piwik no script img

Rechte Codes und ChiffrenSo erkennst du rechte Sprache

Um zu verstehen, wie Rechtsextreme ticken, muss man ihre Codes kennen. Die wichtigsten Begriffe in einer Liste.

Wer Gendergaga nicht liebt, ist zumeist rechts Gesinnt unterwegs Foto: Ralph Peters/imago

Cancel Culture: Rechte wollen für ihre rassistischen, beleidigenden, diskriminierenden, antifeministischen und queerfeindlichen Aussagen keine Verantwortung übernehmen. Legitime Kritik heißt dann schnell „Cancel Culture“. Natürlich erst recht, wenn man wegen seiner reaktionären Haltung zuvor einen Job verloren hat oder gar ein öffentlicher Auftritt abgesagt wurde. Wie tiefgreifend und nachhaltig Cancel Culture das Leben mächtiger, weißer Männer zerstört, kann man an Rammsteins ausverkauften Welttourneen oder Donald Trumps zweiter Präsidentschaft gut sehen.

Remigration: Ursprünglich u.a. in der Wissenschaft gebräuchlicher Fachbegriff für eine Rückkehr von Exi­lan­t*in­nen und Mi­gran­t*in­nen ins Herkunftsland. Dahinter stecken völkische Reinheitsphantasien. Mittlerweile verwendet den Begriff vor allem die extreme Rechte – als Kampfbegriff und Euphemismus für rassistische Vertreibungen und millionenfache Abschiebungen. Die AfD hat den Begriff in zahlreiche Wahlprogramme übernommen.

Genderwahn: Auch als „Gendergaga“, „Genderismus“ oder „Gender-Ideologie“ geläufig. Geht einher mit antifeministischen Erzählungen und Überspitzungen, um queere und emanzipierte Lebensweisen und Vielfalt zu diskreditieren. Die Auswüchse reichen von offener Trans- und Queerfeindlichkeit und Gewalt bis hin zu Wissenschaftsfeindlichkeit: Die AfD will Gender Studies an den Universitäten abschaffen.

Woke/Wokeismus: stammt eigentlich aus der afroamerikanisch-emanzipierten Kreisen in den 1930ern. Woke waren Leute, die sich aufgeklärt haben und politisch „aufgewacht“ sind, also die rassistischen Verhältnisse und sozialen Ungerechtigkeiten erkennen. Mittlerweile wird der Begriff weltweit als negatives Schimpfwort und rechter Kampfbegriff benutzt, um linke Politik und Ziele abzuwerten.

Political Correctness/Politische Korrektheit/„PC“: Gilt ähnlich wie „woke“ innerhalb der Rechten als Topos einer angeblich überbordenden Korrektheit, um Antidiskriminierung oder Minderheitenschutz zu diskreditieren. Wird gern auch auf die Wutbürgerparole von der angeblich eingeschränkten Meinungsfreiheit heruntergebrochen: „Was darf man eigentlich noch sagen?“

Schuldkult: Geschichtsrevisionistisches Schlagwort, um die deutsche Erinnerungskultur an den Holocaust und den Nationalsozialismus lächerlich zu machen. Der Geschichtswissenschaft wird dabei eine Fixierung auf den Nationalsozialismus vorgeworfen, der „die Deutschen“ daran hindern soll, einen positiven Bezug zur eigenen Nation zu finden. Wurde zuerst in den 80ern von Franz Schönhuber, einem Ex-Mitglied der Waffen-SS und Gründer der rechtspopulistischen „Republikaner“ verwendet und später von AfD-Politikern aufgegriffen – etwa als Gauland den Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte verharmloste oder Björn Höcke eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad forderte. Auch Weidel sprach bereits vom „Schuldkult“. Durch derartige geschichtspolitische Tabubrüche versucht die AfD, Erinnerungskultur zu diskreditieren.

Souveränität: Funktioniert als Dogwhistle in Richtung von verschwörungsideologischen Reichs­bür­ge­r*in­nen, aber auch, um die europäische Friedensordnung über den Haufen zu werfen und nationalistische Diskurse und Abschottung zu stärken. Wird gern auch geschichtsrevisionistisch benutzt, indem behauptet wird, Deutschland sei kein freies Land und immer noch von den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges besetzt und/oder unterjocht.

Klimahysterie/Ökodiktatur: Die menschengemachte Klimakrise wird trotz eines breiten wissenschaftlichen Konsenses abgestritten und Klima-Aktivist*innen abgewertet. Maßnahmen zur Einleitung der Energiewende, CO₂-Bepreisung oder Umweltregulierungen sind dann schnell Ausdruck einer angeblichen Ökodiktatur.

Islamisierung: Antimuslimische und rassistische Ressentiments führen innerhalb der extremen Rechten häufig zu einer verallgemeinernden Islamkritik, die keine Differenzierung kennt und sich häufig auf Flüchtlinge aus muslimischen Ländern bezieht. Diese werden häufig mit rassistischen Bezeichnungen geschmäht („Messermänner“/„Kopftuchmädchen“). Selten wird zwischen Islamismus und dem Islam unterschieden, stattdessen vor einer voranschreitenden Islamisierung gewarnt, die im Gegensatz zum „christlichen Abendland“ stünde. Diese Islamfeindlichkeit widerspricht der im Grundgesetz garantierten Religionsfreiheit.

Altparteien/Kartellparteien: Mit der Rede von Alt- oder Kartellparteien will vor allem die AfD eine binäre „Wir gegen Die“-Weltsicht etablieren. Die politischen Gegner sollen als abgehobene Elite diskreditiert und gleichzeitig homogenisiert werden. Erhebliche programmatische Unterschiede zwischen den Parteien werden so nivelliert, die autoritär-nationalistische AfD wird dabei als einzige „echte Opposition“ beschrieben, die demokratischen Parteien werden als „postdemokratisch“ geframt. Der Begriff setzt bei bestehenden Unzufriedenheiten mit dem etablierten Politikbetrieb an und unterstreicht zugleich die systemische Fundamentalopposition der AfD. Die „Altparteien“ und ihre Brandmauer gegen die AfD (die von einer Mehrheit gewollt wird) sind in diesem Weltbild dabei der Gegenpol zum angeblichen Mehrheits- und Volkswillen.

Lügenpresse/Lückenpresse: Ist ein Begriff, der in der Bundesrepublik spätestens seit den extrem rechten Pegida-Demos wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist und auch häufig in der AfD als Kampbegriff gegen Pressefreiheit und freie Medien, aber auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verwendet wird, gern auch synonym mit Begriffen wie Fake News, Systempresse oder Staatsfunk. Lügenpresse existiert als antiaufklärerischer Kampfbegriff gegen eine freie, liberale Presse aber schon seit dem 19. Jahrhundert, häufig auch antisemitisch konnotiert. Auch die NS-Demagogen nutzten den Begriff vielfach als Schlagwort.

Ethnopluralismus: Rassistisches Konzept für die Wunschvorstellung nach ethnisch reinen Staaten. Eine Durchmischung von Kulturen und Völkern wird abgelehnt. Im Grund ist der Begriff eine euphemistische Verharmlosung des klassischen Rassismus, der den Begriff „Rasse“ mit Kultur ersetzt.

Fachkräfte/Goldstücke: Sowohl das Wort „Fachkraft“ als auch das „Goldstück“ wurde innerhalb der Rechten zur sarkastischen Chiffre, die immer dann herausgeholt wird, wenn eine kriminelle Tat durch einen Menschen mit Migrationshintergrund begangen wird. Die rassistische Verallgemeinerung schwingt mit, während die Kriminalitätsstatistiken über die letzten Jahrzehnte bei zunehmender Migration eher rückläufig sind.

Gutmensch/Social Justice Warrior (#SJW)/Bahnhofsklatscher: Versucht Menschen zu diskreditieren, die sich für soziale Gerechtigkeit engagieren, ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe arbeiten oder auch nur ihre zu progressive Meinung sagen. 2015 war „Gutmensch“ noch Unwort des Jahres, weil es „Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd“ darstellte oder gar „Helfersyndrom“ oder „moralischen Imperialismus“. Bahnhofsklatscher bezieht sich auf die große Hilfewelle und Willkommenskultur 2015/2016 als Menschen Geflüchtete an Bahnhöfen begrüßten und sich in der Flüchtlingshilfe engagierten.

