piwik no script img

Ministerin Bär gegen Bafög-Erhöhung„Es wird kein Vollkaskostudium geben“

Forschungsministerin Dorothee Bär erwartet doch keine schnelle Bafög-Reform mehr. Studierende sollen lieber „jobben“ gehen. Nur: tun die meisten bereits.

Gönnt keine Bafög-Erhöhung: Ministerin Dorothee Bär von der CSU Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

dpa/taz | Bundesforschungsministerin Dorothee Bär rechnet nicht mehr mit einer schnellen Reform der Ausbildungsförderung Bafög. „Mein Haus hat alle Weichen gestellt für die Bafög-Reform, und wir sind auch im Zeitplan. Ich habe aber auch gehört, dass die Reform von den Regierungsfraktionen nicht mehr unterstützt wird“, sagte die CSU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Ein Streit über die Finanzierung der geplanten Bafög-Reform schien noch Ende April beigelegt zu sein. Damals war nach Angaben aus der schwarz-roten Koalition im Zuge der Haushaltsaufstellung eine Einigung erzielt worden. Man gehe beim Bafög jetzt regulär ins Gesetzgebungsverfahren, sagte damals eine Sprecherin des Forschungsministeriums.

Bafög-Modernisierung im Koalitionsvertrag angekündigt

Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD angekündigt, das Bafög „in einer großen Novelle“ zu modernisieren. Im ersten Schritt sollte demnach zum kommenden Wintersemester die im Bafög enthaltene Wohnkostenpauschale für Studierende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, von derzeit 380 auf 440 Euro im Monat angehoben werden.

Anschließend sollte der sogenannte Bafög-Grundbedarf – aktuell 475 Euro im Monat – in zwei Schritten zum Wintersemester 2027/2028 und ein Jahr später dauerhaft an das Niveau der Grundsicherung angepasst werden. Der eigentliche Bafög-Satz wird immer individuell nach Einkommen der Eltern und anderen Faktoren berechnet.

Bär zeigte Verständnis für einen möglichen Stopp der Reform. „Wenn Pflegebedürftige sparen sollen und beim Elterngeld Kürzungen vorgenommen werden, dann ist nachvollziehbar, dass man nicht gleichzeitig an anderer Stelle große zusätzliche Leistungen verspricht“, sagte sie. „Politik besteht eben darin, Prioritäten zu setzen und tragfähige Gesamtpakete zu schnüren. Und am Ende bringt es auch nichts, Forderungen ins Parlament einzubringen, von denen man weiß, dass sie keine Mehrheit finden.“

Die Situation für Studierende in Deutschland beschrieb die Ministerin als sehr privilegiert. „Es gibt keine Studiengebühren, und der Staat ermöglicht vielen jungen Menschen überhaupt erst ein Studium.“ Es sei „kein Drama, wenn Studierende neben dem Studium jobben – viele sammeln dabei sogar wichtige Erfahrungen fürs Leben und den Beruf“, gegebenenfalls in den Semesterferien. „Es wird kein Vollkaskostudium geben, jeder muss seinen Teil dazu beitragen“, sagte sie.

Zuvor hatte sich bereits CDU-Fraktionschef Jens Spahn gegen Verbesserungen beim Bafög ausgesprochen. Daraufhin hatte Bär die eigentlich schon geeinigte Bafög-Reform von der Tagesordnung im Kabinett gestrichen. Danach hatte bereits die Bildungsgewerkschaft GEW ein Eingreifen gefordert: „Das Bundeskabinett, allen voran Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), müssen jetzt ein Machtwort sprechen und auf die Umsetzung der vereinbarten Novelle pochen – BAföG-Reform statt Sozialabbau“, forderte Andreas Keller, Vorstand der GEW.

SPD hält an Bafög-Reform fest

Die SPD-Fraktion hält allerdings an der vereinbarten Reform der Unterstützung für Studierende fest und übt heftige Kritik an einer anderslautenden Äußerung der CSU-Forschungsministerin. „Da die SPD-Fraktion geschlossen für die Umsetzung der vereinbarten BAföG-Reform zum Wohle der Fachkräfte von Morgen steht, sind die Äußerungen von Dorothee Bär schlicht falsch und nicht zutreffend“, sagt die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wiebke Esdar.

taz schneller googeln

Sie wollen beim Googeln taz-Texte besser finden? Dann können Sie mit einem Google-Konto die neue Funktion „bevorzugte Quellen“ nutzen. Um die taz hinzuzufügen, müssen Sie nur diesen Link anklicken und einen Haken setzen.

Sie wollen Google lieber meiden? Dann nutzen Sie doch DuckDuckGo oder Ecosia.

„Die Koalitionsfraktionen haben sich gemeinsam auf eine Bafög-Reform verständigt, die mehr Flexibilität, den Abbau von Bürokratie sowie eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale und Regelsätze vorsieht.“ Diese Verständigung sei auf Basis des Koalitionsvertrags erfolgt und gelte fort. „Gemeinsam mit Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) wurde bereits eine Finanzierung sichergestellt.“

Esdar sagte: „Ich rate der Union dringend, hier kein Chaos zu verursachen und sich an das zu halten, was nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen gemeinsam vereinbart wurde.“ Eine einseitige Aufkündigung des Vereinbarten würde dem Standort Deutschland, der auf gut ausgebildeten Nachwuchs angewiesen sei, schaden und auch der Koalition und der demokratischen Kultur insgesamt.

GEW und Linke kritisieren Stopp der Bafög-Reform

Die stellvertretende Linken-Fraktionsvorsitzende Nicole Gohlke kritisierte in den sozialen Medien insbesondere, dass Forschungsministerin Bär die Studierenden als „sehr privilegiert“ bezeichnete, und ihre Aussage, dass „jobben“ neben dem Studium kein Drama sei: „Wie realitätsfern das ist, zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Forsa: drei von vier Studierenden arbeiten längst neben dem Studium.“ Ohne Job komme nur durch, wer reiche Eltern hat, und die erhalten ohnehin kein Bafög – „Bär versucht die Verantwortung für ihr Versagen als Ministerin an die Studis abzuschieben; aber ihre Verantwortung ist klar: es werden noch weniger Kinder aus armen Familien studieren“, so Gohlke.

Bär sagte zugleich eine rasche Reform des Wissenschaftszeitvertrag-Gesetzes zu. Der Gesetzentwurf sei jetzt in die Länder- und Verbändeanhörung gegangen, die Verhandlungen zwischen Union und SPD liefen gut. Unter anderem sollten für Erstverträge Mindestvertragslaufzeiten eingeführt werden.

