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SPD verliert die LandtagswahlDer Schniedergang der SPD

Die Sozialdemokraten verlieren in Rheinland-Pfalz deutlich gegen die CDU von Gordon Schnieder. Die herbe Niederlage dürfte auch im Bund nachhallen.

Später Auftritt: Alexander Schweitzer stellt sich erst anderthalb Stunden nach Ergebnisverkündung den enttäuschten Ge­nos­s*in­nen Foto: Boris Roessler/dpa
Yağmur Ekim Çay
Cem-Odos Gueler

Aus Mainz und Berlin

Yağmur Ekim Çay und Cem-Odos Gueler

Lange Zeit galt in Rheinland-Pfalz die Abwandlung eines Fußballzitats der englischen Sportlegende Gary Lineker: Zwei Kandidaten jagen über Monate einem Amt hinterher und am Ende gewinnt die SPD. 35 Jahre regierten die Sozialdemokraten so in Mainz mit beliebten Mi­nis­ter­prä­si­den­t*in­nen und sicher geglaubten Siegen, auch wenn es in den Umfragen mal nicht so gut stand. Mit der krachenden Niederlange von Sonntag stehen nun nicht nur rheinland-pfälzische Gewissheiten auf dem Kopf, sie ist der endgültige Beweis für den desolaten Zustand der Bundes-SPD.

SPD-Spitzenmann Alexander Schweitzer war zwar mit dem Bonus des amtierenden Ministerpräsidenten in die Wahl gegangen und durfte sich die gesamte Kampagne hinweg über die höchsten Beliebtheitswerte freuen. Mit einem Ergebnis von 26,5 Prozent laut erster Hochrechnung fährt er jedoch ein schlechteres Ergebnis ein, als es die Prognosen angedeutet hatten. Demnach hätte die SPD gegenüber dem Wahlergebnis von 2021 9 Prozentpunkte eingebüßt.

Schweitzer zog sich nach der Verkündung der Hochrechnungen in die Staatskanzlei zurück und trat zunächst in keiner der Spitzenrunden bei ZDF und ARD auf. Bei der Wahlparty der SPD in Mainz wird die bedrückende Stille nur vom Jubel aus den anderen Stockwerken durchbrochen, wo AfD- und CDU-Anhänger ihre Ergebnisse feiern.

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In Berlin war die Parteiführung unterdessen darauf bedacht, kein schlechtes Wort auf Schweitzer kommen zu lassen. „Er hat einen hervorragenden Wahlkampf hingelegt“, sagte SPD-Chefin Bärbel Bas. Sie bezeichnete das Wahlergebnis als „einschneidend“, auch die Bundespartei stehe dafür in der Verantwortung. Ähnlich sah es Generalsekretär Tim Klüssendorf. „Der Blick richtet sich zu uns nach Berlin“, sagte er. Auch Klüssendorf stellte sich noch mal demonstrativ vor Schweitzer, der einen „beeindruckenden“ Wahlkampf geleistet habe.

Sozialminister unter Dreyer

Schweitzer ist tief im Establishment der Landespolitik verankert und Sozialdemokrat schon seit Teenagerzeiten. Mit 16 Jahren trat der Sohn eines Binnenschiffers der SPD bei und durchlief den klassischen Karriereweg, der ihn vom stellvertretenden Vorsitzenden der Landes-Jusos und der Kommunalpolitik zum SPD-Generalsekretär und Sozialminister unter Malu Dreyer führte. Nach Dreyers gesundheitsbedingtem Rücktritt 2024 trat er dann als ihr Nachfolger an, wobei er bei seiner Wahl im Landtag sogar mehr Stimmen erhielt, als die Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP Abgeordnete stellten.

In den anderthalb Jahren, in denen er diesen Beliebtheitsvorsprung bis zur Wahl weiter ausbauen wollte, ließ er vor allem keine Gelegenheit aus zu betonen, wie bodenständig er sei. Inhaltlich setzte er im Wahlkampf auf Bildungsthemen, den Ausbau der Infrastruktur und das Wiederbeleben von Dorfkneipen. Rhetorisch spielte er immer wieder den großen Landesvater, der in alle Richtungen vereinen wollte. Kritik an seinem Hauptkonkurrenten von der CDU, Gordon Schnieder, hörte man kaum.

Beim Abschluss seiner Kampagne in Landau machte Schweitzer auch keinen Hehl daraus, dass er in Rheinland-Pfalz mit einer Großen Koalition zwischen SPD und Union rechnet. Er könne nicht ausschließen, dass es mit dem Ergebnis am Sonntag „auf zwei Parteien“ ankäme, sagte er noch am Freitag. „Und eine repräsentiere ich.“ Doch es mache einen „Riesenunterschied, ob du, wenn du im Auto unterwegs bist, auf dem Beifahrersitz bist oder ob du das Lenkrad in der Hand hast“. Nun ist die Frage, ob Schweitzer überhaupt noch in dem Auto sitzt oder seinen Rücktritt erklärt.

Fragen stellen sich jedoch neben Rheinland-Pfalz vor allem auch in der Bundespartei. Wegen des fehlenden Images der SPD musste sich Schweitzer sozusagen doppelt profilieren. Im Gegensatz zu Friedrich Merz, der im Schlussspurt der Union Schützenhilfe leistete, hielt sich die SPD-Parteichefs dem Kampagnenabschluss auch bewusst fern.

