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Haushalts- und KlimapolitikMit Vollgas rückwärts

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Statt in Öko-Heizungen zu investieren, präferiert die Bundesregierung fossile Heizungen. Investitionen in klimafreundliche Anlagen werden unattraktiv.

W ie bezeichnend: Ausgerechnet den „Klimabonus“ will die Bundesregierung bei ihrem weitreichenden Kürzungsplan für Ökoheizungen abschaffen. Sie streicht hier Milliarden und einigt sich fast gleichzeitig auf ein Gesetz, mit dem das weitere fossile Heizen forciert wird. Parallel will Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) dem Klima- und Transformationsfonds allein im kommenden Jahr 2,7 Milliarden Euro entziehen – dem zentralen Instrument zum klimagerechten Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft.

Vielen wichtigen Klimaprojekten wird damit der Stecker gezogen. Und das vor dem Hintergrund, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ein ganzes Paket an Neuregelungen im Köcher hat, mit denen die Energiewende brutal ausgebremst und die Verlängerung fossiler Geschäftsmodelle gesichert wird. Werden ihre Pläne realisiert, wird der Bau neuer Windanlagen oder Dachsolaranlagen finanziell unattraktiv.

Das alles konterkariert die bisherige Klimapolitik. Die Förderkürzungen und das neue Heizungsgesetz werden zu einem fatalen Zusammenspiel führen. Viele Menschen werden sich für den Einbau einer neuen fossilen Heizung entscheiden, weil es ihnen billiger erscheint. Wenn die extrem hohen Betriebskosten sie an die Grenze der Belastbarkeit oder darüber hinaus führen, ist es zu spät. Kri­ti­ke­r:in­nen warnen, dass etwa soziale Einrichtungen in Zukunft dazu gezwungen sein werden, neue fossile Gasheizungen einzubauen, weil sie die kurzfristig günstigste Lösung wählen müssen. Dass ist zwar langfristig sehr teuer, aber das interessiert deutsche Verwaltungsvorgaben genauso wenig wie die Wirtschaftsministerin.

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Diese rückwärtsgewandte Politik passt leider hervorragend ins Gesamtbild. Die Regierung hat keine, wirklich keine Idee, wie sie das Land in eine bessere Zukunft führen könnte. Der vorgelegte Bundeshaushalt offenbart eine erschreckende Bereitschaft zum sozialen Kahlschlag und zur falschen Weichenstellung. Gerade hat die Bundesregierung 1,6 Milliarden Euro für den Tankrabatt lockergemacht, damit Autofahrende zwei Monate lang vergleichsweise günstig klimaschädlichen Sprit kaufen konnten. Aber für Investitionen in eine klimaneutrale Welt und den Erhalt des Sozialstaats ist angeblich nicht genug Geld da.

Das Kürzen von Zuschüssen für klimafreundliche Umbauten ist genauso destruktiv wie das massive Herunterfahren von Sozialleistungen. Beides schafft das Gegenteil von Resilienz von Bür­ge­r:in­nen und Staat, denn es verschärft die bevorstehenden ökonomischen und ökologischen Krisen.

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Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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52 Kommentare

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  • EIn ganz einfache Frage; Wenn die Wärmepumpen in Deutschland so viel teurer sind als im Ausland, warum kauft man sie dann nicht dort, wo sie am billigsten sind.

    Und ein kleiner Tip für unsere Freunde in den Nachbarländern: Bietet doch komplett die Wärmepumpe mit Montage und Service an.

    Und ein kleiner Tip für das Wirtschaftsministerium: Fördert einfach nur adäquat günstige Wärmepumpen, dann gehen auch die Preise runter.

  • Immerhin erfahren die Leser*Innen auf diese Weise, dass es weiterhin eine Förderung für Wärmepumpen gibt.



    Eine Tatsache, die in der Diskussion um die Novelle des „Heizungsgesetzes“ völlig unerwähnt blieb.



    Es ist deutlich, dass Wirtschaftsmini Reiche zurück zu den Regenerativen will.



    Anders als der Umweltminister.



    Ja mit der Union geht es klimapolitisch nicht voran.



    Allerdings schafft die SPD weiterhin Möglichkeiten.



