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Springer vs. Volksbad „Bild“ will Becken

Clara Dünkler

Kommentar von

Clara Dünkler

Die Schwarze Community reserviert das Berliner Volksbad für einen Mittag. Die Springerpresse nennt das Diskriminierung von Weißen. Hetze ist das.

E s ist der Aufreger der Stunde bei Bild, Welt, Nius und Co: Diskriminierung im Schwimmbad. Untypische Themensetzung, könnte man denken, aber nein, besagte Medien haben natürlich ihren eigenen Zugang gefunden. Sie werfen den Betreibern eines öffentlichen Schwimmbeckens in Berlin vor, Menschen aufgrund ihrer weißen Hautfarbe auszuschließen. Was dahinter steckt? Eine rechte Medienkampagne.

Die wichtigsten Zutaten hierfür sind: eine große Portion vermeintliche Verschwendung von Steuergeldern, Schimpfen auf ein angebliches Elitenprojekt, die Verdrehung von linken Argumenten und zu guter Letzt eine kleine Prise Wahrheit. Dabei ist darauf zu achten, dass diese feinst säuberlich aus dem richtigen Kontext entfernt wird.

Hintergrund der Kampagne ist das Projekt der Berliner Volksbühne. Anlässlich der neuen Intendanz von Matthias Lilienthal gibt es in der Sommerpause statt Bühne ein Becken. Das riesige Schwimmbecken ist von August bis Anfang Oktober mitten in Berlin vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz aufgebaut. Eintritt frei – nur Zeitslots müssen gebucht werden.

An den meisten Tagen kann kommen, wer es schafft, einen dieser Slots zu buchen. An manchen Tagen sind allerdings einige Stunden für Vereine reserviert, die sich in der einen oder anderen Weise für ein offenes Berlin engagieren.

Event für Menschen aus der Schwarzen Community

Einer davon ist der Verein Each One Teach One (Eoto). Am kommenden Freitag sind die Schwimmbahnen für einige Stunden nur für den Verein vorgesehen. Wer kommen will, muss sich über diesen anmelden. Theoretisch kann das je­de:R machen, das Event ist aber speziell für Menschen aus der Schwarzen Community gedacht.

Eoto setzt sich für die Interessen Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen in Deutschland und Europa ein. Gestartet als Kiez-Bibliothek im Berliner Stadtteil Wedding bietet der Verein mittlerweile auch Workshops und Seminare an. Ein Ort, an dem Menschen der Schwarzen Community sich austauschen und unterstützen können.

Der Verein wird unter anderem vom Bundesprogramm Demokratie leben! gefördert. Allein das dürfte die rechte Medienblase provoziert haben, an dem geplanten Badespaß Anstoß zu nehmen. Die AfD nimmt dankend an, was die Springerpresse ihnen so willig auf dem Tablett serviert. So postete die Partei in den sozialen Medien ein KI-generiertes Bild mit dem Titel „Rassentrennung auf Staatskosten“. Darauf Schwarze Menschen, die Spaß im Volksbad haben. Schlimmeres scheint sich die AfD nicht ausmalen zu können.

CDU-Politikerin macht mit

Nicht nur AfD, auch die CDU springt auf. Die Berliner CDU-Bezirksverordnete in Berlin-Pankow, Aileen Weibeler, postet ein Reel dazu auf Instagram. Darin beschwert sie sich, dass sie ihre Pläne, am Freitag ins Volksbad zu gehen, ändern muss. Und das nur aufgrund ihrer Hautfarbe. Stimmung machen, egal wie – es ist schließlich Wahlkampf in Berlin.

Bei der Aktion von Eoto geht es nicht darum, weiße Menschen auszuschließen, selbst, wenn sich diese offenbar kaum vorstellen können, dass es einmal nicht um sie geht. Sondern darum, einen sicheren Ort für Menschen der Schwarzen Community zu schaffen. Viel zu oft gehören öffentliche Orte, wie auch Schwimmbäder, nicht dazu.

Einmal einen Nachmittag Schwimmspaß einer von strukturellem Rassismus und ständiger Diskriminierung betroffenen Community zu überlassen, ist nicht zu viel verlangt. Die rechten Medien sehen darin aber einen Angriff auf die freie Gesellschaft. Es wird argumentiert, dass damit das „Volks“-bad seinen Zweck verfehle, da nicht das ganze Volk baden könne. Ausdruck einer freien und offenen Gesellschaft ist aber gerade das: Die Gruppen zu unterstützen, die benachteiligt sind.

