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AfD-VerbotHört doch endlich zu!

Marco Fründt

Kommentar von

Marco Fründt

Seit Jahren wird diskutiert, ob man die AfD verbieten kann oder sollte. Warum nicht einfach auf jene hören, die die NS-Zeit erlebt haben?

Menschen protestieren gegen die AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Berlin Foto: Carsten Koall/dpa

S chon seit über zehn Jahren wird in Deutschland darüber diskutiert, ob man die rechtsextreme AfD verbieten sollte. In NRW haben sich zivilgesellschaftliche Gruppen nun zusammengeschlossen, um die Landespolitik endlich zum Einlenken zu bewegen. Kri­ti­ke­r:in­nen der Partei war schon früh nach ihrer Gründung 2013 klar, dass nicht unwesentliche Teile der AfD aus Rechtsextremen bestehen.

Erst Jahre später, 2019, reagierte der Verfassungsschutz mit der Einstufung des sogenannten „Flügels“ um Björn Höcke als rechtsextremen Verdachtsfall. Seit Anfang 2025 gilt die Gesamtpartei als gesichert rechtsextrem, selbst wenn der Verfassungsschutz diese Bezeichnung bis zum Ende der AfD-Klage nur intern nutzt.

Solange die Debatte schon dauert, wird sie auch von Stimmen begleitet, die ein AfD-Verbot entweder fälschlicherweise für nicht möglich oder aber sogar für falsch halten. Für Letzteres sind die Argumente verschieden: Manche sagen, man müsse die AfD wegen der relevanten Zahl an Wäh­le­r:in­nen­stim­men miteinbeziehen. Dem Opfernarrativ der Partei die Grundlage zu entziehen funktioniert aber nicht. Ihm zu folgen, mündet, wie wir sehen, zwangsläufig in einem Rechtsruck.

Manche linken Geg­ne­r:in­nen eines Verbots wiederum führen an, dass das Verbot einer Oppositionspartei nicht nur autoritär, sondern auch ein Eingeständnis des Scheiterns der liberalen Demokratie ist. Damit haben sie sicher recht. Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben, liegt auf der Hand. Und auch der Einwand, ein AfD-Verbot würde die Rechtsextremen in Deutschland nicht verschwinden lassen, ist korrekt.

Zeit für „letzte Mittel“ wie das Parteiverbot

Wir befinden uns in einer Zeit, in der die liberale Demokratie einerseits immer häufiger enttäuscht, weil sie illiberaler wird und sie andererseits massiven Angriffen durch die AfD & Co. ausgesetzt ist. Ein Parteiverbot sollte das letzte Mittel sein. Doch wir befinden uns in der Zeit der letzten Mittel. Es kann jetzt nur noch darum gehen, Schlimmeres zu verhindern.

Hören wir doch auf jene, die den Nationalsozialismus erlebt haben. Erst vor wenigen Tagen warnte der Holocaustüberlebende Leon Weintraub vor der AfD: „Die Verbrechen der Nazis begannen nicht in Auschwitz. Sie begannen mit Ausgrenzung, Erniedrigung und mit Verächtlichmachung der Jüdinnen und Juden und weiterer Minderheiten.“ Das Gleiche tut heute die AfD.

Sich gegen die Feinde der Demokratie zu wehren, sei die entscheidende Lehre aus dem Holocaust, sagt Weintraub. Ja, es gibt Unterschiede zwischen den Nationalsozialisten und der AfD. Doch die Parallelen sind zu zahlreich. Das sagen neben His­to­ri­ke­r:in­nen auch Holocaustüberlebende wie Leon Weintraub, Albrecht Weinberg oder Sally Perel. Wenn Bun­des­po­li­ti­ke­r:in­nen „Nie wieder“ sagen, wie können sie dann jene ignorieren, die es selbst erlebt haben und sagen, es geht wieder los?

Daher, hören Sie ihnen zu, wenn sie sagen: „Leiten Sie ein Verbotsverfahren gegen die AfD ein. Die Geschichte wird es Ihnen danken.“

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Marco Fründt
Seit November 2024 Volontär der taz Panter Stiftung. Studierte Politik- und Erziehungswissenschaften in Bielefeld und Thessaloniki sowie Neogräzistik in Berlin. Derzeit im Ressort Reportage und Recherche. Schwerpunkte: Erinnerungspolitik, Inklusion und der griechischsprachige Raum.
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233 Kommentare

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  • Was ich versuche zu artikulieren bedeutet, dass ich mit mir selbst uneins bin. Einerseits denke ich, eine Partei wie die AfD zu verbieten ist undemokratisch und verhindert den offenen Umgang mit jenen, die die Freiheit eines Volkes begrenzen wollen und mag genauso destruktiv für eine Demokratie wie die Faschismus hen Züge der rechtslastigen. Andrerseits frage ich mich, ob der Wille zu Meinungsfreiheit, Demokratie und individueller Äußerungskraft zu weit geht, wenn man faschistischen, freiheitsraubenden, rassistischen und menschenrechtsleugnenden Parteien und Organisationen keinen Einhalt gebietet. Das Ganze ist ein paradox aber ich sehe keine Lösung durch Debatten und Kompromisse mit Mitmenschen, die uns in eine dunkle Welt der Verfolgung, Zwiespalt, Hass auf alles Fremde und einer totalen Einschränkung unserer Freiheit zurückführen wollen. Deshalb tendiere ich (erst seit kurzem) für den Verbot der AfD, und gleichzeitig denke ich, es ist zu spät. Die Menschheit hat noch nie aus der Geschichte gelernt, sollten wir es doch ermöglichen, dann müsste man sie verbieten, aber wie weit werden wir dann diese Einengung ‚erweitern‘? Wo hört das dann auf?

  • Ein AFD Verbot hilft niemanden

    • @Marcelo:

      "Ein AFD Verbot hilft niemanden"



      Allen außer der AfD.

  • In Sachsen-Anhalt erreicht die AfD z.Zt. 39% lt Wahlumfragen. Was würde dort passieren, wenn die AfD verboten würde? Das Verbot einer knapp 40% Partei wäre m. Mng. das Ende der Demokratie in Sachsen-Anhalt. Man darf nicht nicht vergessen, dass zu den 39% auch viele öffentliche u. private Waffenträger gehören. Ich halte nach so einem Verbot bewaffnete Unruhen für möglich.

    • @Piratenjäger:

      Seh ich andersrum: Wenn die AfD an der Macht ist, ist die Demokratie vorbei

    • @Piratenjäger:

      @ Privatenjäger



      Müssten sich nicht schon längst die nicht rechtsextremistischen AfD Wähler, mit Hilfe einer Splitterpartei, von den rechtsextremistischen AfD Wählern distanzieren. Eine Partei mit fundierten Anliegen und gesellschaftlich akzeptabelem, humanistischen Parteiprogramm, da wäre doch nichts gegen einzuwenden. " Humanisten für Deutschland " - meine Stimme könnte glatt dabei sein 😉

      • @Alex_der_Wunderer:

        Ja, gute Idee, aber passiert nicht, oder?

    • @Piratenjäger:

      Was, wenn die AfD nicht verboten würde, sondern in S-A die Regierung stellte? Wäre damit die Demokratie gesichert? Die loben sich doch selbst als Alternative zur (korrupten, elitären, autoritären, manipulativ, usw.) Demokratie aus, und werden von vielen genau deshalb gewählt.



      Um die AfD inhaltlich zur schwächen, hätten Union, SPD, FDP bisher viel weniger korrupt, elitär, autoritär, manipulativ ... sein müssen.



      Die AfD markiert sich selbst als wahre (volksnahe) Demokraten, und strebt tatsächlich das Gegenteil an. Das ist die Parallele zur Weimarer Republik: die Faschisten damals nannten sich (volksnahe National-) Sozialisten als Alternative zu den korrupten, elitären, autoritären, ... Altparteien, und waren tatsächlich der Inbegriff all dessen, was sie lautstark angriffen.



      Gut möglich, daß es bei einem Verbot Anhänger geben wird, die zur Waffe greifen, um die "Demokratie" zu verteidigen. So wie ja die SA damals den "Sozialismus" schützte.



      Der Etikettenschwindel ist die Methode, die es aufzudecken gilt. Dazu kann eine Prüfung durch das BVerfG helfen.

    • @Piratenjäger:

      "Was würde dort passieren, wenn die AfD verboten würde? Das Verbot einer knapp 40% Partei wäre m. Mng. das Ende der Demokratie in Sachsen-Anhalt."



      Was würde passieren, wenn eine demokratisch gewählte verfassungsfeindliche Partei gegen die Verfassung regiert? Wäre das auch noch in Ordnung, weil ja demokratisch?

      Wer verfassungsfeindliche Absichten hat, ist aufzuhalten. Wenn dies dadurch geschieht, die wählbaren Optionen auf verfassungskonforme einzugrenzen, ist das erst einmal nichts verkehrtes.



      Wer auf verfassungsfeindlichen Wahlmöglichkeiten besteht, stellt sich außerhalb der demokratischen Ordnung. Da würde ich viel eher ein Ende der Demokratie verorten.

      "Ich halte nach so einem Verbot bewaffnete Unruhen für möglich."



      Die SA damals war auch so ein Fall. Schlussendlich hat - unter anderem, natürlich - die Gewalt von der Straße Hitler zur Macht verholfen.



      Wer mit bewaffneten Unruhen droht, um eine verfassungsfeindliche Partei an die Macht zu bringen, ist bereits im Erpressermodus und ein Fall für die Polizei.

    • @Piratenjäger:

      Nicht nur in Sachsen Anhalt sondern in ganz Deutschland

  • Ich wäre mit der Forderung auf die zu hören die die NS- Zeit erlebt haben vorsichtig. Das werden mittlerweile praktisch nur noch Leute sein die im 3. Reich aufgewachsen sind. Ob jemand der die ersten 15 Jahre seines Lebens mit Nazipropaganda erzogen wurde, weder was von der Machtergreifung noch von Konzentrationslagern mitbekommen hat (ich kann schwer beurteilen wie glaubhaft es ist wenn ein Kind sagt wir wussten von nichts) und dessen schlimmste Erinnerungen wahrscheinlich die Eroberung Deutschlands durch die Alliierten ist darf durchaus angezweifelt werden.

    • @Blechgesicht:

      Es geht um Überlebende des Holocaust.



      Die warnen vor der AfD

      • @Ingo Knito:

        Ich sehe wer im Text erwähnt wird aber es wird in der Überschrift und im Text gefordert auf jene zu hören die, die NS-Zeit erlebt haben.

    • @Blechgesicht:

      Ein guter Ratgeber ist darf durchaus angezweifelt werden.

  • Es ist leicht, in den Kommentarspalten von Zeitungen ein Parteiverbot gegen die AfD zu fordern. Es ist ungleich schwerer, dieses vor dem BVerfG auch durchzusetzen. Wäre der Erfolg eines solchen Antrags so gewiss, wie manche "Nazis verbieten"-Rufer tun, dann wäre das Verbotsverfahren längst eingeleitet, das Verbot beantragt und vom BVerfG bereits bestätigt. Doch so einfach ist es eben nicht. Bislang gelten z. B. nur einzelne Landesverbände der AfD als "gesichert rechtsextrem", aber ob sich damit ein bundesweites Parteiverbot begründen lässt, steht auf wohl eher sehr wackeligen Füßen. Hat man aber die Verbotskarte erst einmal augespielt und ist damit gescheitert, ist das ein ungeheurer Propagandaerfolg für die AfD. Politische Gegner sollte man in Demokratien lieber politisch bekämpfen statt juristisch. Unsere Verfassung legt die Messlatte für Parteiverbote absichtsvoll extrem hoch. In dem Zusammenhang sei an den gescheiterten Verbotsantrag gegen die NPD erinnert.

    • @Olli P.:

      Und genau deshalb ist es höchste Zeit, ein Prüfverfahren einzuleiten, das die AfD auf deren Verfassungstreue bzw -feindlichkeit prüft. Fällt sie da durch, ist es ein demokratischer Vorgang, sie zu verbieten. Um letztlich die Demokratie zu erhalten.

    • @Olli P.:

      Soweit ich mich erinnere, scheiterte der Verbotsantrag vor allem daran, daß die NPD zu klein war, um für die Demokratie eine Gefahr darzustellen. Das kann man von der AfD nun nicht mehr behaupten. D.h. gerade die große Wählerschaft könnte in diesem Sinne für ein Verbot sprechen.



      Vor dem Partei-Verbot steht erstmal die Prüfung der Verfassungstreue durch das BVerfG. Die Union wird das nicht beantragen, weil sie dann 1. wegen einiger Ähnlichkeiten selbst in ein ungünstiges Licht geriete, und weil sie 2. gerne die bei einem Verbot die heimatlos werdenden Wähler einsammeln würde.



      Besser politisch als juristisch bekämpfen - unbedingt! Leider haben aber vor allem die Unionsparteien längst bewiesen, daß ihr Gerede von der Brandmauer nur für die um die Macht konkurrierende Partei gilt, nicht jedoch für alle ihre politischen Ziele. Da ist der GEMEINSAME Hauptgegner immer noch links-grün, aufgrund seiner politischen Inhalte.

    • @Olli P.:

      "Hat man aber die Verbotskarte erst einmal ausgespielt und ist damit gescheitert, ist das ein ungeheurer Propagandaerfolg für die AfD."



      Diese Verbotskarte bzw. deren Ausbleiben wird von rechts ständig ausgespielt und ist ein ungeheurer anhaltender Propagandaerfolg für die AfD.



      "Politische Gegner sollte man in Demokratien lieber politisch bekämpfen statt juristisch."



      Grundsätzlich richtig. Wenn der politische Gegner allerdings den Kampf auf Faktenverdrehungen verlegt, hat er den politischen Kampf als solche bereits verlassen. Damit muss umgegangen werden.



      "In dem Zusammenhang sei an den gescheiterten Verbotsantrag gegen die NPD erinnert."



      ...der aufgrund der geringen Erfolgsaussichten dieser Partei scheiterte. Das wollen Sie hier doch wohl nicht behaupten?

  • Warum stellen jene Abgeordnete im Bundestag die ein sofortiges Verbot fordern nicht einfach einen Verbotsantrag? Dann würde man sehen, wer dafür und wer dagegen ist. Und vielleicht findet er eine Mehrheit!

  • Vielen Dank für diesen Kommentar!



    Übrigens, ein gewisser Bernd Höcke ist immer noch Lehrer und Landesbeamter in Hessen. Und das obwohl er geschworen hat: "Ich schwöre ... Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und die Verfassung des Landes Hessen sowie alle in Hessen geltenden Gesetze wahren ....".



    Solche Leute lachen doch über unseren Staat.

  • "Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben, liegt auf der Hand"

    Es sind immer in erster Linie die regierenden Parteien in der Vergangenheit, die zuvorderst Verantwortung für aktuellen politischen Verhältnisse trage. Das ist selbsterklärend. Mit dazu gehören dann auch die Ampelparteien unter denen die AfD noch mal extra dazu wuchs.

    Aber welche Fehler will dieser so einfach daher kommende Satz ansprechen? Bekanntlich zieht und zog die AfD ihre Kräfte vor allem aus der Bekanntlich zog und zog die AfD ihre Kräfte vor allem aus der Migrationspolitik, die dazu führte, dass Deutschland weltweit mit am meisten Flüchtlingen aufnahm.

    Wenn der Artikel das als Fehler ansieht, dann liegt er ganz schön nah beim Denken der AfD.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Obwohl Sie grundsätzlich Recht haben, muss man den Zankapfel "Migrationspolitik" schon in einem größeren Kontext sehen, denn derartige Ressentiments erstarken immer im Windschatten anderer Sorgen und Unzufriedenheiten. Nicht ohne Grund hat die AfD ihre großen Zuwächse vor allem in Regionen erzielt, die alles mögliche an Problemen haben aber sicher keine galoppierende Überfremdung.

      Inwieweit man die jeweils regierenden Parteien für diese Sorgen und Unzufriedenheiten verantwortlich machen kann, ist natürlich Ansichtssache. Die Merkel-Regierung hat z. B. die Euro-Krise eigentlich ganz gut abgewettert. Aber das war kein Schutz vor dem "J'accuse!"-Finger von Lucke & Co., dass es überhaupt den Euro gab (was die Union unter Kohl verbrochen hatte). Und wer beigebracht bekommen hat, dass der Staat und die Regierung ALLES könne und man sich nur ja keine Sorgen machen müsse, der wird auch noch vieles Andere finden, was er den Regierungen der vergangenen Jahrzehnte anlasten könnte - zuviel Staat, zuwenig Staat, überrumpelnde Digitalisierung, demografische Entwicklung, Klima etc.. Alles "gute" Gründe, um Ausländer für Alles verantwortlich zu machen - je widersprüchlicher desto lieber...

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      "Migrationspolitik, die dazu führte, dass Deutschland weltweit mit am meisten Flüchtlingen aufnahm."



      Laut UN-Flüchtlingswerk waren die aufnahmewilligsten Länder Iran, Türkei, Kolumbien, Deutschland und Uganda, mit jeweils etwa 0,03 Flüchtlingen pro Einwohner. Betrachten wir im Verhältnis das Pro-Kopf-Einkommen pro Einwohner, ist Deutschland demnach sowohl aufnahmefreudig als auch geizig.



      Aber ja, es ist schon seltsam, dass die sonstigen wohlhabenden Länder der Welt in dieser Liste nicht auftauchen.



      Dennoch, daraus ein staatsbedrohendes Problem zu machen, ist... unverhältnismäßig, um es einmal milde auszudrücken.

      • @Encantado:

        >0,03 Flüchtlingen pro Einwohner

        Dennoch, daraus ein staatsbedrohendes Problem zu machen, ist... unverhältnismäßig, um es einmal milde auszudrücken.<

        Solche Aussagen der etablierten Parteien sind genau der Grund, warum die afd gewählt wird.

        • @A. Müllermilch:

          "Solche Aussagen der etablierten Parteien sind genau der Grund, warum die afd gewählt wird."



