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Konzertkundgebung gegen die Wehrpflicht„Für dieses Deutschland kämpfen? Nein, danke!“

Vor dem Brandenburger Tor protestieren Tausende Jugendliche gegen die Militarisierung. Mit Pogo und Sprechchören richteten sie sich an die Regierung.

Timm Kühn

Aus Berlin

Timm Kühn

Vielleicht ist der Punk ja doch noch nicht tot: Auf dem Boden vor dem Brandenburger Tor hockt eine Gruppe Jugendlicher, sie tragen Lederkutten mit Antifa-Symbolen, kämmen und sprühen sich die bunten Iros zurecht.

Ein paar Meter daneben, auf der Bühne der „Unzwingbar“-Kundgebung gegen die Wehrpflicht, heizt die Rapgruppe „Guterzogene Asis“ den Pogo an: „Wir haben in der letzten Zeit immer wieder gehört, wir seien Abschaum, aber wenn ich höre, wer das sagt, dann bin ich gerne Abschaum!“, ruft einer der Musiker. Allgemeines Gejohle. Wieder und immer wieder stimmt die Menge „Merz leck Eier!“-Sprechchöre an.

Bis zu 20.000 Menschen sollen laut den Ver­an­stal­te­r:in­nen zur Konzertkundgebung gegen die Wehrpflicht gekommen sein. Ob die Angaben realistisch sind, lässt sich wegen der großen Zeitspanne der Kundgebung schwer sagen. Die Polizei sprach am Samstagmorgen nur von 3.000 Teilnehmer:innen. Einige Tausend mehr dürften es gewesen sein: Am Abend war der Platz des 18. März rappelvoll, die Kundgebung streckte sich bis auf die Straße des 17. Juni. Es ist gut möglich, dass dies der bisher größte Einzelprotest gegen die Wehrpflicht war.

Das Publikum war divers. Altlinke tummelten sich neben queeren Jugendlichen, das Fahnenmeer sozialistischer Jugendgruppen wurde auch mit Anarcho-Symbolik unterbrochen. Selbst am Abend wurde die Menge studentischer und partyaffiner zu keinem Zeitpunkt unpolitisch: Zwischen jedem Konzert und jedem Redebeitrag ertönten antifaschistische Sprechchöre, die taz hat mit niemandem gesprochen, der:­die nur für die hochkarätigen Konzerte, etwa von KIZ, vor Ort war.

Pöbeln gehörte zum guten Ton

Zum guten Ton des Protestes gehörten dabei Pöbeleien gegenüber Politiker:innen, die die Aufrüstung vorantreiben und eine Wiedereinführung der Wehrpflicht fordern. Die Richtung gab schon der Satiriker Martin Sonneborn am frühen Nachmittag vor. In einer Bundeswehr-Jacke über dem obligatorischen Anzug und mit einem Sternburg-Dosenbier in der Hand sprach dieser unter begeisterten Jubelrufen von „Friedrich-Fotzenfritz-Merz“ und witzelte: „Merz leck Eier? Er kann auch an der Ostfront sterben gehen“.

Hintergrund sind die wiederkehrenden Verhaftungen von Schulstreik-Aktivist:innen wegen genau dieser von der Polizei als beleidigend eingestuften Aussagen auf Streikkundgebungen in den letzten Monaten, zuletzt in Berlin auch wegen der Bezeichnung „Hundesohn“.

„Kann gut sein, dass der Hundesohn euch hören kann“

Als das Berliner Schulstreikkomitee mit einem großen Banner „Generation Widerstand statt Drohnenfutter“ auf die Bühne drängte, wurde genau das thematisiert. „Es kann gut sein, dass der Kollege da drüben im Kanzleramt, der Hundesohn, euch hören kann!“, ruft eine Rednerin. Verhaftet wurde am Freitag niemand.

Doch es blieb nicht nur bei Provokationen. Inhaltlich kritisierte etwa ein Redner der Verdi-Jugend gleich zu Beginn die massive Kürzungspolitik, die „ein Ausmaß wie die Agenda 2010“ habe. Die Merz-Regierung erleichtere Kettenbefristungen, niemand in seinem Alter glaube noch an eine sichere Rente, sagt der junge Redner. „Und jetzt sollen wir in den Schützengräben der Zukunft unseren Tod finden? Nicht mit uns!“ Es sei die Aufgabe der Gewerkschaften, beim Kampf gegen die Kürzungen nicht über die Aufrüstung zu schweigen. Unter Applaus solidarisierte er sich mit den Schü­le­r:in­nen­pro­tes­ten in Frankreich, was im Laufe des Abends immer wieder Thema wurde.

„Nicht immer nur: Ich, ich, ich“

Am Rande der Kundgebung schimpft ein:e Ju­gend­li­che:r im Rock und mit einer Eisenkette um den Hals: „Ich komm’ jeden Tag nach der Berufsschule nach Hause und geh’ nur noch schlafen, damit ich irgendwie klarkomme, und am nächsten Tag geht alles von vorne los.“ Das Ausbildungsgehalt zur Er­zie­he­r:in reiche vorne und hinten nicht. Und überhaupt: „Deutschland exportiert Waffen überall hin, Rheinmetall profitiert am Krieg.“ Wäre Deutschland eine „offene Gesellschaft mit Rückgrat“, ohne Rechtsruck und Sozialkürzungen, wäre es aber vielleicht was anderes. Aber für dieses Deutschland kämpfen? „Nein, danke.“

Eine ähnliche Meinung äußerte eine junge Frau im Gothic-Look ein paar Meter weiter. „Ich bin in der Jugendhilfe aufgewachsen. Ich weiß, wie Kürzungen das reale Leben von Menschen angreifen“, sagt sie. Vor allem für ihre jüngeren Geschwister wolle sie keinen Krieg, oder dass sie fliehen müssen. „Ich will ein sicheres Land, wo der gesellschaftliche Zusammenhalt und mein Recht auf eine Zukunft geachtet wird, wo Klimaschutz was zählt. Und es nicht immer nur um Ich, ich, ich und Geld geht“, sagt sie.

Was die Bedrohung durch Putins Russland angeht, so glaubten auf der Kundgebung nur wenige an eine tatsächliche Kriegsgefahr. In Redebeiträgen wurde Russland als Aggressor in der Ukraine benannt und kritisiert. Doch das rechtfertige nicht die gegenwärtige „Aufrüstungshysterie“, sagte eine Rednerin der Greenpeace-Jugend. Sie stellte eine Studie vor, laut der „die Nato Russland militärisch schon jetzt deutlich überlegen ist, auch ohne die USA“. Europa sei bereits verteidigungsfähig und die Wehrpflicht „einfach nicht nötig“, führte sie fort. Doch weil Merz die „größte konventionelle Armee Europas“ wolle, nehme er die verheerenden Sozialkürzungen in Kauf, die zum Erstarken der extremen Rechten führten.

Achtung: Linksradikale!

Ein israelischer Kriegsdienstverweigerer warnte vor den langfristigen gesellschaftlichen Folgen der Militarisierung. „Ich komme als Bote aus einem militaristischen Land, um euch zu sagen: Das ist eine Sucht“, sagte er auf Englisch unter großem Applaus. „Irgendwann ist jeder so schuldig, dass es kein Zurück, sondern nur noch ein Vorwärts gibt“, Po­li­ti­ke­r:in­nen würden dann „nach Kriegen für ihre Armeen suchen, in die sie investiert haben“. Als er von einem Genozid in Gaza sprach, hallte es „Viva, viva Palästina“ über den Platz.

Nur weil die Reichen einen Krieg vorbereiten, der nicht in eurem Interesse ist, ist das noch lange kein Grund, kritisch gegenüber diesem Staat zu werden!

Maxim, KIZ

Als nach über fünf Stunden Kundgebung mit KIZ der Hauptact die Bühne betrat, war damit bereits alles gesagt. Musiker Maxim blieb nur noch, ironisch vor den Linksradikalen zu warnen, die es auf der Demo geben solle. „Nur weil die Reichen einen Krieg vorbereiten, der nicht in eurem Interesse ist, nur weil sie euch zwingen wollen, zu sterben und zu töten, ist das noch lange kein Grund, kritisch gegenüber diesem Staat zu werden“, sagte er.

Am Samstag sollen die Proteste weitergehen: Der eher traditionell ausgerichtete Teil der Friedensbewegung plant ab 13 Uhr Demonstrationen in Stuttgart sowie weitere in Berlin.

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159 Kommentare

  • Philippo1000

    Neue Argumente?



    Fehlanzeige!



    Interessant, dass einerseits die Gefahr durch Putin herunter gespielt wird und andererseits davon gesprochen wird, nicht in den Schützengraben zu wollen.



    Das Märchen von irgendeinem Krieg, den Deutschland führen will, wird weiter erzählt.



    Glücklicherweise ist der Aufwuchs der Bundeswehr erfolgreich und es haben sich in diesem Jahr genug Freiwillige gemeldet.



    Ich fände eine Rückkehr zur Wehrpflicht allerdings schöner.



    Zeitgemäß wäre dabei natürlich ein Ersatzdienst, der neben dem klassischen Zivi auch einen Klimadienst ermöglicht.



    Es wäre gut, wenn junge Menschen zusammen gewürfelt würden und außerhalb ihrer Blase Andere kennen lernen.



    Es ist eine gute Erfahrung, Zusammenarbeit zu lernen und zu erfahren.



    Natürlich wäre es außerdem sinnvoll, in diesem Zusammenhang Weiterbildung zu betreiben, sowohl in Punkto Demokratie, als auch als zweiten Bildungsweg.



    Es gibt Viele ohne Schulabschluss und hier wäre die Gelegenheit das breit aufgestellt zu ändern.



    Ein Dienst an der Gesellschaft kann auch zu einer neuen Identifikation mit unserem Land führen.



    Auch Menschen mit Migrationshintergrund könnten so sich selbst in der und die Gesellschaft neu definieren.

  • Machiavelli

    Absolutely Ignoranz über die eigene Privilegien, vielleicht sollte man in Deutschlands Schulen regelmäßig überlebende aus Srebrenica, der Ukraine sprechen lassen. Dann lernen die Schüler wie gut es ihnen geht und das dieses Deutschland es wert ist verteidigt zu werden.

    • rero

      @Machiavelli:

      Es sind halt nicht nur Rechte, die hier alles mies finden.

      Keine schlechte Idee von Ihnen.

      • Machiavelli

        @rero:

        Deutschland ist nicht perfekt, aber im internationalen und historischen Vergleich das Paradies.

  • Tazilo

    Ich bin durchaus der Meinung, dass man zur Zeit die Kriegstrommeln ein bisschen aufdringlich laut schlägt. Ich halte Putin auch für rational genug, dass er keinen Krieg mit der NATO vom Zaun bricht, obwohl er sicher gerne das Baltikum wieder an sich nähme. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass er das besonders dann nicht tut und vielleicht eines Tages doch in einen für die Ukraine halbwegs annehmbaren Frieden einwilligt, wenn die NATO wehrhaft ist und dazu gehört, dass die Bundeswehr funktionsfähig ist. Das geht wahrscheinlich nur mit Wehrpflicht, die ja ohnehin nur ausgesetzt ist. Das ist auch nicht zu viel verlangt, denn wer als Staatsbürger Rechte in Anspruch nimmt, sollte auch bereit sein, Pflichten zu erfüllen. Die Klage der Demonstranten darüber, wie schwer es die Jugend hat, finde ich ein bisschen wehleidig und das vulgäre Beleidigen von Menschen/Politikern abstoßend.

