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Alkoholverbot an Bahnhöfen Nicht mein Bier

Kommentar von

Wolfgang Mulke

Die Bahn plant ein Alkoholverbot an Bahnhöfen, um die Kriminalität zu senken. Das verlagert die Probleme nur und könnte sogar das Gegenteil bewirken.

E in Alkoholverbot an Bahnhöfen ist aus Sicht der Deutschen Bahn durchaus sinnvoll. Das zeigen die Erfahrungen an den Stationen, an denen Rauschtrinken bereits untersagt ist, etwa in Frankfurt, Hamburg oder München. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es kommt zu weniger unangenehmen Begleiterscheinungen wie Belästigungen der Fahrgäste und des Personals oder den unschönen Hinterlassenschaften der Trinker.

Aus Sicht des Unternehmens ist der Schritt also verständlich, soll die Bahn doch sicherer und sauberer werden. Das Problem mit dem öffentlichen Alkoholkonsum wird dadurch allerdings nur auf Räume verlagert, die nicht zur Bahn gehören. So schiebt Bahnchefin Evelyn Palla es anderen zu: den Kommunen, den Anwohnern und der örtlichen Polizei.

Zweifelhaft erscheint zudem der Effekt auf die Sicherheit des Zugpersonals. Die Attacke eines alkoholisierten Fahrgastes auf einen Kontrolleur am vergangenen Freitag und der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar sind die Auslöser des Verbots. Derlei Gewaltexzesse wird das Trinkverbot an den Stationen jedoch nicht verhindern können, zumal es lediglich auf den öffentlich zugänglichen Raum rund um die Gleise beschränkt ist. Bei einer konsequenten Durchsetzung könnte sogar ein gegenteiliger Effekt eintreten, etwa wenn Fußballfans sich gegen Alkoholkontrollen und Platzverweise handgreiflich zur Wehr setzen.

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Aggressive und gewaltbereite Reisende wird es wohl immer geben. Die Gefahr für das Bahnpersonal und Mitreisende lässt sich allerdings vermindern. So sind doppelt besetzte Kontrollgänge und Bodycams eine wirksame Abschreckung potenzieller Täter. Am Personal wird jedoch trotz Aufstockung noch immer zu sehr gespart.

Auch die Strafverfolgung kann abschrecken. Es muss jedem potenziellen Gewalttäter klar sein, dass ein Tritt oder Schlag gegen Andere im Zug Folgen hat. Der Vorschlag der Allianz pro Schiene, Bahnbeschäftigte wie Feuerwehrleute oder Polizisten einzuordnen und so eine härtere Bestrafung bei Übergriffen zu ermöglichen, ist eine Möglichkeit. Am Ende muss aber die Gesellschaft abrüsten und Gewalt konsequent ächten.

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85 Kommentare

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  • Unsere alkoholkranken Mitbürger mit Geld können sich trotz "Alkoholverbot" nach wie vor in der Gastro versorgen und für Sanifair zahlen. Aber was ist mit denen ohne Geld?

    Manche sind obdachlos, darauf angewiesen bei Minusgraden, Dauerregen oder bei Hitzewellen Schutz zu finden. Hilfsangebote wie Bahnhofsmission sind ebenfalls meist an Bahnhöfen.



    Alkoholiker können ein Alkoholverbot schlicht nicht befolgen.

    Natürlich stören diese Menschen, aber wo sollen sie zukünftig hin? Wo erreichen sie Hilfsangebote? Werden Ausweichlösungen angeboten?

  • Ich kann die Bahn verstehen!

    Schuld ist die Judikative, die hier nicht hart genug durchgreift und somit auch die Polizei im Regen stehen lässt!

    • @Sole Mio:

      Die Judikative ist ganz sicher nicht Schuld an einem Alkoholproblem, welches wir hier in Deutschland haben

      • @PartyChampignons:

        @ PartyChampingnons



        Wieso, gibt's jetzt auch schon Untersagung von Alkohol bei Gerichten und Rechtsanwälten ? 🥂🍾🍸🍺

      • @PartyChampignons:

        Jetzt lassen Sie doch den armen Bot in Ruhe

  • Die "gute Idee" scheitert spätestens dort, wo ihre Durchsetzung wirklich wichtig wäre: Wenn es zwei Hundertschaften Bereitschaftspolizisten bräuchte um einen Sonderzug voller Fußballirrer zu räumen, die glauben ihrer Drittklassenmannscht richtig Gewicht verleihen zu müssen.



    Ansonsten kann man selbstverständlich vier Frauen auf dem Mädelsausflug aus dem Verkehr ziehen, wenn sie zu laut kichern beim Sektchen...

    • @Der olle Onn:

      Nur weil eine Regelung nicht immer zu 100% durchsetzbar ist, heißt das doch nicht, dass Sie nicht sinnvoll ist. Nach der Logik könnte man auch sagen, dass Höchstgeschwindigkeiten im Verkehr keinen Sinn ergeben, weil Sie nicht überall durchsetzbar sind.

    • @Der olle Onn:

      Und fraglich ob da noch die Relationen stimmen. Ich weiß man darf keinen Bundespolizisten verletzten, aber es würde trotzdem passieren. Und was machen die Fans laufen dann unkontrolliert durch Zb. Innenstädte.

      Hauptsache man hat das Alkoholverbot durchgesetzt.

  • taz: *Die Bahn plant ein Alkoholverbot an Bahnhöfen, um die Kriminalität zu senken.*

    Das ist ja alles schön und gut; und ich bin natürlich auch dafür, dass Bahnhöfe alkoholfrei werden. Ich würde es aber auch begrüßen, dass man nicht nur ein paar Nebelkerzen anzündet, um das Hauptproblem der Deutschen Bahn (DB-AG) mal wieder nicht angehen zu müssen.