Zumal weitere Termine exklusiv für andere Vereine und Gruppen reserviert sind. Beispielsweise für den Streetworkerverein Gangway, der sich um obdachlose Jugendliche und Erwachsene kümmert. Da erkennt allerdings niemand eine Diskriminierung von Nicht-Streetworker:innen. Einmal bleibt das Bad auch ganz zu, um den Verein Flussbadberlin zu unterstützen, der sich für den Spreekanal einsetzt. Das erwähnen aber weder Bild, Welt noch Nius in ihrer Berichterstattung. Es eignet sich wohl schlechter als Kampagne.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Clara Dünkler

Clara Dünkler

Seit 2025 Volo bei der taz. Gerade im inland. Davor in Leipzig Journalismus und in Freiburg Kulturanthropologie studiert.
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68 Kommentare

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  • Black & White

    Geht es noch ungeschickter?

    Wenn an diesem exponierten Platz offiziell (ursprünglich) mit der Reservierung "exklusiv für die Schwarze Communities" geworben wird, dann interessiert sich keiner mehr für das "Kleingedruckte". Die Reaktion der konservativen/rechten Medien war zu erwarten. Und die Gegenreaktion der linken Medien (wie dieser Artikel beweist) war ebenfalls erwartbar. Warum macht man so ein Angebot und publiziert es so fahrlässig.? Warum ist die Volksbühne so naiv und was war die Intention?

    Die Volkbühne hat wohl nun die Veranstaltung wegen rassistischer Anfeindungen abgesagt. Warum hat man die Situation eskaliert?

    Ich habe Kinder, die zur "schwarzen Community" gehören. Ich stelle mir vor, wie meine Kinder mit anderen schwarzen Kindern 6 Stunden auf dem Präsentier-Teller sind und neidisch bei heißem Wetter angeglotzt werden. Es ist unverantwortlich diese Kinder so in den Mittelpunkt zu stellen und evtl. Aggressionen auszusetzen. Würde man schwarze und weiße Kinder zusammen schwimmen lassen, dann würde ich sagen: Bravo. Dass wäre ein Zeichen von Zusammenhalt.

  • Oma

    In München ist Lilienthal mit dem



    Vorsatz angetreten, die Kammerspiele für eine neue Publikumsschicht, insbesondere mit migrantischem Hintergrund, zu öffnen. Das sah dann so aus: in den Toiletten gab es Hinweisschilder in arabischer Sprache, die Einlasskontrolle und der Verkauf der Programme oblag dunkelhäutigen Menschen, die Putzkolonne hatte vermutlich ebenfalls migrantischen Hintergrund und auf der Bühne radebrechte ein einzelner arabischstämmiger Schauspieler inmitten deutschsprachiger Kollegen. Im Publikum saßen ausschließlich deutsche Frauen 50plus, Typ bildungsbeflissene Hausfrau mit Abitur. Wieso es bei den Vorstellungen plötzlich englischsprachige Übertitel gab, war völlig unklar. Ich habe dort nie irgendwelche Zuschauer gesehen, die nicht Deutsch als Muttersprache hatten.



    Falls das Volksbad tatsächlich was Nachhaltiges für die schwarze und queere Community tut, wunderbar. Falls nicht, konnten sie wenigstens ein bisschen kostenlos planschen, bei den aktuellen Temperaturen nicht das Schlechteste. Ich habe aber den Verdacht, dass das Ganze eher ein Gag war und diese Gruppen für eine Werbeaktion instrumentalisiert wurden.

  • Gerhard Krause

    Nicht provozieren lassen. Denn Bild ist doch der größte Spalterladen ever, Empörungsunternehmen.

  • SGouldo

    Wer nach der Hautfarbe unterscheidet, handelt meiner Meinung nach rassistisch, völlig irrelevant, ob schwarz oder weiß. So wie es schwarze Deutsche gibt, gibt es doch auch weiße Afrikaner, dürfen die dann auch nicht rein?

  • Warim Wilke

    Es gibt dieses sehr bekannte Zitat Max Goldts über die Bild. Das Wort Niedertracht spielt darin eine entscheidende Rolle. Das Zitat ist meiner Erinnerung nach über 25 Jahre alt, könnte aber aus wurschtegal welchem Jahrzehnt stammen. Einfach nur ekelhaft.

  • Tom Tailor

    Mal ganz pragmatisch: wenn es grundsätzlich vorgesehen ist, dass ein Verein oder Gruppe dieses Bad für einen bestimmten Zeitraum exklusiv buchen darf, gibt es gar nichts zu diskutieren.