    • Encantado

      @Tazilo:

      "Ich halte Putin auch für rational genug, dass er keinen Krieg mit der NATO vom Zaun bricht"



      Ich möchte das auch gern glauben, das ständige russische Zündeln mittels hybrider Kriegsführung, die dauernden Luftraumverletzungen im Ostseeraum deuten allerdings in eine andere Richtung. Wir dürfen dabei nicht übersehen, dass Putin im Zweifelsfall auch innenpolitisch getrieben ist und zudem auch irrationalere Handlungsträger in seinen Reihen hat. Das hat durchaus Potential für mehr.

  • Puky

    Viele ältere Semester, die noch Wehrdienst geleistet haben, werden es wahrscheinlich im Nachhinein auch bedauern, wenn sie sehen, wie die von ihnen verteidigten Werte, der jetzigen Generation keine eigenen Opfer wert sind.

    • FriedrichHecker

      @Puky:

      Nicht nur beim Wehrdienst - bei der hiesigen freiwilligen Feuerwehr hat eine Einsatzmannschaft in einem Ortsteil bereits ein Durchschnittsalter von rund 46 Jahren...

  • FtznFrtz

    Natürlich sollte man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Die Harmlosigkeit von Putin war bis 2022 in Europa Gewissheit, die seitdem weg ist.



    Dennoch versteht man die Wut der Jungen, eine Bundesregierung die ihre Belange offensichtlich nicht ernst nimmt, die die Zukunftsthemen vergeigt oder ignoriert. Begeisterung kann man da kaum erwarten.

    • rero

      @FtznFrtz:

      Wutbürger haben wir seit rund 20 Jahren.

      Meine Belange interessieren auch niemanden.

      Ich lebe in einem Bundesland, wo eine Regierung nach der anderen ein Trauerspiel ist.

      Und von Mal zu Mal wird es schlimmer.

      Zukunftsthemen werden die ganze Zeit vergeigt.

      Deshalb komme ich aber nicht auf die Idee, dass es egal ist, ob ein faschistischer Imperialist einmarschiert.

      Die werden erst recht keine Zukunftsthemen bedienen.

      • Encantado

        @rero:

        "Deshalb komme ich aber nicht auf die Idee, dass es egal ist, ob ein faschistischer Imperialist einmarschiert.



        Die werden erst recht keine Zukunftsthemen bedienen."



        Das Vorrecht der Jugend: undifferenzierte Weltsichten.

  • Marvienkäfer

    Solche Veranstaltungen machen Mut. Danke!

    • rero

      @Marvienkäfer:

      Kommt darauf an, wie man es sieht.

      Scheint nicht verkehrt zu sein, seine Russischkenntnisse wieder aufzuwärmen.

  • vieldenker

    Es ist das Recht der Jugend, sich nicht auf die Weisheit des Alters zu verlassen. Aber es ist die Pflicht der Älteren, das nicht auszunutzen. Denn ob wir wollen oder nicht, die Wehrfähigkeit funktioniert leider nicht nach dem Lustprinzip. Was das bedeutet, könnten unsere jungen Leute vielleicht zur Zeit mehr von Gleichaltrigen aus der Ukraine, als von ergrauten deutschen Friedensfunktionären lernen.

    • Kohlrabi

      @vieldenker:

      Sie meinen diejenigen Ukrainer, die lieber das Risiko in Kauf nehmen, bei der Flucht in der Theiß zu ertrinken, als sich zum Fleischwolf im Donbass einberufen zu lassen? - Von denen ließe sich gewiss einiges lernen.

      Von ihren russischen Counterparts ebenso.

      Bezeichnenderweise sind weder die einen noch die anderen hierzulande gern gesehen. Die einen sollen gefälligst für uns sterben. Die anderen gegen uns. Das ist ihre Bestimmung.

      Und: "Wir sind nicht Vermittler." (Zitat Merz).

      • Jens Hoffman

        @Kohlrabi:

        Ich stimme zu, es ist traurig, dass Wehrhaftigkeit in Deutschland neuerdings offenbar bedeutet, Empathie mit ukrainischen Kriegsdienst-Gegnern zu verweigern, aus Solidarität teilweise in eine Über-Identifikation zu verfallen und (diplomatische) Zwischentöne als Russland-Apeasement zu verunglimpfen... Deutschland und die EU sollten dagegen neben ihrer klaren Position aufseiten der Ukraine mehr Anstrengungen für eine Friedenslösung unternehmen.

  • Oleg Fedotov

    Wie soll man jemand, der solche Sprüche/Beleidigungen raushaut als Gesprächspartner überhaupt noch ernst nehmen? Auch mit jugendlicher Unreife oder Übermut lässt sich dies nicht entschuldigen.



    Konstruktiv ist da rein gar nichts.

  • Chris McZott

    Für welches Deutschland würden Sie denn kämpfen?

  • Katharina Reichenhall

    „Für dieses Deutschland kämpfen? Nein, danke!“



    Ich finde diesen Slogan extrem sonderlich, würde es aber als jugendliche Unreife hinnehmen. Gab es früher genauso.



    Aber wenn Ältere Semester das auch noch unterstützen, finde ich das wirklich merkwürdig. Aber so manch einer hat ja auch eine sehr merkwürdige Einstellung zu dem Land, in dem er oder sie lebt.

    • Marvienkäfer

      @Katharina Reichenhall:

      Hätten Merz, die CDU oder eine Regierungs-AfD eine Angriffsarmee, würden sie für das Kapital, das sie an die Macht gebracht hat, Kriege anfangen. Zusammen mit den USA natürlich, die soetwas ja regelmäßig machen. In der Bundeswehr sein, heißt soetwas zu ermöglichen.

      • DerLurch

        @Marvienkäfer:

        Ich Versuche Ihnen inhaltlich zu folgen. Was bitte ist denn eine "Angriffsarmee" und wie unterscheidet sie sich von einer "Nichtangriffsarmee"?

      • rero

        @Marvienkäfer:

        Müssten Sie irgendwie erklären.

        Die AfD ist ja voll auf der Pazifistenschiene, weil sie ihr Vorbild Putin so liebt.

        Trump mögen sie aber auch, sind ja alles Bros.

        Gegen wen sollte die AfD die Krieg führen?

        Und Merz? :-D Tut mir leid, ich kann es mir nicht vorstellen.

        Selbst wenn die Bundeswehr eine bis an die Zähne bewaffnete Eliteeinheiten wäre.

      • nicht satisfaktionsfähig

        @Marvienkäfer:

        Glücklicherweise dürfen bei uns Privatleute und Parteien keine Armeen, und schon gar keine Angriffsarmeen haben.

  • Josef 123

    >>"Aufrüstungshysterie“, sagte eine Rednerin der Greenpeace-Jugend. Sie stellte eine Studie vor, laut der „die Nato Russland militärisch schon jetzt deutlich überlegen ist, auch ohne die USA."

    • metalhead86

      @Josef 123:

      Bei sowas frage ich mich ja immer ob diese Aufrüstung sich im selben Raum befindet…

      Welche Battaillone wurden denn seit 2022 (wieder-)aufgestellt bzw (re-)aktiviert? Wie hat sich der Personalstand der stehenden Heere und der Reserven entwickelt?

    • Machiavelli

      @Josef 123:

      Tja nur versteht Greenpeace halt nicht das man mit Ausrüstung und Soldaten krieg führt und nicht Geldsäcken und Statistiken.

    • Josef 123

      @Josef 123:

      Da ist vorher was verloren gegangen:

      >>"Aufrüstungshysterie“, sagte eine Rednerin der Greenpeace-Jugend. Sie stellte eine Studie vor, laut der „die Nato Russland militärisch schon jetzt deutlich überlegen ist, auch ohne die USA."

      • Josef 123

        @Josef 123:

        Ich weiß nicht, warum mein Kommentar wieder nicht komplett angekommen ist. Hier nochmal ein Versuch der Vervollständigung obigen Anfangs:

        "Ich habe mich noch nie auf eine einzige Quelle verlassen und bin gut damit gefahren. Deshalb:

        >>Studie zur Sicherheitslage //



        Verteidigung gegen Russland ohne USA: EU müsste 300.000 Soldaten mobilisieren //



        Stand: 03.03.2025 11:11 Uhr //



        Der Schutz Europas vor möglichen Aggressionen Russlands ohne Unterstützung der USA würde die EU-Staaten 250 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse des Kiel Instituts für Weltwirtschaft und des Brüsseler Forschungsinstituts Bruegel.

        Den Autoren um Guntram Wolff vom renommierten Wirtschaftsforschungsinstitut in Schleswig-Holstein zufolge brauche es rund 50 zusätzliche Brigaden mit insgesamt 300.000 Soldaten. Für diese seien mindestens 1.400 neue Kampfpanzer und 2.000 Schützenpanzer erforderlich – eine Zahl, die die derzeitigen Bestände der gesamten deutschen, französischen, italienischen und britischen Landstreitkräfte übersteige. Dazu müssten noch 2.000 Langstreckendrohnen produziert werden.

  • Querbeet

    Ist der Spruch "Leck Eier" nicht sehr unlink homophob? Offenbar ist es für die Skandierer etwas negatives.

    • Aufrechtgehn

      @Querbeet:

      Ich bin selbst schwul und lecke tatsächlich gerne Eier, empfinde die Schmähung aber nicht nicht als homophob. Weil es immer um den Kontext geht: es ist ja unser sich selbst deutlich als homophob positionierender Sauerland-Nosferatu, der zu nämlicher, von ihm sicherlich als unangenehm empfundenen Tätigkeit aufgefordert wird. Zudem ist eine Beleidigung nie politisch korrekt, sonst würde sich ja niemand von ihr beleidigt fühlen.



      Trägt sie zu einem zivilisierten Diskurs bei? Sicher nicht. Aber das tun Merz' Volksbeschimpfungen auch nicht. Insofern erntet er, was er gesät hat.

    • Josef 123

      @Querbeet:

      In diesem Fall offenbar nicht. Wenn Sie aber statt Merz den Namen irgendeines linken Politikers oder einer linken Politikerin einsetzen, wissen Sie danach, was ein Shitstorm ist.

  • Martin Ziegler

    Es ist schon spannend, wie sich die ältere Generation, zu der ich auch gehöre, zum Thema Wehrpflicht überwiegend positioniert. Aber wie wäre es denn, wenn wir fordern würden, dass wir uns auch aktiv für die Verteidigung einsetzen „dürfen“? Wo sind die Forderungen nach Reservistenübungen? Nach Katastrophenschutzübungen für die zivile Verteidigung? Dann könnten wir die Jungen vielleicht überzeugen!

    Aber das nur am Rande: wir bzw. unsere Regierung rüstet massiv auf. Gleichzeitig will fast die Hälfte der wählenden Bevölkerung die AFD bzw. deren Ideen umgesetzt bekommen. AFD = Freunde Putins, gesponsert durch die reichsten Menschen der Welt. Kommt die AFD tatsächlich an die Macht, fällt damit die dann geplant stärkste Europäische Armee in Putins und Musks Einfluss. Gegen wen wird sich diese Armee wohl richten?

    Der weltweite Verteilungskampf mit Waffengewalt findet bereits statt, macht Euch nichts vor! Russland ist nicht der Feind der globalen Superreichen und Mächtigen . Sie teilen die Welt bereits unter sich auf, sammeln ihre Armeen, um sich die Rohstoffe zu sichern.