    Das Hauptproblem ist, dass die Züge nicht pünktlich abfahren oder nicht pünktlich ankommen - und einige Züge fahren sogar überhaupt nicht ab.

    Man hat damals rund 58.000 Weichen und 8.000 Kilometer Schienen herausgerissen; und die Folgen dieser "Abriss-Ära" spüren Bahnreisende heute täglich durch chronische Unpünktlichkeit und Zugausfälle. Wenn heute eine einzige Weiche blockiert ist, oder ein Zug eine Panne hat, dann staut sich der gesamte Verkehr meilenweit dahinter, weil die Züge nicht mehr auf das Gegengleis oder auf Nebengleise ausweichen können.

    Das zu beheben wäre doch endlich mal angebracht, anstatt sich im Vorfelde dafür "feiern" zu lassen, dass man ein Alkoholverbot an Bahnhöfen eventuell "durchsetzen möchte"; was das Problem mit dem Alkohol - wie die taz richtig schreibt - nur wieder in einen anderen Raum verlagert.

  • Checke nicht, was das Problem ist. Finde das Alkoholverbot auf Bahnhöfen gut und muss auch auf Züge ausgeweitet werden. Außerdem braucht die Bahn ein besseres Management von ‚kritischen‘ Fahrten (z.B. im Vorfeld von Fußballspielen oder an Wochenenden für Junggesellenabschiede) mit Bundespolizei in Bereitschaft an jedem Bahnhof, um nach und nach die ganzen Trottel aus den Zügen zu ziehen, die ihre beschränkte dumme Welt mit Gewalt zum Maßstab für alle anderen machen.

    • @Hektor Rottweiler:

      "Finde das Alkoholverbot auf Bahnhöfen gut und muss auch auf Züge ausgeweitet werden"

      Finde ich auch.

      Alkohol, sogar Hochprozentiger gehört nicht ins Bordbistro.



      Wer in 2 Stunden 3 Pils bestellt und bekommt ist objektiv alkoholisiert.

      Alkohol wird auch in der Bahn verharmlost. Ich fühle mich bei jeder Bahnfahrt unwohl, weil ich in einem Zug alkoholisierten Personen oder Personen, die unter Alkohol psychiatrische Nebenwirkungen ihrer Medikamente bekommen (in Fachkreisen häufiger als allgemein bekannt) nicht aus dem Weg gehen kann.







      Die paar Euro aus dem Alkohol im Bordbistro machen das Defizit nicht weniger, verbessern aber das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste.

      www.bahn.de/service/zug/bordgastronomie

      • @Hans - Friedrich Bär:

        @ Hans - Friedrich Bär



        Also wer sollte denn etwas gegen ein, zwei Piccolöchen haben ?



        Demnächst wird einem wohl auch noch ein Kaugummi zu kauen untersagt.



        Meine Frau meinte nur zu diesem Thema, dann nehmen wir halt unsere gefüllten Weinbrandbohnen mit 😂🤣😂

    • @Hektor Rottweiler:

      Oder man lässt die Herren und Damen gar nicht erst auf das Gleis, bevor sie nicht wieder halbwegs nüchtern sind.

      • @Suryo:

        Die Deutsche Bahn hat 4300 Haltepunkte. Die S -Bahnstationen haben oft 4 Aufgänge. Dafür bräuchte man alleine 4 Mitarbeiter in einer Schicht die das überwachen. Und wie soll man das in Hauptbahnhöfen in Zb. Berlin, München oder Hamburg schaffen. Kontrollen an allen Eingängen. Rund um die Uhr, an 365 Tagen.

        • @Martin Sauer:

          Man kann auch alles totquatschen. Sobald es irgendeinen Vorschlag gibt, kommen regelmäßig Menschen um die Ecke die erklären, warum das nicht funktioniert. Einfach mal machen und umsetzen. bei Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es auch keine 24/7 Überwachung. Trotzdem gibt es die richtigerweise

  • Warum will man 100% ein sozialverträgliches Genussmittel wegnehmen, weil ein Prozent nicht damit umgehen kann?

    • @Rainer Meyer:

      Weil ein ICE4 981 Sitzplätze hat und zugelassen für 1.500 Personen insgesamt ist. In einem vollbesetzten ICE haben Sie also 1% von 981 = 9,81 bis 1% von 1.500 =15 mehr oder weniger deutlich alkoholisierte Personen , die nach Ihrer Meinung nicht damit umgehen können.



      In einem vollbesetzten ICE können Sie diesem knappen Dutzend auch nicht aus dem Weg gehen.

      In anderen Diskussions-Beiträgen wird das Recht auf eine sichere Fahrt, die die Bahn schuldet formuliert, eigentlich muss man das nicht gesondert begründen.

      Ich kann mich an Personen erinnern, die mit erheblicher Gangunsicherheit räumlich desorientiert im Zug auf und ab gelaufen sind und auf Ansprache durch den Zugbegleiter nicht wussten wo sie waren. Das ist ein Problem für alle Beteiligten, denn Personen in diesem Zustand gehören überwacht und ab dem nächsten Halt medizinisch versorgt.

      Die Bahn verfolgt zwar den richtigen Weg, allerdings nach dem Sankt Florians Prinzip : Sie selbst verkauft Alkohol, ist es aber nicht gewesen, wenn Fahrgäste alkoholisiert aus dem Zug steigen oder sich alkoholisiert im Zug aufgehalten haben.

      www.adac.de/verkeh...e/promillerechner/

    • @Rainer Meyer:

      Wegen dem 1%, das mit seinem Alkoholkonsum eben nicht sozialverträglich umgeht.