Auch das schlechteste Ergebnis der SPD bei einer Landtagswahl, das die Partei vor zwei Wochen mit 5,5 Prozent im Nachbarland Baden-Württemberg einfuhr, setzt die Spitze unter immensen Handlungsdruck.

Als sich Schweitzer nach anderthalb Stunden endlich zu Wort meldete, briet er der Parteiführung in Berlin eins über. Das Ergebnis in Rheinland-Pfalz sei immerhin „doppelt so stark“ wie die Beliebtheitswerte der Bundes-SPD. „Ohne unsere eigene Stärke hätten wir es nicht so lange spannend machen können.“

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66 Kommentare

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  • Klingbeil muss nicht in die Wüste, der Rückzug in seine Heimat, die Lüneburger Heide, reicht völlig aus.

  • Die Ampel in Rheinland Pfalz hat gut funktioniert und das Land nach vorne gebracht.



    Die Bundesampel hat an den 30 Mrd. Fördergeldern nach der Flut, trotz Ukrainekrieg festgehalten.



    Es gibt jetzt viele "Expert*Innen", die erklären, warum die Wahl so ausging. Interessant, dass YDI das VOR der Wahl überhaupt nicht wussten.



    Die Häme von Links ist sehr kurzsichtig.



    Rheinland Pfalz war Vorreiter im Klimaschutz und mit einem CDU Ministerpräsidenten wird das Rad zurück gedreht.



    Grüne und Linke können nicht profitieren.



    Außerdem bringt es auch gesellschaftlich wenig, sich Stimmen im eigenen Pool streitig zu machen.



    Was hätte das Überschreiten der 5% Hürde für die Linke genutzt?



    Nach einer gegönnten Party letztlich nichts.



    Wer möchte, dass dieses Land sozial und klimafreundlich bleibt und wird, muss linke Parteien unterstützen, dazu gehört auch die SPD. Wer nur die "eigene"Partei sieht, hat offenbar kein Interesse an linker Politik in Deutschland.



    Auch SPDWähler*Innen haben Özdemir zum Sieger gemacht.



    Traurig, wenn das nur in eine Richtung funktioniert.



    Was genau werden die Grünen in der Opposition ausrichten können - genau, nichts!



    Vom echten Problem, der "afd" wird überwiegend geschwiegen.

  • Ich finde es bedauerlich, dass sich die SPD, aber auch andere Parteien in Deutschland, politisch nicht an ihren Kollegen in Dänemark orientieren können und/oder wollen. Meiner Einschätzung nach würde die AFD dann bald an der 5%-Hürde scheitern.

    (Das ist schon länger meiner Meinung, die durch den taz-Artikel mit/über Robert Habeck in Kopenhagen bestätigt wird.)

  • Die SPD wird sich auch (irgendwann) wieder für einen Regierungsauftrag legitimieren. Wenn, dann wird das "Irgendwann" zum lebensbiologischen (Lebensspanne) denn zum Faktor von Einsicht, sich Franz Müntefering ins Fernsehen hockt und auf einen Basta-Kanzler like Gasgerd Schröder Lobeslieder anstimmt bzw herbeisehnt, hat die neoliberale SPD das Politikgeschäft nicht verstanden. Dann müsst die alten SPD-Saurier aussterben, die man gerne im Fernsehen zeigt, bevor sich etwas ändern kann. Es mag früher so gewesen sein, dass die SPD ihren Markenkern in in Bezug auf die neoliberale Weltanschauung abgebremster neoliberaler Landesentwicklungsarbeit verstehen durfte, da sie dafür belohnt worden ist. Da jedoch in diesem Land der konservative - beschleunigte - neoliberale Landesentwicklungsbegriff die Oberhand gewonnen hat, muss die SPD dem gegensteuern. Das schafft allein Die Linke nämlich aus verschiedenen Gründen eben nicht.

  • So ätzend das eigentlich ist, die Sozis waren immer dann erfolgreich, wenn sie einen guten Draht zur Wirtschaft hatten, also CDU-Politik mit leichten sozialen Einsprengseln gemacht haben.



    Hemlut Schmidt, Gerhard Schröder, beides keine Sympathlinge, dennoch mit Wahlergebnissen bei 40%, heute so denkbar wie ein Meistertitel des FCK.



    Die Sozis sollten auf Pistorius setzen, Klingbeil ist machthungrig, aber inkompetent.

    • @FtznFrtz:

      Pistorius, nicht ihr ernst ?? Die Bilanz von Pistorius als Verteidigungsminister, einer Erblast der Ampelregierung, ist, gelinde gesagt, unterirdisch ! Obwohl er Geld ohne Limit bekommt bringt er nichts auf die Reihe, die Bundeswehr steht heute schlechter da als vor 4 Jahren. Die Geldvernichtungsbehörde Beschaffungsamt wurde null reformiert, hier werden Milliarden, sehenden Auges, einfach verheizt. In der Tradition der SPD nicht mit Geld umgehen zu können ist der einzige Punkt in dem er gut ist !!

  • Einfach Vermögenssteuer von 10% und reiche Steuer auf 90% dann kann spd alle Probleme lösen.

