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Wir-Gefühle und das DFB-TeamIm Rückwärtsgang

Bei der WM 2010 begeisterten sich viele an der Internationalmannschaft. Mit dem Erstarken der Nationalisten ist die Angelegenheit kompliziert geworden.

Es war einmal ein deutsches Nationalteam, das von sehr vielen in diesem Land für sein schönes Spiel und seine kulturelle Vielfalt seiner Spieler geschätzt wurde. Es stand für modernen Fußball und eine moderne Gesellschaft, für einen kreativen sowie freiheitlichen, toleranten Geist. So ähnlich lautete damals während der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika zumindest eine Erzählung, die sich großer Beliebtheit erfreute. Es war eine Geschichte des Fortschritts in eine bessere Zukunft. Der Begriff der „Internationalmannschaft“ fand damals in den Medien große Verbreitung.

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Die taz bei der Fußball-WM

Der Ball ist rund und die taz ist ihm dicht auf den Fersen. Unsere Reporterin Alina Schwermer ist auf einem Roadtrip (meist) per Bus und berichtet in Reportagen und in ihrem Blog – manchmal auch aus den Stadien, aber noch viel öfter über alles drumherum. Alle Spiele werden von ausgeschlafenen tazler:innen für Sie hier in „Alle Spiele“ kurz zusammengefasst. Dann gibt es das ganz geheime Tagebuch von Fifa-Dingsbums Gianni Infantino. Und alles andere rund um die WM finden Sie hier.

Die Zeiten, in denen noch nationale Reinheitsgebote für die DFB-Elf galten, schienen endgültig vorbei zu sein. Knapp die Hälfte des WM-Kaders 2010 von Bundestrainer Joachim Löw (11 Spieler) hatte migrantische Wurzeln. Bei der Heim-WM 2006 waren es lediglich drei Spieler gewesen. Die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts in Deutschland im Jahr 2000, die den Geburtsort zum entscheidenden Faktor machte, entfaltete seine Wirkung. Gewiss, wie das Gesetz kam auch die Anerkennung dieser Fußballer als deutsche Nationalspieler reichlich spät und war mit dem sportlichen Erfolg verknüpft. Und womöglich haben sich Mesut Özil, Sami Khedira oder Jérôme Boateng etwas gewundert, dass noch einmal die „andere“ Herkunft ihrer Eltern so sehr thematisiert wurde, um das Gemeinsame zu beschwören.

Heute hört sich diese positive Erzählung aus dem Jahre 2010 geradezu märchenhaft an, wie eine Geschichte aus grauen Vorzeiten. Denn die Frage, wie halte ich es mit dem deutschen Nationalteam, ist eine, die mittlerweile ebenso spaltet wie vereint. Schon das historische erste deutsche WM-Ausscheiden 2018 in der Vorrunde wurde mehr oder minder Mesut Özil persönlich angelastet, weil er sich ja mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayip Erdoğan fotografieren ließ.

Freilich gab es schon 2010 einen konstanten Anteil in der deutschen Bevölkerung mit rechtspopulistischen Ansichten, die nicht in den Jubel über das neue Gesicht der DFB-Elf mit einstimmten. Nur ihre Diskursmacht war äußerst bescheiden, die AfD noch nicht gegründet. Über die Risse unter der schönen Oberfläche konnte man gut hinweggehen.

„Nicht-deutsche“ Nationalspieler

Der Anteil derer, die in der deutschen Nationalmannschaft nicht als biodeutsch einzustufen sind, ist weiter auf einen neuen Rekordwert gewachsen. Im Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann sind es bei dieser Weltmeisterschaft mit 14 Spielern knapp über die Hälfte. Und am Verhältnis der AfD zu diesem Team, das Deutschland repräsentiert, lässt sich ganz gut veranschaulichen, wie diese Partei mit den landesweit stärksten Umfragewerten die Gesellschaft umbauen möchte. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah bezeichnete im Vorfeld der EM 2024 noch als Abgeordneter des Europaparlaments das DFB-Team als „Söldnertruppe“ und „Fremdenlegion“.

Anlässlich der aktuellen Weltmeisterschaft verkündete Björn Höcke, der AfD-Landesvorsitzende Thüringens, ex negativo, wie sein DFB-Traumteam aussähe. Er sprach auf einer Veranstaltung über die einheitlich aussehenden asiatischen und afrikanischen Nationalteams und erklärte dann: „Die westliche Hemisphäre wirkt wie gleichgeschaltet, alles verschwimmt und wenn sie das Trikot tauschen, weißt du gar nicht mehr, wer ist jetzt von welcher Mannschaft.“

Er offenbarte sein Zugehörigkeitsverständnis nach Hautfarbe. Rassismus in Reinform. Ähnlich deutlich äußerte sich via Social Media der brandenburgische Landtagsabgeordnete Dominik Kaufner, der zuvor als Gymnasiallehrer arbeitete. Er schrieb, „dass die DFB-Auswahl einen erheblichen Anteil nicht-deutscher Spieler hat und damit die Qualität einer authentischen deutschen Nationalmannschaft verloren hat“.

Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla distanzierten sich zwar nach Informationen der taz fraktionsintern von dieser Äußerung, aber auch an ihr Verhalten zum Nationalteam weist Vorbehalte und ein offensichtliches Dilemma auf. Denn ein Großteil der AfD-Wählerschaft hängt in diesen Tagen vor den TV-Bildschirmen wie alle anderen auch. Und sollte bei diesem Nationenwettbewerb die Deutschen unvorhergesehen erfolgreich abschneiden, was dann?

DFB sorgt sich um gesellschaftliches Klima

Es ist kompliziert. Die nationalen Zugehörigkeitsgefühle sind flüchtiger geworden. Dies ist ein universaler Trend. Von den 1.248 Spielern in den WM-Kadern der 48 Nationen wurden 292 außerhalb des Landes geboren, für das sie antreten – das entspricht 23 Prozent. Doppelt so viel wie noch bei der WM 2006 in Deutschland.

Weidel und Chrupalla ließen sich vor dem Turnier mit einem Duplikat des WM-Pokals fotografieren. Ein interessantes Motiv, das die konfuse Haltung der Partei zum Nationalteam bestens illustriert. Anders als sonst verzichteten die beiden auf nationale Symbolik. Einen schwarz-rot-goldenen DFB-Fanschal oder das farblich so gestaltete Nationaltrikot wollten sie lieber nicht tragen. Die Identifikation mit dem Nationalteam gilt offenkundig nur für den Erfolgsfall, wenn der Pokal geholt wird.

Dem DFB macht diese Entwicklung mächtig Sorgen, wie Andreas Rettig, Geschäftsführer Sport, der taz in einem Interview erzählte. Der Fußballverband kann und will sich nicht vor gesellschaftlichen Realitäten verschließen und strebt wie jeder Sportverband den maximalen Erfolg an. Zum Gespräch hatte Rettig extra eine grafisch aufbereitete Mannschaftsaufstellung vom DFB-U19-Pokalfinale der Junioren ausgedruckt.

Die Spieler der Partie zwischen dem VfB Stuttgart und VfL Wolfsburg hatten nahezu alle eine doppelte Staatsbürgerschaft und ein zweites Fähnchen am Namen geheftet. Er verwies auf den weiter wachsenden Anteil der Menschen in Deutschland mit Migrationshintergrund. Derzeit liegt er durchschnittlich bei etwa 30 Prozent, bei den unter Fünfjährigen bei 43 Prozent. Schon jetzt kämpft der DFB darum, dass die talentiertesten Doppelstaatler unter seinen Nachwuchsfußballern sich im letzten Moment nicht doch noch für die Türkei, Kroatien oder Kamerun entscheiden.

Verschämte Einladung der Linken

Eine Gesellschaft, die Menschen mehrheitlich vermittelt, dass sie eigentlich nicht dazugehören und schon gar nicht in die deutsche Nationalmannschaft sollen, könnte abstoßend wirken. Das sei eines der großen Themen, die den DFB umtreibe, bekannte Rettig. Fußball stehe für Vielfalt, Teilhabe und eine offene Willkommenskultur.