      Für ALLE Fahrgäste der DB muss eine möglichst stressfreie und angenehme Bahnfahrt möglich sein, sofern das angesichts der gegebenen Möglichkeiten bei der Bahn überhaupt realistisch ist. Und gerade, weil es zur Genüge technische, logistische, personelle Probleme bei der Bahn gibt, lässt sich zumindest an den Faktoren arbeiten, die sich relativ schnell abstellen lassen.



      Es geht dabei nicht mal um Gewalt oder andere Übergriffe betrunkener, enthemmter Fahrgäste. Wissen Sie, welchen Stress es beispielsweise für Autisten bedeutet, eine Bahnfahrt mit einer Horde betrunkener und grölender Fußballfans in einem Abteil verbringen zu müssen, die dazu noch ihre Mucke laut aufdrehen? Auch wenn die nur ‚spielen‘ wollen und im wahren Leben allesamt nette Kerle (und Mädels) sind, die Hölle ist es trotzdem.



      Wo bleiben da der Gemeinsinn und die Rücksichtnahme, die für das Funktionieren einer Gesellschaft einfach unerlässlich sind?

      • @Abdurchdiemitte:

        "Wo bleiben da der Gemeinsinn und die Rücksichtnahme, die für das Funktionieren einer Gesellschaft einfach unerlässlich sind?"



        ... beides geriet seit den siebziger Jahren in Vergessenheit und wurde seitdem als "zu mühsam" wahrgenommen.

    • @Rainer Meyer:

      Interessantes Argument. Ich trinke auch gerne mal Alkohol. Würde aber nie auf die Idee kommen, das außerhalb von Gastronomie oder den eigenen 4 Wänden zu machen. Und ich fühle mich nicht eingeschränkt. Die hier genannten Beispiele Fußballspiele (übrigens gibt es Spiele, bei denen darf kein Alkohol im Stadion verkauft werden) oder Junggesellenabschiede finde ich persönlich ausreichend für ein Verbot.

  • "Aggressive und gewaltbereite Reisende wird es wohl immer geben."

    Zweifelsohne. Das Alkoholkonsum Aggressivität erhöht und Hemmschwellen abbaut ist aber ebenfalls eine Tatsache. Als Fahrgast von Bus und Bahn würde ich es begrüßen, wenn in den Öffis kein Alkoholkonsum gestattet ist und nach Möglichkeit (stark) alkoholisierte Menschen diese gar nicht erst betreten dürften.

    • @Tom Tailor:

      Dazu sollte der Busfahrer oder Triebfahrzeugführer das auch durchsetzen. Wenn der Tf in der Überwachungskamera eine Bierflasche sieht: Zwangsbremsung.

      Aber keiner setzt sowas durch. Also erlauben sich die Fahrgäste den Spaß.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Zwangsbremsung? Und was soll das bewirken außer das der gesamte Fahrplan durcheinander kommt? Betrunkene Fahrgäste wird das nicht weiter stören, die bleiben sitzen und trinken weiter.

    • @Tom Tailor:

      Danke. Alkoholverbot nicht nur auf dem Bahnhofsgelände, sondern auch in den Zügen.



      Ich bin auch Kunde der DB und möchte eine möglichst angenehme, stressfreie Fahrt genießen. Und ich bin auf die Bahnnutzung angewiesen.



      Wer ausschließlich in seiner isolierten Blechkiste reist, hat diese Probleme möglicherweise nicht (dafür aber andere) und kann den Stress, den Bahnfahren verursacht, vielleicht gar nicht nachvollziehen.

  • "Bei einer konsequenten Durchsetzung könnte sogar ein gegenteiliger Effekt eintreten, etwa wenn Fußballfans sich gegen Alkoholkontrollen und Platzverweise handgreiflich zur Wehr setzen."

    "Interessante" Argumentation. Wenn man diesen Einwand zu ende denkt, ist jegliche Kontrolle oder Durchsetzung von Recht und Gesetz lieber zu unterlassen, da die Betroffenen sonst handgreiflich werden könnten.

    • @Tom Tailor:

      Nein, das betrifft nicht jegliche Durchsetzung von Recht und Gesetz.



      Der Alkoholkonsum ist ja nicht für sich ein Problem, sondern nur Auslöser.



      Wenn nun der Alkoholkonsum weniger der zu verhindernden Gewalt auslöst, als die Kontrollen, dann ist durchaus fraglich, ob die Kontrollen als Gewaltauslöser nicht vielleicht eher zu beanstanden sind als der Alkoholkonsum.



      (Ob das allerdings wirklich so ist, wage ich zu bezweifeln)

  • Ein bißchen wie Heroin im Frankfurter Bahnhofsviertel zu verbieten, gesoffen wird dann eben anderswo, die Leute (und ihr Problem) lösen sich durch das Verbot ja nicht einfach in Luft auf.



    Außerdem lässt man sich eher in der Kneipe oder im Park mit Bier aus dem Supermarkt volllaufen. Wenn man dann mit der Bahn heimfährt...Stuttgart 21 kann man sich auch nicht schön oder sinnvoll trinken.

    • @FtznFrtz:

      Mag sein, dass dann anderswo gesoofen wird, aber "ein jeder kehre vor seiner eigenen Tür" ist hier das Motto. Die Bahn fängt an und die Gemeindeverwaltung kann ja anschließend das Saufen im Park verbieten.

      • @migra:

        Super Idee, am besten Saufen gleich ganz verbieten, dazu Rauchen und ungesundes Essen. Wird bestimmt funktionieren, die Geschichte strotzt nur so von Erfolgsgeschichten in dem Bereich.

