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Armut ist eine SystemfrageEin Gefühl von Ausschluss

Gastkommentar von

Katharina Schwedt

Wenn zum Jahresende kostenlos Gänsekeulen verteilt werden, verfestigt sich das Gefälle von Arm und Reich. Und die Systemfrage wird ausgelagert.

Second-Hand-Gymnastikschläppchen sind aus mehreren Gründen gut, darunter Kosteneinsparung und ökologische Nachhaltigkeit Foto: Andreas Maria Müller/imago

D er Musiker Frank Zander und weitere Promis servieren jedes Jahr Weihnachtsgänse, das Kinderhilfswerk Arche in Berlin verteilt Geschenke an „bedürftige“ Kinder, die Berliner Tafel verschenkt Gutscheine und Lego-Sets. Selbst das Hofbräuhaus am Berliner Alexanderplatz lädt bedürftige Familien am Heiligabend zum Essen ein.

Katharina Schwedt

ist alleinerziehende Mutter und lebt mit ihren Kindern im Bürgergeldbezug. Sie beklagt, dass sie nicht arm ist, sondern arm gemacht wird. Hier schreibt sie unter Pseudonym, weil sie ihren richtigen Namen zum Schutz ihrer Familie nicht veröffentlichen will.

Ich bin eine solche „Bedürftige“ und trotzdem frage mich immer wieder: Bin ich die Einzige, der all das aufstößt? Ja, es sind tolle Angebote, und die meisten Beschenkten freuen sich darüber. Als alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern bin ich ergänzend auf Bürgergeld angewiesen. Kostet eine Gurke nur 1,39 Euro, freue ich mich darüber, wie über alles, was unseren Alltag finanziell erleichtert. Wenn der dritte verlorene Handschuh vom Schulkind oder die herausgewachsenen Hausschuhe vom Kitakind Sorgen bereiten, reduzieren Geschenke meine Sorgen.

In der Schulklasse, in der Spenden für die Tafel gesammelt werden, gilt selbst ein Teil als arm

Gleichzeitig möchte ich diese Dankbarkeit mit so etwas wie Stolz und auf Augenhöhe ausdrücken. Bei der Tafel anzustehen, nichts anfassen zu dürfen, das Lego-Set mit der Bitte überreicht zu bekommen, dass meine Kinder als Dankeschön ein Bild für die Spender malen sollen, löst ein großes Unbehagen in mir aus. Ebenso wenn der Pfarrer immer wieder von „bedürftigen Kindern“ redet. Meine Kinder bedürftig? Ja, sie gelten als arm. Doch diese Kluft, das distanzierende Wir-sie-Denken – wir, denen es gut geht, und sie, denen es schlecht geht – ist ein Gefälle, das auch Projektionsfläche für das gute Gefühl von Ehrenamtlichen darstellt.

Wenn arme Kinder in der Schule Spenden sammeln

Auf dieser Ebene wird Armut ausgelagert. Sie findet quasi nicht statt beziehungsweise nur an bestimmten Orten: in der Arche, in der Schlange bei der Tafel, unter der Brücke. Dass in der Schulklasse, in der Spenden für Kinder der Berliner Tafel gesammelt werden, selber ein Teil als arm gilt, wird kaum wahrgenommen.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Vor allem zu Weihnachten oder in der Laternenzeit, in der gern erklärt wird, wie gütig Sankt Martin war, der seinen Mantel geteilt hat, werden „arme Menschen“ homogenisiert. Wer ist denn dieser Bettler am Jahresanfang im Schnee? Der durch die U-Bahn wandert und um Spenden bittet. Warum ist er arm und der heilige Martin reich? Der Bettler bleibt namenlos. Auch in den Medientexten, Podcasts, Videos gibt es dasselbe Schema: Promis werden individuell dargestellt, die Menschen mit Bürgergeldbezug als „arme Masse“.

Dass wir mehr sind als nur eine Bedarfsgemeinschaft, würde uns zwar kei­ne*r absprechen, doch die Erzählung, warum Alleinerziehende mit Kindern in Armut leben, ist unzureichend. Möglicherweise ist bekannt, dass die meisten von uns nicht Vollzeit arbeiten können, weil dann die Kinderbetreuung nicht gewährleistet ist. So verdienen wir zu wenig, um uns eine angemessen große Wohnung leisten zu können und all die Dinge, die den Alltag erleichtern. Vergessen wird aber meist, dass wir in der Regel 24/7 allein für alles zuständig sind. Krankheit, Wege, Zuständigkeiten – alles muss man allein bewerkstelligen.

Auch Po­li­ti­ke­r*in­nen zeigen sich gerne an den Ausgabestellen von Tafeln und Suppenküchen und loben in ihren Schürzen die karitative Arbeit. Dabei ist das Problem hausgemacht: Von den vielen unterschiedlichen Leistungen für Familien profitieren Alleinerziehende am wenigsten. Eva Maria Hohnerlein, Rechtswissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in München, spricht von kannibalisierenden Wechselwirkungen. Die unterschiedlichen Leistungen wie Unterhalt, Unterhaltsvorschuss, Kinderzuschlag, Bürgergeld, Wohngeld fressen sich gegenseitig auf.

Das Armutsrisiko für Ein-Eltern-Familien steigt so seit Jahren. So bekomme ich seit diesem Januar 8 Euro weniger Bürgergeld – weil das Kindergeld um 4 Euro ansteigt. Mir wird als „Bedürftige“ das Mehr an Kindergeld gleich wieder vom Regelsatz meiner Kinder abgezogen, während die Gurke weiterhin 1,39 kostet. Die Inflation wird bei der neuen Grundsicherung ignoriert. Statt in den Supermarkt geht es zur Tafel, dadurch entstehen zwei getrennte Welten. Armut ist nicht per se ein Identifikationsmerkmal, sie kann aber eins werden, wenn man nicht merkt, dass sie strukturelle Ursachen hat. Die Haltung „Ich bin nicht arm, ich werde arm gemacht“ ermöglicht eine andere Betrachtungsweise und wirkt empowernd.

Kinder werden dem Staat mehr einbringen als sie kosten

Es gibt in Berlin Reiseangebote für Familien mit Bürgergeld, es gibt Essensausgaben und Kleiderkammern. Das hat alles seine Daseinsberechtigung, ich möchte nicht undankbar sein. Aber ich merke, dass ich den Kopf einziehe, wenn ich bei der Tafel Schokolade für meine Kinder bekomme. Ist es Scham? Ja, auch. Ist es ein Gefühl von Ausschluss? Ja. Ich fühle mich tatsächlich nicht zugehörig. Ist es ein Gefühl von Ungerechtigkeit? Auch das. Hätte ich keine Kinder, wären Konsum und ein gutes Auskommen unproblematisch. Dabei werden meine Kinder später, wenn sie selbst arbeiten, dem Staat mehr einbringen, als sie heute kosten. Das haben Berechnungen gezeigt.

Ja, es wäre schön, wenn ich für meine zwei kleinen Fachkräfte und Steuerzahler ein Lego-Set im Laden kaufen könnte. Ich möchte auch nicht auf eine Gruppenreise fahren, bei der „Bürgergeldfamilien“ unter sich sind und noch einen Erziehungsworkshop aufgedrückt bekommen, nach dem Motto: Die haben es nötig. Ich möchte Inklusion und Teilhabe, so wie viele andere Alleinerziehende auch. Wir sind keine homogene arme Masse – von der Anwältin mit drei Kindern und Burn-out bis hin zur Krankenschwester, die ihr eigenes Kind, das nur mit einer Magensonde leben kann, pflegt. Wir sind viele verschiedene Mütter und Väter mit völlig unterschiedlichen Bildungsbiografien und Bildungsressourcen.

Augenhöhe hole ich mir, indem ich auf Nachbarschaftsportalen und in Elternchatgruppen nach Gymnastikschlappen in Größe 27 frage – die einen wegen der Nachhaltigkeit, ich primär aus ökonomischen Gründen.

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190 Kommentare

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  • Ich glaube ich lese diesen Artikel zum zweiten mal und werde immer noch nicht schlau draus. Was soll mir dieser Artikel sagen?



    Das Alleinerziehende Mutter (oder Vater) eine ziemliche Doppel- und Dreifach- Belastung ist? Ja: War mir schon immer klar. Das ist ja der Grund, warum das "klassische" Familienbild eben nicht "Alleinerziehend" ist.

    Ich verstehe nicht so Recht was die Autorin jetzt ausdrücken will. Das Alleinerziehende einfach mehr Geld vom Staat bekommen sollten? Wahrscheinlich nur dann, wenn der/die Alleinerziehende nicht gerade ein riesen Vermögen hat; also "bedürftig" ist. Aber das ist ja auch schon wieder anscheinend der falsche Begriff?

    Keine Ahnung was mir das alles sagen soll ...

  • Ich war zusammen mit einem Freund ca. 1980 in Kopenhagen und feierte mit den Clochards in Christiania Weihnachten lit dem leckersten Gansbraten, den ich je gegessen habe. Ich glaube, die Leute aus der Kommune machten das jedes Jahr für alle, die kommen wollten und vor allem für die Leute, die auf der Straße lebten. Das waren bestimmt 250 Menschen in der Halle. Als Nachtisch gab es einen 30 cm Joints, der herum gereicht wurde. Ich fand das eine schöne Aktion. Der Sozialstaat ist hingegen anonym.

  • Der Artikel stellt keine Systemfragen. Das Wort system kommt nicht einmal vor. Geschweige denn das Wort Kapitalismus, Sozialismus oder andere systembegriffe.

    Die Artikelschreiberin bemängelt nur dass ihr die Höhe der sozialen Absicherung zu niedrig ist und dass sie karitatives eigentlich Engagement ablehnt. Was sie nicht bemängelt ist eine mangelnde Unterstützung von alleinerziehenden Frauen so dass diese auch arbeiten können.

    • @Arcy Shtoink:

      Da war die Autorin schon weiter. Sie müssen alleinerziehende nicht auf Frauen eingrenzen.

      Ein alleinerziehender Vater aus den unsichtbaren 15%

  • Und was lese ich gerade im Tagesspiegel, Banaszak von den Grünen will " reale Lebensarbeitszeit verlängern " neoliberaler geht's wohl nicht mehr !



    Als jahrzehntelanger Grünenwähler bereue ich es nicht, nicht mehr bei der letzten Bundestagswahl, meine Stimme dieser, sich immer mehr den neoliberalen Parteien wie CSU / CDU, AfD, FDP, SPD angepassten " Grünen " Partei gegeben zuhaben.



    Jeden Tag bestätigt sich meine Entscheidung richtig getroffen zuhaben.



    Humanistische Were vertritt wirklich nur noch die Linke.



    Zum Glück begreifen immer mehr Bürger & Wähler wo uns der ungesteuerte Neoliberalismus hingeführt hat.



    Die steigenen Mitgliederzahlen bei den Linken sprechen eine deutliche Sprache, die Menschen in Deutschland wollen sich nicht mehr von den Neoliberalen vorführen lassen.



    Meine Freude darüber ist RIESENGROß 👍

  • Es war eigentlich ein Fortschritt, dass die Armen Ansprüche gegen den Staat haben, man eben nicht mehr abhängig war von den Frank Zanders dieser Welt.



    Tafeln, Armenspeisungen uvm. sind aus den USA bekannt, der Arme, Unerfolgreiche ist zur Dankbarkeit verpflichtet, vom Wohlwollen des Erfolgreichen, Starken, Reichen abhängig. Ansprüche hat er nicht, sondern ist auf Gedeih und Verderb vom Goodwill des Spenders abhängig. Dieser kann jederzeit entzogen werden, was das Verhältnis zu einer Form von Willkür machen kann. Ein zivilisatorischer Rückschritt.

  • Ich lese hier immer die Rufe nach dem Kindsvater!?



    Im Artikel ist doch der Bezug von Unterhaltsvorschuss erwähnt.



    Unterhaltsvorschuss wird gewährt, wenn der Kindsvater nicht zahlungsfähig oder zahlungswillig ist.



    Keine Sorge, die Unterhaltsvorschusskasse bleibt da schon am Ball, ob bei dem Kindsvater nicht doch noch Geld zu holen ist.

    • @Ratio:

      Genau 😂weil ja unser Staat sooo gut ist wenn es um Schulden eintreiben geht, alleine bei der Bundesagentur für Arbeit werden über 6 Milliarden Euro nicht oder nur schleppend eingefordert (presse.online/2026...eibt-kaum-zurueck/ ) und mit der Unterhaltsvorschusskasse wird es nicht anders laufen.

      • @Günter Witte:

        Das Thema des Artikels ist Armut.



        Ihre Hetze gegen Leistungsbezieher und Ihre Werbung für die AfD sind hier eindeutig fehl am Platz.



        Ihre Zahlen sind nicht verifizierbar.

      • @Günter Witte:

        Daraus darf von der AfD aber nicht die Mär gebastelt werden wie: Die Bürgergeldempfänger – Nun also auch als diejenigen, welche als Schuldner den Staat arglistig täuschen. Nur um vielleicht abzulenken vom bösen „what about“ der Milliarden schweren Steuerhinterziehung im „Schland“.



        Der Sachverhalt nämlich ist komplex. Auch gegenüber BA und Jobcentern ist polemische Schuldzuweisung unangebracht. Die Berechnung der monatlichen Bezüge gerade für Bedarfsgemeinschaften mit mehreren Personen wie Alleinerziehenden unterliegt häufigen Veränderungen innerhalb des Bewilligungszeitraumes des BG. Dabei auftretende Überzahlung – genauso wie Unterzahlungen! – treten deshalb öfter auf. Diese können von den Jobcentern erst durch nachträgliche Kontrolle der bereits ausgezahlter Unterstützung festgestellt u. folglich nachträglich zurück- bzw. eingefordert werden. Allein aus diesem Grund schon treten Unklarheiten über die tatsächlich rechtlich gültigen Summen auf – was zu langwierigen Klärungsprozessen führt, die deshalb „legal“ eingestellt werden oder Jahre dauern können. Die Stimmen der Fachleute dazu (Stefan Sell u. a.) sprechen seit Jahrzehnten!