          Nein. Der Grund, warum die AfD gewählt wird, besteht - neben einer grundsätzlich vorhandenen Rechtsaffinität - schlicht in der Unfähigkeit, sich der echten Probleme anzunehmen. Das sind nämlich nicht die Flüchtlinge, sondern Wohnungsnot und ähnliches. Das explizit erwähnt, weil mit Sicherheit niemand die Unterkünfte beziehen will, in der die meisten Flüchtlinge hierzulande leben.

          Ja, die normalen Parteien sind ganz offensichtlich zu dämlich, die Probleme dieses Landes absehbar zufriedenstellend zu lösen. Aber wer glaubt denn, die AfD könnte das? Niemand mit klarem Verstand.

          • @Encantado:

            "Das explizit erwähnt, weil mit Sicherheit niemand die Unterkünfte beziehen will, in der die meisten Flüchtlinge hierzulande leben."

            Hier im Ort hat sich Anno 2016 der Bürgermeister geweigert, zwei von den Eigentümern angebotene leerstehende Häuser für die "Flüchtlingsunterbringung" zu nutzen, weil die angeblich "unter Standard" waren. Hat die Eigentümer (die ob des Angebots von einzelnen angemacht wurden) genauso wenig amüsiert noch die Angehörigen der 2015/2016 verstorbenen vorherigen Bewohner (erst recht nicht die Schnittmenge aus beiden - eines der Häuser war von Angehörigen der Eigentümerin bewohnt worden). Jetzt wohnen halt wieder "Eingeborene" drin.

            Anekdotische Evidenz, ich weiß. Hat aber trotzdem die Gründung eines weiteren AfD-Ortsverbands befeuert...

            • @FriedrichHecker:

              "Anekdotische Evidenz, ich weiß. "



              Ja, es gibt solche Geschichten, und nicht wenige. Was das ganze ja nicht gerade einfacher macht.



              Ich rede jedoch von den Container-Unterkünften, die ich hier bei mir in der Gegend des Öfteren sehe. Vielleicht auch was regionales.



              Bevor jemand fragt: NRW.

      • @Encantado:

        Ich frage mich nur wo die taz dabei den Fehler von CDU, CSU und SPD sieht. Es sind diese drei Parteien, die die Aufnahme von Flüchtlingen zu verantworten haben. Das war doch kein Fehler! Oder sieht man den Fehler darin, dass nicht noch mal so viele aufgenommen werden?

        • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

          "Ich frage mich nur wo die taz dabei den Fehler von CDU, CSU und SPD sieht."



          Ich kann nicht für die taz sprechen, aber m. E. besteht der größte Fehler dieser Parteien darin, die AfD-Politik in abgeschwächter Form als Lösungsansatz zu verkaufen. Und wenn das nicht funktioniert, liegt der Schluss nahe, dass es dann wohl die echte Politik ohne Abschwächung sein muss...

  • Obwohl eher linksliberal, habe ich die AfD bis vor 2 Jahren gewählt, in erster Linie aus Frust über die anderen Parteien, wegen des vielen Ärgers mit Jobcenter und GEZ, aber auch weil ich hoffte, daß die AfD sich wieder nach links bewegen würde.



    Anfangs war sie unter Lucke eine gemäßigte national-liberale Partei, auch Fehlentwicklungen bei Hartz IV und Industriesubventionen wurden kritisiert.

    Auch die GRÜNEN waren in der Anfangszeit sehr radikal, hatten auch in den ersten Jahren viele sehr rechts stehende Politiker in ihren Reihen, was heute gerne unterschlagen wird.



    Leider ging die Entwicklung der AfD in eine völlig falsche Richtung.



    Leider wurde schon die Lucke AfD in eine rechtsextreme Ecke gestellt, in der sie nicht gehörte.

    Aber wenn man das Mahnwesen der "GEZ" umstellen würde, die Leute im Jobcenter besser behandeln würde und nicht ständig Geld im Ausland verpulvern würde, während man im Jobcenter, Sozialamt, Wohnungsamt usw. immer nur "Kasse leer" hölrt, könnte man die Wahlergebnisse der AfD schon um mindestens ein Drittel abschmelzen. Nur es passiert nichts, man macht praktisch alles um der AfD immer mehr Wähler zuzutreiben.

    • @Video2000:

      Haben Sie sich eigentlich mal auf Basis des Parteiprogramms der AFD sowie auf Aussagen ihrer Mitglieder informiert, wie Menschen im Jobcenter behandelt werden, wenn die AFD regiert? Und wieviel Geld noch in den Kassen ist, wenn die AFD ihre Steuerpläne umsetzt, die ausschließlich den Wohlhabenden bis obszön Reichen dienen werden und eine Umverteilung von unten nach oben noch beschleunigen werden?

    • @Video2000:

      @ Video2000



      ...& jetzt wählen Sie nicht mehr die AfD, wie kommt's, Fernsehprogramm besser geworden ?



      Entwicklungshilfe als Geld verpulvern zu bezeichnen ist schon krass, vielleicht sollten wir mehr gesunde, arbeitsfähige Bürgergeldbezieher ins Ausland zur Entwicklungshilfe versenden...

    • @Video2000:

      Ich finde Ihren Beitrag im gewissem Sinne mutig.



      Was ich aber nicht verstehe:



      vor 2 Jahren war die sicher nicht rechtsradikale Lucke/Henkel AfD doch schon lange, lange Geschichte.

    • @Video2000:

      Ehrlich, wer eine rechtsextreme Partei wegen GEZ-Gebühren wählt, hat eigenartige Prioritäten.



      Damit sage ich nix über die AfD zu Lucke-Zeiten; das war... eigenwillig, aber noch im Rahmen. Wer das heute noch tut, wird sich wundern, was dabei rumkommt.

  • Um was geht's hier ?



    Vielleicht um die Frage, warum unsere - von uns legitimierten Parlamentarier, die für unsere Interessen eintreten sollen, scheinbar noch nicht die fundierten und auf Fakten basierende Analyse, die Dr. jur. Hendrik Cremer, für unser Deutsches Institut für Menschenrechte erarbeitet hat, noch nicht zur Kenntnis genommen und studiert haben ?



    Unsere Parlamentarier scheinen ja sehr an dem für Deutschland essentiellen, notwendigen Parteiverbot, der als gesichert in Verdacht stehenden rechtsextremistischen Partei der AfD und somit eine Partei, die unseren demokratischen Rechtsstaat extrem gefährdet, zu sein.



    Wir Bürger & demokratischen, humanistischen Wähler sehen es an dem Engagement unserer Parlamentarier in dieser Angelegenheit und nehmen es zur Kenntnis.



    Zur Analyse :



    www.institut-fuer-...erbot-sind-erfüllt



    Dankeschön liebe, engagierte Parlamentarier - für bisher NIX , in dieser Angelegenheit.

    • @Alex_der_Wunderer:

      404 Diese Seite wurde leider nicht gefunden.

      Vermutlich ein schlechtes Omen, wenn man das von einer Seite für Menschenrechte angezeigt kriegt.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Ergänzung zum Link - unter Schuchbegriff " Hendrik Cremer AfD Verbot " eingeben.

    • @Alex_der_Wunderer:

      "".......die unserem demokratischen Rechtsstaat.......""



      ==



      Zu Ihrem von Ihnen mit "unserem" bewunderten Rechtsstaat gehört der Verfassungsschutz, das Bundesverfassungsgericht auf der rechtlichen Ebene und auf der politischen Ebene die Abgeordneten der 16 Länderparlamente und der Bundestag.



      =



      Ihre Danksagung für nichts ist leider unvollständig - ist der Grund Unkenntnis der in der Verfassung festgelegten Organe und deren Funktion oder ist es Absicht?



      =



      Grüne und Linke haben im Abgeordnetenhaus in Berlin einem Antrag der beiden Regierungsparteien CDU und SPD zum Thema Parteienverbot zugestimmt.



      =



      Gildet Ihre freundliche Danksagung ""für nichts"" auch den Berliner Abgeordneten der Linken, Grünen, SPD und CDU?



      =



      Vielen Dank für Ihre Antwort im Vorraus.

      • @zartbitter:

        @zartbitter



        Meine " Danksagung " gilt ALLEN Parlamentariern, die inzwischen seit Jahren die Präsenz der AfD im Bundestag nutzen, um für ihre unzureichende Ausübung ihrer eigentlichen Aufgabe, die Interessen der Wähler zu vertreten, zu entschuldigen / rechtfertigen.



        Vorallem gilt mein Dank allen Parlamentariern, die auch im zweiten Wahlgang bei der Bundeskanzlerwahl nicht ihre Stimme Friedrich Merz gegeben haben.



        Auf was warten denn die Parlamentarier, die einem Antrag auf ein Verbotsverfahren der AfD, nicht vehement zustimmen ? Auf ein Wunder - die AfD würde sich über Nacht selbst Auflösen ? Es gibt keine andere Möglichkeit, als dieses Verbotsverfahren, längst überfällig - endlich auf den Weg zubringen.



        Beabsichtigt unsere aktuelle Regierung eigentlich die sich im Wehrdienstalter befindenen AfD Sympathisanten auch an der Waffe auszubilden & zu bewaffnen ?

  • taz.de/Nach-taz-Recherche/!6153302/



    =



    Weil bei einer Person im Umfeld des rechtsextremen Vereins Sprengmaterial gefunden wurde, verschiebt das Bundesverwaltungsgericht seine Entscheidung - das gefundene Sprengmaterial war so gefährlich das es vor Ort gesprengt wurde.



    =



    Die agd weist Verbindungen zu verschiedenen rechtsextremistischen Strukturen auf, wobei Berichte insbesondere eine zunehmende Vernetzung mit der vom Bundesinnenministerium im September 2023 verbotenen rassistisch-völkischen Gruppe "Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e.V." nahelegen.



    =



    Die Artgemeinschaft wurde als rechtsextremistische Vereinigung eingestuft, die Ideologien des Nationalsozialismus verbreiten. Sicherheitsbehörden und Beobachter der rechten Szene haben wiederholt Überschneidungen und Kontakte zwischen Mitgliedern der agd und Personen aus dem Umfeld der Artgemeinschaft festgestellt. (Vernetzung der agd in die rechtsextreme Szene).



    =



    Nach dem zu erwartenden endgültigen Urteil über die agd als rechtsextremistische Partei geht es darum, reale Gefährdungen



    klar für den Verbotsantrag zu benennen.

    • @zartbitter:

      @ Zartbitter



      Dazu kommen noch die ganzen Burschenschaften mit ihren aktiven " alten Herren " , oftmals auch gerade aus juristischen Burschenschaften, jetzt aktiv in sämtlichen politischen " Pöstchen " im Bundestag, juristisch als Anwälte unterwegs oder in der Justiz an den Gerichten tätigen - Ex-Burschies...



      Glaubt da echt auch nur noch ein, über mäßigem Versand verfügender Mensch, an ein Verbotsverfahren ? 😂🤣😂🤣😅

  • taz: *Hören wir doch auf jene, die den Nationalsozialismus erlebt haben. Erst vor wenigen Tagen warnte der Holocaustüberlebende Leon Weintraub vor der AfD ...*

    Der Mann ist Jahrgang 1926, also 100 Jahre alt. Wie viele von den Holocaustüberlebenden sind denn überhaupt noch da? Und wer soll denn auf die alten Menschen hören, die noch den Nationalsozialismus erlebt haben; etwa unsere Unions-Politiker, die sogar schon so reden und handeln wie AfD Politiker?

    taz: *Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben, liegt auf der Hand.*

    Besonders die Union (CDU/CSU) bekämpft ja lieber 'Die Linke' und 'Die Grünen', als sich endlich mal um die wahren Demokratiefeinde in diesem Land zu kümmern. Aber solange das Damoklesschwert AfD über unseren Köpfen schwebt, kann die Merz-"BlackRock"-Union den Sozialstaat (Art. 20 GG) ja ungestört weiterhin demontieren.

    "Wer die AfD stoppen will, muss die CDU stoppen", lese und höre ich jetzt des Öfteren. Vielleicht ist da ja ein Fünkchen Wahrheit drin, besonders wenn man sich mal anschaut, wie die Merz-Union mit ihrer xenophoben und unsozialen Politik immer mehr naive Bürger in die Arme der AfD treibt.

    • @Ricky-13:

      "Wer die AfD stoppen will, muss die CDU stoppen"



      Aus meiner Sicht ist das nicht wahr, sondern ein typischer Auswuchs linker Selbstgewissheit, dir wie so häufig die Rechnung ohne den Wirt - sprich: den Wähler - macht: Die "Rechten" alle als eine Soße Betrachten und immer das Gegenteil von dem Tun, was sie wollen, wird sie schon kleinkriegen. Seit wann das??

      "CDU Stoppen" hieße doch, MEHR von der Politik zu machen, die die Leute zur AfD treibt. Die Umfragen der letzten Jahre belegen eindeutig, dass es eine sehr stabile Mehrheit "Rechts der Mitte" gibt. Ein nicht unerheblicher Teil des Wählerpotenzials der AfD innerhalb dieser Mehrheit ergibt sich paradoxerweise daraus, dass die AfD mit ihrer - wohlverdienten - Außenseiterrolle eine inhaltliche Durchsetzung verhindert (Beispiel: Der Unionswähler will Migrationsbegrenzung, der AfD-Wähler auch, aber radikalere; Mehrheiten gäbe es mindestens für die Unionsposition, bekommen tun beide aber: fast garnichts). Das frustet, und die AfD bietet das Ventil für diesen Frust. Glauben Sie ernsthaft, der Frust wird GERINGER, wenn man erst so RICHTIG die Politik jener Minderheit macht, von der sich die AfD-Affinen ungerecht dominiert fühlen?

      • @Normalo:

        @Normmalo



        Grundgesetz lesen hilft, wenn Sie wieder klare Sicht bekommen wollen.



        Auch wenn eine Mehrheit von Rechtsextremisten hier in Deutschland irgendetwas " wollen " würde, würde diese rechtsextremistische Mehrheit hier nicht regieren dürfen. Seit wann haben denn Verbrecher, auch wenn sie eine Mehrheit bilden würden, wieder irgendwelche Befugnisse in diesem Land ?



        Wo leben Sie denn und wo kommt so ein krudes, unrechtmäßiges Gedankengut nur her ?

        • @Alex_der_Wunderer:

          **... würde diese rechtsextremistische Mehrheit hier nicht regieren dürfen.**

          Das steht leider so nicht wortwörtlich im Grundgesetz, dass Rechtsextremisten nicht regieren dürfen. Die Väter des Grundgesetzes dachten wohl, dass so eine verbrecherische Idiotie (1933 - 1945) nicht noch einmal in Deutschland auftritt, deshalb haben sie es versäumt, es explizit ins Grundgesetz zu schreiben.

          Das Grundgesetz definiert die Bundesrepublik als "wehrhafte Demokratie" (implizit aus Art. 20 und Art. 21 GG). Das bedeutet, dass die Verfassung Mechanismen bietet, um Parteien oder Personen auszuschließen, die darauf abzielen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen.

          Solche 'Mechanismen' muss man dann aber auch anwenden wollen, aber das sehe ich bei gewissen Leuten aus der CDU nicht.

          Friedrich Merz kennt keine staatspolitische Verantwortung und hat sogar schon das Vokabular der AfD angenommen. Ein Mann der jederzeit mit der AfD koalieren würde, wenn er dadurch einen Vorteil für sich und seine reichen Freunde sieht, hätte niemals Kanzler werden dürfen. Merz wird immer mehr zu einer Gefahr für den deutschen Sozialstaat und auch für unsere Demokratie.

          • @Ricky-13:

            @Ricky-13



            Merz & seine Konsorten nutzen die AfD inzwischen zur Umsetzung ihrer Politik - also die Interessen von Industrie-, Wirtschafts-, & Kapitalstrukturen rigoros umzusetzen. Die Bevölkerungsinteressen sind längst aussen vor. Irrelevant sozusagen.



            Die Spaltung innerhalb einer Gesellschaft war schon immer zum Vorteil für die Mächtigen.



            Davon jetzt einmal abgesehen, führen wir uns den Parteieinzug der AfD 2017 nochmals vor Augen. Damals war die AfD noch im Schwerpunkt Eurokritisch unterwegs - von rechtsextremistischen Auswüchsen war noch nichts in der AfD erkennbar. Ich halte diesen Rechtsextremismus auch für absichtlich, später von aussen in die AfD impliziert.



            Wie haben die etablierten Parteien damals gemeinschaftlich reagiert ? Die Brandmauer wurde schon von Begin an zum Schutz der eigenen Machterhaltung, parteiübergreifend gezogen.



            Daran erkannte doch schon die letzte Schlafmütze die Strukturen der " repräsentativen Demokratie " die weit entfernt von wahrer Demokratie ist.



            Trotzdem dürfen wir von unseren Parlamentariern erwarten, alles dafür zu unternehmen diese Partei aufzulösen. Eine Demokratisierung der AfD Wähler kann aber nur von uns als Gesellschaft heraus erfolgen

            • @Alex_der_Wunderer:

              **Merz & seine Konsorten nutzen die AfD inzwischen zur Umsetzung ihrer Politik ...**

              Das wird auch noch schlimmer werden. Der Sozialstaat wird von der Merz(CDU)/Söder(CSU)/Klingbeil(SPD)-Koalition immer mehr abgebaut; und die armen Menschen werden immer frustrierter.

              Und wenn dann alles Soziale zusammengebrochen ist und die AfD überall die Mehrheit hat - weil die naiven Bürger lieber weiterhin die Rechten wählen, anstatt die Linken und Grünen - dann steigt der BlackRock-Lobbyist und 12-facher "Mittelschicht"-Millionär in sein Privatflugzeug und haut ganz schnell aus Deutschland ab.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Dann zeigen Sie mir doch mal bitte, wo im Grundgesetz steht, dass Rechtsextremisten nicht regieren dürfen (Tipp: Nicht zu viel Zeit mit der Suche verschwenden)! Es gibt natürlich die Verbotsmöglichkeit nach Art. 21, aber die ist - wie hier schon recht breit diskutiert - ein zahnloser Tiger, solange sich kein (mehrheitsgestützt entscheidender) Antragssteller findet und/oder die Rechtsextremisten es schaffen, auch nur um Haaresbreite an der manifesten Verfassungsfeindlichkeit vorbeizuschrammen.