Doch ein Dilemma im Umgang mit dem Nationalteam hat nicht nur die AfD. Beim Bundesparteitag der Linken in Potsdam wurde das Public Viewing des WM-Spiels Deutschland gegen die Elfenbeinküste auf einem Flyer geradezu verschämt beworben: „Ja, WM wird auch im kleinen Rahmen gezeigt: keine Fahnen, kein Nationalismus, kein Stress.“ Laut dem Nachrichtenmagazin Focus wollte ein Delegierter einen Dringlichkeitsantrag diskutieren lassen, der das Public Viewing kritisch einordnen sollte. Auch um die Fifa sollte es dabei gehen.

Anscheinend kann diese Internationalmannschaft, die ein engstirniges Verständnis des Nationalen ad absurdum führt, ebenfalls keine Fans unter den Internationalisten gewinnen. Eine kleine Graswurzelbewegung aus jungen Menschen in Berlin versucht derweil in diesen WM-Tagen via Instagram selbst designte Nationaltrikots unter das Volk zu bringen. Mit Bundesadler auf der Brust, schwarz-rot-goldenen Linien und einer klaren Botschaft auf dem Rücken: „Germany against Fascism“ Im nationalen Gewand wird den Nationalisten von der AfD und Co der Kampf angesagt. Eine sympathische, aber vielleicht etwas zu verworrene Idee.

Vielversprechender scheint es zu sein, den Anteil der DFB-Kicker mit Migrationshintergrund immer weiter hervorzuheben. Das hätte indes etwas Kontraproduktives, markiert man die Spieler dadurch doch wieder als etwas Besonderes. Wünschenswert wäre, darüber nicht mehr sprechen zu müssen. Aber die Diskursmacht hat sich längst verschoben.

Binäre Logik führt in die Irre

Sollten nun alle aufrechten Demokraten dem deutschen Nationalteam die Daumen drücken, wider alle Expertenerwartungen die Weltmeisterschaft zu gewinnen? Allein schon aus Freude an der Schadenfreude, weil die AfD einem Multikulti-Team seine Glückwünsche unterbreiten müsste. Ein Gedankenspiel, das verständlich und verführerisch sein mag, jedoch völlig in die Irre führt.

Wirklich viel wäre nicht damit zu gewinnen. Die Erfolge des Löw-Teams 2010 und 2014 hatten keine anhaltende Wirkung. Am Ende war und ist es eben nur Fußball. Anhängerinnen und Anhänger einer offenen Gesellschaft bedienen sich sowieso besser nicht dieser binären AfD-Logik, die nicht nur zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen, sondern auch gern zwischen Gewinnern und Verlierern unterscheidet. Was Özil widerfahren ist, sollte abschreckend genug sein.

Wer Mesut heißt, sollte sich auch künftig besser nicht an autoritäre Despoten heranwanzen. Wer Friedrich heißt, kann sich dagegen mit noch so vielen Trikots neben Trump ablichten lassen. Das ist ebenfalls eine Lehre dieser Weltmeisterschaft. Es ist noch ein verdammt weiter Weg, bis von der Internationalmannschaft gesprochen werden kann. Die Rückschritte der letzten Jahre haben das Ziel in weite Ferne rücken lassen.

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98 Kommentare

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  • Das Fremdeln der deutschen deutschen Linken mit dem Nationalstolz ist ja historisch begründbar. Aber man sollte sich daran erinnern, dass „La Nation“ im heutigen Verständnis eine dezidiert linke Erfindung der französischen Revolution ist, die dazu diente, die Schranken der Stände, Konfessionen und Provinzen niederzureißen und durch revolutionäres Gemeinschaftsgefühl zu besetzen. Wie jede mächtige Idee hat sie auch sehr dunkle, zerstörerische Seiten. Die hat aber der Internationalismus durchaus auch. Aber „la Nation“ kann auch gemeinschaftsstiftend, inspirierend und integrierend wirken. Besser als eine missmutige Ablehnung der Nation wäre daher der Versuch, ein aufgeklärt – positives Verhältnis zu ihr zurückzugewinnen.

    • @Tazilo:

      Da Deutschland mittlerweile ein Einwanderungsland ist, ist dieses Fremdeln mit der Nation ironischerweise ein Schritt zurück zu ethnischen und religiösen Separatismus. Insbesondere mit den modernen identitätspolitischen - explizit multiethnisch angelegten - Ideen.

    • @Tazilo:

      Man kann die heutigen rechts / links Zuordnungen sehr schlecht auf die Zeit vor über 200 Jahren übertragen. Damals war es vor allem das Bürgertum, dass den Begriff der Nation propagierte, um alte Dinge zu ersetzen. Also eine gesellschaftliche Gruppe, die sich heute eher von Parteien vertreten sieht, die "links" bekämpfen.

      Dazu kommt, dass mit der Nation auch der Nationalismus erfunden wurde. Mit all seinen blutigen Konsequenzen. Deshalb ist der Begriff Nation in Kreisen, die man heute als links bezeichnet, nicht unbedingt positiv besetzt.

  • Na ja. Das Thema erledigt sich ja gerade. Die DFB Mannschaft beendet ihren Kurzurlaub in den USA 😎

  • „Wer Friedrich heißt, kann sich dagegen mit noch so vielen Trikots neben Trump ablichten lassen."



    --



    Arne Friedrich hatte ja oft mit Verletzungen zu kämpfen, aber dass er sich neben Trump ablichten lässt, kann ich mir nicht vorstellen: de.wikipedia.org/w...riedrich#Sonstiges

  • Der Nationalismus wird in diesem Artikel sehr selektiv kritisiert. Warum hat man bei der taz eigentlich so viel Mitleid mit dem türkischen Nationalisten Özil? Generell sollte man mal die "Internationalmannschafts"-Idee hinterfragen. Wer für das Land seiner Vorfahren spielt, vertritt die alte "Blut ist dicker als Wasser Ideologie". Ja Patriotismus ist oft peinlich und nicht ungefährlich aber er hat auch eine integrative und vorallem inklusive Kraft. Abstammung ist dagegen biologistisch, exklusiv und reaktionär.

  • Vielleicht sollte man aufhören, auf die Ränder zu schauen. Den allermeisten Deutschen dürfte das Thema "Multikulti" egal sein. Sie freuen sich, wenn die Nationalmannschaft gewinnt. Ihr Lieblingsspieler heißt Deniz Undav.

    • @Jochen Laun:

      Zeugt das nicht eher von einer gewissen Doppelmoral in der (Bio)deutschen Bevölkerung?



      Als Nationalspieler sind uns die Undavs herzlich willkommen, als Muslime und Menschen mit Migrationsgeschichte eher weniger.

      • @Abdurchdiemitte:

        Deniz Undav ist kein Muslim. Er stammt aus einer kurdisch-jesidischen Familie und wird nicht selten von nationalistischen und/oder rechtsextremen Muslimen (wenn die in Deutschland leben, dann meist auch mit Migrationsgeschichte) angefeindet.

  • Ich frage mich in welchen Medien der Begriff Internationalmannschaft so große Verbreitung gefunden hat. Ich habe ihn hier in diesem Artikel zu ersten gelesen. Und ich finde diesen Begriff offen gesprochen auch sehr albern, treten bei einer WM doch explizit Nationalmannschaften gegeneinander an. Und in die Nationalmannschaft werden gemeinhin die besten Spieler berufen, die über einen entsprechenden Pass verfügen. Da ist es vollkommen egal, wo die Eltern dieser Spieler geboren wurden oder gar die Spieler selbst. Das ist auch genau richtig so. Ich finde Artikel aus linker Sicht, die ausdrücklich auf die Herkunft der Vorfahren abzielen ähnlich befremdlich wie eine AfD, die dass Auflaufen für die Nationalmannschaft am liebsten daran knüpfen würden, dass die Vorfahren seit Generationen hier gelebt haben. Und eigentlich das Konzept der Nationalmannschaft ablehnen aber jetzt die Daumen drücken nur um der AfD eins auszuwischen? Das ist doch lächerlich und kann wirklich nur einer überideologiserten Bubble einfallen.