    • Der olle Onn

      @Martin Ziegler:

      Nun - ich gehöre mit Ü70 zur von Ihnen benannten älteren Generation. Und ich stehe voll hinter vielen jungen Menschen, die wissen, dass sie nur dieses einzige Leben haben und die deshalb der durchaus richtigen Meinung sind, niemand habe das Recht darüber zu bestimmen wie oder für was sie dieses einzige Leben einsetzen sollen.



      Dementsprechend wäre ich auch nicht bereit - was bisher noch niemand einfordert - an Reservistenübungen teilzuhaben. Zumal ich als "Beigetreten wordener Bürger" ja gar keinen Eid auf diese, unsere gemeinsame Fahne geleistet habe. Sondern noch auf die andere - die mit Hammer und Zirkel. Auch das habe ich nicht freiwillig getan - es war halt nicht wirklich zu umgehen. Und eines zumindest habe ich der Führungsriege der DDR abgenommen: Dass sie nicht vor hatte das Land zu Tode zu rüsten und "kriegstauglich zu machen".



      Was Ihre Bedenken betrifft, in wessen Händen diese "stärkste Armee Europas" irgendwann landen könnte: Da können wir alle wie es scheint nicht viel mehr tun als das Beste hoffen. - Nebenbei bin ich auch nicht ganz sicher, dass das Geld, das dafür eingesetzt werden soll, in guten Händen ist...

      • Oleg Fedotov

        @Der olle Onn:

        Das Leben ist ein geben und nehmen. Und das sollte sich die Waage halten. Wenn diese jungen Menschen nicht willens sind, ihren teil zur Gesellschaft beizutragen (wozu auch die Verteidigungsfähigkeit gehört), mit welchem Recht fordern diese dann die Unterstützung dieser Gesellschaft im Verlauf ihres weiteren Lebens?

        • Sam Spade

          @Oleg Fedotov:

          Wir leben nicht mehr im 20. Jahrhundert in dem Verteidigungsfähigkeit noch als Pflicht aller Bürger angesehen wurde, obwohl sie schon damals tief in die Freiheitsrechte des einzelnen, männlichen, Bürgers eingegriffen hat.

          Wenn der deutsche Staat heute wieder propagiert, das die Verteidigungsfähigkeit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, wälzt er die staatliche Verantwortung lediglich auf seine Bürger ab.

          Die Verteidigung eines Landes obliegt dem Staat. Moderne Staaten kommen dieser Aufgabe nach ohne Eingriff in die Freiheitsrechte, zum Beispiel mit einer Berufsarmee oder Freiwilligendienst. Dazu müsste die Bundeswehr aber in Konkurrenz zur Wirtschaft treten und im direkten Vergleich hat sie da noch das schlechtere Angebot. Ein attraktiver Dienst wird auch genügend fähige Bewerber finden.

          • Oleg Fedotov

            @Sam Spade:

            "Die Verteidigung eines Landes obliegt dem Staat. "



            Und der Staat sind? Wir alle!



            Klar gibt es eine Berufsarmee. Aber ob 300000 Berufssoldaten (das wird wohl die Mindestzahl für Deutschland sein) die Gesellschaft günstiger kommen, als 100000 und der Rest an Wehrpflichtigen ist auch zweifelhaft. Denn um attraktiv zu sein gegenüber der Wirtschaft ist ein Netto-Lohn von 4-5Tausend Euro notwendig.



            Und wenn in einem potentiellen Konflikt die zahl der getöteten Berufssoldaten unter 50-60% der obigen Zahl sinkt, passiert was? Der Staat führt die Dienstpflicht ein und schickt dann ungediente und unausgebildete junge Menschen in den Tod. Die Alternative wäre ja zu kapitulieren und dann auch alles zu akzeptieren, was dann kommt. Und das wären dann sehr sicher schlechte Zeiten für Frauen, Queere Menschen, Kinder und Pflegebedürftige.

          • Encantado

            @Sam Spade:

            "Wenn der deutsche Staat heute wieder propagiert, das die Verteidigungsfähigkeit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, wälzt er die staatliche Verantwortung lediglich auf seine Bürger ab."



            Als ich das letzte Mal nachgeguckt hab, bestand der Staat noch aus seinen Bürgern. Die Dichotomie, die Sie hier aufziehen, kann ich nicht nachvollziehen.



            Wenn die Bürger grundsätzlich anderer Ansicht wären als die Regierung würde sie sie abwählen. Die Friedensengel vom BSW scheinen mir indes nicht so erfolgreich zu sein.

      • Westlahn

        @Der olle Onn:

        Von "zu Tode rüsten" redet eigentlich niemand, der eine bundeswehr tauglich für einen Verteidigungskrieg innerhalb der NATO aus-bzw. aufrüsten will. Über die Klugheit wie das viele Geld investiert wird, kann man geteilter Ansicht sein. Über das eigentliche Ziel eher nicht.

      • Westlahn

        @Der olle Onn:

        Was glauben diese Menschen denn, was mit ihrem Leben passiert, wenn dieses Land sich nicht mit einer Armee verteidigt? Glauben die wirklich, das Putin zufrieden ist und friedlich bleibt, wenn man ihm die Ukraine überlässt. Das hat man bei 4 von Putins Kriegen probiert, jedesmal hat er sich ermutigt gefühlt, den nächsten Angriff zu beginnen. Wenn ein Angriff auf NATO Gebiet erfolgt, dann findet der Krieg nicht irgendwo statt. Sondern hier. Und dann geht das Leben auch als Zivilist nicht weiter, wie man es geplant oder erhofft hat.



        Niemand hat den Plan, junge Menschen aus Jux und Dollerei in irgendeinen Krieg zu schicken. Es geht um eine Verteidigungsarmee. Um Verteidigungsfähigkeit. Angriffskriege kann die Bundeswehr gar nicht.

        • Encantado

          @Westlahn:

          "Wenn ein Angriff auf NATO Gebiet erfolgt, dann findet der Krieg nicht irgendwo statt. Sondern hier."



          Zuerst einmal nicht. Das Baltikum ist da ein wahrscheinlicherer Kandidat.



          Ich nehme an, das ist ein zusätzlicher psychologischer Faktor, sich sicher zu fühlen.



          Bin ansonsten ganz bei Ihnen.

    • Captain Hornblower

      @Martin Ziegler:

      Katastrophenschutzübungen habe ich bis Anfang der 1980



      noch erlebt. Als sogenannter MOB-Reservist hatte ich nach



      dem ausscheiden aus dem Wehrdienst noch 3 Reserveübungen bis 1988 danach hörte das auf.



      Richtig ist das man ab den 1990 fast alles zurück gefahren hat.



      Das heute wiederzubeleben wäre richtig ist wohl aber mit großer Anstrengung verbunden.



      Meine Grundausbildungskaserne und Reservistensammelpunkt gibt es heute in der Form nicht



      mehr. Wie so vieles andere, den Traum vom ewigen Frieden gibt es zur Zeit nicht.

      • Altbayer

        @Captain Hornblower:

        Captain, dann darf ich Sie als Bayer getrost enttäuschen. Ich komm auf die ein oder andere Dekade KatS - trotz der Pause von 1998 bis 2004. Die Pause fand ja lediglich statt, weil Herr Kohl der Meinung war, es gebe keine Katastrophen in Deutschland - also wurde der KatS abgeschafft. Im gleichen Jahr erklärte ihm die Oder, was sie davon hält...

  • Marcelo

    Wer Deutschland zum guten verbessern will muss sich auch für Deutschland einsetzen. Wer nein sagt, muss somit auch mit den Konsequenzen leben

    • Westlahn

      @Marcelo:

      Das müssen dann nicht nur die, die "nein" sagen. Sondern alle.

      • Marcelo

        @Westlahn:

        Wer ja sagt beteiligt sich doch

  • metalhead86

    Weil die Messlatte nicht hoch genug ist nehmen wir in Kauf dass andere sie senken.

    Na herzlichen Glückwunsch!

  • Alex_der_Wunderer

    Meine Freiheit und die Freiheit meiner Familie ist merkwürdiger Weise immer da, in welchem Land wir gerade aktuell sind...



    Hmmmm.....

    • rero

      @Alex_der_Wunderer:

      Aktuell aber nun wirklich kein Wunder.

      Ich möchte nicht in einem russischen Vasallenstaat leben.

      Wäre mir zu viel Faschismus.

      Kritisch wird es ja erst, wenn Expansionsbestrebungen hierzulande verfolgt werden.

      Sind wir wohl gerade weiter von entfernt als jemals zuvor.

      • Marvienkäfer

        @rero:

        Als amerikanischer Vasellenstaat (Ja, es ist ein Spektrum, aber wir bewegen uns gerade sehr in Richtung Vasall) kommen wir auch zum Faschismus. Um "regierungsfähig" zu werden, muss die AfD ja nur ihre Außenpolitik ändern und sich dem amerikanischen Faschisten anschließen. Beim Rest leisten CDU und SPD schon sehr viel Vorarbeit mit Polizeigesetzen, Überwachungs-KI-Systemen, Ausweitung der Rechte der Geheimdienste und Aushöhlung der Transparenzvorschriften; gesellschaftlicher Ausgrenzung von Muslimen und Linken durch den unsachgemäßen Gebrauch des Antisemitismusbegriffs, Verschärfung der Asylgesetze, Aufrüstung, Militarisierung, Abschaffung von Sozialstaat und Demokratieförderung; Zurückfahren von Klimaschutz, UN-Engagement und Entwicklungshilfe, Stärkung der fossilen Wirtschaft durch Geschenke - und dafür Aufbau einer KI-Wirtschaft, die mit personalisierter redaktioneller Verantwortung die Rolle des Volksempfängers übernehmen und die Rolle vieler gebildeter, kritisch eingestellter Berufsfelder arg verringern bis ersetzen kann.



        Huch, ist das eine lange Liste geworden.



        Vieles davon steht zwar nicht im AfD-Wahlprogramm, hilft aber autokratischer und faschistischer Herrschaft.

  • Alex_der_Wunderer

    Wer Deutschland zurück haben möchte, wird wohl kämpfen müssen.

  • *Sabine*

    Die Entscheidung, nicht für irgendetwas oder irgendwen zu kämpfen, finde ich in Ordnung. Grundsätzlich können wir Menschen uns sicherlich mit fast allem arrangieren oder ein gewisser Gewöhnungseffekt tritt ein. Ich bringe kein konkretes Beispiel, da dies vermutlich falsch verstanden werden würde.

    Äußerst unangenehm finde ich die Sprache dieser Demonstranten; aber vielleicht bin ich einfach zu alt, um diese Ausdrucksweise zu goutieren. Ich gebe zu, dass ich den Artikel aufgrund dessen nicht Wort für Wort gelesen habe, da ich nicht möchte, dass sich diese Sprache in meinem Kopf festsetzt.

    • Thomas Böttcher

      @*Sabine*:

      „Ich stehe hinter jeder Regierung bei der ich nicht sitzen muss wenn ich nicht hinter ihr stehe."

      Werner Finck

    • Hans - Friedrich Bär

      @*Sabine*:

      Zur Sprache der Demonstranten möchte ich ihnen zustimmen. Die TAZ muss ja berichten wie es war, und hat das als "Pöbeleien" bezeichnet. Ich hab schnell drüber gelesen was berichtet werden musste und hab´s gleich wieder vergessen. Das sind keine Pöbeleien , denn "le peuple" ist das Volk, also wir. Das sind frontale Beleidigungen und so sollte die TAZ das auch nennen. Martin Sonneborn soll ja Abgeordneter sein . Man kann es nicht glauben. -







      Das ist keine Frage des Alters, das ist ein unzumutbarer Auftritt der Demonstranten.