    • @Notizen Nt:

      Richtig, und das jedes Jahr!

    • @Notizen Nt:

      👍

    • @Notizen Nt:

      Dann wären die meisten Leistungsträger und Firmen weg.



      Wenn niemand mehr Bock auf Arbeit hat und für die, die arbeiten wollen keine da ist, wird es schwierig in unserem Sozialsystem und mit der Umverteilung.

  • Wer wie Schweitzer und seine RLP-SPD im Wahlkampf derart auf die GroKo setzte, muss sich nicht wundern, am Wahlabend als kleinerer Koalitionspartner eben dieser beschworenen Koalition aus dem Rennen zu gehen.



    Die Alternative dazu wäre ein Werben um die Fortsetzung der bisherigen Ampelkoalition gewesen. Aus meiner Sicht allerdings eine ambivalente Option, denn es freut mich ja, dass die ausgesprochene Ego-Shooter-Partei FDP auch aus dem Mainzer Landtag geflogen ist.



    Die Koalitionsoption, die noch in Frage gekommen wäre - und n.m.M. geeignet wäre, den gordischen Knoten (für die SPD) zu zerschlagen - wäre RGR gewesen (immerhin hat DIe Linke, anders als die FDP, den Einzug in den Landtag nur knapp verpasst).



    Aber diese Möglichkeit wurde von SPD und Grünen erst gar nicht ins Auge gefasst - eine Chance, die sie bei den bevorstehenden Wahlen in Ostdeutschland nicht mehr haben.

  • Die SPD hat ihre Stammwählerschaft in der arbeitenden Bevölkerung verloren, sie muss sich wieder im deren Sorgen und Nöte kümmern. Genau das ist ihr Klientel, das auf den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen drängt, nicht auf Umverteilung. Wenn die SPD hier nicht schnell reagiert ist sie schnell weg.

    • @Filou:

      Was reden Sie denn da? Die soziale Willy-Brandt-SPD ist schon lange tot und wird auch nicht mehr auferstehen.

      Und in einer Welt voller Maschinen, Computer, Automaten, Regelungstechnik, Roboter und Künstliche Intelligenz (KI), wird der Mensch als Arbeitskraft ohnehin überflüssig werden. Außerdem sieht der Kapitalismus den Arbeitnehmer schon lange nur noch als Kostenfaktor an - und dieser "Kostenfaktor" wird von Jahr zu Jahr immer mehr eliminiert.

      Und damit die "Noch"-Arbeitnehmer keine Forderungen (bessere Arbeitsbedingungen, mehr Lohn etc.) stellen, hat man ja jetzt den Bürgergeldempfängern wieder alles 'zusammengestrichen', damit man sie als Abschreckung vorzeigen kann, falls der Arbeitnehmer frech aufbegehrt.

      Wie sich die Reichen und Mächtigen wohl freuen, dass ihr perfides Spiel auch im 21. Jahrhundert immer noch funktioniert. Und auf eines können sich die Mächtigen auch verlassen, nämlich das der Deutsche lieber nach unten tritt, anstatt das wahre Übel sich anzuschauen - aber dafür müsste der Deutsche den Kopf mal nach oben richten.

      "Ein Glück für die Mächtigen, dass die eine Hälfte der Menschen nicht denkt und die andere nicht fühlt." (Johann Gottfried Seume, 1763 - 1810)

  • Die SPD hat unter Klingbeil keine essentiellen Positionen mehr. Alles kann Gegenstand von Verhandlungen und "Kompromissen" sein. Mit den Grünen von Hartz-IV zu Bürgergeld, und nun mit den Schwatten von Bürgergeld zu Grundsicherung. Im Kontext der abstrusen, arbeitnehmerfeindlichen Vorschläge aus der Union im Winter kam ebenfalls so gut wie nichts. Und eine Partei, die für nichts steht, bekommt eben keine Stimmen.

    • @Kaboom:

      Ein Soldatensohn, der sozioökonomisch nichts verstanden hat.

    • @Kaboom:

      Naja, haben Sie sich mal die Wählerwanderubgszahlen angesehen?

      Von 126.000 verlorenen SPD Stimmen sind 81.000 zu CDU und 31.000 zur AfD gewandert. Also rund 90% der Stimmverluste gingen nach rechts. Ob "linkere" Politik da ein Rezept ist?

    • @Kaboom:

      Das ist des Pudels Kern, wo sind die roten Linien der Sozis? Was geht nicht mit ihnen? Natürlich müssen Parteien in der Bundesregierung Kompromisse schließen, es entsteht aber der Eindruck, die Sozis winken jede AfD-Angst-getriebene Sauerei der Schwarzen durch, siehe Bürgergeld, siehe Migration.



      Auf der anderen Seite verweigern sie sich der dringend notwendigen Diskussion um den Sozialstaat, die mit der Union leider kaum führbar ist. Dass der Sozialstaat reformiert gehört ist eigentlich sonnenklar. Leider übersetzen die Sozis Reform pauschal mit Kürzung/Streichung, worum es erstmal nicht geht. Leider meinen aber viele in der Union genau das, was am Ende zu einer Abwehrreaktion der Sozis führt, die wiederum zu Stillstand führt. Andauernder Stillstand bei immer drängenderen Problemen (Rente, Krankenversicherung, Pflege) führt zu steigender Unzufriedenheit, ergo zu steigenden AfD-Wahlergebnissen und Kollaps der Sozis bei den Wahlen.



