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Neujahrsansprache des BundeskanzlersKein Wort über die wirtschaftlichen Sorgen der Bür­ge­r

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Bundeskanzler Friedrich Merz redet in seiner Neujahrsansprache viel über Wirtschaft. Er kündigt „grundlegende Reformen“ an. Das ist eine Drohung.

Friedrich Merz mit Fahne Foto: Kay Nietfeld/dpa

F riedrich Merz hat in den ersten Monaten seiner Kanzlerschaft bewiesen, dass er kein Talent fürs Treffen des richtigen Tons hat. Und das ist auch in seiner ersten Neujahrsansprache so. Statt wie ein Regierungschef zu den Bürger:innen, spricht er wie ein Firmenvorstand zu seiner Belegschaft. Diese Ansprache ist nicht dazu angetan, seine schlechten Umfragewerte zu heben. Im Gegenteil.

Merz streift die großen Themen der Gegenwart: den Krieg Russlands gegen die Ukraine, das gewandelte Verhältnis zu den USA, Europa, Migration, die Rente, den Sozialstaat. Die Klimakrise ist für ihn hingegen nicht mehr als eine Fußnote. Seine Priorität: Immer wieder kommt er auf die deutsche Wirtschaft zu sprechen, die unter Druck stehe.

Nur an einer einzigen Stelle kommt er auf die Sorgen der Menschen im Land zu sprechen: die Sorge um den Frieden. Die räumt er mit dem lapidaren Satz ab: „Ich sage Ihnen: Wir sorgen für Frieden“ – ohne zu erklären, wie das denn gehen könnte. Jeden Tag kündigen Unternehmen den Abbau von Jobs an, viele Haushalte leiden unter den gestiegenen Preisen. Die anhaltende Rezession macht eben nicht nur Unternehmen zu schaffen. Aber dazu verliert er kein einziges Wort.

Das war nicht nur bei seinen sozialdemokratischen, sondern auch bei seinen christdemokratischen Vor­gän­ge­r:in­nen Helmut Kohl und Angela Merkel – erst seit 1970 halten Re­gie­rungs­che­f:in­nen die Neujahrsansprache – noch anders. Auch ihre Antrittsjahre 1982 und 2005 waren ökonomisch schwierig. Beide benannten in ihren Ansprachen zu Silvester die Furcht der Bür­ge­r:in­nen vor Arbeitsplatzverlust und Betriebspleiten. „Ihre Sorgen sind auch meine Sorgen“, sagte Kohl 1982, der wie Merz in viele Fettnäpfchen tappte, aber anders als der Privatflieger aus dem Sauerland als bodenständig und volksnah galt.

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Die Sorgen von Merz sind nicht die der Bürger:innen, sondern der Unternehmen, das wird in seiner Ansprache immer wieder deutlich. Etwa wenn er darauf verweist, dass „einige“ Recht hätten, wenn ihnen die beschlossenen Reformen wie die „neue Grundsicherung“ und die begonnene Debatte über die Zukunft des Sozialstaats nicht reichen. „Einige“, das sind die Ver­bands­ver­tre­te­r:in­nen und Manager:innen, die am liebsten den Sozialstaat bis zur Unkenntlichkeit schleifen würden. Die anderen, die Bürger:innen, sollten Merz' Ankündigung, „grundlegende Reformen“ angehen zu wollen, als Drohung verstehen. Das sind schlechte Ausichten für 2026.

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Anja Krüger
Parlamentskorrespondentin
Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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89 Kommentare

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  • Klimakrise? Gedöns!



    Menschenrechte? Gedöns!



    Arbeitnehmer*innenrechte? Auch Gedöns!

    Die Reihe ließe sich fortsetzen. Darauf etwas pogendroblem (Danke @taz für die Rezension!):



    www.youtube.com/wa...9_D8kFoZs&index=12

  • Wer jetzt überrascht ist, muss die letzten Jahre verschlafen haben. Merz und seine Regierung arbeiten wie angekündigt die Agenda der deutschen Wirtschaftsbosse ab. Und sollte er irgendwann abgewählt werden - was wahrscheinlich ist - wartet zum Dank sicher neben seiner Politiker-Pension noch das eine oder andere gut dotierte Aufsichtsrats- oder sonstiges Pöstchen auf ihn, wofür er außer zu kassieren nichts leisten muss.



    Als nächstes hat der BDA übrigens die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ins Visier genommen. Mal sehen, was noch so kommt...

  • Merz ist überzeugter Neoliberaler, er kann nicht mal kalt, er kann nur den Gefrierschrank, weil ihm Menschen eigentlich egal sind. Er will etwas für die zehn Prozent unserer Gesellschaft machen, die gar nichts brauchen. Und wenn es schwierig wird, wenn Unzufriedenheit hochkommt, dann startet er einen Diskurs gegen Migranten und Arbeitslose/Arme.

  • "Das war nicht nur bei seinen sozialdemokratischen, sondern auch bei seinen christdemokratischen Vor­gän­ge­r:in­nen Helmut Kohl und Angela Merkel – erst seit 1970 halten Re­gie­rungs­che­f:in­nen die Neujahrsansprache – noch anders."

    Schon. Aber die haben auch alle notwendigen Reformen schleifen lassen.Ganz besonders die Schlaftablette Scholz.

    Schade, das es keine grüne Kanzlerin gegeben hat.

  • "Kein Wort über die wirtschaftlichen Sorgen der Bür­ge­r"



    Wirtschaft war so ziemlich das häufigste Wort in Merz Ansprache.



    Die Wirtschaft / die großen Industrieunternehmen sind die, die die meisten Hochlohnjobs bieten. Es sind die, die das meiste Steuereinkommen generieren.



