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Hohe Ernteausfälle Klimawandel, wie das brutzelt

Eva Fischer

Kommentar von

Eva Fischer

Der Bauernverband rechnet mit hohen Ernteausfällen in diesem Jahr, höhere Preise für Essen inklusive. Für ihn ist das dennoch kein Grund für mehr Klimaschutz.

D as Essen hierzulande dürfte wieder teurer werden. Das machen Zahlen deutlich, die der Deutsche Bauernverband am Dienstag veröffentlichte. Aufgrund von Dürre und Hitze wird die Getreideernte in diesem Jahr unterdurchschnittlich ausfallen, so der Verband: um 3,3 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr, ein Rückgang von sieben Prozent. Am stärksten betreffen die Ernteausfälle aber Winterraps mit einem Rückgang von 20 Prozent, was zusätzlich auf Schädlingsbefall zurückzuführen sei.

Auch Heu, Stroh und Futtermittel werden knapp. Demnach müsse man entweder mehr importieren oder den Tierbestand reduzieren, Ergo: Die Kosten für tierische Lebensmittel steigen.

Damit zeigt sich, worauf die Klimaforschung schon lange aufmerksam macht: Der Klimawandel bedroht unsere Ernährungssicherheit.

Hierzulande ist die Landwirtschaft laut Umweltbundesamt der fünftgrößte Emittent von Klimagasen mit ungefähr 8,8 Prozent der Gesamtemissionen. Bei den Landwirtschaftsemissionen handelt es sich allerdings kaum um CO₂, sondern zu mehr als 95 Prozent um das noch klimaschädlichere Methan und Lachgas. Sie werden durch die Bearbeitung der Böden, den Einsatz von Stickstoffdüngemittel sowie Nutztiere freigesetzt. Dementsprechend gilt eine andere Ernährung als wirkungsvollste Maßnahme zur Treibhausgasreduktion des Sektors, was aber für die stark von der Viehzucht geprägten deutsche Landwirtschaft Einbußen bedeuten würde.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

So nahm auch Verbandspräsident Joachim Rukwied bei der Pressekonferenz das Wort Klimawandel nicht von selbst in den Mund. Die Bauernbranche betreibe bereits ambitionierten Klimaschutz, so seine Antwort auf Nachfrage.

Statt von der Politik mehr Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verlangen, fordert der Bauernverband lieber ein „Sofortpaket“: mehr EU-Millionenhilfen für Düngemittel, ein früheres Auszahlen der meisten Direktzahlungen, Steuer auf Diesel runter. Ohne im Gegenzug Klimazusagen machen zu wollen. Eine Zukunft der Landwirtschaft auf einem wärmer werdenden Planeten sieht anders aus.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Eva Fischer

Eva Fischer Themenchefin

Jahrgang 1989; seit Anfang 2025 bei der taz, derzeit als Themenchefin, Nachrichtenchefin und CvD bei taz.de. Vorherige Stationen: u.a. EU- und Nato-Korrespondentin in Brüssel beim Handelsblatt, Redakteurin für Internationale Politik beim Tagesspiegel, Redakteurin bei der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Wirtschaftspsychologie-Studium mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie und dem Nebenfach Politikwissenschaft, Besuch der Holtzbrinck-Journalistenschule, gelernte Medienkauffrau Digital und Print beim Spiegel-Verlag. Und auch ausgebildete Yogalehrerin.
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54 Kommentare

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  • dreikaesehoch

    In den letzten Jahren konnte man immer wieder Ansammlungen der Landwirte mit ihren Arbeitswerkzeugen vor diversen Behörden begutachten.



    Also ich finde, die Traktoren und weitere Geräte unserer Landwirte sind bereits groß, hübsch, neu und teuer genug. Sind die Hobel schon wieder alle Schrott oder wo ist die Kohle hin? ;-)

    • FriedrichHecker

      @dreikaesehoch:

      Welche Kohle?

      Die Dinger sind heutzutage überwiegend geleast. Und die Außendienstmitarbeiter der Leasingfirmen zittern regelmäßig, ob die vereinbarten Raten auch bezahlt werden, weil sonst die erfolgsabhängigen Gehaltsanteile weg sind - während die Innendienstler nicht mehr wissen, wem sie die Rückläufer (egal ob vorzeitig oder planmäßig) noch zum kalkulierten Preis verkauft bekommen.