    Dass ärmere Haushalte weiterhin stärker gefördert werden, ist positiv zu werten.



    Im Zusammenhang mit klimapolitischer Förderung wurde bei der ersten EAuto Förderung noch von „ Mitnahmeeffekten“ gesprochen.



    Der Umweltminister hat die jetztige EAuto Förderung ebenfalls sozial gestaffelt und sie ist ein Erfolg, wie an den Zuwächsen von Stromern zu sehen ist.



    Angesichts des linken Credos „ von den Reichen nehmen…“ , sollte die derzeitige Förderentwicklung weniger kritisch beäugt werden.



    Wirklich gefährlich sind Reiches Pläne gegen Windkraft, Netz und private Photovoltaik. Dagegen sollte protestiert werden.



    Wer immer nur gegen „die Regierung“ zu wettern ist so konstruktiv wie die „afd“.

    • @Philippo1000:

      Vielen Dank!

      Und ja: Protest gegen Reiches angesprochene Pläne sind angebracht. Ich würde hier noch den zu hoch angesetzten Ausbau von Gaskratwerken mit anbringen.

  • "...ein ganzes Paket an Neuregelungen im Köcher hat, mit denen die Energiewende brutal ausgebremst... wird."



    Immerhin erinnert sich Frau Reiche auch daran, dass es in "erneuerbar" nicht nur PV und Wind gibt. Z.B. ist Brasilien inzwischen bei E30:



    www.tagesschau.de/...n-alkohol-100.html

    • @sollndas:

      Dass eine solche Rechnung bei uns aufgeht, halte ich für zumindest fraglich. Der Flächenverbrauch ist schon enorm. Aber wenn wir unseren Fleischkonsum um die gesundheitlich eh sinnvollen 80% reduzieren, wäre es evtl. machbar.

  • "Biottreppe":



    Wie öndert dich die CO2-Bilanz, wenn Biogas nicht mehr zur Stromerzeugung (mit lokaler Abwärmenutzung im Dorf) genutzt wird, sondern ins Gasnetz eingespeist wird?



    Linke Tasche/rechte Tasche.



    Wahnsinnig naiv.



    Stattdessen sollten Biogasanlagen endlich gepuffert arbeiten- also Strom erzeugen wenn Bedarf hoch und speichern wenn Wind und Solar viel Strom rausballern.



    Herrn Habeck vermisse ich sehr. Frau Reiche ist das trojanische Pferd der fossilen Lobby.



    Ein Trauerspiel.

    Wärmepumpenförderung:



    Bitte sofort Fixbetrag (sozial gestaffelt) einführen anstatt %-ualer Förderung.



    Kann niemand rechnen im Wirtschaftsministerium??



    Sehr unklug wie es jetzt ist. Und der Grund (neben kartellartigen Preisabsprachen der Installateure!!) warum WP hier viel teurer sind als anderswo.



    Kartellamt? Fehlanzeige.

  • Auch die AfD will ja zurück zum guten alten Deutschland, wo alles noch schön war. Und die Unterschiede zwischen cdU/csU und AfD sind marginal. Außer der Ukraine-Politik sehe ich im Kern da keine.

    • @Jalella:

      Die Unterschiede zwischen AfD und der auf dem Boden des Grundgesetzes stehenden demokratischen Parteien sind immer größer als die Unterschiede der demokratischen Parteien untereinander.

    • @Jalella:

      Ich helfe Ihnen ein bisschen auf die Sprünge:



      - Austritt EU



      - Austritt NATO



      - Wiedereröffnung Nordstream



      - millionenfache Remigration



      - getrennte Schulklassen



      etc...



      Ich kann verstehen, dass die Union hier im Forum nicht besonders beliebt ist, aber das stete Gleichsetzen von Union und AfD ist einfach nur unsachlich

  • Man greift sich schon an den Kopf, wer heute eine fossile Heizungen neu einbaut ist einfach mit dem Klammerbeutel gepudert, Schluss aus.



    Wir reden von einer Laufzeit von mehreren Jahrzehnten bei einer Heizung, wo der Öl- oder Gaspreis im Jahr 2055 oder 2060 liegt kann man nur ahnen, er dürfte astronomisch hoch sein.