    Geht es ihnen schlecht, geht es uns allen schlecht, weil weniger gut dotierte Jobs verfügbar sind, weil weniger Steuern zum verteilen da sind, weil Menschen weniger kaufen und so die Binnennachfrage schrumpft.



    'Die Wirtschaft' ist das A und O.



    Merz versteht das. Bas nicht. Sie ist das Problem und mit ihr die SPD, die immer noch im Gestern lebt und an sozialen Standards festhalten will, die nur finanzierbar waren, als die Kassen noch voll waren, auf 4 Arbeitnehmer 1 Rentner kam und die Kosten für Gesundheit und Rente durch mordene Medizin nicht explodiert waren.



    Teuerste Therapien kosten Unsummen und Rentner leben durch die Medizin viel länger als 'geplant'. Das System war niemals darauf ausgelegt, dass Renten 20 und 30 Jahre bezogen werden.



    Dazu explodierende Pflegekosten, weil immer mehr in Heime gehen. Was früher privat gepflegt wurde oder der Tod regelte verursacht heute enorme Kosten.



    Merz Ansprache war gut.

    • @Saskia Brehn:

      Kann man so sehen. Aber man muss doch nicht in einer Neujahrsansprache, in der man doch die Menschen ansprechen sollte, nur die Fabriken und deren Besitzer ansprechen.

  • Ich fand sie sehr ehrlich. Er kann gern noch deutlicher werden. Kommunikation ist schließlich alles. Man muss die Menschen nur mitnehmen. Und sind nicht alle froh, dass der ausufernde Sozialstaat endlich eingedämmt wird? Wir müssen unsere echten Leistungsträger doch unterstützen. Und die finden sich bestimmt nicht untern den Hungerleidern. Von daher - schon die Weihnachtsansprache für alle Freundinnen und Freunde der CDU war richtig gut, da konnte die Neujahrsrede nur noch besser werden. Hey, und in ein paar Jahren können wir wieder wählen. Da wird dann natürlich alles anders, weil die Leistungsträger ihr Herz für den Rest entdecken. (Also vorausgesetzt, es knallt vorher nicht ganz massiv. Dann haben wir ein Kriegsrecht.)

  • taz: *Neujahrsansprache des Bundeskanzlers - Kein Wort über die wirtschaftlichen Sorgen der Bürger*

    Warum sollte Friedrich Merz (CDU) sich für die wirtschaftlichen Sorgen der kleinen Bürger interessieren? Der Mann ist ein ehemaliger BlackRock-Lobbyist - und wie "ehemalig" er ist, das merkt man ja immer mehr. Merz arbeitet sein 'Programm' ab und das hat nichts mit den Sorgen der Normalbürger zu tun.

    Von 2016 bis 2020 war Merz Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Ablegers des weltweit größten Vermögensverwalters (BlackRock). Zwischen 2009 und 2021 fungierte er bei WEPA Industrieholding als Aufsichtsratsvorsitzender. 2017 wurde Merz zum Aufsichtsratsvorsitzenden am Flughafen Köln/Bonn ernannt. Bei HSBC Trinkaus & Burkhardt war er Mitglied des Verwaltungsrats (ab 2010) und zeitweise auch dessen Vorsitzender. Merz saß zudem in Gremien von Unternehmen wie AXA Konzern AG, BASF Antwerpen und Stadler Rail.

    Glaubt tatsächlich jemand, dass Friedrich Merz sich für die Normalbürger interessiert und ein echter Volksvertreter ist?

    ***Friedrich Merz: Zwischen Blackrock und Kanzleramt*** visualjournalism.d...ck-und-kanzleramt/

    • @Ricky-13:

      BlackRock garantiert in den Staaten immerhin Renten, wo das Trump-System versagt. Was haben Sie dagegen?

  • Das war für mich die beste Neujahrsansprache, die ich je gehört habe. Sachlich, optimistisch, "Packen wir's an". Klare Ziele, auf die Stärken besinnen.



    Stärkung der Wirtschaft. Vorsichtige Anpassung der Sozialprogramme, um den wertschöpfenden Teil der Gesellschaft wieder etwas zu entlasten.

    • @Spickerfresse:

      Bin ich hier tatsächlich bei der TAZ? Die Kommentare passen ja eher zur Leserschaft der FAZ. Vielleicht haben sie einen Buchstaben verwechselt?

    • @Spickerfresse:

      Gerne hätte ich mal eine Spezifizierung wer denn zu dem "wertschöpfenden Teil der Bevölkerung" gehört....

    • @Spickerfresse:

      So unterschiedlich kann die Rezeption sein.

      Klar gegenüber der Weihnachtsansprache vom "besten Deutschland" Präsidenten oder die Schlaftabletten ersetzenden Ansprachen von Scholz / Merkel war das der reinste Knaller.

      Das Grauen was ~90% der Menschen in Deutschland erwarten wird (mehr Belastung & finanzielle Abschöpfung, weniger Sicherheit, speziell für AN, Jugend bis Rentner und mehr Profite für sehr Wenige) wurde halbwegs gut verpackt / versteckt.

      In Summe: "I feel Schadenfreude" für jeden Einzelnen der Blackrot(t) Wähler.

      • @Thorsten Gorch:

        Die Wähler der Bevölkerung haben ja BlackRocky Merz nicht zum Kanzler gewählt. Gewählt haben, die von uns legitimieren Parlamentarier der Parteien, IHREN Kanzler, wenn auch erst im zweiten Wahlgang - die Parlamentarier hätten ja auch eine andere Wahl treffen können.