Der „große Austausch“: Verschwörungsideologische Erzählung, dass linke und liberale Eliten systematisch versuchen, die einheimische europäische Bevölkerung durch nicht-weiße „Masseneinwanderung“ zu ersetzen. Häufig ist auch von „Ersetzungsmigration“ die Rede. Nicht selten ist dabei die Elite auch antisemitisch konnotiert. Siehe auch „Umvolkung“ und „Überfremdung“.

Kulturmarxismus: Stammt als Begriff „Cultural Marxism“ ursprünglich aus der US-amerikanischen Alt-Right-Bewegung. Taucht fast 500-mal im Manifest des norwegischen Rechtsterroristen Breivik auf und gilt als antisemitische Chiffre einer vermeintlichen „jüdisch-marxistischen Weltverschwörung“. In den USA wurden damit jüdische Emigranten der Frankfurter Schule wie Theodor Adorno oder Herbert Marcuse nach ihrer Flucht aus Nazideutschland diffamiert. Sie hätten über Amerika über Lehre, Presse und Hollywood infiltriert und seien Triebfeder für Feminismus, Bürgerrechtsbewegungen und Proteste gegen den Vietnamkrieg. Kam erstmals in den 60ern auf, ist aber seit den 90ern als abwertendes Schlagwort gegen alles „Woke“ auch hierzulande weit verbreitet.

Globalisten/globalistische Elite: Mithilfe der Verschwörungserzählung um Globalismus suggerieren extrem Rechte gerne ein weltweites Wirken angeblicher dunkler Mächte, die im Hintergrund die Strippen ziehen. Die wurzellosen Globalisten werden im Gegensatz zum Volk definiert und wollen mal zwangsimpfen, mal enteignen oder versklaven. Die verkürzte und verschwörungsideologische Elitenkritik ist nicht selten auch antisemitisch konnotiert durch Feindbilder wie den Philanthropen und jüdischen Milliardär George Soros, den Viktor Orbán schon 2013 in seinen Wahlkämpfen dämonisiert hat und der angeblich den mit einem „Soros-Plan“ und der „Flüchtlingskrise“ den „Bevölkerungsaustausch“ plane. Manchmal planen die Globalisten auch eine „Neue Weltordnung“ („New World Order“/„NWO“) oder den „Great Reset“, jedenfalls wollen sie nationale und kulturelle Identitäten auslöschen. Manche wollen auch gleich „Welteinheitsmenschen“ heranzüchten. Häufig sind am Ende dann einfach mal wieder „die Juden“ schuld. Ist auch anschlussfähig an die alte NS-Ideologie von der jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung. Ähnliche verschwörungsideologische Erzählungen spinnen sich auch um die „Atlantikbrücke“, „Bilderberger“, die Familien Rockefeller und Rothschild, Freimaurer und Illuminaten oder gleich „die Finanzoligarchie/Hochfinanz/Wall Street“.

taz lesen kann jede:r

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

101 Kommentare

 / 
  • Es ist einiges komplexer, als das mit einer Checkliste wie dieser abzuhandeln. Man wird immer hinterherdackeln, um die Liste auf dem aktuellen Stand zu halten. Und dann? Reizwort gefallen, Gegenüber einsortiert bzw aussortiert? Oder eine Art Scoring-System, 4 Reizworte gefallen, 70% rechts? In vielen Fällen wird man das Gegenteil erreichen, kann sich aber gut fühlen, wenn es für mehr nicht reicht. Dieser Ansatz hat schon bisher weniger als nichts gebracht. Gerade bei älteren Familienangehörigen, die grundsätzlich andere Positionen vertreten, aber auf Manipulationen hereinfallen, weil ihre Medienkompetenz nicht ausreicht. Es begegnen einem scheinbar mühelose Kombinationen zwischen sich ausschließenden Werten wie etwa behauptete christliche Nächstenliebe und Feindseligkeit ggü. Asylbewerbern. Es ist interessant, dass Rechtsextremismus sehr oft mit konservativen religiösen Vorstellungen einhergeht. Überhaupt kein Widerspruch, gottgegeben oder nicht, beides beansprucht eine dominante Position und Privilegien, das Recht des Stärkeren. Exakt wie die Neoliberalen.

    Da entlang lässt sich eher etwas herausfinden.

  • "Linksgrün" und "Systemling(e)" fehlen in der Aufzählung. Ansonsten passt es schon.

  • Sprache ist immer kontextabhängig. Bei einzelnen Begriffen wie "großer Austauch" oder "Schuldkult" würd ich ja noch mitgehen. Aber ingesamt macht sichs der Autor hier viel zu einfach. Die simple Auflistung und einseitige Interpretation von Begriffen als politische Codes, sind eigentlich ein Musterbeispiel für die urdeutsche, pedantische Setzkastenmentalität, die man doch eher rechts verorten würde.

  • Ich kann es gut nachvollziehen, dass v.a. DDR-Sozialisierte mit derartigen Listen so ihre Schwierigkeiten haben (ich selbst gehöre nicht dazu) … hier in der Kommentarspalte ist ja auch schon der Begriff „Sprachpolizei“ gefallen.

  • Ich kann dem Beitrag absolut nichts abgewinnen - ich halte ihn für substanzlos und überflüssig.

    Ich selbst benutze einige der gelisteten Begriffe und kenne Personen, die dies ebenfalls tun. Alle (mir inklusive) sind definitiv nicht rechtsdenkend (geschweige denn rechtsradikal), nicht mal konservativ. Die Behauptung des*der Autors*in, mit diesen "Codes" (es sind mehrheitlich sich selbst erklärende Begriffe), Rechtsextreme entlarven zu können, ist demnach schlichtweg falsch - und auch gefährlich (geistige Brandstiftung - um einen weiteren verdächtigen Begriff zu verwenden).

    Zum Mitdenken: Sind Markus Söder und die CSU rechtsradikal (mit beiden habe ich nichts am Hut, aber die Beispiele bieten sich an)?

    „Die Grünen leben in einer Fantasie- und Verbotswelt. […]. Die Mehrzahl der Deutschen will einfach in Ruhe & Frieden leben und nicht von Wokeness und Cancel Culture genervt werden. Die Deutschen sorgen sich weniger um Political Correctness und um eine Genderpflicht, sondern um Inflation, Heizkosten und Strompreise.“ (Söder)

    „Ich lasse mir meine Bratwurst nicht wegnehmen.“ (Söder

    Zudem hat Bayern (das gesamte Parlament!) 2024 die "Gendersprache" in Behörden und Schulen verboten.

  • Bemerkenswert widersprüchlich ist der Begriff "Souverän" in dieser Sammlung.



    Was soll an der Abhängigkeit von Ausbeutung, Lügen über die eigene Vergangenheit und dem Anspruch auf Überlegenheit durch Wohlstandschauvinismus und Rassismus souverän sein?

    • @aujau:

      Dafür dass sie ständig mit Buchemfehlungen um sich werfen haben sie aber nicht wirklich aufmerksam gelesen.



      Die Rede ist von der VT wir wären nach wie vor Besatzungszone der Amis und hätten keine Souveränität. (Ich weiß dass es bestimmte Abhängigkeiten gibt. Aber nicht in den dann beschriebenen Maßen.)



      Es geht also um fehlende Souveränität Deutschlands. Und das ist - wie das meiste rechte Gelaber - Quatsch. Leider gefährlicher. Deshalb ist es wichtig bei sowas aufzuhorchen.



      Also soweit mein Verständnis.



      Wo ihr letzter Absatz herkommt bleibt ihr Geheimnis. Diese Probleme bestehen weltweit und überall.

  • Wenn ich mir Bundestagsitzungen ansehe, erkenne ich rechte Sprache daran, dass einer und ausnahmsweise mal eine von "denen" den Mund aufmacht - egal, ob bei Reden oder Dazwischenpöbeln.

  • Warum fällt es so vielen der Kommentatoren schwer den Inhalt zu erfassen.