      Die jungen Leute brauchen eine Orientierung : Wer so auftritt braucht sonst keine Feinde mehr, dafür demonstriert man nicht , dass einen hinterher weniger leiden können als vorher.

    • Westlahn

      @*Sabine*:

      Die Existenz der Bundesrepublik ist nicht "irgendetwas".

    • Encantado

      @*Sabine*:

      "Die Entscheidung, nicht für irgendetwas oder irgendwen zu kämpfen, finde ich in Ordnung."



      Jein. Sobald ich keinerlei Probleme damit habe, wenn andere das für mich tun, geraten wir in moralischen Morast.

  • Wanderin

    "„Ich will ein sicheres Land, wo der gesellschaftliche Zusammenhalt und mein Recht auf eine Zukunft geachtet wird, wo Klimaschutz was zählt. Und es nicht immer nur um Ich, ich, ich und Geld geht“, sagt sie."

    Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Und wer auf Goth Girls nicht hören will- Erich Fromm hat diese entleerte Gesellschaft mit ihren Menschen darin bereits beschrieben als sei es 2026. (“Überfluss und Überdruss in unserer Gesellschaft”, etc) Nebenbei hat er damals folgende Dinge vorhergesehen: KI- Fetisch, den Abgrund durch den Klimawandel, sowie das Wahlkampf Motto der AfD, das sich darin erschöpft, “normal” als gesellschaftlichen Leitsatz zu definieren. Man war also in den 70ern schon so schlau und beschäftigt sich seitdem damit, Probleme abzustreiten oder völlig überrascht neu auf sie zu stolpern.



    -



    Der Mann aus Israel sagt auch etwas Wichtiges, Lobbyinteressen regieren immer mit. Eine Militärindustrie hat Profitinteressen, die die Aussen- Innenpolitik bestimmen. Ein Beispiel ist der Irak- Krieg, den die Industrie haben wollte und der der Bevölkerung über die Medien unisono mittels Lüge verkauft wurde. Anderes Beispiel, die privatisierte US Gefängnisindustrie.

    • rero

      @Wanderin:

      "„Ich will ein sicheres Land, wo der gesellschaftliche Zusammenhalt und mein Recht auf eine Zukunft geachtet wird, wo Klimaschutz was zählt. Und es nicht immer nur um Ich, ich, ich und Geld geht“,

      Das ist ein hervorragendes Plädoyer für die Wehrpflicht.

      In einem von der AfD geführten Vadallenstaat Russlands wird es das alles nicht geben.

      Wenn Sie nur Beispiele aus den USA auszählen, wirkt es, als sei Deutschland da recht integer.

      • Wirrwicht

        @rero:

        Wie oft denn noch? Dafür kämpft man ja eben nicht! Die, welche hier wirklich viel zu verlieren hätten, die werden mal wieder nicht kämpfen. Und die verpflichtet auch keiner!

      • *Sabine*

        @rero:

        ""„Ich will ein sicheres Land, wo der gesellschaftliche Zusammenhalt und mein Recht auf eine Zukunft geachtet wird, wo Klimaschutz was zählt. Und es nicht immer nur um Ich, ich, ich und Geld geht“,

        Das ist ein hervorragendes Plädoyer für die Wehrpflicht."

        Dieser Mensch möchte etwas, was aber nicht gleichbedeutend ist, mit, etwas dafür zu tun, um das Gewollte zu erreichen oder zu erhalten. Kommt in allen Generationen öfter vor, scheint mir. ;-)

        • rero

          @*Sabine*:

          Haben Sie natürlich recht.

    • Wanderin

      @Wanderin:

      (mit "Probleme abstreiten und völlig überrascht neu entdecken" meine ich natürlich nicht die Jugend, sondern alle andern)

      Arroganz, gerontokratische Strukturen und ideenloses Anhäufungsethos sind nicht zukunftsfähig. Sehenden Auges zerstört man die Zukunft der heutigen Kinder.

      • Westlahn

        @Wanderin:

        Aber nicht durch eine Wehrpflicht. Und die Einsatzbereitschaft, diese anderen Angriffe auf die Qualität ihrer Zukunft abzuwehren, ist in der Smartphone Generation offensichtlich sehr überschaubar.

      • Altbayer

        @Wanderin:

        Und wo ist der Unterschied zu vorherigen Generationen zu finden?!? So geil fand ich den "Ersatzdienst" jetzt auch wieder nicht - war dem Irak-Krieg doch egal!

      • Sam Spade

        @Wanderin:

        Vielleicht gibt es einen kulturellen Unterschied zwischen den jungen Generationen in Norwegen und Deutschland, aber die Generation Z legt weniger Wert auf Führungspositionen als auf eine gesunde Work Life Balance. Ich erlebe das täglich bei meinen drei Töchtern, Gen Z und Alpha. Der Akkumulation stehen sie dabei aber nicht negativ gegenüber, im Gegenteil, ein gewisser Status ist wichtig und wird schlichtweg vorausgesetzt.

        Studien u.a. des Deloitte Global Gen Z & Millennial Survey für Skandinavien kommen zu einem ähnlichen Ergebnis. Gerade einmal 9% der norwegischen Gen Z möchten eine Führungsposition einnehmen. Lediglich 15% der Gen Z wären aber bereit freiwillige Abstriche beim Status zu machen.

        Bedeutet konkret, die jungen Leute möchten es sich gerne bequem einrichten keinen Stress und keine Verantwortung haben, setzen aber schon das neueste I Phone und dreimal jährlich Fernreisen als selbstverständlich voraus.

        Das ist kein Widerspruch sondern schlicht eine falsche Weltanschauung.

        "Gerontokratische Strukturen" und "ideenloses Anhäufungsethos" sind daher nicht einzig den älteren Generationen geschuldet sondern auch für Alphas und Gen Z ein Modell mit Zukunft.

        • Wanderin

          @Sam Spade:

          Wie ich Ihnen bereits höflich gesagt habe. Hören Sie auf, mich durchs leserforum zu stalken. Ich suche nicht das Gespräch mit Ihnen. Danke!

        • derzwerg

          @Sam Spade:

          Hat ja eigentlich auch niemand behauptet, dass junge Menschen klüger sein sollen als ältere.

  • Gunnar Roth

    Bei dieser Studie handelt es sich, um eine von Greenpeace beauftragte Studie. Laut Greenpeace Webseite, sagt die Studie auch auch Fähigkeiten, die ohne die USA fehlen, könnten durch gezielte und europäisch koordinierte Investitionen ausgeglichen werden. Dazu zählen Aufklärungs- und Frühwarnsysteme, Raketenabwehr und Luftverteidigung sowie Lufttransport für schweres Gerät. Die Studie macht deutlich, dass Europas Zukunft von gemeinsamer Handlungsfähigkeit abhängt

  • DocSnyder

    Man stelle sich so eine Demonstration in Russland direkt in Reichweite des Kreml vor.



    Zum Glück sind wir ein freies Land mit Meinungsfreiheit und demokratischen Grundrechten.



    Das Paradoxe daran! In Russland unvorstellbar, aber die russische Führung freut sich über solche Demos in Deutschland.

    • Thomas Raukamp

      @DocSnyder:

      Die immer gleiche, um sich selbst schwindelnd kreiselnde Argumentation, mit der uns schon unsere Eltern und davor wahrscheinlich deren Eltern entnerven wollten: die Feststellung, dass beim "Feind" ein Demonstrationsrecht eben nicht existieren, "unser" System sich dadurch aber auszeichnen würde. Wenn dann aber jemand eben dieses Recht ausübt, ist es in diesem Narrativ natürlich immer für die falsche Sache und nützt letztlich diesem "Feind". Abenteuerlich.

      In diesem feinen freien Land sehen sich indes auch Organisatoren der Anti-Wehrdienst-Demos zunehmenden Repressalien ausgesetzt– in Schulen und von staatlicher Seite. Wie geschehen in Kiel.

      • Zippism

        @Thomas Raukamp:

        Das ist schon eine bemerkenswerte Verdrehung: Niemand bestreitet das Demonstrationsrecht. Gerade weil wir ein freies Land sind, dürfen Menschen gegen Wehrdienst, Regierung oder Außenpolitik demonstrieren. Daraus folgt aber nicht, dass jede Demonstration automatisch vernünftig ist oder dass man ihre politischen Folgen nicht benennen darf.

        Und ja: Natürlich kann sich die russische Führung über Proteste in Deutschland freuen, wenn sie der deutschen Wehrbereitschaft, Unterstützung der Ukraine oder dem gesellschaftlichen Zusammenhalt schaden. Das ist keine Argumentation nach dem Motto „falsche Meinung = verboten“, sondern schlicht die Feststellung, dass freie Meinungsäußerung auch von politischen Gegnern instrumentalisiert werden kann.

        Der eigentliche Unterschied zu Russland ist doch gerade: Hier darf man demonstrieren, kritisiert werden und anschließend trotzdem weiter demonstrieren. In Russland wäre die Diskussion vermutlich deutlich kürzer.

  • Axel Schäfer

    Berlin ist ja immer etwas anders und extremer, daher sind die Ansichten dort sicher nicht so repräsentativ, von der "altlinken Friedensvewegung" erwarte ich immer noch eine Idee wie man mit Friedensfreund Putin umgehen sollte und ohne IDF gäbe es schon lange keinen Staat Israel mehr. Was jetzt die echten Jugendproteste angeht, so ist es schon verständlich, dass man sich für einen Staat und eine Regierung, die eine gute Zukunft für künftige Generationen verzockt hat nicht unvedingt in den Kampf werfen möchte. Auf der anderen Seite stehen dann auch wieder Faschos wie Höcke, die den jetzigen Staat ja auch für nicht verteidigungswürdig halten und jede noch so kleine Aussicht auf eine künftige Besserung der Verhältnisse in die Tonne treten wollen.



    Nach der Jugendzeit geht das Leben trotzdem weiter und Probleme mit alten rückschrittlichen Politikern werden sich nach und nach biologisch lösen. Was jetzt fatal wäre zu resignieren und die Weiterentwicklung den rechten Schwachköpfen und der Lobby der Superreichen zu überlassen.

    • Schleicher

      @Axel Schäfer:

      "und ohne IDF gäbe es schon lange keinen Staat Israel mehr. "

      Das ist mit Sicherheit so.



      Und gleichzeitig ist IDF nun an unsäglichen Kriegsverbrechen beteiligt.



      Wie eigentlich jede Armee, die im Kriegseinsatz ist?

      • Altbayer

        @Schleicher:

        Und seit 1982 sind die Hamas die eigentlichen Pazifisten, oder?!? Ich bleibe dabei: Ohne die Ermordung Itzhak Herzog's wäre die Zwei-Staaten-Lösung evtl. sogar schon vor der Jahrtausendwende erreicht worden!

        • Schleicher

          @Altbayer:

          "Und seit 1982 sind die Hamas die eigentlichen Pazifisten, oder?!?"

          Ähm. Ne. Aber man merkt schon, Sie können scheinbar nicht beide Seiten kritisch beäugen. Eine Seite muss ja gut, die andere böse sein.

          "Itzhak Herzog" kenne ich nur als amtierenden Staatspräsidenten Israels. Der lebt noch.

          Falls sie "Jitzchak Rabin" meinen, würde ich Ihrer Aussage zustimmen. Der wurde allerdings nicht von der Hamas, sondern von rechtsradikalen Israelis ermordet.