    Sofern dies aber nicht vorgesehen ist, stellt sich die Frage



    - mit welcher Begründung hier das Bad eine zeitlang blockiert wurde so dass es der Allgemeinheit in dieser Zeit nicht zur Verfügung stand



    - und ob diese Begründung plausibel genug ist, um gerade dieses Objekt dafür zur Verfügung zu stellen. Denn streng genommen könnte man ja jede städtische Einrichtung, die von der Allgemeinheit 24/7 genutzt werden darf, für bestimmte Zeit nur einer ausgewählten Gruppe überlassen, solange dies nur irgendwie begründet wird.

    Daher empfinde ich es schon als gerechtfertigt diese Aktion in dieser Richtung zu hinterfragen. Denn wenn die Argumentation lautet, dass die Gruppe um die es hier geht strukturellem Rassismus und ständiger Diskriminierung ausgesetzt ist, gilt es nachzuweisen dass dies insbesondere auch in diesem öffentlichen Bad der Fall ist. Und wenn dem nicht so ist, welche Kriterien bei der Auswahl der Freizeitstätte maßgeblich waren.

  • Wiesel24

    Wann wird diese künstliche und unscharfe Trennung zwischen scharz und weiß endlich überwunden werden? Alle Menschen sind homo sapiens, es gibt keine Rassen und auch keine Kulturrassen.

  • Andreas_2020

    Wie ekelhaft sind diese Menschen?



    Unterstellung, Gefühle, Mobilisierung, das alte Lied der Nazis, gegen andere Menschen hetzen.



    Vielleicht hätten sie sich mal anmelden sollen und es auf eine Begegnung ankommen lassen sollen.



    Allerdings zeigt das auf, wie gefährlich selbst Kleinigkeiten werden können. Die Propagandamaschine steht für solche Sachen zur Verfügung - egal wie idiotisch das ist.

  • Müller Christian

    Diese Aktion soll ja auch was mit Kunst zu tun haben. Kunst soll ja Menschen zusammenbringen. Heißt ja auch Volksbad. Da sollte man das Bad nie einzelnen Gruppen, egal wie positiv deren Arbeit ist, zur Verfügung stellen. Wenn, dann maximal Gruppen, die total unterschiedlich sind. Zum Beispiel Eoto und dem AfD Ortsverein. Mitglieder der Linken und Immobilien Investoren. Ultras von Hertha, BFC und Union. Das wäre für mich interessant und positiv. Und Kunst. So werden, aus meiner Sicht, Gruppen selektiert, die aber eigentlich mal miteinander sprechen sollten.

    • Oma

      @Müller Christian:

      Diese Gruppen zu einer gemeinsamen Veranstaltung zu motivieren wäre wirklich eine Kunst.

    • Mondschaf26

      @Müller Christian:

      Die Paarungen, die sie vorschlagen, könnten Unterwasser-Rugby aufführen. Oder Wasserballett.



      taz.de/picture/865...1200/38613143.webp



      Aber die Ente bleibt draußen!

  • Günter Witte

    Wie groß währe der Shitstorm wenn jetzt eine Gruppe das Bad nur für Weiße reservieren würde ? So nutzt halt jede Gruppe das Stöckchen das man ihr anbietet ...

    • Sven Krüger

      @Günter Witte:

      Herr Witte nicht richtig gelesen? Erstens es gibt Zeitslots für Vereine. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese von Vereinen belegt werden, die nur Weiße Mitglieder haben? Das Zweite, jeder kann sich über den Verein anmelden. Natürlich werden die Vereinsmitglieder bevorzugen, aber versuchen sie es aus eigener Erfahrung (ich bin mit einer Senegalesin verheiratet) weiß ich, dass es auch einige Weiße in den Vereinen gibt. Trauen Sie sich.

    • Selbstauslöser

      @Günter Witte:

      Sie können ja einen Verein zum Schutz der weißen Minderheit gründen.

      • aujau

        @Selbstauslöser:

        Lol

    • FtznFrtz

      @Günter Witte:

      Man fragt sich, wann dieser Unsinn sich auch einmal abnutzt. Das unterirdische intellektuelle Niveau ist man vom Reichelt-Käsesender ja gewohnt, das der tumbe, hinter dem Mond lebende Unionsteil mit blökt ist an Peinlichkeit nur schwer zu überbieten.



      Die arme unterdrückte weiße Mehrheit in Deutschland, geht's noch?

      • Encantado

        @FtznFrtz:

        "'Wie groß währe der Shitstorm wenn jetzt eine Gruppe das Bad nur für Weiße reservieren würde ? So nutzt halt jede Gruppe das Stöckchen das man ihr anbietet ...'



        Die arme unterdrückte weiße Mehrheit in Deutschland, geht's noch?"