        Eine Pressequelle dazu im Ergänzungskommentar hier.

        • @Moon:

          Nur hat auch der Bundesrechnungshof, der sicherlich nicht im Verdacht steht AfD nahe zu sein, diese Missstände in den letzten Jahren regelmäßig angemahnt ohne das sich was ändert. Sicherlich sind hier auch viele komplizierte und Härtefälle darunter deren Berechnung Zeit braucht, dann muss man hier halt die Verjährungsfristen verlängern um mehr Spielraum zu haben.

      • @Günter Witte:

        Meine Ergänzung zu meinem Antworkommentar hier.

        Artikel in: Die Welt

        *CDU-Plan für Arbeitsagentur



        „Schulden müssen zurückgezahlt werden – auch und gerade von Leistungsempfängern“



        Von Nicolaus Doll

        Stand: 23.01.2026

        Zitat der Einleitung des Artikels:

        „Zahlreiche aktuelle oder frühere Sozialleistungsbezieher schulden der Arbeitsagentur Geld, alleine beim Bürgergeld beläuft sich die Summe auf mehr als vier Milliarden Euro. Doch die Behörde versagt oft dabei, die Schulden einzutreiben. Jetzt legt die CDU einen Plan vor, um das zu ändern.“

        Link zum Artikel:

        www.welt.de/politi....email.sharebutton

      • @Günter Witte:

        Zitat aus dem verlinkten Artikel:

        "Nach Angaben der Bundesregierung belaufen sich offene Forderungen der Bundesagentur für Arbeit gegenüber Leistungsbeziehern auf rund 6,3 Milliarden Euro. Grundlage ist die Antwort auf eine Kleine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer. Demnach wird bei älteren Forderungen weniger als ein Prozent tatsächlich eingezogen; der überwiegende Teil verjährt."

        Eigentlich wollte ich antworten, bevorzuge es aber mir meinen Sonntag nicht zu verderben.

        • @Ratio:

          Das die AfD hier die Anfrage gestellt hat ändert nichts daran das über 6 Milliarden nicht oder nur unzureichend eingetrieben werden. Das Armutszeugnis ist das es allen anderen Parteien anscheinend völlig egal ist wie viele Milliarden hier verschwendet werden !

  • Danke für den wirklich einfühlsamen Artikel. Ich bin erstaunt über die vielen Selbst-Schuld-Kommentare, die man unten findet. Auch die Whataboutismen sind interessant (Vater! Verhütung! Steuerzahler! Aufs Land ziehen!). Wir sind offensichtlich im Almosenstaat angekommen.

    Eine Teilzeit arbeitende Alleinerziehende arbeitet für sich und ihr(e) Kind(er), da bleibt am Ende des Monats rein gar nichts übrig, und wehe, es geht was kaputt.

    Sie könnte die Kinder auch einfach aussetzen wie einen Hund an einer Autobahnraststätte. Dann würde vielleicht mal klar, dass die Gesellschaft nicht nur die Mutter im Stich lässt, sondern eben auch die Kinder.

    • @derzwerg:

      Stimmt! Ein sehr drastisches Bild, aber das bringt es auf den Punkt!



      Kinder und Jugendliche als "Subjekt" werden politisch erst mitgedacht, wenn sie dann zahlen sollen. Und: auch unser Bildungssystem bevorzugt reiche Menschen.

      • @Nudel:

        @ Nudel



        👍👍

    • @derzwerg:

      Guter Kommentar, der es auf den Punkt bringt!

  • Der Artikel ist ein Zeugnis der Selbstbehauptung von Identität im Status der übrigens staatl. für rechtens (SGB) befundenen „Bedürftigkeit“, das als „Label“ die Autorin im Alltag, in ihrem Bewusstsein begleitet. Diese Bedürftigkeit bedroht institutionell u. von der sozialen Wahrnehmung „der anderen“ her spezifisch u. zugleich verschwommen/willkürlich die Identität. Das Jobcenter als Instanz, welche die Bedrohung der De-Qualifizierung u. den Verlust der Arbeitsidentität konkret werden lassen kann. Schon der Status der Alleinerziehenden bleibt „den anderen“ ambivalent, kann als Tüchtigkeit oder als eine Verfehlung be- u. sogar verurteilt werden. „Die anderen“ u. Instanzen (Tafel u. a.) fordern die Kenntlichmachung des Status Bedürftigkeit. Der wirkt auf Rolle u. Person „Alleinerziehende“ verstärkend negativ im genannten Sinn. Die Persönlichkeit, die Individualität verschwinden hinter dem Label. Die Person wird nicht mehr als die ganze als die sie sich versteht verstanden. Sie findet keine Bestätigung wird in Frage gestellt. Die Augenhöhe selbst bestimmender Beurteilung wird ihrverwehrt. Die Autorin fordert Kenntnisnahme ihrer Identität als ganze Persönlichkeit und klärt auf „warum“.

  • Ich weiß leider nicht nicht, welchen Beruf die Dame in Teilzeit ausübt oder welchen Beruf sie erlernt/studiert hat. Auch das Alter ist nicht ganz uninteressant.



    Ebenso ist interessant, was mit dem/den Kindsvater ist.



    Auch der Absatz, mit der größeren Wohnung betrifft, in größeren Städten auch Familien bei den beide Elternteile verdienen. In Berlin sind die Kosten eh hoch und der Wohnraum beschränkt, vielleicht wäre eine andere Umgebung besser- aber das ist jedermanns eigene Planung, nur dann bitte nicht nachdem Staat rufen.



    Mehr Geld heißt jemand anderer muss das Geld erwirtschaften - das ist nicht der ominöse Staat sondern jeder einzelne Steuerzahler.

    P.S. ich selbst stamme aus einem armen Haushalt Vater ungelernter Hilfsarbeiter Mutter Putzfrau. Haben zum Teil von den Lebensmitteln gelebt, die bei der Putzstelle keiner haben wollte (abgelaufene Konserven etc.).

    • @Reinero66:

      Ich unterstelle Ihnen kein echtes Interesse an den Lebensumständen der „Dame“, wie Sie die Autorin nennen, auch nicht den Willen, diese Umstände zu verbessern. Das PS am Ende kann man übersetzen in „mir hat es auch nicht geschadet.“

      • @derzwerg:

        Die Lebensumstände wollte ich wissen, deshalb die Frage nach Beruf, Alter und Kindsvater.



        Eine ungelernte 25 jährige 2fache Mutter mit 2 verschieden Vätern ist was anderes als eine studierte 40jährige aus einer Scheidung.



        Für eine studierte 40jährige dürfte es einfacher sein als für die 25jährige ohne Irgendwas. Das Alter der Kinder ist dabei auch nicht ganz unerheblich.



        Das nennt sich Differenzierung, ich kenne da leider selbst ein paar extreme Fälle aus meinem familiären Umfeld.

    • @Reinero66:

      Der Kindsvater wird bei diesen finanziellen Betrachtungen scheinbar regelmäßig vollständig ignoriert. Warum ist das so? Ich kenne auch einen Kindsvater, der ein gutes Verhältnis zur Mutter seines Kindes (auch wenn es am Anfang schwer war) und vorallem zum Kind hat. Dazu zahlt er knapp über 1000 Euro im Monat Unterhalt. Mit dem Fall kenne ich mich gut aus, da er mein eigener ist. Wenn man keinen Unterhalt zahlt, dann regieren die Behörden übrigens recht schnell und durchschlagend. Aber natürlich kann man einem nackten Elternteil nicht in die Tasche fassen. Wenn also der Kindsvater nicht zahlen kann und die Mutter ebenfalls nicht über geeignete finanzielle Möglichkeiten verfügt, dann wurde das Kind offensichtlich in der Armut gezeugt. Nein, ich möchte hier sicher nicht den ersten Stein werfen. Nicht zuletzt da z.B gerade Selbständige ihr Privateinkommen auch weit reduzieren können, so dass nicht mehr viel Unterhalt anfällt und nicht jede Schwangerschaft perfekt geplant sein muss. Aber ist das jedesmal der Fall? Worauf ich hinaus will: Wenn man schon mit seiner persönlichen Situation argumentiert, dann bitte die finanziellen Verpflichtungen des anderen Elternteils berücksichtigen.

      • @Nachtsonne:

        Bei der Unterhaltsberechnung von Selbständigen schauen die Gerichte inzwischen die Einkommenssteuerbescheide der letzten Jahre an und legen dann den Kindesunterhalt fest.



        Mal schnell mal Armrechnen ist nicht so einfach wie viele glauben.

        • @Bernd Simon:

          >Bei der Unterhaltsberechnung von Selbständigen schauen die Gerichte inzwischen die Einkommenssteuerbescheide der letzten Jahre an und legen dann den Kindesunterhalt fest.<

          Das setzt zunächst eine funktionierende Finanzverwaltung voraus, die die jeweiligen Einkommen zeitnah richtig erfasst - haben wir nicht.

          Familien- und Zivilgerichte funktionieren nach meinem Eindruck zufriedenstellend.

          Was gar nicht mehr funktioniert ist die Zwangsvollstreckung durch Gerichtsvollzieher. Effektiver Daten- und Schuldnerschutz verhindert die Durchsetzung von gerichtlichen Entscheidungen und macht das ganze Verfahren uneffektiv.

          >Mal schnell mal Armrechnen ist nicht so einfach wie viele glauben.<



          ... ist einfacher als viele glauben.

        • @Bernd Simon:

          Na ja. Wer vorher schon das Finanzamt behumpst hat, ist auch beim Unterhalt fein raus 😉

          Aber natürlich kann man auch nachdem der Unterhaltsfall eingetreten ist, nach und nach anfangen, das "Geschäft" schlecht zu rechnen. Ist ja eine langfristige Sache...

      • @Nachtsonne:

        "Wenn man keinen Unterhalt zahlt, dann regieren die Behörden übrigens recht schnell und durchschlagend."

        Nicht unbedingt. Habe ich in meinem Umfeld auch anders erlebt. Kommt eben darauf an, wie viel Energie der Unterhaltspflichtige aufwendet und wie wenig Restmoral er hat.

        Dazu kommt, dass es offenbar eine Menge Möglichkeiten gibt, den Unterhalt klein zu rechen. Schon eine paar Minuten Googlen führt auf viele Seiten, auf denen Anwälte ihre professionelle Hilfe dazu anbieten. Auffällig ist, dass viele der aufgeführten Möglichkeiten eher für wohlhabende Unterhaltspflichtige in Frage kommen.

        "Wenn also der Kindsvater nicht zahlen kann und die Mutter ebenfalls nicht über geeignete finanzielle Möglichkeiten verfügt, dann wurde das Kind offensichtlich in der Armut gezeugt."

        Ist also nicht unbedingt zutreffend. Gerade Männer mit viel Geld schaffen es mit teuren Rechtsanwälten, sich Pflichten zu entziehen. Und auch die Frau muss vorher nicht arm gewesen sein. Im Artikel wurde auf die Betreuungssituation hingewiesen. Wer deshalb nur Teilzeit arbeiten kann, kann einfach nicht genug Geld verdienen, um mit mehreren Kindern nicht in der Armut zu landen.

        PS: Lebt der Vater noch?

      • @Nachtsonne:

        Schreiben wir einfach Kinderrechte ins GG; die u.a. beinhalteten, daß das Kind qua Geburt ein*e Rechtskundige*n anner Seite hat, welche im Zweifelsfalle die näher zu formulierenden Rechte durchboxen.

  • Lesenswerter Artikel,



    danke.



    Und an die TAZ:



    gerne mehr Thematisierung der 'neuen sozialen Frage', auch wenn ein Großteil der Leser:innenschaft in eher gesicherten oder wohlhabenden 'bürgerlichen' Verhältnissen lebt.

    • @Anne in Pink:

      @Anne in Pink



      Gerade wir aus den " bürgerlichen " Verhältnissen mit etwas Einfluss, haben doch die Verantwortung, unsere Gesellschaft humanistischer zu gestalten.



      Darum ist auch nur noch die Linke wählbar.

  • Im Artikel, wie auch in den Kommentaren, wird mehr oder weniger gleichzeitig der Kapitalismus kritisiert und mehr Geld gefordert. Ist denn Geld immer die Antwort?

    Alleinerziehung ist auch ein Gesellschaftsmodell, welche heutzutage nicht selten ist. Dabei hieß es früher schon, es braucht ein Dorf für die Erziehung (was wohl auch nur früher ging). In einer freiheitlichen Gesellschaft kann man natürlich keiner vorschreiben, mit wem man sich zusammentun soll und wo man leben soll. Aber vielleicht sollte frau, wenn es mit dem Mann nicht geht, verstärkt nach Alternativen, Wohnprojekten, gemeinsame Betreuungen etc Ausschau halten. (Klar, bis man was Passendes gefunden hat, können die Kinder schon erwachsen sein... , aber gerade in Großstädten ist Alleinerziehung doch kein Randphänomen).

    • @fly:

      Geld steht für Macht im Kapitalismus. Und der Kapitalismus ist darauf ausgelegt, dass Geld immer stärker in die Hände einiger weniger akkumuliert.



      Sprich, mensch kann versuchen den Kapitalismus einzuhegen durch eine robuste Umverteilung des Geldes (Macht). Das hat man hier unter dem Label soziale Marktwirtschaft versucht. Ich denke das Gros der Bürger innen würde zustimmen, dass diese Idee gescheitert ist. Nicht nur in Deutschland.



      Oder man kann das System selbst angehen und durch etwas gemeinwohlorientierteres ersetzen. Dies wurde noch nicht versucht und wird sich auch als unheimlich schwierig erweisen, da es eine Entmachtung der aktuellen Profiteure des Kapitalismus inkludiert - sprich die Leute die gerade an der Macht sind.



      Ohne das eine, stringente Umverteilung von oben nach unten, oder das andere, Systemwechsel, wird die Armut in Deutschland und anderswo weiter zunehmen und immer größere Bevölkerungsgruppen umfassen.