      Im Übrigen lohnt es sich für die Hersteller schon lange nicht mehr, Maschinen für den deutschen "Bauern" zu produzieren. Die werden weniger und kaufen weniger - produziert wird praktisch nur noch für die Großbetriebe der Agrarindustrie (anderswo nannte man die Kolchose oder LPG)...

    • Otto Mohl

      @dreikaesehoch:

      in der Neiddebatte ist es nicht nötig, dass man guckt, ob die "Hobel" bar bezahlt sind oder finanziert werden und man kann auch darüber hinwegsehen, dass die "Hobel" regelmäßig ausgetauscht werden müssen.

  • Janix

    Deutlich weniger Rumgetiere in deutschen Bauernhöfen oder manchmal: Rinder-/Schweinknästen wäre da ein großer Schritt. Lecker Gemüse statt totem Tier ist ein großer Klimahebel und schont auch das knapper werdende Trinkwasser.



    Mit dem Versprechen in der anderen Hand könnten die Bauern Solidarität leichter einfordern.

    • Zippism

      @Janix:

      Verzicht ist schön und gut – aber warum soll ausgerechnet beim Otto-Normalverbraucher angefangen werden, der ohnehin schon an allen Ecken sparen muss und über CO₂-Abgaben zusätzlich für Klimaschutz bezahlt?

      Wenn weniger Tierhaltung und mehr pflanzliche Lebensmittel tatsächlich ein großer Klimahebel sind, dann sollte man doch zuerst die Strukturen ändern, die diese Produktionsweise begünstigen – und nicht dem Verbraucher erklären, er müsse beim Einkauf noch mehr verzichten.

      Und wenn man von Solidarität mit den Bauern spricht, sollte die auch mit einem Angebot verbunden sein: Unterstützung für den Umbau hin zu einer klimaresilienteren und weniger tierlastigen Landwirtschaft, statt bei jeder schlechten Ernte einfach wieder die Hand nach dem Staat aufzuhalten. Genau da würde ich den Hebel ansetzen.

  • pumble

    Klima ist ja nicht die einzige Baustelle. Die konventionelle Agrarindustrie vernichtet auch Boden und Grundwasser.



    Wie werden in nicht allzu langer Zeit erhebliche Probleme mit der Lebensmittelversorgung haben.

    • Otto Mohl

      @pumble:

      "Die konventionelle Agrarindustrie vernichtet auch Boden und Grundwasser.

      Wie werden in nicht allzu langer Zeit erhebliche Probleme mit der Lebensmittelversorgung haben."



      Das ist ein uraltes und deshalb falsches Argument. Dank Züchtung sind die Erträge seit Menschengedenken gestiegen. Dank Pflanzenschutz (in informierten Kreisen als Pestizide verschrieen) werden diese Erträge abgesichert. Böden werden dabei nicht vernichtet. Moderne Landwirtschaft geht äußerst sparsam mit dem wertvollen und teuren Dünger um.



      Die Grundwasserprobleme sind vor allem ein Problem, dass sich durch verschärfte Grenzwerte ergibt und weil es einfach ist, die Bauern als Sündenbock zu nutzen.

      Undichte Abwasserleitungen sanieren? Zu teuer!

      Bei mir im Ort ist eine alte Deponie. Früher wurden die nach unten nicht abgedichtet. Da fließt jetzt das Grundwasser durch und nimmt enorme Stickstofffrachten mit. Sanieren? Kommt nicht in Frage, wäre mehrere hundert Millionen Euro teurer.

  • Griffendorff

    Die Einbringung von Biokohle in die Böden erhöht nicht nur die Bodenfruchtbarkeit, sondern ist durch Zertifikatehandel eine zusätzliche, wetterunabhängige Einnahmequelle.



    Agri-PV ist eine weitere Einnahmequelle, unabhängig vom Wasserdargebot und den Preisen für landwirtschaftliche Produkte.

    • Otto Mohl

      @Griffendorff:

      Agri-PV ist eigentlich keine Einnahmequelle mehr. Die hohen Förderungen sind zum Glück runter. Solaranlagen gehören auf Dächer und Parkplätze und Konversionsflächen, nicht auf gute Ackerböden.

  • Reflux

    Hier wird unterschlagen, dass wir im Vorjahr eine überdurchschnittliche Getreideernte hatten, die 5,3 - 6,6% über dem Durchschnitt lag. mit den 7% Rückgang liegen wir wieder im Durchschnitt der letzten sieben Jahre. Kartoffeln wurden letztes Jahr teilweise verschenkt/untergepflügt, weil es zuviel gab.