  • Als Özil in Berlin für Deutschland spielte, wurde er von den anwesenden 30T Türken, von denen viele mutmaßlich einen deutschen Paß besitzen, konsequent ausgepfiffen. Später wurde er von deutschen Medien und Teilen der Politik gedisst. Wir sollten vielleicht auch des öfteren die Perspektive der Betroffenen sehen, die auch in diesem Artikel eher Subjekt der Betrachtung denn Mitbürger sind. Kritisch erscheint mir der weltweit zu beobachtende Umgang von Doppelstaatler mit der Entscheidung, für welches Land Sie antreten. Teils wird da dann doch der pure Nationalismus der "alten Heimat" gelebt. Teils wird der Möglichkeit, bei einem internationalen Turnier zu spielen, das bisherige Bekenntnis zum neuen Vaterland geopfert. Das bestätigt die Kritik am Doppelpaß schon irgendwie.

  • Es tut mir leid, aber genau das ist ja Teil das Problems. Wegen der deutschen Geschichte ist es dazu gekommen, dass man vor allem in Westdeutschland alles gemieden hat was irgendwie mit Patriotismus und Nationalstolz zu ähnlich war.



    Das zum Teil ja auch aus gutem Grund.



    Allerdings hat man es auch wie bei anderen Sachen übertrieben. Wir sind jetzt mindestens bei 3 Nachkriegsgenerationen angelangt. Täter Leben nicht mehr viele. Trotzdem ist die Schuld und die Scham ubiquitär. Und ja, dagegen rebellieren viele die wirklich Rechter Gesinnung sind. Und wir treiben die normalen in deren Lager weil jeder Funke von"Nationalstolz" im Sinne von, wir können stolz sein auf das was wir erreicht haben sofort verpönt ist. Während die Ausländer in deutschen Städten so feiern als ob wir am Bosporus lägen.



    Das ist nicht schlimm, aber der Doppelstandard nutzt nur Höcke und seiner Bande. Und wer von der Komintern träumt, muss damit das klappt erst alle "Kulturen" im Prinzip einen. Siehe China.

  • Ich bin froh das unsere Nationalmannschaft so bunt ist. Man stelle sich vor, der poc Felix Nmecha wäre christlich , vielleicht extremistisch und weiß. Welche Hetze wäre da in der taz ausgekübelt worden. Anders beim Tahuid Finger eines Antonio Rüdiger. Auch diese Geste ist kein Zeichen für Vielfalt und Weltoffenheit. Sei es drum. Versuchen wir einfach mal keine Probleme da zu sehen wo keine sind.



    Das es möglich ist , dazu ist die taz das beste Beispiel. Es ist erst wenige Tage her , da hat man die moralische Keule ausgepackt gegen die kolonialistische Bezeichnung Elfenbeinküste für Cote d'Ivoire.



    taz.de/Deutschland...-dIvoire/!6188726/

    Und nun hier im Kommentar: schreibt man in der taz wieder Elfenbeinküste. Also alles im grünen Bereich. Alles halb so schlimm. Zumindest wenn die Leute der taz sich nicht an die eigenen Vorgaben halten.

  • Es ist die Deutsche Nationalmanschaft.



    Wer es sich durch Leistung verdient hat in dieser Manschaft zu spielen den unterstütze ich, ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Und ja ich finde es toll wenn sch Menschen mit unserer Nationalmanachaft identifizieren und das auch durch unsere Natonalflagge und das Singen unserer Nationalhymne zum Ausdruck bringen. In allen Ländern wird die jeweilige Nationalmanschaft von den Menschen unterstützt und gefeiert. Wir dürfen das auch.

    • @Filou:

      So ist es und ich stimme Ihnen da zu 100% zu.

  • Ich habe schon bei der WM 2010 gefunden, dass eine merkwürdige Diskrepanz bestanden hat zwischen der Multikulturalität der deutschen Nationalmannschaft und dem „Wir-sind-wieder-wer“-Hochgefühl vieler deutscher Fußballfans. Überhaupt der Satz: WIR haben die WM gewonnen“. Nein, nicht wir, es war der Nationalkader, bestehend aus vielen nicht-(bio)deutschen Spielern, der die WM gewonnen hat, nicht wir. Und manche von denen werden in rechten Kreisen offen geschmäht.



    Nun ist es keine neue Erkenntnis, dass Fußball in großem Maße gemeinschaftsstiftend wirkt, auch über den Zusammenhang von Nationalismus und Fußball ist schon viel Schlaues geschrieben worden. .



    Wahrscheinlich stelle ich mich aber nur an und sehe Gespenster, wo definitiv keine sind oder ich bin in punkto Faschismus, Nationalismus und Rassismus einfach zu übersensibel. Und das Ganze ist lediglich mein ganz persönliches Problem und kein deutsches. Zumal es hier ja um harmlosen Sport geht, der einfach nur Freude und Begeisterung wecken will.



    Das Erstarken der AfD sollte ich demzufolge wohl auch nicht überbewerten.

    • @Abdurchdiemitte:

      2010 haben "wir" nicht gewonnen, sondern Spanien."Wir" wurden dritter. 2014 hat Deutschland gewonnen, bitte mal die Aufstellung anschauen. Die Ergebnisse 2018 und 22 sind bekannt, auch mal die Aufstellung anschauen.

    • @Abdurchdiemitte:

      Da verstehe ich nun aber Ihre Bedenken nicht.

      Wenn viele deutsche Fußballfans sich mit einer Mannschaft, in der viele Migrationsgeschichte haben, offen identifizieren à la "Wir haben gekommen.", wo komm da Ihre Assoziation mit Faschismus und Rassismus her?

      Man müsste ja eigentlich das Gegenteil annehmen.

      Gerade, wo die Spieler in offen rechten Kreisen geschmäht werden.

  • In keinem anderen Land ist Nationalstolz und das Zeigen der Flagge so verpönt wie in Deutschland. In den Niederlanden ist alles zugepflastert mit Nationalfahnen und orange. In Norwegen, USA und etlichen Ländern hängen generell oft Nationalfahnen vor den Häusern. Hier loben Linksextremisten Belohnungen aus wenn man Autofahnen oder Balkonfahnen abreißt. Und wer kann sich nicht noch an Merkel erinnern die bei der Jubelfeier zum Wahlsieg einem Parteifreund die Fahne weg nahm und beiseite warf.

    • @AmArschderHeide:

      In den von Ihnen genannten Ländern sang die Jugend auch nicht "Die Fahne ist mehr als der Tod". Exzessives Fahneschwenken löst eben bei Menschen ohne kurzes Gedächtnis manchmal noch Bauchmerzen aus...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Bei der letzten WM hatten die TV-Sender die Übersetzungen der jeweiligen Nationahymnen im Videotext veröffentlicht. Was meinen Sie, was man da lesen konnte? Von knöcheltiefem Blut war da zum Teil die Rede. Was will ich damit sagen? Vielleicht sollte man nicht alles auf die Goldwaage legen. Wenn die Jugend in Deutschland vor 80 Jahren komische Lieder gesungen hat, muss man dies heute nicht zwingend in jeder Diskussion zum Totschlagargument machen.



        Niemand wird gezwungen, sich über Siege der Nationalmannschaft oder ein paar Deutschlandfahen zu freuen. Aber denjenigen, denen das wichtig ist, sollte man den Spaß schon gönnen, auch ohne die geschichtliche Keule rauszuholen.

        • @Bommel:

          Was in anderen Ländern gesungen wird, ist mir schnuppe. Mich interessiert unser Land. Und ich habe auch nichts dagegen, wenn jemand beim Fußball Fahnen schwingt.

          Wenn aber jemand die Fahnenmeere anderer Länder als eine Art Vorbild hinstellt, dann widerspreche ich.

    • @AmArschderHeide:

      Der Vorfall mit Merkel wurde von der AfD und Gesinnungsgenossen dann ja auch reichlich ausgeschlachtet, v.a. auf allen Social-Media-Kanälen. Hier ist die AfD ohnehin omnipräsent und dominiert die politische Propaganda, während alle anderen Parteien es nach wie vor nicht verstehen, das Medium zwecks Meinungsbildung sinnvoll einzusetzen. Diese AfD-Dominanz im öffentlichen Diskurs scheint ja zuweilen auch bis in die Kommentare hier in der taz überzuschwappen. Lediglich die Linkspartei hat ihren Social-Media-Auftritt in letzter Zeit merklich professionalisiert. Aber anderes Thema.