      • @Okti:

        Das funktioniert doch nicht! Wir reden hier von der falschen Spezies. Bei dieser hier sind alle Egoisten, jeder versucht SEINE Interessen durchzusetzen und Außnahmen gibt es kaum.



        Das Problem, selbst wenn das perfekte Gesellschaftsystem existieren würde, gäbe es Menschen die es unterlaufen würden.



        Sorry.

        • @Donni:

          Falsche Spezies hin oder her. Wenn die soziale Ungerechtigkeit nicht aufgelöst wird, werden sich immer mehr Menschen radikalisieren. Und meist eher nach rechts, da es einfacher ist leere Versprechungen und populistische Halbwahrheiten zu verbreiten, als rational und sachlich Fakten aufzuarbeiten und für eigene Entscheidungen zu nutzen. Diese Entwicklung sehen wir schon in Ländern wie die USA, wo der Kapitalismus zum Türöffner für den Faschismus wird. Wohin das Ganze am Ende führen wird haben wir letztes Jahrhundert schon gesehen.

          Und da sprechen wir noch nicht mal über Zivilisationsgefährdende Krisen wie die Klimakatastrophe.

    • @fly:

      geld ist da, mehr als genug, es ist nur schlecht verteilt.



      ist es normal, dass der staat dienstwagen subventioniert, hoch moderne, teure kfz, die von alleine einparken und fahren, und der öffentliche verkehr dreckig und kaputt ist?

      • @the real günni:

        Ob es normal ist, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab, auf jeden Fall ist es mittlerweile üblich.



        Bei dem Gedanken, dass der Staat diese Dinge subventioniert, muss man erst mal den "Staat" definieren.



        Bei der Subventionierung spielt das "Staatsgebiet" m.M.n. keine Rolle.



        Wogegen das "Staatsvolk" es bisher mit ein wenig Nörgeln und Meckern zulässt.



        Und wer die "Staatsgewalt" in Wirklichkeit ausübt, ist wohl jedem, der sehen und hören kann, klar.

      • @the real günni:

        Dienstwagen, teure Autos und öffentlicher Verkehr sind ein anderes Thema, die eine geeignete volkwirtschaftliche Betrachtung erfordert. Und man glaubt es kaum, erstmal sind die Eltern in der Verantwortung für das Wohl ihrer Kinder, oder sehen Sie das anders?

        • @Nachtsonne:

          Ich stimme Ihnen zu - nur warum greift die Gesellschaft dann nach den Kindern? Weshalb gibt es die Schulpflicht? Und letztlich haben Sie auch im Blick auf weitere Lebensstadien recht: Warum sollen sich die von mir großgezogenen Kinder, um Ihre Versorgung im Alter kümmern? Und damit meine ich nicht nur die Rente. Alte Leute brauchen Pflege, belasten die Krankenkasse, nehmen Plätze beim Arzt weg, stören oft, wenn man es als Jüngerer eilig hat. Warum sollen sich also Menschen, die gesund und kräftig sind, um Schwächere kümmern? Sowohl direkt im Alltag als auch vermittelt über Steuern und Dienstleistungen?

          Wenn Sie Ihr Konzept zuende denken, kommen Sie bei der völligen Entsolidarisierung an. Könnte man machen, führt aber direkt in Spaltung und ggf. gewaltsame Auseinandersetzung.

          (Sie brauchen aber keine Angst zu haben - die Ausgaben für Kinder werden größtenteils von Eltern bzw. Müttern getragen - bis in die Ausbildung hinein. Bafög bekommt man auch nicht mehr so leicht.)

          • @Niemals:

            Sie schütten das Kinde mit dem Bade aus. Nur weil man die Eltern in erster Linie in der Verantwortung für seine Kinder sieht, schließt das eine gewisse Mitverantwortung für andere Kinder nicht aus. Und ja, wer Kinder erfolgreich großgezogen hat, sollte im Alter davon profitieren. Das ist schlicht und einfach gerecht.

            • @Nachtsonne:

              Und genau das passiert nicht. Diese Mutter, die da zwei Kinder großzieht, hat jetzt - trotz Arbeit - wenig Geld und muss stigmatisiert aufstocken. Später rutscht sie dann wieder in Lohnsteuerklasse eins. Wenn sie Pech hat und zwischen durch gekündigt wird, sieht es ganz trübe aus. Altersarmut ist statistisch vorprogrammiert. Es sei denn, die Kinder schaffen es tatsächlich so erfolgreich zu werden, dass sie Mutti mitfinanzieren können. Der Aufstieg in dieser Gesellschaft ist allerdings relativ unwahrscheinlich. Die Entsolidarisierung ist also speziell bei dieser Gruppe längst einseitig erfolgt.

    • @fly:

      Immer mehr sicherlich nicht, aber mehr als Mindestlohn bestimmt. Wenn Leute als Rente nicht mehr als den Betrag der Grundsicherung inkl. Miete erhalten, dann stimmt doch in diesem Land etwas nicht.



      Und wenn Herr Merz dann sagt, die Grundsicherung oder die Mietzahlungen seien zu hoch, dann soll er bitte die Mieten absenken und deckeln. Dann wird auch nicht mehr Geld gebraucht. Aber die niedrigen Löhne und hohen Mieten sind ja besser für die Investoren und Aktieninhaber. Die winken dann mit dem Geld, dass sie gar nicht nötig haben und sagen: Ich investiere nur weiter, wenn die Steuern günstiger werden. Und schon springt Herr Merz. Immer mehr Geld, aber leider dort, wo es nicht gebraucht wird. Das ist die Antwort.



      Wir leben nunmal nicht in einer Welt, in der es sich ohne ausreichend Geld gut leben lässt. Es ist einfach, den Armen eine Gänsekeule zu schenken, um sie ruhig zu stellen.



      Am Ende für sie dann noch der Rat: Geld macht nicht glücklich.

  • von allem, was ich die letzten 2 jahre gelesen und gesehen habe, blibt mir am meisten im kopf: gary economics. ein ganz kurzes video, dass erklärt, dass die allermeisten menschen immer in armut gelebt haben, nur ein kurzes zeitfenster, nach dem 2. weltkrieg, hat sich kurz etwas verschoben, dass in den westlichen ländern sich arbeitende menschen von ihrem normalen lohn ein ganzes leben leisten konnten. haus, familie, urlaub, rente, alles fix, ohne stress.



    die zeit ist vorbei. alles verschiebt sich jetzt wieder richtung ´urzustand´, feudalismus, das meiste geld frisst die wohnung auf, alles kapital wird wieder von unten nach oben verschichtet, wir leben im zeitalter der big tech. sollen wir wie naive kinder den raketen im himmel hinterher schauen, mit denen unsere neuen herren ihre billionen verpulvern und staunen? unsere politiker haben leider die letzten jahrzehnte nur schlecht verwaltet. es hilft jetzt nur noch ein sozialistischer eingriff, ich hoffe, die menschen wachen auf, oder für die, die in der ersten welt nichts haben oder nichts erben, sieht schon heute das leben nur nach überleben aus.

    • @the real günni:

      "Sozialistischer Eingriff"



      Können Sie mir denn auch mal sagen, wo dieser her kommen soll. Das was sich heute "sozialistisch" nennt, ist doch nur ein billiger Abklatsch von irgendetwas theoretischem. Und der Kommunismus ist, wie er heute in China oder Nordkorea praktiziert wird ja noch schlimmer als der Kapitalismus.



      Zudem steht zu befürchten, das jede Art von größerer Veränderung mit massiver Gewalt und Blutvergießen einhergehen wird. Wollen Sie das wirklich so befürworten?

      • @Oleg Fedotov:

        ich weiss nicht, wo sie ihre horrorvorstellungen her haben - atmen sie durch: im bundestag gibt es eine sozialistische partei, und in new york wurde gerade ein sozialist zum bürgermeister gewählt. überlegen sie mal, wieviel in der realität von der vorgehaltenen sozialen marktwirtschaft übrig geblieben ist.

    • @the real günni:

      Ich würde nicht alles auf die Politiker ab schieben, die wurden ja auch gewählt. Wenn ein Großteil sich Rechts der Mitte verordnet kommt das dabei raus.

      • @Captain Hornblower:

        der großteil der menschen hat keine zeit, sich ausgiebig mit volkswirtschaft zu befassen. politiker tragen verantwortung. es ist auch die aufgabe einer demokratie, beste voraussetzungen für bildung zu schaffen. bildung für alle. und es gibt ideologien, die das gerade verhindern wollen.



        es wäre schon viel getan, wenn die bevölkerung versteht, welche parteien für das gemeinwohl arbeiten, und welche für das wohl der einigen wenigen.

  • Post-katholische Almosen, dass sich unterbeschäftigte und unterwirksame Erben und Damen besser fühlen, haben zwar immer noch einen positiven materiellen Effekt, doch auch ein Gschmäckle.

    Besser ein faires System, das niemanden erst von so etwas abhängig werden lässt. Elterngeld, das höher für Reiche ist, ist da nur ein Beispiel für Seltsamheiten, die behebbar sein werden.

    • @Janix:

      Leider vollkommen falscher Ansatz und eine Neiddebatte.



      Es ist nicht „höher für reiche“, es ist eine Lohnersatztzahlung von 65% des Netto, das auch noch gekappt wird.

      Wie lange wird Elterngeld gezahlt ? 1Jahr.



      In meinem Leben war das die !einzige! Zahlung, die ich in meinem Leben bekommen habe ( nebst Kindergeld). Ich zahle überall Maximalsatz, 500€ monatlich für die Kita etc.

      Ich musste in er EZ weiterhin mein Leben finanzieren. Die Miete, etc. Ich bin „Hauptverdiener“.



      Es kann nicht sein, dass ich sparen und zurücklegen muss um mir 1 Jahr Auszeit leisten zu können um meine Neugeborenen zu versorgen.

      Ja, ich habe höhere Grundkosten, eine teurere Wohnung. Soll ich die kündigen, weil ich 1 Jahr aussetze?

      So bekommt man es auf jedenfall hin, dass sich gut gebildete Frauen in gutbezahlten Jobs es sich nochmal mehr überlegen, ob sie Kinder in die Welt setzen. Dawsons übrigens die, die später statische besser durch Schule durchlaufen und ebenfalls mehr Einkommen erzielen, also den Sozialstaat höchstwahrscheinlich mitfinanzieren

      • @Lio:

        Andere haben auch Kosten für die Kinder. Und diese sind auch Menschen.



        Wer finanziell offensichtlich besser gebettet ist, kann auch mal einfach großzügig sein gegenüber denen, die es nicht sind. Ich bin jetzt mal direkt, auch wenn ich auch Ihre Emotion gerade durchaus wahrnahm.



        Einfach ein für Pampers und Co. auch mal ausreichendes Kindergeld und die Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber fürs erste, danach wie bei anderen auch Privatsache, wo der andere Partner ja gerne auch mitwirken darf. Es ist niemanden zu erklären, wieso der Kollege im Sandkasten so viel mehr bezahlt wurde.

        • @Janix:

          Widerspreche ich den ?



          Das Elterngeld ist da, um die Ausfälle in dem einen Jahr auszugleichen und in dieses Jahr zu überbrücken. Daher muss es abhängig sein von dem normal zur Verfügung stehenden Geld. Dieser Zusammenhang wird komplett verkannt. Meine Miete sieht anders aus. Nur ein Beispiel.

          Und Kindergeld reicht zum decken der Kosten eines Säuglings.

          Wir hatten Hipp Bio Pre und dazu Biowindeln, zeitweise original Pampers Bio . Also durchaus kostenintensiv. Bei uns war das Kindergeld in der Elternzeit vollkommen kostendeckend für die Versorgung der Kinder ( exkl. Einrichtung babyzimmer). Mit den Hausmarke bekannter Drogerien war am Ende über. Kleiderpakete von Vinted / Kleinanzeigen/ Flohmarkt.

          Außerdem geht’s nicht um mal großzügiger sein. In der Realität heißt das, zB um die 1000€ pro Monat zzgl. essen für die Betreuung zu zahlen , wohlgemerkt: mittleres Einkommen! Klar, nicht in Berlin. Aber in genug Gegenden in D. Dazu noch hier mal was, und da.



          Wie erklärt man das dem sandkastenfreund?

          • @Lio:

            Auch der Sandkastenfreund bräuchte genauso solche Summen, egal, welches Einkommen Vater oder Mutter hat, in die Richtung ging es.

  • „ Wenn zum Jahresende kostenlos Gänsekeulen verteilt werden, verfestigt sich das Gefälle von Arm und Reich. Und die Systemfrage wird ausgelagert.“



    Damit ist doch eigentlich schon alles gesagt.



    Es fällt auf, wie viele und starke Abwehrreflexe hier in den Kommentaren zu lesen sind, die nach Schwächen oder Fehlern in der Argumentation der Autorin suchen.



    Armut ist ein schwieriges und unangenehmes Thema, von dem niemand betroffen sein will. Also versucht man, es wegzuschieben, zu verstecken oder sich irgendwie ein ruhiges Gewissen zu verschaffen, indem man Almosen gibt. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich finde Tafeln und Frank-Zander-Aktionen gut und ok. Besser fände ich es aber, wenn unser Staat besser helfen und unterstützen würde.



    Einerseits wird verlangt, es sollen mehr Kinder geboren werden, als wenn das ein Anspruch wäre, den irgendjemand an andere richten könnte. Tatsächlich ist die finanzielle Unterstützung für Kinder dann aber hochproblematisch, das hätte Frau vorher überlegen sollen, was sie da tut. Entscheidend ist aber, das es für Kinder mehr Rechtsansprüche geben müsste. Das wäre besser, als für Almosen danken zu müssen. Man kann auch anonym spenden, ohne Kameras.

    • @Achsachbloß:

      Danke für die hilfreiche Einordnung.

    • @Achsachbloß:

      Soziallleistungen vom Staat sind nur institutionalisierte Almosen.

      Man muss sie nicht mehr selbst geben, sondern kann es an den Staat delegieren.

      Hier von Rechten gegenüber dem Staat zu sprechen, ist auch nur der Versuch, Armut nicht thematisieren zu müssen.