Nur noch 390 – dann sind wir 50.000

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 390 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

97 Kommentare

 / 
  • Klimawandel, Demografischer Wandel, KI, Arbeitsmarkt, alles Sachen die unmittelbar passieren aber es trotzdem Gruppen gibt die das einfach nicht war haben möchten. KI wird das System Hochschulen/Studieren am stärksten treffen. Wie viele der heute über 23000 Studiengänge macht dann KI obsolet ? Natürlich kann man jetzt den ist-Zustand so lange hinauszögern wie man kann, nur ist das halt nicht Zielfördernd.

  • Die Rechtsfront rechnet nicht mit Protesten und wenn werden sie ignoriert. An allen Stellen bei allen Ministerien derselbe Tonfall. Die Big Beautiful Bill Trumps ist eine "Schöne Große Rechnung", die die Ärmeren und Prekären zu bezahlen haben.



    Rente



    tatsächlich geleistete Arbeitszeit / Achtstundentag



    Krankenbehandlungen



    Integrations- und Deutschkurse



    Energiepreise: Erdgas statt Wind und Sonne



    Demokratie leben-Initiativen in rechtsradikalen Hochburgen



    linke Buchläden



    und viele weitere Angriffsstellen.



    Das Problem: sehr viele Einwohner(innen) glauben, dass das notwendig und gerecht sei. Dass dieser Sozialkahlschlag so sein müsse.



    Es herrschen Verständnislosigkeit und Kälte. Wer schafft es noch kälter und gemeiner zu sein?



    Massenproteste gegen die Rechtsfronten gibt es in Belgien, Tschechien, Frankreich, und vielen anderen Ländern. Außerhalb Europas noch mehr.



    Dabei will niemand Putin besiegen und es geht nicht darum, für den Krieg Geld zu sammeln. Es geht stumpf um den Sieg der Eigentumsherrscher über den Rest der Welt.

  • "Aber selbst wenn man wie Bär die Bafög-Reform für nicht finanzierbar hielte: Warum tritt die Ministerin auch noch nach?"



    Ich bin genauso empört wie viele andere hier.



    Ich kritisiere den Reform-Diskurs als solchen.



    Es ist über alle Maßen viel Geld da.



    Die Rechtsfront von FDPCDUAfd und Mehrheitsbeschafferin SPD hat keine Reformen im Sinne, sondern von vornherein nur Ausgrenzung, Abschotten und Abklemmen in allen Bereichen.



    Auch Bremen wird eben dann kein Geld mehr kriegen, weil die Reichen alles für sich behalten wollen.



    Es geht nur um 180 Grad in die Gegenrichtung des Notwendigen, stumpf mit Stammtischniveau.

    Was fehlt ist die Offensive gegen diese Rechtsfront und die entsprechenden Bündnisse zur selbstverständlichen Verteidigung der Gesellschaft als solcher. Gegen die Methode Milei alle Formen des Sozialen abzuschaffen



    Schon jetzt ist es so, dass die Jobcenter nicht mehr funktionieren und der reguläre Weiterbewilligungsantrag seit letztem Jahr durch Einstweilige Anordnung beim Sozialgericht durchgesetzt werden muss.



    Die Rechtsfront ist ein sadistischer Verein, ohne jeden Anlass.

  • Es ist widerlich. In diesem Land wird darüber diskutiert, warum eine Studentin keine BAföG-Erhöhung erhält, warum einer Bürgergeldempfängerin Einnahmen aus Pfandflaschen angerechnet werden oder weshalb eine Durchschnittsrente nicht zum Leben reicht.

    All das in einem Land, das die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sein soll.

    Es ist nicht nur empörend, sondern geradezu ekelhaft, dass wir in den Medien ständig über solche Äußerungen aus der Politik diskutieren müssen, während ausgeklammert wird, dass Ölkonzerne von Unrecht und Kriegen profitieren und täglich Hunderte Millionen Euro verdienen. Ebenso ausgeblendet bleibt die Frage, ob hohe Erbschaften stärker besteuert werden sollten.

    Wie soll man sich in einem Land zu Hause fühlen, in dem für Nahrung für Bedürftige 6,50 Euro pro Tag vorgesehen sind, während eine öffentliche Toilette einen Euro kostet?

    Es ist nicht mehr nur widerlich – es kotzt einen an.

  • Das Statement von Baer ist ne wirklich interessante Kombination von fehlendem Kontakt zur Lebenswirklichkeit von Studenten, Arroganz und Ahnungslosigkeit. Aber die Dame hat ja schon früher bewiesen, dass sie in solchen Ämtern überfordert ist.

  • Vielleicht sollte man in Zukunft einen Ministerposten an die Patenschaft von ein, zwei Studierende knüpfen...

  • Ich kann diese ganze "Rich Kids" - Leier hier in den Kommentaren nicht mehr hören. Es gibt eine Menge Leute, deren Kinder kein BAföG erhalten, die Ihren Kindern eine Unterstützung in der gleichen Höhe zukommen lassen. Diese Eltern haben in der Folge ggfs. auch nicht mehr Geld für sich selbst als Eltern, deren Kindern alles bezahlt wird. Auch diese "Rich Kids" sammeln Berufs-und Lebenserfahrung beim Jobben und erhöhen Ihren Lebensstandard auf diese Weise.



    Für talentierte und aktive Studenten gibt es ggfs zusätzliche Stipendien. Und Studenten in D sind absolut privilegiert gegenüber Studenten in vielen anderen Ländern, in denen alles selbst finanziert werden muss, Studium und Lebensunterhalt.

    • @Jens Köster:

      Klaro - soweit warnmer in den weimarer 20er auch schon mal - deswegen - mittl. Eisenbahn Beamter sein Sohnemann studieren - ehe er beim Kapp-Putsch ertränkt wurde! Woll



      Meine Mutter als jüngere aber nicht.Newahr



      Wurde Fürsorgerim Roten Wedding.But



      Die klugen Mütter & Väter des Grundgesetz - viele 2! WK‘s auf dem Buckel - stellten dankenswerterweise die Weichen anders.



      Normal



      & sodele



      Vorschlag: Hetzerei einstellen.