  • Sorry, aber dieser Kommentar ist irgendwie sinnfrei. Die Bahn stellt einen bezahlten Service zur Verfügung. Vollgepisste Haltestellen, rumrollende Bierflaschen, und saufende Fahrgäste mindern offensichtlich die Servicequalität für Nicht-Trinker:innen unter den Fahrgästen, welche die überwiegende Mehrheit stellen. Daher macht es nur Sinn, dass die Bahn da durchgreift, und als Hamburger kann ich bestätigen, dass sich die Qualität der Haltestellen und Zugfahrt deutlich verbessert hat, jetzt wo kaum noch Alkohol in den Öffentlichen Verkehrsmitteln konsumiert wird (ganz unterbinden ist wohl unmöglich).



    Abgesehen davon ist die Bahn nicht dafür zuständig ein gesellschaftliches Problem zu lösen, sondern die Politik. Die Bahn ist ein Dienstleister und als Kunde wünsche ich mir einen sicheren, angenehmen Transport durch die Bahn.

  • Das Grundproblem scheint mir zu sein, wie sich die Gesellschaft generell zum Alkoholkonsum verhält. Solange dort man da nicht umdenkt, ist das Trinken auf Bahnhöfen eine Marginale.



    Dass auf wenigen großen Bahnhöfen, wo der Alkoholkonsum verboten ist, es weniger Kriminalität gibt, liegt wohl daran, dass mit dem Trinkverbot auch andere Verbote (z.B. Waffe dabeihaben) einhergehen und diese insgesamt durch sichtbar mehr DB-Ordnungsdienste und BP durchgesetzt werden.



    Anders als beim Rauchen, wo die Handlung sofort störend auf die Umgebenden wirkt, sind beim Alkoholkonsum die Kriterien des "Störens" schwerer zu ermitteln. Wer will denn z.B. einem Handwerker, der um 5 Uhr nachmittags auf der Bahnsteigbank sein Feierabendbier trinkt, das Leben versauern?



    Und: Wenn der Alkohol seine enthemmende Wirkung entfaltet (z.B. bei Fußballfans), ist ohnehin schon viel Polizei vor Ort.



    Ich schließe daraus, dass nur eine stringente Hausordnung, mit viel Personal durchgesetzt, Wirkung erzielt. In Ditschl gibt es nicht zu wenig Gesetze, sondern es mangelt an deren Durchsetzung.



    Und dass sich gesamtgesellschaftlich das Verhältnis zum "Saufen" ändern muss. Z.B.: Dann eben auch nicht im Zug und Speisewagen.

  • Das ganze ist, nebenbei, natürlich auch ein Image-Problem der Bahn.



    Warum geht das, was am Flughafen geht, nicht auch auf den großen Bahnhöfen (am Haltepunkt in Kleinkleckersdorf mit den 2 Reisenden am tag war DB-Sicherheit wahrscheinlich vor 5 Jahren das letzte Mal). Alkohol- und Rauchverbot im ganzen Bahnhofsbereich, einschließlich der Züge und Zutritt zum Bahnsteig/Bahnhof nur mit gültigem Fahrschein. Gab es mal und wurde dummerweise abgeschafft.



    Wenn die Leute 10 oder 12 Stunden Flug ohne Qualm schaffen, dann auch die 40 Minuten Zugfahrt ohne Zigarette und Dosenbier.



    Und Fußballfans/Konzertbesucher, welche das nicht verstehen wollen, einfach von der Beförderung ausschließen

    • @Oleg Fedotov:

      Gesellschaftlicher Konsens im sonst so freien Deutschland. Darum sind Flughäfen oder Flugzeuge rauchfrei. Außerdem ist der Sicherheitsdienst nicht weit.

      Um ein Verbot durchzusetzen, so richtig Singapur-Style, benötigt es hierzulande eine massive Aufstockung von Law and Order, und damit eine Einschränkung vom Freiheitsgefühl des Deutschen. Dafür gibt es aber zu wenig Personal. Als jemand, der das Verbot begrüßt, aber kein Law and Order als Methode haben will, benötigt es aus meiner Sicht eine gesellschaftliche, antikapitalistische Transformation.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Was ist denn so schlecht an "Law and Order"?

        • @Ohne_Mitte_geht_nix:

          Vieles.

          Aber ich spreche mal die Mitte an: Gängelungen wie Fahrerassistenzsysteme in Autos, die automatisch einen Strafzettel ausstellen, wenn jemand zu lange zu schnell gefahren ist. Technisch machbar, noch nie umgesetzt.

          Wenn wir beim Autofahren bleiben: Kamera-Autos, die jedes Vergehen erfassen und Präsenz von Ordnungsamt und Polizei alle zwei Minuten.

          Oder es gibt Festnahmen, weil du einen Zigarettenstummel auf den Boden geworfen hast.

          • @Troll Eulenspiegel:

            Also das mit den Fahrerassistenzsystemen ist doch ein guter Ansatz...würde sicher die Raser einbremsen und viele Leben auf den Strassen retten. Gleiches gilt für Kameraautos, die Parker auf Radwegen oder vor abgesenken Bordsteinen erfassen.



            Und Zigarettenkippen gehören in die Abfallkörbe und nicht in die Natur geworfen.



            Von daher bin ich in diesen Fällen immer noch bei Law and Order...genauso wie bei dem Alkoholverbot auf dem Bahnhofsgelände.

          • @Troll Eulenspiegel:

            Aber Sie beschreiben das Problem doch sehr schön: Menschen, die glauben, Gesetze brechen zu dürfen/können, weil sowieso niemand da ist, der deren Einhaltung durchsetzt. Handeln unter dieser Prämisse nennt man auch schlicht Egoismus. "



            Law&Order" ist ja nur deshalb notwendig, weil einige und viele glauben, Gesetze seien eine Zumutung und gelten nicht für sie. "Law&Order" ist quasi die Erinnerung an das Gemeinwohl in verbindlicherem Modus.