      Wenn Sie möchten, können wir uns aber gerne darüber unterhalten, aus welchen Gründen die Deutschland-Fahne von vielen Linken verpönt und inzwischen von den Nazis okkupiert werden konnte (in der Weimarer Republik waren es noch Deutschnationale und Nazis, die mit Verachtung die Nationalfarben als ‚Schwarz-Rot-Senf verunglimpft haben). Das alles hat historisch möglicherweise mit der verunglückten Genese des deutschen Nationalstaates im 19. Jhdt. zu tun. Hinweis: Deutschland als verspätete Nation (Helmuth Plessner).

    • @AmArschderHeide:

      Vielleicht liegt das Problem nicht so sehr in der Flagge des wiedervereinigten Deutschland, schon wegen ihrer bekanntermaßen ursprünglichen Bedeutung in der frühen Demokratiegeschichte Deutschlands, als in den Gruppen begründet, die sich vehement und unüberhörbar stark machen für eine "Zwangs-Dauerbeflaggung" insbesondere öffentlicher Gebäude.



      Als Kind zog unser dänischer Host in Jütland jeden Sonntag die Flagge auf, ohne Ressentiments sprach er auch als stolzer Däne gerne mit uns Kindern Deutsch, denn das hatte er in der Schule weit vor der deutschen Besatzung Dänemarks im WK II bereits in der Kaiserzeit gelernt.



      Unsere Verwunderung zur morgendlichen "Aufzieh-Aktion" war wahrscheinlich schon auch befremdlich für ihn, wie auch die Zurückhaltung mit Sprache und Stolz, trotz 1974.



      Keine Dänemark-Flagge im Garten wäre damals und dort in Dänemark am Endspieltag wahrscheinlich ein Anlass für Diskussionen gewesen.

  • Natürlich geht's hier um Fußball, aber der Tellerrand...



    In anderen Sportarten ist das nicht anders, wenn die Verhältnisse ähnlich sind.



    Dennoch gibt es Meilensteine, so die Verpflichtung von Kinder-Talenten via Einbürgerung ihrer Familie zwecks Talentförderung von minderjährigen künftigen Superstars und bspw die kreative Zusammenstellung von Mannschaften wie in Katar bei der Handball-WM.



    "2015 wagt der Handball den Schritt in die Wüste - und spielt seine Weltmeisterschaft in Katar aus. Die Gastgeber kaufen sich eine kuriose Nationalmannschaft zusammen und werden am Ende Vizeweltmeister. Deutschland schimpft, dabei hätte der DHB gar nicht dabei sein dürfen."



    b. n-tv.de



    /



    Wo Ruhm winkt u. das Geld regiert, wird dann bald wohl auch "geschmiert".



    b. dw.com:



    "Denn eine Entwicklung ärgert den DFB-Funktionär besonders: Rettig beobachtet seit einigen Jahren, dass bestimmte Nationalverbände "mehr Geld, Zeit und Engagement in Spieler-Scouting investieren, als selber auszubilden."



    Wer profitiert? Das Scouting- und Beratungsbusiness mit saftigen Margen und Beteiligungen an der Zukunft.



    Vorsicht: "Ware Mensch" verstößt gegen Menschenrechte u. Statuten...



    Ein Meilenstein bspw: das Bosman-Urteil

  • Es ist doch mittlerweile so weit, dass sich nur noch wenige mit der Nationalmannschaft identifizieren können oder auch wollen. Hinzu kommt, dass der DFB und auch die Politik anscheinend den hohen Anteil an migrantischen Spielern als etwas erstrenbenswertes anzusehen scheinen. Wie sagt der Herr Rettiig: "Fußball stehe für Vielfalt, Teilhabe und eine offene Willkommenskultur."



    Das ist doch Käse. Fussball auf dem Niveau steht für Gewinnen, und wer das nicht schafft oder dieses Ziel anderen Zielen unterordnet und dann verliert der braucht sich nicht zu wundern wenn niemand mehr "Die Mannschaft" sehen will. Und gerade Özil ist doch ein Musterbeispiel für die Probleme die multinationale Teams bei denen Spieler eine enge Beziehung zu ihrem Heimatland haben entstehen. Sagen wir mal Özil würde in der deutschen Mannschaft gegen die Türkei spielen, wird er da 100%igen Einsatz bringen können oder wollen? Und wie kann der Fan sich mit einer Mannnschaft identifizieren die sich selber nicht mit "der Mannschaft" identifizieren können?

    • @Gerald Müller:

      Die Einschaltquoten zeigen -trotz der späten Anstoßzeiten- etwas anderes

      • @Ahnungsloser:

        werde mir mal die Mühe machen, ich habe aber noch kein einziges Auto mit einer Deutschlandfahne gesehen. im Fenster oder am Rückspiegel. bei mir im Viertel (2-3 geschossige Mietshäuser) gibt es zwei Straßen weiter eine Fahne die aus dem Fenster hängt, und in der Parallelstraße im Garten eine. Kein Vergleich mit 2014 oder sogar 2018.

        • @Gerald Müller:

          Ich verstehe nicht so ganz, was die Einschaltquoten mit Fahnen an den den Autos zu hat. Über 20 Mio. Zuschauer bei 70% Einschaltquote finde ich jetzt nicht unbedingt wenig

  • Für das gestörte Nationalgefühl der Linken kann man schlecht der Rechten die Schuld geben. Wer nicht bereit ist gemeinsam für die Nation einzustehen, fremdelt natürlich mit einer Nationalmannschaft. Vermutlich braucht es bald eine linke Auswahlmannschaft, die sich dann von rechten Kadern abgrenzt. Oder man lässt es ganz bleiben und schaut keinen Fußball mehr.

    • @Leo Onlin:

      Auch an @Astrid Sehnefeld.



      Ich würde mal die Gegenthese aufstellen, dass es eher am gestörten Nationalbewusstsein der deutschen Rechten liegt, weshalb wir dieses an sich rein sportliche Fußball-Event - die Kommerzialisierung und Vetternwirtschaft im Fußball-Geschäft ist ein weiteres, aber anderes Thema - hier überhaupt im Kontext von Nationalismus diskutieren (müssen).



      Okay, jetzt gilt nicht gerade Deutschland als Wiege des Fußballs, sondern … England. Aber auch das hat ja etwas zu sagen.

    • @Leo Onlin:

      "Für das gestörte Nationalgefühl der Linken kann man schlecht der Rechten die Schuld geben."



      Wunderbar auf den Punkt gebracht.



      Die starken Einschaltquoten zeigen zum Glück auch, dass außerhalb der linken Bubble das Interesse an Fußball, der WM und der Nationalmannschaft ungebrochen ist.



      Trotz aller Unkenrufe und gestreuten Artikeln zuletzt, dass wegen Trump oder starkem Zulauf zur AfD das schauen, mitfiebern oder gar im deutschen Nationaltrikot (Stichwort Die Linke) mitverfolgen doch zu unterlassen sei.



      Marktanteil 70%, knapp 25 Millionen vor den Bildschirmen. Da sieht man wo wirklich die Mitte der Gesellschaft steht 👍



      www.focus.de/polit...-0be9f247101c.html

      • @Astrid Sehnefeld:

        Wenn von über 80 Millionen 25 Millionen Fußball schauen, ist die Mitte wo?

    • @Leo Onlin:

      "Wer nicht bereit ist gemeinsam für die Nation einzustehen, fremdelt natürlich mit einer Nationalmannschaft."



      Es ist kompliziert.



      Pazifist*innen stehen sehr wohl, aber anders als im Mainstream, für dieses demokratisch verfasste Deutschland als Bundesrepublik ein, frendeln aber mit der Bundeswehr.



      Weltbürger*innen lehnen das Konzept der Nationalstaaten in dieser aktuellen Form sowieso ab, sind aber durchaus an hochklassigen Spielen interessiert.



      Die Wahrheit ist wohl hier nicht schwarz oder weiß und auch nicht in Stein gemeißelt.



      Der Blick auf die Ligen in Europa oder die Club-Weltmeisterschaft zeigt vielleicht die Zukunft schon an.



      Eine Frage schon 2009:



      Sind Topclubs besser als Nationalmannschaften?



      forum.worldofplaye...tionalmannschaften



      Es gibt natürlich Giganten auf dem Papier:🇨🇵🇦🇷🇧🇷 und im Wettbewerb (wahrscheinlich auch im Wettbusiness mit Favoritenstatus, ob mit oder ohne KI).