      Daß es woanders - scheißer war/ist - ist für n🪣 •

      unterm——



      Btw daß de Ohl*03 - auch als Rentner - genau wie icke die Tasche auf gemacht hat/haben fff



      Nur am Rande

    • @Jens Köster:

      Ich gebe ihnen zu 100 % Recht. Ich bin Jahrgang 68, mein Bruder 58. .eine Eltern waren Mullkutscher (Vater ) und Verkäuferin in Teilzeit (Mutter) wir gehörten also nicht gerade zu den rich Kids, eher zur potentiellen unteren Klasse der Arbeitnehmer .



      Bafög gab's keins und trotzdem haben meine Eltern meinen Bruder unterstützt und er könnte sein Studium durchziehen und seinen doc der Wirtschaftsinformatikachen.



      Ich wäre trotz Abi auf der Uni vollkommen Lost gewesen und meine Eltern haben mich bei meiner Ausbildung unterstützt.

      Ich wäre dafür statt Bafög lieber mehr Stipendien.

      Viele Firmen sieben doch jetzt schon vor der Uni aus indem sie lieber auf duale Studenten setzen.

  • Ein Blick in den Bundeshaushalt verschafft Klarheit. Wer jetzt rumheult, sollte beantworten, wo das Geld eingespart werden kann. Klar, der argumentative Notausgang Umverteilung geht immer - nur würde auch dann das Geld nicht reichen. Letztendlich ist das nur ein sanfter Vorgeschmack auf kommende Verteilungskämpfe. Traurig zu sehen, wofür das Geld aktuell ausgegeben wird.

    • @Nachtsonne:

      Über 100 Mrd Euro Steuern lässt sich der Staat jedes Jahr freiwillig entgehen. Angesichts dieser Summe ist ALLES, was aktuell an Kürzungen diskutiert wird schlicht vollkommen lächerlich.



      Und am einzigen Kapital zu sparen, dass dieses Land hat, den zukünftigen Forschern, Technikern und Wissenschaftlern nämlich ist ganz schlicht unverantwortlich.

  • Vielleicht wäre es sinnvoller, die Mieten einzufrieren und für Studenten mehr Wohnheime zu bauen, als ständig Gelder zu erhöhen. Wetten, dass wenn es mehr Bafög gibt, dann auch die Mieten gleich mitsteigen?

    • @Cededa Trpimirović:

      was inzwischen in Unistätdten an Mieten für WG-Zimmer oder Appartements verlangt wird ist schon absurd. Aber klar, es gibt einen Markt (die ganzen Kinder aus der höheren Mittelschicht, die in den letzten Jahrzehnten trotz aller Unkenrufe stetig gewachsen ist). Und die Ansprüche der Studierenden sind offenbar auch gewachsen.



      Mehr Wohnheime ist absolut sinnvoll, als Student braucht man ja nicht unbedingt ein eingens Appartement.

  • Jobben-müssen hält vom Studium ab, denn dieses beträgt 40 Zeitstunden in der Kalenderwoche und 48 Kalenderwochen im Jahr.



    Jobben-müssen ist der primäre Faktor für ein gescheitertes oder lückenhaftes Studium.



    Der sekundäre Faktor für ein gescheitertes oder lückenhaftes Studium sind faule bzw. unfähige Hochschullehrer.



    Selbst die fleissigsten und intelligentesten Studierenden können die primären und die sekundären Faktoren nicht ausgleichen.



    Von mittelmäßigen ganz zu schweigen.

  • Frau Bär hat 1999 mit ihrem Studium der Politikwissenschaften begonnen und sechs Jahre gebraucht, obwohl die Regelstudienzeit nur 9 Semesterbetrug und der Studiengang nur 18-24 Semesterwochenstunden hatte. Vielleicht hat sie auch viel nebenbei gejobbt?



    Wie soll das aussehen bei einem Studium z.B. der Medizin, Chemie oder Jura mit bis zu 40 Wochenstunden und Praktika in den Semesterferien? An einem teuren Studienort mit jahrelangen Wartelisten für das Studentenwohnheim und sonst nur überteuertem Wohnraum?



    Da kann ein junger Mensch mit selbst finanziertem Studium die „rich kids“ nach dem Studium karrieremäßig gar nicht mehr einholen, falls dann überhaupt studiert wird, weil es sooo lange dauern würde, wie traurig.

    • @Birte:

      Sie hat sich anscheinend zu sehr nebenbei auf Luft- und Raumfahrt konzentriert, woher sollte sonst ihre reichhaltige Sachkenntnis kommen.

    • @Birte:

      Sie war Stipendiatin der Hans Seidel Stiftung. Wahrscheinlich hat sie einfach Kuchen gegessen, wenn sie kein Brot mehr hatte.

  • Sie als Bundesministerin und ihr Gatte als Landrat im Landkreis Hof, beide noch finanziell unterstützt durch verschiedene lukrative Aufsichtsratsposten (Frau Bär bei Bayern München etc.; er bspw bei der Sparkasse Hochfranken etc). Er, Großbauer in Hof.



    Die müssen sich für ihre Kinder freilich nicht um BAFÖG oder sonstige Peanuts sorgen.

  • taz: **Die Situation für Studierende in Deutschland beschrieb die Ministerin als sehr privilegiert. „Es gibt keine Studiengebühren, und der Staat ermöglicht vielen jungen Menschen überhaupt erst ein Studium.“**

    Bildung ist in unserem Land ein Grundrecht und auch die Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie, da sie soziale Mobilität ermöglicht, die unabhängig vom Geldbeutel der Eltern ist.

    So oder so ähnlich steht es jedenfalls im Grundgesetz. Aber die Realität sieht anders aus, denn Bildung ist auch in Deutschland vom Geldbeutel abhängig – wie auch alles andere in diesem Land vom Geldbeutel abhängt.

    • @Ricky-13:

      Wollen Sie darüber nicht noch einmal nachdenken? 😉

      • @Gerhard Krause:

        Worüber soll ich nachdenken? Ich habe sogar 'vorgedacht'; etwas das viele Menschen leider nicht mehr beherrschen in einer Welt wo man den einfältigen Bürgern fertige "Lösungen" präsentiert, die allerdings nur den Reichen und Mächtigen helfen.

  • "Wenn Pflegebedürftige sparen sollen [Skandal 1] und beim Elterngeld Kürzungen vorgenommen werden [Skandal 2], dann ist nachvollziehbar..." dass Studierende aus einfachen Verhältnissen weniger als Grundsicherung erhalten [Skandal 3]. Die Ministerin weiß es möglicherweise nicht, aber der Workload eines Studiums in Regelstudienzeit orientiert sich an einer Vollzeitarbeitswoche. Deutliche Überschreitungen der Regelstudienzeit führen zur Einstellung der Förderung. Kurz: weder die Verhältnisse noch die Argumente von Frau Bär stimmen.