        Uns Wähler aus der Bevölkerung trifft da keine Schuld & auch keine Verantwortung für diesen Kanzler Friedrich Merz, dem die Bevölkerung an seinem Popöchen vorbei geht.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Jeder der wählte war sich der großen Chance bewusst das es ein Friedrich Merz wird. Den Unionswählern sowieso, aber auch den Sozen-Wählern.

          Die Wähler wurden ausgiebig informiert und haben so gewählt wie sie es halt haben. Daher: Jede Bevölkerung hat genau die Regierung die sie verdient.

  • Ob in der gegenwärtigen Konstellation grosse Reformen möglich sind, scheint fraglich. Zu häufig blockiert die SPD die CDU, und umgekehrt.



    Eine Änderung der Rahmenbedingungen (zB Zustimmungspflicht der Länder einschränken; Dekrete des Regierungschefs ermöglichen, wie zB in Frankreich) scheint unausweichlich, um aus der gegenwärtigen Schockstarre herauszukommen.

    • @T-Rom:

      "Dekrete des Regierungschefs ermöglichen, wie zB in Frankreich)"



      In den USA klappt das ja auch super.

  • Die wirtschaftlichen Sorgen der Bürger sind die Gleichen wie die der Industrie. Wir sitzen im gleichen Boot. Geld dass verteilt werden soll, muss erarbeitet und verdient werden. Das wird gerne vergessen.

    • @Flocke:

      @Flocke



      Nur datt Geld / Vermögen welches die Arbeitnehmer erarbeitet haben und bei den Eigentümern der Unternehmen gehortet word, sollte rechtzeitig, vor einer Verteilung in Sicherheit gebracht werden.

  • Alle wissen doch seit Jahrzehnten ganz genau, dass der deutsche Sozialstaat ab 2030 nicht mehr finanzierbar sein wird. Jemand der jetzt empathiebefreit die Korrekturen vornimmt und danach erwartbar abgewählt wird, kommt eigentlich genau gelegen. Die Merkeladministration hätte das bei guten Wirtschaftsdaten auch deutlich reibungsärmer haben können, nur leider war diese Zeit des Stillstands die größtmögliche Vollkatastrophe.



    Die Klimakrise interessiert in der Wirtschaftskrise keine Wähler. Dafür braucht es ironischerweise ein stabiles Wirtschaftswachstum und damit genug Menschen ohne eigene Probleme .

    • @Šarru-kīnu:

      "Jemand der jetzt empathiebefreit die Korrekturen vornimmt und danach erwartbar abgewählt wird, kommt eigentlich genau gelegen."



      Sie meinen für die, die danach kommen?

    • @Šarru-kīnu:

      Der deutsche Sozialstaat ist auch weiterhin finanzierbar. Dazu allerdings bedarf es der Mitwirkung aller Bürger*innen im Lande. Doch die, die es sich locker leisten könnten, die drücken sich. Keine Regierung wagt es, sich mit denen anzulegen - es hängen viel zu viele Parteispenden und "Beraterverträge" davon ab....

  • "Die Klimakrise ist für ihn hingegen nicht mehr als eine Fußnote. Seine Priorität: Immer wieder kommt er auf die deutsche Wirtschaft zu sprechen, die unter Druck stehe."



    Offensichtlich geht es darum, mit einer Abgrenzung ein Narrativ zu füttern: Ich fördere die Wirtschaft u. die Wirtschaft fördert bei Wachstum dann euren Wohlstand, so begreife ich die Zusammenhänge/Hierarchie.



    Von den großen Versprechungen vor d. Wahl u. den ausbleibenden Erfolgen im Detail zeugen die Probleme der Krankenkassen u. die Umverschiebungen v. Schulden bei d. Schaffung von Nebenhaushalten u. Sondervermögen.



    Die Sorge um Frieden treibt die Bevölkerung in Deutschland an, Lösungen einzufordern.



    kulturjoker.de 2025:



    "Viele Menschen, insbesondere aus jüngeren Jahrgängen, verzweifeln gegenwärtig ob der unzähligen globalen kriegerischen Auseinandersetzungen oder der drohenden Klimakatastrophe()."



    Margot Käßmann:



    "Gemeinschaft macht stark, Engagement macht Sinn! Ich habe in den letzten drei Jahren überraschend viele Menschen ganz neu kennengelernt, mit denen ich vorher gar keine Verbindung hatte. Das Friedensthema knüpft ein Band, wir ermutigen uns gegenseitig, obwohl wir zum Teil aus ganz unterschiedlichen..."

    • @Martin Rees:

      Frau Käßmann ? Die Frau Käßmann, die mit Gerhard Schröder Umgang pflegte / pflegt - hat datt von sich gegeben, sehr interessant....

    • @Martin Rees:

      "Viele Menschen, insbesondere aus jüngeren Jahrgängen, verzweifeln gegenwärtig ob der unzähligen globalen kriegerischen Auseinandersetzungen oder der drohenden Klimakatastrophe()."



      An den globalen kriegerischen Auseinandersetzungen kann der deutsche Bundeskanzler nichts ändern. Gegen die Klimakatastrophe gehen wir weiter auf dem Weg der Dekarbonisierung.

  • Merz ist schlicht ein Kapitalist der übelsten Sort: Einer, der nur die Interessen seiner, kleinen, Klientel im Blick hat und den sonst nichts anderes interessiert.



    Die Sozialstaatsreformen werden alle treffen. Die betroffenen Menschen, jene, die in Lohn und Brot sind - da sie schlechtere Verhandlungspositionen haben - und am Ende auch die Ökonomie, weil eine große Gruppe an Menschen weniger Kaufkraft hat. Aber hauptsache, den Chefetagen geht's gut

    • @Piratenpunk:

      Na ja, jeder hat was in der Hand um seine Verhandlungsposition zu stärken: Werdet Mitglied in einer Gewerkschaft, bringt euch ein, engagiert euch.