      Die "(Aufmerksamkeits)ökononie" wird's zeigen, wohin die Reise geht.



      Die FIFA könnte ein Beispiel imperialer Überdehnung werden...

    • @Leo Onlin:

      Das wäre doch ne Maßnahme! Nicht mehr sog. „Nationen“ gegeneinander antreten lassen, sondern politische Gruppen, Linke gegen Coronleugner usw.

      • @derzwerg:

        Wäre definitiv spannend.

        Ich bin von hohen Einschaltquoten überzeugt.

        • @rero:

          Vielleicht wären "wir" dann noch im Wettbewerb und hätten auch in der taz eine "bessere Presse"🌻🌐

  • Was irgendwelche Politiker über unsere Nationalmannschaft halten ist mir egal so lange sie unsere Nationalmannschaft unterstützen. Daher ist mir das was die Linken machen ein Verrat an unsere Geschichte.

    Wer für uns spielt ist mir egal hauptsache sie geben ihr bestes für uns und das tun sie aktuell nicht!

    • @Marcelo:

      Also da rate ich, die Kirche im Dorf zu lassen. Was hat Fußball mit unsere Geschichte zu tun?

  • "Knapp die Hälfte des WM-Kaders 2010 von Bundestrainer Joachim Löw (11 Spieler) hatte migrantische Wurzeln. Bei der Heim-WM 2006 waren es lediglich drei Spieler gewesen."

    Das schreit ja geradezu nach einem Faktencheck:



    Eigene Migrationserfahrung:



    (1) Klose - gebürtiger Pole, mit sieben eingewandert und wg. deutschstämmigem Vater als Spätaussiedler anerkannt.



    (2) Podolski - gebürtiger Pole, wg. deutschen Großeltern väterlicherseits mit zwei Jahren als Spätaussiedler anerkannt.



    (3) Asamoah - gebürtiger Ghanaer, mit 12 eingewandert, mit 23 deutscher Staatsbürger



    (4) Oliver Neuville - Mutter Italienerin, geboren als Deutsch-Italiener in der Schweiz und auch dort aufgewachsen

    Migrationshintergrund:



    (5) Odonkor - Vater aus Ghana

    Ja, stimmt ... Drei.

    • @Tezcatlipoca:

      Dazu kommen noch die Spieler, die für mögliche Nachnominierungen vorgesehen und natürlich auch Teil des Aufgebots waren:



      (6) Kuranyi - als Sohn eines Deutschen ungarischer Herkunft und einer Panamaerin in Rio de Janeiro geboren.



      (7) Owomoyela- geboren in Hamburg und 2006 von der NPD besonders rassistisch und widerlich angegangen



      (8) Freier- geboren in Bytom, mit Elf Jahren ins Sauerland migriert



      Drei mal drei ist acht...oder so.

    • @Tezcatlipoca:

      Spätaussiedler die vor 89 kamen, zählen in den Statistiken offiziell aber nicht als migrationshintergündig. Das wird erst bei den Spätaussiedlern aus der Sowjetunion so gezählt.

  • Ich staune, dass der Artikel ohne den Begriff "Identität " auskommt.

    Das ganze System Fußballfanschaft lebt davon, dass der gemeine Fan glaubt, es gäbe ein "Wir" mit den Spielern.

    Fiktive Gruppenidentität.

    Bei Nationalmannschaften ist die Gruppe logischerweise die Nation.

    Özil machte durch das Nichtsingen der Nationalhymne und "Mein Präsident" unmissverständlich deutlich, dass er für dieses Wir nicht zur Verfügung steht.

    Dass dieses Wir nur eine Illusion war.

    Damit hat er das Thema nachhaltig vergiftet.

    Wenn der DFB um die Nachwuchsspiwler konkurrieren muss, weil Kamerun oder Kroatien vielleicht mehr bieten, räumt der DFB ungewollt ein, dass es den Spielern doch hauptsächlich ums Geld oder ähnliches geht.

    Das Wir gibt es offenbar nicht.

    Da fühlt sich der gemeine Fan behumpst.

    Er bleibt allein mit seiner Gruppenidentität zurück.

    Mit einer Internationalmannschaft sieht er sich nicht in einem Wir, wenn er den Eindruck hat, die Spieler würden beliebig für jedes Land spielen.

    • @rero:

      „Özil machte das Nichtsingen der Natuonalhymne und „Mein Präsident“ unmissverständlich deutlich, dass er für dieses Wir nicht zur Verfügung steht.



      Dass dieses Wir nur eine Illusion war.“



      Danke. Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Und Özil müsste man dafür auch noch außerordentlich dankbar sein (auch wenn man seine politischen Ansichten v.a. hinsichtlich der Türkei, sonst nicht teilt).



      Aber in diesem Fall war nicht Özil der eigentliche trouble maker, sondern das deutsche Verständnis von Nationalität und Nationalbewusstsein.

      • @Abdurchdiemitte:

        Özil ist ein schlechtes Beispiel. Er hat es schlicht bereut, sich für Deutschland und nicht für die Türkei entschieden zu haben. Er hat niemals das türkische Verständnis on Nationalität und Nationalbewusstsein kritisiert.

  • Ja, die guten alten Zeiten,



    Wo es egal war welche Hautfarbe, Familiengeschichte ein Nationalspieler hatte, Hauptsache er brachte Leistung. Wo nicht jeder als Nazi verurteilt wurde weil er sich mit der Deutschen Fahne freute weil eine Deutsche Nationalmannschaft ein Spiel gewonnen hat. Wie gesagt, die guten alten Zeiten ...

    • @Günter Witte:

      Ein kleiner Hinweis dazu, wie es noch anders war:



      Ich hab ihn mehrfach spielen gesehen, kannte ihn aber persönlich nicht. Ein netter Kerl wurde öfters gesagt...



      "Derwall nominierte das Malta-Aufgebot für den erkrankten Schön, vielleicht war das in diesem Fall Kosteddes Glück. Als er im zweiten Länderspieleinsatz in Wembley auflief, sagte er im Vorfeld fast prophetisch: "Dieses Spiel entscheidet über meinen weiteren Weg." Als deutsche Fans diesen Nationalspieler am Hotel rassistisch angehen, bricht für Kostedde eine Welt zusammen. Die Auswechslung nach 70 Minuten trifft ihn ins Mark. Aber: "So wie ich gespielt habe ..." Wembley wird z. Albtraum."



      kicker.ch



      Weiter:



      "Ich hatte ja auch ein Angebot, für Belgien spielen zu können. Aber ich wollte immer nur für Deutschland auflaufen", blickt er zurück. In Belgien wird er bei Standard Lüttich (1968 bis 1971) zum gestandenen Profi, was nach turbulenten Jugendjahren niemand wirklich erwartet hätte. Die Flausen im Kopf, die letztlich zum Ende seines kurzen Engagements beim MSV Duisburg nach der Saison 1967/68 führten, schüttelte er ab, wird dreimal Meister und 1971 auch noch Torschützenkönig in Belgien - als Nachfolger von Lothar Emmerich."🤔

      • @Martin Rees:

        Aber Anfeindungen haben nicht immer nur mit der Hautfarbe was zu tun. Oliver Kahn, einer der aller besten Torwarte Weltweit, wurde in jedem Bundesliga Auswärtsspiel des FC Bayern mit Affenlauten attackiert und mit Unmengen von Bananen (oder auch mal ein Golfball) beworfen. Nur hat sich da keiner Aufgeregt weil der spielte ja bei den bösen Bayern.

  • Ich fand das Thema damals absolut aufgesetzt. Dieses "internationale" in der Nationalmannschaft wurde politisch eher ausgenutzt. Zu diesem Zeitpunkt konnte man das gut ausblenden. Problematisch wurde dann jedoch die Kausa Özil und seither habe ich jedes Interesse an Fussball verloren. In schlechter Erinnerung blieben insoweit der damalige Bundestrainer und die damalige Kanzlerin.

  • „ Wer Mesut heißt, sollte sich auch künftig besser nicht an autoritäre Despoten heranwanzen. Wer Friedrich heißt, kann sich dagegen mit noch so vielen Trikots neben Trump ablichten lassen“

    Nu, da gab und gibt es doch einige signifikante Unterschiede in den Aktionen, die (fast) nichts mit dem Vornamen zu tun haben.