    Bei den Futtermitteln sollte man erwähnen, dass der Anbau von Biomasse für Biogasanlagen, direkt mit der Produktion von Futtermitteln konkuriert.

  • RaMiBe

    Eine Alternative bieten die zahlreichen solidarischen Landwirtschaftsinitiativen, einfach mal umschauen, was es so gibt, zB Speisegut in Gatow.



    Getreideanbau im großen Stil lässt sich so natürlich nicht ersetzen, aber für das Gemüse auf dem Teller fallen zumindest keine weiten Transportwege an und die Produzenten haben ein gesichertes Einkommen ohne Ausbeutung, selbst mithelfen ist meist auch drin.

    www.solidarische-landwirtschaft.org

  • Strolch

    Also sollen die Landwirte die Viehzucht einstellen und der Verbraucher kauft klimafreundliches argentinisches Rindfleisch? Und was genau ändert das am Klimawandel?

    • Herma Huhn

      @Strolch:

      Es würde doch schon reichen, das klimaschädliche Fleisch nicht noch künstlich billiger zu machen, indem man den Landwirten bei jedem unterdurchschnittlichen Sommer die Subventionen erhöht, ohne sie in überdurchschnittlichen Sommern wieder zu verringern.



      Wenn sich die Viehzucht für Billigfleisch nicht mehr lohnt, wird das Klima in diesem bereich ganz von allein profitieren. Das gleiche gilt natürlich auch für Importe.

    • nihilist

      @Strolch:

      Nix, aber man könnte sich das Geld für Subventionen sparen und das Grundwasser wäre nicht mehr so voll mit Gülle. Das ist ja auch nicht nichts.



      Blöderweise kann man mit Verbesserungen vor Ort in Deutschland nichts reißen, weil dann Arbeitsplätze in der Verschmutzung wegfallen. E-Mobilität lässt grüßen.

  • Michel76

    Man sollte aufhören, den Landwirten Vorwürfe zu machen.

    Es ist noch nicht so lange her, da konnte der Landwirt und seine Familie mit 15 oder 20 Kühen und 15 oder 20 Hektaren Land leben.

    Was hat sich seither geändert, was ist mit der EU, der Politik, den Importen und den Konsumenten schief gelaufen?

    Hier muss man ansetzen bei den Veränderungen, nicht beim Landwirten.

    • Favier

      @Michel76:

      a.) zwar wird immer noch das Bild des Bauern gepflegt, aber in vielen Bereichen haben wir es mit industrieller Agrarwirtschaft zu tun. Bäuerliche Landwirtschaft, wie es die Kinderbücher zeichnen, ist weitestgehend am Ende. Viele Landwirte sind Teil dieser großindustriellen Landwirtschaft, sie gehen für ihre Interessen auf die Straßen und blockieren diese. Warum sollte man sie also von einer Kritik ausnehmen?



      b.) Zu fragen ist aber vielmehr nach dem Einfluss der Großindustrie (Chemie- und Saatgutkonzerne), die mit ihren Fungiziden, Düngemittel, Pestiziden und ihren Hochleistungspflanzen satt an dieser Entwickung verdient haben und weiterhin verdienen.



      c.) Die EU scheint hier kaum mehr als ein ausführendes Organ, eingekeilt zwischen der Industrie und der Agrarlobby, die gemeinsam die notwendigen Subventionen für diese Art der Lebensmittelproduktion aus dem EU-Budget herausschneiden.

    • tazzy

      @Michel76:

      Frag lieber was in der Landwirtschaft und deren Lobbyverbänden schief gelaufen ist.

      Richtig ist, dass es heute keine "Landwirte" mehr gibt, sondern nur noch Agrarindustrielle, die zudem einen rechtskonservativen Lobbyverein namens Bauernverband betreiben. Diese Industriellen sind für große Umweltprobleme verantwortlich, wollen aber keinen Beitrag zur Verbesserung leisten. Sie hetzen gegen unsere EU, kassieren aber gleichzeitig hohe Subventionen von ihr. Sie jammern über Klimaschäden, wollen aber weiterhin billigen Agrardiesel verbrennen. Sie wollen Hilfe von der Politik, wünschen auf Demos unseren Politikern aber mit Galgen den Tod, sie wollen Sympathie von der Gesellschaft, machen aber gemeinsame Proteste mit der Afd und Rechtsextremen.

      Früher war ich auf der Seite der Landwirte. Aber diese ewiggestrigen Industriellen, die von unseren Steuergeldern leben, haben unsere Sympathie nicht mehr verdient.