      Die Bundesregierung muss das große Rad drehen, fehlender Mut, Angst vor dem Wähler wird derzeit mindestens so sehr bestraft wie Reformen, die auch Menschen treffen. Die Strafen treffen aber die Sozis härter, da sie der passivere, erstarrtere Teil sind.

  • Mal sehen, ob die SPD noch in ihrer Zeit begreift, dass ein Abbau des Sozialstaates keine Stimmen bringt bei der eigenen, ursprünglichen Wählerschaft.

    • @Moritz Pierwoss:

      126.000 Stimmen verloren. 81.000 davon an die CDU, 31.000 an die AfD. Klarer Apell an die SPD für eine linkere Politik? Eher nicht.

    • @Moritz Pierwoss:

      Erlauben Sie mir bitte zu widersprechen. Ich denke eher, der überbordende Sozialstaat und die damit verbundenen Kosten sind es, die der SPD die Wählenden klaut.



      Der Kurs klappt nicht und wird es auch weiterhin nicht.

      • @DerLurch:

        Es braucht den Sozialstaat, gerne fett wie früher, gerne noch fetter, wohl heute aber anders ausgeteilt, d.h. womöglich nicht die klassische "Stütze", sondern - nur beispielhaft - Gebührensenkungen und Arbeitsgelegenheiten.

    • @Moritz Pierwoss:

      Vielleicht ist diese "eigene, ursprüngliche Wählerschaft" einfach auch nicht mehr die, die sie mal war.

      • @Tom Tailor:

        Guter Gedanke.

    • @Moritz Pierwoss:

      Die ursprüngliche Wählerschaft sind die Arbeiter, richtig?



      Diese werden aktuell stark durch den Sozialstaat belastet.



      Einen Sozialstaat muss sich die Bevölkerung leisten können.



      Für 100 Euro Netto mehr, muss der Arbeitgeber in Summe ca. 225 € aufbringen (bei ca. 3800 Euro Brutto- Steuer-Klasse 1) vom Netto fließt noch die Mehrwertsteuer ab. Vielleicht dämmert es vielen, dass es nicht so weitergehen kann.

      • @MatB1012:

        Wir reden hier aber nicht vom Zeitungsstand, oder Polsterhandwerk mit 10 oder 50 Beschäftigten, sowie nicht vom Durchschnittsrestaurant. Innerhalb der geschätzten Unternehmerschaft bzw Betriebe haben wir Unterschiede, Sektoren in der Nähe des Selbstläufers, sowie allgemein Konkurrenz von Oben nach Unten. Aber natürlich, im Zweifelsfall ist jeder Milliardär, falls kein Erbe, ein kleiner Familienunternehmer. 😆

    • @Moritz Pierwoss:

      Das Gegenteil ist richtig, der Großteil der Bürgergeldempfänger darf nicht wählen oder geht nicht wählen. Der Sozialstaat wird inbs. in der Arbeiterschaft zunehmend als Finanzierung von Ausländern, die abgeschoben gehören, und Assozialen gesehen. Wie faktisch korrekt das ist ist nicht relevant das ist eine Meinung für die sie in fast jedem Betrieb eine Mehrheit finden. Politik für Arbeiter heißt Baukosten senken, Steuern runter und Eigenheim bezahlbar machen, höhere Renten für jene die einzahlen. Der ursprüngliche Wähler der SPD will was von seinem Geld haben und hat null verständnis für Leute die arbeiten können es aber nicht tun, oder jene die nie eingezahlt haben aber jetzt Sozialleistungen bekommen.

      • @Machiavelli:

        Da stimme ich ihnen voll zu. Eine entsprechende Verhältnismäßigkeit muss wieder spürbar werden, dann geht es auch wieder für alle voran. Soziale Hängematte für Einige bei gleichzeitig fast prekären Verhältnissen hart arbeitender Arbeiter/Angestellter funktioniert halt nicht !

      • @Machiavelli:

        Weil wir hier auch von einem "sittlichen Verfall", vergleichbar mit dem neoklassischen Menschenbild, sprechen müssen.

    • @Moritz Pierwoss:

      Ich kann mir nicht helfen, aber genau das ist meiner Meinung nach der springende Punkt. Könnte es sein, dass es den Arbeitern um zu viel Sozialstaat auf Kosten unserer Zukunft geht

    • @Moritz Pierwoss:

      Sie glauben doch nicht wirklich, dass die Wähler aus diesen Grund nicht die SPD gewählt haben. Zum Beispiel sind viele Wähler von der SPD zur CDU gewandert . Und das bestimmt nicht, weil die CDU für mehr Sozialstaat steht.