    Die Schlagworte sind nur Beiwerk. Der Artikel beschreibt in welchen Kontext diese eher von rechts benutzt werden.



    Schenkt den Nazis doch nicht neben Farben und Symbolen auch noch Wörter.



    Denn es seid ihr die postulieren das bestimmte Worte allein schon rechts wären (was der Autor nirgends schreibt).

  • Danke für diesen Artikel!



    Dass einige Anregungen diskussionswürdig sind, zeigt die kommune.



    Gerne mehr davon!



    Ich verkehre zu wenig in rechten Kreisen um bei Codes wie "18" "88" etc. auf dem Laufenden zu sein.



    Artikel zur rechten Mode und den entsprechenden Firmen wäre auch interessant, da gibt es bestimmt viel neuen Sch... , der mir noch unbekannt ist.



    Letztlich wären natürlich auch Argumtationen der Rechten zu entlarven, mal ein schöner Beitrag.



    Ich bin da manchmal sprachlos ( vor Entsetzen!).



    Vor Jahren landete ich mal bei einem Stand für Palästina, der sich als rechtsextrem entpuppte. Neben der Aktualität fände ich Beiträge zu dieser Art Übernahmen und Umdeutung spannend.



    Die Geschichte um das Wort "Remigration" ist ja weniger erfreulich. Die Tatsache, dass die "afd" es jetzt benutzt, sollte die in Teilen falsche Berichterstattung vor einem Jahr nicht in Vergessenheit geraten lassen.



    Wer Begriffen wie "Lügenpresse" keine Munition geben will, muss Fehler klar benennen und Aufarbeiten.



    Bis dahin - vielen Dank für die Mühe!

  • "Altparteien", bezogen auf CDU, CSU, SPD und FDP, stand mehrmals im Bundestagswahlprogramm der Grünen von 1987 ( www.boell.de/sites...sion1=division_agg ).

    "Lügenpresse" wurde auch von Linken in Bezug auf die bürgerliche/kapitalistische Presse vielfach verwendet.

    "Gutmensch": Ich erinnere an das 1994 erschienene "Das Wörterbuch des Gutmenschen : zur Kritik der moralisch korrekten Schaumsprache" von Klaus Bittermann und Gerhard Henschel. Das war Kritik von links, nicht von rechts.

    • @Budzylein:

      Und sprachliche Kontexte und Bedeutungen ändern sich nicht, schon klar! Sie bringen da die in etwa oberflächlichste Entgegnung vor, die es gibt.

  • Wer Spaß haben, kann mal den Begriff "Fachkräfte" mal in der Suchfunktion der taz eingeben.

    Spätestens alle zwei Tage kommt in der taz ein Artikel, in der dieser Begriff scheinbar neutral benutzt wird.

    Gut, dass Herr Joswig mich darauf hinweist, dass die taz Rechte Codes benutzt und offensichtlich zu einer rechten Zeitung mutiert ist.

    Ohne den Autor hätte ich das gar nicht bemerkt.

    • @rero:

      Den Begriff "Fachkräfte", wenn "nichtbiodeutsche" Leute mutmaßlich Straftaten begehen, hab ich von Kollegen paarmal gehört.

      • @Hugo:

        Ich kenne die ironisierende Verwendung auch.

        (Ironie ist in der politischen Auseinandersetzung die Waffe der Machtlosen)

        Die Frage ist nur, ob ein Code entsteht, obwohl der Begriff in der originären Bedeutung weiterhin Verwendung findet, z. B. massiv in der taz.

        Ich würde die Frage - anders als Herr Joswig - mit Nein beantworten.

  • Neu sind diese Codes und Chiffren freilich nicht … aber es ist eine nützliche Liste, die man seinen Enkeln posten kann, damit die den politischen Überblick behalten.



    Oder seinem rechts angehauchten Schwiegersohn, damit der mal was zum Nachdenken bekommt bzw. Ärgern, weil man ihm auf die Schlichte gekommen ist.



    Eine Frage hätte ich dann aber doch: im Zusammenhang mit CDUCSUFDPGrünen spreche ich ja gern von „Establishment“, einfach um das AfD-konnotierte „Altparteien“ zu vermeiden. Ist das schon rechte Sprachregelung?



    Oder wie sonst soll ich meine linke Systemkritik artikulieren?😉

  • Na gut das sind ja nun aber teilweise schon lange und vor allem allgemein bekannte Beispiele, die ja teilweise auch kein Code sind, sondern schon im Namen sagen was gemeint ist. Viel wichtiger wäre es eventuell sich mit dem sogenannten "dog- whistling" auseinander zu setzen, denn das ist doch teilweise viel schwieriger zu erkennen.

  • Bei manchen Begriffen (Kartellparteien oder Großer Austausch) gehe ich mit aber ein guter Teil dieser Begriffe wird bis weit in die Mitte der Gesellschaft, von politisch völlig unverdächtigen Personen, verwendet.

    Zudem sind einige Begriffe auch solche (Wokeness, Globalisten, Souveränität oder Political Corectness), die linke Kampfbegriffe waren, deren Deutungshoheit einem dann aber entglitten ist.



    Von daher ist eine vermeintlich rechte Vereinnahmung, bei diesen Begriffen, nur dann nahezulegen, wenn man den politischen Wettstreit als Machiavellistischen Kampfveranstaltung ohne höhere Prinzipien versteht.

    • @Julius Anderson:

      Was man gerade an den auch völlig unverdächtig benutzten Wörtern lernen kann: Sprache ist nicht immer eindeutig. Je nach Kontext, je nach Betonung kann das selbe völlig unterschiedliche Bedeutungen haben – Sarkasmus ist genau ein Stilmittel, das diese Uneindeutigkeit benutzt. Und dessen sollte man sich eben bewusst sein, dass gerade in einem politischen Kontext nicht nur die jeweils erste Duden-Definition eines Wortes entscheidend ist, sondern man auch Aufmerksamkeit darauf haben sollte, was vielleicht verschlüsselt mit gemeint ist.

    • @Julius Anderson:

      Da die Stoßrichtung vor allem rechtspopulistischer Bewegungen meistens eine klare Betonung auf Machtverteilung (statt sachpolitischer Dialektik) hat, ist der Begriff "Machiavellistische Kampfveranstaltung" von dieser Seite durchaus treffend: Macht zu erlangen ist dort weitgehend mehr Zweck als Mittel, und ihre Erringung wird auch als Kampf verstanden (vgl. das treffend benamste Standardwerk zu dem Thema von einem gewissen A. Hitler). Und zu einem solchen Programm gehört eben auch Demagogie, hier speziell die Diskurssteuerung über ideologisch aufgeladene Schlagworte.

      Es wäre allerdings ein Irrtum zu meinen, diese Art der politischen Auseinandersetzung fände sich exklusiv für rechts der Mitte...

    • @Julius Anderson:

      Da haben Sie einen Punkt. Beispiel: aus linker GLOBALISIERUNGS-Kritik, die Kritik an der ökonomischen Vorherrschaft einiger weniger weltweit agierender Großkonzerne, an deren sozial ausbeuterischen und ökologisch schädigenden Praktiken formulierte, wurde rechte GLOBALISMUS-Kritik, die eine verschwörungstheoretische Erzählung von der Vorherrschaft vermeintlich verdeckter Eliten in den Vordergrund stellt, deren Ziel die kulturelle Homogenisierung der Menschheit beinhaltet (letztendlich kann das wieder auf Antisemitismus hinauslaufen, muss es aber zwangsläufig nicht). Prominentes Beispiel dafür sind Trump und seine MAGA-Bewegung in den Staaten.



      Die internationale politische Rechte scheint damit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: 1. dominiert sie inzwischen den politischen Diskurs, 2. verursacht sie damit bei vielen Linken system- und ideologiekritische „Beisshemmungen“, da man -(von den Apologeten des Neoliberalismus) bloß nicht in die Nähe der Rechten gerückt werden möchte.



      Darin sehe ich auch einen wesentlichen Grund, weshalb aus den Reihen der Linken heutzutage so wenige kritische Beiträge zur globalen Polykrise kommen.

  • Ich habe in einem amerikanischen bookstore einmal ein Buch aus der McCarthy Ära in der Hand gehabt. Thema: Woran du einen Kommunisten erkennst. Das ist mir bei der Lektüre dieses Artikels in den Sinn gekommen.