            • @Vigoleis:

              So sehr ich denke, dass Polizei und Überwachung auf das Mindestnötige zu reduzieren sind, so sehr sind Troll Eulenspielgels Beispiele gerade solche, mit denen ich kein Problem hätte.



              Raser gehören bestraft. Egal, ob einer guckt, oder nicht. Warum nicht als Auflage für einen aufgefallenen Wiederholungsraser eine Selbstüberwachungspflicht?



              Kamera-Autos: Nicht falsch. Muss ja nur ausgewertet werden, wenn was war. Nur weil kein Zeuge da war geht der Täter unbestraft aus? Keine Gute Idee, oder?



              Zigarettenkippen sind Gift. Die liegen auch oft auf Spielplätzen. Steckt ein Kleinkind sich welche in den Mund kann das lebensgefährlich sein! Wer die da hin wirft sollte wegen versuchten Totschlags verklagt werden. Überwachung deshalb, nö, muss nicht. Aber wenn andere einfach mal sagen würden: "Entschuldigung, würden sie die Kippen in den Mülleimer da drüber werfen?", wäre das schon schön.

  • "Das verlagert die Probleme nur..."



    Es ist Aufgabe der Bahn, Menschen das Reisen von hier nach dort zu ermöglichen.



    Es ist nicht Aufgabe der Bahn, die Probleme der Gesellschaft zu lösen.

  • "Auch die Strafverfolgung kann abschrecken. Es muss jedem potenziellen Gewalttäter klar sein, dass ein Tritt oder Schlag gegen Andere im Zug Folgen hat."



    Nüchternen Menschen ist das sicher klar - aber alkoholisierten?

    • @Il_Leopardo:

      Na, wenn sie wieder nüchtern sind und dann die entsprechenden Strafen bekommen, werden sie es vielleicht auch irgendwann lernen.

      • @Ohne_Mitte_geht_nix:

        Ist irgendwie traurig, dass da eine Menge (oft junger Männer) herumläuft, die wenig Achtung vor anderen Menschen haben und nur durch Einsatz staatlicher "Gewalt" zur Raison gebracht werden können.

        • @Il_Leopardo:

          Das empfinde ich auch als traurig, insbesondere weil eben diese jungen Männern unter Gruppenzwang und Alkoholeinfluss handeln und dabei jeglichen Anstand und Achtung vor anderen Menschen vermissen lassen (darunter haben oft Frauen und Ausländer besonders zu leiden). Es tut mir leid, aber in solchen Fällen muss wirklich mit staatlicher Gewalt dagegengehalten werden.

  • Natürlich ist es sinnvoll, wenn in Bahnhöfen nicht mehr getrunken werden soll. Ich würd mir das auch noch IN den Zügen wünschen. Viele bringen ihr - meist - Dosenbier mit.



    Es ist nicht Aufgabe der Bahn, das Thema Alkoholismus gesamtgesellschaftlich zu lösen, sondern für Reisende und Angestellte für Sicherheit und eine angenehme Atmosphäre zu sorgen.



    Wenn das Alkoholverbot an einigen Bahnhöfen wirkt, ist doch Grund genug, es an allen einzuführen.

  • „So schiebt Bahnchefin Evelyn Palla es anderen zu: den Kommunen, den Anwohnern und der örtlichen Polizei.“



    Recht hat sie! Da gehört das Problem auch hin, Bahnhöfe dürfen nicht als Sammelpunkt städtischer Probleme fungieren, sondern müssen ihrer Servicefunktion für Bahnbetrieb und Reisende nachkommen.

  • Was für ein erkenntnisleerer Artikel.

    Ja natürlich würde es weniger Gewalt geben, wenn die Leute einfach weniger gewalttätig wären. Wie das gehen soll bleibt der Autor schuldig zu erklären.

    Das ist so wie die Forderung nach mehr Personal, die offensichtlich nicht leistbar ist.

    Auch Forderungen nach höheren Strafen werden nichts ändern. Das Alkoholverbot vllt. geringfügig etwas - da Züge in Deutschland in der Regel zu spät sind, gibt es eine kleine Zwangsausnüchterung am Bahnsteig ;).

  • Les ich gerade richtig? Die "taz" / Autor will die Nutzung von Body cams vergrößern?

    Ich weiß nicht ob das allein wirklich abschreckt.. Schließlich sind die Bahnhöfe für gewöhnlich schon voll überwacht.

  • Befürworte ich absolut. Ich bin generell dafür Alkohol aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Wenn wir Raucher aus Bars und Restaurants "rausschmeißen", können wir Leute die Alkohol konsumieren auch da "einsperren" (bzw. auf Stadtfeste etc. überall wo Personal ist ein Auge drauf zu haben)

    Ich habe früher im Eventbereich/Nachtleben gearbeitet und mehr als oft genug die Folgen von Alkoholmissbrauch gesehen.

    Wäre gut für unser Gesundheitssystem (Stichwort Komasaufen unter Jugendlichen) generell Jugendschutz und unsere Kriminalitätsstatistik. Aber ich befürchte, wie Schnitzel und Auto ist auch das öffentliche Trinken aus Deutschland nicht wegzudenken.

  • Bitte Täter gendern.

    • @Kelkin:

      Das nicht zu gendern ist eine Hintergrundinfo zur Statistik.

    • @Kelkin:

      Warum genderst du es denn nicht?

      • @PartyChampignons:

        Warum sollte er? Er weist ja nur auf die Nachlässigkeit bezüglich dieses Wortes hin.



        Müsste man Mensch bzw. Menschen nicht auch gendern?

      • @PartyChampignons:

        Gendern ist von Übel, wenn man aber meint, dass gendern eine prima Sache ist, dann sollte man auch konsequent gendern, dass dann der Artikel möglicherweise völlig unlesbar wird, muss man halt in Kauf nehmen.