          Davon abgesehen ist nicht jedes Ziel, dass die AfD verfolgt oder bei dem sie zumindest mitziehen könnte, per se verfassungsfeindlich oder auch nur verfassungswidrig. Niemand will mit ihr koalieren, aber natürlich gäbe es punktuell Mehrheiten für etliche Wunsch-Maßnahmen der Union, die SPD, Grünen und Linken ein Graus, aber deutlich innerhalb des Rahmens der Verfassung lägen. Stand heute wären diese Mehrheiten auch demokratisch legitimiert. Es steht nur die Brandmauer davor (die würde ich für mich persönlich auch als "demokratisch legitimiert" betrachten, weil ich keine Partei wählen würde, die mit der AfD kooperieren möchte, aber das können Andere auch anders sehen).

          • @Normalo:

            @Normalo



            Als was würden Sie denn einen Wähler bezeichnen, der eine unter gesicherten Verdacht stehende rechtsextremistische Partei wählt ?



            Da gibt's doch nun kein wenn oder aber - ein bisschen Mörder gibt's auch nicht.

            • @Alex_der_Wunderer:

              "Als was würden Sie denn einen Wähler bezeichnen, der eine unter gesicherten Verdacht stehende rechtsextremistische Partei wählt ?"

              Für ein abschließendes Urteil bräuchte ich wohl mehr Informationen, am besten eine Aussage von dem Menschen selbst, was er sich dabei denkt. Aber als erste Annäherung wäre es wohl aus Gründen der Vorsicht:



              Depp.



              (...von der gefährlichen Sorte) Nur: Was hat das mit unserer Diskussion zu tun? Mehrheit ist immer noch Mehrheit, und der Staat kann OHNE Verbotsbeschluss aus Karlsruhe nicht einfach Großteile der Bevölkerung, in AfD Hochburgen sogar die satte Mehrheit der dort lebenden Menschen, einfach für zu dumm oder zu niederträchtig erklären, als das ihre Stimmen politisch berücksichtigt werden dürften. Zum Einen sind derart hohe "Deppen-Quoten" tatsächlich wenig wahrscheinlich (und man müsste eben mal differenzierter auf die Motivationen der Leute schauen), zum Anderen ist es genau NICHT Sinn einer Demokratie, dass die selbsterklärt Richtiggepolten urteilen, ob der Rest "stimmwürdig" ist oder nicht.

      • @Normalo:

        **Aus meiner Sicht ist das nicht wahr, sondern ein typischer Auswuchs linker Selbstgewissheit, ...**

        Etwas anderes habe ich von Ihnen auch nicht erwartet, denn Sie sind ja seit Jahren in der linken taz der "Anwalt" der Konservativen und Neoliberalen.

        Dass die Merz-Union die Bürger in die AfD treibt, das sieht man ja. Merz wollte die AfD halbieren, hat sie aber verdoppelt. Und wenn Friedrich Merz mit seinen fremdenfeindlichen Sprüchen so weitermacht, dann werden sicherlich viele Unionswähler so begeistert davon sein, dass sie gleich das Original AfD wählen, anstatt den unsympathischen Sauerländer, der die Bürger ohnehin nur als dumme Malocher ansieht, die gefälligst für die Aktiengewinne der Reichen mal mehr arbeiten sollen.

        Und den Armen hat man jahrelang eingeimpft, dass die Linken und Grünen "das Böse" sind. Und da CDU/CSU/SPD sich nicht für arme Menschen interessieren, bleibt denen ja nur noch übrig die AfD zu wählen. Dass sie damit das wirklich Böse wählen, begreifen diese Leute allerdings nicht.

        Derweil kann Merz den Abbau des Sozialstaates in Ruhe fortführen und dabei hilft ihm das Damoklesschwert AfD. Vielleicht ist BlackRock-Merz gar nicht so dumm, wie man immer glaubt.

        • @Ricky-13:

          Was Normalo tut, ist denken, reflektieren, Zusammenhänge herstellen.



          Wenn das für Sie neo-liberalismus ist, dann nehme ich dieses Schimpfwort gerne für mich an.

        • @Ricky-13:

          Es ist charmant, wie fein Sie zwischen selberdenkenden mündigen Bürgen (die Merz nicht leiden können) und manipulierbarem Stimmvieh (dem "eingeimpft" wird, rot-grün nicht leiden zu können) unterscheiden. Das ist Teil der Selbstgewissheit, die ich meine: "Wenn der Wähler mir nicht erkennt, dass für ihn richtig ist, was ICH für richtig halte, sind Andere schuld..."

          Sie gehen im Übrigen leider nicht auf meine Argumente ein, sondern bashen nur Merz. Das ist wenig konstruktiv und bedarf daher keiner weiteren Antwort.

        • @Ricky-13:

          "Dass die Merz-Union die Bürger in die AfD treibt, das sieht man ja. Merz wollte die AfD halbieren, hat sie aber verdoppelt."

          Sie verwechseln da was. Merkel und dann noch mal die Ampel haben die AfD verdoppelt. Auf Merzens Konto gehen "nur" 3 Prozentpunkte Steigerung...

          Fairerweise muss man sagen, dass er sein Versprechen der Halbierung darauf baute, eine "rechte" Politik zu fahren. Das tut er ja aktuell gar nicht. Die Regierung Merz ist aus Sicht eines konservativen Wählers bestenfalls ein Mü rechts der Ampel. Zum Beispiel wird die "linke" Staatsbürgerrechtsreform der Ampel nicht revidiert... Außer "fremdenfeindlichen Sprüchen" ist da wenig...Merz steht immer noch links von Helmut Kohl.

  • Es ist ja der Trick der Demokratiefeinde. Sie (mit menschenverachtenden Zielen/Programm) fordern demokratische Zulassung/Wahlen ein, während sie demokratische Entscheidungsgremien abschaffen wollen. Und viele gehen ihnen trotzdem auf den Leim.



    Aber die fehlende Aufarbeitung, der völlig falsche Umgang mit der braunen Zeit (und ihrer Täter), die jahrzehntelange Vernachlässigung der Gefahr von Rechts (man suchte seine Feindbilder ja lieber im Mikrokosmos links) haben das Bett des heutigen Dilemmas verursacht.

  • "Warum nicht einfach auf jene hören, die die NS-Zeit erlebt haben?"

    Hm da finden sich bestimmt auch welche, die die AfD nicht verboten haben wollen. Das ist kein für mich keine Begründung.

    • @sneaker:

      Ein Wort muss mann ändern „erlebt“ in „überlebt“ ( und das mit Glück, Mühe und Unterstützung mutiger Helfer).



      Und da die 100jährigen wegsterben, haben wir bald nur noch (dank heutiger Technik) die Filmaufnahmen ihrer Schicksalsschilderungen. Wer es damit nicht kapiert, …..

  • Es gibt Wähler, die schlussfolgern, wenn eine Partei auf dem Wahlzettel steht und wahlrechtlich zugelassen ist, dass diese dann ohne Bedenken wählbar ist.



    Diese Wähler verstehen nicht, dass eine Partei rechtsextrem und auch verfassungsfeindlich sein kann, auch ohne dass diese nicht zugelassen ist.



    Ich fürchte, dass diese Gruppe Wähler, nicht klein ist.

    Ich plädiere spätestens jetzt, wo die AfD Russland-, Putin-, Elon Musk- und Trump-nah ist und sich zudem dagegen ausspricht, dass die deutschen Bürger ihr Land verteidigen sollen, und sogar damit argumentiert, dass es in unserem Land "nichts zu verteidigen gäbe", für ein sofortiges Verbot dieser "Mischpoke".



    Soetwas in der jetzigen Bedrohungslage zu vertreten kommt einer innenpolitisch unterlaufenen Auslieferung unseres Landes an externe Agressoren nahe.



    Zu ähnlich sind die Mechanismen und Vergleiche zu der Machtergreifung der Nazis,. Und spätestens seit die USA uns diese Usurpation eines ganzen Staatssystems eindrücklich live vor Augen führt, kann keiner mehr die Augen vor dieser akuten Gefahr verschließen.



    Alle demokratischen Parteien sind in der Verantwortung Spalterei und Lobbyismus zu beenden und an Seriösität zu gewinnen

  • Erstmal braucht es eine juristisch sehr robuste Beurteilung und das Urteil, ob die Afd nun gesichert rechtsextrem ist.

    Wenn dann so ein Verfahren startet, soll das um die 5 Jahre dauern, bis es wirklich zu einem Verbot kommt. Wie man an der Jugendorganisation der AFD gerade beobachtet hat, wird dann schnell eine neue Organisation gegründet. Und die kann dann erstmal genauso rechtsextrem sein.

    Da die AfD auch von den Republikanern unterstützt wird, stehen der Bundestag und die demokratischen Parteien inzwischen zusätzlich unter Druck: Bloß kein Risiko im fragilen Verhältnis zum Paten, wenn die Zoll(Daumen)schraube droht, läuft der Wahlkreis heisst.

    Man sollte meinen, dass die regierenden Parteien jetzt alles unternehmen, um Zweifel an der Überlegenheit unserer Mehrparteien-Demokratie auszuräumen. Gefühlt passiert aktuell das Gegenteil, quasi täglich wird der Wähler mit neuen unsinnigen Vorschlägen in die Arme der AFD oder (hoffentlich!) der Linken getrieben.

    Gute Politik machen, nehmen Sie sich ein Beispiel an den erfolgreichsten Bundesländern, liebe Volksvertreter*innen. Was vor Gericht rauskommt, kann man nie sicher sagen, Versuch macht hier nicht klug.

  • Wahrscheinlich werden wir noch 10 Jahre über den Verbotsantrag diskutieren. Diskutieren ist auch viel gemütlicher als sich dafür zu entscheiden und den Antrag zu stellen. Eine armselige Vorstellung der Parteien. Die AfD sagt Danke. :-(

    • @Black & White:

      "Wahrscheinlich werden wir noch 10 Jahre über den Verbotsantrag diskutieren."



      Hoffentlich!



      Ich fürchte allerdings, bis dahin hat sich das Problem auf ganz andere Weise erledigt...

  • > Ein gescheiteres Verbotsverfahren wäre ein Disaster. <

    Was wäre denn ein erfolgreiches Verbotsverfahren? Ein Viertel der Bevölkerung traut dem "demokratischen Block" nicht mehr zu, die Probleme unseres Landes zu lösen. Nach dem Verbot gibt es rechts von der cdu nichts mehr. Alternative zur - aus Sicht der Rechten - unfähigen Merz-Regierung wäre dann nur noch eine Grünen-dominierte Regierung.

    Wählen können sich die Rechten in diesem unserem Lande dann gleich sparen. Was sollen die Rechten dann machen? Einsehen, dass sie die Bösen sind und auf politische Teilhabe ganz verzichten?

    Wir haben dann eine Gesellschaft, in der ein Viertel der Bevölkerung von der politischen Willensbildung ausgeschlossen ist.

    • @A. Müllermilch:

      "Was sollen die Rechten dann machen? Einsehen, dass sie die Bösen sind und auf politische Teilhabe ganz verzichten?"



      Innehalten, reflektieren, warum ihre präferierte Partei nicht zu unserem demokratischen Staat passt, und weiter an der politischen Willensbildung teilhaben.



      Wenn Sie unterstellen, dass alle AfD-Wähler zu dumm dazu sind, plädieren Sie demnach für einen Entzug der Wahlberechtigung aufgrund politischer Ansichten?

      • @Encantado:

        Ob Ihre Ansicht stimmt, werden wir schon in 7 Monaten bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt wissen.



        Dort haben die Wähler es in der Hand zu zeigen, dass sie lernfähig sind - eigentlich müssten sie sich dann in Massen von der AfD abwenden, weil sie erkennen, dass die AfD viel korrupter ist als die etablierten Parteien, denen sie genau das vorwirft.

        • @Abdurchdiemitte:

          "Ob Ihre Ansicht stimmt, werden wir schon in 7 Monaten bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt wissen."



          Solange die Partei ganz offiziell wählbar bleibt, wird man bezüglich meiner Ansicht überhaupt nichts wahrnehmen können.



          "...dass die AfD viel korrupter ist als die etablierten Parteien, denen sie genau das vorwirft."



          Das Problem dabei: die sogenannten 'etablierten Parteien' _sind_ in großen Teilen korrupt. Muss ich z. B. den Namen Jens Spahn in den Raum werfen? Und die Position, in der er sich nach wie vor befindet? Tatsächlich ist es nicht leicht, hier bezüglich Korruption gedanklich noch einen draufzusetzen (ja, das ist denkbar, siehe Trump, aber sowas kennen wir hier - noch - nicht). Da fällt es schwer, argumentativ erfolgreich zu sein.

    • @A. Müllermilch:

      Das BVerfG genießt auch ganz rechts deutlich mehr Respekt als die "Alt-Parteien". Der würde sich in den Augen der realitätsresistenteren AfD-Anhänger zwar schmälern, wenn es sich auf deren Seite stellen sollte, aber ich denke schon, dass ein nicht unerheblicher Teil der AfD-Wähler durchaus von einem Verbot beeindruckt wäre. Die AfD-Blase, in der die AfD die verfassungsmäßigen Rechte zurückerobern will - von Parteien, die sie schleichend abschaffen -, würde ein Stückweit platzen. Und wer das Vakuum füllen würde, wäre entweder gemäßigter oder hätte zumindest nicht die Ressourcen der AfD.

      • @Normalo:

        Zeit ist ein wesentlicher Faktor hinsichtlich der Radikalisierung von Parteien. Und leider ziehen sie dabei auch ihre Wähler mit, was man an den Radikalisierungstendenzen der AfD in den letzten 10 Jahren sehr schön ablesen kann. Vor allem noch dann, wenn die „etablierten“ Parteien die Probleme nicht in den Griff bekommen, die zum Aufstieg der Rechtsextremisten führten



        Im Zusammenhang mit einem AfD-Verbot höre ich oft das Argument, deren Wähler würden dann schon irgendwie in den Schoß von CDU oder SPD zurückkehren (mangels Alternative am rechten Rand).



        Kann man da so sicher sein? Das rechtsextremistische Gedankengut schlummert in den Köpfen (schon immer). Wegen der Präsenz der AfD ist es nur sichtbar geworden und hat sich immer weiter radikalisiert, weil es einen immer größer werdenden öffentlichen Raum/Resonanz (Social Media) dafür gibt.



        Hinzu kommt der wachsende Abstand zur NS-Zeit und deren Verbrechen (Faktor Zeit), was sich Neurechte zu Nutze machen, die Relativierung und „Normalisierung“ der deutschen Geschichte fest im Blick.



        Erinnerung wirkt dagegen wie ein Kampf gegen Windmühlenflügel, die Erinnerungskultur selbst steht bereits unter massivem Rechtfertigungsdruck..

        • @Abdurchdiemitte:

          Natürlich würde ein Parteiverbot nicht das Verschwinden rechtsextremer Tendenzen bedeuten und auch nicht notwendigerweise die verirrten Schäfchen automatisch zurück in die Arme jener Parteien treiben, denen sie vorher im Groll den Rücken gekehrt haben. Und "sicher" ist schonmal garnichts, wenn es um Menschen und starke Emotionen geht.



          Aber ein AfD-Verbot wäre aus den genannten Gründen trotzdem nicht von Nachteil, WENN hinreichende Beweise vorliegen: Die Tendenzen mag es weiter geben, aber ihrer Ansammlung von Macht würde ein Knüppel zwischen die Beine geworfen. Das einzige Risiko einer "Verschlimmbesserung" sähe ich in einem (erfolgreichen) Aufstand düpierter AfD-Anhänger, aber wie realistisch ist das?

          Davon abgesehen würde ich mir im Hinblick auf zukünftige Ausreißer auch wünschen, dass die Werkzeuge der Verfassung nicht ungenutzt verrosten - gerade wenn ihre Existenz ein wenig spannungsgeladen ist. Das BVerfG hat bereits - in (aus meiner Sicht falsch verstandener) Loyalität zum unbedingten passiven und aktiven Wahlrecht - in den NPD-Verfahren regelrechte Beißhemmungen an den Tag gelegt. Die werden nicht vergehen, wenn man jetzt verschüchtert die Finger vom Parteiverbot lässt.

          • @Normalo:

            Ich plädiere ja nicht gegen ein Parteiverbot, wenn ich daran erinnere, dass der Müll nicht so schnell aus den Köpfen verschwindet. Und die Motive, eine rechtsextremistische Partei zu wählen, können zahlreich sein und auch individuell. Der rechtsextremistische Bodensatz ist bei den 25% AfD-Affinen natürlich auch mit eingepreist, aber Sie würden nie von mir hören, dass alle AfD-Wähler Nazis sind.



            Wohl aber sehe ich eine nicht unerhebliche ideologische Schnittstelle zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus/Faschismus. Und das halte ich für gefährlich, da es die Unionsparteien letztlich dazu verleiten könnte, sich mit der AfD ins Bett zu legen („halb zog er sie, halb sank sie hin“).



            So lange die Union noch die Integrationskraft hatte, die verirrten rechten Schäfchen ins demokratische Spektrum zurückzuholen … aber diese „Funktion“ sehe ich schon lange nicht mehr.

            • @Abdurchdiemitte:

              Die Gretchenfrage hier ist "Was tun?".

              Dass die Wählerschaft der AfD über den rechtsextremen Rand hinausgeht, zeigen schon die Ergebnisse im Osten, wo von "Bodensatz" nicht die Rede sein kann. Da ist der Haufen nicht nur eine, sondern (örtlich zumindest) DIE Volkspartei. Und obwohl natürlich nicht an jedem Ort die Verteilung politischer Einstellungen dem statistischen Mittel entsprechen kann, ist doch regional derart dominant verwurzelter Rechtsextremismus sehr unwahrscheinlich.

              Aber wie fängt man die "resozialisierbaren" AfD-Verführten wieder ein? Mit weltoffener, öko- und sozialfokussierter rot-grüner Politik? Die ist diesen Leuten wirklich anathema, egal wie ekelig sie insgeheim die Scharfmacher der AfD finden mögen.