      • FriedrichHecker

        @tazzy:

        "Frag lieber was in der Landwirtschaft und deren Lobbyverbänden schief gelaufen ist."

        Wie wäre es damit, sich selbst mal zu informieren?

        Kleines Beispiel hier aus dem Ort. Betrieb A und Betrieb B haben vor 60 Jahren jeweils eine komplette Familie und jeweils einen festen Mitarbeiter ernährt (plus Saisonhelfer bei der Ernte). Heute ist Betrieb A an den Besitzer von Betrieb B "im Ganzen verpachtet" (Auflösung ist wegen §35 BauGB nicht sinnvoll).



        Und weil man mit diesem "riesigen" Betrieb so "viel" verdient, macht er das mit seiner Frau im Nebenerwerb und beide haben 80%-Stellen im öffentlichen Dienst...

      • Dorian Müller

        @tazzy:

        Genaus so ist es.

      • Günter Witte

        @tazzy:

        Sie sind derjenige der von den Steuergeldern lebt ! Hier geht es nicht darum Landwirte zu subventionieren sondern den Verbraucher. Früher mussten Verbraucher rund 50 % ihres Verdienstes für Lebensmittel ausgeben, heute 10%. Wer ist also bei dieser Rechnung der Gewinner ??

      • Michel76

        @tazzy:

        Nö. Die Frage muss doch lauten, warum es so gekommen ist, dass immer mehr (kleine) Landwirte den Laden schliessen mussten und müssen. Und warum selbst mittlere und grössere Betriebe ums Überleben kämpfen müssen. Natürlich stimmen die Rahmenbedingungen nicht und natürlich ist die Politik dafür verantwortlich, die für passende Rahmenbedingungen sorgen müsste.



        Übrigens sind die Bauern die ich kenne, allesamt nicht rechtsextrem und kümmern sich um die Umwelt und ihre Böden. Und das nicht selten 12 bis 15 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

    • ToMuch

      @Michel76:

      Danke. Das ganze Jahr arbeiten und immer nur das Gehetze aushalten, obwohl man/Frau lebensnotwendige Lebensmittel produziert, tut keinem gut.

      • Klabauta

        @ToMuch:

        Warum fühlen Sie sich angegriffen, wenn @tazzy von „Agrarindustriellen“ und dem DBV spricht, der ausschließlich die Interessen ebenjener Agrarindustriellen vertritt und keineswegs jene der bäuerlichen Landwirtschaft?



        Entweder Sie zählen zu den Großen, dann ist die Kritik des Mitforisten mMn angebracht, oder aber Sie gehören zu den Kleinen, dann verteidigen Sie ein System, das Ihnen letztendlich schadet.

      • Michel76

        @ToMuch:

        Es gibt immer irgendwelche klugen Kommentatoren und da werden gekonnt alle Hintergründe ausgeblendet (bitte alle Landwirte auf Bio umstellen und das Produzierte über den eigenen Hofladen verkaufen).



        Die triffst du dann Freitag nach ihrer 30 Stunden Woche im Aldi, mit dem billigsten Gemüse und dem Rindfleisch aus Brasilien im Einkaufswagen...

      • Thomas Böttcher

        @ToMuch:

        Die armen Agrarindustriebetriebe.



        Lustig, dass die gleichen Bauernverbände, die fast schon zum Sturz der vorherigen Regierung aufgerufen haben und deren Mitglieder mit Galgen auf Trekkern rumgefahren haben, jetzt laut um Hilfe rufen.



        Klimaschutz missachten, politisch putschen gegen Maßnahmen, dann kalt erwischt werden und um Hilfe rufen. Die könnten in der Automobilindustrie auch Karriere machen...

  • taz.manien

    Die Landwirte haben gewonnen egal ob sie auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz setzen oder nicht! Das ist alles eine sehr simple Rechnung, kommt es zu Ernteausfälle bezahlt das der Verbraucher/Steuerzahler, über die Preise und über die Subventionen die als Unterstützung fließen, alle Kosten trägt der Verbraucher/Steuerzahler, wer denn sonst. Intelligenter wäre es um die Kosten gering für den Verbraucher/Steuerzahler zu halten, die Landwirte die auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz setzen zu helfen, und nur diese, und nicht jene die sich auf einen irrpfad befinden, sonst werden uns die Kosten für das begleichen der entstandenen Schäden für das nichts tun, uns in der Zukunft alle noch sehr teuer zu stehen kommen.

  • Ricky-13

    Wenn der Bauernverband (DBV) immer noch keinen Grund für mehr Klimaschutz sieht, dann sollte der 'gesamte Bauernverband' sich vielleicht mal auf die Couch eines Psychologen legen.