    • migra

      @Axel Schäfer:

      "Nach der Jugendzeit geht das Leben trotzdem weiter und Probleme mit alten rückschrittlichen Politikern werden sich nach und nach biologisch lösen. "



      Zum Glück werden die heute jungen Politiker nicht auch alt und damit starrsinnig und weniger fortschrittlicher, als sie sich heute geben... /s

  • Sam Spade

    Eine allgemeine Wehrpflicht ist nicht mehr zeitgemäß, daher habe ich vollstes Verständnis für die Proteste der jüngeren Generation.

    Ein Land welches wieder dem militärischen Größenwahn zu verfallen scheint, wenn es die Devise "größte konventionelle Armee Europas" offiziell vertritt. Ein Land in dem jeder dritte Euro für die Verteidigung ausgegeben wird, zu Lasten des Sozialstaats und in dem 30% der Wähler zu einer rechtsextremen Partei tendieren, mit so einem Land kann man sich nur schwer identifizieren.

    Es ist Aufgabe der Politik einen klaren Kurs vorzugeben. Wenn eine Regierung sich jedoch nur an anderen Parteien abarbeitet anstatt zu gestalten, kann es kein Vorwärts geben.

    Mein Deutschlandbild hat Risse bekommen. Als Norweger lehne ich eine militärische Großmacht Deutschland strikt ab, allein schon aufgrund der Entwicklung der Parteienlandschaft in Deutschland.

    Deutschland sollte seiner Jugend daher eine bessere Lebensperspektive bieten und anstatt ins Militär besser in Bildung investieren, für bezahlbaren Wohnraum sorgen und seinen Verpflichtungen zum Umweltschutz nachkommen in dem EE ausgebaut werden. Das Geld ist allemal besser angelegt als in Altmetall zu investieren.

    • Encantado

      @Sam Spade:

      "Eine allgemeine Wehrpflicht ist nicht mehr zeitgemäß"



      Interessante These. Warum nicht?

    • Gero K.

      @Sam Spade:

      Besonders zum letzten Absatz große Zustimmung.



      Und: Das Ding mit der "größten konventionellen Armee Europas" - die taktlose Wortwahl war ja von Anfang an eine einzige Zumutung für alle im In- und Ausland. Das konnte man einfach allenthalben nur mit Kopfschütteln quittieren.

      Allerdings schließen sich gute Bildungs- und Lebensperspektiven auf der einen und eine Wehrpflicht auf der anderen Seite ja nicht prinzipiell aus. Geld für vernünftige militärische Fähigkeiten auszugeben ruiniert auch nicht per se eine Gesellschaft und deren Zukunft. Dafür gibt es einfach zu viele Beispiele (Dänemark, Schweden, Schweiz...).

      Vielleicht lernen wir etwas aus dem hohen Norden. Lehnen Sie denn als Norweger die dortige Wehrpflicht ab und wenn ja, mit welcher Begründung? Wenn nein, wieso dann der Widerstand gegen die deutschen Lösung?

      Leider kenne ich Norwegen nicht halb so gut, wie ich gern würde, und kann also nur vermuten: Wenn eine allgemeine Wehrpflicht so gar nicht zeitgemäß ist, muss es immense Proteste der jüngeren Generation in Norwegen gegeben haben...

      • Sam Spade

        @Gero K.:

        Die Wehrpflicht in Norwegen ist nicht vergleichbar mit der in Deutschland. In Norwegen kann man auch freiwillig Wehrdienst leisten. Das möchten auch viele jüngere Menschen, aber es gibt hier strenge Auswahlkriterien. Generell werden nur die fittesten und motiviertesten zum Dienst herangezogen, da die Wehrpflicht in Norwegen, wie in Dänemark auch, nur der Aufstockung dient falls nicht genügend Freiwillige zur Verfügung stehen um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

        Die Nachfrage ist in Norwegen aber durchweg hoch. Gute Bezahlung, Fortbildung von Schule über Ausbildung bis Studium und eine hohe soziale Absicherung von Mutterschutz bis Elternzeit, tragen dazu bei das das Militär hier ein relativ hohes Ansehen genießt.

        Das ist eine vernünftige Konstellation, da so niemand gegen seinen Willen gezwungen wird militärischen Dienst abzuleisten.

        • Encantado

          @Sam Spade:

          "Die Wehrpflicht in Norwegen ist nicht vergleichbar mit der in Deutschland. In Norwegen kann man auch freiwillig Wehrdienst leisten. (...) da die Wehrpflicht in Norwegen, wie in Dänemark auch, nur der Aufstockung dient falls nicht genügend Freiwillige zur Verfügung stehen um den Betrieb aufrecht zu erhalten."



          Ja, aber das ist in Deutschland doch auch so vorgesehen? Verstehe ich hier irgendwas nicht?

        • AndreasM

          @Sam Spade:

          Es wäre mir neu, dass man in Deutschland zum Dienst an der Waffe gezwungen wird. Das war schon in den 80er Jahren nicht der Fall.

          • Encantado

            @AndreasM:

            "Es wäre mir neu, dass man in Deutschland zum Dienst an der Waffe gezwungen wird. Das war schon in den 80er Jahren nicht der Fall."



            Zivil- oder Ersatzdienst gab es bereits seit 1961, soweit ich weiß.

          • Sam Spade

            @AndreasM:

            Davon war in meinem Kommentar auch gar nicht die Rede.

            In Norwegen gilt das Freiwilligkeitsprinzip auch für Wehrpflichtige.

            In Deutschland hingegen existiert eine Wehrpflichterfüllung und daher muss bei Verweigerung ein Ersatzdienst geleistet werden.

            Da Norwegen nach dem Selektionsprinzip verfährt gibt es hier auch keinen Ersatzdienst mehr.

            Wer grundsätzlich den Militärdienst verweigern möchte, muss hier lediglich einen Antrag stellen. Es gibt keine Kommission die darüber entscheidet.

            Zur Wehrpflicht in Deutschland empfehle ich den Kommentar von Detlev Beutner am unteren Ende des Forums.

            Kurzer Auszug:

            ".. denn auch der Zivildienst ist Wehrpflichterfüllung (§ 3 WPflG) und für den Krieg mit verplant (§ 79 ZDG).. "

            • Encantado

              @Sam Spade:

              "In Norwegen gilt das Freiwilligkeitsprinzip auch für Wehrpflichtige."



              Man kann jetzt darüber streiten, ob dann noch von einer Pflicht die Rede sein kann. Ich würde ja behaupten nein.

    • Der olle Onn

      @Sam Spade:

      Sie haben meine vollste Zustimmung. Schwer erträglich, dass unsere deutsche Regierung in solch wackliger politischer Lage sich absolut sicher zu sein scheint, unter Kontrolle zu behalten, was sie da gerne entwickeln, kaufen bzw. aufbauen möchte. Und schwer erträglich, all die Hysterie, die man in nur wenigen Jahren "völlig alternativlos" erschaffen hat.



      Und ja: Ich stimme auch jedem jungen Menschen zu, der meint sich nicht verheizen lassen zu wollen, im Namen von Merz, Reiche, Pistorius oder diversen anderen Persönlichkeiten - von denen er selbst nix Gutes zu erwarten hat...

      • Westlahn

        @Der olle Onn:

        Das "verheizen" von Soldaten ist eher Putins Kernkompetenz. Vorzugsweise sogar Soldaten anderer Länder. Die Kinder seiner Machtklicken sind davon nicht betroffen.



        Ein solcher Ansatz des "Verheizens" geht hier in Deutschland schon zahlenmäßig nicht. Aber auch rein militärisch verbietet sich der sorglose Umgang mit Soldatenleben: die Ausbildung der Soldaten und ggf Soldatinnen ist zu langwierig zu aufwendig und zu teuer um diese "Ressouce" in Nullkommanichts zu verlieren. Es nutzen Ihnen die schönsten Waffenarsenale nichts, wenn niemand mehr da ist, der sie bedienen kann.

      • *Sabine*

        @Der olle Onn:

        "Und ja: Ich stimme auch jedem jungen Menschen zu, der meint sich nicht verheizen lassen zu wollen, im Namen von Merz, Reiche, Pistorius oder diversen anderen Persönlichkeiten - von denen er selbst nix Gutes zu erwarten hat..."

        Ich sehe es nicht als "sich verheizen lassen im Namen von xyz", sondern eher als Versuch, etwas zu erhalten, was mir persönlich erhaltenswert scheint. Wenn mir nichts erhaltenswert scheint, dann kann ich es lassen und versuchen, mich mit den ggf. geänderten Umständen arrangieren. Und darauf hoffen, diese Entscheidung nicht zu bedauern, weder für mich selbst noch für andere.

        • Der olle Onn

          @*Sabine*:

          Ich sag's mal anders, mit einem Teilzitat nach Ostrowski, das ich bewusst aus dem Kontext reiße:



          „Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur ein einziges Mal gegeben..."



          Und eben über dieses Wertvollste, das der Mensch besitzt, dieses einzige Leben, sollte niemand anders verfügen dürfen, als dieser eine Mensch selbst. Es steht weder Älteren noch Jüngeren, weder Politikern noch Wirtschaftsmagnaten, weder Amerikaanhängern noch Putinfreunden zu, andere Menschen in ihre oder fremde Kriege zu schicken. Am Allerwenigsten jenen, die von solchem Einsatz selbst nicht betroffen sein könnten.

          • Westlahn

            @Der olle Onn:

            Und über dieses wertvolle Leben verfügen diese Menschen noch selbst, wenn das Land, in dem sie leben nicht erfolgreich gegen Angriffe verteidigt werden kann? Ich glaube kaum.

    • Nisse

      @Sam Spade:

      Jeder dritte Euro wird für Verteidigung ausgegeben? in welchem Land ist das? Für 2027 werden bei einem Haushalt vom Bund in Höhe von über 550 Mrd. nur 110 Mrd. für die Verteidigung ausgegeben. Das ist also nur jeder fünfte Euro. Vernachlässigt wird bei dieser Rechnung, dass Bildungsausgaben in den Ländern anfallen. Allein Bayern plant 60 Mrd. für Bildung und Forschung auszugeben. Im Vergleich zu Norwegen ist der Anteil der Verteidigungsausgaben am BIP in D doch sogar geringer, oder?

      • YeahYeah

        @Nisse:

        Norwegen ist doch das Land, in dem sich der Staatsfonds aus Petrodollars speist, oder? In dem die Tyskerbarnen bis heute nur bestenfalls schäbige Entschuldigungen für die erlittenen Misshandlungen erfahren haben.

        • FriedrichHecker

          @YeahYeah:

          "Norwegen ist doch das Land, in dem sich der Staatsfonds aus Petrodollars speist, oder?"

          Sie meinen ganz zufällig jenen Staatsfonds, der jenseits dieses Tellerrands so ganz nebenbei größter Aktionär von Vonovia ist? 😁

      • Sam Spade

        @Nisse:

        "Jeder dritte Euro wird für Verteidigung ausgegeben? in welchem Land ist das?"

        Fast jeder dritte Euro für Panzer und Drohnen - Die Zeit v. 04.07.26

        www.zeit.de/politi...-ausgaben-ruestung

        Rüstung oder Rente - taz v. 10.07.26

        taz.de/Ruestung-oder-Rente/!6191122/

        "Im Vergleich zu Norwegen ist der Anteil der Verteidigungsausgaben am BIP in D doch sogar geringer, oder?"