              Auch "national gedachter Sozialismus" à la Wagenknecht wird in der Klientel kaum breit verfangen. Vor allem aber ist er dem Rest des politischen Spektrums (meine Wenigkeit dezidiert eingeschlossen) nicht zu vermitteln und bietet, wenn man krass ehrlich ist, ähnliche Kapermöglichkeiten für Rechtsaußen wie die nationaliberale Plattform der ursprünglichen AfD.

              Von daher passt mir die Aussage eines Parteiverbots eigentlich: "Seit halt rechts, aber HALTET MASS!"

              • @Normalo:

                "Dass die Wählerschaft der AfD über den rechtsextremen Rand hinausgeht, zeigen schon die Ergebnisse im Osten, wo von "Bodensatz" nicht die Rede sein kann."

                Vielleicht kann man aber konstatieren, dass dort - ähnlich wie in den USA - große Gruppen von Wahlberechtigten schon in erheblichen Maße von der Realität abgekoppelt sind. Entgegen der Behauptungen von Trump oder Weidel stehen nämlich weder die USA noch Deutschland faktisch vor dem Untergang. Trotzdem glauben erhebliche Teile des Wahlvolkes in den von Ihnen skizzierten Bereichen diese Mär. Falsch informiert, fehlgeleitet und verwirrt durch die permanente Bombardierung von Lügengeschichten über die "sozialen" Medien, deren Algorithmen gezielt im Dienste dieser radikalen Partei arbeiten, entwickelt sich hier eine Zerstörungswut, die so in der Form keine Berechtigung hat.

              • @Normalo:

                Hinsichtlich Ihrer Einschätzung des BSW stimme ich zu und gestehe, in der Wagenknecht-Truppe irrtümlicherweise tatsächlich für eine Zeit einen (demokratischen) Hebel gesehen zu haben, der AfD das Wasser abzugraben. Hat halt nicht funktioniert.



                Dann finde ich aber, dass Sie die Multipliktorenfähigkeit von Parteien (zumindest in deren eigener Blase) unterschätzen. Die These wäre dann, dass sich die Anhänger-Basis der AfD gerade WEGEN derer Radikalisierung Richtung Rechtsextremismus vergrößert hat und nicht trotz dieses Umstandes. Und dass diese Radikalisierung definitiv stattgefunden hat (von der wirtschaftsliberal-nationalkonservativen Lucke-AfD hin zur völkischen Höcke-AfD, inklusive der undurchsichtigen Rolle des Führungsduos Weidel/Chrupalla) bestreitet ernsthaft niemand.



                Mit anderen Worten: die AfD hat ihre Wähler auf dem Weg der Radikalisierung mitgenommen und nun haben wir das Problem verfestigter Einstellungsmuster. Zwischen den etablierten Parteien konnte man noch hin und her wechseln, bei der AfD gibt es kein Zurück. Rationale Überzeugungsarbeit verfängt nicht, weil die AfD die Wirkkraft der sozialen Medien eher als alle anderen erkannt und für sich nutzbar gemacht hat.

  • Einer "gesichert rechtsextremistischen" Partei den Zugang zu Wahlen zu gestatten, ist so gefährlich, dass Art 21 GG ihr Verbot ermöglicht. Und m.E. zwingend fordert:



    .



    》Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig《 - gerade vor dem Hintergrund des Aufstiegs der NSDAP liegt es nicht im Belieben von Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung, eine verfassungswidrige Partei gewähren zu lassen (womöglich noch aus parteitaktischen Gründen), ohne das Bundeverfassungsgericht anzurufen.



    .



    Hier ist die Exekutive, ist die Bundesregierung gefragt: ihre Erkenntnismöglichkeiten sind mit dem Verfassungsschutzgutachten vom Mai 2025 ausgeschöpft, sie muss die Sache Karlsruhe vorlegen.



    .



    Dies gilt für die Regierung Merz, es galt auch schon für die Restampel taz.de/-AfD-Jugend...bb_message_5131157



    .



    Und natürlich kann eine "Brandmauer" nur ein Provisorium sein, soll sie nicht zum virtuellen Pendant des "antifaschistischen Schutzwalls" der DDR werden.

    • @ke1ner:

      Das sehe ich auch so, die AfD geht ja bei der gegenwärtigen Lage der Politik und mit dem Erstarken des weltweiten Imperialismus immer weiter, z.B. dass sie zuletzt vertreten hat, dass es in unserem Land nichts zu verteidigen oder zu schützen gäbe, und dass sie insofern dagegen seien, dass Deutschland sich überhaupt verteidigt!



      Wie weit soll das noch gehen? Putin-, Musk-, Trumpnähe...was soll noch passieren, damit man versteht, was vor sich geht und dass wir akut gefährdet sind?



      Lässt man die AfD zur Wahl zu, so hat diese zudem das Recht auf staatliche Förderung...demokratische Fördergelder, für eine Partei, die das System abschaffen will? Dass das nicht rechtens ist und demokratisch auch nicht vorgesehen sein kann, ist offensichtlich!



      Schützen können sich die demokratischen Parteien nur durch Glaubwürdigkeit, Seriosität, Integrität und Gerechtigkeit. Jeglicher Lobbyismus ist zu unterbleiben.



      Mir hallen immer noch die gleichen Phrasen des Herrn Merz in den Ohren "Am ersten Tag meiner Amtszeit werde ich...", ob er auch einen Filzer zum unterschreiben hat wie Trump? ; (

  • So bitter wie es klingt, aber Antisemitismus ist inzwischen kein rechtes Privileg mehr. Links hat man ganz schön aufgeholt. Ich denke da nur an die Reportage von Kontraste des rbb, als unter Hammer und Zirkel Bodo Ramelow angefeindet wurde, weil ersichtlich an einer Podiumsdiskussion über Antisemitismus beteiligt hat. Vielleicht sollte man da auch mal prüfen.

    • @Georg Sonntag:

      "Antisemitismus ist inzwischen kein rechtes Privileg mehr."



      Ist es im Grunde noch nie gewesen, allen hehren Beteuerungen zum Trotz.

  • Wir brauchen weder eine neoliberale, in gesicherten Verdacht stehende rechtsextemistische, menschenverachtende Partei, wie die der AfD, noch brauchen wir militante, " christliche " neoliberale Unionsparteien, in unserem demokratischen Deutschland, sonst ist es hier bei uns bald mit der Demokratie gewesen. Sozialabbau wohin man schaut, aber wenn man mitbekommt, wie Parlamentarier parteiübergreifend ihre Verwandschaft im Politik Business unterbringen, finanziert von unseren Steuergeldern, darf man getrost 🤑



    frontal ZDF sei gedankt.

    www.mehr-demokratie.de

    ☮️ www.friedenskooperative.de ☮️

    • @Alex_der_Wunderer:

      was für Parteien wir brauchen und welche nicht entscheiden nicht einzelne Personen sonst war es das mit der Demokratie!

      Demokratie bedeutet freie Wahlen und Mehrheit entscheidet somit ist jede Partei und jedes Wahlprogramm solange es nicht gegen das Grundgesetz verstößt erlaubt!

      Nur weil Ihnen die CDU nicht passt gibt es sehr viele die genau anderer meinung sind

      • @Marcelo:

        @Marcelo



        &



        [ UN ] Normalo

        Also jetzt mal für unsere studierten Freunde hier unter uns



        Was haben Meinungen in der Politik zu suchen ? Meinungen sind wie " Bäuerchen " beim Baby auf dem Arm.



        In der Polik zählen Fakten. Fakt ist, die CDU hat mit ihrer jahrzehntelangen neoliberalen Politik unser Land dahin gebracht, wo es jetzt steht. Von den Verursachern jetzt eine Verbesserung für die breite Masse der Bevölkerung zu erwarten, wäre wie den Beelzebub den Teufel austreiben lassen wollen.



        Zur AfD sei nochmals betont, wer eine, in gesicherten Verdacht rechtsextreme, neoliberale stehende Partei wählt, macht sich mit seiner Stimmabgabe für die AfD zum Unterstützer des Rechtsextremismus und wird somit auch ein Rechtsextremist.



        Aber haben Sie zwei Beiden man schön weiterhin ihre Bäuerchen, ach sorry - sind ja Meinungen.



        So Bäuerchen wie z. B. :



        Die Meinung meiner Nachbarin heute morgen beim Gassi gehen bei 2 Grad plus , is ja schon richtig warm jetzt.



        Meine Meinung is da eher, ganz schön kalt....



        Also Bäuerchen jetze - Gelle



        Fakt wäre, ab Null Grad friert es...



        Wie ist denn Ihre Meinung, beziehungsweise ihr Bäuerchen dazu ?



        Zur Ihrer Info, is nicht nur für mich völlig irrelevant.

    • @Alex_der_Wunderer:

      "Demokratie" heißt VolksHERRSCHAFT - nicht Volksverköstigung. Wenn die Mehrheit meint, die Sozialsysteme seien überladen und nur noch in reduzierter Form finanzierbar, dann mögen Sie das für einen Irrtum halten. Aber diese Meinung hält sich völlig im Rahmen der Verfassung, und die Vertreter dieser Meinung als "undemokratisch" abschaffen zu wollen, wäre selbst genau das: Undemokratisch und totalitär.

      Denokratie heißt auch Meinungsvielfalt und, zu ertragen wenn mal die "falsche" Meinung die Mehrheit stellt (und die Mehrheit höchstwahrscheinlich die eigene Meinung NIE ganz teilen wird). Wenn Sie mal auf die Inhalte schauen, haben wir aktuell dankenswerterweise (noch) keine rassistische, antiparlamentarische Mehrheit im Land, wohl aber eine klare "neoliberale". Denn ja, wirtschaftspolitisch hat die AfD weitgehend bei CDU und FDP abgeschrieben. Ginge es nur darum, gäbe es genug Schnittmengen UND ausreichend Mehrheiten dafür. Was sie hindert, ist nur die Untragbarkeit der AfD in anderen Themen.

      Das mag Ihnen zupass kommen. Aber überlegen Sie mal, was es mit denen macht, die die Dinge sozialpolitisch anders sehen als Sie und wissen, dass sie damit eigentlich in der Mehrheit wären.

      • @Normalo:

        ps Vetternwirtschaft ist eine universelle menschliche Schwäche. Politiker, die ihr frönen, tun das nicht, weil sie schwarz, rot, grün, gelb oder braun denken, sondern weil sie es können. Das wieder mag mit der Partei zusammenhängen, deren Mitglied sie sind, weil die ihnen diese Macht verleiht. Aber ansonsten sind die Parteien da völlig austauschbar. Schauen Sie sich nur die Pöstchenexplosion am Ende der Ampel an oder was die Linke in Thüringen an wohldotierten Freunden und Verwandten hinterlassen hat (von den Zeiten, als sie noch SED hieß, mal ganz zu schweigen...).

        • @Normalo:

          Nur als Ergänzung zu ihren richtigen Aussagen: man kann sogar gegen das Grundgesetz sein und nicht verboten werden können. Man muss eine kämpferische Haltung einnehmen. Also die freiheitliche demokratische Grundordnung mit Gewalt beseitigen wollen. Wobei m. E. bei bestimmten Kernprinzipien wie der Menschenwürde das BVerfG vielleicht schon bei der Rhetorik die Grenze ziehen könnte, weil man damit Gewalt jedenfalls propagiert. Man also nicht erst Steine werfen muss, um mit dem Slogan „karierte Menschen in die Nordsee“ verboten zu werden.

  • " Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben, liegt auf der Hand. "

    Während der Regierungszeit von SPD/Grüne/FDP hat sich das Wahlergebnis der AfD verdoppelt. Von 10,3 % auf 20,8 %. Im Moment liegt die AfD bei 24 %. Und es liegt an der Union das die AfD während der Ampel so erstarkt ist?

    • @Martin Sauer:

      Natürlich! Denn wenn Teile des Volkes von einer „anderen“ Regierung neuer Denke (zumal wenn die sich mit der FDP „rumschlagen“ muss), in gut drei Jahren „Errettung“ von über 60 Jahren Versäumnissen, Sozial- und Klima-Ignoranz erwartet, kann diese Erwartung nur enttäuscht werden.

    • @Martin Sauer:

      Ja das kann man schon sagen. Die fortwährende Ausweisung der Ampel als unfähig und schlecht für den Durchschnitt war ein rhetorisches Fabrikat, das nicht mit der Realität korrespondierte, in den niemand real unter den Beschlüssen und Gesetzen der Ampel leiden musste. So hat die Oppositionsrhetorik insbesondere der CDU, die die Oppositionsrhetorik der AfD über weite Teile schlicht einfach nur potenzierte, das Angebot an Scheinlösungen für Scheinprobleme insbesondere auch der AfD gestärkt.

    • @Martin Sauer:

      "Und es liegt an der Union das die AfD während der Ampel so erstarkt ist?"



      Warum denn nicht? Wenn die Union keine echte Alternative zur Regierung darstellt, gehen Wähler zur 'Alternative'.



      Denn das ist es, was unsere Vollblutpolitiker offenbar nicht in den Kopf kriegen: Parteiengezänk statt Lösungen stärkt die Rechten. Kesse Sprüche statt Lösungen stärkt die Rechten. Pseudoabgrenzung stärkt die Rechten.

  • Wieso haben denn SPD und Grüne kein Verbotsantrag gestellt. an der FDP kann es nicht liegen, die war am Schluss raus aus der Regierung.

  • Wann stellen endlich jene Abgeordneten, die jetzt ein Verbotsverfahren haben wollen, einen Antrag im Bundestag zur Abstimmung. Auf was warten diese? Gibt es den nicht einen einzigen Abgeordneten, der den Mut dazu aufbringt?

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Das wäre eine schöne Pleite, wenn der Antrag im Bundestag gleich scheitert, wäre die Afd auch die Gewinnerin.

      • @ttronics:

        "...wenn der Antrag im Bundestag gleich scheitert, wäre die Afd auch die Gewinnerin."



        Wenn man ständig - vor allem öffentlich - davon ausgeht, dass ein Verbotsantrag scheitern würde, verbreitet man die Ansicht, dass die AfD nicht verbotsfähig ist. Und je länger man das betreibt, desto stärker wird diese Ansicht, und mit ihr die Partei.



        Wir sind schon so weit, dass zu dieser rechten Partei Ansichten geäußert werden, man dürfe sie nicht verbieten, weil dann einem großen Teil der Wähler quasi ihr Stimmrecht entzogen wird. Der nächste Schritt wird sein, dass sie als stärkste Partei nicht verboten werden kann. Und das ist nicht mehr lange hin.

  • Die AfD verbieten zu WOLLEN, reicht nicht - egal welche politischen, historischen oder sonstwie legltimierten Zeugen man zur Legitimierung dieses Wunsches heranzieht. Zuerst muss man sie verbieten KÖNNEN. Und die verfassungsrechtlichen Hürden dafür werden nicht niedriger, nur weil man den Wunsch brennender äußert oder Zeitzeugen der Nazis zitiert.

    • @Normalo:

      Kann ja mal geprüft werden, oder?

      innn.it/afdverbot

      • @HopeDrone:

        Ich gehe davon aus, dass die Materialsammlung über die AfD und die Prüfung, ob es (schon) reicht, ein abseits der Öffentlichkeit längst laufender Prozess ist. Der Verfassungsschutz hat aber in seinem Gutachten, über das derzeit ja noch gestritten wird, schon durch gewisse Auslassungen durchblicken lassen, dass es für die Wertung "rechtsextrem" zwar schon, für die verbietbare Verfassungsfeindlichkeit aber noch nicht wirklich reicht.

    • @Normalo:

      "... es reicht.."



      ==



      Die Feinde der Demokratie sollen nicht die Möglichkeit bekommen, die Demokratie abzuschaffen. Das ist der Grundsatz, der hinter dem Begriff der wehrhaften Demokratie steht. Deswegen ist es auch möglich, demokratiefeindliche Parteien zu verbieten.



      =



      1..Endgültiges Urteil des Verwaltungsgerichts Köln zur Einstufung der Gesamtpartei des Bundesamtes für Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextrem."



      ==



      2..Für ein Verbot legte das Bundesverfassungsgericht fest:



      Nachweis das sich die agd beispielsweise in „aktiv-kämpferischer Weise“ für die Abschaffung der Demokratie einsetzt. Es genügt nicht, oberste Verfassungswerte abzulehnen, heißt es in einer Erläuterung des Bundesinnenministeriums. „Die Partei muss vielmehr planvoll das Funktionieren der freiheitlichen demokratischen Grundordnung beseitigen wollen“ – also aktiv gegen den Staat vorgehen.



      ==



      Ein Teil dieser Nachweise zur Abschaffung der Demokratie durch die agd dürfte ein Video sein über das Verhalten von agd - Abgeordneten im Bundestag...............

    • @Normalo:

      Dass ich noch 's Linnemänchen zitieren würde, unglaublich: Einfach mal machen. .. Naja, klar, klassisch Unrecht haben Sie ja auch wiederum nicht. 😉

      • @Gerhard Krause:

        Ich finde es selbst nicht gut, aber das BVerfG hat leider mit seiner Aversion gegen Parteiverbote das Schwert doch sehr stark abgestumpft. "Man müsste doch nur"-Wunschvorstellungen helfen da auch nicht weiter.



        "Einfach mal machen" hieße realistisch betrachtet 3 bis 5 Jahre zu prozessieren, um dann am Ende - soweit ich das von hier abschätzen kann - mit deutlich überwiegender Wahrscheinlichkeit bescheinigt zu bekommen, dass der Sauhaufen NICHT verfassungsfeindlich ist. Zumindest wird die AfD das lautstark so interpretieren. Nein danke.



        Also: Aufpassen, mit allen rechtstaatlich zulässigen Mitteln Durchleuchten und dann Zuschlagen (wobei der Hammer wie erwähnt leider nur in Gletscherfließgeschwindigkeit fällt), wenn sie sich selbst einen hinreichend dicken Strick gedreht haben. So ergibt das Sinn. Die Devise "Schön stark und mutig" (=Schön gegen die Wand gelaufen, Stark wieder abgeprallt und Mutig wieder dagegengelaufen...) endet dagegen absehbar nur mit einem Sieg für die AfD.

    • @Normalo:

      Bei SRP und KPD waren die Hürden auch nicht niedriger. Da hat niemand ein Problem gesehen. Die wurden einfach verboten.