    Der DBV betreibt nur noch intensive Lobbyarbeit in Berlin und Brüssel und verhandelt direkt mit Politikern über Gesetze, Subventionen, das Düngerecht oder "Tierwohlstandards". An der Lobbyarbeit des DBV verdienen in erster Linie große Agrarkonzerne, die industrielle Nutztierhaltung sowie Großgrundbesitzer und Agrargenossenschaften.

    Natürlich bedeuten Klimaschutzmaßnahmen für landwirtschaftliche Betriebe größere Investitionen oder höhere laufende Kosten, aber die zunehmende Hitze und Dürre wird in den nächsten Jahren viel mehr kosten, und zwar nicht nur den Bauern, sondern der gesamtem Bevölkerung, denn die muss irgendwann sogar hungern. Hätten wir eine intelligente Regierung, dann würde es ohnehin keine Diskussion mit Lobbyisten mehr geben; aber wir haben ja sogar einen Lobbyisten zum Kanzler gemacht.

    Übrigens sitzt der DBV-Präsident Joachim Rukwied unter anderem im Aufsichtsrat der Südzucker AG, im Verwaltungsrat der Rentenbank und im Beirat der BayWa AG.

    Geld 💰 Money 💰 Soldi 💰 Argent 💰 ...

  • Jalella

    Wir sind die einzige Tierart auf dem Planeten, die zur Erfassung und zum Verständnis solcher Zusammenhänge fähig ist. Schon ein Affe hat keine Vorstellung und kein Wissen von globalen Zusammenhängen.



    Die Tatsache, dass wir nicht vereint handeln, obwohl wir uns als die Ursache des Problems erkannt haben, stellt uns intellektuell unter die Stufe von Mikroben.



    Aber was ist von einem Tier zu erwarten, dass in Trumpscher Manier so arrgoant ist, sich selbst "homo sapiens" zu nennen?



    Aber das mendelt sich weg.

    • Strolch

      @Jalella:

      Die einzige Tierart von der wir wissen. Vielleicht gibt es ja noch weiteres intelligente Wesen, die aber wissen, dass sie mit uns besser nichts zu tun haben und sich daher geschickt verbergen. ;)

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Strolch:

        Wenn ich Nachrichten schaue, kommen mir Zweifel, ob man Menschen unter "intelligente Wesen" einordnen kann 😉

        • taz.manien

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          "Wenn ich Nachrichten schaue, kommen mir Zweifel, ob man Menschen unter "intelligente Wesen" einordnen kann 😉"

          Man braucht keine Nachrichten zu konsumieren um zu dieser sehr tiefen Erkenntnis zu gelangen, dazu reicht es schon vor die Tür zu gehen! 🧐

  • Sikasuu

    Statt von der Politik mehr Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verlangen, fordert der Bauernverband lieber ein „Sofortpaket“: mehr EU-Millionenhilfen für Düngemittel, ein früheres Auszahlen der meisten Direktzahlungen, Steuer auf Diesel runter. Ohne im Gegenzug Klimazusagen machen zu wollen.



    ----



    War das von Agrarlobbyisten anders zu erwarten?



    Seit vielen Jahrzehnten wird die Agrarindustrie von der EU "gepampert"!



    Nicht die "kleinen Betriebe" sondern maßgeblich die GROßEN & die Verarbeiter!



    Da ist das Wort & vielleicht handeln um "Klimaschutz" nicht nur ein Fremdwort, sondern wirkt wie "Knoblauch auf Vampire"! :-(



    Btw. Massentierhaltung, Millionen Tonnen Futterimport, Güllebeseitigung "auf dem Acker", ist ja alles "Natur", uvam.



    Wer kann da vom "Chef solcher Lobbyisten" andere Töne verlangen?



    Mein Fazit: Solange wir unsere "Natur" als Produktionsmittel sehen, nutzen, nicht darauf achten, das auch die "Randbedingungen" erhalten bleiben, geht es mMn. "bergab"!



    Ps. Mal etwas abgewandelt ein alter Spruch:



    "Erst wenn das letzte INSEKT tot ist, werden wir bemerken, vor allen Dingen die o.a. da wir Geld nicht essen & unsere Natur nicht "von Hand" bestäuben können!

    • T-Rom

      @Sikasuu:

      Man muss ja nicht auf jede Forderung der Agrar- / Bauernlobby eingehen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass das Landwirtschaftsministerium und hohe Miniteriumsfunktionen mit Personen besetzt sind, die diesen Lobbyverbänden sehr nahestehen.