    • @Moritz Pierwoss:

      Man könnte auch mal die gewagte These in den Raum werfen, dass es den „Arbeitern“ genau um die gegenteilige Ansicht geht. Weniger Sozialstaat, um zukünftige Generationen zu entlasten

    • @Moritz Pierwoss:

      Die ursprüngliche Wählerschaft der SPD waren Arbeiter, oder Arbeitende wie man heute sagen würde. Die Frage lautet viel mehr ob die SPD jemals begreifen wird,dass man Arbeitende nicht mit Politik für Nicht-Arbeitende aka Arbeitslose ködern kann, von denen die Hälfte nicht einmal Staatsbürger sind und die SPD daher sowieso nicht zum Dank wählen werden bzw. können. Ich glaube nicht. Je größer die Krise der SPD wird, desto stärker werden wie linken Kräfte in ihr und geben noch mehr Gas auf dem Weg vor die Wand.

      • @Morrad Mo:

        Sehe ich genauso. In der Absicht, es vermeintlich besser aka "linker" zu machen, gibt man auf dem Weg über die Klippe nochmal richtig Gas.

    • @Moritz Pierwoss:

      Mal sehen, ob die FdA-'Wähler begreifen, dass deren Hetze, welche anscheinend die Stimmen bringt, nach hinten losgeht.

    • @Moritz Pierwoss:

      Ich befürchte, Sie haben da was verpasst. Die SPD Wähler sind meist arbeitende Steuerzahler. Und die sind extrem unzufrieden, was mit deren Steuern passiert. Schauen Sie sich mal den größten Ausgabenposten an.



      Und weil dies jahrelang missachtet wurde, und man der Meinung war, das nur besser erklären zu müssen, aber nie konnte.... steht die SPD jetzt da wo sie steht. Man darf gespanntbsein, welche Kröten die jetzt schlucken müssen, oder weiter so, dann sind sie bald ganz weg.

      • @Tom Farmer:

        Steuern sind Einnahmen und damit allgemeine Deckungsmittel. Niemand kann sehen, wo sein Geld hingeht; das kann die Allgemeinheit auch nicht insgesamt. Selbst mathematisch bleibt dies verschlossen. Auch rechtlich, Beispiel Existenzminimum, können dies nur wenige Menschen korrekt einordnen. Wir haben schlicht, u.a. befeuert durch die Empörungsindustrie, nicht nur 80 Millionen Fußballtrainer, sondern ebensolche zig Millionen Finanzminister.

  • Als Herr Schweizer seinen Wahlkampfauftritt am noch Opel Standort Kaiserslautern absolvierte, parkte sein Chauffeur mit seinem drolligen BMW (!) 750E die Fußgängerzone zu.



    So wath SPD?!

    • @Rufus:

      Muss man jetzt nicht gut finden, ist aber doch auch jetzt irgendwie nachvollziehbar. Viele Termine, hält man eben nah dran. Soll Herr Schweizer mit dem Bus kommen? Wie viele Wahlkampfauftritte schafft er so wohl?

    • @Rufus:

      Herr Schweitzer muss sich klar machen, dass er kein Schweizer ist und Rheinland-Pfalz nicht die märchenhaft reiche Schweiz ist. Vielleicht wird's ja nochmal was, wenn er das nächst Mal auf Haustürwahlkampf umstellt.

  • Die SPD kann halt weg.



    Kaum jemand wird sie vermissen.



    Tut mir weh, das so hart zu sagen, als langjährige SPD-Stammwählerin.



    Bitte, liebe SPD, haltet euch an eure dänischen Parteifreunde. Dann kann es was werden mit der SPD-Renaissance.

    • @Katharina Reichenhall:

      Wenn Sie darauf anspielen, die SPD solle in Sachen Migrationspolitik die (links)populistischen Muskeln spielen lassen, dann muss ich Sie daran erinnern, dass wir dieses Politikangebot schon haben: BSW.



      Ich vermute aber mal, dass Sie die übrige Positionierung dieser Partei, v.a. deren Putin-Nähe, nicht so richtig überzeugt (mich übrigens auch nicht).



      Was bleibt also noch? Grüne? Linke? Oder müssen wir uns eine neue Sozialdemokratie erst noch stricken? Nach meinem Geschmack aber dann bitte eine ohne islam- und migrationsfeindliche Töne.



      Kleiner Lichtblick immerhin in Frankreich, wenn auch nur kommunal: dort zeigte die Rest-Linke aus Sozialisten und Grünen in den Metropolen Paris, Marseille, Lyon, dass es auch ohne Melenchons unsägliche LFI geht. In den Niederlanden dagegen waren die Erfolge für GroenLinks-PvdA allerdings eher bescheiden, zumindest auf dem platten Land.



      Hilft uns alles nur hierzulande nicht weiter.

  • Ich denke eines ihrer Kernprobleme ist, das sie als "Arbeiterpartei" erstmal Aussenstehende fragen müssen, was Arbeiter überhaupt wollen.



    Während andere Parteien, wie die Afd zum Beispiel, dazu einfach ihre Mitglieder befragen kann.