  • Hm ... komische Liste. Es gibt dort primär rechte, geschichtsrevisionistische Wortschöpfungen ("Schuldkult"). Es gibt primär neutrale Begriffe, die aber inzwischen klar in einem bestimmten Sinne von rechtsaußen besetzt sind und deshalb zu Recht im aufgeklärten Diskurs gemieden werden ("Remigration"). Es gibt polemische Kampfbegriffe, die an sich kaum als rechts bezeichnet werden können, die aber eine Herabwürdigung und Pathologisierung Andersdenkender beinhalten ("Genderwahn", "Klimahysterie"). Ähnliches gab/gibt es auch von Mitte-Links ("Klimaleugner", "Coronaleugner", "Schwurbler"). Da sollte man von allen Seiten verbal abrüsten. Schließlich gibt es auf der Liste auch noch das Gegensatzpaar "Souveränität" und "Globalismus", das sich m.E. einer Links-Rechts-Schablone völlig entzieht. Verwiesen sei auf das Buch "Globalisten. Das Ende der Imperien und die Geburt des Neoliberalismus" von Quinn Slobodian. Der Autor ist nun wahrlich nicht rechts, vielmehr u.a. ein kluger, analytischer Kritiker der libertären Neuen Rechten.

    • @Kohlrabi:

      Im linken Kontext hieß das mal „Globalisierungs-Kritik“ und das war natürlich in einem ganz anderen Zusammenhang konnotiert als die rechte Wortschöpfung „Globalismus“, die ja etwas ganz anderes meint. Ähnlich verhält es sich wohl mit dem Begriff „Souveränität“, der im anti-imperialistischen Kontext der Dekolonisierung etwas gänzlich anderes beinhaltete als wenn Rechte heute davon sprechen.



      Da muss man schon böswillig unterwegs sein und bewusst die Begriffe vermengen, um Linken irgendwie eine Nähe zu rechten Ideologien zu unterstellen (Hufeisen lässt grüßen) - oder man hat sich halt nicht sehr eingehend mit linker Theoriebildung beschäftigt.



      Ja, und vielleicht haben Autoren wie Slobodian auch nur zur allgemeinen Begriffsverwirrung beigetragen - werde das Buch auf Ihre Empfehlung hin aber mal lesen.😉

      • @Abdurchdiemitte:

        Seit kurzem gibt es auf Englisch von Slobodian auch die Fortsetzung zur jüngeren Ideengeschichte. Mit einem schönen Buchtitel:

        press.princeton.ed...aJSFm8y4btUEho1cr4

  • Der Artikel - die angezogenen Worte/Begriffe erinnern mich an die Aufklärung durch meinen ältesten Sohn (*78) über Dresscodes & deren feinen Unterscheidungen an seiner Penne.



    Ich zum Ausgleich (Abi 66;): - den grünen Ledermantel (copy - SD/SS-Mantel**schwarz -) trotz spitzester Schuhe der Schule & ns-lockenverpönt!***vulgär “Nimm Fit un diin Hoor sit!“ in Wahrheit Brisk •



    & Däh - you made my day of Absurdistan 🙀🥳



    Geradezu wunderbra aber der Chor der Abwiegler** im around - das hat MMW-Niveau & selten so gelacht! Danke - so viele getroffene 🐩🐩🐕‍🦺🐕‍🦺🐕🐕🐶🐕 - sind selten! Woll

    unterm—



    ** 🧥den - der Uniformscheider von Hitler - Hugo BoSS sich nicht entblödete - leicht geil aufgehübscht & jetzt naturellement in ◾️



    Wieder in die Kolonne zu werfen! Gelle



    &



    ***NS - meine was älteren Cousins - rothaarige Lockenstrieße vom Feinsten - holten am Anhalter Bahnhof ihren Ollen ab: der ob der komplett vereisten Kletschhaare nicht wußte ob er lachen oder weinen sollte:



    im 🐽 🐽galopp nach Hause!



    & mit Harry Rowohlt “…etwas 🎶 🎶 - wa



    Marius - abgefahrener alter Schnee☃️ laß gehn



    www.youtube.com/wa...ZXN0ZXJuaGFnZW4%3D

    Na Mahlz…

  • Wieso will man mir vorschreiben welche Worte ich nicht benutzen soll, weil man sonst rechts sei. Was für ein Blödsinn.

    • @Hans Dampf:

      Sie sollten dringend an Ihrem Textverständnis arbeiten.

    • @Hans Dampf:

      Mit Verlaub - 👓 Fielmann?



      Wer macht sojet denn? Lesen hilft! 🙀🥳🧐



      (always at your servíce - vllt liegt‘s auch am out of control 🛑 Druck im Kessel?!



      Hans, bleib dou · Frankenbänd - 🎶🎶🎶🎶🎶



      www.youtube.com/wa...d2V0dGVyIHdpcmQ%3D

  • Ok, die Chiffren kennen wir jetzt - und nun?

    • @SalzDerErde:

      Nach dem kennen kommt das Erkennen. -



      Oder einfach weiterpennen.

  • Als nächstes kommt die Euphemistische Tretmühle: wenn eine Lautreihenfolge genügt diskreditiert ist, muss man sie vermeiden und etwas anderes sagen, um sich ohne Anstoß zu erregen noch ausdrücken zu können. Dieses neue Wort wird wiederum vom politischen Gegner in ungünstigem Zusammenhang gebraucht, bis ein weiteres Wort gefunden werden muss.

  • Danke für das Vokabeltraining, ich habe mich mal rangesetzt und das bekannte rechte Magazin "Sezession" aufgeschlagen. Deren Chefideologen wie Benedikt Kaiser und Götz Kubitschek verwenden in ihren neuesten Artikeln leider keine dieser Vokabeln, Kubitschek nennt aber in einem Deutsch, dass sicher so ähnlich auch in der FAZ wiederfindet Carl Schmitt, den NS-Juristen der den politischen Ausnahmezustand rechtfertigte.

    Ich finde es wichtig, dass gegen unterdrückerische Verhältnisse selbst und ständig angegangen wird, aber der Pessismusmus der sich aus so einer Liste an Begriffen im Artikel speist, wird leider nicht klarer umrissen, die Erwartungen die damit einhergehen auch nicht.

  • Ich hatte bisher immer den Eindruck, dass "woke" die stolze Selbstbezeichnung der Woken ist. Gilt das nicht mehr?

    • @Winnetaz:

      Schon lange nicht mehr. "Woke" kam hier mit der Black Lives Matter Bewegung kurzzeitig auf und ist bei Linken und Antirassisten ganz schnell wieder verschwunden. Der Begriff wird ausschließlich von Rechten benutzt um andersdenkende zu deskreditieren.

      • @Andreas J:

        Das ist schlicht falsch. Der Begriff stammt aus der US Bürgerrechtsbewegung und ist wesentlich älter als die BLM Bewegung. Und bevor der Begriff überhaupt von Rechten aufgegriffen und abfällig verwendet wurde hab ich "stay woke" und "wokeness" schon jahrelang in der linken Szene wahrgenommen. Und im Netz sind immer noch unzählige Klamotten mit diesem Aufdruck zu finden, die explizit nicht für Rechte gemacht sind.

      • @Andreas J:

        Nein, mit dem Begriff werden von Rechten nicht einfach nur Andersdenkende bezeichnet.

        Er hat schon noch eine inhaltliche Definition.

        Die deckt sich weitgehend mit der linken Selbstbezeichnung.

        Der Begriff spiegelt nur so dermaßen gut eine gewisse Borniertheit, dass er Linken schnell peinlich wurde.

        Die Rechten und auch andere behalten diesen Begriff einfach bei, weil die Borniertheit für sie ein wichtiger Kritikpunkt an dieser Gruppe ist.

        • @rero:

          Ich bin ehrenamtlich in afrikanischen Verbänden und Vereinen tätig. Selbst die jungen Aktivisten haben sich nicht als woke bezeichnet. Was sie als Borniertheit abtun ist das Selbstbewusstsein und die Vehemenz mit der Black Lives Matter den Rassismus in unserer Gesellschaft angesprochen hat. Der Begriff woke fand in den Medien und bei jenen die sich angegriffen fühlten mehr Beachtung als bei den Aktivisten selbst.