      Aber über die bösen Kapitalisten und Politiker schimpfen ist natürlich viel einfacher.

    • @Piratenpunk:

      Die Sozialstaatsreformen werden hauptsächlich den kleinen Teil der Bevölkerung treffen, der ganz überwiegend von Transferleistungen der arbeitenden Klasse lebt.

  • Es gibt ja durchaus begabte und charakterfeste humane Menschen in diesem Land, die man/frau sich als Kanzler oder Kanzlerin vorstellen kann. Aber die gehen eben nicht in die Politik. Das ist das Problem. Daher haben wir jetzt eben Merz. Merz ist ja ein freundlicher Mensch, aber eben nur, solange er sich unter seinesgleichen fühlt, den Reichen. Kommt er mit was anderem in Berührung, wird ihm unwohl. Daher hat er keine Ahnung, was er mit der Mehrheit der Bevölkerung machen soll, außer eben abstrafen, unter Druck setzen, kurz halten.

  • Wie war das vor Kurzem? Hatte da nicht ein Politiker über Olaf Scholz gesagt: "Er kann es nicht!" Vielleicht kann mir jemand sagen, wer diesen Ausspruch formuliert hat....

  • Warum Ihr den in Deutschland regieren lasst, ist mir schleierhaft.

    Ein Blackrock-Manager, der wie Musk mehr oder minder mit der Kettensäge auf der Bühne steht. Das ist attraktiv?

    Was hat der zu bieten? Keine Zukunft nirgends.

    Ihr solltet ihn so schnell wie möglich aus dem Amt jagen.

    Gruss aus Australien.

    • @petross:

      *Warum Ihr den in Deutschland regieren lasst, ist mir schleierhaft.*

      Bürger glauben eben gerne solchen "Politikern", die ihnen Wohlstand versprechen. Da muss man ja nur mal über den großen Teich schauen, denn da regiert momentan gerade der 'größte Prahler der Welt' und 50% der US-Amerikaner sind ganz entzückt von seinen leeren Versprechungen. Dass die Armut in den USA immer größer wird und alles Soziale abgebaut wird, das sehen seine Fans allerdings nicht. Sie sehen auch nicht, dass nur er und seine reichen Freunde immer mehr Geld anhäufen.

      Und genau dasselbe passiert jetzt auch in Good old Germany, wo man auch einem BlackRock-CDU-Mann seine Versprechungen von Wohlstand für Deutschland glaubt. Dass dieser Wohlstand auch nur wieder bei den Reichen ankommt, sehen die Unionswähler nicht - und auch nicht, dass der BlackRock-CDU-Mann die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder mit seinem klimaschädlichen Wirtschaftswachstumswahnsinn massiv gefährdet.

    • @petross:

      Und wenn stattdessen? Ist ne ernstgemeinte Frage, schauen sie sich das letzte Wahlergebnis an und machen sie bitte einen produktiven Vorschlag.

      • @Biker-Ffm:

        Ich würde behaupten, die vorherige Regierung hätte was reißen können ohne FDP. Oder, noch viel mehr. Sieht man schon daran, dass der jetzige einfach mehr arbeiten!Kanzler irgendwie - viel ankündigt, nur leider fehlts dann am Inhalt und raus kommt wir benennen um und werden sowieso alles zurückdrehen. Nur ein paar Steuergeschenke für altbekannte Klientel, das geht, das wurde vorher ja schon gemacht, einfach umzusetzen.

  • Herr Merz kommt "aus der Wirtschaft" ist auch so eine urban legend. Er durfte mit am Tisch sitzen, um risikolos Staatsaufträge zu erteilen, ein Executive ist er bei Blackrock niemals gewesen.

  • Wenn Unternehmen reüssieren, partizipieren daran ihre Angestellten, sodass vor jenem Hintergrund Krügers Kritik an Merz, der lediglich Unternehmen im Blick habe, keineswegs fundiert ist!

    • @Martin Kienzle:

      "Wenn Unternehmen reüssieren, partizipieren daran ihre Angestellten"



      Dass das keine zwangsläufige Gleichung ist, dürfte klar sein, oder? Das kann, muss aber nicht, sondern hängt von einigen anderen zusätzlichen Faktoren ab. So simpel ist die Realität nicht.

  • Ach was? Kanzler Merz verspricht das zu liefern, was all die an die liberale Republik glaubenden Pseudodemokraten, von ihrem Kanzler erwarten: Führung. Aber da zeichnet sich schon wieder eine Enttäuschung ab, dass auch der Merz nicht liefert, was manche bestellt, andere nie gewollt haben. Dass vom Regieren gesprochen wird, als ginge es um effiziente Unternehmensführung, daran haben sich die Untertanen in Jahrzehnten gewöhnt. Man kann das in vielen taz-Artikeln und LeserInnenkommentaren nachlesen: Egal was sonst noch auf dem Wunschzettel steht, Führung und Effizienz werden fast immer eingefordert. So eine Republik bietet elitären Partikularinteressen viele Möglichkeiten und ist ein idealer Nährboden für autokratische Herrschaft. Man könnte meinen, die Sehnsucht ER würde wiederkommen, wächst täglich.

  • Friedrich Merz, CDU hat immer betont, dass er der Kanzler der Besserverdienenden ist. Er hält seine Wahlversprechen doch. Wäre Bärbel Bas, SPD nicht Ministerin würden Arbeiter und Rentner noch stärker geschröpft werden. Rentner und Arbeiter, die noch CDU wählen oder AFD ist doch nicht zu helfen. Bin ja mal gespannt, was bei der Rentenkommission rauskommt. Müssen Politiker und neue Beamte jetzt auch in die Rentenkasse einzahlen? Friedrich Merz CDU meint wohl lieber nicht.