        • @Rainer Meyer:

          Witzig. Wird gegendert, dann werfen Sie es vor.



          Gendert man zu wenig, dann tun sie das auch.

          Fazit: Man kann es Ihnen nicht recht machen.

  • "Das Problem mit dem öffentlichen Alkoholkonsum wird dadurch allerdings nur auf Räume verlagert, die nicht zur Bahn gehören. So schiebt Bahnchefin Evelyn Palla es anderen zu: den Kommunen, den Anwohnern und der örtlichen Polizei."

    Oeffentlicher bzw generell Alkoholmissbrauch ist ein gesellschaftliches Problem. Somit ist es die Aufgabe von Kommunen und bei Aerger natuerlich der Polizei das zu unterbinden und nicht die von Schaffnern eines Transportsunternehmens.

    • @elektrozwerg:

      Eine weitere Konsequenz wäre es, den Verkauf von Alkohol in Bahnhofsgebäuden und Bahn-zugehörigen Gebäuden komplett zu untersagen. Also auch Kiosks, Spätis, kleine Supermärkte.



      Ich meine - warum nicht richtig?

  • Das Alkoholvrebot erhöht nicht nur die Sicherheit des Publikums in der Nähe der Geleise und der fahrenden Züge. Es schützt vor allem auch die Alkoholkranken selbst vor unbedachten Aktionen..

    • @Tom101:

      Davon bin ich überzeugt...

  • Das Argument mit dem Fussball Fans läuft ins leere. Wer etwas Erfahrung mit der deutschen Polizei hat weiß: Sie würden den "einen", der Stress macht, so lange provozieren bis sie ihn, dem Gesetz nach, mitnehmen können oder bis der sich in die zweite, besser fünfte Reihe verzieht und sein Maul hält.



    Niemals aber würden sie Onkel Peter mit seinem 13 jährigen Neffen auf den Sack gehen. Auch wenn Peter sein Duff Light demonstrativ vor sich herträgt.



    Glaubt mir. Ich weiß wovon ich rede. Als ganz junger Mann auf dem Mariannenplatz eingekesselt.



    Als Mitte 40 jähriger am Bahnhof in Hof/ Bayern nachts um 3:30 mit Joint in der Hand laufen gelassen.



    Wie man in den Wald hineinruft, schallts auch heraus.

    • @Zange:

      Naja - der "eine", der Stress macht, macht ja auch Stress. Während Onkel Peter in Ihrem Beispiel ja auch nur sein Light vor sich herträgt.

      Sollte Ihrer Meinung nach der mitgenommen werden, der keinen Stress macht?

  • Ja, der Besoffene nervt manchmal mit seinem Anquatschen oder auch ohne das. Aber das können Nüchterne auch, und beide lassen sich auf Abstand halten.



    Die Bahn ist bekanntlich für Otto und Ottlie Normalfahrer gesundheitsförderlicher, sicherer und angenehmer als das Adrenalinauto oder der Flugschleifenflieger.



    An den Verspätungen ließe sich freilich arbeiten. Dafür brauchen wir endlich auch mal Geld nicht nur für Autoindustriellen-Klans, sondern für die Vielen, die Bahnnutzers.

    • @Janix:

      Ja, damit versuche ich mich auch immer zu beruhigen, wenn ich mal wieder aus Versehen in einen Regionalzug voller besoffener und enthemmter Männer, die sich Fußballfans nennen, geraten bin.



      Da wird dann laut gelacht, wenn bei Abfahrt des Zuges auf das Alkoholverbot im Zug hingewiesen wird und die nächste Dose Bier aufgemacht.



      Niemand traut sich, diese Typen zurechtzuweisen und ich fühle mich schlicht und einfach hilflos ausgeliefert. Inzwischen schaue ich bei meiner Reiseplanung immer auch in die Spielpläne der verschiedenen Ligen.



      Solange der übermäßige Konsum unserer Kulturdroge Alkohol mit den damit verbundenen widerlichen Enthemmungen weiterhin beschwichtigend als kleiner "Ausrutscher" oder Teil der "Fankultur" betrachtet wird, wird sich daran nichts ändern.



      Es mangelt hier wie überall daran, dass ein ordentliches und respektvolles Verhalten in der Öffentlichkeit leider immer mehr aus der Mode kommt.

    • @Janix:

      Und was ist jetzt die Quintessenz? Wir lassen es, wie es ist? Die Bahn ist sicherer, wenn man die Unfallquote nimmt. Angenehmer dürfte im Auge des Betrachters liegen. Ich finde 2 x eine halbe Stunde Zeitverlust je Tag (wenn die Bahn pünktlich ist, was sie ca. 1x die Woche schafft), als äußerst unangenehm.

      • @Strolch:

        Wer Auto fährt, kann _nicht essen/trinken/schlafen/fensterschauen/lesen/aufs Klo/beineschütteln. Die Zeit ist 100 % weg fürs Autofahren.



        Wer Bahn fährt, hat heute doch ein Buch, ein Getränk und Speise dabei, und nutzt die Zeit zur Gänze. Ja, pünktlich wäre nett, dafür müssen wir aber jahrzehntelang mal auch die Bahn mit Geld bedenken, nicht nur Quandts und Piechs.

        LifeIsLife, ich bin da teils schmerzfrei und sage etwas, aber auf dem Spaßkanal, um die langsam, aber sicher zu halbwegs sozialem Verhalten zu schiffen.



        Ok, ich sprach von dem einen Alkoholkranken. Alkoholisierte Gruppen zwischen Fans und Junggesellen/-innenabschieden, da müsste ich gerade überlegen.