  • Studentin hier: Ich würde gerne mehr arbeiten, aber sobald ich meine Stunden aufstocke, wird mir der gleiche Betrag von meinem Bafög-Höchstsatz abgezogen. Damit arbeite ich de facto kostenlos. Im Übrigen warte ich seit Dezember letzten Jahres auf meine Bafög-Zahlung und kann in der Zeit nicht mehr arbeiten, weil den Verdienst über 520,00 Euro dann rückwirkend zurückzahlen müsste. Es scheint, als würde sich die Ministerin Bär nicht mit den Grenzen des Berufsausbildungsgesetzes auseinandersetzen...

  • " Ministerin Bär gegen Bafög-Erhöhung„Es wird kein Vollkaskostudium geben“ "



    Wie war das mit Investieren in Bildung als wichtigster Ressource?

    • @Encantado:

      Frau Baer sollte nach diesen Statements schlicht zurücktreten.

      • @Kaboom:

        "Frau Baer sollte nach diesen Statements schlicht zurücktreten."



        Und dann? Das ist ja die Crux an der Sache - was machen wir mit diesen ganzen gescheiterten Existenzen?

  • Während meines Agrarstudiums bekamen nur die Kinder der reichsten Bauern Bafög- sie hatten ihr Einkommen, dank Steuer"berater" klein gerechnet.



    Schon vor 30 Jahren zutiefst ungerecht:



    Das dt. Steuersystem!

  • Ich finde es schön und wichtig, dass auch bildungsfernere gesellschaftliche Gruppen in der Politik repräsentiert werden, z.B. durch die Wissenschaftsministerin.

    • @derzwerg:

      "Bildungsfern" ist ein fürchterlicher Begriff.

      • @1 West-Berliner:

        Ironie - darf fürchterlich - wa! 🙀🤣

    • @derzwerg:

      …anschließe mich. But



      Das Vollkaskostudium bleibt ihr aber! Gell

      kurz - Bis zur Kenntlichkeit entstellt •

  • Die Begriffsverzerrungen, hier "Vollkaskostudium", sind vollidiotisch.

    • @Gerhard Krause:

      Die sind gewollt, genau wie die Entgleisungen à la Teilzeit-Lifestyle ... die armen, arbeitenden Schichten sollen verunglimpft, als maßlos und gierig, zu viel fordernd verurteilt werden.

      • @Lahmarsch:

        @Lahmararsch



        👍👍

  • Eine Unverschämtheit von Bär, wer von einem Vollkaskostudium schwadroniert ist von der Realität weiter weg als Bayern von Hamburg. Offensichtlich verachtet man die Einkommensschachen, die sich erdreisten, einen hohen Bildungsabschluss anzustreben. Dazu kommt ein dröhnendes Desinteresse an der Lebenswirklichkeit der Studenten. Super Nummer für eine Forschungsministerin.

  • Die bayerische Raumfahrt muss finanziert werden.

  • Nun ja, der reichtumsbedingt Arbeitslose ist immer im Vorteil. Eine Gesellschaft, die so etwas will, wählt so etwas. Also bei der nächsten Wahl genau nachdenken!

    • @Jörg Schubert:

      Demographiebedingt sind Studierende bei Wahlen eher in der Minderheit, aber Ihr Argument stimmt natürlich trotzdem.

  • „Es wird kein Vollkaskostudium geben, jeder muss seinen Teil dazu beitragen“



    Was ist das eigentlich für ein blöder Satz?



    Wofür zahle ich eigentlich Steuern? Natürlich auch für das Bafög!



    Und das, obwohl meine Kinder keines bekommen haben, weil mein Einkommen zu hoch war und ist.



    Ich befürworte aber Chancengleichheit. Und die Chancengleichheit ist stark gestört, wenn die einen StudentInnen von den Eltern eine Studentenbude gekauft bekommen und keine Miete zahlen müssen und es bei den anderen StudentInnen mit einem Halbtagsjob nicht für die Miete reicht und sie weniger Zeit haben, sich auf ihr Studium zu konzentrieren.

    An der jungen Generation zu sparen, ist unklug und zukunftsfeindlich, denn dadurch gehen uns zu viele junge Leute verloren. Wir werden in Zukunft jedoch jede(n) einzelne(n) gut ausgebildete(n) AbsolventIn brauchen.

    • @Aurego:

      Bekommen dann die "reichen Eltern" der Kinder die kein BAföG erhalten auch mehr Geld für ihre Kinder? Und sei es in Form von steuerlichen Entlastungen? Oder dürfen sie nur die "Gehaltserhöhung" der anderen bezahlen?

      • @Jens Köster:

        Die steuerlichen Entlastungen reicher Eltern sind tatsächlich interessant. Man kann sich gerne mit der/m SteuerberaterIn seines Vertrauens zusammensetzen und ausloten, was da so geht.



        Beispiel: Ich kaufe eine kleine Wohnung am Studienort und vermiete sie an meinen dort studierenden Sohn oder die Tochter. Das wird dann interessant, wenn sich Sohn/Tochter im Masterstudium befindet, weil dann etwas mit Verlustvorträgen geht. Das Geld (Miete) bleibt in der Familie und auch wenn ich die Miete versteuern muss, hat man bei vermieteten Wohnungen einiges an Gestaltungsmöglichkeiten. Nach Ende des Studiums kann ich die Wohnung z. B. weiterhin vermieten, bis die 10-Jahresfrist vorbei ist und dann verkaufen. Dadurch kann man die tatsächlichen Wohnkosten für das eigene Kind ziemlich weit nach unten drücken.



        Eltern können aber auch eine finanzielle Unterstützung im Masterstudium bis zu ca. 1.000€ pro Monat steuerlich geltend machen.

        Aber wie gesagt: Besprechen Sie das alles ruhig einmal mit Ihrer/m SteuerberaterIn.

  • Kann mal eine Gegenposition hier darstellen, erzählt von unseren US Studis:



    "Wir in den USA zahlen fünstellige Semestergebühren und kommen mit sechstelligen Schulden auf den Arbeitsmart. Jedes Semster länger, kostet zusätzlich, also müssen wir uns anstrengen und rasch fertig werden. Ubd dann sofort in den Arbeitsmarkt und Schulden abbauen. Dann möglichst nur zwei drei Wochen Urlaub in Jahr und maximal ranklotzen, denn Miete und Leben ist massiv teurer als in DE."