  • Martin Rees

    "So nahm auch Verbandspräsident Joachim Rukwied bei der Pressekonferenz das Wort Klimawandel nicht von selbst in den Mund. Die Bauernbranche betreibe bereits ambitionierten Klimaschutz, so seine Antwort auf Nachfrage."



    Die Bauern selbst tragen z. verringerten Ernährungssicherheit bei, Missernten sind übrigens noch krasser u. stehen zu erwarten, wenn nichts passiert.



    Fordern, pochen, das übliche Klappern? Differenziert werden muss zwischen unterschiedlichen Betriebsgrößen u. Erzeugerausrichtung.



    Ein Problem liegt im Boden als Grundlage selbst: neben sinkendem Grundwasser, Nitraten u. invasiven Arten wie Erdmandelgras ist Erosion ein (h)ausgemachter Risikofaktor.



    www.landwirtschaft...der-landwirtschaft



    Übrigens: Der Markt entscheidet über Preise u. Erlöse, der ist aber nach der politischen Ordnung mit Subventionen nicht lokal und regional zu betrachten, sondern europäisch, sogar global.



    In der Ukraine ist aktuell erneut der Transport von Weizen das Problem, bei entspr. Mengen; die Bedeutung der Ukraine für die Welternährung ist wiederholt in der taz Thema gewesen.



    "Weizenkrise und Ukraine-Krieg



    Hunger als Waffe"



    9.4.22 bei taz.de

  • hsqmyp

    Es geht ja nicht nur um fehlenden Klimaschutz in der konventionellen deutschen Landwirtschaft.

    Es geht auch um einen völlig verfehlten Umgang mit den sich rasant verändernden klimatischen Bedingungen und den daraus resultierenden Folgen für die Landwirtschaft insgesamt.



    Nach wie vor werden Felder so entwässert, wie noch von 20 Jahren, als wir erheblich mehr Niederschläge im langjährigen Mittel hatten.



    Die Böden werden in der konventionellen Landwirtschaft weiter durch Monokulturen ausgelaugt und verlieren so ihre natürliche Speicherfähigkeit (Retention).



    Ein biologisch geführter Acker kann deutliche mehr Wasser in kürzerer Zeit aufnehmen und halten.

    Die Bauern machen halt jetzt das, was sie schon immer machen:



    Sie lassen sich vom Steuerzahler aushalten und verweigern im Gegenzug Zugeständnisse beim Klima- und Umweltschutz.



    Sie wollen weiterhin die Flüsse und Meere mit Nährstoffen und Pestiziden verseuchen.



    Und natürlich wollen sie für ihre Produktion weiterhin unser Grundwasser und das der naheliegenden Flüsse benutzen. Am besten kostenfrei, natürlich.



    In Frankreich und Spanien gibt es bereits jetzt Verteilungskämpfe um das Wasser. Hierzulande nur noch eine Frage der Zeit.

    • Günter Witte

      @hsqmyp:

      Nette Aufzählung von Vorurteilen und Pauschalierungen !



      Ob und wie lange ein Boden Wasser aufnehmen kann hat nichts mit Bio- oder Konventionell zu tun, sondern nur mit der Bodenart. Kiesiger Boden kann niemals, ganz gleich wie er bearbeitet wird, die Wassermenge speichern wie z.B. Lößboden auf x Meter Lehmschicht.

  • Kabelbrand Höllenfeuer

    Ich würde vorschlagen, Steuerhilfen wg. Dürre nur an nachhaltig bewirtschaftete Öko-Höfe zu vergeben. Die schlechten Ernten sind auch das Ergebnis von schlechter Bodenpflege und übergroßer Felder, zwischen denen keine windbrechenden Baumreihen mehr stehen. In den nächsten Jahren werden die meisten Bauern auch wohl ihre Fruchtfolgen überdenken müssen, ebenso wie die Konsumenten, die sich z.B. mit Hirse anfreunden sollten.

    • ToMuch

      @Kabelbrand Höllenfeuer:

      Also die paar nachhaltig wirtschaftenden Höfe die Millionen Menschen in Deutschland ernähren könnten… Aber bitte, als jemand der selbst aus einem Betrieb stammt und ihn nicht weiterführen wird, kann es mir ja egal sein. Wir haben genug Fläche und Ressourcen, um uns zu versorgen und dann sollen halt die, die den „bösen“ Landwirten immer alles schlimme vorwerfen, halt sehen, was sie essen und woher sie es importieren und wie dort die Standarts sind. Ich arbeite jedenfalls nicht mehr 365 Tage im Jahr, 60 Stunden in der Woche wie meine Eltern. Einzigster Urlaub, die Flitterwochen damals.