    Eine „Internationalmannschaft“ ist so etwas wie feuchter linker Traum. Bei der WM wird eher das Gegenteil zelebriert, von rechten Vereinnahmungen, wie vom einem der Gastgeber. Oder wie von vielen gerade kleineren Ländern, mit nationalen Feiertagen oder nationalem Stolz eine Runde weiter gekommen zu sein.

  • Die Frage ist doch wie die Mannschaft zusammensteht und spielt, haben die irgendwie ein Verhältnis, dass sie sich wirklich als Team sehen oder bespielt dort jeder via sog. soziale Medien seine Kanäle und grenzt auch dadurch ab. Das spielte doch früher weniger eine Rolle.



    Die ambivalente Haltung der AgD passt doch auch ganz gut zu Merz, was der so alles über Migranten schon rausgehauen hat und dann belästigt er die Spieler öffentlichkeitswirksam per Videocall. Der Rest der Unionspolitiker ist da kaum besser.

  • wurde mehr oder minder Mesut Özil persönlich angelastet, weil er sich ja mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayip Erdoğan fotografieren ließ.

    Wie wären die Reaktionen, wenn sich ein Nationalfußballer mit Putin fotographieren liese?



    Sorry, aber er hat sich seinen Ruf hart erarbeitet. Denn eins ist klar, der Karriere und dem Ruf von Ilkay Gündoğan hat die Sache NICHT geschadet.

    • @Donni:

      Dier Story Mesut Özil wird völlig verklärt. Ja, es gab über Jahre Anfeindungen. Über sein Aussehen, seine Lethargie, sicher auch Rassismus. Aus der Mannschft geflogen ist er, weil nicht nur mit Erdogan ein Foto gemacht hat, sondern weils auch noch zu einer Zeit war, als dieser Kritiker, Oppositionelle, Journalisten etc, verhaften lassen hat. Denit Yücel, der hier geschrieben hat saß damals ein Jahr in türkischer Haft.



      Und während Özil sich nicht im Stande sah, eine Erklärung abzugeben, hat Gündogan, der bei dem Fototreffen dabei war, einen Fehler eingeräumt und sich entschuldigt. Der hat danach noch Jahre gespielt und war sogar zeitweise Kapitän der Nationalelf.



      Özil ist nicht nur das arme Opfer in dieser Geschichte.

    • @Donni:

      Genau das ist wichtig und wird bei der causa Özil immer gerne vergessen. Gündogan hat früh Stellung genommen und damit war es auch gut. Özil hat das immer abgelehnt und sich später als Opfer inszeniert und trägt jetzt ein Tattoo der Grauen Wölfe.

      • @Dr. McSchreck:

        Ja und ist das mit den grauen Wölfen ein Problem?



        www.kn-online.de/l...KS2UGGQVE3LYA.html



        Die taz, die Grünen und alles rundherum sehen in der Unterstützung von Festen von den ,, grauen Wölfen " nahestehenden Gruppen kein Problem.



        Warum sollte das ein Problem bei Özil sein?

        • @Georg Sonntag:

          Es gibt keine einheitliche Meinung der taz…allerdings eine Tendenz, die aber hier keine klare Meinung bedingt.

          Selbst wenn es anders wäre, für mich ist es ein Problem und ich halte auch nichts von einer Haltung, die bei Özil alles entschuldigt und ihn als Opfer darstellen will, wie selbst es ja auch betrachtet.

        • @Georg Sonntag:

          Es gibt nicht „die taz“ mit einer Meinung, sondern ein Spektrum. Für mich jedenfalls ist es ein Problem und Gündogan habe ich immer gemocht, vorher und nachher.

    • @Donni:

      Zumal Özil immer von "seinem Präsidenten" sprach - er war also nur e in Deutschland angekommen und das Team nur Mittel zum Zweck mit der damaligen türkischen Mannschaft war kein Blumentopf zu gewinnen.



      Was ist noch, die WM bis zum 16tel-Finale ist(war) ein Witz 72 Spiele um 16 Mannschaften zu eliminieren - langweilig - ab jetzt wird es interessant nur K.O.Spiele, von daher bisher uninteressant. Kann aber schnell vorbei sein, wenn das Team rausfliegt.

      • @Reinero66:

        auch an @ Martin Sauer

        Sag ich doch, er hat sich seinen "schlechten" Ruf hart erarbeitet.

    • @Donni:

      Herr özil hat sich immer wieder darüber beschwert das er Deutschtürke genannt wird, das wäre rassistisch, schliesslich sei er Deutscher, stimmt. Und dann hat er sich mit seinem "lieben Präsidenten" ablichten lassen Mit Herrn Erdogan, nicht Hern Steinmeier.

      • @Martin Sauer:

        Das ist ja nicht von Heute auf Morgen passiert. Er hat irgendwann schmerzhaft realisieren müssen, dass er nie ganz dazugehören wird, im Zweifel immer der "Deutsch-Türke" bleiben wird.



        Das ist es doch, was wir Deutschen zwanghaft immerzu tun. Entscheiden, ob jemand "wirklich" dazugehört. Wenn es gut läuft, gehört jemand fast dazu, "obwohl" er einen Migrationshintergrund hat. Wenn es mal nicht so gut läuft, wird der Migrationshintergrund sofort in den Mittelpunkt gestellt, egal wie viele Generationen die Migration zurückliegt.



        Und da wundern wir uns, dass diejenigen, denen ihr Migrationshintergrund ständig aufs Butterbrot geschmiert wird, Probleme mit der Identifikation haben und sich ggf, versuchen, anderweitig zu identifizieren?

        • @Life is Life:

          Bei einem Länderspiel in. Berlin waren mehr Türken und türschischstämmige deutsche im Stadion als deutsche Fans, die Türkei hatte quasi ein Heimspiel. Die meisten habe Özil ausgepfiffen, denn er hatte sich für das dt. Nationalteam entschieden, nicht für das türkische.

          Das scheint dann weniger schlimm zu sein.

        • @Life is Life:

          Bei Özil und anderen gab es doch zuerst die Diskussion, warum sie die Nationalhymne nicht mitsingen.

          Deutlicher kann man als Nationalspieler kaum signalisieren, dass man nicht ganz dazu gehören will.

          Entscheiden, ob jemand wirklich dazugehört, tun Nationen auf der ganzen Welt.

          Bei nicht wenigen Gruppenidentitäten ist die Abgrenzung nach außen wichtig.

          In vielen Ländern, wo die Menschen deutlich nationalistischer sind als hier, würde eine Weigerung, die Nationalhymne zu singen, bei derartigen öffentlichen Veranstaltungen gar nicht gehen.

          Gerade in der Türkei mit ihrem Hurra-Patriotismus kann man sich das nicht leisten.

          Der Rest schaukelte sich dann hoch.

          Von Özil wurden Zugehörigkeitsbekundungen verlangt, die er nicht liefern wollte.

          Es ist doch schön für Özil, wenn er jetzt seine gefühlte Identität mit seinem Wohnort und seinem Präsidenten in Einklang bringen konnte.

      • @Martin Sauer:

        Könnte das auch eine Reaktion auf die Bezeichnung "Deutschtürke" gewesen sein? Wenn man einem Menschen ständig an den Kopf wirft, dass er nicht richtig dazu gehört, wendet er sich ab.

        Macht unsere Gesellschaft übrigens mit allen Zuwanderern. Es wird fast nur noch darüber diskutiert, wie man sie los wird. Und dann wirft man ihnen vor, dass sie sich nicht integrieren. Das ist schizophren.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Nur mal so zur Erinnerung:

          Die Bezeichnung "Deutschtürke" war ein Angebot der Multikulturalitätsbefürworter, eine Identität als Deutscher und als Türke in Einklang bringen zu können.

          Manche, die Eltern oder Großeltern aus der Türkei haben, fanden und finden den Begriff gut.

          Scheint eine individuelle Sache zu sein.

          Rechte hielten das schon immer für Quatsch.

          Man ist Deutscher oder nicht, ist schon immer deren Meinung.