      • @Matt Olie:

        Ob jetzt wirklich die Latte vor 70 genau so hoch lag, ist nicht leicht zu sagen. Vor allem aber haben diese beiden Parteien es den Richtern deutlich leichter gemacht, weil sie ganz offen für einen - durchaus auch gewaltsamen - Systemwechsel weg von der freiheitlichen Demokratie eintraten.

    • @Normalo:

      Na dann hier nochmal der Link zu einem Rechtsgutachten, den um 10:50h schon Klabauta eingebracht hat (danke dafür): verfassungsblog.de...botsverfahren-afd/



      Manchmal muß man einfach nur noch WOLLEN.

      • @Selbstauslöser:

        Ja, dieses Gutachten "will". Das merkt man leider ZU deutlich:



        Die messerscharfen Schlüsse basieren auf meist sehr allgemein bis vage gehaltenen Aussagen darüber, was diese Partei nach Ansicht der Autoren bezweckt. Die wenigen konkreten Beispiele bleiben anekdotische "Nachweise" von vorweggenommenen Urteilen, ohne dass ihre Abstrahierbarkeit auf die Partei als Ganzes wirklich nachgewiesen wird. Die Vieldeutigkeit von Aussagen wird gegen die Äußerer verwandt, was gegen die Regeln des BVerfG zur Interpretation öffentlicher Äußerungen verstößt.

        Insgesamt ist das zu dünn. So kann man journalistische Meinungsartikel schreiben, in Teilen auch VTs spinnen, aber für ein aussagekräftiges juristisches Gutachten fehlt es an belastbaren Fakten und der sauberen Subsumption derselben unter die einzelnen Tatbestandsmerkmale. Das Ergebnis mag völlig überzeugend wirken, wenn man die Meinung der Autoren auch schon vorher geteilt hat (auch ich würde an keinem Punkt widersprechen wollen). Aber beim BVerfG, das einem Verbotsantrag neutral bis skeptisch gegenübersteht (weil es einen institutionellen Widerwillen gegen Parteiverbote hat), würde es nichts reißen, denke ich.

    • @Normalo:

      So ist es. Ein gescheiteres Verbotsverfahren wäre ein Disaster.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Bis heute kann mir kein Anhänger dieser Theorie erklären, worin dieses "Desaster" tatsächlich begründet - und nicht nur verwortet! - liegt.

        • @Gerhard Krause:

          Der Weg in die Diktatur ist einer aus Dominosteinen, die nacheinander umfallen. Und ein gescheitertes Verbotsverfahren wäre ein GROSSER Dominostein:

          Es würde von der AfD natürlich nicht nur als juristischer Sieg sondern als Persilschein verkauft werden: "Seht Ihr, wir sind gar nicht die Bösen (und unsere Wähler auch nicht). Böse sind die, die uns hier zu Unrecht vor den Kadi gezerrt haben!"

          Das wäre für viele Wähler das Ende ihrer inneren Brandmauer. Die (nunmal reale, auch wenn für Linke schwer verständliche) Unzufriedenheit vieler Unionswähler über den GroKo-verwässerten Kurs ihrer Partei hätte ein um Größenordnungen geschrumpftes moralisches Gegengewicht, das sie bisher von einem Wechsel zur AfD abgehalten hat. Den ersten folgen Weitere, bis die AfD ihr Ziel erreicht hat, die Union als DIE rechte Volkspartei abzulösen, ohne das sich etwas an der Mehrheit rechts der Mitte ändern würde. Spätestens dann wäre die AfD die parlamentarische Kraft, ohne die gar nichts mehr geht.

          Merke: Konservative Wähler mögen Konformität. Wo sich eine mächtiger werdende Linke fast zwangsläufig in prinzipienreiterisches Wohlgefallen zersplittert, gravitieren Rechte eher zum aktuell größten "Haufen".

          • @Normalo:

            Ach, die Dominosteintheorie. .. Können wir weglassen. .. Woher wissen Sie, bitte, mit der dafür erforderlichen, oder hinreichender Wahrscheinlichkeit, was die Apes für Deutschland täten, und warum fallen in diesem Beispiel, das ich grundsätzlich anerkenne, (stets) die Gegenstimmen weg?!, welche den Sachverhalt jur. korrekt erklären würden, und wer garantierte den Erfolg solcher Opferpropaganda der Ariel für Deutschland?! Chin. Weisheit: Du kannst nicht vermeiden, dass die Vögel der Sorgen über dich hinwegfliegen, aber du kannst vermeiden, dass sie in deinem Kopf ein Nest bauen.

            • @Gerhard Krause:

              Welche Gegenstimmen? Die, die jetzt schon völlig richtig aber ergebnislos auf die AfD-Anhänger einreden und versuchen ihnen zu verklickern, dass sie auf dem Holzweg sind und mit ihren Stimmen genau die Partei erstarken lassen, die offensichtlich(!) am wenigsten für sie tun wird? Viel Spaß mit den Windmühlen, Don Quichote!



              Die Gegen-Wähler?? Schauen Sie mal in den Osten, wo die AfD durchweg stärkste Kraft mit tendenz "Absolute Mehrheit" ist und lokal teilweise Ergebnisse erzielt, die es seit der SED-Diktatur nicht mehr gab, und behaupten Sie dann nochmal, dass man das bild von den Dominos "weglassen" könne und die Opferpropaganda nicht verfange. Klar kann man das so sehen. Man kann auch einfach die Augen schließen und den Kopf in den Sand stecken. Dann stört auch das Nest im Kopf nicht mehr...

              • @Normalo:

                Ich denke, der Mitforist @Gerhard Krauss meinte diejenigen Gegenstimmen, die aus juristischer Sicht für einen Verbotsantrag plädieren und dem Verfahren demzufolge auch (schon jetzt) gewisse Chancen vor dem BVerfG einräumen.



                In aller Bescheidenheit: zu den rechtlichen Chancen auf Erfolg eines AfD-Verbotsantrages kann ich inhaltlich nur wenig beitragen, ich bin halt kein Jurist.



                Verfolgt man dagegen die soziologische und politikwissenschaftliche Debatte, ergibt sich m.E. ein eindeutigeres Bild, was die Einschätzung der AfD als verfassungsfeindlich betrifft (Ich verweise hier beispielsweise auf die Studie von Nachtwey/Amlinger über den „demokratischen Faschismus“, die auch die Motive der Wähler empirisch mit einbezieht und nicht bloß auf Parteiprogramme oder Aussagen von Politikern/Funktionären fokussiert).



                Ich hoffe dann mal, dass die empirische Forschung bei der Einschätzung der Verfassungsfeindlichkeit der AfD vor den obersten Richtern ebenso Berücksichtigung findet wie die rein juristische Argumentation.

                • @Abdurchdiemitte:

                  @Abdurchdiemitte



                  Alternativ zu einem Verbotsverfahren, scheinen unsere Parlamentarier eventuell warten zu wollen, bis Deutschland wieder von anderen Staaten " Befreit " wird....

                • @Abdurchdiemitte:

                  Ich fürchte, das BVerfG wird vom Primat der juristischen Betrachtung nicht lassen, auch wenn die sicherlich vorbildlich differenziert ausfallen wird. Da können soziologische oder politologische Erkenntnisse und Gedanken zwar eine Rolle spielen. Aber welche der so vermittelten Erkenntnisse dann am Ende auch als erwiesene Tatsachen zum Beweis der verfassungsfeindlichen Gesinnung und Entschlossenheit der AfD herangezogen werden können und welche nicht, bleibt eine rechtliche Frage, ebenso wie die Schlüsse für die Gretchenfrage "Verbot oder nicht?", die das Gericht aus den Beweisen zu ziehen hat.

    • 8G
      846224 (Profil gelöscht)

      @Normalo:

      Ja, die verfassungsrechtlichen Hürden sind sehr hoch, das ist auch gut so.



      Sollte ein Verbotsverfahren wirklich vor dem BVerfG landen, so werden die Richter sicher nicht die erschütternden Aussagen von Zeitzeugen des Nationalsozialismus als Entscheidungsgrundlage heranziehen, sondern sich an der Gegenwart orientieren.

      • @846224 (Profil gelöscht):

        Aber die Bürger, die durch ihre Stimmenabgabe für eine, in gesicherten Verdacht stehenden rechtsextremisten Partei, zum Unterstützer des Rechtsextremismus werden und somit auch als durchaus Rechtextrem einzuordnen sind, die sollten ihren Blick ruhig einmal auf die NS Zeiten werfen.

  • 14.02.26 Brandenburger Tor 12 - 13 Uhr

  • ""Leiten Sie ein Verbotsverfahren gegen die AfD ein""



    ==



    Im Mai 2025 stuft das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln die AfD nach mehrjähriger Prüfung nun als „gesichert rechtsextremistisch“ ein. Der Verdacht, dass die Partei Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verfolge, habe sich bestätigt und in wesentlichen Teilen zur Gewissheit verdichtet.



    ==



    Die agd klagt nun gegen idie Einstufung als „gesichert rechtsextrem“ durch den Verfassungsschutz --- darufhin setzte der Verfassungsschutz die Bewertung vorerst aus.



    ==



    Ein konkretes Datum für das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln zur Einstufung als "gesichert rechtsextrem" steht allerdings noch nicht fest



    ==



    Die noch ausstehende endgültige Entscheidung ist die Grundlage für alle folgenden konkreten Schritte die agd zu verbieten.



    ==



    Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben sollen ist eine steile These - bin gespannt auf eine Begründung.

    • @zartbitter:

      Nö, keine steile These. Allenfalls über die Verteilung der Schuldfrage nach Gewicht oder "Längenmaß" ließe sich streiten. Gründe: einseitige Politik für die (wahrlich) Vermögenden, ganz klar. Im Zeitalter der viel größeren Wahrnehmungsspanne von, zum Beispiel, Verschonungsbedarfsprüfung, Abschreibungsmodellen, Stiftungsrecht und Zerstörung der Lebensgrundlagen ist Verscheißern der übrigen Bevölkerung halt nicht mehr "arm.aber.sexy", sondern Offenlegung der bestehenden Schieflage. N'abend.

      • @Gerhard Krause:

        Verschonungsbedarfsprüfung & Abschreibungsmodelle == =gegen die Einführung des Bürgergelds im Januar 2023.



        =



        Ich befürchte das agd Wähler und agd Mitglieder die "Verschonungsbedarfsprüfungen" weder verstehen und mit Sicherheit deswegen auch nicht gewählt wurden.

    • @zartbitter:

      Während der Regierungszeit der Ampel hat sich die AFD vedoppelt. Wahl 2021 hatte die AfD 10,3 % und dann 2025 waren es 20,8 %. Daran hat jetzt die Union Mitschuld.

      Und SPD/Grüne haben am Schluß ohne FDP regiert. Wieso haben die kein Verbotsantrag gestellt?

      www.wahlrecht.de/umfragen/dimap.htm

      • @Martin Sauer:

        @ Matin Sauer



        In erster Linie hat unser Bildungsystem versagt.



        Gerade nach der Wiedervereinigung hat die Regierung Kohl in Zusammenarbeit mit der CSU, die Demokratiesierung der neuen Bundesländer vernachlässigt. Bei der damaligen Regierung wurden die Interessen von Industrie & Wirtschaft vorangestellt. Man denke nur an die Abwicklung des ehemaligen DDR Staat durch die Treuhand Anstalt. Da wurde die Integration der Neubürger völlig übersehen.

      • @Martin Sauer:

        Zu viele Zahlen auf einmal? Die agd war bereits 2018 bei 18% - siehe dimap - und die Einstufung der agd als "gesichert rechtsextrem" durch den Verfassungsschutz erfolgte im Mai 2025 - und die Grundlage für politisches Handeln erfolgt nachdem das Urteil rechtskräftig ist..



        =

    • @zartbitter:

      "Die agd klagt nun gegen idie Einstufung als „gesichert rechtsextrem“ durch den Verfassungsschutz --- darufhin setzte der Verfassungsschutz die Bewertung vorerst aus."

      Das ist so nicht richtig. Der VfS setzte die Verbreitung der Einstufung aus, nicht die Einstufung selbst.

      • @Kaboom:

        ""Stillhaltezusage"" nennt sich das wohl im Juristendeutsch.

  • Söder/Merz sprachen von der Brandmauer nie, um sich inhaltlich abzugrenzen. Das wäre von Anfang an unglaubwürdig gewesen. Es ging nur darum, den schärfsten Konkurrenten um die Macht einzugrenzen, indem man die Ähnlichkeiten offiziell leugnet, um sie realpolitisch besser verwirklichen zu können. So wie damals in West-D die SPD eine (nicht so genannte) Brandmauer gegen die Grünen errichtete, indem sie alle ihre Anträge ablehnte, und dann fast gleichlautende selbst einbrachte. So will die CSU jetzt einiges von der Politik umsetzen, die sie bei R. Habeck aggressiv zurückgewiesen hatte. Sogar die Wochenshow machte sich darüber schon lustig.



    Immer der selbe Mechanismus im Kampf um Macht, statt um Inhalte. Ein AfD-Verbot kann den rechten "Mitte"-Parteien nicht gefallen, weil dafür deren INHALTE geprüft würden. Die gemeinsamen Schnittmengen würden zu offensichtlich.

    • @Selbstauslöser:

      "Die gemeinsamen Schnittmengen würden zu offensichtlich."

      Das ist hanebüchen. Sollte die AfD verboten werden, dann sicherlich nicht wegen der Inhalte, die sie mit den Zentristen gemein hat. Wenn Sie das glauben, missverstehen Sie die Verfassung als ein Vehikel zur Verwirklichung Ihrer persönlchen politischen Einstellung. Sie hat aber ein WEIT größeres Spektrum als das. Es mag den einen oder anderen Punkt geben, an dem man in den Parteien die Verfassung eher als hinderlich ansieht, aber wer hat dieses Problem NICHT (s. Abtreibungsrecht...)??

      Vor allem aber: Die Politiker in diesen Parteien sind mindestens so überzeugt, dass ihre politische Agenda letztlich im Einklang mit der Verfassung steht, wie Sie vom Gegenteil. "Angst vor Karlsruhe" hat dort niemand.

      • @Normalo:

        Was sie Zentristen nennen, steht am rechten Rand, teils diesseits des Randes, und z.T. schon außerhalb der Verfassung, genau da, wo auch die AfD steht.



        Auch ich sehe keine Angst vor Karlsruhe, im Gegenteil. Richtersprüche werden einfach ignorieren, z.B. im Steuerrecht, bei der Migration, beim Umweltschutz, bei der Transparenzpflicht, ...

        • @Selbstauslöser:

          Steile These. Haben Sie auch Nachweise dafür (insbesondere für den Teil "wo auch die AfD steht"), oder definieren "Rahmen der Verfassung" einfach als das, was SIE unter politischer Moral verstehen?

          Nochmal: Das eine oder andere punktuelle Problem mit der Verfassung hat JEDER. Formal war bereits die Kommission, die unter der Ampel damit beauftragt wurde, ein Abtreibungsrecht ohne Verbot zu ersinnen, ein glasklares Unternehmen zur Verletzung geltenden Verfassungsrechts und damit ein Verstoß gegen Art. 1 Abs. 3 GG (Bindung aller Bereiche der Staatsgewalt an die Grundrechte). Das ständige Nagen an der Schuldenbremse ist AUCH wörtlich genommen "verfassungsfeindlich". Aber wenn's dem guten Zweck dient, kann ja mal laut drüber nachdenken und auch machen, was nicht unmittelbar von Karlsruhe zurückgepfiffen wird, nicht wahr?

          Ich verrate Ihnen was: Es gibt ETLICHE verbreitete, sich gegenseitig vielfach widersprechende, aber absolut verfassungskonforme Vorstellungen davon, was "der gute Zweck" ist. Uns allen denen steht zu, sich auf die Verfassung zu berufen, solange sie ihnen in den Kram passt, und - in Maßen - nach Wegen um sie herum zu suchen, wo sie das nicht tut.

    • @Selbstauslöser:

      @Selbstauslöser



      Genau Ihr letzter Absatz bringt es auf den Punkt. Wir vermuten nämlich auch, genau die Gefahr besteht, gerade auch für die " christlichen " Unionsparteien & dieser vermeintliche " S " PD....



      Die werden doch nicht's in die Wege leiten, um dann eventuell auch verboten zu werden. Denn bei einer Prüfung eines Verbotverfahren wird nicht mit zweierlei Maß gemessen werden können...

      • @Alex_der_Wunderer:

        Naja, zwischen verfassungswidrig und verfassungsfeindlich gibt es noch einen feinen Unterschied, der die Unionsparteien schützen könnte. Aber es wäre dem Mitte-Image abträglich, wenn einige Bestrebungen der Union als erkennbar demokratiefeindlich eingestuft würden, weil es dieselben sind, die bei der AfD zum Parteiverbot beitragen.



        Andererseits könnten die Unions-Strategen auch auf Stimmenzuwachs bei den nächsten Wahlen spekulieren. Die AfD-Gefolgsleute brauchen dann ja eine neue Heimat. Insofern ist es aus Unionssicht geschickt, den anderen Parteien den Verbotsantrag zu überlassen.

  • Im Grunde genommen wird mit dem Slogan "AfD-Verbot" das Pferd von hinten aufgezäumt. Denn was wir als Bürger mit aller Energie verlangen müssen ist eine Prüfung der AfD durch das Bundesverfassungsgericht. Stellt das höchste deutsche Gericht bei der Prüfung der fest, dass die AfD verfassungswidrige Ziele verfolgt, folgen daraus entsprechende Konsequenzen.

    Warum wurde bis heute keine Überprüfung beantragt? Trotz zahlreicher Hinweise auf rechtsextreme Bestrebungen der AFD? Das müssen wir Bundesregierung, Bundestag und/oder Bundesrat fragen.

    Niemand der angesprochenen Politiker (nur sie können einen solchen Prüfantrag stellen) soll sich mit "Ich bin gegen Parteiverbote" herausreden können. Er hat schließlich auch gar nichts zu verbieten. "Warum verhindern Sie die Prüfung, warum hindern Sie das Bundesverfassungsgericht, seine Arbeit zu tun?", muss die Frage lauten.