  • … und auf welchem Amt melde ich das dann, wenn ich z.B. bei meiner Frau oder bei meinem Nachbarn so einen Code entdeckt habe? Einwohnermeldeamt? Sprachpolizei? Diese Information fehlt mir hier noch!



    Leute, Leute, bis gerade eben habe ich die TAZ in eine doch niveauvollere Schublade gesteckt als so manch anderes Medium. Aber dieser "Artikel" lässt mich vom Glauben abfallen! Abgesehen davon lässt es tief blicken, wenn der Autor und die Redaktion scheinbar glaubt, dass ich eine entsprechende "Anleitung" brauche.

    • @Demokratischer Segler:

      Sie müssen ihn nicht unbedingt melden. Aber wenn ihr Gegenüber einen dieser Begriffe, Entschuldigung: Codes verwendet, wissen Sie, dass er nicht zu unserem Team gehört und sollten die Unterhaltung schnell abbrechen und die Party verlassen.

      • @rs1000:

        Nur weil jemand mittlerweile allgemein gebräuchliche Wörter wie Woke, Islamisierung, Cancel Culture oder Fachkräfte gebraucht, soll ich nicht mehr mit ihm reden? Toller Tipp...vielen Dank dafür!

        • @WederLinksNochRechts:

          Guten Morgen WLNR



          Dass das Wort „Islamisierung„ mittlerweile zu den allgemein gebräuchliche Wörter gehört, ist das Problem.



          Wenn mein Opa 88 Jahre alt wird und ich ihn zwei achtförmige Kerzen auf die Torte packe, ist es kein Problem. Wenn jemand sein Auto anmelden möchte und unbedingt die 88 auf seinem Kennzeichen sehen möchte, kann man evtl. davon ausgehen, dass er kein Problem mit Onkel Adolf hat und damit „Heil Hitler“ symbolisieren möchte.

          Grus



          Roberto

    • @Demokratischer Segler:

      Schon über die Demokratie hinweg gesegelt oder warum nehmen sie den Artikel so persönlich? Das sind alles gängige Formulierungen / Codes von Rechten die man kennen sollte, um einordnen zu können worum des geht.

    • @Demokratischer Segler:

      Ich bin mir ziemlich sicher, der Autor hat den Artikel nicht für Sie persönlich geschrieben. Sie brauchen niemanden zu denunzieren. (Das macht vor allem die AfD mit Lehrern.) Sie sollen nur hellhörig werden, wes Geistes Kind jemand ist.

      Ich fand die Liste ziemlich gut. Füge hinzu "Sprachpolizei".

    • @Demokratischer Segler:

      Es geht hierbei nicht ums denunzieren. Aber hoffentlich lesen Betreffende von ihren Phantasien.



      Soviel zum Thema Niveau ihrerseits.



      Vielleicht sollten Sie vom Glauben abfallen irgendwie Besser zu sein und zum Wissen wechseln das niemand vollkommen ist.



      Dann erkennen Sie vielleicht, dass Artikel die solche Chiffren erklären (mitsamt Kontext) für Einige ganz nützlich sein könnten und die taz nicht ausschließlich für Sie schreibt.



      Meine Güte...

    • @Demokratischer Segler:

      Verstehe das Problem nicht?

      Der Artikel ist lediglich eine Übersicht der geläufigen Schlagworte, was ist daran nicht "niveauvoll"? Leuten, die sich damit auseinandersetzen, sind wahrscheinlich die meisten davon bekannt, so anscheinend auch dir. Anderen aber vielleicht nicht. Wieso triggert dich das so?



      Aber vielleicht hast du ja auch noch inhaltlich begründete Kritik an dem Artikel.

    • @Demokratischer Segler:

      Danke, schließe mich an. Das geht mir hier auch entschieden zu weit in Richtung Gesinnungsschnüffelei und "Markierung", die in anderen Kontexten hart kritisiert wird.

      • @Vigoleis:

        Ich krieg so nen Mist mit obigem Vokabular im realen Leben immer ungebeten serviert, meistens im Zeitbereich meiner Lohnknechtschaft. D.h. ich brauch noch ned ma zu schnüffeln und markieren. Wenn ich da an die Zentrale in Frankreich Meldung machen würde, könnten die die aufgekaufte Niederlassung hier dichtmachen...

  • da sind aber einige Begriffe drin, die von allen politischen Richtungen genutzt werden. Hier das nur den rechten zuzuordnen ist falsch. Jetzt anzufangen gewisse Wörter zu verbieten halte ich für falsch

    • @Marcelo:

      Da steht nichts von einem Verbot. Die Aufzählung dient nur dem Verständnis, weil diese Vokabeln halt häufig ohne hinreichend Zusammenhang verwendet werden, als dass Uneingeweihte sie eigenständig entschlüsseln könnten. Etwas sofort verbieten zu wollen, wenn es einem nicht in den politisch korrekten Kram passt, ist zwar "typisch Cancel Culture" (;-)), aber hier ganz klar nicht mal impliziert.

      • @Normalo:

        nein nicht direkt gesagt, kann man aber in direkt so auffassen. was gewollt ist mit diesen Artikel kann man so oder so sehen. Für mich ist es ein Aufruf diese Wörter nicht mehr zu nutzen und somit ein Verbot gleichzustellen. Sonst braucht man diesen Artikel erst gar nicht schreiben

        • @Marcelo:

          Sie können die Worte ruhig nutzen, niemand verbietet das. Es geht darum aufzuklären was damit gemeint ist. Wem das stört zeigt wessen Geistes Kind er ist.

        • @Marcelo:

          Sehe ich genau nicht so. Zu wissen, was Leute, die nicht so denken wie man selbst, meinen, wenn sie bestimmte Worte verwenden, hat nichts mit dem eigenen Sprachgebrauch zu tun. Aus der bloßen Erklärung dieser Zusammenhänge ein Verbot zu lesen, dürfte eher dem Klischee vom stets mit moralinsauer erhobenem Zeigefinger predigenden linken Journalisten entsprechen (das die Rechten sicherlich gerne pflegen), als dass es sich aus dem Text ergäbe. Man kann völlig unterschiedliche Schlüsse daraus ziehen - z. B. jene, die KEINE reinen Kampfbegriffe sind, ERST RECHT zu verwenden, nur halt erkennbar nicht mit der chiffrierten Bedeutung, die die Rechtsaußen da reinraunen wollen.

    • @Marcelo:

      Aha, und welche Begriffe sind das?



      Von Verbieten steht da auch nichts.

    • @Marcelo:

      Ich habe z.B. das Wort Altpartei auch schon verwendet, als Gegensatz zu den beiden neuen.

      "Demokratisch" finde ich unpassend, denn bei den Opportunisten der Parteieliten sehe ich das persönliche Machtstreben vor demokratischen Grundprinzipien angesiedelt.

      • @Sonntagssegler:

        Macht wollen alle haben, egal welche Partei

    • @Marcelo:

      Niemand verbietet Wörter.

      Aber manche Wörter signalisieren, dass deren Benutzer eher rechtsextrem als bürgerlich ist.

      • @fhirsch:

        "Niemand verbietet Wörter.



        Aber manche Wörter signalisieren, dass deren Benutzer eher rechtsextrem als bürgerlich ist."



        Was eben bedeutet, dass die Verwendung 'falscher' Wörter deren Benutzer - womöglich ohne dass er's weiß - in eine Schublade bugsiert. Demnach ist anzuraten, diese Wörter zu vermeiden - was einem Verbot gleichkommt.



        Ist halt eben mehr 'Schöne neue Welt' als '1984', im Endeffekt aber dasselbe...

        • @Encantado:

          Dann vermeiden Sie's halt!

          Ich sage ja auch nicht: "Ich habe heute ein Pandababy ermordet." Erstens, weil's nicht stimmt, zweitens, weil mein Ruf sonst dahin wäre. Hat mir jemand verboten, das zu sagen? Nein. Fehlt mir deswegen irgendwas? Nein.