      Aber hey, es wird schon besser werden, wenn man immer weiter macht mit dem Landwort-Bashing.

      • Herma Huhn

        @ToMuch:

        Sowohl Sie als auch ihr Vorredner werfen in einen Topf, was nicht in einen Topf gehört.



        Da sind auf der einen Seite echte Landwirte, die ihren eigenen Hof bewirtschaften und sich darum bemühen, dass dies auch in Zukunft noch weiter möglich sein wird.



        Auf der anderen Seite sind Agrarindustrielle, die schnellen Profit aus dem Boden ziehen wollen und diesen Profit eher in Subventionen als in Ertrag finden.



        Leider gibt es noch zu viele Landwirte, die sich in Verbänden von Agrarindustriellen vertreten lassen, sodass die Verwechslung dieser Gruppen auf beiden Seiten kaum zu vermeiden ist.



        Es gäbe sinnvolle Kompromisse zwischen Agrarindustrie und mittelalterlicher Dreifelderwirtschaft. Bei der aktuellen Politik scheinen aber alle, die diesen Kompromiss wagen würden, ihre Höfe aufzugeben.

  • Manzdi

    Die Gelder fließen oft in nicht-nachhaltige Strukturen: Großbetriebe, chemische Industrie (Düngemittel, Pestizide) und Agrartechnik-Konzerne profitieren. Kleinere Höfe oder ökologische Betriebe haben kaum eine Chance.

    Die Zusammenarbeit mit Lebensmitteldiscountern (z. B. Aldi, Lidl) führt zu einem Abwärtsspirale bei Preisen und Standards:



    Bauern müssen immer günstiger produzieren, um zu überleben.



    Umweltauflagen werden als "Kostenfaktor" gesehen und verwässert.



    Folge: ökologische Schäden und am Ende Subventionen für die Reparatur der Schäden, die der Steurzahler trägt.

    Ziel: Kurzfristige Profitmaximierung



    Das System belohnt Skaleneffekte und kurzfristige Gewinne, nicht Resilienz oder Nachhaltigkeit. Was langfristig folgt sind:



    Abhängigkeit von Konzernen (Saatgut, Dünger, Technik).



    Verlust von Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit.



    Klimarisiken (Dürren, Überschwemmungen) treffen die Betreiber umso härter.

    Alternativen?



    Ja! Umstellung auf Agroökologie: Vielfältige Fruchtfolgen, reduzierte Chemikalien, geschlossene Kreisläufe.



    Direktvermarktung & regionale Wertschöpfung: Unabhänigkeit von Discountern durch lokale Netzwerke.

    Davon will der Bauerverband nichts wissen.

    • ToMuch

      @Manzdi:

      Von Direktvermarktung kann man nur leider nicht leben, weil a) selbst auf Wochenmärkte man selten mit einem Plus heimkommt (Standgebühr, Sprit, Personal, Kühlen der Produkte, und auch der Verkaufswagen, und sämtliche weitere Kosten wie Strom, Wasser, Verpackungen, etc.).



      Wir besuchen statt vier nur noch einen Wochenmarkt als Verkäufer.



      Und dann wird noch genörgelt, dass das Produkt mehr kostet als bei Lidl und Aldi. Aber der Landwirt ist hier das Problem, echt?

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @ToMuch:

        Das Problem des Bauernverbandes ist doch, dass er hauptsächlich die Interessen der Großen vertritt und die Kleinen trotzdem brav hinterher dackeln.

        Es sind die Großen, die Ihnen zusammen mit den Handelsketten die Preise kaputt machen.

      • Herma Huhn

        @ToMuch:

        Aber mal ganz neutral nachgedacht: Wie kann es denn sein, dass ein Landwirt mehr Geld verdient, wenn er seine Waren an Discounter verkauft, die Waren obendrein billiger angeboten werden und trotzdem drei Zwischenhändler ebenfalls Gewinn mit diesen Waren machen? Kühlung, Verpackung und Personal sind doch keine Kosten, die nur bei der Direktvermarktung eingepreist werden müssen.