  • Die Neujahresansprache von Hr. Merz war schwach. Es gab ausschließlich Floskeln und keine quantitativ belastbaren Aussagen. Ähnlich wie TMP benutzt Hr. Merz Begriffe wie viel, sehr, wenig, besonders etc. Dies ist Hr. Merz sicherlich bewusst und bedient sich dessen, besseren Wissens. Ein Bundeskanzler hat Ziele & Maßnahmen konkret zu quantifizieren, in Zahlen zu benennen. Ich bin Geschäftsführer und lehne diese lapidar belastbaren Aussagen grundsätzlich ab. Es fehlt in der Ansprache an konkreten Statements. Wo steht D heute, was soll bis wann passieren, welche Maßnahmen werden was - und in welchem Umfang bewirken. Gefahr von rechts wird nicht konkret aufgegriffen. ... Hr. Merz gibt kein Beispiel einer wirksamen Maßnahme zur wirtschaftlichen Stärkung von D seit seiner Amtszeit. Die Begriffe Digitalisierung, Krieg, Unsicherheit, Herausforderung, Solidarität werden in Floskeln gereiht abgearbeitet. Hr. Merz kann keinen BigPoint seit Beginn seiner Amtszeit vorweisen, somit auch nicht vortragen. In der Rhetorik war die Ansprache gefällig, jedoch ohne Aus- und Ansage, am Ende inhaltslos wie ein Interview mit Fußballtrainern. Hr. Merz nutzt seine Chance nicht, leider.

  • Habe die Rede noch nicht gesehen. Der Normalbürger versteht aber schon den Zusammenhang zwischen einem Niedergang der Wirtschaft und seinem eigenen wirtschaftlichen Niedergang. Das ist doch ein und die gleiche Sache über die hier geredet wird.



    Der persönliche wirtschaftliche Erfolg des Einzelnen hängt für unser Land von dem wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen direkt ab.

  • Ach was! 🙀 Na endlich

    Und deswegen wundert mich kein Stück Wie Anja Krüger befindet Der fährt den Sozialstaat zurück, genauer: Ja geht ihm rücksichtslos an den Kragen! Schon Zigarre Ehrhard* tönte vs Adenauer “Das kann die Wirtschaft so nicht tragen!“



    Wir aber stehn echt erschüttert Kanzler - nach Angie-Abserviert: Von der Wirtschaft mafialike Mit vxxl Pöstchen angefüttert! & sodele Unser Mittelständler vande Chessna 🙀🥳🧐 Ja was les ich denn da?! 🥚j🥚j🥚 dess sei Eides (Artikel 56 GG) „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegenüber jedermann üben werde.“ Ooch klar- wa! Der Zusatz „So wahr mir Gott helfe“ kann angefügt werden, ist freiwillig.. Geht diesem Berufschristen, wie‘s Beichten! Aber sowas von locker & leicht von der Hand - Und den 👄 • So schnell kannst goa net schaun! Woll 🙀



    unterm— *Ab 1933 finden sich jedoch Aussagen Erhards, in denen er sich positiv über die nationalsozialistische Zwangskartellierung äußerte, da sie den Schäden des „artfremden Preiskampf“…🌆bild

  • Wirkungsvolle Reformen, die der Wirtschaft nicht schaden bzw. diese nicht mal tangieren, wären grundsätzlich recht einfach, zumindest im Sozialbereich:

    -Abschaffung der großen Anzahl gesetzlicher und privater Krankenversicherungen und Einführung einer einheitlichen, staatlich gestützten Versicherung (funktioniert in Japan einwandfrei),

    - Einführung eines einheitlichen Pensions-/ Rentensystems mit gleichen Vorsorgevoraussetzungen /Leistungsansprüchen für alle,

    - Unterschiedslose Besteuerung des Gesamteinkommens, egal wie es erzielt wird.

    Um nur mal ein paar Punkte zu nennen. Und das unterschiedslos für alle, also Arbeiter, Beamte, Selbständige, Privatiers usw.

    Und ohne Deckelung der Beiträge.

    • @Josef 123:

      Ich lebe in einem Land, indem darf ich mir meine Autos, die ich fahren will aussuchen. Genauso kann ich mir meine Krankenversicherung, sowie meine Altersversorgung auswählen. Aufgabe und Ziel der Politik unserer Regierung sollte es sein, durch Rahmenbedingungen, die ebend eine Regierung schaffen muss, möglichst viele Menschen unserer Gesellschaft / Bevölkerung in die Lage zu versetzen auch selbstbestimmter Entscheidungen treffen zu können.



      Schön wäre es, wir als Bevölkerung und Wähler dürften uns von den von uns - für UNS , gewählten Parlamentariern vertreten fühlen. Dem scheint aber nicht so, denn kaum sind die Parlamentarier gewählt, erleben wir eine Kanzlerwahl und eine Politik von diesen Parlamentariern, die einer Verspottung der Bevölkerung gleichkommt. Um eine Umverteilung, des von den Arbeitnehmern erarbeiteten Wirtschaftsvermögen zu erreichen, brauchen wir z. B. ein entsprechend hohes Lohnniveau um die Wirtschaft anzukurbeln und unteranderen eine Luxussteuer auf PKW's ab 80.000 Euro, Schmuck und Uhren ab 10.000 Euro, die Wiederaufnahme der Vermögenssteuer auf Vermögen ab mehreren Millionen Euro.

    • @Josef 123:

      Zu Ihrem letzten Satz: dies würde die Lohnnebenkosten drastisch erhöhen und würde damit die Wirtschaft erheblich tangieren.