          Was ist Ihr Problem?

        • @Encantado:

          Man trägt schon Eigenverantwortung für das was man von sich gibt. Sie relativieren rechten Sprachgebrauch.

    • @Marcelo:

      Niemand spricht von Verbieten (es gibt die AFD also woraus schließen sie das "rechts" verboten wäre. Es darf jeder bis zu einen gewissen grad ein schlechter Mensch sein - das ist natürlich nur meine Meinung) und es wird der Kontext erklärt.



      Man sollte vor dem Bewerten mehr als die Überschrift und Schlagworte lesen...

    • @Marcelo:

      Wo ist hier die Rede von verbieten? Der Artikel liefert eine (vielleicht meinetwegen etwas schnippisch) kommentierte Einordnung der Verwendung von einschlägig verwendeten Begriffen, nicht mehr nicht weniger.

      Einen Verbotsantrag sehe ich hier nirgendwo. Wenn man die Kommentierung nicht überzeugend findet und Begriffe davon ungerecht denunziert findet, kann man darüber diskutieren (scheint unten in den Kommentaren auch zu passieren). Dabei ist zu bedenken: dass einige der Begriffe auch ganz unschuldig verwendet werden können, macht ja gerade einen Teil des Reizes dieser Codewörter aus (so wie die Maga-Crowd bei "go Brendan" ihr Wasser halten konnte).

  • Gute und übersichtliche Einordnung! Könnte man eigentlich als beständiges Dokument bereitstellen, dass immer wieder um neue Begriffe aktualisiert wird. Solche Begriffe nutzen sich ja einfach sehr schnell ab.

  • Es wäre gut, wenn man einige der Begriffe einfach umdeutet und damit entschärft. Hier ein paar Vorschläge, wie ich sie auch teilweise nutze:

    Cancel Culture:



    Auftritte, Ausstellungen, etc. werden abgesagt, aufgrund von Angst vor rechten Übergriffen

    Genderwahn:



    "gendern" nicht als Begriff für Binnen-I, sondern dafür, dass überall die Zuordnung eines sozialen Geschlechts erwartet wird. Für mich Paradebeispiel: Modeabteilungen für Kinder, Spielzeugabteilungen für Kinder - "Junge oder Mädchen?" DAS ist der wahre Genderwahn!

    to be continued...

    • @Ringsle:

      Stimmt, das ist eigentlich eine viel naheliegendere Interpretation von "Genderwahn". Der Begriff "Gendern" für Versuche von geschlechtergerechter Sprache ist ja sowieso eine Fehlbenennung, gendern machen Sprachen wie Deutsch von allein. (Zur Sinnhaftigkeit von konkreten Sprachpraktiken - oder inwiefern das eine Priorität darstellt - kann man verschiedener Meinung sein, es ist sehr bedauerlich, dass die Diskussion darüber vollkommen ideologisiert geworden ist. Und zwar spätestens in den letzten 10 Jahren mE in erster Linie durch eine lautstarke Teilmenge derer, die sich in ihrem Leben gestört fühlen, wenn sie ein :innen hören/lesen müssen.)

  • Weiterhin ist es wichtig, rechtsextreme Codes über die Kleidung oder den Musikgeschmack zu erkennen. Von mir aus auch über das Autokennzeichen.



    Thor Steinar ist der Klassiker unter Markenkleidung, Hugo Boss ist ebenfalls bei Rechten beliebt, weil Boss im Dritten Reich Hitlers Armee bekleidete. Doch auch unscheinbare Marken, wie Hilfiger, enttarnen Hipster-Nazis.

    Und man muss nicht tief in der Plattenkiste wühlen, um obskuren Rechtsrock oder -metal zu finden. Auch Oi! muss nicht bemüht werden, um vielleicht 7-8 Nazis zu erkennen. Wer trotzdem wissen will, dem sei dieser Link hilfreich: www.belltower.news...iedermacher-50842/

    Viel besser ist es, den "Mainstream" zu durchforsten, mit Bands, die (im Gegensatz zu obigen Link) ihre politische Richtung verheimlichen, und trotzdem Massen an Rechts für sich gewinnen. Die Onkelz tun das seit Jahrzehnten, frei.wild macht es ihnen nach und dann gibt es da noch das norwegische Projekt "Burzum" von Varg Vikernes. Die Codes können durch Bandshirts und Autoaufkleber sichtbarer werden.

    Achja, wer seinen Videospielcharakter "Varg" nennt... ich will ja nur sagen... das ist ein weiterer Code.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Meine Business-Socken sind alle von Hilfiger (gab's mal als Großposten im Angebot). Bin ich jetzt rechts?

      Das mit der Musik kann ich ja noch nachvollziehen, aber was soll es helfen, "unauffälige" Modemarken als "bei Rechten beliebt" zu brandmarken? Die sind doch genau deshalb "unauffällig", weil sie eben weitestgehend NICHT aus Zugehörigkeitsgefühl zur rechten Szene getragen werden - und daher auch nicht als Erkennungszeichen taugen.

      • @Normalo:

        Bei den Strümpfen unterm Anzug sieht mer vermutlich ned des schwarz/rot/weiße Logo, also ned bei nem Coburg-Besuch zu Pfingsten die kurzen Hosen anziehen *lol*.



        Die "Musiktips" von Troll E. sind mit Vorsicht zu genießen; die BO sind alt und haben sich zumindest glaubwürdig distanziert; Freiwild liegen auf Eis und ob mer bei nem "Varg" in Videospielen zwingend den Bezug zu dem Typen nimmt, der den Wolfsbegriff auch benutzt hat; Hm, nuja.

      • @Normalo:

        www.belltower.news/kleidung-51336/

        Der Stil wandelt sich einfach. Früher Bomberjacke, heute Hilfiger-Poloshirt. Klar, taugen solche Klamotten nicht als Erkennungszeichen, das macht es ja so gefährlich, und es gilt mehr denn je, ein wachsames Auge zu haben, wenn Neonazis es wagen, sich unter die Leute zu mischen.

        Sich zu erkennen geben, und zwar so, dass auch ein Blinder mit Krückstock das erkennt, also das typische rote T-Shirt mit Hakenkreuz drauf, machen die Leute z.B. auf rechten Demos. Oder die labern in Social Media über den großen Austausch. Dann ist es aber a) schon zu spät und b) der Großteil der Neonazis bleibt fern und fröhnt weiter ein unauffälliges Leben, welches versierte Antifaschisten enttarnen müssen.

        • @Troll Eulenspiegel:

          Es wird halt beliebig. Übertrieben formuliert: “Nazis benutzen neuerdings ganz oft nicht-braunes Klopapier, meist auch noch die auch bei Demokraten beliebteste dreilagige Variante - diabolisch!“

          Ist es nicht sinnvoller, sich auf Eigenschaften und Codes zu konzentrieren, die wirklich etwas unterscheidbares aussagen? Ich meine, wenn mir Einer was von Überfremdung, Genderwahnsinn und der großen Verschwörung reintextet, schau ich doch nicht auf die Klamotten und denke "Ah, kein Thor Steinar. Dann muss der ja in Ordnung sein." - und dann, hoho, hat der mich sauber reingelegt, denn es war Boss...

          Man kann das "Profiling" auch übertreiben.

    • @Troll Eulenspiegel:

      "Von mir aus auch über das Autokennzeichen." Außer den einschlägigen Codes, die ohnehin fast alle verboten sind, würde ich die meistens gar nicht erkennen. Und wenn ich aus Unwissenheit unglücklicherweise so ein Code in meinem Kfz-Kennzeichen habe, ist meine Windschutzscheibe dann zum Einschlagen freigegeben? Ohne sich zu vergewissern? Zu etwas anderem wäre diese Information dann nichts nütze? Oder wie darf man das verstehen?



      Bitte Vorsicht mit solchen auf reinen Verdacht basierenden Vorverurteilungen.

  • Ok, wenn ich in einen Gespräch sage: Das liegt in der Souveränität von xyz.



    Ist das also rechts?



    Wenn man sagt: Islamisierung ist ein Problem = rechts?



    Globalisten/globalistische Elite? (Sind Linke dann Rechts?)



    Jeder Artikel über "Fachkräfte" = Rechts?