        • Hugo

          @Herma Huhn:

          Ich denke, die Zwischenhändlerkette ist sehr klein und optimiert, des von ToMuch aufgelistete läppert sich halt auch. Und ebenfalls mal neutral gedacht, kammer aufm Wochenmarkt "nur" Luxus verkaufen und die täglichen Nahrungsmittel mit halbwegs gescheiten Herstellungsbedingungen inner Kaufhalle. Ist schlussendlich eine gesellschaftspolitische Entscheidung, wie da die Regeln festgelegt werden. Zur Zeit will mer sich seine Lebensgrundlagen wieder mehr kaputtmachen und wir alle bezahlen indirekt die Zerstörer.

        • Strolch

          @Herma Huhn:

          Im Lebensmitteleinzelhandel ist ganz entscheidend die Geschwindigkeit innerhalb derer die Waren verkauft werden. Und die ist beim Discounter wesentlich schneller. Dadurch fallen die von Ihnen angesprochenen Fixkosten je kg Produkt massiv. Ein Palette Mehl ist bei Aldi vermutlich in einer Woche leer, neben der Palette Nudeln, Saft und Käse. Im Hofladen brauchen Sie für eine Palette aufgrund der geringeren Kundenanzahl viel länger. Zudem ist das Sortiment des Hofladens viel kleiner als das Sortiment eines Discounters. Zumindest bei unserem Edeka weiß ich, dass er auch Produkte direkt ohne Zwischenhändler von den regionalen Bauern bezieht.

      • Manzdi

        @ToMuch:

        Da stimme ich Ihnen zu. Aldi, Lidl, Edeka etc. drücken die Preise und der Bauernverband sorgt dafür, dass die EU-Gelder über die Fläche ausgeschüttet werden, so dass die Großagrarier und Konzerne (Futtermittel, Dünger, Pestizide, Anlagen/Maschinen, ... ) profitieren. Hinzukommt, dass diese Politik die ökologischen Bedingungen drastisch verschlechtert.



        Und die Funktioäre des Bauernverbands? Sitzen in den Aufsichtsräten der Big Player. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

        Und ich frag mal: Ist das ein Naturgesetz?

  • Goldi

    Danke, ja. Den nächsten Sommer überleben im Süden Deutschlands nur noch Landwirte, die jetzt mit dem Zisternenbau, dem Kauf großer Bewässerungsanlagen, Bäume pflanzen (Agroforst) und Verschattung der Felder durch Solarzelllen (hybride Nutzung der Felder) beginnen.

    Dafür sollten milliardenschwere Hilfen aus der EU zweckgebunden kommen. Die Landwirte brauchen das Geld wirklich und wir sollten diese Klimaanpassung/den dringenden Umbau zur Heißzeit-Landwirtschaft ernst nehmen.

    Als Dünger sollte Kunstdünger verboten werden. Die Rinder- Massentierhaltung wird zu Ende gehen müssen (Methan-Problematik).

    Die EU sollte ein Sonderprogramm für sofortige Moorvernässung in großem Stil beschließen inklusive Abfindung/Alimentierung für Landwirte die ihre Flächen somit nicht mehr nutzen können (siehe Großbrand Hohes Venn ).

    Es sollte ernsthaft erwogen werden Landwirte in den Stand von "Naturschutz-/Ernährungsbeamten" zu bringen, mit jährlich zum Beispiel 50.000 Euro steuerfreiem Gehalt vom Staat.

    Müssen nur wollen... . :-)

    • Manzdi

      @Goldi:

      So ist es. ;-)

  • Mondschaf26

    Es ist ziemlich unsinnig, Tiere zu füttern, die nicht gegessen werden.



    www.youtube.com/watch?v=5RDQzPRGWqw

  • miri

    Manche müssen immer etwas tiefer in die Sackgasse, bevor sie wenden. Einige müssen erst bis ganz ans Ende.

    • ToMuch

      @miri:

      Ausbaden wird das allerdings der (geizige) Konsument.

  • Pico

    Es gibt Alternativen zu den massiven Mais- und Rübenanbau. Es gibt Pflanzen die deutlich weniger Wasser brauchen und die Trockenheit besser überstehen. Nur solange die Landwirte Geld auch dafür bekommen wenn die Ernte geringer ausfällt, solange wird dich nichts tun.

  • 1Mj3tI39F

    Lösungsansätze sind doch hinlänglich bekannt: Förderung nur noch von (Klein-)betrieben, die nachweislich klima- (und damit meist auch tier-) freundlich produzieren.

    • ToMuch

      @1Mj3tI39F:

      Und der große Rest der Bevölkerung wird wie ernährt? Als ob die uns den Hofladen einrennen würden, man, man, man…