        Ich bin offenbar in nem Alter, wo man nicht mehr richtig lesen kann... wo genau hat der Mitdiskutant von einer 'armen unterdrückten weißen Mehrheit in Deutschland' gesprochen?

        Man fragt sich tatsächlich, wer hier denn nun über welche Stöckchen springt...

      • Andreas Flaig

        @FtznFrtz:

        👍

      • Chris McZott

        @FtznFrtz:

        In Frankfurt am Main könnte man das vielleicht machen ;)

      • Zippism

        @FtznFrtz:

        Genau solche Antworten sind ein schönes Beispiel für die linke Arroganz, die seit Jahren dazu beiträgt, Wähler eher von sich weg als zu sich hin zu treiben.

        Statt sich mit dem Einwand auseinanderzusetzen, wird der Gegenüber als „tumb“, „hinter dem Mond“ und intellektuell unterirdisch abgekanzelt. Das ist keine Auseinandersetzung mit einem Argument, sondern die selbstgerechte Botschaft: Wer das anders sieht als wir, ist eben dumm und rückständig.

        Und anschließend ist die Verwunderung wieder groß, warum der AfD-Wähleranteil steigt. Vielleicht sollte man irgendwann erkennen, dass Menschen sich nicht unbedingt deshalb von der Politik abwenden, weil sie plötzlich alle Rechtsextreme geworden sind, sondern auch, weil sie keine Lust darauf haben, bei jeder abweichenden Meinung moralisch und intellektuell abgekanzelt zu werden.

        • Klabauta

          @Zippism:

          Falsch. Der "Einwand" von Herrn Witte ist das, was Nils Kumkar als kommunikative Realitätsdestruktion bezeichnet, die es erlaubt, wider besseres Wissen weiterzumachen wie bisher.



          Ich werde deshalb weder Herrn Witte noch Ihnen ein weiteres Mal erklären, warum wir es in diesem Fall nicht mit Rassismus zu tun haben, wie von ihm angedeutet.

        • Andreas Flaig

          @Zippism:

          Günter Witte hat da etwas, was zB. In den USA ein dickes Problem ist, nach Deutschland verfrachtet.



          Die Kritik von Ftzn Frtz ist daher völlig angebracht und hat mit Arroganz nun gar nichts gleich.



          Die Auseinandersetzung hätte stattfindenden können wenn Witte sich als kleiner Zyniker geoutet hätte, hat er aber nicht.

    • PartyChampignons

      @Günter Witte:

      Das Bad ist nicht NUR für weiße oder NUR für schwarze reserviert worden, es ist für Mitglieder eines bestimmten Vereins reserviert worden! Das ist ein Unterschied! Es gibt hier kein Verbot für weiße Menschen, da ist ja gerade der Punkt! Es werden regelmäßig für irgendwelche Schwimm- und Wassersport-Vereine Becken gesperrt, da beschwert sich auch niemand!

      • gyakusou

        @PartyChampignons:

        Das ist nicht korrekt. In der Beschreibung des Volksbad wurde explizit darauf hingewiesen, dass es um schwarze Menschen geht:

        In diesem Zeitraum ist das Volksbad exklusiv für schwarze Communities geöffnet. Wir bitten diese kollektive Selbstbezeichung (...) zu respektieren.

    • Hektor Rottweiler

      @Günter Witte:

      Das Bad wurde aber auch hier nicht für „Schwarze“ reserviert, sondern für einen Verein. Im Artikel steht sogar, dass alle Menschen sich über den Verein anmelden können.

      • Bommel

        @Hektor Rottweiler:

        Na ganz so war es nicht. Zu Anfang hat die Volksbühne verkündet, dass das Bad am Freitag von 12-18 Uhr für die schwarze Community reserviert ist. Aus meiner Sicht eine klare Unterscheidung nach Hautfarbe. Nachdem irgendwer der Volksbühne eine Kerze angezündet hat, wurde die Ansage geändert und verkündet, dass am Freitag von 12-18 Uhr das Bad für einen Verein reserviert ist. Letzteres ist vollkommen in Ordnung, ersteres nicht. Wegen der Reihenfolge der Bekanntmachungen bleibt ein schaler Beigeschmack.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Günter Witte:

      Reservieren Sie doch...

  • Stefan Haker

    Da veranstalten die üblichen Verdächtigen wieder viel Tam Tam um quasi nichts. Wenn niemand ausgeschlossen wird auf Grund seiner Herkunft oder Hautfarbe liegt wohl auch kein Fall von Rassismus vor.



    Wenn ja, ist das eben klar Rassismus.