      • @Tom Tailor:

        Kaum, bei Normalverdienern wird sich nichts ändern. Es geht eher darum, daß man Leute, denen jährlich ein paar hundert Tausend oder ein paar Millionen überwiesen werden, an den Sozialabgaben entsprechend beteiligt. Bei Angestellten werden die Firmen das verkraften können, und Selbständige in diesen Einkommenskategorien auch. Warum sollte jemand, der eine halbe Million, eine, zwei oder 10 Millionen einnimmt, nicht den gleichen Prozentsatz auf sein komplettes Einkommen in eine Einheitskranken- und -rentenkasse einzahlen wie diejenigen, die wesentlich weniger verdienen?

  • ""Wir haben es selbst in der Hand, jede dieser Herausforderungen aus eigener Kraft zu bewältigen", sagte der CDU-Politiker laut vorab verbreitetem Redetext in seiner ersten Neujahrsansprache. "Wir sind nicht Opfer von äußeren Umständen. Wir sind kein Spielball von Großmächten.""

    Klingt genau wie "Wir schaffen das". Was umgangssprachlich heute bedeutet "Das klappt doch nie".

    Merz ist genau so eine Nullnummer wie Merkel.

    • @Gerald Müller:

      "Merz ist genau so eine Nullnummer wie Merkel."



      Schlimmer. Merkel hat nie so kesse Sprüche gerissen, dass wir kein Spielball von Großmächten seien. Das war ihr durchaus klar.

  • „Ich sage Ihnen: Wir sorgen für Frieden“ Der war gut und ... natürlich kann er nicht sagen wie denn ... denn wwer hört schon auf ihn.

  • Lobbyismus tötet die Demokratie.

    • @nutzer:

      Es ist nicht der Lobbiismus an Sich sondern die damit einhergehende Korrumpierung

  • Während ich Merz sicher nicht für gut oder kompetent halte, ist es schon sehr deutsch-paranoid, jede Ankündigung von Veränderungen nur noch ängstlich zu bewerten und ohne genaues Wissen als Drohung zu verstehen.

    • @Heideblüte:

      "...jede Ankündigung von Veränderungen nur noch ängstlich zu bewerten und ohne genaues Wissen als Drohung zu verstehen."



      In diesem konkreten Fall bzw. dieser konkreten Person kann man durchaus recht realistisch abschätzen in welche Richtung die Reformen gehen könnten, und wer davon profitiert bzw. eben nicht.

  • Die Ankündigung von "Reformen" lässt mich schon länger innerlich zusammensuchen, wie ein Drohung.

  • Es war sicherlich etwas off, aber ich fand mehr seine Krawatte stimmte nicht. Ich glaube, dass es 2026 aufwärts gehen wird, und dass Herr Merz damit nichts zu tun haben wird. Ich bin da sehr optimistisch. Lieber ein Merz als ein Verrückter in Orange.

  • >Bundeskanzler Friedrich Merz redet in seiner Neujahrsansprache viel über Wirtschaft.<

    Erschreckend, dass dieser Mist immer noch im Fernsehen übertragen wird.

    • @A. Müllermilch:

      "...dass dieser Mist immer noch im Fernsehen übertragen wird."



      Wären Ihnen reine Hinterzimmermauscheleien lieber? Verstehe Ihr Problem offengestanden nicht recht. Ausschalten geht doch immer.

  • Merz ist kein "Volkskanzler". Er ist der Verwaltungschef einer kleinen, reichen Clique, die nur ein Ziel kennt: noch reicher werden.

    Merz ist der Türöffner für einen ungebremsten Raubtierkapitalismus. Den Masterplan hat sein Arbeitgeber "Schwarzfels" vorgelegt.

    Steuer- u. Kostensenkung sowie Subventionen für Konzerne und ihre Eigner. Finanziert durch Kürzungen u. Zumutungen für Arme und Arbeitende. Rente? Runter. Gesundheit? Einschränken. Bürgergeld? Abgeschafft.

    Ergebnis? Viele Millionen Menschen zahlen für einige Tausend Unternehmer und Aktionäre.

    Die Ruhrbarone des 19. Jahrhunderts spenden begeistert Beifall aus der Hölle.

  • "Die Klimakrise ist für ihn hingegen nicht mehr als eine Fußnote."

    Gut, nur wenn ich mir heute die Tankstellenpreise ansehe und mit denen Anfang der Woche vergleiche als ich glücklicherweise getankt habe, so ist die Differenz für den Einzelnen mehr als eine Fußnote.

    Insofern ist "Klimakrise" schon ein Stichwort, auch mit Blick auf unsere aktuelle Stromrechnung.

    • @sutrebe:

      👍

  • Er ist einfach schlecht der Merz, so banal ist es manchmal einfach.



    Wirtschaft müsste das große Thema sein, anpacken, nach vorne gehen, mehr Jobs, raus aus der Krise.



    Stattdessen lapidarer Quark. Kohl und Merkel haben sicher nicht makellos regiert, trotzdem hatten die Leute (warum auch immer) Vertrauen in sie, man nahm ihnen ab, das ihnen das Wohl der Menschen wichtig war. Das geht Merz leider total ab, die Union wäre mit Wüst oder Günther deutlich besser gefahren. Dazu hätte die Union eigene Antworten auf die rechten Herausforderungen gebraucht, was kam ist hirnloses Nachplappern der AfD in der Migrationspolitik und Bürgergeldempfängerbashing.



    Wir werden ihn leider nicht so schnell los, den Friederich, es werden drei lange Jahre bis zur nächsten Wahl und es dräut leider derzeit keine Besserung.

    • @FtznFrtz:

      "...es werden drei lange Jahre bis zur nächsten Wahl..."