          • @rero:

            Ein direkter Nachbar ist stolzer Türke - gewesen, seit seinem letzten Urlaub dahoam nicht mehr.

            Er sagt inzwischen: Hier bin ich Türke - dort bin ich Deutscher. Aber in erster Linie bin und bleibe ich Mensch.

            Inzwischen bezeichnet er sich eben als Bayer! :)

          • @rero:

            "Scheint eine individuelle Sache zu sein."

            Natürlich sind Gefühle individuell.

  • Die Linken in unserem Land wirken in dieser Frage oft wie die ewig Gestrigen – wie ein Anachronismus. Gerade bei der WM zeigt sich, dass man in einem reaktiven Denken verhaftet bleibt und keineswegs so progressiv ist, wie man sich selbst gerne darstellt.

    Ich hatte das Glück, in einem lateinamerikanischen Land den dortigen Nationalfeiertag mitzuerleben. Es war ein sehr sichtbares und emotionales Fest: Flaggen hingen an Häusern, Schulen, Autos und öffentlichen Plätzen. Es gab Paraden, Trommeln, Musik, Schulumzüge, Militärparaden, Tänze, Feuerwerk und Volksfeste.

    An diesem Tag trat die Parteipolitik in den Hintergrund. Viele Menschen zeigten gemeinsam und ganz selbstverständlich ihren Nationalstolz.

    Im Vergleich dazu wirkt der deutsche Umgang mit nationalen Symbolen oft merkwürdig verkrampft.

    • @Benzo:

      Nun, Deutschland hat eine andere Geschichte, in der Nationalstolz und Nationalismus zwei Weltkriege mit Abermillionen Toten ausgelöst haben, Im Übrigen hat Schopenhauer zu diesem Thema in meinen Augen alles gesagt:



      Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.“

      • @Flix:

        Meine Güte, es geht hier um einen Sportevent. Die Leute schauen gern Fußball, haben für sich eine gute Zeit. Niemand wird Nazi, weil er mit einer Fußballmannschft mitfiebert. Und wer daraus irgendwelchen nationalistischen Unfug macht, der war vorher schon ein Idiot. Und davon gibts in jedem welche. Der Rest drumherum, ist nichts als Projektionsfläche für den eigenen ideologischen Tunnelblick.

      • @Flix:

        Schopenhauer spricht hier mit der Arroganz eines deutschen Philosophen, denn natürlich ist damit eben nicht alles gesagt.



        Das gestörte Verhältnis der Deutschen, und hier insbesondere der Linken, kann nicht durch ein wie auch immer gearteten "internationalismus" ersetzt werden. Das muss schon behutsam repariert werden- oder es nehmen sich andere dem an, und zwar von rechts. Den Luxus, das ganze in einen diffusen Hintergrund zu stellen, hilft niemandem (außer eben rechten nationalisten).

      • @Flix:

        Wunderbares Zitat, das hier perfekt passt.



        Warum sollte ein Mensch stolz sein, zu einer bestimmten Nation oder anderen Gruppe zu gehören, deren Geschicke er nicht bestimmt? Nicht mal über seine Zugehörigkeit entscheidet er allein.

        Alle Nationalisten fallen doch auf eine Erzählung herein, die sie instrumentalisiert, ihnen schlimmstenfalls ihr Leben abverlangt.

        "Die herrschenden Gedanken..."

        • @Hendrik Borucki:

          Deshalb kommt Harari zu dem Schluss, was den Menschen ausmacht, ist seine Fähigkeit zur flexiblen Kooperation aufgrund von Narrativen.

          Die Nation ist ja nicht das einzige Narrativ, durch das man instrumentalisiert wird.

    • @Benzo:

      Das ist schlecht vergleichbar, die dortigen Länder haben sich ja meist in Unabhängigkeitskriegen oder Revolutionen von Kolonialmächten oder Diktatoren befreit und feiern den gemeinsamen Sieg, Deutschland wurde militärisch besiegt, der Westen dann an die Demokratie herangeführt und der Osten unter der "Diktatur des Proletariats" hat nach erfolgreicher unblutiger Revolution sofort für Kohl, die DM und Anschluss an den Westen gestimmt. Was will man da feiern als, den 3.Oktober den Jahrestag eines Verwaltungsaktes, was sich ja auch meist so anfühlt.

      • @Axel Schäfer:

        "Was will man da feiern als, den 3.Oktober den Jahrestag eines Verwaltungsaktes, was sich ja auch meist so anfühlt."



        Ja, denn eigentlich wäre wohl der 9. November 1989, der Tag des Mauerfalls passend gewesen, aber das hat man sich wegen zu vieler historischer Daten nicht getraut. Auch in diesem Moment waren in Deutschland wieder mal nur Bedenkenträger unterwegs.

      • @Axel Schäfer:

        Sie meinen, wie die Niederländer oder Holländer oder Portugiesen oder Engländer? Die sich zu Hause und in den WM Standorten feiern? Die von der amerikanischen Bevölkerung gefeiert werden? Freuen in und für Deutschland ist unredlich?

      • @Axel Schäfer:

        Im Osten ist man nach der friedlichen Revolution schon noch stolz auf des gemeinsame deutsche Land, aber das wird nicht (mehr) gerne gesehen, zumindest in linken Kreisen. Das liegt aber nicht am Osten, sondern am demokratie-und nation-satten Westen.

        • @Leo Onlin:

          Die friedliche Revolution war aber keine Massenbewegung und erst recht keine gesamtnationale Erfahrung. Da kann eine kleine Gruppe im Osten (ein kleiner Teil der heute deutlich über 50-jährigen Ostdeutschen) sich für feiern, aber identitätsstiftend ist das nicht.



          Der „richtige“ Nationalfeiertag wäre m.E. der 23.5., der Tag des Grundgesetzes, das der Idee nach auch für den Osten gelten sollte. Wie sagte unser ehemaliger Präsident Joachim Gauck in seiner Abschiedsrede? Verfassungspatriotismus sei kein blutleeres Konzept, sondern könne Lebenswirklichkeit sein.



          Der Fußball kann das Problem nicht lösen, dass offenbar weite Teile der deutschen Staatsbürgerschaft nicht Staatsbürger sein wollen, sondern ethnisch verstandenes „Volk“. Und solange das so bleibt, tue ich mich als Linker schwer, dieser Mannschaft zuzujubeln.



          Übrigens: Özil war für mich nicht deswegen schlimm, weil er türkische Wurzeln hat, sondern weil er deutlich zum Ausdruck brachte, dass er mit unserer Verfassung nichts anfangen konnte. Dafür kann er aber nur begrenzt selbst etwas, denn ein völkisches Verständnis von Nation ist noch immer viel zu „mittig“ in unserer Republik!

        • @Leo Onlin:

          Wenn ich mir die Wahlprognosen im Osten anschaue, scheint es eher so, dass ein großer Anteil der Wählerinnen die Demokratie entweder satt oder nicht verstanden hat, möglicherweise auch beides zugleich.

          • @Flix:

            Ich muss Ihnen sagen, dass ich eher das gefühl habe, dass Menschen wie Sie die Demokratie nicht verstanden zu haben scheinen: Es steht ein Problem im Raum (tatsächlich oder gefühlt). Über Jahre nimmt sich keine Partei des Problems wirklich. Im Gegenteil, es wird so getan, als sei derjenige, der das Problem anspricht, das Problem. Der Frust/die Enttäuschung/younameit sucht sich einen (Stand heute) demokratisch zugelassenen Weg....



            Sie mögen das vermutlich für dumm halten. Das ist vermutlich zumindest teilweise auch richtig. ABer undemokratisch ist es nicht.

            • @Bommel:

              Und für welches Problem liefert die AfD eine Lösung? Demokratie ist im Übrigen nicht die bedingungslose Umsetzung des Willens der Mehrheit, wie von rechts sehr gerne kolportiert.

              • @Flix:

                Weder schrieb ich etwas, dass der Wille der Mehrheit bedingungslos umgesetzt werden muss, noch bin ich der Meinung, dass die Afd auch nur einen Hauch einer Lösung anbietet. Aber sie ist (Stand heute) das demokratische Ventil für Menschen, die sich seit Jahren mit den ihnen (!!! nicht Ihnen) wichtigen Themen nicht vertreten fühlen. Diesen Menschen haben Sie das Demokratieverständnis angesprochen und das ist schlicht falsch.