    Ich finde der Vergleich mit den Streetworkern hinkt aber gewaltig. Niemand kann sich seine Hautfarbe aussuchen, den Beruf aber meistens schon.

    • Selbstauslöser

      @Stefan Haker:

      Es ist immer wieder der selbe Ego-Mechanismus: den eigenen Fehler jemand anderem unterstellen und vorwerfen.



      Rassisten werfen anderen Rassismus vor, die üblichen Verdächtigen bezeichnen andere als übliche Verdächtige, die mit den Halbwahrheiten werfen anderen Halbwahrheiten vor, die Spalter bezichtigen andere der Spalterei, ... immer getreu dem Mott: ich bin gut, WEIL du schlecht bist, und deshalb mache ich dich schlecht.



      Sich selbst im anderen erkennen können wäre jedoch ein Zeichen persönlicher Reife.



      Man kann nur hoffen, daß die Eoto-Badegäste nicht von Bild-„Zeitung“ und noch aggressiveren Verteidigern von weißen Rechten behelligt werden.

    • Alexander Diehl , Autor , Redakteur taz nord

      @Stefan Haker:

      Die Grundannahme ist doch, dass der Ausschluss der einen - für einen nicht mal vollständigen Nachmittag! - für die anderen eine Unterbrechung darstellt von Ausgrenzungen, die sich nicht gerade auf ein paar Stunden beschränken. In der - von den genannten Akteuren natürlich gezielt waffenfähig gemachten - Empörung liegt dinsofern doch eine Chance: Was, sagen wir: Hans-Dieter, traurig und "diskriminiert" am Beckenrand kurz mal aushalten muss, wird anderen ihr ganzes Leben zugemutet. Ihr könntet voneinander lernen, wenn die weißen Wuttränchen erst getrocknet sind.

      • Berliner_Kaepsele

        @Alexander Diehl:

        Sich zu separieren, trägt nicht zu einer irgendwie gearteten Integration bei. Aber das erforderte ja Reflexion, um das zu erkennen. Da ist die Opferrolle davor.

        Bei der AfD dürften wieder die Sektkorken geknallt haben.

      • Maja Kero

        @Alexander Diehl:

        Genau! Diskrimierungen bzw. Ausschluss ist dann in Ordnung, wenn es die Richtigen trifft. Es ist genau diese Absage an den Universalismus wegen der es vielen Menschen schwer fällt sich mit linken Werten zu identifizieren. Garniert wird das ganze mit einem an Arroganz nicht mehr zu überbietenden Schmunzeln über „ die Tränchen von Hans-Dieter am beckenrand“.

        Und genau in diese Lücke muss dann nur noch eine Partei stoßen, die Hans-Dieter sagt: „Siehste ! Die halten sich nicht an ihre eigenen Werte. Und lachen dich darüber hinaus noch aus, wenn du dich beschwerst. Komm zu uns, wir nehmen dich und deine Sorgen ernst!“

        Wundert sich da noch einer über die Umfragewerte für die besagte Partei ?

      • Sam Spade

        @Alexander Diehl:

        "Ihr könntet voneinander lernen, wenn die weißen Wuttränchen erst getrocknet sind."

        Kluge Antwort des Autors. So sollte es sein, wenn der Mensch seinen Verstand benutzt. Nur leider ist Empathie nicht die stärkste Währung unserer Zeit.

        Hans-Dieter wird da lieber nach dem Sündenbockprinzip verfahren, Parallelgesellschaften beklagen und in diesem Zusammenhang Minderheiten mangelnden Integrationswillen vorwerfen. Das geht alles leichter von der Hand und man verweilt mental bequemer an der Oberfläche anstatt in die Tiefe zu gehen und grundlegendes zu hinterfragen.

        Persönlich halte ich Idealismus jedoch nie für verkehrt.

        • Deep South

          @Sam Spade:

          Im Grunde genommen ist das Ganze eigentlich den Aufreger nicht wert. Eine durchaus bewußt provokante Aktion provoziert und die Provokation wirkt. Ob das nun den gewünschten Effekt hat, nämlich zum Nachdenken/Diskurs über Ausgrenzung und Rassisismus anzuregen, dürfte je nach Bubble wie immer unterschiedlich bewertet werden. Soweit, so belanglos erstmal.



          Etwas interessanter find ich dann aber, wie selbstverständlich da so ein "Hans-Dieter" ins Spiel kommt. Wem soll das bitte nützen, Menschen pauschal nach Klischees als Hans-Dieters, Alis, Ivans, Luigis, Kevins oder Chantalles oder Karens abzuheften? Solche verächtlichen Stereotype, nach Herkunft oder Klasse sind nämlich durchaus Teil der Denke, die zu der zitierten "vergifteten Atmosphäre" führen. Um BILD und Konsorten zu entlarven, brauchts das zumindest mal nicht.