      Davon ist Scholz vermutlich auch ausgegangen.



      Viel schlimmer ist, ich verspreche mir von den nächsten Wahlen keine Verbesserungen, sondern ganz im Gegenteil gravierende neue Probleme von rechts...

  • Merz, aber auch die anderen Politiker der Regierung inkl Klingbeil, hängen immer noch in den 1980ern fest. Sie glauben, sie müssen nur wieder Wachstum erreichen und dann wird alles wieder gut. Das ist ein Irrglaube. Damit alle wieder etwas vom Wirtschaftswachstum haben, müsste es mindestens 4-5% Wachstum geben. So viel wird es nie wieder geben. Bei 1-2% Wachstum werden nur die reicheren 20-30% etwas bekommen. Die restlichen 70-80% werden sauer sein. Und noch mehr werden die AfD wählen.



    Stattdessen müssten die gewaltigen Gewinne in unserer Wirtschaft gerechter verteilt werden. Beispielsweise wuchs das Vermögen nur der reichsten 500 Deutschen nur von 2020-2024 um 500 Mrd.€ grösser. Wenn davon 50 Mrd. € für die restlichen 80 Mill. aufgewendet würde, wären diese sehr viel zufriedener und reichsten 500 würden nur etwas langsamer reicher.

  • Bürger? Was ist das??



    Denkt ihr ernsthaft dass mit der CDU, CSU, FDP, SPD, Grünen irgendwann die Bürger im Mittelpunkt stehen könnten? Nein, die afd will ich garnicht erwähnen, das sind rechtsradikale Spinner die ich nicht in Betracht ziehe!



    Maximal der Linken traue ich eine Kurskorrektur zu, weil diese Partei mit ihren Anfragen in den letzten Jahren, mit der Wahl-app und anderen Aktionen doch immerhin ein gewisses Interesse an Bürgern gezeigt hat.



    Bei allen anderen spielt NUR "die Wirtschaft" eine Rolle. Und "Wachstum" natürlich. Alles Dinosaurierkonzepte, aber diese Alten wissen es nicht besser, so wie es aussieht.



    Wo bleiben die neuen Ideen und Umsetzungen? Wo bleiben Bildung und Sozialstaat? Seit den 90er Jahren nur Abbau, "Einsparungen" und Verhöhnung.

  • Er erinnert mich immer wieder an Mr. Burns bei den Simpsons.

    Kanzler ist nun wirklich der absolut falsche Job: Für Deutschland, aber auch für ihn selbst.

  • Warum sollte er über etwas reden, was ihn absolut nicht interessiert?

  • Sorgen der BürgerInnen ? Wir sollten einen so viel Beschäftigten bitte nicht überfordern, so lange ist er doch noch nicht im Amt und es gibt noch unglaublich viel zu lernen: Wie man einen Frieden hinbekommt, Aktionäre und frustrierte Parteikollegen versorgt, sich vor den Sticheleien aus Bayern wappnet und gleichzeitig aufpasst, dass beim 'Koalitionspartner' niemand Klingbeil und Bas in Frage stellt. So hatte er sich das Amt kaum vorgestellt, die ganze Arbeit, die Scholz, Lindner und Habeck zurückgelassen haben, da bleibt doch kaum Zeit für die Niederungen der Realität, wenn die großen Anleger lieber ihre Geschäfte in der Ferne machen und dem kreativen Mittelstand gerade die Aufgaben entziehen. Wo soll den das Geld für Klimamassnahmen und die Reparatur der Infrastruktur noch herkommen, wenn die Druckerpressen für die neuen Schulden ausgelastet sind bis zum 'geht nicht mehr' und gleichzeitig alles getan werden muss, damit die Zinsen nicht noch weiter ansteigen, wenn weltweit aufgerüstet werden muss. Das müssen die einfachen Menschen doch einsehen, statt zu meckern und AfD zu wählen, ein harter, alles abverlangender Job nach den so bequemen Oppositionsbänken an der Seite der Blauen.

  • Aber schön ist doch, dass Herr Merz nun Kanzler sein darf, bzw Vorstandsvorsitzender oder so.



    Kalif anstelle der Kalifin.



    Endlich hat er Merkels Stuhl übernommen.



    Und dann kommt das Volk - der Pöbel - und hat auch noch Ansprüche. Sollen sie doch Kuchen essen.

    Leider sind die Politiker mit Anspruch und Moral und Werten nahezu ausgestorben.

  • Das mag der Tatsache geschuldet sein, dass Herr Merz in einer komplett anderen Realität zu leben scheint als ein einfacher Arbeitnehmer.



    Zum Beispiel mahnt Herr Merz, wir alle sollten in Zukunft länger arbeiten, was mit meiner Realität in den Betrieben, in denen ich wirken durfte, überhaupt nicht in Einklang zu bringen ist. Dort wurde stets darauf geachtet, möglichst Arbeitnehmer Ü50 oder älter loszuwerden, entweder durch Mobbing oder sie zu entlassen. In den 90er Jahren war ich im Maschinenbau tätig, wo der Metalltarifvertrag gilt in dem seinerzeit eine Klausel stand, nach der Arbeitnehmer, die das 55. Lebensjahr erreicht hatten, unkündbar waren, wenn sie nicht gerade beim Klauen silberner Löffel erwischt wurden.

    Erreichte ein Arbeitnehmer diese Altersstufe, wurde die Personalleitung von der Geschäftsleitung regelmässig gerügt, weil sie nicht aufgepasst hatten, diese Mitarbeiter rechtzeitig zu entlassen.

  • Es ist mir nach wie vor unerklärlich, wie ein empathie- und kompetenzfreier Mensch wie Merz Bundeskanzler werden konnte.