  • Meine Güte, wenn man danach sucht, gibt es immer und überall etwas zu meckern. In München sind die Ergebnisse durchaus wahrnehmbar...viel weniger bis gar keine Pöbler und Alkoholleichen mehr. Zudem ist die Bahn für ihre Bahnhöfe zuständig und nicht für andere Räume. Und in diesen Räumen kann dann ja gerne mehr Polizei eingesetzt werden, um so eine härtere Bestrafung bei Übergriffen zu ermöglichen (wie im Artikel gefordert).

  • Von wegen verlagern: Bei manchen Sachen kann man nicht warten, bis das Grundproblem gelöst ist.



    Und ALLES könnte das Problem sogar noch verschärfen.

  • Ich habe selbst mehrfach etrunkene und gewalttätige Fahrgäste erlebt. Für mich sind Öffis längst kein sicherer Ort mehr. Ich fahre nur noch Auto oder Fahrrad.

  • Alles korrekt bis auf den letzten Satz: "Am Ende muss aber die Gesellschaft abrüsten und Gewalt konsequent ächten."



    Die gesellschafft besteht aus diversen Blasen, Gruppen und Individuen. Diejenigen welche Gewalt ächten werden von den Gewalttätern und Säufern schlicht belächelt und ignoriert. AM ENDE hilft nur das was in den Sätzen zuvor steht:

    "Die Gefahr für das Bahnpersonal und Mitreisende lässt sich allerdings vermindern. So sind doppelt besetzte Kontrollgänge und Bodycams eine wirksame Abschreckung potenzieller Täter. Am Personal wird jedoch trotz Aufstockung noch immer zu sehr gespart.

    Auch die Strafverfolgung kann abschrecken. Es muss jedem potenziellen Gewalttäter klar sein, dass ein Tritt oder Schlag gegen Andere im Zug Folgen hat. Der Vorschlag der Allianz pro Schiene, Bahnbeschäftigte wie Feuerwehrleute oder Polizisten einzuordnen und so eine härtere Bestrafung bei Übergriffen zu ermöglichen, ist eine Möglichkeit."

    • @Eulennest:

      Abgesehen davon, ist Gewalt doch prinzipiell geächtet. So gut wie niemand sagt ausdrücklich, dass er Gewalt eigentlich ganz gut findet.

  • absolut sinnvoll.



    Niemand muss andere Menschen ertragen, die sich betrinken. Das darf jeder tun, aber dort wo er sich nicht anderen aufdrängt.

  • Man müsste ja erstmal die Frage stellen/beantworten können, wo denn der Alkoholkonsum, den man für das entsprechende Verhalten verantwortlich macht, überhaupt stattgefunden hat. Haben sich die Leute zuhause oder in der Bahnhofskneipe (dort wird es ja nicht verboten) besoffen und sind dann entsprechend alkoholisiert in den Zug gestiegen? Oder haben sie sich sonstwo auf dem Bahnhofsgelände oder gar erst im Zug in diesen Zustand versetzt?



    Die Argumente mit dem "das Problem verlagern" oder mit den Fußballfans halte ich auch für irgendwie wenig stichhaltig.

  • Nicht wirklich konsequent die Initiative der Bahn. In Kombination mit einem Alkoholverbot im Zug wäre es sinnvoller gewesen.

    Hier in Norwegen ist Alkoholkonsum in Zügen nur im Speisewagen erlaubt. In der Öffentlichkeit ist der Konsum generell verboten, schließt auch die Bahnhöfe mit ein.

    Einige Bahnlinien haben sogar ein Beförderungsverbot für stark alkoholisierte Personen ausgesprochen. Die werden meist schon am Bahnsteig abgefangen.

    Das Reisen in Norwegen mit der Bahn ist dadurch sehr viel entspannter als in Deutschland und das obwohl die Bahn hier in Sachen Pünktlichkeit und Komfort um nichts besser ist als in Deutschland.

    Zur Sicherheit tragen hier auch die hohen Strafen für Belästigung und Übergriffe bei und dennoch steigt die Anzahl der Delikte statistisch gesehen von Jahr zu Jahr an, wenn auch auf niedrigem Niveau. Eines der negativen Zeichen des gesellschaftlichen Wandels in Hinsicht auf die Frustrationstoleranz. Da helfen auch Bodycams nur bedingt.

    • @Sam Spade:

      Allerdings muss man sich in Norwegen übermäßigen Alkoholgenuss erstmal leisten können ;)

      • @Suryo:

        Sie kennen sich doch einigermaßen aus. Schonmal einen Norweger getroffen, der zumindest nicht einen kennt der selber brennt.

        In einer Kneipe oder einem Club in Norwegen betrinkt man sich in der Regel nicht, dort verweilt man und nimmt ein alkoholisches Getränk zu sich. Trinken tut man vorher, meist Zuhause in geselliger Runde. In Deutschland läuft das glaube ich unter dem Begriff "vorglühen".

        Legaler Alkohol in Verkaufsstellen ist zudem nicht so teuer wie oftmals behauptet. Hängt auch von der Region ab. Ein Importbier wie Heineken bekomme ich hier bei mir für 2,80€ als 0,5l. Das staatliche Vinmonopolet hier führt zudem hochklassige Weine zu niedrigeren Preisen als viele deutsche Weinhändler. Und auch Mitteklasseweine sind unter 20€ zu haben. Nur Spirituosen gehen ins Geld, aber da, siehe oben.

        • @Sam Spade:

          178 Euro für zwei Flaschen Weißwein beim Straßenfest in Oslo, die ich letzten Monat bezahlt habe, würde ich jetzt nicht als “nicht so teuer, wie man immer glaubt”, bezeichnen.

          Norwegens Alkoholpreise liegen ca 230 Prozent über dem Durchschnittspreis der EU. Zugegeben: die von Deutschland bei 85 Prozent. Der Unterschied ist jedenfalls massiv.