      • Stefan Haker

        @Alexander Diehl:

        Mit „Tam Tam der üblichen Verdächtigen“ bezog ich mich eben auch auf den Tam Tam der Bild-Zeitung und rechten Medien. Unabhängig davon, ob es nun wirklich im Sinne des Vereins lag, das Bad nur „Mitglieder der Schwarzen Community“ zu reservieren, fände ich es halt besser, wenn alles zusammen Spaß haben würden und die geistigen Schranken fallen lassen würden, die nach Hautfarbe unterscheiden. Wer ist denn bitte Hans-Dieter muss man den kennen?

  • Jan Schubert

    Das einzige, was ich dieser Diskussion entnehmen kann, ist die offenkundige Tatsache, dass die Hautfarbe weiterhin ein, nun ja, Unterscheidungskriterium ist.

    • nihilist

      @Jan Schubert:

      Richtig. Die Schwarze Community definiert sich vor allem über die Hautfarbe und die damit verbundene Tatsache, eine Minderheit zu sein, die sich nicht verstecken kann.



      Und dafür brauchten Sie diese Diskussion?

    • Vigoleis

      @Jan Schubert:

      Das dachte ich auch so. Die unterschiedliche und unterscheidbare Hautfarbe (und andere "Merkmale", auf die man naturgemäß keinen Einfluss hat) darf nur dann "bemerkt" werden, ein Unterschieds-"Merkmal" sein und als solches instrumentalisiert werden, wenn es gerade ins eigene Geschäftsmodell passt. Wenn nicht, ist es rassistisch.

  • Ruhig bleiben

    Springer hetzt mit Halbwahrheiten?

    Nein!

    Doch!

    Oooh!

    • aujau

      @Ruhig bleiben:

      So ist das zu sehen. :)

  • miri

    Das hätte sich früher niemand getraut, nicht mal "Bild". Schließlich gibt es in jedem Kleinstadtschwimmbad Zeiträume für Damenschwimmen, Seniorenschwimmen, Schulschwimmen... Die Behauptung, das sei Diskriminierung, wäre zu offensichtlich albern gewesen -- gerade im Schwimmbad. Nein, es ist erst Donald Trump, der die Latte des Möglichen so abgesenkt hat, und zwar genau mit dieser Zielrichtung: Die armen Weißen! Und seine emsigen europäischen Adepten folgen ihm begeistert hechelnd. Alles hat zum Ziel, die Schuld für Ungleichheit und Unrecht bei den Opfern abzuladen. War nicht auch Rosa Parks eine Rassistin? Wieso wollte sie denn ihren Sitzplatz keinem Weißen überlassen? Aber über Diskriminierung jammern, ja? Die sind doch alle selber schuld!

    • Stefan Haker

      @miri:

      Rosa Parks hier las Vergleich? Ehrlich? Ist heute der Tag an dem wie Äpfel mit Birnen vergleichen? Meines Wissens und korrigieren sie mich, wenn ich falsch liege, ging es bei Rosa Parks darum, das sie auf einem Platz saß, der dauerhaft für Mitglieder der „weißen Community“ reserviert wurde und nicht verlangt hat, das nur Mitglieder der „schwarzen Community“ dort sitzen durften sondern eben alle Menschen.

      • Kawabunga

        @Stefan Haker:

        Kann es sein, dass Sie miris Kommentar in den völlig falschen Hals bekommen haben, wie es so schön heißt?

  • Il_Leopardo

    Hallo Frau Weibeler, wann und wo ist Ihre Toleranz abhanden gekommen?

    "Mein Lieblingsort auf der Welt:



    Überall dort, wo Toleranz, das Miteinander und Ehrlichkeit tagtäglich gelebt werden"

    cdupankow.de/person/91/Aileen-Weibeler

  • Janix

    Die Bild ist doch sonst immer für die Freiheit des Besitzenden.

    Und eine Brunnentrüberin seit ihrer Gründung.

    Sie sollte mal für mehr öffentliche Schwimmbäder streiten - das Geld dafür wäre bei den Poolbesitzern auch mal zu holen (ja, Privatpool ist grob ineffiziente Volksvermögenverwendung und kein "normaler" Lebensstandard).

    In Deutschland sollte niemand ertrinken, weil er/sie in ein Gewässer rutscht und nie Schwimmen gelernt hatte, weil das Schwimmbad wegen öffentlicher Armut dicht war.