    Als Ergänzung zu dieser eher nüchternen Betrachtung: Die Kotzen dann komplett ab, wenn ihre deutschen Ex-Kumpels dann nach dem meist längeren Studuium erst mal Monate auf Fernreise gehen oder ne 4 Tage Woche anstreben.



    P.s. Ich habe im Studium zuhause bei den Eltern gewohnt, und eben geschaut was ich von dort aus studieren kann, ohne ausziehen zu müssen. Habe Nebenjobs gehabt und ok, mein Studium statt 10 in 11 Semstern abgeschlossen mit über 20.000 Mark gespart. Nachtschichten Druckerei, Baustelle, Wachdienst. Nix rich kid.



    Ist aber natürlich heute alles irrational....

    • @Tom Farmer:

      Bei mir ähnlich. Und mein Kommilitone hat durch seinen Studentenjob heute eine Führungsposition in der gleichen Firma, bei der er bereits als Student gejobbt hat (McDonalds).

    • @Tom Farmer:

      Jetzt wissen wir ja, warum wir in Deutschland höhere Steuern zahlen, denn damit wird auch das fast kostenfreie Studium finanziert. Nun müssen die StudentInnen während des Studiums ja auch irgendwo wohnen. Wenn die Eltern im Rhein-Main-Gebiet leben, kann man zu Hause wohnen bleiben und hat mindestens 5 Universitäten in ÖPNV-Reichweite, aber woanders ist das nicht unbedingt so.

      Wenn ich mir aber die Geschichten einiger Zeitgenossen anhöre, die sich damit brüsten, aus ärmlichen Verhältnissen zu stammen, nebenbei gejobbt zu haben und trotzdem zügig mit dem Studium fertig geworden zu sein, kann ich nur schmunzeln. Das klingt ein bisschen wie eins von Grimms Märchen. Statistisch gesehen ist es auf jeden Fall nicht repräsentativ.



      Ich kenne Leute, denen die Eltern am Studienort eine Wohnung gekauft haben, oder die ihren Master z. B. in Norwegen oder Österreich gemacht haben und die nicht nebenbei zu jobben brauchten, weil genug Geld da war. Komischerweise haben diese rich kids später im Schnitt mehr Erfolg als die, die sich das alles nicht leisten konnten. Woran mag das wohl liegen?

    • @Tom Farmer:

      Ok Ok - verlassemer mal wohltuend ehr Stammtischniveau! Newahr



      🇺🇸 mit Schland 🇩🇪 vergleichen - is panne!



      In Schland nach dem GG war es durchgängig eine pro Bildung Entscheidung.



      Solches würde in 🇺🇸 als Kommunismus verdächtig gebranntmarkt.



      So erging einem Kommilitonen als Austauschstudi in Houston Texas - als er das GG - Freiburger Schule - Sozialstaat etc kolportierte •



      Sie aber finden scheint‘s



      “Als Ergänzung zu dieser eher nüchternen Betrachtung: Die Kotzen dann komplett ab, wenn ihre deutschen Ex-Kumpels dann nach dem meist längeren Studuium erst mal Monate auf Fernreise gehen oder ne 4 Tage Woche anstreben.“



      Solches Stammtischgedröhne ja noch schwer dufte - wa!



      Keine Sekunde nachgedacht! Newahr



      Normal

    • @Tom Farmer:

      Klar, in den USA ist es nicht besser. Behauptet hier glaube ich auch niemand. Natürlich ist die Lage bei uns in Deutschland besser als in vielen anderen Ländern. Aber das heißt nicht, dass wir damit zufrieden sein müssen.

      Darüber hinaus ... unterhalten Sie sich mal mit Studis von heute und schauen Sie sich mal an, wie Lebenserhaltungskosten sich so verändert haben. Während meines Studiums hieß es noch: Wenn ich 500 Euro im Monat habe, kann ich locker leben. So teuer ist die Miete heute im Schnitt. Und bei den Eltern 11 Semester leben zu dürfen, womöglich mietfrei, obwohl man nebenbei jobbt und sogar dabei schön Geld anspart, würde ich persönlich durchaus als ein ziemlich starkes Privileg sehen. Damals wie heute.

    • @Tom Farmer:

      Ich behaupte mal, dass jemand, der umsonst im Elternhaus in einer großen Unistadt wohnen kann, dicht am "Rich kid" dran ist als an Bildungsferne. Zudem suggeriert die Währung einen einem Abschluss in einer Zeit, in welcher sich sowohl Deutschland als auch die meisten westlichen Staaten noch nicht auf dem Weg in funktionale Oligarchien befanden, d.h. Arbeitsrendite noch größer als Kapitalrendite war.

      • @waidschrat:

        Reihenhaus, 14 m² für mich. Mit 24? Das ist arm. Auf vielen Ebenen auch ätzend. War halt nötig! Und 40 km pendeln mit Schrottauto. Nix Uni-Stadt.



        Wer akzeptiert das heute noch? Da bist du der Exot oder Freak. Und das ist Teil des Problems, diese Sichtweise!

        • @Tom Farmer:

          Tja, ich habe damals im Westflügel unseres Anwesens residiert ... ;)

  • Mensch - liebe Leute gebt doch mal Deutschlandstipendium in eure Suchmaschinen ein.



    Zudem über 1.500 Stiftungen vergeben Stipenden, um diesem maroden, unfähigen Staat etwas entgegenzusetzen.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Darauf habe ich mich zwei Mal beworben und es nicht bekomen. Trotz eines Schnittes von 1,0, Ehrenamtlichem Engament, und Arbeiter:innenkind-Status. Das Deutschlandstipendium ist extrem selektiv und fördert eher MINT-Studiengänge.

      • @Athene2000:

        Bei einem Schnitt von 1,0 hätte der Direktor der Schule, wo man Abitur gemacht hat, eigentlich dafür sorgen sollen, dass man in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen wird. Hat er das verpennt?

      • @Athene2000:

        Dennoch mein Kompliment zur Leistung. 👍

      • @Athene2000:

        @Athene2000



        Sehr traurig zu lesen, vielleicht öfters als nur zweimal Bewerbungen versenden.



        Wir waren aktive SPD Miglieder und zwei unser Junx's haben nacheinander beste Erfahrungen mit der Heinrich Böll Stiftung machen dürfen. Hat nach dem Studium auch gleich mit guten Jobs geklappt.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Problem gelöst, Stipendien für alle oder was? :D

      • @PartyChampignons:

        @PartyChampignons



        Auf keinen Fall entmutigen lassen, alle Möglichkeiten um zum gewünschten Ziel / persönlichen Erfolg zu kommen, hartnäckig nutzen.