          Und so gut war der Wein echt nicht.

    • @Sam Spade:

      Die skandinavischen Probleme mit dem dunklen Winter und dem höheren Alkoholmissbrauch (in der Vergangenheit?) haben sicher dazu beigetragen, dass Alkohol auch als Gefahr und nicht als Freiheit und Genussmittel angesehen wird. Da sind wir sicher 25 Jahre hinter her. Der eine mag das Nachhinken gut finden, der andere nicht. Die Maßnahmen kamen in Norwegen wahrscheinlich auch in kleinen Schritten oder war das "schon immer" so? Viel hängt auch am gesellschaftlichen Wandel. Hier bemerke ich in Deutschland durchaus auch eine Besserung. Man ist nicht mehr ganz so stark gezwungen, im (Berufs.-)Alltag mitzutrinken, wie es noch vor 15 Jahren war.

      • @Strolch:

        Der historisch gesehen hohe Alkoholkonsum im nordischen Winter hatte zumindest in Norwegen weniger mit der Dunkelheit sondern mehr mit mangelnder Bildung zu tun.

        Noch gegen Ende des 19 Jahrhunderts war hier der Irrtum weit verbreitet, dass Alkohol gegen die Kälte schützt. Die Dunkelheit trägt eher zu Gemütsschwankungen bei, der mancher natürlich auch mit Alkohol begegnet. In erster Linie war es jedoch Unwissenheit und die leichte Verfügbarkeit des Selbstgebrannten.

        Trinken in der Öffentlichkeit ist seit 1990 verboten, wobei hier differenziert wird. Gegen einen Piccolo auf der Bank am Meer hat hier niemand etwas einzuwenden. Gegen Gruppentrinken im Park schon, sowie an sämtlichen Plätzen wo Kinder anwesend sind, gilt auch fürs Rauchen.

        • @Sam Spade:

          Dann bin ich für meinen Urlaub in Norwegen ab nächster Woche gut gewappnet, wobei ich eher selten Alkohol trinke. Aber ein Piccolo am Strand mit meiner Frau würde ich auch nicht ganz ausschließen wollen.

          • @Strolch:

            Scheint ein Resultat der Hitzewellen zu sein. Statt Spanien, Italien oder Griechenland, kenne ich mittlerweile viele Deutsche die im Sommer lieber in den Norden anstatt in den Süden reisen. Aber auch Schweden und Norwegen bleiben von Hitzewellen nicht mehr verschont. Selbst bei uns im hohen Norden in der Polarregion sind Temperaturen über 20 Grad im Sommer keine Seltenheit mehr.

            Dann viel Vergnügen mit dem Sekt am Strand in Norwegen und keine Sorge, als Tourist brauchen sie sowieso nichts befürchten. Bestenfalls eine Ermahnung.

  • Doppelt besetzte Kontrollgänge schaffen mir auf Dauer wieder einen höheren Fahrpreis. Mehr Bodycams ist eine interessante Umkehr einer oftmals geäußerten Kultur der TAZ. Ja dazu, um hoheitliches Handeln zu kontrollieren, eher nein, wenn Polizisten, oder hier Schaffner, handeln sollten. Dürfte auch Auswirkungen auf benebelte Schwarzfahrer haben.

    Klar ist, wer in einer Shoppingmall seine Trunkenheit mit Alkohol in der Hand nicht im Griff hat, wird erstmal beäugt. Lungert er dann bei S. Oliver im Shop rum, fliegt er raus. Oder sie.

    Wer von der Bahn enttäuscht ist, Durst auf ein alkoholhaltiges Getränk hat,, kann ja weiterhin seine überschüssige Wartezeit in der Bahnhofsgastronomie runterspülen. Und in manchen Anschlusszügen gleich das nächste Bier kippen.

  • Klar, KÖNNTE sich gegenteilig auswirken Aber warum nicht schauen, was passiert?



    Es KÖNNTE auch angenehm werden. Die Fußball Fans werden auch vor dem Stadion kontrolliert.

    • @Rubió:

      "Die Fußball Fans werden auch vor dem Stadion kontrolliert"



      Die größte Lachnummer diesbezüglich hab ich mal beim BVB-Auswärtsspiel in Stuttgart erlebt, erst war für viele VfBler "hoch die Tassen" in der dem Stadion benachbarten Kneipe des Polizeisportvereins, dann wurden damals (Jens Lehmann im VfB-Tor) regelrechte 'Schnapsleichen', von zwei Begleitpersonen gestützt, ins Stadion geleitet, trotz der Stadionordnung, der das (eigentlich) zuwider lief.



      Alles Ansichtssache und Auslegungssache, wie es scheint.



      www.ardmediathek.d...S9hZXgvbzIyMDQxNzI

    • @Rubió:

      Die Fans fahren ja schon vorher an zu trinken, und es gibt ja kein Alkotest vor dem betreten des Bahnhofs. Und dann wie will man in einem überfüllten Zug mit mit Zb. 600 Fans eine Kontrolle durchführen. Ich habe noch nie gesehen das da ein Zugbegleiter Fahrkarten kontrolliert. Ich bin einmal in so einem Zug mitgefahren, und habe nur gedacht wenn der umkippt werden fast alle ersticken. Nie wieder habe ich das gemacht.

  • Es mag sein, dass das Problem verlagert wird, nur das ist vollkommen ohne Relevanz. Die Bahn ist Arbeitgeber und Dienstleister und hat in diesen Funtionen einen ordnungsgemäßen Betriebsablauf sicher zu stellen - für die Kunden und die Angestellten. Etwaige gesellschaftliche Probleme und deren Folgeerscheinungen sind nicht Angelenheit der Bahn.

    • @DiMa:

      so isses!