    • Offebacher

      @Janix:

      Hm, als ehemaliges Landei muss ich sagen, hier unterscheiden sich mal wieder Stadt und Land. In der Stadt werden die Schwimmbäder geschlossen, auf dem Land gibt und gab es gar keine. Von meiner alten Heimat aus waren es ca. 20 Km bis zum nächsten Schwimmbad - da waren die meisten Menschen Nichtschwimmer.

  • Peter Schmidt

    Naja man muss aber so ehrlich und sagen, dass erst nach den Artikeln von BILD etc auf der Website der Schaubühne stand, dass das Bad für den Verein reserviert ist. Davor stand da explizit, dass an diesem Freitag der Eintritt nur für Menschen aus der schwarzen Community reserviert sei

    • Offebacher

      @Peter Schmidt:

      Kann man das jetzt noch nachvollziehen? Wenn ja, wäre vielleicht eine Korrektur des Artikels und eine Entschuldigung von manchen Kommentatoren angebracht. Dann würde der Fehler bei der (Fehl-)Kommunikation des Theaterchefs liegen.

    • doofi

      @Peter Schmidt:

      VoLks~



      ist schau. wa

    • Jens Köster

      @Peter Schmidt:

      Das ist ein interessanter Kommentar, der die im Artikel kritisierten Reaktionen erklärt - und ich frage mich, ob das der Autorin bekannt und bewusst war.

    • Sam Spade

      @Peter Schmidt:

      Beschreibt sehr gut das vergiftete Klima in Deutschland.

      Wenn ein einfacher Hinweis wie reserviert für die schwarze Community in einem Schwimmbad schon ausreicht, das dem Betreiber Ausgrenzung und Rassismus vorgeworfen wird und er sich daraufhin genötigt sieht die Beschreibung um den Zusatz Verein zu ergänzen, dann gute Nacht Deutschland.

      In meiner norwegischen Heimatstadt gibt es im öffentlichen Schwimmbad einmal die Woche einen Schwimmkurs für Muslimminnen. Da hängt ein simpler Hinweis am Eingang ohne zusätzliche Erklärungen warum diese jetzt einen exklusiven Schwimmkurs belegen.

      Ein Erklärung fehlt auch beim wöchentlichen Kurs für inklusives Schwimmen.

      Private Betreiber wie die schwimmende Sauna "Pust Tromsø" direkt im Hafen bieten regelmäßig exklusiv Termine für Queer Saunen an. Beliebt bei der queeren Community im In- und Ausland.

      Kein Mensch der seine Sinne noch beieinander hat würde hier bei uns auf die Idee kommen in diesem Zusammenhang von Ausgrenzung oder gar Rassismus zu sprechen.

      Ihr Kommentar zeigt jedoch deutlich auf, dass die Hetzpropaganda der populistischen Medien in Deutschland anscheinend auch in den Köpfen der Bevölkerung Spuren hinterlässt.

      • Oma

        @Sam Spade:

        Die Gleichberechtigung von Frauen zu erkämpfen, hat in Europa über 100 Jahre gedauert und wir sind immer noch ein gutes Stück von einer wirklich gleichberechtigten Gesellschaft entfernt. Separate Schwimmkurse für Muslimas zementieren ein Weltbild, in dem die Frau Eigentum ihres Ehemanns bzw. ihrer Familie ist und nur von diesen leicht bekleidet gesehen werden darf. Ich halte gemeinsame Schwimmkurse von Jungen und Mädchen als Teil des obligatorischen Schulunterrichts für wichtig, um zumindest für die nächste Generation die überkommenen patriarchalen Denkmuster etwas aufzubrechen. Ein kleines Mosaiksteinchen, damit sich junge Muslimas irgendwann auch mal völlig frei in unserer Gesellschaft bewegen können, ohne von ihren Brüdern, Cousins und Eltern überwacht zu werden.

      • Offebacher

        @Sam Spade:

        Ich nehme an, bei dem wöchentlichen Schwimmen für Musliminnen sind auch keine männlichen Muslime erlaubt. Das kann ich dann noch eingermaßen nachvollziehen, obwohl ich einen "normalen" Frauenschwimmtag für durchaus ausreichend und sinnvoller, auch für Musliminnen, erachte.



        Aber die Hautfarbe als Unterscheidungsmerkmal - warum dann nicht auch die Haar- oder Augenfarbe?

        Ich erinnere an das Grundgesetz, Artikel 3, Absatz 3:



        "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."



        Hier steht absichtlich "benachteiligt oder bevorzugt": Ohne einen zwingenden, nachvollziehbaren Grund geht es eben nicht, und Hautfarbe ist in einem Schwimmbad kein Grund. (Oder ist es in Berlin mal wieder anders als im Rest von Deutschland und es werden in Berlin PoCs bei Schwimmbadbesuchen diskriminiert?)