    Klimahysterie/Ökodiktatur ?

    Du meine Güte..... Auf diesen Unsinn muss man erst kommen.



    Die ersten 3 solten sich von selbst erklären.



    Nun zu den anderen Punkten von mir:



    Gegen Globalisierung zu sein war so weit ich informiert bin auch bei den Linken immer eine Große Angelegenheit. Besonders wenn es um die "Eliten" ging.



    Fachkräfte: Ob man Fachkräfte sagt oder ähnliches- der Kontext muss stimmen.



    Klimahysterie/Diktatur: Nicht alle finden bestimmte Arten des Protest toll und sagen Klimahysterie.

    Es kommt wie so oft auf den Kontext an.



    Wie der Autor es eher schlecht im Artikel darstellt.



    Hier im Artikel kommt es so rüber als ob, wenn man diese Wörter benutzt gleich ein Rechter wäre, was in seinen Ausführungen auch zum Teil wieder legt wird.

    Im Gespräch mit Rechten fallen diese Wörter, aber auch folgende Wörter werden gerne benutzt:



    Stuhlbein, Messer, Jacke...

    Der Artikel ist in meinen Augen: ad absurdum

    • @Keine Sonne:

      Sie wollen es offensichtlich nicht verstehen und ignorieren den Kontext. Das sind alles in rechten Kreisen immer wieder verwendete Begriffe. Linke sprechen auch nicht von Globalisten, nur Rechte.

    • @Keine Sonne:

      Zu den Stichwörtern werden Kontexte und Verwendungsweisen skizziert. Die sind aber nicht bei allen nötig. "Islamisierung" z.B. sagt niemand, der nichts rechts ist. Für "Globalisten" gilt das genauso. Ganz zu schweigen von "Klimahysterie".

    • @Keine Sonne:

      Ich benutze auch das Wort "Souveränität". Fühle mich aber nicht angesprochen, und kann somit kontextualisieren und differenzieren.

      Fremdenfeindliche Menschen, also alles außerhalb No Borders No Nations, fühlen sich jedoch angesprochen oder argumentieren so, wie wenn ihnen das Wort weggenommen werden soll. Getroffene Hunde. Diese Defensivhaltung entlarvt.

    • @Keine Sonne:

      Es kommt wie immer auch auf den Kontext an.

    • @Keine Sonne:

      Verstehe anders. Die Begriffe werden von Rechts soundso benutzt. Nicht die Benutzung der Begriffe ist automatisch rechtsextrem.

    • @Keine Sonne:

      Linke, Liberale und Rechte haben schon mal gleiche Themen im Fokus, die Ausrichtung der Kritik daran macht den Unterschied. Nachfolgend einige Beispiele.

      Souveränität: ich behaupte mal in allen politischen Lagern wird der (wirtschaftliche und teils militärische) Wettstreit zwischen den Ländern anerkannt und dann je nach politischer Überzeugung unterschiedlich überlegt, wie ein Staat/Staatenbund eine möglichst wenig fremdbestimmt sein kann.

      Islamkritik: humanistische Kritik am religiösen Fundamentalismus (oder gar Religion überhaupt) wäre links, einseitig nur den Islam zu kritisieren bishin zu verunglimpfen, wäre eher rechts.

      Globalisierungskritik von links: sozialer bishin zu internationalistischer/klassenbasierter Fokus.



      Globalisierungskritik von rechts: kritik an ausländischen Kapitalisten, Parteinahme für inländische Kapitalisten.



      Diffuse Kritik an "Eliten" greift oft zu kurz, allerdings gibt es auch Forscher wie Michael Hartmann dazu.

      Klimaprotest: "Letzte Generation" wurde von linker Seite u.a. kritisiert aufmerksamkeitsheischende Aktionen einzelner Leute, anstatt Bündnisse mit Belegschaften wie bei "wir fahren zusammen".

    • @Keine Sonne:

      Ich vermute, dass Sie den Artikel nicht verstehen wollen.

    • @Keine Sonne:

      Insofern:



      Soveränität: Kontext bezogen.



      Islamisierung Problem: rechts (sonst hätte man ein Problem mit gewaltbereiten Menschen, die gibt's in jeder Ansicht...)



      Fachkraft hat etwas mit den Ausbildungsstand zu tun, alles andere ist rechts.



      Jeder hat das Recht zu protestieren, für Strafe gibt es Polizei und Richter - wer meint das für andere entscheiden zu dürfen: Rechts.

      Wo liegt also ihr Problem mit den Artikel?



      Das es schwerer ist vor dem Sprechen Nachzudenken als nicht ist nunmal Naturgegeben und den meisten durchaus zumutbar.

    • @Keine Sonne:

      Es zeichnet rechte auf jeden Fall aus sich sofort (zu recht) angegriffen zu fühlen und nicht differenziert zu denken.



      Letztlich entscheiden sie ob sie rechts wählen, aber wo ist das Problem seine Sprache mal zu hinterfragen?



      Es steht immer dabei in welchen Zusammenhang das ganze rechts einzuordnen ist.



      Sie dürfen also die Worte weiterhin verwenden, der Kontext macht die Musik.

    • @Keine Sonne:

      Vielleicht verstehst du es besser, wenn du nicht jeglichen Kontext, in dem diese Begriffe stehen und verwendet werden, ausblendest.

    • @Keine Sonne:

      "Der Artikel ist in meinen Augen: ad absurdum"



      Ist er - definitiv.

    • @Keine Sonne:

      Danke sehr gut auf den Punkt gebracht. Dieses vorschnelle in die rechte Ecke stellen ist mit Schuld an der jetztigen Situation und der Spaltung unserer Gesellschaft und verhindert auch aktiv eine Problemlösung und ein aufeinader zugehen und miteinander reden, immer mehr Leute fühlen sich ausgerenzt und bevormundet in ihrer Art zu denken und zu sprechen. Nur mal als Beispiel, eine Freundin von mir , homosexuell, verachtet alles Rechte und hat Angst vor der AFD, findet Gendern aber total Gaga, weil es verschandelt die Sprache und hilft ihrer Meinung nach Null bei der Gleichberechtigung, ja was jetzt, passt nicht ganz ins Weltbild des Autors oder? Man muss hier viel mehr differenzieren, viele dieser Begriffe werden von Rechten benutzt ja, aber eben nicht nur, so einfach ist es nicht, wie immer ist die Welt nicht nur schwarz-weiß.

      • @PartyChampignons:

        Und indem Ihre Freundin sagt "Gendern finde ich gaga", versucht sie, die gleichberechtigte Anerkennung diverser Lebensentwürfe zu hintertreiben? Falls nicht, sehe ich kein Problem.

    • @Keine Sonne:

      Sie machen da aber auch bewusst etwas Absurdes draus. Ich finde es zwar auch eher schwach, diese Begriffe als "Szenecodes" darzustellen, aber _Sie_ treiben es absichtlich auf die Spitze, um das dann dem Artikel zu unterstellen. Nennt sich "Strohmannargument".

      Abgesehen davon: "Globalisten" war nie eine in linken, globalisierungskritischen Kreisen verbreitete Bezeichnung. Zumal es in der Linken ja immer die Differenzierung gab zwischen "Weltoffenheit" und Zuwendung zu anderen Teilen der Erde/anderen Kulturen, aber eben nicht unter alles überschattenden, wirtschaftlichen Vorzeichen. Andererseits werden Sie auch hier in der taz-Kommentarspalte mittlerweile viel Zuspruch für Ihre Frage "Sind Linke dann rechts?" erhalten, haha.

      • @Kawabunga:

        Das stimmt ich habe es übertrieben dargestellt und das auch bewusst.



        Wie Sie vielleicht an den anderen Kommentaren bemerkt haben:



        Wahrscheinlich nicht zu Unrecht.

      • @Kawabunga:

        Oh, "Globalismus" war durchaus eine Chiffre in der mittlerweile sehr ausgestorbenen Antiglobalistischen Linken. Es wäre nicht das erste Mal dass ich von zB MLPD Leuten was von der "Jüdischen Hochfinanz" erzählt bekäme. Aber heutzutage sind das zum Glück nur noch greisige Randerscheinungen.