          • @Flix:

            Sieht es im Westen anders aus? Hier bei uns hat die AFD bei der letzten BTW 30% der Zweitstimmen Stimmen eingefahren.

  • "Es ist kompliziert. Die nationalen Zugehörigkeitsgefühle sind flüchtiger geworden."

    Nein, es ist überhaupt nicht kompliziert. Zumindest müsste es das nicht sein, wenn man nicht ständig jeden lauen Wind aus der braunen Ecke zum Thema machen würde. Was interessiert mich denn was ein Rechtsextreme wie Krah darüber denken, dass wir eine diverse Mannschaft haben ? Solche Leute hassen alles, was nicht ihren Vorstellungen entspricht. Und sie werden wirklich Alles so drehen, dass es ihnen in den Kram passt. Wann begreift ihr denn das mal?

    Und was linke Graswurzelbewegungen angeht, kann ich mich an keinen Zeiotpunkt erinnern, wo die noch mal irgendwas Positives von der Nationalelf gehalten haben. Weder zu "bidodeutschen" Zeiten, noch 2010, als die AfD kaum existent war, noch heute.



    Ja, es ist eben nur Fußball. Und dass da eine Mannschaft mit knapp 50% Migrationsanteil spielt, könnte man auch einfach mal als positiv und normal akzeptieren, ohne irgwas drumherum zu konstruieren. Das Dilemma ist an der Stelle selbst gemacht.

    • @Deep South:

      Zitat: "Knapp die Hälfte des WM-Kaders 2010 von Bundestrainer Joachim Löw (11 Spieler) hatte migrantische Wurzeln. Bei der Heim-WM 2006 waren es lediglich drei Spieler gewesen."

      Lediglich drei? Bei der Berner Wunder-WM 1954 war es ähnlich:



      Ein Spieler rumänischer Herkunft



      Ein Spieler aus einer Gegend, die nach Volksabtimmung polnisch sein wollte, nur sein Heimatdorf blieb dann irgendwie doch bei Deutschland.



      Ein vom Namen her typischer Ruhrgebietsdeutscher mit polnischen Wurzeln.

      Aber immerhin zeigt das eine lange Tradition migrantisch mitgeprägter deutscher Nationalelfen. Und dass es 2010 schlagartig mehr Prägung wurde? Ich hab bei der WM 2026 in Interviews keinen migrantisch geprägt scheinenden Spieler sprechen hören, der nicht gut in die deutsche Sprache beherrscht, und das mit deutschem Tonfall etc. Die deutsche Nationalelf, würde ich sagen, ist nicht weniger deutsch als 1954!

      Die besagte Löw-Elf um 2010 hab ich sogar live erlebt inklusive Klosesalto. Was will man mehr?

      Wenn Höcke, Krah und Weidel was gegen migrantische Prägung haben, haben deren Vorfahren etwa schon ihren Ahnenpass gefälscht? Insbesondere Geschichtslehrer Höcke gibt sich geschichtsvergessen. Setzen. Sechs.

      • @Uwe Kulick:

        Natürlich ist sie nicht weniger Deutsch. Da spielen ja auch nur deutsche Staatsbürger. Die ganze Debatte ist halt schlicht Unsinn. Und ich finde, man sollte nicht auf jeden Unsinn einsteigen.

  • Vielen Dank für diesen Artikel. Die 'Internationalmannschaft'. Ein hervorragendes Stichwort zur WM.



    Die Nationalmannschaft als Vorbild für die deutsche Gesellschaft. Sehr gerne. Da bin ich sofort dabei👍



    Weil die Nationalmannschaft ist absolut leistungsorientiert.



    In die Nationalmannschaft werden nur die besten gelassen - nicht jeder der will, nur die besten.



    Und sie werden ausgesucht. Die Nationalmannschaft ist eine Auslese.



    Das ist eins zu eins die Idee der FDP, die statt unkontrollierter Zuwanderung Fachpersonal im Ausland abwerben will.



    Auch Union und noch mehr die AfD wollen keine Zuwanderung in Sozialsysteme. Wer kommt soll sofort leisten. Denen gefällt die Idee der gnadenlosen Auslese definitiv auch👍



    Die Nationalmannschaft ist so ziemlich das schlechteste Beispiel für eine offene Gesellschaft. Offen hieße, jeder darf mitspielen, ungeachtet seiner Fähigkeiten oder Leistungskraft.



    Tatsächlich ist die Nationalmannschaft ein gnadenloser Wettkampf.



    Und die die mitspielen dürfen müssen sich bei jedem Spiel neu beweisen. Wer nicht mehr genug leistet oder sobald ein besserer Spieler auftaucht - tschüss danke.



    Wie gesagt, FDP, Union und AfD finden diese Idee der Gesellschaft super

    • @Astrid Sehnefeld:

      "Und sie werden ausgesucht. Die Nationalmannschaft ist eine Auslese."

      Verstehe ich das richtig, dass Sie die Nationalmannschaft als Vorbild für die Gesellschaft sehen? Wer die Leistung nicht bringt, fliegt raus? In einer solchen, kalten Gesellschaft möchte ich nicht leben.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Und genau, weil wir keine Auslese mehr machen werden wir gerade International durchgereicht Beispiele: UNO -Baerbock - Weltsicherheitsrat

        PISA - Durchgereicht

        40% der 15jährigen haben kaum mathematische oder sprachliche Grundfertigkeiten

        ...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Nö eher Leistung wird belohnt, keine Leistung eben nicht.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Nein sie verstehen das komplett falsch.



        Ich habe aufgeführt, dass die Nationalmannschaft DIE Leistungsgesellschaft schlechthin ist.



        Der Artikel hingegen fabuliert, dass es doch ein offensichtliches Erfolgsmodell für Integration sei, ob der vielen Spieler mit Migrationshintergrund.



        Das die da aber nicht mitspielen dürfen weil sie so schön bunt sind, sondern weils einfach nur nach Leistung geht, wird im Artikel ausgespart.



        Wäre unsere Gesellschaft wie die Nationalmannschaft, käme nur rein wer einen Mehrwert hat.



        Und wer drin ist und keinen Mehrwert mehr bringt, wird sofort wieder vom Platz genommen...

  • Gewinnen wäre toll.

    "Wünschenswert wäre, darüber nicht mehr sprechen zu müssen."

    Sie sagen es und schreiben einen Artikel. Hmmm

  • Die Gründe, warum sich die Begeisterung heute in Grenzen hält, sind mit Sicherheit vielfältig.

    Der Grund, warum mir das DFB Team heute gleichgültig ist, hat mit der Zusammensetzung nichts zu tun. Der Grund ist, dass es bei einer Veranstaltung antritt, die sich, vom DFB aktiv unterstützt, noch deutlich mehr als früher als Gelddruckaktion von Funktionären mit sportlichem Rahmenprogamm darstellt. An dieser Art von Show habe ich kein Interesse.

    Evtl. wäre es sogar gut, wenn das DFB Team bald abreisen muss. Dann lässt vielleicht der mediale Terror etwas nach...

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Die Einschaltquoten sagen was anderes und das trotz der Anstoßzeiten.

      • @AmArschderHeide:

        Während anderer WM waren die Straßen voll von Autos mit schwarz-rot-gold Verzierungen. Jetzt sieht man so gut wie keine.

        Und mit den Einschaltquoten ist das so eine Sache. Niemand kann sagen, wem die Schauenden die Daumen drücken 😊

  • >konfuse Haltung der Partei zum Nationalteam<

    Wer hat die nicht? Mir sind die Jungs völlig egal. Selbstverständlich habe ich mich über den Erfolg von Equador gefreut. Nicht weil mir Equador irgendwas sagt sondern weil es der Underdog war.

    Der Beste möge gewinnen. Das kann rein statistisch nicht immer Deutschland sein.

    Kleinere Staaten haben Nationalgefühl nötiger als wir. In Deutschland glaubt da eh niemand mehr dran.

    • @test_name:

      Ich habe mich über den Sieg von Ecuador auch gefreut, aber der "Underdog" war deren Mannschaft nicht, und ihr Sieg hat mich nicht überrascht. Ecuador war hinter Argentinien Zweiter in der Südamerika-WM-Qualifikation.