      • @rero:

        In einem Sozialstaat sind staatliche Leistungen eben gerade kein Almosen, denn letzteres ist eine milde und willkürliche Gabe, die den guten Willen oder was auch immer des Gebenden erfordert. Eine staatliche Leistung erfolgt, weil jemand einen Rechtsanspruch darauf hat.



        Wie würden Sie denn Armut thematisieren?

        • @Achsachbloß:

          Der Rechtsanspruch ist aber nur da, weil genug Wähler den guten Willen haben, dass Almosen institutionalisiert und fair verteilt werden sollen.

          Und es dem kapitalistischen Wirtschaftssystem nützt, wenn die, die nicht teilhaben, ruhiggestellt werden.

          Eine milde Gabe ist es auch als Rechtsanspruch.

          Würde man den Leuten wirklich auf Augenhöhe begegnen wollte, sähe die Grundstruktur anders aus.

          Es gäbe beispielsweise keine Almosen als Bürgergeld für Arbeitslose, sondern einen zweiten Arbeitsmarkt, in dem man von einer Behörde eine gesellschaftlich sinnvolle Tätigkeit vermittelt bekommt, von der man leben kann.

  • Der Artikel reduziert Armut stark auf eine anonyme „Systemfrage“ und blendet dabei zentrale Aspekte aus. Ja, strukturelle Probleme existieren – aber Armut entsteht nicht im luftleeren Raum. Erwerbsarbeit, Qualifikation, Unterhaltspflichten und individuelle Lebensentscheidungen spielen ebenfalls eine Rolle. Wenn Verantwortung fast ausschließlich beim Staat verortet wird, bleiben konkrete Lösungsansätze vage.



    Zudem wird Erwerbsarbeit indirekt abgewertet, obwohl sie die Grundlage der sozialen Sicherung bildet. Wer Armut wirksam bekämpfen will, muss Arbeitsbedingungen verbessern, Verantwortung fair verteilen und soziale Leistungen gezielt reformieren – nicht nur pauschal „das System“ kritisieren.

  • ich bin für diversity



    schwarz und weiß



    reich und arm



    schön und hässlich

  • Alleinerziehende hätten alles Recht, gegen die Verhältnisse auf die Straße zu gehen!



    Auch die Verschärfungen, die jetzt wieder für die Grundsicherung diskutiert werden, treffen sie über die Maßen. Und zwar unabhängig vom eigenen Verhalten, z.B. werden VermieterInnen zweimal überlegen an wen sie vermieten, wenn das Amt im Zweifel in Zukunft grundsätzlich auch Mietzahlungen sanktionieren darf.



    Keine Gruppe, wirklich keine, leistet so viel und bekommt gesellschaftlich so wenig wie arme Alleinerziehende. Aber wenn Ihr euch nicht organisiert, wenn ihr es nicht irgendwie mal schafft, laut zu werden und auf Euren Anspruch auf soziale Sicherung zu pochen, dann geratet Ihr unter die Räder. Das Lautwerden kann Euch keiner abnehmen, alle anderen könnten sich nur solidarisieren, aber wie soll das gehen, ohne Protest der Betroffenen selbst?

    • @V. Ohneland:

      Als Alleinerziehender laut zu werden geht in der Regel über die Kräfte, die Frau oder Mann hat und eingeteilt werden müssen.

    • @V. Ohneland:

      Fragt sich, ob es überhaupt noch eine realistische Perspektive ist darauf zu hoffen, dass sich Sub-Gruppen 'schlagkräftig' zusammenschließen.



      Immer mehr Menschen werden unter die Bedingungen digitaler Vereinzelung gesetzt, und zudem sind sporadische Protestwellen längst eingepreist, wohlwissend, dass gerade den Ausgegrenzten, den Marginalisierten und in Armut versetzten Menschen keine realistische Durchsetzungsmacht zur Verfügung steht. Die Befunde zeigen unvermindert: Armut führt regelhaft zu Rückzug und Teilhabeverlust.



      Zudem haben Wirtschaft, Lobbys, Politikberatung und Politik längst den Joker von 'Teile und Herrsche' perfektioniert.



      Wahlalternativen sind realistisch gesehen derzeit nicht mehr existent, da eh alle in Frage kommenden Koalitionen unter neoliberalem Vorzeichen einer nach rechts gedrifteten 'Mitte' stehen und große Teile der gesellschaftlichen Linken einen Schulterschluss mit eben dieser Mitte im 'Kampf gegen Rechts' eingegangen sind.



      Der Weg in die sozial-räumliche Segregationsgesellschaft wird wohl kaum zu stoppen sein. so bleibt denn die sozialdarwinistische Sloterdijk'sche 'Gebende Hand' der Tafel-Almosen bis auf Weiteres das Maß der Dinge.



      Möge ich irren.

  • Es wäre schön, wenn die Autorin recht behält, die ja auch als berufstätige Person, die ergänzende Leistungen bekommt, ein gutes Vorbild ist. Dass ihre Kinder also eines Tages dem Staat mehr einbringen als sie ihn durch Unterstützungsleistungen kosten.

    Leider ist das keineswegs sicher zu erwarteten, im Gegenteil gibt es viel zu viele Familien, die aus dem Bezug über Generationen nicht herauskommen. Da hilft dann allerdings nicht, Geld umzuverteilen, sondern vor allem Förderung - so früh wie möglich so viel wie möglich.

    • @Dr. McSchreck:

      Diese Kosten - Nutzen Rechnungen im Bezug auf Menschen, sind menschenverachtend.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Aber leider passen sie zur Entwicklung.

        Es ist kein angenehmer Gedanke - vielleicht geht es den Menschen so wie Waren, die einmal wertgeschätzt waren, aber durch das Vorhandensein im Überfluss ihren "Wert" verlieren???



        Nicht, dass ich s gut finden würde, aber nichts ist unmööööglich.....

    • @Dr. McSchreck:

      Warum sollen die Kinder dem Staat eines Tages mehr Geld einbringen, wenn „Geld umzuverteilen“ nicht hilft?

      Ich sehe das anders.

      Wo Armut nur aus Geldmangel besteht, sind das beste Mittel zu ihrer Beseitigung Geldzahlungen. Frühförderung unterstützt die Kinder nicht, wenn diese nicht auch die entsprechenden Schwächen haben, wofür hier nichts spricht. Auch den Geldmangel könnte man damit nicht beheben und auf eine „etwas“ spätere Förderung, die den Kindern mal eine Berufsausbildung ermöglicht, damit sie anschließend ihr eigenes Geld verdienen und sich erst dann davon selbst einen Legokasten kaufen können, wollten Sie die Kinder vermutlich nicht verweisen. Wenn das Bedauern der Armutsvererbung ernst gemeint ist, muss der Staat die betroffenen Familien heute mit soliden Geldzahlungen unterstützen, um eine würdige Existenz der Kinder zu sichern und dadurch überhaupt die Voraussetzungen für ihre gedeihliche Entwicklung und ggf. auch Förderung zu schaffen. Dadurch kann sich die Wahrscheinlichkeit für ein späteres Leben ohne Leistungsbezug erhöhen. Anderenfalls schafft die Gesellschaft die Armut selbst.

    • @Dr. McSchreck:

      Ich finde Ihren Kommentar ziemlich unverschämt.



      Über die zukünftige Nützlichkeit von heutigen Kindern zu mutmaßen, weil die hier schreibende Mutter soziale Leistungen beziehen muss? Sie sei ja "ein gutes Vorbild" für ihre Kinder?



      Und wenn das nicht klappt mit dem Erfolg der Kinder, warum auch immer, muss sie sich dann im Alter extra schämen, weil sie ja noch Hilfe der Gemeinschaft in Anspruch genommen hat?



      Solidarität, Mensch, sieht anders aus.

      • @V. Ohneland:

        Die Mutmaßung stellt doch die Autorin selbst an - und es gibt nun wirklich ausreichend Statistiken, dass es Familien gibt, die über Generationen nicht aus dem Leistungsbezug heraus kommen. Das ändert man nicht, indem man die Leistungen erhöht, sondern indem man deren Kinder befähigt, aus dieser Falle herauszukommen.

        • @Dr. McSchreck:

          Die Kinder und ihre Familien brauchen die Hilfe jetzt und nicht in 20 Jahren. Oder plädieren Sie hier für Kinderarbeit?

        • @Dr. McSchreck:

          Ja, Sie haben Recht, das sagt die Autorin selbst. Das macht Ihre Aussage aber nicht besser.



          Es wäre viel gewonnen, wenn Alleinerziehende klarer und kraftvoller für ihre vollkommen berechtigten Interessen eintreten würden. Diese gesellschaftlich tief verankerte Sichtweise aber, dass sie im Grunde immer erstmal in einer Bringschuld stehen z. B. dann wenigstens ein "gutes Vorbild" zu sein und auch ansonsten gefälligst alles richtig zu machen, ist dafür fehl am Platz. Sie tragen mit Ihrer Äußerung dazu bei, dass sich Betroffene immer wieder selbst kleinmachen, rechtfertigen, hinterfragen.



          Und natürlich hilft hier Umverteilung, das ist das Einfachste und für Betroffene stärkendste was wir machen können, und zwar ohne tausend Bedingungen, Anträge, Fristen, Gegenrechnungen etc.

  • im Ganzen Artikel ist keine Rede vom Vater der Kinder. Warum steuert dieser nicht bei? Kinder kriegen ist eine Entscheidung, deren Konsequenzen man bitte selber tragen soll.

    • @Sybille Bergi:

      Ist vielleicht eine Neuigkeit. Aber während sich mittlerweile sehr viele Väter auch nach einer Trennung noch ordentlich kümmern, versuchen sich immer noch zu viele um ihre Verantwortung zu drücken. Und man kann nicht sagen, dass der Staat es ihnen sehr schwer macht.

      Übrigens. Es soll auch Fälle geben, in denen der Vater nicht mehr lebt...

    • @Sybille Bergi:

      Dann hoffe ich mal, dass alle in der Lage sind, ausreichend vorzusorgen, auf dass sie im Alter ohne die Hilfe der Jüngeren auskommen - die die keine Kinder haben, fallen dann eben raus, wenn sie sich nicht mehr selbst helfen können. Also ich bin dabei: Entsolidarisierung sofort, Rentenzahlung nur bei eigenem Ansparen und körperlicher Fitness, alle ohne Kinder werden nur durch die eigene Generation versorgt - so absurd wie es klingt, wäre es auch.

    • @Sybille Bergi:

      Ganz schön schief, Ihr Beitrag:



      (1) In ethischer Hinsicht, denn es sind im real-existierenden Kapitalismus die Kinder, die die Konsequenzen tragen. Und die können doch nun wirklich nichts dafür.



      (2) In sozioökonomischer Hinsicht, denn die Gesellschaft profitiert von Kindern, weshalb sie dafür auch fairerweise beitragen soll zum Kindeswohl. Mehr und besser als aktuell auf jeden Fall.

    • @Sybille Bergi:

      Kinder sind durch die Gesellschaft zu schützen und zu fördern, gerade wenn die Eltern das nicht tun Denn niemand sucht sich seine Eltern aus.

    • @Sybille Bergi:

      Unterhalt senkt wieder andere Förderung.



      Verheiratete Eltern sind eben massiv im Vorteil, weil sie sich gegenseitig helfen können. Rationalisierungsvorteil, weil nur eine statt 2 Wohnungen, Abwechseln beim Kinderhüten, deshalb mehr bezahlt äe Arbeitszeit, vor allem seelische Unterstützung.



      Das Sprichwort sagt: "Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen"



      Damit nicht Verheiratete Eltern eben nicht arm und überfordert werden, müsste man in der Nachbarschaft, Kirchengemeinde, Ehrenamtlichkeit genau dieses Dorf organisieren.

    • @Sybille Bergi:

      Naja, Partner können auch erkranken, sterben oder sich plötzlich aus dem Staub machen. Und gerade Väter, die plötzlich beschließen, sie wollen doch keine Kinder, und die Frau mit den Kindern einfach sitzen lassen, kommen leider nicht allzu selten vor. Natürlich muss in solchen Fällen die Gesellschaft einspringen - und da eine Unterscheidung nach "guten" oder "schlechten" Gründen, alleinerziehend zu sein, zu Willkür und Ungerechtigkeiten führen würde, ist es aus meiner Sicht gut, richtig und wichtig, dass die Gesellschaft an solchen Stellen Hilfe leistet.

    • @Sybille Bergi:

      Kinderkriegenist oft keine Entscheidung.

      Es passiert einfach.

      Mit dem Vater haber Sie natürlich recht.

      • @rero:

        In der heutigen Zeit ist „es passiert einfach“ totaler Blödsinn. Noch nie gab es so viele verschiedene Verhütungsmethoden und Aufklärung.

        Ich hab alleinerziehend vier und bin selbstständig und von Armut doch deutlich distanziert.

        • @ToMuch:

          Was dem einen Lebensrealität, ist dem anderen totaler Blödsinn.

          Nur weil es Verhütungsmittel und Aufklärung gibt, heißt das nicht, dass jeder sie jederzeit adäquat anwendet.

          Ich habe drei Kinder, von denen zwei nicht geplant waren.

          Ich kenne auch weitere Eltern, bei denen die Schwangerschaft einfach passiert ist.

          Ist doch nicht schlimm.

          Ich habe nicht behauptet, Alleinerziehende würden immer in Armut leben.

          Dafür kenne ich zuviele Gegenbeispiele.

          Ich habe nicht verstanden, was Sie so aufgebracht hat an meinem Kommentar.

  • Armut ergibt sich nicht aus dem individuellen Verhalten, sondern aus den lebens- und Arbeitsverhältnissen.



    In Deutschland gibt es selten die 35- oder 30-Stunden-Woche, was zur Folge hat, dass Menschen, die sich um die Familie kümmern müssen, schnell starke Einbußen haben, wenn sie auf 25 oder 30-Stunden runter gehen. Dazu kommt noch, dass Frauen weniger verdienen als Männer, selbst im gleichen Betrieb mit gleichen Qaulifikationen.