        Auf der Anderen Seite haben heutige Linke (auch hier in diesem Artikel) überhaupt kein Problem damit Begriffe wie Islamismus zu verwenden, die einen grundlegend strukturell orientalistischen/rassistischen Ton haben und uns Muslim:innen die Politische Handlungsfähigkeit absprechen.

    • @Keine Sonne:

      Guten Tag kleine Sonne. Ich habe es nicht so verstanden, dass jeder der diese Begriffe nutzt, sich gleich rechts ist. Die rechte babble Blase hat diese Begriffe für sich entdeckt und missbraucht die um andere Menschen diskreditieren.

      Gruß



      Roberto

      • @Roberto Callerame:

        Wie so viele andere Begriffe und das schlimme ist:



        Wir lassen sie diese karpern.



        Dieser Artikel zeigt dies meines Erachtens.

    • @Keine Sonne:

      Es ist eine Scheinproblematik, was Sie da hier ansprechen.

      Natürlich sind nicht alle, die Begriffe wie „Islamisierung“, „Globalisten“ oder „Klimahysterie“ nutzen, automatisch rechts. Aber diese Wörter haben oft eine politische Vorgeschichte und werden in rechten Kreisen strategisch eingesetzt:

      - „Islamisierung“ wird häufig als Kampfbegriff gegen Muslime genutzt – Kritik an Extremismus ist legitim, aber der Begriff suggeriert pauschal eine Bedrohung.



      - „Globalisten“ stammt aus verschwörungsideologischen Narrativen (oft mit antisemitischen Untertönen). Linke kritisieren „Kapitalismus“, nicht „geheime Eliten“.



      - „Klimahysterie“ ist sexistisch/ableistisch („Hysterie“ wurde Frauen als irrational unterstellt) und dient dazu, wissenschaftlichen Konsens zu diskreditieren.

      Fazit: Es kommt auf den Kontext an – aber wer rechte Rhetorik vermeiden will, sollte präzisere Begriffe wählen. Sprache ist nie neutral.

      • @Ice-T:

        Natürlich ist der Islam wie alle monotheistischen Religionen eine Bedrohung. Islam und Islamismus sind sowieso nicht wirklich sauber zu trennen. Ich will keine Religion im Land deren Anhänger bei Erreichen eines bestimmten Bevölkerungsanteils absehbar Jagd auf Apostaten und Gotteslästerer machen werden und deren Religion erwiesenermaßen inkompatibel mit demokratisch verfassten Gesellschaftsformen ist. Das ist kein rechter Standpunkt bzw. nur dann einer, wenn vergleichbare Religionen nicht ebenfalls kritisiert werden. Hört doch bitte auf die Lesart von Religionskritik als Rassismus von den konservativen Muslimen zu übernehmen.

        • @Šarru-kīnu:

          Eine sachliche Auseinandersetzung mit Religionen ist wichtig, aber Pauschalisierungen helfen dabei nicht weiter. Der Islam ist, wie das Christentum oder das Judentum, eine vielfältige Religion mit unterschiedlichen Strömungen, Interpretationen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Die Behauptung, dass der Islam grundsätzlich und zwangsläufig mit Demokratie unvereinbar sei, ignoriert historische und gegenwärtige Beispiele muslimischer Demokratien und säkularer Bewegungen in islamisch geprägten Gesellschaften.

          Die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus ist nicht willkürlich, sondern notwendig, um zwischen religiöser Praxis und politischem Extremismus zu differenzieren – genauso, wie es bei anderen Religionen auch gemacht wird. Eine differenzierte Kritik, die sich auf konkrete problematische Aspekte bezieht, ist legitim und wichtig, aber eine pauschale Ablehnung einer gesamten Religion fördert eher Polarisierung als konstruktiven Diskurs.

          • @Ice-T:

            Ein Islamist ist ein Moslem der seine Religion ernst nimmt.



            Unterscheiden Sie bitte mal trennscharf Islam und Islamismus am Beispiel der Scharia. Wo hört da der Islam auf und wo fängt Islamismus genau an? Der Islam enthält von allen Religion die meisten politischen Elemente und ist damit die toxischste der monotheistischen Weltreligionen. Nennen Sie doch mal spaßeshalber ein demokratisches Land mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit in dem Sie als Minderheit gern leben würden.

      • @Ice-T:

        Oft, vielleicht. Aber nicht generell und so verstehe ich diesen Artikel.



        Für mich ist Sprache immer im Kontext zu verstehen.



        Nicht als Stichwort = Assoziationen (welche eh unterschiedlich Ausfallen)

  • Statistisch kann es sein, dass solche Wörter bevorzugt von Menschen mit einer rechten Einstellung gebraucht werden - aber was bedeutet eigentlich "rechts"? Ich finde es problematisch Wörter als rechts oder vielleicht sogar rechtsextremistisch abzustempeln. Dadurch werden sie als "böse Wörter" tabuisiert und es wird ein Vermeidungsverhalten konditioniert. Es sind einfach Wörter unserer Sprache, die jedem zur Verfügung stehen, der mit ihnen etwas ausdrücken möchte. Ich selbst, unabhängig von jeder Ideologie, gebrauche einen Teil dieser Wörter, wenn ich z.B. den Eindruck habe, dass die Medien keine korrekten Informationen liefern, wenn die Freiheit der Meinungsäußerung in Frage gestellt wird oder wenn sich jemand ethisch über andere stellen will. Diese Wörter leben zum Teil vom Stilmittel der Ironie, aber die Ironie selbst lebt eigentlich davon, dass die Wörter auch noch eine echte Bedeutung besitzen. Daher sollten wir einfach kreativ und Kontext-bezogen mit ihnen umgehen und sie nicht mit einer Ideologie verquicken.

    • @Ingo Hertrich:

      Ich unterstelle mal, dass Sie verstanden werden wollen. Es kann keine Privatsprache geben, da Bedeutungen nicht von Individuen festgelegt werden, sondern von Sprachgemeinschaften im Zuge ihrer Verwendung sich herausbilden und verändern.

      • @My Sharona:

        ja, Bedeutungen entstehen implizit durch den Gebrauch der Sprache. Jedesmal, wenn ich ein Wort gebrauche, kann es sein, dass sich dadurch seine Bedeutung leicht verändert, entweder weil ich es so gewollt habe oder weil der Empfänger es so interpretiert. Es ist ein freies Spiel der Kräfte.

  • Tja, wie so oft ist es nicht einfach denn viele dieser Begriffe haben eigendlich eine "saubere" Kinderstube und wurden offenbar von den Rechten für deren Polemik gekapert.

    Und wenn man genug Begriffe aus einem Themenkomplex gekapert hat, macht man damit jedes Gespräch darüber unmöglich weil ja "rechte Begriffe" dabei fallen würden.

    Aber so funktioniert Framing und letztlich auch Propaganda eben.

  • Fehlt jetzt noch eine Liste der Begriffe des liberalen Sozialdarwinismus, die die ganze Palette vom libertären Recht des Stärkeren, dem egoistischem Individualismus, der Absage an jeglichen Kommunitarismus bis hin zur naiven Selbtverwirklichungsromantik abdeckt.

    Mann könnte erschrecken, wenn man entdeckt, wie gut sich Begriffe der Rechtsextremen mit denen der liberalen Pseudodemokraten vertragen.

    Wertegemeinschaft, Wettbewerbsfähigkeit, Leistungsgerechtigkeit usw.

  • Vorschläge von mir zur Ergänzung der Liste:

    "Haltungsjournalismus" als Vorwurf an Medien, dass sie gewisse Überzeugungen hätten und nicht neutral berichten. Oder auch der Vorwurf politisch beeinflusster Gerichte oder Lehrkräfte in Schulen. Der Irrglaube dahinter: es könne Gerichte, Medien oder Schulen völlig frei von moralischen oder politischen (bewussten oder unbewussten) Grundauffassungen geben.

    Ein weiterer Begriff: "raffendes Kapital" in Abgrenzung zu "schaffendes Kapital". Wenngleich Kritik am finanzmarktgeprägten Kapitalismus nicht per se rechts sein muss, es kommt auf die Ausrichtung dieser Kritik an.