  • Yoriko N.

    Das Volksbad ist für mich schon jetzt eines der gelungensten Kunstprojekte des Jahres. Ich hätte nicht gedacht, dass man mit so einfachen Mitteln eine derart große Resonanz für gesellschaftlich relevante Themen erzeugen kann.

    Chapeau, Herr Lilienthal!

    • behr Behr

      @Yoriko N.:

      300.000 Euro ist auch Geld u. ist ja wohl in 1. Linie eine



      Marketingmaßnahme für das Theater, wenn auch eine gelungene. Aber heute wird ja jede/r Influencer/in mit mehr als



      100000 followern zum Ereignis.

    • Ramaz

      @Yoriko N.:

      300k Euro aus dem Kulturetat für das Kunstprojekt Bad.



      Ob das Bad gut oder schlecht ist sei dahin gestellt. Es macht zumindest darauf aufmerksam, dass es viel zu wenige Plätze zum Schwimmen gibt.



      Jedoch ist die Aufgabe eines Intendanten Theater zu produzieren, nicht Planschbecken.

    • Müller Christian

      @Yoriko N.:

      Nö, den es ist Kunst, die selektiert, und nicht vereint. Und es ist eine Aktion, die in keinen guten Zeiten, noch mehr trennt statt zu vereinen. Ich weiß, Kunst muss auch wehtun. Aber an der richtigen Stelle. Zur richtigen Zeit. Das hat hier überhaupt nicht funktioniert. Zumindest für mich.

      • Yoriko N.

        @Müller Christian:

        Ich verstehe den Einwand. Unterschiedliche Reaktionen sind aber nicht automatisch Spaltung. Im Gegenteil: Der Austausch eröffnet die Möglichkeit, die eigene Sicht durch die eines anderen zu verändern – und so einander näherzukommen.

      • Klabauta

        @Müller Christian:

        Ich denke nicht, dass Kunst vereinen soll. Kunst soll irritieren, zum Nachdenken anregen, eingeübte Seh- und Denkgewohnheiten in Frage stellen, im besten Fall zur Diskussion anregen.



        Das alles scheint das Volksbad zu tun. Ziel erreicht :-)

  • aujau

    Meine Fresse, es badet ein Verein eines Schwarzen Selbsthilfezusammenhangs. Dann genau dann MÜSSEN Weiße auch baden, die sich sonst um das Becken an der Volksbühne nicht scheren würden. Was für ein dämliches Drama.

  • hedele

    Witzig, dass sich offenbar kein Cis-Mann für die queeren Kraulkurse interessiert hat, die ausdrücklich offen für alle waren;-)

    • Janix

      @hedele:

      Kein Querschwimmen im Schwimmbad! Oder so ähnlich laut (C) TOM. Queerschwimmen sollte gehen, auf welchen Bahnen auch immer.

      • Offebacher

        @Janix:

        Wo ist Tom und seine beiden Bademeister, wenn man sie braucht :-)

    • Warim Wilke

      @hedele:

      Da musste ich jetzt sehr lachen. Danke.

  • Saile

    Wichtig bleibt das was hängen bleibt und das ist gerade in Zeiten des Wahlkampfes für die freiheitliche Demokratie nicht hilfreich! Alles was auch nur scheinbar eine Einteilung nach Hautfarbe/Herkunft/Ethnie vornimmt ist äußerst fragwürdig und sollte unterlassen werden.

    • Hatespeech_is_not_an_opinion

      @Saile:

      Wieso? Dürfen benachteiligte schwarze Communities keine Safe-Spaces für



      sich beanspruchen? Nur weil rechtslastige Pseudo-Medien laut blöcken? Mit Verlaub, das ist Unsinn. Oder wollen Sie allen Ernstes bestreiten, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe in diesem Land tatsächliche Benachteiligungen erfahren?

  • Flix

    Die Springer-Presse hetzt, was für eine Überraschung. Die Bild hetzt seit ihrer Gründung fast jeden Tag. Das MAGA-Fanboys wie Reichelt oder die AfD auf den Zug einer angeblichen Diskriminierung Weißer aufspringen, verwundert kaum, auch die CDU bewegt sich in großen Teilen mittlerweile auf ähnlich niedrigen Niveau.



    Absurd wird es aber, wenn von diesen Gruppen das Unwort „Volk“ ins Feld geführt wird, spricht man den PoC und anderen Gruppen doch sonst gerne die Zugehörigkeit zu selbigen ab.