    • @abraxas:

      Ich glaube nicht, dass man das überspritzen sollte. Stellen wir uns vor, dass aufgrund von schlechter Vorbereitung oder fehlenden Voraussetzungen, die Überprüfung ergibt, dass die AFD nicht verboten werden können. Das wäre eine politische Katastrophe, denn dann würden die Faschisten das Ausschlachten bis zum geht nicht mehr

      • @Horst Sörens:

        @Horst Sören



        ...& was schlagen Sie vor ?



        Warten bis die AfD sich von selbst in Luft aufgelöst hat ?



        Wird wohl nur mit einem Verbotsverfahren gelingen.



        Darum :



        www.afd-verbot-jetzt

  • Die AfD wird verboten werden. Die Vorstellungen der Partei laufen nahezu vollständig gegen die Logik unserer Verfassung. Etwa ein selektives Sozial- und Krankversicherungssystem - das gab es zuletzt bei der Apartheit in Südafrika und im Süden der USA bis Ende der 1950er. Dann sollte man sich daran erinnern, dass die NSDAP die Arbeitslosenhilfe für Juden 1933 einfach strich. Diese Logik, bestimmte Gruppen aus Transferleistungen auszuschließen, die ist direkt aus dieser Haltung abgeleitet. Ohne AfD-Verbot leben wir in einer großen Gefahr. Anders als bei der NSDAP kommt bei der AfD hinzu, dass sie sich anderen, fremden Mächten anbiedert, ob das Ungarn, Russland, China oder Iran war / ist. Diese Partei bringt deutsche Interessen auf eine Art Handelsplatz. Und die Partei wird von sehr rechtsextremen Zirkeln von Außen stark beeinflusst, das war bei der NSDAP definitiv nur sehr abgeschwächt der Fall.



    Hinhören = Verbieten (, das bitte aber sauber.)

    • @Andreas_2020:

      @Anreas_2020



      Richtig, man braucht nur die auf Fakten basierende Analyse von unserem Deutschen Institut für Menschenrechte studieren, von Dr. jur. Hendrik Cremer erstellt. Die AfD gehört schon längst verboten. Es ist eine Zumutung für alle humanistischen Demokraten, eine solche Organisation / Partei, wie die AfD in unserem rechtsstaatlichen Bundestag, mit unseren Steuergeldern noch länger finanzieren zu sollen.



      www.institut-fuer-...tuelles/detail/die voraussetzungen-fuer-ein-afd-verbot-sind-erfuellt

      • @Alex_der_Wunderer:

        Merkwürdigerweise will der Link nicht. Also auf der erscheinen Seite vom Deutschen Institut für Menschenrechte, in die dortige Schuche " AfD Verbot / Hendrik Cremer eingeben " . Dort kann man dann die interessanteste, Fakten basierte Analyse lesen.

    • @Andreas_2020:

      >Etwa ein selektives Sozial- und Krankversicherungssystem - das gab es zuletzt bei der Apartheit in Südafrika und im Süden der USA bis Ende der 1950er.<

      Haben wir doch längst. Durch die Sozialversicherung wird nur der dumme Rest (=Arbeitnehmer) abgezockt. Beamte, Selbständige nicht.

      Die Krankenschwester ist in der GRV-Pflichtversicherung. Der Arzt im Krankenhaus kann in das berufsständische Versorgungswerk.

    • @Andreas_2020:

      Laut Bundesverfassungsgerich und Bundesverfassungsschutz handelt die NPD/Heimat verfasungwidrig und wil die deutsche grundordnung den Staat sürzen. Und trotzdem wurde sie nicht verboten.

      Hinhören=Verbieten wird wohl beim bundesverfasungsgericht nicht ausreichen. Zumal im 2. NPD Verbotsverfahren auch der europäische Gerichtshof für Menschenrechte angefragt wurde. Der hat schon Zb. türkische Parteiverbote wieder aufgehoben. dabei geht es um die europäische Menshenrechtskonvention Artikel Vereinigungsfreiheit.

      www.lto.de/recht/h...nd-vergisst-europa



      Dr. Sebastian Roßner



      02.02.2012



      Kaum jemand beachtet dabei aber den EGMR. Dabei könnte ein von Karslruhe ausgesprochenes Parteiverbot in Straßburg scheitern – und damit zum Bumerang für die Politik werden, meint Sebastian Roßner.

    • @Andreas_2020:

      Mit Blick auf die geltende Rechtslage ist zum Beispiel auch jede Bestrebung Abtreibungen zu legalisieren gegen grundlegende Werte unserer Verfassung gerichtet. Das macht die Parteien, die diese Bestrebungen unterstützen, aber noch lange nicht "verbietbar". Im Vergleich dazu ist der Kriegsfuß, auf dem die AfD nachweislich mit der Gleichheitsgrundsatz steht, auch nicht so komplett unerträglich.

      "Verbotsträchtiger" könnte ihre Einstellung zur Würde (je)des Menschen und zur Demokratie (insbesondere mit ihren Auswüchsen "Parlamentarismus" und "Pressefreiheit") sein. Aber auch da muss man ihr erst einmal nachweisen, dass sie die als Gesamtorganisation wirklich aktiv bekämpft. Das ist nicht so leicht, wie es scheint. Vor allem vermisse ich bislang in der Begründung der Verbotsplädoyers jegliche verwertbaren internen Äußerungen, die das unterlegen. Entweder die AfD hat ihre Leute wirklich gut im Griff, Verfassungsschutz, Medien Aktiviti etc. scheitern jämmerlich bei der Infiltrierung oder die AfD schafft wirklich den Spagat zwischen bräunlicher Lautsprecherei und Systemtreue. Letzteres halte ich zwar für die unwahrscheinlichste Lösung, aber egal: Aktuell reicht's nicht für ein Verbot.

      • @Normalo:

        Ich habe keine einzige Akte hier liegen, sprich ich kann das nicht nachlesen. Es ist aber so, dass die AfD §1 GG schon nicht beachten will, sondern dem ein russisches Volkswohl überordnen will. Sprich die AfD wird Deutschland eine andere Verfassung geben. Und da sehe ich einen wichtigen Punkt für ein Verbot. Die NPD war klein, eigentlich nicht relevant und von Geheimdiensten stark durchsetzt. Das ist bei der AfD ganz anders, sie expandiert, startete im bürgerlichen Protestlager, sie wurde nicht von Geheimdiensten durchsetzt, dafür aber von rechtsextremen Gruppen, die sich ganze Bundesländer als Parteiuntergliederungen aneignen konnte. Außerdem haben die Grünen ein Konvolut im Landtag zusammen gestellt, es zeigt in Bayern eine sich durch die Partei durchziehenden Rechtsextremismus und Verfassungfeindlichkeit auf.

        • @Andreas_2020:

          Ich WEISS es auch nicht. Was Sie über die AfD schreiben, GLAUBE ich - wenn auch nicht über alle ihre Wähler. Bei den veröffentlichten Vorwürfen sehe ich aber fast immer überspringende Emotionalität und "wissendes" Hinter-die Stirn-Gucken eine zu große Rolle.

          Beispiel: Ja, das ubiquitöse "Lügenpresse!" deutet nicht auf ein gesundes Verhältnis zur Pressefreiheit hin, aber es ist am Ende doch nur realitätsverweigernde Rhetorik, an sich nicht repressiv und im Vergleich zu dem, was z. B. im linken Lager über die Springer-Medien zu hören ist, auch nicht einmal übermäßig heftig.

          Auch bei der Würde des Menschen sehe ich zwar den Punkt der Verbotsbefürworter und würde mich in der persönlichen Einschätzung auch völlig anschließen. Aber handfest sehe ich zwar völkische und xenophobe Tendenzen, aber keine NS-mäßige Überlegenheitsrhetorik. Einen Missbrauch des Wortes "Kultur", um Rassismus zu kaschieren, kann man auch sehen, aber der Rassismus bleibt eben für Jene tatsächlich versteckt, die sich - wie das BVerG in ständiger Rechtssprechung - weigern, auch mal böswillig zwischen den Zeilen zu lesen. Mangelnder Respekt vor dem Parlament ist keine manifeste Abschaffungsabsicht etc....

          • @Normalo:

            Das Verbot wird schwierig, weil die AfD nicht als eine rechtsextreme-nationalistische Partei gestartet ist, aber es wird möglich sein. Dafür sorgt die Partei und dafür sorgen die Vorschläge der Partei. Es ist bei der AfD schon eine andere Schublade, als bei Alfred Dregger, weil der nationalkonservativ war, aber eben nicht im engeren Sinne rechtsextrem. Ich rede und schreibe übrigens nicht von den rüden Umgangsformen der AfD, auch wenn sie auf ein intolerantes, anti-parlamentarisches Weltbild hinweisen, sondern auf Aussagen von Weidel, es wird niemand mehr eingebürgert, oder Chrupalla, der alle Ausländer akzeptiert, aber sie dann sortieren und klassifizieren und eben auch deklassifizieren will. Und in jedem Landtag, jeder Kleinstadt haben Politiker der AfD immer wieder ein völkisches Weltbild in der einen oder anderen Form vorgetragen. Auf der Konferenz, wo es um den Begriff Remigration ging, da ging es auch darum, deutsche Staatsbürger zu reimigrieren, also per Zwang aus Deutschland zu vertreiben. Das sind keine Bagatellen, sondern handfester rassistischer Rechtsextremismus.

            • @Andreas_2020:

              Ich habe keine Zweifel, dass man der AfD ein völkisches Menschenbild nachweisen kann und sie eine Politik anstrebt, die Menschen nach diesen Maßstäben diskriminiert. Das ist m. W. ihrer niedergelegten Programmatik unmissverständlich zu entnehmen. Es ist auch mehr als nur "vertretbar", diese Absichten als nicht mit der Unantastbarkeit der Menschenwürde vereinbar zu sehen. An der Stelle müssen wir also nicht diskutieren.



              Nur ist halt die Unvereinbarkeit von politischen Vorhaben mit einem wesentlichen Verfassungsgrundsatz noch nicht dasselbe wie das aggressive "darauf ausgehen", diesen Grundsatz zu schleifen. Viele Parteien würden gerne das eine oder andere Ziel verwirklichen, das gegen geltendes Verfassungsrecht verstößt - anschauliches Beispiel dafür ist das Hadern der Abtreibungsverbotsgegner mit dem Schutzanspruch des ungeborenen Lebens (auch hier: Menschenwürde-Alarm).

              • @Normalo:

                ps um niemanden auszulassen: Das Beispiel aus dem Abtreibungsrecht trifft natürlich umgegekhrt auch auf die Befürworter eines vollständigen Abtreibungsverbots zu, die offenbar ein Problem mit dem Selbstbestimmungsrecht der Schwangeren als Ausfluss IHRER Menschenwürde haben. Auch die wollen etwas, was die Verfassung ganz klar nicht zulässt. Aber ein Verbotsgrund wäre auch das noch lange nicht.

  • Bitte - nehmen wir die Scheuklappen für einen Moment ab. Sobald eine persönliche Handlungsfreiheit die Handlungsfreiheit der Anderen beschneidet, entsteht entweder Zwang oder Konflikt. Sobald ein Bedürfnis durch institutionell konsolidierten Zwang legitimiert wird, entsteht ein "Recht". Dieses "Recht" wir immer verliehen - und kann natürlich auch wieder entzogen werden. Ob dieser "Rechtsentzug" in der Lage ist, das dem "Recht" unterliegende Bedürfnis einzelner Akteure zu stillen, bleit fragwürdig. Ob Zwang dazu das Mittel sein sollte, mindestens zweifelhaft.

    Jeder sollte sich die Frage stellen dürfen, ob "wirkliche Politik" (also jene, welche eine faktische Wirkung entfaltet (Gelder verteilt, Recht zuspricht, etc.)) im Plenarsaal zwischen Vielen oder per Handschlag nach einem Vieraugengespräch zwischen relevanten Akteuren stattfindet. Es gibt ohnehin kein Recht auf eine Beantwortung dieser Frage.

  • All jenen, die hier so eifrig gegen ein Verbotsverfahren gegen die AfD anschreiben, sei dieser Artikel im Verfassungsblog ans Herz gelegt:

    Rechtswissenschaftliche Stellungnahme zu einem Parteiverbotsverfahren gegen die Alternative für Deutschland

    verfassungsblog.de...botsverfahren-afd/

    • @Klabauta:

      Und man sollte sich mal durchlesen wieso die NPD nicht verboten wurde. Die NPD ist handelt laut Bundesverfassungsgericht, und Bunderverfassungsschutz, verfassungswidrig und will den Deutscher Staat stürzen.

      Für mich zählt was das oberste Gericht entscheidet, und nicht was ein privater Verfassungblog so von sich gibt.

      www.bundesverfassu...17_2bvb000113.html

      Hinzu kommt das auch noch der europäische Gerichtshof für Menaschenrechte den Deutscher Stat auffordern könte ein AfD Verbot wieder aufzuheben. Deutschland hat die Europische Menschenrechtskonvention unterzeichnet.

      www.lto.de/recht/h...nd-vergisst-europa



      Kaum jemand beachtet dabei aber den EGMR. Dabei könnte ein von Karslruhe ausgesprochenes Parteiverbot in Straßburg scheitern – und damit zum Bumerang für die Politik werden, meint Sebastian Roßner.

      • @Martin Sauer:

        Die NPD wurde vor allem wegen ihrer zahlenmäßigen Bedeutungslosigkeit nicht verboten.

        Zitat Tagesschau v. 17.01.2017:

        "Es fehle derzeit an konkreten Anhaltspunkten von Gewicht, die es möglich erscheinen ließen, dass das Handeln der NPD zum Erfolg führe, so Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle in der Urteilsbegründung. Erst wenn es Anhaltspunkte dafür gäbe, dass die NPD irgendwo die Mehrheit erreichen oder an die Regierung kommen könne, dürfe die Partei verboten werden."

  • Mutig, allein der CDU/CSU die alleinige Schuld am Erstarken der AFD zu geben, von den anderen Parteien habe ich hier jedenfalls nichts gelesen. Dabei ist die SPD seit Gründung der AFD mehr oder weniger durchgängig an der Regierung beteiligt, auch die Grünen und FDP haben fleißig mitregiert. Und die Linke hat insbesondere im Osten jetzt auch nicht unbedingt dafür gesorgt, dass die AFD kleiner geblieben wäre...

    • @MarsiFuckinMoto:

      Tatsächlich habe ich in der TAZ noch nicht einen Kommentar gelesen, der alleine der CDU/CSU die Schuld am Erstarken der AfD gibt. Was soll also dieser Popanz?

      • @Selbstauslöser:

        Dann lesen Sie mal den Artikel unter dem Sie grade diskutieren, dort werden nur CDU/CSU und SPD die Schuld gegeben.



        Das ist wirklich völlig Fehl und und Mutig...

  • Hauptsache, wir reden nicht nur über ein Verbot, sondern auch ansonsten deutlich und argumentativ mit jedem, der „Scheissdemokratie“ sagt. Und das sind viele.

    • @Kay Brockmann:

      Da die freie Meinungsäusserung ein zentrales Merkmal einer Demokratie ist, sollen wir also jetzt ein ernstes Wort mit Ihnen reden?



      Wenn jemanden das so empfindet, hätte er in einer funktionierenden Demokratie nämlich jedes Recht das auch zu sagen...

      • @Rikard Dobos:

        Ein "ernstes Wort" nicht.

        @Kay Brockmann schrieb, man solle deutlich und argumentativ mit demjenigen reden.

        Ist ein Unterschied.

      • @Rikard Dobos:

        Das ist aber genau der Grenzbereich: Wie weit kann die Demokratie ihre eigene Abschaffung (bzw. deren Propagierung) dulden?



        Nur innerhalb des demokratischen Systems gedacht, ist das leicht zu beantworten: "Wenn die Mehrheit das so will, dann soll sie es bekommen." Aber was, wenn es keinen Weg zurück gibt, und die Mehrheit systembedingt nach Abschaffung der "Scheißdemokratie" einfach nicht mehr gefagt wird, ob die nicht doch besser war als das, was sie ersetzte? Das wäre dann natürlich nicht mehr demokratisch. Also Pech für die verbliebenen/ wiedergeborenen Demokraten? Oder doch lieber vorsorgen und die Grenzen der speziell demokratischen Rechte da ziehen, wo sich ihre Ausübung gegen dei Demokratie richtet? Wo anfangen?

        Davon abgesehen ist "ein ernstes Wort Reden" noch lang nicht dasselbe wie "den Mund verbieten". Also ist jemand, der das möchte, auch nicht per se ein autoritärer Antidemokrat.

    • @Kay Brockmann:

      Sollte hier tatsächlich eine inhaltliche Einordnung möglich sein, dann doch am besten die nach Rio Reiser:

      "Ich bin nicht frei, denn ich kann nur wählen..."

  • Ich bin immer wieder verwundert, wenn ich lese, der Rechtsruck in Deutschland hätte seine Ursache im Wirken der AfD.



    Ist es nicht vielmehr so, dass die AfD Symptom einer seit mindestens 30 Jahren verfehlten Politik ist?



    Eine ständig steigende Abgabenlast für die Mittelschicht bei gleichzeitiger Entlastung der höchsten Einkommen/Vermögen und dem Rückzug des Staates von seiner früheren Kernaufgabe (der Daseinsvorsorge) befördern Abstiegsängste. Diese wiederum werden (nicht nur von der AfD) aufgegriffen, einem Sündenbock (Ausländer, Arbeitslose, Rentner, etc.) zugeordnet und mit einfachen Rezepten (Ausländer raus, mehr Arbeiten, weniger Sozialleistungen) versehen.



    Nun kann man aus meinetwegen guten Gründen einen Verbotsantrag stellen und warten was passiert.



    Davon verschwindet jedoch nicht die Ursache sondern lediglich das Symptom.



    Ohne ein gleichzeitiges Umsteuern in der Politik wird das somit nichts mit dem Kampf gegen Rechts.

    • @Uwe Bogumil:

      "Eine ständig steigende Abgabenlast für die Mittelschicht bei gleichzeitiger Entlastung der höchsten Einkommen/Vermögen und dem Rückzug des Staates von seiner früheren Kernaufgabe (der Daseinsvorsorge) befördern Abstiegsängste."