  • Es sollen ja nur Kinder aus reichen bürgerlichen



    Famielen studieren.



    Das System will keine Arbeiterkinder an den Unis !

    • @Worgt Michael:

      Genau das ist der Punkt.



      Elitenbildung und Verachtung. Wir brauchen mehr Sozialpädagog:innen und Behindertenunterstützung.



      Alles hier denkt an die Superleister und NASA. Das ist abgehoben.

    • @Worgt Michael:

      Ihr Kommentar geht komplett an der Realität vorbei. Wer in D studieren darf wird in einer Weise unterstützt, wie in kaum einem anderen Land der Welt.

      • @Jens Köster:

        Ich habe als Arbeiterkind studiert und kenne den Unterschied zu Studierenden mit reichen Eltern sehr gut.



        Ich habe 20 Stunden und mehr



        zusätzlich in einen Ingenieurbüro



        gearbeitet b.z.w. arbeiten müssen .



        Nur weil es in anderen Ländern noch schlechter ist , heißt es noch lange



        nicht , dass die Bildungsverhältnisse



        hier gut sind.



        Ihre Betrachtungsweise ist etwas seltsam.

        • @Worgt Michael:

          Ich habe sehr großen Respekt vor dem von Ihnen neben dem Studium geleisteten Umfang. Damit haben Sie sicherlich mehr Geld zur Verfügung gehabt, als ich oder meine Kinder, aber eben selbst verdient. Meine Kinder jobben alle neben dem Studium, um mehr Geld zu haben. Vielleicht finden Sie meinen Kommentar nicht mehr seltsam, wenn Sie einen Perspektivwechsel vornehmen. Das Geld muss irgendwo herkommen. Die allermeisten, deren Kinder kein BAföG bekommen sind nicht so "reich", dass sie ihren Kindern mehr geben können, als den BAföG-Satz.

  • Der Staat gibt 3,1 Mrd. EUR für Bafög p a. aus, die Hälfte davon ist ein Darlehen und muss an den Staat zurückgezahlt werden. Bafög ist eine Investition fur zukünftig qualifizierte Arbeitskräfte die Steuern und Wohlstand bringen. Diese Diskussion ist einfach so schlecht. Allein für die verbrannten Masken von Herrn Spahn hätte man über ein Jahr Bafög zahlen können. Diese Position ist eine der wenigen Investition des Staats in die Zukunft und ist so klein im Budget und gleicht soziale Unterschiede aus. Was für ein dummes Verständnis dazu die Politik hat ist bezeichnend.

    • @amico001 Meier:

      Es müssen maximal ca. 10.000 € zurückbezahlt werden. Wenn man einen Master macht also nicht mal 20%.

  • Woher rührt eigentlich die unsinnig positive Darstellung von Vollkasko? Vollkasko lohnt sich doch nur, wenn man einen Schaden hat.

    • @Mondschaf26:

      tbf, eine Vollkasko zahlt auch dann, wenn man selbst Mist baut. Und wenn man jetzt eine Kultur des Victim Shamings gut findet, dann ist damit Vollkasko der Begriff für "Der Staat hilft Dir sogar dann, wenn Du es nicht schaffst, Dir einen Job zu suchen." Das ist auf ekelhafte Weise konsequent.

      Vielleicht lese ich aber zu viel darein.

    • @Mondschaf26:

      So gesehen ist Vollkasko bei der jetzigen Bundesregierung nötiger denn je.

      • @Flix:

        ... und @ 🌜🐑:



        Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung.



        Diese Regierung sucht ihresgleichen.



        Und das (Wahl)-Volk darf es ausbaden.



        Haben Studenten Wahlrecht?

  • Da soll noch mal einer sagen es gäbe keinen Klassenkampf mehr.

  • Ich studiere und arbeite nebenbei, weil ich mir das Leben in einer deutschen Großstadt sonst nicht leisten kann. Dazu muss ich noch lernen. Am Ende der Woche habe ich mit allem drum und dran locker eine 50 Stunden Woche und bin trotzdem noch darauf angewiesen meine Eltern anzupumpen, die in zwei Jahren in Rente gehen und eigentlich selbst was zurücklegen müssten.



    Ich lass das mal so stehen

    • @Angst Hase:

      Ich bin inzwischen ein großer Befürworter des dualen Studiums, das besonders in Baden-Württemberg gefördert wird: Dort arbeiten die StudentInnen zur Hälfte in einem Unternehmen, zur anderen Hälfte studieren sie. Das führt dazu, dass sie relativ früh Rentenpunkte sammeln und gleichzeitig ihr Studium finanzieren können. Außerdem ist Ravensburg - ein Standort der dualen Hochschule - wirklich ein nettes Städtchen zum Studieren.

      Ich finanziere auch noch einen Studenten vollumfänglich (er hat trotzdem ein paar Jobs nebenbei).



      Glauben Sie mir: Die 1.000€ pro Monat sind gut angelegt und Ihre Eltern werden Sie sicher sehr gerne unterstützen, solange sie können.

      • @Aurego:

        Rentenpunkte kann man bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres auch für Ausbildung und Studium erlangen, in dem man freiwillig Beträge nachzahlt. Wissen viele nicht. Dabei geht es weniger um die Höhe der Rente, als um die Beitragsjahre.

        • @Suryo:

          Lieber als freiwillig Beiträge nachzuzahlen, stecke ich das Geld in die internationalen Aktienmärkte. Das bringt eine wesentlich höhere Rendite.

  • Der Zynismus und die Verachtung für diejenigen, die nicht mit goldenen Löffeln geboren sind, wird inzwischen offen zur Schau getragen.



    Es ist wirklich ekelhaft, wie Deutschland sich entwickelt.

    • @Dreja:

      Genau darum geht es.

    • @Dreja:

      Er wird überboten durch den Zynismus und die Verachtung für diejenigen, die durch Können und Einsatz in der Lage sind, für Ihre Kinder die Ausbildung bezahlen - und für anderen gleich mit. Da fragt niemand bei der notwendigen Erhöhung der Bezüge ihrer Kinder, wie sie das schaffen sollen. Denn das sind ja die "Reichen". Also Steuern und Abgaben (ohne gesteigerte Gegenleistung) rauf...