    • @Rikard Dobos:

      Wollen Sie etwas sagen, dass das alles gar keine Arbeiter sind an der Spitze? Ironie Off, bin ganz bei Ihnen. Berufspolitiker ohne echte Erfahrung mit Arbeit wollen erzählen, was der Arbeitende braucht

  • Eine Mehrheit der jungen Leute hat die AfD und nicht die leider zu überheblich auftretenden Grünen gewählt. Ist das Zukunft ? Meine These: Schaut Euch Klingbeil, Philipp Amthor, Markus Söder oder Jens Spahn doch einmal an, sind das fähige 'Vertreter' der Allgemeinheit? Ich will jetzt nicht nachzählen, aber behaupte einfach mal, die meisten 'qualifiziert' eine Parteikarriere und sonst gar nichts. Und das führt dazu, statt sich um Problemlösungen zu kümmern, eher (leere?) Versprechungen und den Populismus zu bedienen, um auch weiterhin am Ruder zu bleiben: Wem sollen junge WählerInnen denn noch als Vorbild dienen ? Ich rate jedem Leser, einfach mal die Verteidigungsdebatte junger CDU-Abgeordneter zum unsäglichen Weimar im Bundestag nachzuhören, die sich an einem Spruch 'Deutschland verrecke' abgearbeitet haben, ohne die Hintergründe dazu wahrgenommen zu haben. Das klang schon sehr AfD-nah, interessiert aber niemanden, einfach nur Parteiräson praktizieren, um im Gespräch zu nleiben. Wir müssen uns die 'Kandidaten' schon genauer angucken und fragen, ob sie überhaupt wissen, was es bedeutet, miese Jobs annehmen zu müssen, um später minimale Renten hinnehmen zu müssen, Schulden ?

    • @Dietmar Rauter:

      "Meine These: Schaut Euch Klingbeil, Philipp Amthor, Markus Söder oder Jens Spahn doch einmal an, sind das fähige 'Vertreter' der Allgemeinheit? Ich will jetzt nicht nachzählen, aber behaupte einfach mal, die meisten 'qualifiziert' eine Parteikarriere und sonst gar nichts."

      Meinen Sie denn dies sei bei den anderen Parteien großartig anders? Wir können ja auch da mal anfangen entsprechende Vorzeigepolitiker aufzuzählen.

    • @Dietmar Rauter:

      Zu Deutschland verrecke. Hier sieht man ein Problem in der aktuellen politischen Diskussion. Das Zitat stößt viele Bundesbürger vor den Kopf, aber hier soll man sich dann mit den Hintergründen auseinandersetzen.



      Als der mittlerweile abgewählte OB (unnötigerweise) Fredl Fesls So wo Samma-N… zitiert hat, kam die große Empörungswelle, da hat sich auch keiner für die Hintergründe interessiert.

    • @Dietmar Rauter:

      Na ja, sie haben zwar mit ihrer Beschreibung der oben genannten Politiker recht, nur ist dies nicht nur bei der CDU so, sondern auch bei den Parteien links der Mitte.

  • Wenn man als Parteivorsitzende*r der Ansicht ist, der eigene Ansatz würde landespolitischen Kandidaten in einem SPD-Stammland eher schaden als nützen, ist das offen gesagt ein Offenbarungseid und sollte zum Rücktritt der Betreffenden führen.

    • @Agarack:

      Ganz verrückte Idee: Es könnte vielleicht auch dazu führen, einmal kritisch zu überprüfen, ob der eigene Ansatz eigentlich der richtige ist.....

  • Die SPD hat zu wenig Profil, zu viel Hartz IV und Riester, zu wenig Anreize für Durchschnittsmenschen. Wer SPD wählt, der hat wahrscheinlich einen Grund, wer die Partei nicht (mehr) wählt, der hat auch einen Grund. Dass Arbeitnehmer in großer Zahl für die AfD stimmen, ist ein Alarmruf. Er sagt sehr viel darüber aus, was aus der SPD wurde. Momentan regiert sie mehr oder weniger geräuschlos mit dem neoliberalen Friedrich Merz, der dem SPD-Kanzler Scholz eine Migrationsdebatte aufzwang, die Scholz nicht gewinnen konnte. Nun regiert die SPD mit diesem Merz und kassiert eine NIederlage nach der anderen, gleichwohl bleibt wohl alles gleich. Große Veränderungsbereitschaft gibt es bei der SPD nicht mehr. Sakia Esken, Walter-Borjans, Kevin Kühnert - der versuchte Aufbruch der Partei, sich zu ändern, ist wohl oder übel gescheitert. Und dafür gibt es jetzt Quittungen. Wenn die LInke wenigsten diese Menschen gewinnen würde oder könnte, aber das geht eben nicht. Auch die Grünen ernten das nicht, sondern die SPD baut ab und die Mitte-Links wird schwächer.

  • Wer möchte mit dieser Bundes SPD - einem substanzlosen Kanzerwahlverein - schon Wahlkampf machen.



    Es erinnert alles an frühere Zeiten als die SPD die fällige Quittung für den Verrat an der Arbeitnehmerschaft durch die Hartz4 Gesetze, Agenda 2010 und diverse andere neoliberale Zumutungen bekommen hat.



    Dieser Trend wurde erst durch Nahles, Esgen&Borjans gestoppt.



    Bis dann wieder die SPD Rechte mit Scholz, Klingbeil und Bas wieder alles an die Wand gefahren hat.



    Ausstieg aus dem pariser Klimavertrag, Abschaffung des Bürgergeldes, Schonung der Immobilenkonzerne, Aufrüstung und Kriegsbeteiligung, … sie machen alles mit.

    Wofür steht diese Partei noch?