    Damit nicht genug, wer Kinder hat und versorgt, der ist auf eine Struktur aus Schule, Kindergarten, Großeltern und Helfern angewiesen, die oftmals weniger gut funktioniert, als man vielleicht glauben will.



    Armut geht dann auch mit der Anzahl der Kinder los, wer drei Kinder hat, der ist schon auf dem Weg in die Armut, wer drei Kinder hat, eines davon unter sechs Jahre und ohne Partner lebt, der ist bereits arm. Dieser Mensch müsste irgendwie ein Brutto von €5000-6000 haben, um nicht arm zu werden.



    Und es juckt die Politik nicht groß.



    Gerd Schröder hat das offensiv vertreten, wer wenig hat, dem wird Anreiz gegeben, mehr und besser zu arbeiten. Anreiz für Familie u. Kinder ist nicht vorgesehen. Die SPD will sogar weniger Urlaub dafür mehr Rentensparen.

    • @Andreas_2020:

      Und wie soll das aussehen ?

      Pro Kind ein 1000er ?

      Was wären die gesellschaftlichen Konsequenzen?

      • @Lio:

        Scheinbar wurde die Ironie nicht verstanden^^

        Einfach umschichten ist immer ein schöner Gedanke. Am Ende des Tages ist aber die Frage, wer den dann morgens um 4:00 beim



        Bäcker den Ofen anmacht, der verantwortungsvolle Jobs macht mit hohem Risiko, der Schicht arbeitet etc.

        Ich für meinen Teil kann mir sagen, dass ich mich dann zurücklehnen würde. Am Ende hätten wir alle damit weniger. Das System mit umverteilen hat leider nie funktioniert.



        Wenn ich mit 2-3 Kinder mein Gehalt ohne Arbeit so bekomme, dann würde ich mir überlegen noch was zu tun. Vor allem wenn ich derart viel abgebe, und zusätzlich höhere Beiträge zahle.

      • @Lio:

        Ein 1000er pro Kind wäre natürlich eine Reduzierung von Armut bei Alleinerziehenden, aber das ist doch nicht realistisch. Das Problem in diesem Land liegt ganz klar auf der Ebene unfairer Arbeitsverhältnbisse, langer Arbeitszeiten, niedriger Renten und schlechten Infrastrukturen für Eltern bzw. für Kinder. Wer ganz klar nicht Vollzeit arbeiten kann, der hat schon das erste Problem, dass überhaupt ein Betrieb ihn oder sie so akzeptieren muss, schon das ist schwer. Dann ist es ganz klar so, dass viele Betriebe lieber auf Männer setzen, die weniger fehlen, die wenig für ihre Kinder fehlen. Die werden dann hier bereits bevorzugt, und oftmals vermutlich auch deswegen besser bezahlt. Dann ist die Düsseldorfer Tabelle nur ein Richtwert, wer einen Ex-PartnerInn hat, der vielleicht ein geringes Einkommen hat, überlegt sich das gut, ob er/sie den vollen Betrag abruft, um dann vielleicht diesen Menschen ganz zu verlieren, oder vielleicht einen faulen Kompromiss eingeht, um den kindern Urlaubsreisen mit dem anderen Elternteil zu ermöglichen. Dann kommen auch Patchwork-Systeme hinzu, wo vielleicht ein neuer Mensch da ist, der auch wenig verdient od./u. kaum Vermögen hat.

      • @Lio:

        So in etwa. Ein halbes Prokopfeinkommen - aktuell 1.583,60 € - für jeden Bürger ab 0 Jahren, dafür muss jeder von seinen Erwerbseinkommen die Hälfte abgeben, ein geschlossener Kreislauf also (Negative Einkommensteuer zu 50 % gem. Milton Friedman).

      • @Lio:

        Bei Beamten hält man das ja für normal. Scheinbar gibt es bei uns eine Mehrklassengesellschaft, die sich hauptsächlich aus Steuern und Abgaben derjenigen finanziert, die auch nicht viel besitzen.

      • @Lio:

        Naja, es würde schon sehr helfen, die öffentlichen Betreuungsangebote flächendeckender gewährleisten zu können. Da dieses Problem mangels Personal aber ziemlich grundsätzlich ist, ist es sehr schwer, es kurzfristig zu lösen.

  • Ja, die gute Tafel.



    Von McKinsey gefördert und unterstützt.



    Warum die Regelsätze erhöhen? Die Menschen können doch zur Tafel gehen.



    Die Hater der Grundsicherung kabieren noch nicht einmal, dass genau dadurch das eigene Gehalt beschnitten wird.



    Der Mindestlohn wird immer minimal über Grundsicherng liegen.

    • @Ratio:

      Rechtschreibfehler sind beabsichtigt und können käuflich erworben werden.

      • @Ratio:

        Ist das "kabieren" noch zu haben?

        • @Yes:

          Sehr gerne.



          Das ist aber Kunst und entsprechend hochpreisig.



          Beim Schreiben des Kommentares habe ich auf dem anderen Monitor zeitgleich einige Reden und Diskussionen von dem WEF in Davos geschaut.



          Das Werk trägt den Namen "Trump in Davos 2026".

          • @Ratio:

            Danke, aber Trump? Dann hat es schon an Qualität verloren.

            • @Yes:

              Qualität??? Schnee von gestern.



              Die Lawine der Temu-Alibaba-SheIn-Pakete zeigt es deutlich. Wer auf Ramschware steht, wählt auch Trump.

      • @Ratio:

        Ich hätte dann bitte gerne ein A.

        • @V. Ohneland:

          Vergleichen Sie am besten zunächst die Preise!

  • Ich bin hier zwiegespalten. Bei aller Sympathie und Solidarität für Alleinerziehende (ich war mal in ähnlicher Lage) muss man auch so ehrlich sein zu sagen, dass ein alleinerziehendes Elternteil - also bei dem sich der andere Part wegdrückt - niemals die Möglichkeiten Kinderloser oder von Menschen in funktionalen Familien haben wird.

    Selbst wenn man das irgendwie 100% finanziell ausgleichen könnte, wären da immer noch die Zeit und die Mühen der Kindererziehung. "Das System" kann keine Partner (oder Familien, soziale Umfelder, Freundeskreise) zuweisen. Das ist halt das Lebensrisiko.

    • @Chris McZott:

      Nicht ganz. Alleinerziehende und Erziehende überhaupt leisten einen unglaublich wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.



      Der müsste vergütet werden. Nicht erst dadurch, dass bei der Rente ein paar Jahre angerechnet werden. Sondern schon während das passiert. Und zwar nicht als Almosen, sondern als Lohn ähnlich wie wenn jemand in einem Unternehmen oder für den Staat als Beamter oder Lehrer arbeitet. Und das müsste vom Rest der Gesellschaft und vor allem der Wirtschaft, die irgendwann davon einen Riesenvorteil hat, bezahlt werden.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Wenn das als Lohn bezahlt werden soll, setzt das voraus, das die Leistung stimmt. Sie wären dann ja quasi als Erzieher für die eigenen Kinder angestellt.

        Einen Mehrwert haben Kindern dann, wenn die Teil einer Gesellschaft sind, und sich in dieser zurechtfinden. Egal, ob aus ihnen einen Handwerker wird, Erzieher, Verkäufer oder Ingenieur.

        Ein Kind an sich kann auch viel kosten, wenn die Eltern Mist bauen ( Vernachlässigung etc) und nicht in der Lage sind , gesellschaftliche Werte und Bildung zu vermitteln.

        Woran wollen sie den Lohn also fest machen ?

        Aber toll. Ich setze ein Kind in die Welt und bekomm dafür Lehrergehalt. Wofür dann als Frau noch Schule machen? Strenge genommen ist das ein gewaltiger Schritt zurück in der Emanzipation

        • @Lio:

          Natürlich kann man sich darüber unterhalten, wie hoch der Lohn sein soll. Aber wenn man den Lohn davon abhängig macht, ob die Erziehung erfolgreich ist, müsste man wahrscheinlich mindestens von der Hälfte der Politiker den Lohn zurückfordern.



          Der Lohn sollte sicher nicht so hoch sein wie für einen Lehrer. Aber generell sollte der Lohn für jede Arbeit, die einen Menschen voll beschäftigt (und dazu gehört die Kindererziehung sicher dazu) so hoch sein, dass sie oder er davon leben kann und dass auch die Rente, die auf Basis dieses Jobs ausgezahlt wird, zum Leben reichen muss. Also definitiv höher als der Mindestlohn.

          Es ist ja nicht gesagt, dass damit die Frau verpflichtet ist, die Erziehung des Kindes zu übernehmen. Das könnte auch genauso der Mann machen. Oder sie können sich das auch genauso teilen. Und dann würde eben auch der Lohn entsprechend geteilt.



          Aber es als Zeichen der Emanzipation zu betrachten, wenn die Erziehung eines Kindes der Gesellschaft kein Geld wert ist, finde ich schon ziemlich erschreckend.



          Die meisten Frauen werden auch so zur Schule gehen und viele auch zur Universität. Einfach weil sie es selber wollen.

  • Dank für durchdachten Artikel, der zeigt, warum Charity ganz nett ist und den Damen/Herren bestimmt, neben der Steuerersparnis, ein gutes Gefühl beschert, aber letztlich keine Lösung darstellt. Armut ist scheinbar ein individuelles Problem.



    Völlig richtig auch der Verweis auf die Leistung, die quasi unentgeltlich erbracht wird - im besten Fall werden diese Kinder nämlich Steuerzahler und Konsumierende (das meine ich ganz wertfrei, wenn man denn den Wirtschaftsfaktor anschneiden will) und das gelingt, weil die Mutter verzichtet und Musikschule, Sportverein etc. trotz knapper Kasse bewältigt. Ich ziehe vor jeder Alleinerziehenden den Hut. (Zu den Kommentaren weiter unten - es gibt Aufstocker, d.h., das Gehalt reicht nicht. Zudem: Warum honoriert man eigentlich die Auszeit von Erbinnen/Frauen, bei denen nur der Mann das Geld nach Hause bringt, und mokiert sich über Frauen, die arbeiten, die Kinder versorgen u sich um deren Ausbildung kümmern? Weil die eine zu wenig hat u versucht, irgendwie mit Arbeit klarzukommen, ist die andere besser, weil sie das Geld geschenkt bekommt o. geerbt hat? Dazw ist natürl noch Raum - wie die alleinerziehende Rechtsanwältin, die einfach nur geschafft i)

  • taz: ***Armut ist eine Systemfrage - Ein Gefühl von Ausschluss***

    Das hatten wir aber schon vor dem "BlackRock-Kanzler". Aber da hatte man noch so getan, als ob wir tatsächlich in einem demokratischen Sozialstaat leben, wo keiner obdachlos wird und hungern muss. Mit der Merz-Union wird jetzt aber die 'ganz große Brechstange' an den Sozialstaat angesetzt, und das merken sogar diejenigen Leute, die jahrelang das Bashing gegen Hartz4/Bürgergeldempfänger mitgemacht haben - denn jetzt soll es ihnen auch an den Kragen gehen.

    Wir haben seit vielen Jahren in Deutschland Rentnerarmut, Kinderarmut, Hartz4/Bürgergeld-Armut, Millionen schlecht bezahlte Jobs (Arbeitnehmer die vom Amt Geld bekommen, da ihr Lohn nicht ausreicht), und ca. 1000 Tafeln, an denen mittlerweile jeden Monat schon 2 Millionen arme Menschen anstehen müssen um nicht zu hungern. Darüber hinaus haben wir ca. 450.000 Wohnungslose und ca. 50.000 echte Obdachlose, weil es kaum noch bezahlbare Wohnungen gibt.

    Was wir allerdings seit Gerhard Schröder nicht mehr haben ist eine soziale SPD, deshalb kann man in Zukunft auch nur noch 'Die Linke' wählen, besonders wenn man kein unsozialer Mensch ist, der nur an sich selbst denkt.

    • @Ricky-13:

      Ach ist das einfach. Man muss nur die Linke wählen und alles wird besser. Ist aber falsch. Mein Problem sind nicht die Ziele der Linken, sondern wie Sie diese umsetzen und finanzieren wollen. Da ist, aus meiner Sicht, vieles nicht zu Ende gedacht. Deshalb kann ich die Linken nicht wählen. Und von dien Antisemitismus Problem in Teilen der Partei ganz zu schweigen. Oder lassen wir das einfach hinten runterfallen?

    • @Ricky-13:

      Leider haben Sie mit ihren ersten beiden Abschnitten 100%ig recht.



      Leider haben Sie mit Ihrem letzten Abschnitt nicht recht. Denn in einer Demokratie kann man trotz der Fakten aus ihren ersten beiden Abschnitten auch noch andere Parteien wählen. Und leider wählen immer mehr die AfD. Obwohl die das Leben für die Menschen aus Ihren ersten beiden Abschnitten noch schwerer machen würde. Aber viele halten die AfD trotzdem (fälschlicherweise) für die letzten Hoffnung. Liegt vielleicht auch daran, dass die Linke vor von der CDU, teils auch von der SPD und den Grünen für die Regierung ausgeschlossen werden.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Wieso habe ich mit meinem letzten Absatz 'nicht recht'? Wenn man ein sozialer Mensch ist, dann kann man momentan doch nur noch 'Die Linke' wählen. Das werde ich in der linken taz auch weiterhin schreiben, besonders weil die neoliberal-konservativen taz-Leser dann vor Wut in ihre Tastatur beißen.

        Die AfD sehe ich nicht als eine demokratische Partei an, deshalb hatte ich sie auch gar nicht erwähnt. Leider treibt die Merz/Söder-Union die kleinen Bürger mit ihrer unsozialen Politik aber immer mehr in die Arme der AfD. Dass viele AfD Wähler auch nicht besonders intelligent sind, und eine Partei wählen, die das Leben für sie noch schlimmer machen würde, darüber müssen wir hier sicherlich nicht diskutieren.