  • Ich habe neben dem Studium immer gearbeitet und familäre Verpflichtungen gehabt. Dann wurde es mir zum Vorwurf gemacht "zu langsam zu studieren" und "ungeeignet" zu sein. Obwohl meine Eltern bettelarm sind, habe ich auch keinen Cent Bafög bekommen. Deswegen ja auch die Erwerbstätigkeit, die das Studium ausgebremst hat. Aber hauptsache man behauptet, dass Studis von heute zu faul und dumm wären und kein Studium "verdient" hätten. Ich habe den Eindruck, dass nur Minderleister reicher Eltern etwas davon haben, wenn es bald keine fähigen/leistungswilligen Studierenden aus bescheideneren Verhältnissen mehr gibt. Dann fällt die Minderleistung nicht mehr so auf. Fähigen Rich Kids kann das natürlich egal sein; die kommen durch.

  • Ich weiss garnichtw as ich dazu sagen soll. Die Ministerin Bär ist mir vorher schon durch weitgehendes Desinteresse an Bildung und Forschung aufgefallen, und jetzt sabotiert sie Bildung sogar anstelle diese zu fördern. ich weiss nicht wie die CDU es sich vorstellt Wahlen gewinnen zu wollen. Ok, man muss sparen, aber man muss auch investieren und zwar nicht nur in die Ukraine sondern auch und gerade in Bildung und Forschung. Im eigenen Land, wo auch die Wähler sind. Sonst wird das nichts mehr mit dem Land der Dichter und Denker.

    • @Gerald Müller:

      CSU, nicht CDU. CSU, das sind die mit dem Transrapid usw. Wissens schon, der fährt dann direkt ins Flugtaxi oder so ähnlich

      • @derzwerg:

        Bär spricht hier auf Bundesebene, also für CDU und CSU. Was den Transrapid angeht, der fährt jetzt wohl erfolgreich in China. Wir hingegen finanzieren z.B. ein korruptes kriegführendes System in der Ukraine anstelle der Technologieentwicklung im eigenen Land. Und zu letzterer gehören auch Studenten und Unis. Aber das scheint ja weder Frau Bär noch die Bundesregierung zu interessieren. Ok, die SPDler sind jetzt für eine Bafög-Erhöhung aber wann hat sich denn ein SPD-Politiker z.B. mal in einem Labor an einer Uni blicken lassen?? Wann hat sich ein Regierungspolitiker mal erklären lassen wie es um die finanzielle Situation der Hochschulen steht? Die TU Berlin wo das Hauptgebäude wegen fehlender Brandsicherheit bzw fehlendem Unterhalt geschlossen werden musste ist da nur ein Fall. Ich kenne Hochschulen bei denen die Zahl der Studierenden verringert werden muss weil das Budget nicht mehr ausreicht. Sanierungen werden verschoben, Stellen nicht mehr besetzt usw usf. Scheint alles niemanden zu interessieren, insbsondere aber nicht Frau Bär deren Job es eigentlich wäre bzw die wir dafür bezahlen hier für Abhilfe zu sorgen.

        • @Gerald Müller:

          Der Transrapid fährt nur zum Flughafen von Schanghai. Das ist eher eine Teststrecke. Der Transrapid basiert auf einer netten Technologie, zeigt aber das Problem Deutschlands: Wir bekommen die eigenen Entwicklungen nicht auf die Straße bzw. auf die Schiene, weil wir zu träge und stets kleinkariert und bedenkentragend unterwegs sind.



          Wenn Sie übrigens über SPD-Politiker lästern, sollten Sie auch sagen, dass Frau Bär Politologie studiert hat. Bei einem solchen Studium kennt man das Wort "Labor" höchstens aus dem Wörterbuch.

          Die Finanzierung der Hochschulen ist übrigens Ländersache. Hier sind also die MinisterpräsidentInnen und KultusministerInnen der Länder diejenigen, die ihren Job nicht richtig machen. Ihnen fehlt auch das Geld, denn die Bundesländer verzichten freiwillig auf Einnahmen aus der Erbschaft- und Vermögensteuer, obwohl sie selbst über den Bundesrat eine Gesetzesinitiative einbringen und den Druck auf den Bundestag erhöhen könnten.

  • Und wieder einmal stellt man erstaunt fest, daß die deutschen Wähler zulassen, daß ihre Kinder von der Bundesregierung verhöhnt werden.

  • Nicht etwa die Sorge, wie man gut ausgebildete Studenten erhält, treibt dieses Land um, sondern die Angst, dass jemand sein Studium erhält ohne dafür Blut, Schweiß und Tränen zu schwitzen.

  • Unverschämtheit. Ein wirksames Bafög sollte sich eine Gesellschaft dringend leisten. Die Sätze sind jetzt schon zu niedrig. Das Bafög ist auch bezüglich seiner Zuverlässigkeit dringend reformbedürftig, wie jeder, der verzweifelt auf eine Bafög-Überweisung warten musste, weil der Antrag wieder über Wochen nicht bearbeitet wurde, bestätigen kann.

  • Auch diese Regierung ist nicht einfach vom Himmel gefallen und über die armen Deutschen gekommen. Aber man kann sicher sein, es wird noch schlimmer kommen.

  • Schon witzig. Für die CDU sind doch scheinbar alle, die nicht zur Oberschicht zählen faul und sollten mehr arbeiten.



    Ich habe auch ein Studium hinter mir. Ich bekam kein Bafög, aber gereicht hats nur durch meine Eltern auch nicht. Ich habe auch das ganze Studium durch gejobt. Und das ist schon lange her, seit dem sind die Kosten ja nicht gesunken, sondern ziemlich massiv angestiegen. Und schneller geht ein Studium durchs nebenher-jobben auch nicht.

    Dass langsam keiner mehr hinter dieser Truppe steht, als die, die schon genug haben - tja, wundert's noch wen? Aber in der Bär-Merz-Bubble kommt das irgendwie nicht mehr an.

    • @Jeff:

      Ich hab's woanders schon erwähnt:



      Ich kenne Leute, die ihren Kindern das Studium locker finanzieren konnten - auch im Ausland. In der EU ist man da mit ca. 1.000-2.000€ pro Monat unterwegs, je nach Studienort.



      Ich kenne auch Leute, die ihren Kindern die Studentenbude einfach gekauft haben (kostet langfristig weniger, als sie zu mieten).

  • „Es wird kein Vollkaskostudium geben“



    Quatsch! Totaler Quatsch!

    Es gibt das "Vollkaskostudium" und das wird es auch weiterhin geben.



    Aber eben nicht für alle.