    Die Wählerwanderung hat allerdings auch in Rheinland-Pfalz eine eindeutige Richtung: Sie geht von links nach rechts.



    Die eigentlich programmatisch naheliegende Linkspartei konnte nicht profitieren

    Offenbar wählen viele Arbeiter gerne den eigenen Untergang.



    Oder sie sind Protestwähler.

  • Vorhin bei Infratest, die Kernklientel der SPD, Arbeiter, haben zu ca. 40 % AfD gewählt.



    Die Schläfrigkeit und das programmatische "weiter so" bei der SPD schickt unser Land nach rechts. Wir haben jetzt, CDU, AfD, (FdP) weit über 50%, konservativ und national. Verbockt hat das Berlin, im Kern die SPD, weil sie die Mitte, nämlich die Steuerzahler vollkommen aus dem Blick verloren hat. Die werden gar nicht anders können als nun der CDU hinterherzulatschen. Bitter, aber notwendig, inkl. thematischer Kompetenzfindung.

  • Dass die SPD so stark abstürzt, war eigentlich schon abzusehen.







    Wirklich erschreckend an den Ergebnissen ist jedoch die AfD, die ihre Stimmen verdoppeln konnte.



    Jetzt ist klar: Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung ist bereit, für eine Partei zu stimmen, die die Demokratie abschaffen will – und das nicht nur in Rheinland-Pfalz. Nichts passiert, keine Gegenwehr, man lässt es einfach geschehen. Eine Schande, die alles Bisherige in den Schatten stellt. Das Verbot dieser Partei wurde komplett vernachlässigt.



    Vielleicht ist es auch blos eine Strategie, um mit dieser Partei zusammen zu arbeiten, was Aktionen von Dobrintd, Weimer und Weber nur unterstreichen würden.



    Finstere Aussichten.

    • @Andreas Flaig:

      Wenn Sie ehrlich sind, nützt die AfD eher den linken Parteien. Denn solange die AfD mit 15/20 % in die Parlamente einzieht, kann die CDU niemals eine Regierung ohne SPD oder Grüne bilden. Die AfD sichert die Regierungsbeteiligung der immer weiter schrumpfenden SPD. Das sagt man natürlich nicht öffentlich.

    • @Andreas Flaig:

      Und was ist mit den Grünen, die im Europaparlament ohne Hemmung mit den Rechtspopulisten gestimmt haben ?



      Ausrutscher ?

    • @Andreas Flaig:

      "Das Verbot dieser Partei wurde komplett vernachlässigt."



      Wenn Einem umgekehrt nichts Anderes an Gegenwehr einfällt, als den Haufen verbieten zu lassen, dann ist das nicht minder ein Armutszeugnis. Und man muss leider immer wieder darauf hinweisen, dass die Nachweise, die für ein Verbot nötig wären, aktuell wohl nicht verfügbar sind. Politischer Wille allein reicht nicht, und was der Verfassungsschutz bislang zusammengetragen hat, reicht offenbar auch erstmal nicht - so zumindest zur Frage des "gesicherten Rechtsextremismus" das VG Köln, dem die Kriterien der Bundesverfassungsgerichts für Parteiverbote durchaus geläufig sind.



      Ergo: Wüten, Toben und nach der Verbotskeule Rufen ist keine Lösung. "Gegenwehr" gegen die AfD muss derzeit in Form von Siegen im demokratischen Wettstreit geleistet werden. Wer da ein Patentrezept hat, nur raus damit (ich persönlich muss gestehen, dass ich AfD-Wähler schlicht nicht hinreichend verstehe, um Rückschlüsse auf geeignete Reize ziehen zu können, die die Reaktion "braun wählen" unterbinden würden)! Aber Vorsicht: Wer jetzt mit einer linken Wunschliste kommt, was Politik alles besser machen müsste, spricht im Zweifel für eine andere Zielgruppe.

      • @Normalo:

        @Normalo



        Es sieht ganz danach aus, als wenn die AfD Wähler einfach nur ein dickes Bankkonto, ohne eigene Leistung zu erbringen & ohne etwas gegen ihre Unbildung zu unternehmen beanspruchen. Vom Staat einfach alles einfordern, was den AfD Wählern aufgrund ihres kindliches Gemüt in den Sinn kommt, ohne zu bedenken, WIR - alle Bürger sind der Staat...

      • @Normalo:

        "Politischer Wille allein reicht nicht, und was der Verfassungsschutz bislang zusammengetragen hat, reicht offenbar auch erstmal nicht ."

        "Ob ein Parteiverbotsverfahren – das lange Zeit beim Bundesverfassungsgericht anhängig wäre – ein probates Mittel ist, Rechtsextremismus einzudämmen, oder am Ende nur ein Forum bietet, sich als Systemopfer darzustellen, muss politisch gut abgewogen werden.

        Die Einleitung eines Verbotsverfahrens steht im politischen Ermessen. Beherztes Vorgehen, mit dem sich die Demokratie wehrhaft zeigt, müsste aber rechtzeitig erfolgen. Hat die AfD mit demokratischen Mitteln erst Herrschaftsteilhabe erlangt, ist es zu spät."