        Keine Ahnung. Ich weiß nur das Deutschland die Hälfte seiner gesamten Nettokreditaufnahmen für das Militär verwendet.

        Der norwegische Verteidigungsetat wird direkt über den Haushalt finanziert, ohne Schuldenaufnahme.

        Auch Norwegen investiert in sein Militär. Bis 2035 sind dafür 145 Mrd Euro im Haushalt vorgesehen. Auch das wird ohne Schuldenaufnahme finanziert.

        Und bevor sie jetzt anführen Norwegen hat ja auch den Staatsfond mit über 2 Billionen Dollar. Der ist davon nicht direkt betroffen.

        Der norwegische Staat ist faktisch schuldenfrei. Staatsanleihen werden hier einzig aus Währungsgründen ausgegeben. Das sorgt für einen entspannten und flexiblen Haushalt, der auch bei zusätzlichen Ausgaben keine Etats an anderer Stelle kürzen muss.

        • Strolch

          @Sam Spade:

          Das liegt aber auch daran, dass die Sozialausgaben separat zu betrachten und zu finanzieren sind. Zudem muss bei der Bundeswehr viel nachgeholt werden. Ich habe den Wehrdienst vor etwas mehr als 20 Jahren geleistet. Schon damals hatten wir für ca. 12 LKW nur 2 Planen, die nicht von Löchern übersät waren. Wir haben dann vor der TÜV Untersuchung die Planen abziehen dürfen und auf den nächsten LKW, der zur Überprüfung anstand, aufgezogen, damit der LKW durch den TÜV kommt. War natürlich auch eine super Beschäftigung.

          Mit anderen Worten: Wenn man die Bundeswehr jahrzehntelang kaputt spart, tut es einmal weh, um das auszugleichen.

          Meinen Sie ernsthaft Norwegen könnte sich das ohne Öl alles leisten? Wenn ja und wenn es die Norweger mit dem Umweltschutz so ernst nehmen, warum fördern sie dann das Öl?*

          Und zum Thema WOFÜR die Kreditaufnahme ist: Die kann man jener Ausgabe zurechnen, die man selber schlecht findet.

          *Ich würde es an Norwegens Stelle nicht anders machen. Ich würde nur nicht erzählen, wie leicht es ist, Wohltaten zu verteilen, wenn ich genau weiß, das dieses Geld aus Bodenschätzen stammt, die andere Länder nicht haben.

        • YeahYeah

          @Sam Spade:

          So ziemlich den Petrodollars geschuldet.Die gesamten Netto-Erdöleinnahmen werden dem Fonds gutgeschrieben. Gleichzeitig überweist der Fonds dem Staatshaushalt genau den Betrag, der benötigt wird, um das sogenannte „non-oil budget deficit“ zu decken – also das Defizit des Haushalts, wenn man die Erdöleinnahmen herausrechnet.

          Beispiel:

          Normale Staatseinnahmen: 1.500 Mrd. NOK



          Staatsausgaben: 1.900 Mrd. NOK



          → 400 Mrd. NOK fehlen

          Öleinnahmen: 700 Mrd. NOK → Fonds

          Vom Fonds:

          400 Mrd. NOK → Staatshaushalt

          Im Fonds verbleiben netto:

          +300 Mrd. NOK



          (plus/minus die Wertentwicklung seiner Anlagen)

          • Westlahn

            @YeahYeah:

            Mag alles stimmen. Schön für die Norweger. Was zukunftsorientierte Staatsfinanzen angeht werden sie offensichtlich schon eine ganz Weile klüger regiert als wir. Aber will jemand wirklich behaupten, das könnten wir genauso machen? Dazu hatten wir nie genug Petrodollar oder Wasserkraft. Und das Konzept funktioniert auch nicht für 83 Millionen.

          • Sam Spade

            @YeahYeah:

            In der Sache haben sie das gut wiedergeben. Grundsätzlich richten sich die Entnahmen nach dem Gesamtvolumen des Fonds aus.

            Die Handlingsregelen sehen vor, das davon maximal 3% in den norwegischen Staatshaushalt überführt werden dürfen.

            Der Betrag macht im aktuellen Haushalt ein fünftel des Etats aus und wird hauptsächlich für die Rentenzahlungen und das Gesundheitswesen verwendet.

            Die zukünftige Erhöhung der Militärausgaben erfolgt nach dem gleichen Muster, werden also nicht direkt vom Fond bestritten. Das war die Intention hinter meiner Ausführung.

  • behr Behr

    Martin Sonneborn war mal Satiriker, seit 12 Jahren ist er hauptberuflich gutbezahlter EU-Parlamentsabgeordneter, der die



    Bezeichnung „Satiriker“ deshalb noch beibehält, weil Satire alles darf,



    insbesondere andere zu beleidigen.

    • Andreas Flaig

      @behr Behr:

      War mal Satiriker?



      Er ist es noch immer und wird uns hoffentlich noch lange erhalten bleiben!



      Er hält im Europäischen Parlament Reden wie kein anderer und gilt als der beste Kritiker dieses ganzen Kokolore-Vereins. Von der Leyen ist von ihm nicht nur einmal richtig fett vorgeführt worden.

      "2014-... : Mitglied des Europäischen Parlaments. Mitglied des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres und der Delegation für die Beziehungen zur Koreanischen Halbinsel (K-Pop-Botschafter). Zudem stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für konstitutionelle Fragen („Warum schmeißen wir Großbritannien und die Schweiz aus der EU, aber nicht Polen, Ungarn und Bulgarien?“). Entscheidende Stimme bei den Abstimmungen zur Unterstützung von Seenotrettern und über die Aussetzung der Patentrechte von Impfstoffen während der Pandemie. 2018 und 2019 jeweils Persona non grata in Aserbaidschan"

      • behr Behr

        @Andreas Flaig:

        „Warum schmeißen wir GB aus der EU“ - schönes Beispiel



        für Satire des Brexit.



        . Sonneborn - dann eben Satiriker, der sich von



        dem „Kokoloress-Verein“ (europ. Steuerzahler) fürstlich bezahlen lässt - wie früher die Hofnarren - heute Verzichts.

        • Andreas Schulz

          @behr Behr:

          Du scheinst Sonneborn nicht zu mögen. Ich mag ihn, auch wenn mich seine Beiträge oft wirklich erschüttern. Dennoch bin ich dankbar für seinen kritischen Blick auf Dinge, die sonst verschwiegen oder schön geredet werden. Aber ich verstehe auch, dass das nicht jedermanns Sache ist.

  • Suryo

    Die Rentner in Butscha und Irpin haben auch keinen Widerstand geleistet.

    Dieses Deutschland mag ja nicht ideal sein, aber es ist tausendmal besser als eine russische Besatzung.

    • Schleicher

      @Suryo:

      "Die Rentner in Butscha und Irpin haben auch keinen Widerstand geleistet."

      Woher wissen Sie das oder was meinen Sie damit?



      Hätten die Rentner (?) in Butscha Widerstand leisten müssen, wollen Sie sagen, die Rentner in Butscha sind selbst Schuld gewesen?

      Oder ist Butscha passiert, obwohl die Ukraine Widerstand geleistet hat?

      Krieg bedeutet immer auch Kriegsverbrechen. Da kann kein Leopard was gegen tun (und auch keine Kapitulation, wohlgemerkt).

      Butscha als Argument für die deutsche Wehrpflicht zu misbrauchen jedenfalls anstandslos.

      • Encantado

        @Schleicher:

        "Butscha als Argument für die deutsche Wehrpflicht zu misbrauchen jedenfalls anstandslos."



        Sobald man in einer Diskussion in moralische Entrüstung verfällt und/oder die Mitdiskutanten beschimpft, ist man im Allgemeinen mit seinen Argumenten am Ende.

    • Sam Spade

      @Suryo:

      Hat nur nichts mit dem Irrweg zu tun den Deutschland eingeschlagen hat, in dem es seine Militärausgaben in schwindelerregende Höhen treibt und seine Armee mit "Zwangsrekrutierungen" personell aufbläht.

      Der Verteidigungsetat war auch vorher schon ansehnlich, gleiches gilt für die Truppenstärke. Wer es mit diesen Mitteln nicht schafft eine funktionierende Armee zur Landesverteidigung aufzustellen, der schafft es auch nicht mit 700 Mrd € und Verdoppelung der Truppenstärke. Geld ist in dieser Angelegenheit nicht immer der entscheidende Faktor, siehe Israel oder auch Finnland.

      Es besteht auch keine Notwendigkeit über den grundsätzlichen Bedarf für die Landesverteidigung hinauszugehen, eine Truppeninvasion Russlands in Deutschland dürfte doch eher ausgeschlossen sein und seinen internationalen Verpflichtungen konnte Deutschland militärisch auch schon vor der Etaterhöhung nachkommen.

      Es dürfte daher auch der Aussendarstellung und dem Druck der Amerikaner geschuldet sein, dass das Militär Priorität genießt und der Staat dadurch seine Aufgaben im Inland unzureichend wahrnimmt, Sozialabbau betreibt, die Infrastruktur vernachlässigt und seinen Klimaverpflichtungen nicht nachkommt.

      • Westlahn

        @Sam Spade:

        Es gab in Gesamtdeutschland nie Zwangsrekrutierungen. Nur in der DDR. Und es will sie auch niemand einführen. Was soll also diese Polemik?

      • Maja Kero

        @Sam Spade:

        „ eine Truppeninvasion Russlands in Deutschland dürfte doch eher ausgeschlossen sein und seinen internationalen Verpflichtungen konnte Deutschland militärisch auch schon vor der Etaterhöhung nachkommen.“

        Ein Strohmann im 1. Teil und eine Falschbehauptung im 2. Teil.

        Niemand behauptet, dass der Russe vor der Tür steht, auch wenn alle Gegner der Aufrüstung diesen Quatsch immer wieder bemühen, um die Befürwortern der Aufrüstung als irrationale Trottel abzustempeln. Es ging und geht um die Verteidigungsfähigkeit der NATO.

        Die deutsche Brigarde in Litauen misst grade ca. 5000 Soldaten. Damit kommt Deutschland keinerlei „internationaler Verpflichtung nach“ falls Russland sich entscheidet das Baltikum anzugreifen. Da lacht putin drüber. bei dem Menschenmaterial was er zur Verfügung hat.

        Die Wehrpflicht ist ein Bestandteil, um ein Abschreckungspotential zu garantieren, dass putin davon abhält die NATO auch nur zu testen.

        Man sieht die Tage wieder, wie der Kreml den Ursprung des Ukraine-Kriegs bewertet.

        Diese Menschen sind zynisch bis ins Mark. Sie werden nur von der Angst vor der eigenen Vernichtung abgeschreckt. Das ist leider die Zeit in der wir leben…

        • Sam Spade

          @Maja Kero:

          "Sie werden nur von der Angst vor der eigenen Vernichtung abgeschreckt"

          Einer Atommacht ist mit konventionellen militärischen Mitteln im Sinne von "Angst vor der eigenen Vernichtung" nicht beizukommen. Das dürfte so ziemlich das Letzte sein wovor Putin sich fürchtet.

          Angst hat das Regime lediglich vor den Zuständen im inneren des Landes. Die Abschreckung kann daher nur auf der Basis erfolgen, Putin aufzuzeigen das der Preis im Falle eines Angriffs höher sein wird als der Ertrag. Darum geht es bei der Präsenz der Nato und nicht um die zahlenmäßige Aufstockung einer deutschen Brigade in Litauen. Diese ist ein Zeichen der Solidarität, mehr nicht, denn sie würde im Falle eines russischen Angriffskriegs nicht standhalten.