        Und dass die SPD bei dem Sozialabbau (den sie mit Gerhard Schröder begonnen hat) jetzt auch wieder kräftig mitmacht, sagt auch sehr viel über diese 'einst' sehr soziale Brandt-SPD aus.

        Die 'soziale Brandt-SPD' ist aber schon lange tot. Die heutige SPD ist nur noch der "Steigbügelhalter für BlackRock-Merz". Wer immer noch die SPD wählt, anstatt 'Die Linke', dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

        • @Ricky-13:

          Sie haben im Prinzip mit allem Recht, insbesondere auch mit der SPD.



          Nur wenn Sie schreiben ", dann kann man ... nur die Linke wählen", dann meinen Sie eigentlich, "dann sollte man nur die Linke wählen". Aber "können" kann man eben auch andere Parteien wählen. Denn die stehen ja auch auf dem Wahlzettel. Und wenn ich leider sage, dann meine ich eben, dass es in diesem Sinne leider möglich ist, die AfD zu wählen. Das bedauere ich, denn es wäre wohl für alle besser, wenn alle die, die die AfD wählen, weil sie auf die etablierten Parteien sauer sind, die Linke wählen. Dann wäre den etablierten Parteien klar, dass sie eine sozialere Politik machen müssen, um alte Wähler wieder für sich zu gewinnen.



          Aber leider wählen manche Wähler, die sehr sauer auf die alten Parteien sind, lieber eine Partei, die möglichst laut die alten Parteien anschreit.



          Außerdem hat die Linke meiner Meinung nach zu lange den Fehler gemacht (den sie im Augenblick nicht macht), offene Grenzen zu propagieren, d.h. alle sollen kommen, die kommen wollen. Und manche, die um ihren Job und ihre Wohnung fürchten, haben da dann Angst vor - und nicht zu Unrecht. Denn viele Unternehmen nehmen lieben einen noch billigeren.

    • @Ricky-13:

      👍👍



      Genau so schaut es aus - Dankeschön für die klaren Worte zu Lage von unserem Deutschland !

    • @Ricky-13:

      Yes …anschließe mich

  • Was die Autorin vielleicht selbst noch nicht so ganz bemerkt hat: Die Einteilung in "Bedürftige" und "Leistungsträger" ist schon Quatsch.



    Menschen sind immer bedürftig und aufeinander angewiesen.

    Ich empfehle hierzu "Die Ökonomie der Geburtlichkeit" der postpatriarchischen Theologin Ina Praetorius: www.genderopen.de/...422ab8d6c/download

    Da gibt's dann auch Lösungsansätze...

  • Ich kann den Frust nachvollziehen. Leider trifft das aber auch in vielen anderen Bereichen zu. Z.B. in der Pflege, wo es uns persönlich schon massiv 'erwischt' hat.



    Die Frage ist, ab wann der Staat einspringen muss für welche Nöte? Wann muss zuerst die Familie ran, zeitlich, finanziell, Verzicht. Wann der Staat. Wo sind Härtefälle? Wie krank muss jemand sein, damit welche Hilfe stattfindet?



    Im konkreten Fall: Wo ist der Kindsvater, der Rest der Familie, wer kann im Familienkreis solidarisch sein? Wo muss der Staat hier ggf. Druck aufbauen?



    Der Kapitalismus und sein Geldversprechen im arbeitenden Individualismus ist eben mitten in der Gesellschaft fest verankert. Es tut weh, wenn das mit dem "genug Geld verdienen" nicht klappt, weil persönliche Dinge schief gehen. Ist da der Staat verantwortlich... Partnerwahl geht schief, persönliche Lebensführung und Individualentscheidungen scheitern.



    Ein weites Feld für Diskussionen.

    • @Tom Farmer:

      "Wo ist der Kindsvater..."

      Der kann sich relativ leicht vom Acker machen. Der Druck des Staates ist überschaubar.

    • @Tom Farmer:

      Ja, das ist ein weites Feld für Diskussionen. Aber die Linie der letzten Jahrzehnte "Jeder muss immer mehr Verantwortung für sein eigenes Leben übernehmen und wird dann notfalls auch immer mehr alleine gelassen" funktioniert einfach nicht. Immer mehr Menschen sind damit so weit überfordert, dass immer mehr sich von den etablierten Parteien abwenden und Parteien wie die AfD oder Politiker wie Trump wählen. Das wird dann im Endeffekt auch das Leben für die sehr unangenehm machen, die glauben, sie könnten auf eigenen Beinen stehen. Im Endeffekt werden die Gesellschaften auf diese Weise in den Abgrund rasen.



      Wenn die, die auf eigenen Beinen stehen können, nicht mehr Solidarität zeigen mit denen, die das aus verschiedenen Gründen (und sei es Pech wie z.B. Gesundheitsprobleme, falsche Partnerwahl, in eine arme Familie hineingeboren, o.ä) nicht schaffen, wird die Gesellschaft als Ganzes untergehen.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        @EchteDemokratieWäreSoSchön



        " Jeder muss in seinem Leben immer mehr Verantwortung übernehmen und wird dann notfalls in seinem Leben alleine gelassen "



        Na, da verwechsel Sie wohl die Ideologie der neoliberalen Parteien wie CSU / CDU, AfD, SPD, Grünen und insbesondere der, zum Glück und Freude aller wahren Demokraten, hoffentlich



        für immer gescheiterten FDP, mit der einzigen wahren humanistischen Partei im ganzen Bundestag der Linken ‼️

    • @Tom Farmer:

      Der Staat braucht nicht für persönliche Entscheidungen zu haften, aber für Kinder zeigt er zu wenig Engagement. Wer für Kinder alleine verantwortlich ist hat eine 24/7 Aufgabe, die ohne Hilfestellung seitens anderer Menschen schwer zu bewerkstelligen ist.

    • @Tom Farmer:

      Sie werden nie verstehen, weshalb unser gesellschaftliches Gefüge kippt.



      Ja, es mag Menschen geben, die die Sonnenseite des Lebens vielleicht nie gesehen haben.



      Auch Sie können schneller zu diesem Personenkreis gehören, als Ihnen lieb ist. Die Gründe können vielfältig sein.



      Eine Ellenbogengesellschaft wird niemals sozialen Frieden bringen.

  • Ok, es ist leider so, dass ein Teilzeitgehalt bei Alleinerziehenden kaum ausreicht die Familie zu ernähren. Üblicherweise sollte der Ex Partner auch seinen Part beisteuern, das wird in dem Artikel leider gar nicht thematisiert.



    Nein hier wird ausschließlich die Gesellschaft kritisiert, die dann auch noch durch Hilfen diskriminiert.



    Das ist mir etwas zu billig, sorry. Was wäre denn der Vorschlag der Autorin? 50% Gehaltsaufstockung durch den Staat? Für alle gleich oder dann wieder ungleich nach Einkommensgruppen? Bis zu welchem Alter der Kinder ? Nur wenn der Partner nicht zahlt oder immer ? Alles nicht so ganz einfach finde ich.

    • @M_Kli:

      Lesen Sie einfach § 33 SGB II:



      dejure.org/gesetze/SGB_II/33.html

      • @Yes:

        Wenn der Vater zahlt, braucht die Autorin doch vielleicht gar kein Bürgergeld mehr. Was soll Ihr Verweis auf den Übergang der Forderung bitte ausdrücken. Das Amt tritt in Vorleistung, weil der eigentlich verpflichtete nicht leistet und holt es sich bei ihm zurück.

        • @Dr. McSchreck:

          Ja, ich denke, darauf zielten M_Klis Fragen inhaltlich (unter anderem) ab.

    • @M_Kli:

      Selbst wenn der Expartner nach der Düsseldorfer Tabelle bezahlt, so zahlt er nach Leistungsfähigkeit. Bei einem niedrigem Gehalt kommt da auch wenig bei raus. Oftmals wird Unterhaltsvorschuss gezahlt, der liegt deutlich unter der Düsseldorfer Tabelle. Aber das Problem liegt an langen Arbeitszeiten, wer die kürzt, der kürzt sich selbst das Einkommen und später die Rente.

    • @M_Kli:

      Es geht sie nichts an, warum.Dafür gibt's viele Gründe, warum der mit Erzeugern nicht zahlt.



      Ein Staat ist für alle seine Bürger da. Sich darauf zu verlassen,das sich die Zivilgesellschaft kümmert, öffnet der Willkür Tür und Tor. Im Supermarkt darf Gemüse geprüft werden,die Inhaltsstoffe einer Verpackung gelesen werden. Das Kind muss nicht jeden Monat dem Amt eine Dankespostkarte schreiben. Das alles sind Demonstrationen der macht,die hier beschriebenen werden.



      Kindergelderhöhung wird automatisch abgezogen. Eine klare Ungleichbehandlung.



      Das ganze System baut auf Unterdrückung und Strafe, Repression auf,die täglich gespürt werden soll.



      Das das noch erklärt werden muss, ist traurig.

      • @fmraaynk:

        Vollkommen richtig. Es ist unfassbar, wie der Untertanengeist um sich greift und alles nach unten tritt. Als "Leistungsträger" gelten Erben, die Putzfrau ist eine "geringfügig Beschäftigte", sie hätte ja auch günstig heiraten können. Für seine Entscheidungen ist schließlich jeder selbst verantwortlich. Und während der Erben-Nachwuchs gern auch Kunst studieren kann, macht man es dem Putzfrauen-Nachwuchs (ohnehin - wie kann eine Putzfrau ein Kind bekommen, schamlos!), der Mathe studiert, möglichst schwer. Während Gehälter hoch besteuert werden (da hat die Putzfrau ja mal Glück; mit um die 1500 liegt sie knapp drunter), ist der Geldadel fein raus. Probleme werden nur sichtbar, wenn es die dazwischen auch so richtig treffen wird - Jobverlust durch Schließung oder Krankheit - dann ein Jahr ALG I und dann geht's rasant abwärts. Aber das entscheidet ja jeder selbst.

      • @fmraaynk:

        Der Gedanke, der "Staat sei für alle Bürger" da, ist meines Erachtens nicht ganz richtig. Der Staat ist für die Bürger da, die nicht in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen. Alle anderen sollten das tun.

        Das Geld kommt übrigens auch nicht von einem anonymen "Staat", sondern von anderen Menschen, die ins System einzahlen.

        • @Dr. McSchreck:

          Aha. Der Staat baut auch Brücken und Straßen. Die werden auch von Reichen und Durchreisenden und für Güterverkehr genutzt.

          Da ist's dann aber okay das alle dafür zahlen?

        • @Dr. McSchreck:

          Völlig richtig, und das wird in den Kommentaren hier gänzlich ausgeblendet. Letztlich läuft das Lamento der Autorin nämlich auf nichts anderes hinaus, als dass die Solidargemeinschaft ihr doch mehr Geld geben möge. Deren Pflicht es in ihren Augen offenbar ist, sämtliche Unbilden des Lebens auszugleichen.

        • @Dr. McSchreck:

          NIEMAND "sorg für sich selbst".



          Wir leben in einer hoch arbeitsteiligen Gesellschaft der gegenseitigen Versorgung.



          Und falls Sie in Wirklichkeit das meinten: Auch direkte Reziprozität ist allenfalls eine Randerscheinung - ein Mythos.

          • @Eric Manneschmidt:

            Wer arbeitet, erbringt eine Leistung, die honoriert wird und sorgt damit für sich selbst.



            Wer sich von anderen den Lebensunterhalt finanzieren lässt, tut das nicht und sich damit von seinen Mitmenschen finanzieren. Bei manchen ist das nötig, das ist dass "Solidarität". Bei anderen ist es nicht nötig.

            • @Dr. McSchreck:

              Geben Sie einfach mal in Ihrer Suchmaschine "unbezahlte Arbeit" (in Deutschland oder weltweit) ein.



              Außerdem vielleicht noch "Bullshit Jobs" sowie "Schadarbeit".



              Lesenswert ist auch "Der deutsche Hamster" von Wolf Lotter hier in der taz.

              Vielleicht fällt dann doch noch ein Groschen.

  • Das Kinder dem Staat mehr einbringen als sie kosten ist so nicht allgemeingültig zu sagen. Sie tun das statistisch eigentlich nur wenn sie nicht selbst aus prekären Verhältnissen kommen. Diese Verhältnisse reproduzieren sich leider in einem Land in dem die Klasse üblicherweise vererbt wird. Die jährlichen Folgekosten der Kinderarmut werden für den Bundeshaushalt auf etwa 100 Mrd € jährlich geschätzt. Wir könnten jetzt einfach den ganzen Blumenstrauß an Förderungen und Armutsverwaltung einstampfen und eine Kindergrundsicherung einführen. Leider ist ja aber unser verknöchertes System allerdings so unreformierbar, dass es keine echten Reformen mehr geben kann.

    • @Šarru-kīnu:

      Eine Kindergrundsicherung, die einfach mehr Geld ausschüttet, zementiet die Armut doch weiter. Man muss die Kinder befähigen, aus der Armut heraus zu kommen.

      • @Dr. McSchreck:

        "Man muss die Kinder befähigen, aus der Armut heraus zu kommen."

        Macht man aber nicht. Dazu müsste man in Bildung investieren.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Da bin ich ganz Ihrer Meinung, je früher (also jünger die Kinder), desto besser.

          • @Dr. McSchreck:

            In Bildung investieren heißt aber auch, dass sie in einer Umgebung aufwachsen müssen, in der nicht jeder € dreimal umgedreht werden muss. Bildung kostet Geld. Auch zu Hause.

      • @Dr. McSchreck:

        Was ist denn heute hier los?

        Kinderarbeit ist in Deutschland verboten. Natürlich brauchen die "einfach Geld" und nicht-monetäre Leistungen der Gemeinschaft

        • @Eric Manneschmidt:

          Die Frage ist ob einfach Geld geben (den Eltern) wirklich hilfreich ist. Alle Indikatoren sagen Eltern der Unterschicht ziehen neue Angehörige der Unterschicht heran egal wieviel Geld sie da reinpumpen. Es gibt Dinge wie bessere Schulen, kostenfreies Schulessen usw. die wahrscheinlich zielführender sind als die monatliche Überweisung zu erhöhen.