    Warum man hier wie immer bei der Merz-Regierung, relativ hirnlos "alles zurück auf die 90er" brüllt ist sicher ein Erfolg der Fossillobby, zum Schaden des Allgemeinwohls und natürlich des Geldbeutels der angstgetriebenen Eigentümer, die auf Union, BILD-Zeitung und dei AfD hören.

  • Wer in diesen unübersichtlichen Zeiten nach Orientierung sucht, der hat es leicht:

    schauen was die Regierung treibt, für das Gegenteil sein.

    • @Warim Wilke:

      Ganz richtig! Ich spekuliere beim Bau der nächsten Solaranlage darauf, dass die Regierung die Energiepreise hochtreibt. Je mehr sie das tut, desto eher lohnt sich die eigene Anlage. Und je mehr Batteriespeicher sie blockiert/verzögert/verhindert, desto eher lohnt sich mein eigener...

  • Der gesamte Komplex Klimaschutz/Umweltverträglichkeit/Artenschutz/Sinnvolle Kontrolle von Wasserqualität, Lebensmitteln, das ist für DIESE Bundesregierung ohne jedes Interesse. Die arbeiten nicht schludrig oder "nur" desinteressiert, sondern AKTIV GEGEN die Interessen der Bevölkerung: Gesundheit, sogar Leben von Durchschnittsbürgern ist vollkommen gleichgültig, wichtig ist ausschließlich der Profit der Wirtschaft. Genau das sagt der Kanzler selbst: Wenn das nicht der Witschaft schadet, dann kann man das machen. Das sagt alles! Lassen wir uns das weiter gefallen???

  • Das Problem ist doch: Wer baut denn Wärmepumpen ein? Bei Neubau ist es Standard.



    Wer kann sich ein Haus mit Grundstück heutzutage leisten? Erben und wirklich sehr gut Verdienende.



    Also geht es um Sanierung im Bestand.



    Und ganz ehrlich, sehr viele alte Häuser sind mit Sanierung damit es für eine Wärmepumpe sinnvoll ist, fast genauso teuer.



    Das ist wie die E-Auto Prämie. Das hilft nur eh den wohlhabenden Hausbesitzern.

    Was hier der Elefant im Raum ist. Warum sind die Wärmepumpen bei uns so unglaublich teuer? Selbst in Österreich was ja wirklich vergleichbar mit uns ist.



    Von Frankreich oder gar Osteuropa ganz zu schweigen.



    Bauen muss günstiger werden. Und Wärmepumpen müssen günstiger werden. Die Forderung stecken sich doch die Händler in die Tasche bei uns.

    • @Duplozug:

      Zu Preisen: Materialkosten Panasonic 7kW mit 185L Brauchwassertank: 5000 - 6000€. Zuzüglich Speicher, Rohre, Isolier- + Befestigungsmaterial und Elektrozuleitung kommt man vielleicht auf 10000€.



      Die durchschnittliche Angebotshöhe für genau diese Kombination liegt bei 30000€. Ja wie kommt das denn wohl?

    • @Duplozug:

      Danke für Ihren Beitrag. Es ist eben in vielen Fällen nicht günstiger bei einer Bestandsanlage die Gasheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen. Beliebt ist dann die Unterstellung, der Hausbesitzer waere nicht in der Lage die Kosten zu bewerten. Leider auch in diesem Artikel: "Wenn die extrem hohen Betriebskosten sie an die Grenze der Belastbarkeit oder darüber hinaus führen, ist es zu spät". Es stellt auch niemand die Frage, wieviel CO2/Euro eingespart wird und ob das Geld an anderer Stelle zur Erreichung der CO2-Ziele nicht besser eingesetzt waere. Betrachtet man im Winter CO2/KWh beim Strom im Vergleich zum Gas für die Heizung, dann wird schnell klar, das es bessere Möglichkeiten gibt CO2 zu sparen. Und wenn, dann sollten die Subventionen an die CO2-Ersparnis der Maßnahme.gekoppelt werden. Durch einen Vorher-Nachher Vergleich beim Verbrauch kommt man einfach an belastbare Zahlen.