          Und Deutschland ist bisher sehr wohl seinen Verpflichtungen in der Nato nachgekommen. Sowohl in den Gewässern der Ostsee wie auch der Nordsee und das zu Wasser und in der Luft.

          Das "Abschreckungspotential" der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland besteht eher darin, dass sich die jüngere Generation noch mehr vom eigenen Land entfremdet.

          Unmotiviertes Personal ist lediglich eine Verschwendung von Zeit und Geld und bietet keinen Mehrwert für eine Armee.

          • Westlahn

            @Sam Spade:

            Wenn Putin in Westeuropa ein nukleares Armageddon anrichtet, dann wehen ihm die Tiefdruckgebiete der folgenden Jahrzehnte die radioaktive Verseuchung auf seine Weizenfelder. Putin ist verrückt. Aber so verrückt hoffentlich nicht.

          • Maja Kero

            @Sam Spade:

            „Das "Abschreckungspotential" der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland besteht eher darin, dass sich die jüngere Generation noch mehr vom eigenen Land entfremdet.



            Unmotiviertes Personal ist lediglich eine Verschwendung von Zeit und Geld und bietet keinen Mehrwert für eine Armee.“

            Sie beschreiben den Sinn einer Wehrpflicht nicht korrekt. Der Sinn einer Wehrpflicht ist es neben einer Berufsarmee ein größeres Potential an ausgebildeten Menschen zu haben, die im Zweifelsfall schneller eingesetzt werden können, als Menschen die erst noch ausgebildet werden müssen, wenn der Konflikt bereits läuft. Dies erhöht die militärische Wirksamkeit der Armee und erhöht damit das Abschreckungspotential.

            Ob willig oder nicht, was die Wehrpflicht angeht, ist im Kriegsfall vollkommen irrelevant, denn dann wird im Zweifelsfall sowieso irgendwann jeder eingezogen dem man habhaft werden kann.

            Die von ihnen kolportierte Entfremdung der Jugend von Deutschland aufgrund einer von oben aufoktruierten Wehrpflicht ist zwar nicht unschlüssig. Jedoch brauchen wir dafür schon ein paar bessere Zahlen, als ein paar 1000 Jugendliche in Berlin.

            Die Wehrpflicht in der BRD hatte diese Wirkung mMn. nicht

          • Maja Kero

            @Sam Spade:

            „Einer Atommacht ist mit konventionellen militärischen Mitteln im Sinne von "Angst vor der eigenen Vernichtung" nicht beizukommen. […]. Die Abschreckung kann daher nur auf der Basis erfolgen, Putin aufzuzeigen das der Preis im Falle eines Angriffs höher sein wird als der Ertrag.

            Vlt. sprachliche Ungenauigkeit meinerseits. Das meinte ich mit Angst vor der eigenen Vernichtung. Also stimmen Sie mir doch im Kern zu, dass militärische Abschreckungslogik funktioniert?

            „Darum geht es bei der Präsenz der Nato und nicht um die zahlenmäßige Aufstockung einer deutschen Brigade in Litauen.“

            „Diese ist ein Zeichen der Solidarität, mehr nicht, denn sie würde im Falle eines russischen Angriffskriegs nicht standhalten.“

            Sie machen mein Argument für mich: Mehr Soldaten! Dann wird aus der symbolischen Abschreckung reale Abschreckung, wenn die Gefahr steigt, dass die 3-tägige spezialoperation bereits an meiner Grenze endet.



            Wo ist hier der Widerspruch den sie andeuten?

            • Sam Spade

              @Maja Kero:

              "Wo ist hier der Widerspruch den sie andeuten?"

              Liegt in der der russischen Enklave Kaliningrad begründet. Die grenzt direkt an Litauen und beherbergt das größte Raketenarsenal Russlands. Russische Raketen auf dort stationierte Truppen benötigen nur Sekunden an Flugzeit. Da ist kein Abfangen in der Luft oder eine Bodenabwehr mehr möglich.

              Mehr deutsche Truppen bedeuten daher lediglich mehr "Kanonenfutter".

      • Suryo

        @Sam Spade:

        Man sollte den ganzen Quatsch lassen und schlicht und einfach wieder die Wehrpflicht aktivieren, und zwar für alle, Mann und Frau. Im Krieg ist es nie schlecht, Reservisten zu haben, und sei es nur für die Zivilverteidigung.

    • DocSnyder

      @Suryo:

      Zum Glück leistet die angegriffene Ukraine mehr Widerstand als Putin Recht ist. Ansonsten hätte der russische faschistische Staat sich schon das ganze Land unter den Nagel gerissen wie der direkte Angriff auf Kyiv im Februar 2022 gezeigt hat.



      Mir fehlt von vielen „Antikriegsgegnern“ die klare Benennung der wahren Aggressoren.



      Mir wird Bange, wenn ein Verbrecherstaat Deutschland tatsächlich angreift.



      Die Freiheit und demokratischen Grundrechte sollen dann lieber andere für einen verteidigen.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @DocSnyder:

        „Antikriegsgegner“

        ...wären Kriegsbefürworter 😉

        • Machiavelli

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Ist dann der wissenschaftliche Begriff für BSW, AFD und Co.

          • warum_denkt_keiner_nach?

            @Machiavelli:

            Ist einfach nur Grammatik. Eine doppelte Verneinung ist sinnfrei. Das muss man nicht weiter interpretieren.

            Kriegsgegner gibt es allerdings definitiv zu wenige. Weltweit.

            • Altbayer

              @warum_denkt_keiner_nach?:

              Leichter Protest! Eine doppelte Verneinung ist teilweise die Hochkultur der bayrischen Ausdrucksweise: Gar nie ned na - Gar nie nicht nein klingt im hochdeutschen seltsam - im bayrischen ist damit Schluß mit lustig! "Des bassierd auf gor koinen Foi - Gar nie ned na!"

              • warum_denkt_keiner_nach?

                @Altbayer:

                Deutsch nicht Bayrisch 😁

  • Andreas J

    Klingt gut.

    • Alex_der_Wunderer

      @Andreas J:

      📢🎵🎶🎶🎶🎶🎶

  • Filou

    Von deutschem Boden darf nie mehr ein Angriffskrieg gegen andere Länder geführt werden, aber wenn ein Agressor z.B. Russland, uns angreift,dürfen wir uns wohl verteidigen um unsere Freiheit, unsere Demokratie zu erhalten. Unter der Knute eines Agressors wären Demonstationen, die nicht diesem huldigen und Demokratie nicht mehr möglich. Demonstrierende und politisch Andersdenkende würden verhaftet, ins Gefängnis geworfen oder sogar getötet.



    Und für unsere Freiheit einzustehen und diese zu verteidigen ist es den im Artikel angeführten jungen Menschen nicht wert.

    • Alex_der_Wunderer

      @Filou:

      @ Filou



      Wer hat Ihnen denn datt Lügenmärchen aufgetischt, Ihre Freiheit sei nur explizit in diesem Deutschland ?



      Wenn Sie woanders sind, ist doch Ihre Freiheit da...

      • Filou

        @Alex_der_Wunderer:

        Dann würden diese jungen Menschen Deutschland wohl verlassen, wenn sie die Freiheit woanders suchen und ihnen die Demokratie und Freiheit in Deutschland Nichts wert ist ?

    • *Sabine*

      @Filou:

      "Und für unsere Freiheit einzustehen und diese zu verteidigen ist es den im Artikel angeführten jungen Menschen nicht wert."

      Das finde ich in Ordnung, wenn sie bereit dazu sind, mit den evtl. Konsequenzen zu leben bzw. sich zu arrangieren. Ich persönlich weiß für mich, dass ich eine Sache nicht kampflos hinnehmen werde, auch wenn ich ansonsten sehr gut darin bin, mich zu "arrangieren". ;-)

    • Sam Spade

      @Filou:

      "Und für unsere Freiheit einzustehen und diese zu verteidigen ist es den im Artikel angeführten jungen Menschen nicht wert."

      Da gab es doch etliche prominente Mahner hinsichtlich der "Verteidigung der Freiheit" allein in der deutschen Literaturlandschaft. Erinnert sei nur an Tucholsky, Heinrich Mann oder Brecht.

      "Wir waren nur Konfirmanden. / Dann holte man uns zum Militär, / bloß so als Kanonenfutter. / In der Schule wurden die Bänke leer, / zu Hause weinte die Mutter.“

      Jahrgang 1899 von Erich Kästner

      Die Freiheit muss man auch freiwillig verteidigen wollen, ansonsten ist es nicht weit her mit der Freiheit.

      • Andreas J

        @Sam Spade:

        Junge Menschen können selbst entscheiden ob der Staat für sie da ist und sie bereit sind ,dafür zur Waffe zu greifen. Bildungsbürger-Bommer die ihnen mit Tucholsky, Heinrich Mann oder Brecht kommen, sind da eher kontraproduktiv und belehrend. Wir genießen unseren Wohlstand und die jungen sollen den Kopf hinhalten. Sehr bequeme Haltung, die nicht auf Veränderungen sondern auf den erhalt des Satus Quo der Alten abziehlt.

        • Chris McZott

          @Andreas J:

          Die Alten haben auch den Kopf hingehalten. Gerade mal 15 Jahre war die Wehrpflicht ausgesetzt....nicht 50 Jahre.

          Es sind (grob) die heute 20 - bis 35 Jährigen die profitiert haben.

          • Andreas J

            @Chris McZott:

            Aber die Lebensumstände vieler junger Menschen haben sich geändert. Das Wohlstandsversprechen hat für viele heute keine Gültigkeit mehr. Geben und nehmen. Wenn das Gefühl aufkommt, dass der Staat einen vergessen hat, kann man nicht erwarten das sie den Kopf hinhalten, für den Wohlstand anderer.

      • *Sabine*

        @Sam Spade:

        "Die Freiheit muss man auch freiwillig verteidigen wollen, ansonsten ist es nicht weit her mit der Freiheit."

        Das sehe ich ebenso. Entweder m/w/d ist "Freiheit" oder (jemand) anderes, das kann auch ein geliebter Mensch sein, etwas wert, erhaltenswert, und ich tue etwas dafür, oder eben nicht. Beides für mich akzeptabel.

        • Encantado

          @*Sabine*:

          "...erhaltenswert, und ich tue etwas dafür, oder eben nicht. Beides für mich akzeptabel."



          Schwierig wird es in meinen Augen, wenn ich nichts für das Erhalten tun möchte, aber gerne in Anspruch nehme, dass das andere tun. Da schwindet meine Akzeptanz.

        • Westlahn

          @*Sabine*:

          Die UkrainerInnen verteidigen ihre Freiheit nicht wirklich freiwillig. Sie wurden von Putin dazu gezwungen. Aber sie machen das trotzdem wirklich gut. Die Motivation, vulgo: Freiwilligkeit steigt exponentiell mit der Nähe des Angreifers. Polen hat da weniger Motivationsprobleme als Deutschland.

          • Zippism

            @Westlahn:

            Das ist eben nur die halbe Wahrheit. Natürlich hat Putin die Ukrainer in diese Lage gezwungen. Aber daraus folgt nicht, dass jeder ukrainische Soldat freiwillig kämpft. Der ukrainische Staat mobilisiert ebenfalls zwangsweise und schränkt unter dem Kriegsrecht die Ausreise bestimmter wehrpflichtiger Männer ein. Die allgemeine Mobilmachung besteht bis heute fort.

