wirtschaftlich gut machbar.



        2) Viele Nachbarn hier in unserem kleinen Ort sind Rentner und brauchen das Auto fast nur noch zu Einkäufen und Arztfahrten, weshalb die 3000km oft realistisch sind. Bei so wenig Einwohnern wird es nie ein Carsharing geben.



        .

        • @Hans Dampf:

          zu 2): Wenn sich von den vielen Wenigen zehn Haushalte zwei (E-)-Kfz teilten, würds vermutlich reichen und damit sich ned zehn Karren kaputtstehen. "Wir" incl. "Automotive" muß ma die Zukunft respektieren und die heißt weniger und E.

        • @Hans Dampf:

          Zu 1): Die CO2-Bilanz kann nicht positiv sein. Bei der Erzeugung von Ethanol aus Zuckerrohr und dessen Verbrennung wird das zuvor gebundene CO2 wieder freigesetzt.



          Für die Anbauflächen wird Regenwald abgeholzt. Der Schaden, der dadurch entsteht ist größer als der Nutzen des Zuckerrohranbaus.

        • @Hans Dampf:

          Der Sprit, den es in Brasilien gibt, hat nichts mit dem zu tun, was hier als E-Fuels beworben wird. Was hier gemeint ist, sind Kraftstoffe, die mit einem absurd hohem Aufwand an Energie aus Luft-CO2 und Wasserstoff hergestellt werden.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            "...aus Luft-CO2 und Wasserstoff hergestellt werden."



            Man könnte auch "carbon capture"-CO2 nehmen, z.B. das aus Habecks und Reiches Gaskraftwerken. Dann wird's billiger.

        • @Hans Dampf:

          Als 5000 km/Jhr.-Rentner werde ich wohl nicht so alt werden wie mein aktueller Verbrenner (BJ 2020).



          Weiterfahren. Weiterfahren.



          - und für einen Stromer sparen.

    • @Hans Dampf:

      "Wenn jemand auf dem Land lebt, der ÖPNV nichts taugt und er/sie nur 3000km pro Jahr mit dem Auto fährt..."

      Natürlich kann man jedes Beispiel konstruieren 😊

      Aber mal im Ernst. Während China immer schneller Fortschritte im Bereich E-Autos macht, wollen wir uns auf ein paar Nischenanwendungen konzentrieren? Davon können wir nicht leben. Zumal Ihre Rechnung, sofern sie überhaupt stimmt, mit ziemlicher Sicherheit 2035 (in 10 Jahren geplantes Verbrenneraus) von der technischen Entwicklung überholt sein wird.

      Und die "legendären" E-Fuels? Die mögen für Spezialanwendungen, wie Notstromaggregate notwendig sein. Für PKW sind sie energetischer Nonsens. Der Energieaufwand zu ihrer Erzeugung ist im Vergleich zum Energiegehalt viel zu niedrig.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Die E-Fuels und die Pensionist:innen mit 3000 km/Jahr-Fahrleistung haben v.a. den Sinn, von einer sinnvollen Diskussion abzulenken und die Umstellung auf Elekromobilität (nennen wir es ruhig: den technischen Fortschritt) aufzuhalten. Scheint ja auch zu funktionieren.

  • Do it like Merkel. Die eine nannte es Umweltprämie, die anderen nennen es Technologieoffenheit. - Aber immer ist es eine Abwrackprämie.

    • @StarKruser:

      Geld an die Autoindustrie, die uns schon Unsummen kostete, aber so eine große Klappe hatte und hat. Die Union hat da ein Glaubwürdigkeits-Problem (und ja, die Niedersachsen-SPD auch).

      • @Janix:

        „Mutti“ triggert. Am 25.07.2017 schrieb Ingo Arzt „Das Kartell wird uns erpressen“



        taz.de/Kommentar-Z...ndustrie/!5429102/



        Ich hatte dazu seinerzeit via @LOVANDO aus der Mailtüte kommentiert....