    Und das muss auch so sein, oder ?



    Schließlich ist der Platz an den Futtertrögen begrenzt.

    Kann doch nicht sein, dass jede(r) sich in den Unis rumtreibt und dann gar noch einen akademischen Abschluß erreicht.



    Also geht's noch ?

    Es sollte ja wohl reichen, wenn eine Handvoll Quoten-Arbeiterkinder studieren.



    Damit es nicht am Ende heisst bei uns sei Bildung vom sozialen Stand abhängig.

  • Ich bin ein klassischer Bildungsaufsteiger; beide Eltern mussten aus Geldmangel arbeiten, meine schulischen Leistungen waren auf Grund der mangelnden Hilfe und Kontrolle bei Hausaufgaben "überschaubar". Mein Abi holte ich auf dem 2. Bildungsweg nach (Schulbafög) und ohne das Studienbafög hätte ich nicht studieren können. Arbeiten war zumindest im Grundstudium nicht möglich, da das Studium in vorgeschriebener Zeit fertigwerden musste (sonst wäre zunächst das Bafög komplett gestrichen worden, und längerfristig wäre eine Exmatrikulation erfolgt - damals wollte die schwarzgelbe Koalition ein "schlankes Studium"). Sparen am falschen Ende ist am Ende teuer für den Staat - ein Zementieren von oben und unten durch dumme Entscheidungen hat zumindest einen sehr hohen, politischen Preis.

  • Frau Bär ist Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung und damit müsste sie ein maximales Interesse am wissenschaftlichen Nachwuchs haben, der sich nun mal aus Studierenden generiert. Diesem fällt sie gerade massiv in den Rücken bzw. beschimpft und beleidigt ihn auch noch in bester Merzscher und Söderscher Art! Gegen ihren Auftrag aus dem Koalitionsvertrag! Das ist Arbeitsverweigerung und es hilft nichts darauf hinzuwiesen, dass der Entwurf eigentlich fertig sei, denn das behauptet ihre Kollegin Reiche ja auch vom GMG .

    • @Martin Weiblen:

      Wenn man sieht, was Frau Bär selbst studiert hat, kann man schon froh sein, wenn sie Physik von Chemie unterscheiden kann. Man könnte ihr natürlich zur Einstimmung aus dem Grundgesetz die Artikel 2, 5 und 12 zitieren, aber sie wird vielleicht gar nicht verstehen, was diese Artikel mit Chancengleichheit für alle und damit zu tun haben, dass man den weniger Wohlhabenden etwas Unterstützung angedeihen lassen muss, um diese Rechte wahrnehmen zu können.

    • @Martin Weiblen:

      In welcher Weise hat Frau Bär die Studenten denn beschimpft und beleidigt?

  • Die Aussage ist an Zynismus kaum zu überbieten. Klingt nach „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.“



    Als Vater zweier studierender Töchter kommt mir bei solchen Aussagen die Galle hoch. Das BAföG hinkt seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten der Entwicklung der Lebenshaltungskosten, insbesondere der Mieten hinterher. Semesterbeiträge von > 400 Euro sind keine Seltenheit. Einen Job zu finden, der angemessen bezahlt und mit dem Studium vereinbar ist grenzt in manchen Unistädten an ein Wunder. Offenbar möchte die Union zwei Dinge erreichen:



    - Studium nur für die Kinder reicher Eltern.



    - Mehr billige Arbeitskräfte in prekären Arbeitsverhältnissen, dazu passt auch Warkens Aussage von vor ein paar Wochen, man könne ja bereits eine eigene Krankenversicherung durch einen Midijob zum Mindestlohn erlangen.

    Ziel der aktuellen Regierung scheint es ohnehin zu sein, möglichst viele soziale Errungenschaften zu schleifen und die Lücke zwischen arm und reich zu manifestieren und zu vergrößern.

    • @Flix:

      Ist exakt auch meine Situation : Das Studium meiner Töchter kostet mich ca 100.000,- Euro, Bafög gibt es nicht mehr, bzw. ist marginal. meine Altersvorsorge geht also dafür drauf, daß meine Töchter den gesellschaftlichen Aufstieg schaffen. Hätte ich keine Genossenschaftswohnung könnte nur eine studieren. Ich sage es mal so : Wen wundert es daß Arbeiter dann die AFD wählen ? Die SPD stand mal für den Würmelin-Ausweis und Bafög UND günstige Wohnungen. Vorbei. Die GRÜNEN wollen mit der CDU zusammengehen, denen ist Bafög auch egal. Ich denke das ist ein Fehler. Die Arbeiterklasse verliert man so komplett, auch wenn die nicht mehr SPD wählen.

      • @Hildebrand Felixflash:

        Die einen zahlen bei zwei Kindern 100.000, die anderen bekommen 100.000 von denen sie nur 2x 10.000 zurückzahlen müssen. Bezahlt auch von denen, die 100.000 für die eigenen Kinder gezahlt haben.



        Und es reicht Ihnen nicht, und es reicht Ihnen nicht, und...



        Kennen Sie die Geschichte vom Fischer und seiner Frau? Auf dem Weg befinden wir uns gerade.

      • @Hildebrand Felixflash:

        Noch ein kurzer Tipp: Sprechen Sie mal mit der/m SteuerberaterIn Ihres Vertrauens. Da lässt sich auf Ihrer Seite oder auf der Seite ihrer Kids evtl. einiges absetzen (Verlustvortrag etc.).

      • @Hildebrand Felixflash:

        AfD zu wählen, ist in dieser Situation ja das Falscheste, was man tun kann. Die würden alles noch schlimmer machen! Da wäre die Linke tatsächlich die bessere Wahl.

        Eigentlich kommen Sie mit 100.000€ noch recht günstig davon. Wir haben zwei, die im befreundeten Ausland studiert haben. Das kostet ab ca. 1.000€ pro Monat pro StudentIn. Bis zum Master kommt da ein nettes Sümmchen zusammen. Wahrscheinlich fahre ich deshalb noch keinen Ferrari ...

      • @Hildebrand Felixflash:

        Mir ist aber immer noch unklar, warum dann AgD gewählt wird. Sehe ich in das Parteiprogramm, müsste ich 200.000€+ an jährlichem Einkommen haben, um von einer AFD-Regierung zu profitieren. Wäre ich dagegen Mindestlohnempfänger, würde ich lieber die Linke vor meinen Karren spannen. Die SPD bringt ja nichts mehr. Ist das so schwer zu kapieren?