            Die Motivation „steigt exponentiell mit der Nähe des Angreifers“ mag als Beobachtung hübsch klingen. Sie ersetzt aber nicht die nüchterne Feststellung: In der Ukraine gibt es sowohl Menschen, die aus Überzeugung kämpfen, als auch solche, die durch staatliche Mobilisierung dazu verpflichtet werden. Beides kann gleichzeitig wahr sein.

  • Thomas Meyer

    Das "ich, ich, ich" ist doch leider auf Seiten der Demonstrierenden, denn es ist schon klar, dass niemand zum Wehrdienst gezwungen werden soll, also Verweigerung und Zivildienst möglich sind? Dort könnte Mensch* sich dann für sozialen Zusammenhalt einsetzen und dabei ein angemesseneres Gehalt bekommen. Schon irgendwie schade wie unreflektiert das hier betrachtet wird

    • Carolin Rudolf

      @Thomas Meyer:

      Im Zivildienst gibt es kein angemessenes Gehalt. Ganz im Gegenteil, die Zivildienstleistenden bekommen viel zu wenig.

      • Suryo

        @Carolin Rudolf:

        Dafür durften sie zu Hause wohnen und mussten sich nicht von irgendwem täglich anbrüllen lassen.

        • Westlahn

          @Suryo:

          Mich hat in der Bundesmarine jahrelang niemand angebrüllt.

          • Encantado

            @Westlahn:

            "Mich hat in der Bundesmarine jahrelang niemand angebrüllt."



            Jetzt nicht jahrelang, aber an Land galt dasselbe.



            Manchmal scheint mir, dass die Armee-Hasser ihre Informationen auschließlich aus alten Nazifilmen haben.

            • Suryo

              @Encantado:

              Ich hasse die Bundeswehr nicht, halte eine allgemeine Wehrpflicht für sinnvoll und wurde dennoch angebrüllt.

              Dass in aller Regel doch etwas bequemer war, Zivildienst zu leisten, als Wehrdienst, ist doch wohl kaum zu bestreiten.

              • Encantado

                @Suryo:

                "Dass in aller Regel doch etwas bequemer war, Zivildienst zu leisten, als Wehrdienst, ist doch wohl kaum zu bestreiten."



                Kommt drauf an was man so gemacht hat. Das ist ein weites Spektrum und reicht von simplen Hausmeistertätigkeiten bis zu Einsatz in der geschlossenen psychologischen Abteilung (einem Bekannten von mir ist das gar nicht gut bekommen). Ein eindeutiges Urteil habe ich da nicht.



                Aber ja, der heimatnahe Einsatz im heimischen Bett war ein unbestreitbarer Vorteil. Zumal da man dadurch sogar noch besser bezahlt wurde.

            • AndreasM

              @Encantado:

              Bei mir 1997 auch nicht. Bissal aufpassen, was verlangt wird, ein wenig Engagement und alle waren happy. Bundeswehr ist nun wahrlich keine Raketenwissenschaft.

      • Thomas Meyer

        @Carolin Rudolf:

        Doch das gäbe es, laut meiner Recherche müsste bei Einführung einer Wehrpflicht selbstverständlich auch der Zivildienst wiedereingeführt werden. Hier müsste dann das gleiche Gehalt gezahlt werden wie beim Bund, ca. 2600 ökken im Monat; aber Hey...

        • Westlahn

          @Thomas Meyer:

          Bei einer Wehrpflicht gibt's keine 2600 €. Die gibt's allenfalls ohne.

    • la suegra

      @Thomas Meyer:

      Zivildienst gibt es nicht mehr und bei Freiwilligendiensten gibt es keine angemessenen Gehälter. Es steht Jugendlichen/jungen Erwachsenen zu, ihren Lebenswillen und Gestaltungswillen laut zum Ausdruck zu bringen oder? Es ist leicht, sich Wehrdienst-Willige zu wünschen, wenn man selbst nicht zu denen gehört, deren Chancen gekürzt werden und die dann noch obenauf militärisch ausbügeln sollen, was Leute mit mehr Alter, Macht und Geld verbockt haben.



      .



      Bei ich, ich, ich ist immer die Frage, was man damit meint. Wir brauchen Leute mit stabilem Ich, Ideen und Gestaltungswillen für eine Demokratie. Es ist doch ermutigend, wenn junge Leute sich nach mehr sehnen, als z.B. danach "Teil eines Volkskörpers" zu sein, mehr als Befehlsempfänger und mehr als Bittsteller. Dass sie ihre Rolle suchen, selber über sich entscheiden wollen und dafür Unterstützung einfordern.



      .



      Beim Wir ist die Frage, ob es ein demokratisches, inklusives, solidarisches Wir ist, oder zu einem völkischen Pseudo Wir wird. Wir brauchen viele attraktive demokratische Wirs, damit das gewaltverliebte Fascho-Wir-gegen-die nicht weiter Überhand gewinnt.



      .



      Finde die Demos spannend, solche Jugendproteste gabs zuletzt bei FFF oder?

      • Encantado

        @la suegra:

        "Zivildienst gibt es nicht mehr"



        Ja, genau wie den Wehrdienst.



        "Es steht Jugendlichen/jungen Erwachsenen zu, ihren Lebenswillen und Gestaltungswillen laut zum Ausdruck zu bringen oder?"



        In jedem Fall. Genau wie es allen anderen zusteht, dazu eine Bewertung abzugeben.



        In diesem Land jedenfalls, das ja keine Freiheiten aufweist, für die es zu kämpfen lohnt.



        Sorry, das war sarkastisch.

      • Altbayer

        @la suegra:

        La Suegra - ein Teil von uns "älteren" hat aber eben auch schon den eigenen "Verzicht" durch die bis zu 18 Monate Grundwehrdienst bzw. Zivi erfahren - individuell sogar bedeutend länger. Und es ist halt irgendwie ... ungerecht... wenn man nur nimmt - aber nix zu zurückgeben mag.

      • migra

        @la suegra:

        "[...] nach mehr sehnen, als z.B. danach "Teil eines Volkskörpers" zu sein [...]"

        Dieser "Volkskörper" nennt sich Gesellschaft oder Gemeinschaft. Und sicher kann man einiges daran kritisieren, aber letztlich wollen diese Leute eben auch nur "Ich, ich, ich" und sich einer Gesellschaft nicht unterordnen. Man pickt sich auch nur die Rosinen heraus. Es darf nur Vorteile geben im eigenen Leben. Wenn die Kacke am Dampfen ist, sollen das andere erledigen. Und zwar die, die man heute beschimpft als "Bullen" oder mit dem Slogan "Soldaten sind Mörder".

        • Schleicher

          @migra:

          "Wenn die Kacke am Dampfen ist, sollen das andere erledigen."

          Sprichen Sie für sich selbst.



          Aber legen Sie den jungen Menschen nicht ihre zynischen Gedanken in den Mund.

          • Suryo

            @Schleicher:

            Den Zynismus sehe ich bei denen, die verkünden, es gäbe an Deutschland nichts, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Das ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die für Freiheit und Rechte gelitten haben und noch leiden.

      • Thomas Meyer

        @la suegra:

        ja Jugendproteste sind toll. Nur wenn die dann nur leider ideologischen Unfug verzapfen wollen und sich weigern einen Beitrag für die allgemeinheit leisten zu müssen find ich das nicht gut.

        • Schleicher

          @Thomas Meyer:

          "sich weigern einen Beitrag für die allgemeinheit leisten zu müssen"

          Das Missverständnis liegt wohl daran, dass für Sie "Beitrag leisten" nur als Kriegsdienst verstanden werden kann.

          Dem widersprechen die jungen Leute völlig zurecht.

          • Encantado

            @Schleicher:

            ""sich weigern einen Beitrag für die allgemeinheit leisten zu müssen"



            Das Missverständnis liegt wohl daran, dass für Sie "Beitrag leisten" nur als Kriegsdienst verstanden werden kann."



            Wird es nicht (-> Zivil- oder Ersatzdienst), und das unterminiert ihre Einstellung ziemlich stark.

      • Suryo

        @la suegra:

        Wer hat denn hier was verbockt?

        Wir werden vom faschistischen Russland bedroht. Krieg ist nicht mehr unwahrscheinlich. Und keiner von uns wollte das so. Aber Russland sieht sich bereits als im Krieg mit uns, und es will diesen Krieg auch.

  • Detlev Beutner

    Gut, dass auch die nächste Generation sich vorbereitet. Denn wenn die Wehrpflicht wieder aktiviert wird, ist die Frage nicht "Demonstrieren oder nicht" - sondern etwas härter "Kriegsdienstzwang nachkommen oder nicht" - denn auch der Zivildienst ist Wehrpflichterfüllung (§ 3 WPflG) und für den Krieg mit verplant (§ 79 ZDG). Wer die sog. "Wehrpflicht" und militärisches Denken ablehnt, dem bleibt eigentlich nur die Totale Kriegsdienstverweigerung - dann aber kommt das Strafrecht zum Zuge. Wie die Gerichte diesbezüglich in der letzten "Wehrpflichtperiode" dazu entschieden haben, ist gut dokumentiert nachlesbar auf uris-tkdv.de - damit kann man sich etwas besser auf kommende Zeiten vorbereiten...

  • Pico

    Es ist doch nur logisch, dass NIEMAND zu einem Dienst an der Waffe gezwungen werden darf. Deswegen kann man dies



    auch nicht zur "Pflicht" machen. Und ob eine "Kommission" in der Lage dazu ist, ein "Gewissen" zu überprüfen, bezweifle ich. Besonders nicht, wenn dort vor allem welche sitzen die schon immer "gedient" haben ...

    • Hans - Friedrich Bär

      @Pico :

      War ein Problem, deswegen wurde die mündliche Verhandlung 1984 abgeschafft weil eine ehrliche Haut, die nicht so gut reden konnte im Nachteil war.



      Der Vorsitzende war Verteidigungsbeamter, hatte aber kein Stimmrecht. Stimmrecht hatte nur die drei Beisitzer, die aus der Kommunalpolitik kamen. Man konte auch einen Beistand mit in die Verhandlung bringen, der in der Verhandlung neben einem sitzen durfte. Der Beistand durfte nicht direkt antworten aber zum Schluss der Verhandlung ein Plädoyer für den Kandidaten halten wie bei einer Gerichtsverhandlung. Den Beistand durfte der Kandidat sich selbst aussuchen, je nach gesellschaftlicher Orientierung z.B. kirchliche oder Sonstige.



      dserver.bundestag....d/2003/0232-03.pdf

    • Westlahn

      @Pico :

      Die, die schon immer gedient haben, sind längst in Rente.

    • Thomas Böttcher

      @Pico :

      An der Waffe vielleicht nicht, aber am „Spaten".



      Pioniere gibt es in jeder Armee, die keine Waffenträger sind.

      • Hans - Friedrich Bär

        @Thomas Böttcher:

        Es heißt "mit der Waffe", nicht "an der Waffe".



        Auch ein Pionier ist wegen Grundausbildung waffentragend.



        Das gleiche gilt für den Sanitätsdienst.



        Das wurde man bei der mündlichen Gewissensprüfung vor 1983 gefragt, und wenn man geantwortet hat: "ja dann gehe halt zum Sanitätsdienst, wenn ich nur dort dienen muss" war man durchgefallen.



        Weil man sein Gewissen nicht mit der Realität des Einsatzes im Krieg, jeder kann überall in Kampfhandlungen verwickelt werden, beschäftigt hat, und deswegen unglaubwürdig war.