        Sehr lesenswert:



        taz.de/Verbot-der-AfD/!5949570/



        Übrigens kommt die AfD bei aktuellen Wahlumfragen bei den Landtagswahlen in Sachsen Anhalt im September auf 39%.



        "Manche Landesverbände agieren ganz offen rechtsextremistisch und kokettieren mit dem Willen zum Systemumsturz."

    • @Andreas Flaig:

      Offen gestanden gehen mir die ganzen Warnungen, die Union bereite die Zusammenarbeit mit der AfD vor, langsam auf den Wecker. Das ist in den letzten zwei Jahren die fünfte Wahl, bei der eine Mehrheit mit der AfD möglich gewesen wäre. Warum haben sie es denn nicht getan?

      Mir erscheint das lediglich eine immer weniger wirksame Strategie gerade von SPD und Grünen, mit der Angst der Wähler vor einer AfD-Beteiligung die Stimmenverluste durch eigene Konzeptlosigkeit zu kompensieren.

      • @Meister Petz:

        "Warum haben sie es denn nicht getan?"



        "In Deutschland gibt es eine klare politische Vereinbarung aller anderen Parteien (CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke), die als „Brandmauer“ bezeichnet wird.



        Vor allem in der Wirtschafts-, Europa- und Migrationspolitik gibt es fundamentale Unterschiede, die eine Zusammenarbeit für die anderen Parteien unmöglich machen."



        Allerdings ist diese Brandmauer mittlerweile am bröckeln, wie Sie wohl selbst aus den Medien erfahren haben.



        Konzeptlosigkeit sehe ich vor allem bei der aktuellen Regierung. Sozialpolitik null. Keine Anstrengungen bei der Infrastruktur. Die Liste ist lang.

  • Die SPD sie verliert und verliert, sie ist in Baden-Württemberg mit Ach und Krach in den Landtag gekommen, jetzt wurde sie aus der Regierung gewählt. Dass bei längeren Regierungsdauern auch ein Machtwechsel stattfinden kann, gehört zur Demokratie dazu, das Problem in diesem Bundesland ist auch nicht die merkwürdige CDU, sondern es ist der Zugewinn der AfD mehr als 11 Prozent der Wähler haben zusätzlich für diese Partei gestimmt. Im TV sagte dann Kaufmann, wir wollen eine andere Republik. Kurz: Mit der AfD wird es den radikalen Bruch geben, Es wird ein anderes Deutschland kommen, sollte die AfD weiter erlaubt und weite erfolgreich bei Wahlen sein.



    P.S. Die LInke hat heute in Paris den Bürgermeisterposten gewonnen, es geht eben auch anders, schade, dass die SPD und die LInke in Deutschland in Wahlkämpfen nicht wirklich mobilisieren können. Es müsste m.M. nicht so sein, aber wenigstens die SPD gibt einem in dieser Bundesregierung auch manches Rätsel auf.

  • Die Bundes-SPD, was hätte die in einem auf Schweitzer fixierten SPD-Wahlkampf verbessern können? Die Grünen in BaWü haben da gerade noch Glück gehabt mit ihrem stark auf ihren MP-Kandidaten personalisierten Wahlkampf. Die Grünen haben erst 15 Jahre in BaWü regiert, die SPD in RLP ganze 35 Jahre. Auch bei einer anderen Wahlkampfstrategie hätte die Bundes-SPD kaum mithelfen können: Die Strategie wäre das Gegenteil der Personalisierung gewesen, sondern das Herausstellen von 35 Jahren SPD Regierungsleistung und wie es RLP geprägt hat. Es wäre aber genauso wie der reine Schweitzer-Wahlkampf auch nur ein Versuch gewesen. Ein Versuch, die Abnutzungserscheinungen von 35 Jahren Regierungsführung und die Tatsache, dass selbst ein Schweitzer keine Dreyer ist, zu überspielen in einen Wahlsieg.

    Und den hat die SPD doch trotzdem, denn Schnieder gilt als verlässlich - also darf sich die SPD über weitere 5 Jahre Regierungsverantwortung freuen. Und das in einer von einem Kohl-Jünger geführten Koalition. Was Kohl nicht hatte, eine große Koalition, Schnieder bekommt eine.

  • Offensichtlich haben sich (junge) Arbeiter von der SPD abgewendet und der AfD zugewendet. Kaum zu glauben, aber wahr! Bei allem Verständnis für die Unzufriedenheit in dieser Gruppe - aber sich der extremen Rechten zuzuwenden ist doch keine Lösung. Lesen die eigentlich keine Zeitung? Gerade angesichts der hohen Anzahl von Fällen der Vetternwirtschaft kann ich nur noch den Kopf schütteln. Wer, wie die Vertreter dieser Partei vor allem die eigenen Taschen im Blick hat, denen ist doch keine Lösung der vielfältigen Probleme zuzutrauen.

    • @Il_Leopardo:

      Also meinen Sie, das Problem ist nicht die Ausrichtung der SPD, sondern dass sich die Arbeiter (sic!) einfach nicht ordentlich informieren?

      Oder liegt es einfach daran, dass die SPD Politik für Leistungsempfänger/innen macht und nicht für Arbeitende?

      • @DerLurch:

        Glauben Sie allen Ernstes, dass die AfD Politik für den Arbeiter oder Arbeitende machen wird?