  • Völlig richtige Einschätzung. Allerdings sollten Merz & Co. für die Entdeckung des „hocheffizienten Verbrenners“ den Nobelpreis für Physik bekommen.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Das Wort liest man gerade häufiger. Was ist ein "hocheffizienter Verbrenner"? Vermutlich nur Marketingsprech, am Ende ist das wahrscheinlich ein dicker SUV, der literweise Benzin schluckt, aber dessen Verbrauch aufs Fahrzeuggewicht gerechnet dann irgendwie besser dasteht oder so. Als ob es darauf ankommt.

      Das könnte man noch weiterspinnen: Lasst uns durch Fahrzeugmasse² teilen, also hoch zwei, es heißt ja "hoch"-effizient. Dann kommen die schweren Kisten sogar noch besser weg.

      • @derzwerg:

        Ein "hocheffizienter Verbrenner" ist physikalisch unmöglich. Es handelt sich also nur um einen neuen Kampfbegriff der Lobby.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Danke für die Klarstellung. Ich erinnere mich noch, wie die Effizienzklassen damals im letzten Moment auf CO2/kg Fahrzeuggewicht geändert wurden, in der Wikipedia wird das hübsch beschrieben, mit so schönen Beteiligten wie Rainer Brüderle, Philipp Rösler & Kollegen.

          de.wikipedia.org/w...ichnungsverordnung

          2024 wurde das dann korrigiert, jetzt steht es sozusagen wieder unter Beschuss.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Wie leiten Sie diese physikalische Unmöglichkeit her?

          • @Josef 123:

            Thermodynamik. Dort kann man die physikalischen Grenzen von Wärmekraftmaschinen finden. Verbrenner sind Wärmekraftmaschinen.

  • „schadet letztlich der deutschen Autobranche.“ schön wärs ja…

    • @guzman:

      Gar nich' schön wärs, weil dann müssten die ja wieder mit Steuern saniert und, oh welch Ironie, "zukunftsfähig" gemacht werden. Wegen der Arbeitsplätze, Du weisst schon …

    • @guzman:

      Wüsste nicht was daran "schön" wäre, wenn Hunderttausende in der Automobilbranche und deren Zulieferer ihre Arbeit verlieren und dieser Sozialstaat dann nicht mehr finanzierbar ist. Dann ist Ende Bürgergeld a la 2025.

      • @Hans Dampf:

        Weniger Luftverschmutzung = weniger frühzeitige Todesfälle.

        Selbstverständlich wäre es besser gewesen wenn die deutsche Autoindustrie auf den neuen Antrieb umgestiegen wäre.

        Und rund 50-25% der Arbeitsplätze wird mit Sicherheit bestehen bleiben. Komplett von der Bildfläche werden die Unternehmen nicht verschwinden, nur eben nicht mehr Weltmarktführer sein.

        Der Sozialstaat könnte problemlos überleben, wenn nur ausreichend in die Zukunft investiert würde, es gibt ja net nur die Automobilindustrie. Aber da sieht es mit der aktuellen Regierung auch eher mau aus. Die Ampel konnte nicht investieren weil das Geld fehlte und die Opposition nicht bereit war zu Kooperation und die Groko hat ... ähh tschuldigung "hätte" zwar das Geld gehabt, aber leider den falschen Chef.

  • Mal was Allgemeines zum Thema Technologieoffenheit.

    www.youtube.com/shorts/phLX0eVOFPY

    • @Milonga:

      Danke! Es ist gruselig! Diese Regierung Merz mit Juniorpartner Klingbeil ist weitaus schlimmer als die Merkel Regierungen in der Vergangenheit. Hilf, Herr, schick Hirn vom Himmel. China wird das Verhältnis umdrehen: Die Szenarien, wie D und EU von chinesischen eAutos geflutet werden und die europäischen Autobauer samt den Zulieferern einfach nichts mehr zu tun haben werden, erscheinen mir sehr naheliegend.

      • @ja wirklich?:

        nicht nur naheliegend, praktisch unvermeidbar bei aktueller Entwicklung.

        Deutsche Autobauer wird es weiter geben aus Tradition, aber nicht mehr als Weltmarktführer, eher sowas für Liebhaber wie Jaguar.

        Ottonormal wird einen Chinesen fahren.

        Wenn die EU denn Zoll nur weit genug erhöht, bauen die Chinesen irgendwann die Produktion in einem EU Land auf.