    Dass er charakterlich dem Amt nicht gewachsen sein würde, war doch bereits vor seiner Benennung zum Kanzlerkandidaten klar.

    • @Flix:

      Schauen Sie mal in die USA: es geht immer noch schlimmer.

    • @Flix:

      Da gibt es nichts Unerklärliches, Sie können in den CDU-Parteitagsprotokollen und in den Bundestagsprotokollen genau nachlesen wer ihn gewählt hat.

    • @Flix:

      Ganz fix zu erklären, durch jahrelange professionelle Indoktrination, Meinungsmanipulation & Meinungsmache und einem Regierungssystem indem fast unabhängig vom Wahlergebnis durch die Bevölkerung , die durch die Wähler legitimieren Parlamentarier - sich zum Kanzler wählen können, wen sie wollen...

    • @Flix:

      Weil in Deutschland der Kanzler nicht direkt gewählt wird 🤷



      Wir wählen Parteien. Noch eine Person für den Landkreis.



      Das wars.



      Alles andere ist innerer Parteiklüngel.



      Ämter. Posten.



      So kommen Menschen zu höchsten Ämtern, die gar nie vom Volk dafür berufen wurden oder für würdig befunden - eben beispielsweise ein Merz aus den Reihen seiner Partei zum Kanzler, beispielsweise aber auch eine Ricarda Lang zur Chefin der Grünen, obwohl die noch nie auch nur ansatzweise ihren Landkreis gewonnen hat...



      Politik ist Klügel durch und durch. Unsere Demokratie hat wenig von einer Demokratie im ursprünglichen Sinne - ein paar Kreuze alle paar Jahre, das wars - alles andere wäre organisatorisch aber auch kaum möglich bei 84 Millionen, gehört auch zur Wahrheit.

    • @Flix:

      Charakterliche Eignung spielt schon lange keine Rolle mehr, siehe Trump, Netanjahu, Orban und viele mehr.

    • @Flix:

      Fachkräftemangel ist schon lange auch in der Politik angekommen. In der Union sowieso, da werden nur die Flaschen rangelassen.

    • @Flix:

      Bitte haben sie Verständnis dafür, dass man bei dem heutigen Fachkräftemangel nehmen muss was man kriegt.

      Aber immerhin ist ein Titel dem Kanzler sicher:



      Es ist der unbeliebteste Kanzler seit der Staatsgründung !

    • @Flix:

      Olaf Scholz war doch auch Kanzler. Da sehe ich bei Merz dich etwas mehr Emotionen und Kompetenz würde ich ihm im Vergleich dazu auch nicht völlig absprechen. Insgesamt gab es in der vorherigen Regierung - von der Außen- über die Innen- und den Wirtschaftsminister doch nun wirklich sehr viele Beispiele für "Kompetenzfreiheit".

    • @Flix:

      Nun, man kann es natürlich personalisieren ...

    • @Flix:

      Zitat: kompetenzfreier Mensch wie Merz

      Das ist er ganz sicher nicht. Hat vermutlich mehr Kompetenz als die letzten, wir wissen nur nicht wo seine Prioritäten liegen.



      Beim Rest würde ich Ihnen nicht wiedersprechen, da liegt er auf ganzer Linie bei seinen letzten beiden Vorgänger.

    • @Flix:

      Gute Verbindungen zur "Wirtschaft" vermutlich?



      Und keine Alternative.



      Aber ich frage mich auch warum Bundeskanzler nicht einfach per Zufall (auslosen) bestimmt werden können... Schlimmer als die Letzten kann es ja kaum werden, ausser die afd kommt an die Macht, natürlich.

    • @Flix:

      Weil die kompetenteren Leute eine*r nach dem Anderen gescheitert sind, und er schließlich übrig blieb.

    • @Flix:

      Das war keine Wahl für Merz sondern gegen die Faschisten und die Schlaftablette Scholz. Da war halt zufällig einer von der CDU da der sich in den Fußstapfen der großen Beruhigungskanzlerin Merkel verlaufen hatte.



      Ich habe mir auch gesagt besser der als Höcke, das war es aber schon, der ist hauptberuflich Aktionär und in der CDU, der Rest ist im egal.

    • @Flix:

      Wer sich ein wenig auskennt, mit dem Habitus und der (fehlenden) rationalen Kompetenz von Aufsichtsratsvorsitzenden, insbesondere von Heuschrecken, der konnte und durfte nur einen Bestimmer und Schwätzer erwarten, der weiß, dass das Kapital auf seiner Seite steht und empathsches Gehabe lediglich vorgetäuscht sein wird.



      Die so genannten Parteien der Mitte hatten aber ansonsten keinen Kandidaten, der gewählt wurde. Warum ?

    • @Flix:

      Ein grosser Teil der Wähler wollte eine konservative Veränderung. Da war das Charisma des Kandidaten nicht so wichtig.

  • Ja was wollt Ihr denn? Freiheit, Sicherheit und Wohlstand - das sind Attribute, die allen zugute kommen. Ausgenommen selbstverständlich die, die nix haben. Die brauchen das nicht, denn wenn die überhaupt wählen, dann nicht die csDU, so what?!

  • Als Kanzler die völlige Fehlbesetzung. Aber das ist ja nichts neues.



    So langsam beschleicht einem das Gefühl, das er Spahn mit seinen AfD Freunden, den Weg freischaufelt. Gewollt oder ungewollt.



    Merz weiß, wie es mit seinen Umfragewerten steht. Anscheinend ist ihm das egal. Er lebt in seiner Welt der Millionäre, die die Sorgen der Mehrheit im Lande ignoriert. Das wird Konsequenzen haben.