          • @Šarru-kīnu:

            Ich bin jetzt unsicher, ob Sie das alles so ernst meinen.

            Erstens spricht natürlich gar nichts gegen bessere Schulen usw. - hat auch niemand behauptet.

            Zweitens ist es natürlich nicht "egal wieviel Geld" man in die Leute der "Unterschicht" hineinpumpt. Ohne Geld können Sie nämlich in unserem Land gar nicht überleben.



            Es ist auch so, ich weiss nicht, ob Sie sich schonmal mit unserem Sozialsystem beschäftigt haben, dass es große Raten von Nicht-Inanspruchnahme gibt, d.h. das Geld erreicht gar nicht die Leute, die es brauchen.



            Und die Leute, die erreicht werden, werden stigmatisiert und gegängelt - ziemlich ungesund, was nicht gerade ihre Begeisterung und ihre Fähigkeit erhöht, an der Gesellschaft teilzuhaben bzw. beizutragen.

            Eine Erhöhung von Sozialtransfers war gar nicht mein Punkt (allerdings gibt es Indizien dafür, dass es für viele Betroffene - insbesondere mit Kindern - hinten und vorne nicht reicht). Mein Punkt ist, dass wir mal dafür sorgen müssen, dass das Geld alle erreicht - ohne Stigmatisierung und idiotische Verhaltensauflagen.

  • "das Lego-Set mit der Bitte überreicht zu bekommen, dass meine Kinder als Dankeschön ein Bild für die Spender malen sollen,"



    Ist die Investition für das eigene Seelenheil. So wie Fugger mit Fuggerei in das eigene Seelenheil investiert hat.



    Ein Geschenk ist die freiwillige Abgabe. Sobald eine Gegenleistung erwartet wird, erlischt der Status als Geschenk. Es ist also keine Spende mehr, sondern wie bei Fugger auch eine Investition ins eigene Seelenheil, die offiziell beglaubigt werden soll. Bei Fugger täglich für in beten, beim lego ein Bild malen.

    • @fmraaynk:

      Dass für Geschenke Dankbarkeit als immaterielle Gegenleistung erwartet wird, ist die menschliche Natur.

      Do ut des.

      Frwiwillig ist die Abgabe trotzdem.

      • @rero:

        Eben. Immaterielle Gegenleistung. Was ist ein Bild?

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Das Bild soll ein Beleg der Dankbarkeit sein.

          Vermutlich sind die Spender nicht vor Ort.

          • @rero:

            Das ist natürlich unpraktisch, wenn die edlen Spender gar nicht vor Ort sind. Dann kann man ja gar nicht vor Dankbarkeit vor ihnen im Staube herumkriechen! Ist ja schon fast unangenehm, dann nur ein kindergemaltes Bild als Dankbarkeitsquittung ausstellen zu können. Unter den Umständen würde ich ja fast überlegen, die Spende abzulehnen…

  • Ich weis nicht warum. Aber der Preis der Gurke triggers mich.



    Ein Gurke kostet „nur“ 1,39 und darüber freut sich die Autorin?



    Ich habe die bei dem Preis liegen lassen und zu anderem Gemüse gegriffen.



    Genau solche Zahlen fordern geradezu heraus zu sagen: geh zu Aldi. Die Differenz von 25 günstige Gurken machen das Lego-Set, was mein kleiner bekommen hat.

    Mir fehlen hier die Lösungen, Alternative. Wenn das aufstößt, soll dieses Angebot wegfallen?

    Gerade in letzter Zeit sind Flohmärkte durch wieder beliebter, es gibt Vinted, es gibt Angebote in Bibliotheken und co. Die richten sich an alle, da gehört jeder dazu. Wir nutzen das auch, die Kinder tragen fast nur 2nd Hand. Diese Systeme kann man auch nutzen. Gerade Kindersache Kosten fast nichts, weil der Markt überschwemmt ist.

    Auch den Vergleich über Berichte mit Stars finde ich schwer.

    Aber gut. Jeder macht andere Erfahrungen. Bei uns im Umfeld (Kita, Freunde ) ist klar, das es „arme“ Kinder gibt. Es ist klar, dass man sich gegenseitig unterstützt, ohne Aufhebens drum zu machen. Und das das auch bekannt ist, gesehen wird und Armut nichts abstraktes ist. Vielleicht ist der Pott da einfach realistischer und offener.

    • @Lio:

      "...geh zu Aldi..."

      Nette Werbung. Allerdings hat Google gerade für Aldi einen Gurkenpreis von 1,49€ ausgespuckt. Es gehört eben zu den Legenden aus alten Zeiten, dass Aldi immer günstig ist.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Die Rede ist hier im Artikel von einer unteren preisgrenze, die die Autorin freut. Sie gibt also im Normalfall MEHR aus.

        Wir sind fast nur bei Aldi. Scheinbar im Gegensatz zu Ihne kaufen wir regelmäßig im Discounter Gurken. 1,39 für eine Gurke ist dort richtig teuer, wir bewegen uns da im Normalfall knapp unter 1€ und im



        Winter leicht drüber. Deswegen habe ich sie letzen Samstag, wie erwähnt, liegen lassen ;)



        Ich zumindest muss mir den Preis nicht googeln. Und wenn ich Google, finde ich zb bei netto Gurken für 1,11€ in der kommenden Woche.

  • Ich sehe das zwiespältig:

    Auf der einen Seite kann ich die Frustration über das gesamtgesellschaftliche Hinnehmen von Armut, insbesondere Kinderarmut, sehr gut verstehen. Genauso, wie ich es verstehen kann, das man unzufrieden ist, wenn einem trotz echter Bedürftigkeit immer wieder das Gefühl aufgenötigt wird, man sei im Grunde eine Bittstellerin gegenüber einer quasi "erlauchten" Klasse. Einzelne geschilderte Sachverhalte wie z.B. die Bitte, die Kinder mögen als Dank für ein Legoset eine Postkarte malen, finde ich zudem schlicht übergriffig - so trichtert man schon Kindern ein, weniger wert zu sein.

    Auf der anderen Seite muss ich aber auch zugeben, dass mir hier auch ein anderes Problem auffällt: Die Autorin beschreibt, sie könne als Alleinerziehende "nicht mehr als Teilzeit" arbeiten, und hätte ohne Kinder kein Problem mit dem Auskommen, empfängt aber Bürgergeld. Das impliziert, sie ist mutmaßlich arbeitsfähig, aber arbeitet nicht - ich vermute, weil es sich verglichen mit der gegebenen Situation schlicht nicht lohnen würde. Das ist nachvollziehbar, dämpft aber zugegebenermaßen meine Sympathie für die zum Ausdruck gebrachte Anspruchshaltung - denn zu Augenhöhe gehören Zwei.

    • @Agarack:

      "Als alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern bin ich ergänzend auf Bürgergeld angewiesen."

      Sie arbeitet. Steht im Artikel. Da steht auch, warum nur Teilzeit geht.

    • @Agarack:

      Das w ä r e nachvollziehbar. Sie wissen es doch gar nicht.

      • @Yes:

        Sie haben Recht. Unglückliche Formulierung meinerseits.

    • @Agarack:

      ich verstehe es so, dass sie "nur" Teilzeit arbeitet und daher "ergänzend" Leistungen erhält.

      • @Dr. McSchreck:

        Nach erneuter Lektüre scheinen Sie Recht zu haben. Danke für den Hinweis.

        • @Agarack:

          Es scheint so, als hätten vorhandene Vorurteile gegen Armutsbetroffene Sie daran gehindert das Gelesene zu verstehen.

          Leider bemerkt man das in der heutigen Zeit immer häufiger, dass die vorurteilsbehaftete Meinung vieler durch Fakten nicht zu erschüttern ist.

    • @Agarack:

      *Autorin beschreibt, sie könne als Alleinerziehende "nicht mehr als Teilzeit" arbeiten*

      Ich verstehe die Formulierung als eindeutig. *Nicht mehr als Teilzeit arbeiten* bedeutet in Kontext u. Formulierung hier, wegen der Betreuung zweier Schulkinder kein größeres Stundenvolumen für die Berufsarbeit zur Verfügung stellen zu KÖNNEN, um als Berufstätige UND alleinerziehende Mutter den Alltag in Verantwortung für ihre Kinder bewältigen zu können. „Grammatikalisch“ kann ich es nicht stichhaltig aufdröseln (ist bei mir Note „ausreichend“). Aber die Steigerungsform „als“ sagt es. Ich kann nicht mehr als... Ich kann nur weniger als… Die Autorin hätte auch sagen können: „Ich kann nicht Vollzeit arbeiten“. Das macht es hier klarer. Weil ich gegenwärtig den Knöchel verstaucht habe, kann ich momentan nicht mehr als die Hälfte meines Spazierweges gehen.

    • @Agarack:

      Die Autorin schreibt wörtlich: "Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern bin ich ergänzend auf Bürgergeld angewiesen."



      .



      "Ergänzend" ... Ihre doppelte Vermutung ist also doppelt falsch.

      • @Kohlrabi:

        Ja, das "Ergänzend" scheine ich tatsächlich überlesen zu haben. Das ist natürlich etwas peinlich und ändert die Einschätzung durchaus. In diesem Falle belasse ich es bei der ersten Hälfte meines Kommentars - und meine uneingeschränkte Sympathie gilt der Betroffenen.

    • @Agarack:

      Gerd Schröder würde ihren Gedanken folgen: Die Frau kann doch sich besser qualifizieren und dann mehr in Teilzeit verdienen, warum jammert die so rum. Ja, weil das die Theorie ist. Wer Vollzeit arbeitet und alleinerziehend ist, der weiß, dass es sehr schwer und sehr hart für die Kinder ist. Und natürlich kommt es auf den Expartner irgendwie auch an, aber Kinder brauchen keine Theorie, die brauchen Eltern und vor allem müssen sie da sein. Und die Frau arbeitet, sie stockt auf bzw. sie muss aufstocken und das bedeutet, dass Kindergeld und Unterhalt (bzw. Unterhaltsvorschuss) plus Steuerklasse mit halbem Kind nicht reichen, um nicht arm zu sein.

    • @Agarack:

      Was für ein krass kruder Kommentar.



      Als Alleinerziehende ARBEITET sie sowieso die ganze Zeit. Und was sie da tut, ist sicherlich für die Gesellschaft sinnvoller als ein großer Teil der heutigen Erwerbsarbeit.

      • @Eric Manneschmidt:

        Auch Alleinerziehende leisten viel – das steht außer Frage. Dennoch ist unbezahlte Sorgearbeit nicht automatisch „gesellschaftlich sinnvoller“ als Erwerbsarbeit. Beide Formen von Arbeit erfüllen unterschiedliche Funktionen und sind aufeinander angewiesen. Erwerbsarbeit finanziert soziale Sicherungssysteme, Infrastruktur und öffentliche Leistungen, von denen Familien wiederum profitieren. Ein Gegeneinander-Ausspielen verschiedener Arbeitsformen greift daher zu kurz und wird der Komplexität gesellschaftlicher Arbeitsteilung nicht gerecht.

        • @Zippism:

          Das stimmt - ich hatte auch nichts anderes behauptet.

          Es ist aber Fakt, dass EIN GROßER TEIL der erwerbsförmigen Arbeit sinnlos oder sogar schädlich ist.

          • @Eric Manneschmidt:

            Da sind wir gar nicht so weit auseinander. Es gibt selbstverständlich erwerbsförmige Tätigkeiten, deren gesellschaftlicher Nutzen fragwürdig oder negativ ist. Das gilt aber nicht pauschal für „einen großen Teil“ der Erwerbsarbeit. Gesellschaftliche Wertschöpfung ist oft indirekt, schwer messbar und kontextabhängig.

            Mein Punkt war lediglich: Weder Sorgearbeit noch Erwerbsarbeit lassen sich sinnvoll in „wertvoll“ und „sinnlos“ aufteilen, ohne stark zu vereinfachen. Eine differenzierte Kritik an konkreten Tätigkeiten oder Strukturen halte ich für zielführender als pauschale Urteile.

            • @Zippism:

              Schön.



              Ich möchte allerdings noch zu bedenken geben: Im politischen, medialen und ökonomischen Mainstream ist diese pauschale Unterscheidung sehr verbreitet (übrigens auch hier in den Kommentaren): Nämlich, dass bezahlte Arbeit per se gut wäre und die Menschen entweder eher sanft (eher links) oder auch mit Existenzbedrohung (rechts) dazu gebracht werden müssten, bezahlte Arbeit zu tun. Und dass unbezahlte Arbeit im Grunde so eine Art Hobby wäre, das man auch einfach lassen kann.

              Außerdem ist natürlich unbezahlte Arbeit schon mal aus der Perspektive der jenigen, die sie tun (subjektiv) sinnvoll - sonst würden sie sie ja nicht tun.



              Bei bezahlter Arbeit ist logischerweise die Bezahlung ein starker Motivationsfaktor, so dass - bei einer rein subjektiven Betrachtung durch die Ausführenden - die Arbeit eher mal "sinnlos" sein kann.

              Da es ja - wie Sie auch schreiben - nicht so einfach ist, den "Sinn" oder "Nutzen" einer Tätigkeit objektiv zu bewerten, finde ich den subjektiven Ansatz durchaus auch interessant.

    • @Agarack:

      Mit Kindern in einem Alter, indem sie, im "Austausch" für ein "geschenktes" Legoset, ein Bild malen sollen (also wahrscheinlich eher nicht im Teenie-Alter), ist es so eine Sache mit der Vollzeitbeschäftigung. Keine Schule und keine Kita decken das zeitlich ab.

      • @Harmonie ist eine Strategie:

        Mir ging es nicht um eine Vollzeitbeschäftigung, sondern eher darum, dass meinem ersten Eindruck nach die Autorin auch keiner Teilzeitbeschäftigung nachginge. Das scheine ich aber falsch verstanden zu haben, wie Andere hier dankenswerterweise aufzeigten.

    • @Agarack:

      Vielleicht ist auch keine Teilzeitstelle in Sicht.