      Und dann zur AfD neigen? Die sind doch gerade für Entlastung der Reichen und Steuersenkungen (= weniger Geld für öffentliche Infrastruktur). Und gegen ziemlich alles, was normalen Beschäftigten direkt oder indirekt wirtschaftlich nutzt - Tarife, Mindestlohn, Grundsicherung (oder deren jeweilige Ausweitung).

      • @Ciro:

        Problem ist halt, das es immer schlechter wurde unter den Parteien, welche Tarife, Mindestlohn etc befürworten.



        Deswegen muss und sollte man nicht AfD wählen, aber es ist nun echt nicht so, das die Linken Parteien Sozialpolitik betreiben würden.

      • @Ciro:

        Ich glaube, die wenigsten Deutschen lesen Parteiprogramme. Solange die meisten Wähler ihr Kreuzchen aus dem Gefühl heraus malen, werden Wahlergebnisse stark über die sog. "Sozialen" Medien gesteuert. Das wissen die AfD-Strategen, sind deshalb besonders dort aktiv, und besonders für jüngere Wähler attraktiv.



        Zudem: die Abgabenlast steigt nicht nur für die Mittelschicht. Wie in jeder Torte ist die unterste Schicht am härtesten dran. Wenn der Druck auf die Mittelschicht noch Abstiegsängste auslösen mag, was soll er erst in der Unterschicht bewirken? Doch ein Ausweichen zu den Rändern, nicht wahr?

    • @Uwe Bogumil:

      Wenn erstmal die Faschisten und Demokratie-Hasser von der Bildfläche verschwinden(Verbot der AfD) kann und muss man sich selbstverständlich dem Neoliberalist Merz stellen und seine antisoziale Politik, die mittlerweile immer frecher wird ( Abschaffung der Arbeiter Rechte, Rentenansprüche auf der Börse verzocken (!) ect ect. mit großangelegten Demonstrationen bekämpfen, das wird, denke ich, auch passieren.

      • @Andreas Flaig:

        @ Andreas Flaig



        Wir brauchen nicht nur massive Demonstrationen, sondern uns Bürgern bleibt auch noch das starke Mittel der Konsumverweigerung. Da werden Industrie, Wirtschaft & DAX schon eine eindeutige Sprache sprechen und dem Kanzler mal zur Besinnung bringen.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Oh ja klar, dass funktionierte ja auch schon an diesem „Mittwochs kaufen wir nichts“ so wahnsinnig gut funktioniert…

        • @Alex_der_Wunderer:

          Herrlich, diese Naivität... 😅

          Schon mal geschaut, welche Unternehmen im Exportweltmeister-Land Deutschland im DAX sind oder welche Unternehmen besonders guten Zugang zum Kanzleramt haben?



          Von denen treffen Sie mit Konsumverweigerung praktisch keines - erst recht nicht, wenn Sie bei Amazon, Zalando, Temu, Shein und Co. den Konsum von Importware verweigern. 😇

  • Warum vertrauen auf einmal so viele Linke dem Verfassungsschutz?



    Verstehe ich nicht.

    • @Peter Schütt:

      @Peter Schütt



      Die Frage lautet eher, wann beauftragen wir demokratischen Humanisten den Verfassungsschutz unseren Bundestag unter Beobachtung zu stellen...

    • @Peter Schütt:

      Wer Politik verfolgt, weiß, wo die AfD steht. Wenn der VfS das auch so sieht, um so besser.

    • @Peter Schütt:

      Niemand muss dem Verfassungsschutz vertrauen, der das nicht möchte. Irrelevant. Der Verfassungsschutz kann keine Partei verbieten.



      Das kann das Bundesverfassungsgericht, wenn es nach Überprüfung die Verfassungswidrigkeit einer Partei feststellte.

    • @Peter Schütt:

      Wer tut das? Es ist nicht schwer, die AfD als Faschisten zu erkennen. Das muss mir nicht erst der Verfassungsschutz erklären. Wenn nun aber selbst der schon zum selben Ergebnis kommt, wird es höchste Zeit mal ernsthaft zu reagieren.

    • @Peter Schütt:

      Weil sie schlicht und ergreifend keine Idee haben, wie man dem Rechtsruck gesamtgesellschatlich effektiv etwas entgegensetzen könnte. Ein Verbot ist immer die einfachste und oft auch die faulste Lösung, sich mit Problemen auseinanderzusetzen. Sich der Frage zu stellen, warum sich die Gesellschaft so entwickelt, warum viele Wähler das Protestpotential nur noch bei rechten Demokratiefeinden sehen, warum das linke Lager nicht vom Vertrauensverlust in die politische Mitte profitieren kann. Es ist viel einfacher zu fordern, nicht mit der AfD und der deren Wählern zu reden und zu hoffen, dass ein Parteiverbot alles wieder gut macht, als mal zu hinterfragen, wie man pragmatisch Mehrheiten links der Union erreichen kann, um Demokratie und Rechtsstaat gegen ihre Feinde zu stärken zu stärken. Dafür müsste man aber gehörig über den eigenen Schatten springen und eigene Radikalpositionen hinterfragen.



      Dass man hier die Hoffnung in ein vom Verfassungschutz gestütztes Verbotsverfahren legt, zeigt eigentlich, dass das gar nicht so schwer sein muss.

  • Natürlich will die herrschende Politik kein Verbot der AfD. Ein solches Verbot würde ihnen ihren wichtigsten politischen Rohstoff entziehen: den permanentenBuhmann, auf den sich jedes eigene Versagen projizieren lässt. Ohne AfD müssten sie plötzlich erklären,warum ihre Politik immer öfter gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung gerichtet ist– und genau das wollen sie um jeden Preis vermeiden. Solange man alles mit dem Verweis auf den „rechten Feind“ abräumen kann, bleiben echte Debatten über Wohlstandsverlust, Sicherheitsabbau, Rechtsstaatsdefizite und demokratische Entmündigung überflüssig.



    Die Wahrheit ist:Nicht das AfD-Verbot nützt den Kartellparteien, sondern die Drohung damit.Sie wirkt wie ein Disziplinierungsinstrument. Bürger, die anfangen nachzudenken, sollen eingeschüchtert werden: Wer vom erlaubten Meinungskorridor abweicht, landet schneller im Verdachtsraum als ihm lieb ist. Das ist keine Verteidigung der Demokratie – das ist ihre schleichende Aushöhlung.

    • @Rene Meinhardt:

      "Wer vom erlaubten Meinungskorridor abweicht, landet schneller im Verdachtsraum als ihm lieb ist. "

      Ganz richtig. Und der "erlaubte Meinungskorridor" wird durch unsere Verfassung vorgegeben. Und selbstverständlich muss sich eine Demokratie gegen ihre Feinde verteidigen. Denn es wäre nun wirklich eine beispiellose Dummheit, Machtergreifung 2.0 zuzulassen.

    • @Rene Meinhardt:

      "Kartellparteien" - Ihre Wortwahl ist (selbst-)entlarvend.

      • @Klabauta:

        Er hat Jehova gesagt.



        Ich weiß die AfD war sehr geschickt daran ostdeutsche Narrative zu kapern, was ja bei allen anderen Parteien unter Körperstrafe steht. Nur weil jetzt jemand Begriffe verwendet, die hier im Diskurs einfach usus sind, tritt dann keine eigenartige Kontaktschuld ein. Das ist nur ein Versuch sich nicht der offenen Debatte zu stellen. Aus der Sicht eines Einwohners eines Wahlkreises, in dem die AfD schon seit mehreren Wahlen absolute Mehrheiten holt, können bei einem die verzweifelten Abwehrversuche des vereinigten Restes der Parteienlandschaft schon die Assoziation eines Kartells erwecken. So hatten wir dann die letzten 3 Landesregierungen jeweils mit CDU Partnern die bei uns im Wahlkreis alle unter 5% lagen. Lange geht das nicht mehr gut.

        • @Šarru-kīnu:

          Ich finde Das Leben des Brian auch sehr lustig, meine aber hier eher mit Victor Klemperer, den ich an anderer Stelle bereits zitiert habe: Die Sprache bringt es an den Tag.



          Was meiner Meinung nach auch der Rest des Beitrags des Foristen belegt, so, wenn er z.B. vom „erlaubten Meinungskorridor“ spricht, von Einschüchterung der Bürger. Impliziert wird damit, dass wir nicht in einer Demokratie leben, und genau das ist die Wiederholung des entsprechenden AfD-Narrativs.

        • @Šarru-kīnu:

          "Nur weil jetzt jemand Begriffe verwendet, die hier im Diskurs einfach usus sind, tritt dann keine eigenartige Kontaktschuld ein"

          Wenn jemand sich durch seine Sprache selbst entlarvt, dann darf man das auch benennen.

          "Das ist nur ein Versuch sich nicht der offenen Debatte zu stellen. "

          Nee. Das ist das Benennen von Fakten.

          "Aus der Sicht eines Einwohners eines Wahlkreises, in dem die AfD schon seit mehreren Wahlen absolute Mehrheiten holt [...]."

          Aus Sicht eines Demokraten bestätigen Sie genau das, was Sie vorher bestritten.

          " verzweifelten Abwehrversuche des vereinigten Restes der Parteienlandschaft schon die Assoziation eines Kartells erwecken"

          Man bezeichnet das gemeinhin als den Versuch, die Demokratie vor ihren Feinden zu beschützen. Und das, was gewisse Kreise als "Kartell" bezeichnen, bezeichnet man gewöhnlich als Demokraten.

          "Lange geht das nicht mehr gut."

          Dann bekommt man bei Ihnen doch "endlich" die Regierung, die sich "alle" so sehnlich wünschen. Und alles wird gut. Die gebratenen Hähnchen werden den Menschen in Ihrer Region in den Mund schweben.

  • „ Seit Jahren wird diskutiert, ob man die AfD verbieten kann oder sollte. Warum nicht einfach auf jene hören, die die NS-Zeit erlebt haben?“

    Weil Betroffene nicht automatisch Experten sind, weder in diesem Themenbereich, noch in anderen.

    • @Kawabunga:

      Niemand sagt, das die Opfer Experten sind. Sie erzählen ihre persönliche Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus. Wie er sich entwickelte und was sie erlebten. Sie sind wichtige Zeitzeugen, die es nicht mehr lange geben wird. Natürlich muss man hören, was sie zu sagen haben.

  • Ein AfD Verbot ist richtig. Im Grundgesetz ist ein Verbotsverfahren sogar vorgesehen. Als "Notwehrrecht" des Rechtsstaats gegen diejenigen, die ihn abschaffen wollen. Es ist an der Zeit, sich zu wehren und ein Verbotsverfahren in die Wege zu leiten. Auch wenn knapp 30% der Wähler die AfD wählen, 70% tun es nicht. Und auch deren Rechte will die AfD beschneiden. Das ist auch ein Grund für die Einleitung eines Verbotsverfahrens.

  • Auch Grüne, FDP und Linke haben eine Mitschuld am Erstarken der AfD, hier kann sich keine der alten Volksparteien rausnehmen.

  • 8G
    846224 (Profil gelöscht)

    Ich gehöre selbst zu den Menschen, die von der AfD gestalkt, bedroht und bis in die Privatssphäre verfolgt werden.



    Dies betrifft sogar Antworten auf meine Kommentare, die keinesfalls dem Austausch in der Community dienen, sondern von mir bekannten Personen über reine Trollaccounts geschrieben werden. Die taz ist auf diesem Auge blind.



    Mein Bauch sagt mir: Die AfD sollte sofort verboten werden!



    Aber wären dann die Menschen, die mir das Leben mittlerweile verdammt schwer machen und vor denen ich Angst habe, wirklich verschwunden?



    Nein, diese Menschen werden morgen in einer neuen Maske erscheinen.



    Menschen, Gedankengut und Hass können nicht per Gesetz verboten werden.

    • @846224 (Profil gelöscht):

      Aber ein Verbot schneidet eine Partei sofort von allen Finanzströmen aus der Parteienfinanzierung ab. Sie verliert sofort sämtliche Sitze in allen Parlamenten. Es gibt keinerlei Grundlage mehr für Einladungen zu Talkshows und Interviews.

      Wenn all diese Ressourcen für die Verbreitung der Parteipropaganda schlagartig austrocknen, verändert das den öffentlichen Diskurs. Dann kann man beginnen, mit den Wählern, die keine Hardcore Nazis oder Rassisten sind, auf vernünftigen Argumenten beruhende Diskussionen zu führen.

    • @846224 (Profil gelöscht):

      Aber Gedankengut und Hass könnten durch die äußeren Umstände verändert und eingedämmt werden.

    • @846224 (Profil gelöscht):

      Das klingt übel. Wie äußert sich denn dieses Stalking?

      Welche Replik auf Ihre Kommentare Sie meinen, da würde mich ein Beispiel wirklich sehr interessieren. Besteht die Möglichkeit, daß Sie sich da ein wenig zu wichtig nehmen? Keiner von uns Kommentatoren ist so bedeutend, daß sich ein Troll solche Mühe machen würde. Aber wenn das wirklich stimmt, ändern Sie doch einfach Ihren Benutzernamen (bzw. löschen und neu erstellen). Dann wären Sie den Troll los.

      • 8G
        846224 (Profil gelöscht)

        @Debaser:

        Ja, ich bin ein Wichtigtuer, Sie haben recht.



        Es soll sogar viele Mitstreiter geben, die sich politisch oder in Verbänden engagieren und genau aus den oben genannten Gründen das Handtuch werfen.



        Die Polizei war da schon mehrfach rein aus Langeweile aktiv.

  • "Wehret den Anfängen"



    Solange wir noch demokratische Strukturen haben, sollten wir diese offensiv vertreten.

  • DAS Problem dieser einfachen Lösung wird sein, dass sie am BVG scheitern wird...

    • @Peter Keul:

      Nein. Wird sie nicht. Bei SRP und KPD hat es problemlos funktioniert.

  • Ich hätte noch eine Idee: Moderne Wahlmaschinen, wenn man eine Partei gewählt hat bekommt man 10 zufällige Multiplechoice-Fragen zum Parteiprogramm gestellt, bei min. 9 richtigen Antworten zählt die Stimme, sonst ist sie ungültig.

    • @Axel Schäfer:

      Demokratie nur noch für Bildungselite?

      Auch das ist keine Demokratie mehr.

      Es gibt Studien, die behaupten, größerer Umfang von Informationen führe nicht zu besseren Entscheidungen.

      • @rero:

        @ rero



        Ach was - Bildungselite - die Fragen können auf Wunsch auch von den Wahlhelfern vorgelesen werden...

        • @Alex_der_Wunderer:

          Äh, nein... 🤔



          Wir haben hierzulande immer noch den Grundsatz der geheimen Wahl - den wir ganz dezent verletzen würden, wenn der Wahlhelfer unvermeidbar mitbekommt, zum Programm welcher Partei die Fragen gehören...

  • Ein Verbotsverfahren einzuleiten ist schon deshalb richtig, weil dann eindeutig Klarheit geschaffen wird. Nichts ist schädlicher als eine unklare Rechts-Situation bestehen zu lassen.

    " Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben, liegt auf der Hand." Und auf der Hand liegt insbesondere die große Mitschuld der Grünen und der Linken. Warum? Weil eine andauernde Skandalisierung ALLER AfD-Äußerungen zum Gegenteil führt. Es nutzt sich einfach ab. Bei diesen Parteien fehlt eine differenzierte Betrachtung. Das die rechtsradikalen und -extremen Menschen in der AfD immer stärker werden hat auch mit der "Alle in einen Sack"-Mentalität der linken Parteien zu tun. Somit werden und wurden allmählich konservative und wirtschaftsliberale Menschen aus der Partei vertrieben. Wenn konservative Wähler in diesen Sack gesteckt werden, wehren sie sich -bei den nächsten Wahlen! Womit wohl?

    Man kann nur von Glück sprechen, dass sich die Extremen in der AfD gerne mal mit rechtsextremen und NS-nahen Äußerungen provozieren und profilieren wollen, ansonsten würden ihre Zustimmungswerte wohl durch die Decke gehen.

    • @Black & White:

      Genau. Wenn man Faschisten outet, ist man Schuld daran, dass sie erstarken. Logisch. Die AfD braucht man nicht "skandalisieren" - das tut sie ja selbst schon andauernd spätestens seit Frauke Petry.

    • @Black & White:

      Was Sie vollkommen ignorieren: Es gibt ein konservatives Angebot rechts von SPD, Grünen und Linken: CDSU und FDP. Wem das immer noch nicht rechts genug ist, der muss sich leider sagen lassen, dass er sich außerhalb des demokratischen Diskurses bewegt. Die AfD ist rechtsextrem, nicht bloß konservativ und wirtschaftsliberal. Punkt.

    • @Black & White:

      Diese "Alle in einen Sack"-Mentalität kann man hier im taz-Forum schön bewundetn, wenn zum Beispiel die aktuelle Bundesregierung ganz selbstverständlich als rechtsextrem bis sogar faschistisch bezeichnet wird. Wenn wirklich alle Wähler rechts der SPD Nazis wären, hätten wir ein echtes Problem.

      • @Chris McZott:

        Nicht die Wähler:innen und auch nicht die gesamte CDU/CSU, aber einige Äußerungen durchaus.



        .



        "die Migrationsfrage ist die Mutter aller Probleme" könnte auch von einem Rechtsextremen stammen. Die Nazis hatten auch eine "Frage", die gelöst werden musste und an allem Übel schuld war,



        .



        Auch Herr Merz hat wiederholt rassistische Klischees bedient.



        .



        Anstelle von Lösungen und der Bekämpfung von Vorurteilen gibt es Populismus, Symbolpolitik und neue Vorurteile.



        .



        Und DAS legitimiert zunehmend die Positionen der AfD.

      • @Chris McZott:

        Ich find das immer ganz spannend, wenn die Äußerungen von irgendwelchen Leute im Netz als Beleg für den Kurs von Parteien angeführt werden.