    • @Agarack:

      Dein Kommentar ist unerträglich.

      Im Artikel steht klar und deutlich dass sie aufstockt, das sie arbeitet so viel sie nur kann, dass es extrem hart ist mehrere Kinder und Job 24/7 unter einen Hut zu bekommen.

      Du zeigst kein bischen empathie sondern konstruierst Dir eine ausrede warum sie selbst schuld sei und haust nochmal drauf.

      Und nein, auch wenn sie keinen Teilzeitjob gefunden hätte, deren Anzahl ist nämlich begrenzt, wäre sie nicht selbst schuld.

      Sie leistet einen riesigen gesellschsftlichen Beitrag durch die Kindererziehung.

      Und das ist deine Reaktion. Mir wird übel vor Trauer über die Schlechtheit der Menschen.

      • @Klassenkleinste:

        Nun machen Sie mal halblang. Ich denke, die Charakterisierung, ich würde "kein bisschen Empathie" zeigen, ist maßlos übertrieben. Ich habe auch nicht gesagt, sie sei "selbst schuld" - das wäre ja auch abwegig. Ich habe (offenbar fälschlicherweise) angenommen, sie würde keiner Tätigkeit nachgehen, obwohl sie es könnte - und gleichzeitig Kommunikation "auf Augenhöhe" fordern. Da ich mehrere Kinder alleinerziehender Eltern kenne, welche ihr Leben lang für ihre Kinder sehr hart gearbeitet haben, fand ich das etwas daneben - aber scheine da ohnehin auf dem falschen Dampfer gewesen zu sein, da ich das wichtige Wort "ergänzend" überlesen habe.

  • Das Problem ist aber auch, dass unsere linksdrehenden politischen Gestaltungsmacher noch nicht mitbekommen haben, dass wir immer mehr in einen Schaumschlägerfeudalismus abdriften. Da werden die, denen es dreckig geht, nicht mehr so wahrgenommen. Auch weil viele Schaumschläger sich als Wohltäter mit einer Stiftung oder Ahnlichem in der Öffentlichkeit präsentieren.



    Wer will kann sehen, dass die ganz alten Zeiten wiederkommen. Nur das sie früher vor der Kirche mit offenen Händen auf Almosen gewartet haben.

    PS: Das mit dem Bild malen für eine "Gabe" ist ja der Gipfel der Unverfrorenheit.

    • @BS:

      "PS: Das mit dem Bild malen für eine "Gabe" ist ja der Gipfel der Unverfrorenheit."

      Ich weiß nicht, ich kenne Kinder, die machen sowas von Haus aus und gerne. Als Dank. Ist aber möglicherweise Erziehungssache, sich für ein Geschenk zu bedanken.

      • @Josef 123:

        Ob jemand etwas freiwillig macht oder das erwartet wird sind aber doch zweierlei paar Schuhe.

      • @Josef 123:

        Wenn die Kinder das von sich aus machen, ist das super. Hier werden sie aber von der falschen Seite dazu aufgefordert.

        Erinnert an früher. Da wurden die "Bespendeten" dazu angehalten, für die Seele des "Spenders" zu beten.

      • @Josef 123:

        Klar, wenn die Geschenke von Oma oder Opa kommen oder man ohnehin grad mal ein Bild malen wollte.

  • Sehr guter und wichtiger Artikel, den Menschen über die taz hinaus lesen müssten! Er zeigt auch gut die Zusammenhänge auf, die, gerade in Bezug auf die verschiedenen Unterstützungsleistungen sich eher behindern als den Betroffenen noch stärker unter die Arme zu greifen und sie zu unterstützen. Hier verpufft leider viel.

  • Eine Demokratie ist keine wirkliche Demokratie und kann auf Dauer nicht überleben, wenn Menschen in ihr so behandelt werden.



    Wann begreift man das endlich?

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Diesen sehr guten Artikel unbedingt teilen

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Wenn sie diese Maßstäbe ansetzen: Gibt es denn dann ihrer Meinung nach irgendwo auf dieser Welt eine Demokratie?

      • @Nisse:

        Ich kenne nicht alle Demokratien so gut. Vielleicht ist die Schweiz eine. Aber die meisten sind wohl keine wirklichen Demokratien. Und deshalb sind viele dieser Demokratien im Augenblick dabei unterzugehen. Der Demokratie in den USA geht es schon verdammt schlecht. Ungarn, Italien, Polen, Frankreich geht es auch nicht mehr gut. Und die Demokratie in Russland ist schon länger so gut wie tot.



        Aber die entscheidende Frage ist: Kann sich eine heutige Demokratie in eine wirkliche Demokratie wandeln. Also eine Demokratie, in der eine Politik gemacht wird, die wirklich für die breite Bevölkerung da ist.

        Und ich glaube, das geht.

        Für Deutschland würde es dazu vielleicht sogar reichen, aus der Schuldenbremse eine konstruktive Schuldenbremse zu machen. Also nicht einfach zu verbieten, dass das Defizit über 3% liegen darf. Sondern zu sagen, dass falls das Defizit über 3% liegt, muss eine Vermögenssteuer für die Superreichen erhoben werden, die das Defizit unter 3% drückt. Dadurch könnte wieder eine sinnvolle Politik gemacht werden, mit der die meisten Menschen zufrieden sind. Das würde meistens auf 1-3% hinauslaufen. Und nur dafür sorgen, dass deren Vermögen etwas langsamer wächst.

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Eine Demokratie kann nicht überleben, wenn die Menschen aufhören an die Demokratie zu glauben.



      In einer Demokratie ist Wandel möglich.

      • @Ratio:

        "Eine Demokratie kann nicht überleben, wenn die Menschen aufhören an die Demokratie zu glauben." Das ist so nicht korrekt. Menschen glauben so lange an ein System, egal welches, solange sie davon überzeugt sind, dass das bestehende Sytem mehr Vorteile für ihr eigenes Leben hat als ein anderes. Vorwiegend ökonomisch(!), Sicherheit, Persönlicher Frieden usw. kommt erst danach.



        Man muss also genauer hinschauen auf verschiedene Faktoren.



        Aber logo und ganz praktisch erläutert : Die SPD setzt da seit über 100 Jahren drauf: Lieber Arbeiter, Abgehängte, Arme...wähle uns, dann kriegst ihr mehr Geld. Leider ist das Versprechen endlich... weil das Geld endlich ist. Da verpasst die SPD die Zeit und wird immer weniger.

        • @Tom Farmer:

          Der Punkt ist. Dass die klassische Klientel der SPD immer kleiner wird. Korruption gibt es nicht nur jenseits der Arbeiterklasse. Inzwischen handle Korruption längst überall Einzug gehalten, indem den Leuten in der Breite Aktien aufgeschwatzt wurden. Damit sind sie selbst zu Kapitalisten geworden und schielen verstärkt auf die Interessen und Profite der Unternehmen, hoffen auf Rendite. Gewerkschaften werden durch zu Gegnern, die Schwächung und Zersplitterung der abhängig Beschäftigten ist erfolgreich. Auch die SPD ist zerrissen zwischen Neuer Sozialer Marktwirtschaft und echter Solidarität. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

          • @Achsachbloß:

            Korrigierte Fassung, hoffentlich fehlerfreier.



            Der Punkt ist, dass die klassische Klientel der SPD immer kleiner wird. Korruption gibt es nicht nur jenseits der Arbeiterklasse. Inzwischen hat die Korruption längst überall Einzug gehalten, indem den Leuten in der Breite Aktien aufgeschwatzt wurden. Damit sind sie selbst zu Kapitalisten geworden und schielen verstärkt auf die Interessen und Profite der Unternehmen, hoffen auf Rendite. Gewerkschaften werden dadurch zu Gegnern, die Schwächung und Zersplitterung der abhängig Beschäftigten ist erfolgreich. Auch die SPD ist zerrissen zwischen Neuer Sozialer Marktwirtschaft und echter Solidarität. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

        • @Tom Farmer:

          Das Geld ist endlich. So weit stimmt es.

          Aber darin liegt nicht das Problem.

          Das Problem liegt darin, dass es einige Menschen gibt, die sich unverhältnismäßig viel davon nehmen. Beispielsweise besitzen allein die reichsten 3900 Personen in Deutschland (mit mehr als 100 Mio. € Vermögen) ca. 3.000 Mrd. €. Und deren Vermögen steigt rasant. Wenn man eine konstruktive Schuldenbremse einrichten würde, dass es jeweils eine so hohe Vermögenssteuer für diese geben muss, dass das Budget-Defizit unter 3% bleibt, dann würde endlich wieder eine sinnvolle Politik gemacht werden können, mit der der Großteil der Menschen zufrieden wäre und die nicht auf die eine oder andere Art und Weise in die Katastrophe führt (Klimawandel, Rechtsextremismus...). Und dadurch würden die reichsten 3900 nicht einmal ärmer. Ihr Vermögen würde nur etwas langsamer wachsen.



          Dass die SPD das nicht macht bzw. durchsetzt, da verpasst die SPD wirklich die Zeit und wird dadurch von immer weniger Menschen gewählt.

          • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

            Vollkommen richtig, nur wird das viel zu wenig in der Öffentlichkeit diskutiert und wenn holt man sofort die Neidkeule raus oder verweist auf Arbeitsplätze.



            Wenn man sich aber mal genauer mit dem Thema



            befassen würde wüsste man das genug da wäre.

        • @Tom Farmer:

          Also erstens ist Geld nicht "endlich". Schlagen Sie mal "Fiat-Geld" nach.

          Zweitens ein Zitat aus Martin Luther Kings letztem Buch „Where Do We Go From Here: Chaos or Community?“ (1967):



          "Es ist die heute vorherrschende Tendenz in unserer Gesellschaft, die Distribution auf einer Knappheit aufzubauen, welche verschwunden ist, und unseren Reichtum in die überfüllten Mäuler der Mittel- und Oberklasse zu pressen bis diese nahezu am Überfluss ersticken."

        • @Tom Farmer:

          Thema war Demokratie und nicht der persönliche Wohlstand oder Reichtum.



          Richtig, der Glaube an ständiges wirtschaftliches Wachstum und der Irrglaube, Kapital könnte sich ständig vermehren, sind gescheitert.



          In einer Demokratie ist es aber immer möglich, Parteien abzuwählen oder sogar neue Parteien zu gründen.



          Auch für scheinbar festgefahrene Situationen ist eine Lösung möglich, wenngleich diese auch mit Einbußen verbunden wäre.



          Nennen Sie mir ein System, welches besser wäre?

          • @Ratio:

            Doch, Demokratie und Wohlstand hängen eng zusammen. Überkegen Sie mal, welche Revolution NICHT aus Armut und folgender massiver Not entstand. Von Frankreich bis Iran jetzt. Prosperierende Gesellschaften scheitern nie.

            • @Tom Farmer:

              Naja, dem Schah ging es ziemlich gut. Auch Marie Antoinette und Ludwig XVI ging es ziemlich gut. Auch dem Adel. Nur hatten eben nicht alle etwas von dieser prosperienden Gesellschaft.



              Und genau das ist auch das Problem in den westlichen Demokratien. Den reichsten 10-30% geht es immer besser, und insbesondere die Allerreichsten werden mit einem Wahnsinnstempo reicher. Aber die ärmsten 30-50% haben den Eindruck, dass das Leben für sie immer schwieriger wird (z.B. durch gestiegene Mieten, Lebensmittel-, Energiepreise, gesunkene Löhne und Renten) und sie haben immer mehr Angst vor der Zukunft und vor Altersarmut.



              Gesellschaften, in denen so viele Menschen so empfinden, die können sehr leicht scheitern.



              Und unsere Gesellschaft ist auf dem besten Wege zu scheitern. Ähnlich wie die USA gerade dabei ist zu scheitern.

  • Armut in Deutschland wird grundsätzlich negiert.



    Es mag viele Länder geben, in denen die Armut viel größer erscheint.



    Letztendlich sind es unterschiedliche Armutssysteme, die nicht einfach verglichen werden können.



    Die Armut in Deutschland findet versteckt statt.

    • @Ratio:

      Wer negiert Armut grundsätzlich?

      Dass wir hier über relative Armut reden, trifft ja zu.

      Genauso wie der Umstand, dass für ein Leben auf Bürgergeldniveau in anderen Ländern Europas Leute 40 Stunden die Woche arbeiten gehen müssen.

      Das ist keine Frage von " Armutssystemen".

      Und ja, absolute Armut ist härter.

      Das kann und sollte man klar benennen, um keinen falschen Narrativen von Rechten Nahrung zu geben.

      Das Leben für Leute in relativer Armut kann man ja trotzdem verbessern.

      • @rero:

        Was ist eigentlich "relative Armut"?



        Eine Erfindung derer, die im Wohlstand leben.

        "Die Armut in Deutschland findet versteckt statt."

        Wissen Sie, von wem ich das Zitat übernommen habe?



        Von der leider verstorbenen Jenny De la Torre Castro, Gründerin einer Obdachlosenambulanz in Berlin.



        Gebürtig aus Peru kannte sie die Armut in Peru und in Deutschland. Ich habe mit ihr oft über die unterschiedlichen Armutssysteme gesprochen.

        • @Ratio:

          Wenn Sie in Berlin leben, erstaunen Sie mich umso mehr.

          Ich erlebe hier jeden Tag Armut.

          Bettler in der U-Bahn, Obdachlose im Bahnhof, schlafende Alkoholiker, Psychotiker, ...

          Versteckt ist da gar nichts.

          "Relatve Armut" ist eine "Erfindung" von Sozialwissenschaftlern, um Menschen mit relativ wenig Ressourcen zu beschreiben, die aber die klassischen Armutskennzeichen, wie Hunger oder Obdachlosigkeit, nicht aufweisen.

          • @rero:

            All die vielen Kinder, die mit nüchternem Magen in den Schulen sitzen, leben die Armut versteckt.



            Die haben oder leiden bestimmt auch keinen Hunger?

  • Danke für Ihren Gastkommentar. Ihre Erfahrungen müssen Gehör in der Gesellschaft finden.