        Dürfen wir das in Zukunft auch bei der AfD machen? Also sagen wir mal, die Vernichtungsphantasien aller politischen Gegner von AfD-Anhängern auf X als Beleg des Kurses der Partei anführen? Oder die gewünschte Wiedereinführung des „Volksgerichtshofs“?

        • @Kaboom:

          Das habe ich auch nicht behauptet. Ich bin mir sehr bewusst dass das taz-forum ein Diskursraum ist, der in keinster Weise der deutschen Gesellschaft, nicht mal der Parteienlandschaft entspricht....anders als vielleicht manch anderer Kommentator hier glaubt.



          Trotzdem kann man es als beispielhaft für ein ganz bestimmtes politisches Millieu ansehen....wie klein und irrelevant es auch ist ;)

          "Dürfen wir das in Zukunft auch bei der AfD machen?" Das wird doch genauso gemacht...bei jeder Partei. Ottonormal-Politikkonsument sucht sich aus dem feindlichen Lager diejenigen Beiträge raus, die die eigene Meinung am besten unterstützen. Eine Studien zur tatsächlichen Empirie macht doch niemand...

  • Leider hat der Zentralrat der Juden in Deutschland jahrzehntelang darüber hinweggesehen, dass die deutsche Regierung Täter der Judenverfolgung und -ermordung beschützt und deren Taten verharmlost hat, obgleich gerade in Deutschland Anpassung als Überlebensstrategie versagt hatte. Jetzt kann es zu spät sein, aufzuwachen! Geschichte wiederholt sich nicht, aber die Gefahren bleiben doch dieselben!!!

  • Der Antrag auf ein AfD Verbotsverfahren kann dazu führen, dass manche AfD Anhänger doch mal das Parteiprogramm lesen oder sich Äußerungen der AfD Politiker:innen doch mal genauer anhören und durchdenken. Es ist fahrlässig, diesen Antrag nicht zu stellen.

    • @ja wirklich?:

      Ja wirklich? Wenn nur noch 26 & der Bevölkerung der Regierung vertrauen, dann braucht man doch nicht weiter nach Gründen zu suchen, warum man die AfD wählt. Diese KleiKo kriget nichts gebacken. Rentenreform: Die absolut unverständliche Bevorzugung der Beamten soll bestehen bleiben. Die Kosten des Kranken Krankensystems tragen weiterhin nur die abhängigen Beschäftigten. 50% der Verdiener bleiben weiter außen vor: Beamte, Freiberufler, Selbständige. Statt eines Großen Wurfes wie in Österreich 2000, wieder nur Kleinkrämerei! In Österreich gibt es nur eine Rente, dort Pension genannt, für alle, eine Krankenkasse für alle.

      Es geht nicht darum, ein Parteiprogramm durchzulesen, oder glaubstr Du, dass auch nur ein Wähler das Programm von CDU, SPD, Grünen, Linken oder BSW je gelesen hat.

      Es gehtr um das Vertrauen, und da kann man sich bei dem Ergebnis von 27 % nur wundern, dass die AfD nur bei 26 % zur Zeit steht.

      All die bisherigen Anstengungen die AfD zu halbieren haben ins nichts geführt. Das AfD-Bashing nutzt nur der AfD. Aber alle machen weiter so, weil sie glauben, nur sie seien voller Moral. Der Moralismus führ genau ins Gegenteil. Wacht endlich auf, wollt ihr was erreichen,

  • Petition · Prüft ein AfD-Verbot! · innn.it share.google/qxfWGAWK5VbMmzqFH

  • "Manche sagen, man müsse die AfD wegen der relevanten Zahl an Wählerstimmen miteinbeziehen.. Dem Opfernarrativ der Partei die Grundlage zu entziehen funktioniert aber nicht. Ihm zu folgen, mündet, wie wir sehen, zwangsläufig in einem Rechtsruck."

    Ich verstehe diese Argumentation nicht. Der Rechtsruck ist die Folge der Bundestagswahl, bei der das "linke Spektrum" verloren hat, der Rechtsruck ist das Waehlervotum!



    Das Waehlervotum laesst sich nicht mit Mitteln wie Brandmauer, Wahlrechtsentzug oder Parteiverbot verhindern, sondern nur in dem man Waehler von sich und seiner Politik ueberzeugt.

    Die Faehigkeit andere zu ueberzeugen scheint auf dem Rueckzug zu sein, obwohl das Bekaempfen oder Verbieten von Alternativen (Gruesse an die Energie- und Verkehrswende) nicht von Erfolg gekroent ist, wie die Zustimmungswerte zur AFD bei jeder Umfrage belegen.

    • @elektrozwerg:

      "obwohl das Bekaempfen oder Verbieten von Alternativen (Gruesse an die Energie- und Verkehrswende)"

      Die Energie und Verkehrswende ist unausweichlich.



      .



      An der Kommunikation und der Umsetzung da hapert es jedoch tatsächlich erheblich.



      .



      Feldheim in Brandenburg zeigt wie Energiewende geht. 100% erneuerbare Energie 24/7 und ein eigenes Netz in kommunaler Hand. Sagenhafte 11.9-12 Cent pro kWh und noch dazu fast keine - KEINE Grundgebühr!!!!!



      .



      Würde alle Gemeinden von lokaler Windkraft, generell EE und Speichern direkt profitieren, wäre die Zustimmung sicher größer!

    • @elektrozwerg:

      "sondern nur in dem man Waehler von sich und seiner Politik ueberzeugt."

      Sie können die Reaktion eines führenden AfD-Kaders, als er im Deutschlandfunk damit konfrontiert wird, dass seine Partei ausdrücklich im Programm jegliche Subvention ablehnt, während Funktionäre der AfD bei den Bauernprotesten gegen die Streichung eines klitzekleinen Teils dieser Subventionen mitdemonstrierten, sicher noch im Netz finden.



      Diese Positionen überzeugen allerdings im Agrarland Brandenburg 35 %. Wo 95 % + aller bäuerlichen Betriebe innerhalb eines Jahres ohne Subventionen pleite wären.

      Und jetzt erzählen Sie mir doch nochmal die Sache mit dem "überzeugen" und den "Argumenten", ja?

    • @elektrozwerg:

      „Die Faehigkeit andere zu ueberzeugen scheint auf dem Rueckzug zu sein"....

      Das einzige was in den Industrieländern auf dem Rückzug ist, ist Bildung. Sie können noch so überzeugte Argumente anwenden, wenn jemand nicht versteht, was Sie von ihm wollen. Und da haben die „asozialen Hetzwerke" einen Riesigen Anteil dran.



      Wer sich nur noch in seiner „Blase" bewegt, alles abnickt was dort herausquillt, kann gar nicht verstehen, wie Demokratie und-oder Solidarität funktioniert.

    • @elektrozwerg:

      Welches "linke Spektrum"? Weder SPD noch Grüne sind "links" und "Die Linke" ist doch recht stabil.

      • @Matt Olie:

        Welches "linke Spektrum"?

        Ja genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Während Union und AfD zusammen die absolute Mehrheit habe, gibt es links davon "kein Spektrum", weil da jeder in seiner eigenen kleinen Ecke der Stabilste ist. Blasenmentalität findet eben nicht nur im Netz statt.

  • Ja. Seh ich auch so.



    Wenn es immer wieder heißt, die Wähler*innen einer mit 20% bei der letzten BTW gewählten Partei dürfen nicht ignoriert oder ausgegrenzt werden, möchte ich entgegnen: Wenn diese 20% eine un- oder anti-demokratische Regierung möchten, müssen die 80%, die Demokratie behalten wollen, geschützt werden!

    • @HopeDrone:

      "Wenn diese 20% eine un- oder anti-demokratische Regierung möchten, müssen die 80%, die Demokratie behalten wollen, geschützt werden!"



      Aha, heißt im Umkehrschluss, wenn 80% eine antidemokratische Regierung möchten, dann muss das respektiert werden?



      Ihr Kommentar leidet daran, dass die Zustimmungswerte zur AfD nicht gleichmäßig über Deutschland verteilt sind.



      40% im Osten wählen AfD. Fast alle Landkreise wurden ausnahmslos von der AfD gewonnen. In vielen Dörfern hat die AfD die 50% Marke gerissen. Maximalergebnisse bei der Europawahl gingen bis 70%...



      Was machen Sie damit? Was mit Gebieten, wo eben eine Mehrheit eine antidemokratische Regierung möchte?



      Ausgliedern aus der Bundesrepublik? Polizei schicken und die Parlamente stürmen?



      Glauben Sie das die Polizei und geschlossen gegen die AfD steht? Vor allem im Osten? Das da kein Beamter AfD wählt?



      Die Idee des AfD-Verbots setzt voraus, dass staatliche Institutionen geschlossen hinter dem Rechtsstaat stehen.



      Das ziehe ich im Osten schwer in Zweifel. Selbst lokale CDU Politiker dort werben für eine Öffnung zur AfD.

      • @Antje1971:

        "Ihr Kommentar leidet daran, dass die Zustimmungswerte zur AfD nicht gleichmäßig über Deutschland verteilt sind."



        BTW = Bundestagswahl

    • @HopeDrone:

      Die Argumentation funktioniert halt nicht mehr in meinem Geburtsdorf wo gerade mehrfach hintereinander 80% AfD gewählt haben. Aus der Perspektive hier sieht es eher so aus als solle nur bloß der Status Quo bewahrt werden. Der Schnack über Demokratie ist dabei doch nur ein Vorwand.

      • @Šarru-kīnu:

        Wenn eine Mehrheit der Bürger die AfD wählt, werden sie (falls die AfD bis dahin nicht verboten ist, was IMO ausgeschlossen ist) eine AfD-Regierung bekommen.

        Und ich sag das mal ganz klar: Das haben diese Leute dann auch verdient. Mir tun die Demokraten im Falle einer solchen Regierung leid, aber wie schon Adenauer meinte: Mehrheit ist Mehrheit.



        Für die Folgen haften die Menschen vor Ort, und solange mich niemand mit der Forderung belästigt, man müsse etwas für die Region tun, solls mir egal sein.

      • @Šarru-kīnu:

        "Der Schnack über Demokratie ist dabei doch nur ein Vorwand."

        Schlimmer Satz. Denken Sie nochmal drüber nach, ob Sie den so stehen lassen wollen.

        Meinen die 80% AfD-Wähler in Ihrem Dorf wirklich Demokratie, oder wollen sie, dass da Einer mal so richtig "durchregiert", mit all den schrecklichen Folgen für vulnerable Gruppen, wie wir es zur Zeit in den USA live mitverfolgen können?

        • @Klabauta:

          "...oder wollen sie, dass da Einer mal so richtig "durchregiert","



          Das wollen sie. Zweifelsohne. Von den USA über Europa bis Japan - siehe heute taz.



          Die gute alte heile Zeit wieder herstellen.



          Das Verlangen nach Sicherheit, Ruhe und Geborgenheit wird konsequent von links unterschätzt.



          Das Gros will sich eben nicht täglich mit den globalen Problemen rumschlagen, sondern einfach in Ruhe leben.



          Die 90er waren der westliche Peak für 'Weiße'. Sowohl was persönliche Freiheit als auch finanzielle Freiheit betrifft.



          Das wollen viele zurück.

          • @Antje1971:

            "Das Verlangen nach Sicherheit, Ruhe und Geborgenheit wird konsequent von links unterschätzt." Das ist Blödsinn. Auch linke Wähler wollen genau das. Blos in einer Demokratie ohne autoritären Staat.

            • @Andreas J:

              Auch linke Wähler wollen das, soweit richtig. Zumindest Teile davon können sich auch einen autoritären Staat vorstellen, nur eben bei anderen Themen. 😇

              • @FriedrichHecker:

                Autoritäre Linke haben aber nicht mal ansatzweise so viel so viel Zulauf, wie Rechte.

                • @Andreas J:

                  Könnte daran liegen, daß die Positionen in unterschiedlichem Ausmaß mehrheitsfähig sind - und in einer Demokratie entscheiden zuallererst Mehrheiten 😜

    • @HopeDrone:

      Stimmt!

    • @HopeDrone:

      Der Versuch die verfassungsmäßige Ordnung abzuschaffen fällt ja immer noch unter Par.81-83 StGB und ist strafbewehrt.

    • @HopeDrone:

      Es sind aber mehr als 20%, es sind fast 30%. Wenn aber Demokratie nur durch Verbote gerettet werden kann, sollte man mal die Politik überdenken.

      • @Donni:

        Demokratie konnte seit jeher nur durch "Verbote" und auch nur so "gerettet" werden.



        Falls man die Regeln, die Verfassung, die Gesetze, den Rechtssaat einer republikanischen, sozialen Demokratie als "Verbote" bezeichnen will.

        Und die vielen Jahrhunderte Kampf, Opfer, Ermordete, zerstörte Existenzen und Biografien, überhaupt als irgendwas mit Demokratie "gerettet" bezeichnen will.

        Ach wie sehr begrüsse ich das Verbot der Sklaverei, der Kinderarbeit, des 16-Stundentages. Der legalen Vergewaltigung von Frauen. Der Verfolgung, Verächtlichmachung, Vernichtung von Homosexuellen. Verbot das man nicht seine Mitbürger und Nachbarin in die Gaskammer schicken darf. Weil einem plausibel gemacht wurde, dass die alles Unheil, Ungerechtigkeit und Demütigung verantworten.

        Warum sollte ich also nicht das Verbot einer Agenda fordern, durchsetzen und mit den härtesten repressiven Mitteln durchsetzen, die offen mit der Deportation Hunderttausender meiner Nachbarinnen und Mitbürger droht?



        Verstehe ich nicht. Ist das nicht meine Pflicht im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts? Nachdem andere vor mir für die einfachsten selbstverständlichen Rechte ihr Leben, ihre Existenz gaben.

      • @Donni:

        Ja sollte man. Wenn die Hütte brennt, muss man aber erstmal löschen. Brandschutz ist dann ein Thema für danach.

  • wir kommen nicht weiter, solange nicht klar ist und aus vielen gesellschaftlichen, politischen, kulturellen Milieus deutlich formuliert ist: die AfD repräsentiert eine im kern und letztlich terroristische genda.

  • Auch heute heisst es vermutlich bald wieder, kauft nicht bei altdeutschen Traditionsunternehmen, denn sie verweigern einer Volksgruppe den Tausch von Guthaben auf einer Bezahlkarte gegen Gutscheine. Damals gab es auch schon Probleme Versorgungsmarken einzulösen, wenn man/frau vergessen hatte den Stern abzunehmen, oder das profiling zu einfach war. Dachte nicht diese Zeiten wieder erleben zu müssen.

  • „Die Verbrechen der Nazis begannen nicht in Auschwitz. Sie begannen mit Ausgrenzung, Erniedrigung und mit Verächtlichmachung der Jüdinnen und Juden und weiterer Minderheiten.“ Das Gleiche tut heute die AfD und Mitarbeiter, sowie Filialleitungen von Handelsketten zum Teil mit historischer Expertise in Deutschland; EDEKA, REWE, und wie sie alle heißen unterstützen diese altdeutsche Tradition der Ausgrenzung z.B: bei Asylbewerbern.

    • @Sonnenhaus:

      Keine Ahnung, wie und wo Asylbewerber in einem Lebensmittelmarkt ausgegrenzt werden. Was soll man sich darunter vorstellen?

      • @Matt Olie:

        @Sonnenhaus bezieht sich damit wohl auf diesen Artikel in der taz:

        Bezahlkarte für GeflüchteteDiskriminierung im Supermarkt

        Ein Hamburger Supermarkt verbot Menschen mit Bezahlkarte, Gutscheine zu kaufen. Bis die taz nachfragt – und eine falsche Webseite der Stadt entdeckt.

        taz.de/Bezahlkarte...uechtete/!6136472/

  • Die Union wird immer wieder eine Ausrede finden. Egal, wer ihnen sagt, dass sie sich selbst versenken werden. Es gibt dort leider zu viele, die glauben, sie wären dem Eisberg überlegen. Oder den Eisberg eigentlich ganz gut finden. Mittlerweile könnte die Afd doch schon fast jede ihrer Aussagen vor Gericht damit entkräften, zu sagen dass die Union es ja auch schon so gesagt hat.

  • „Manche sagen, man müsse die AfD wegen der relevanten Zahl an Wäh­le­r:in­nen­stim­men miteinbeziehen."

    Das Problem ist nicht die AfD. Das



    Problem sind deren Wähler. Die zunehmende Verblödung der Gesellschaft (asoziale Hetzwerke) steht damit in engem Zusammenhang. Deshalb wird auch der hehre Vorsatz, man müsse die AfD thematisch stellen, zu nichts führen, weil die meisten AfD Wähler die Themen ja nicht mal erfassen. Du kannst diesen Wählern auch keine Bildung ins Hirn prügeln. Die bleiben doof und werden sich jedem noch so intelligenten Argument verschließen.



    Ein Verbot ist daher die einzig vernünftige, weil effektive Lösung.

    • @Thomas Böttcher:

      Sie halten den Wähler für blöd und wollen deswegen die Böd-Partei verbieten. Da können Sie das Wahlrecht auch gleich einschränken, das wäre ehrlicher. Demokratie ist der Wettstreit der Ideen. Sieht aus, als hätten Sie kein Angebot für den Wähler.

  • "Dem Opfernarrativ der Partei die Grundlage zu entziehen funktioniert aber nicht. Ihm zu folgen, mündet, wie wir sehen, zwangsläufig in einem Rechtsruck." Wo sehen wir das? Ein Beispiel wäre nett. "Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben, liegt auf der Hand." Die AFD ist also keine Reaktion auf den Euro und die Migration seit 2015, sondern die Schuld von CDU/CSU und SPD. Also, von (vermutlich) AFD nahen Wählern habe ich schon viel gehört, das aber nicht nie. Wieder etwas gelernt würde ich sagen.

    • @Nachtsonne:

      Von wie vielen "AFD nahen Wählern" hast du denn schon gehört, dass sie zugeben Nazis zu sein? Die meisten sind es und behaupten das Gegenteil. Gewaltgeil und verlogen...

  • Due zugespitzte gesellschaftliche Situation wird sich mit und ohne AfD Verbot nicht entspannen.

    • @Johann63:

      Man verhindert aber vorläufig eine "Machtergreifung".