  • An Artikeln mit solchen Bildern stört mich auch bei inhaltlicher Übereinstimmung: Das suggeriert, dass ökologische Heizungen und CO2-Reduktion kurzfristig Überschwemmungen verhindern. Das ist blanker Unsinn.

  • Es ist nur leider auch so, dass wir in Deutschland trotz oder sogar durch die Förderung die höchsten Preise bei Wärmepumpen haben.

    Darin liegt das eigentliche Desaster. Der Staat zahlt eine Förderung für ein Produkt, und dieses ist hier dann immer noch teurer als im Nachbarland.



    Also kommt das Fördergeld nicht demjenigen oder derjenigen zu Gute für den/die es gedacht war.

    • @Sole Mio:

      Das ist der vielgeliebte Kapitalismus. Die "unsichtbare Hand des Marktes" regelt das wenn es der Staat nicht regelt.

    • @Sole Mio:

      Statt wild mit Geld um sich zu werfen, sollte die Regierung lieber prüfen, wie Wärmepumpen günstiger werden.



      Ein Hebel ist die Förderung, die heute zu überhöhten Preisen für Wärmepumpen führt. Pauschalangebote ausgerichtet auf die Maximalförderung belegen, dass hier etwas nicht stimmt.



      Ein weiterer Kostentreiber im Vergleich zu UK sollen technische Anforderungen sein. Sind diese wirklich alle notwendig?



      Zusätzlich kommunale Vorschriften: bei mir in der Stadt benötigt man eine „Bescheinigung Einhaltung TA Lärm“ - komplett unnötig da das wohl jede moderne Wärmepumpe erfüllt. Trotzdem ist ein mehrseitiges Formular auszufüllen inkl. Kennzeichnung des Standortes im Lageplan. Alleine für den Lageplan will die Stadt 125 €. Diese Bürokratie muss weg.

    • @Sole Mio:

      Im Ausland ist die Förderung meist pauschaliert und nicht wie hier anteilig. Liegt vielleicht auch daran, dass man dort durch Stückzahlen was erreichen möchte.



      Hier ja wohl eher nicht.

    • @Sole Mio:

      Wohlwollend sollten damit vielleicht die konservativen Installateure geködert werden und Kapazitäten entstehen. Jetzt aber reicht es spätestens.

      Insgesamt müssen dabei zuerst die dreisten Gelder an Fossil, Auto & Co. fallen. Die sind ja sogar schädlich in ihrer Umwelt-Auswirkung. Schwarz ist da unlogisch und unglaubwürdig.

  • Eigentümer nicht noch mehr zu bezuschussen ist durchaus bedenkenswert. Der Staat muss wieder den Mut zu angemessenen Steuern haben.



    Aber inklusive angemessener Steuern auf fossile Dreckserei von Unternehmen und Privat. Dann geht der Umstieg auch ab.

    • @Janix:

      Insgesamt mehr Steuern nehmen? Scheint ein gefährlicher Ansatz.

      • @Dobro:

        Wieso? Öffentliche Aufgaben brauchen angemessen Geld. Sonst sieht es eben so aus wie jetzt.

  • "Das Kürzen von Zuschüssen für klimafreundliche Umbauten ist genauso destruktiv wie das massive Herunterfahren von Sozialleistungen. Beides schafft das Gegenteil von Resilienz von Bür­ge­r:in­nen und Staat, denn es verschärft die bevorstehenden ökonomischen und ökologischen Krisen."



    Das ist richtig und das hat sowohl Deutschland als auch Europa erkannt - denn deshalb schottet sich Europa zur Festung ab, Außenlager, Stacheldraht, Geldzahlungen an Schergen von Lybien bis Ankara und gleichzeitig wird massiv aufgerüstet, freilich zum Schutz gegen Putin, aber natürlich auch um zukünftig geopolitisch mit mehr Nachdruck die eigenen Rohstoffbedürfnisse und deren Zufuhr sichern zu können.



    (Letzteres mag vielleicht nicht Grundgedanke der Initiatoren gewesen sein, aber zukünftige eher rechte Regierungen werden mit dem Equipment sicherlich nicht nur im Heimathafen liegen wollen...🤷)



    Die EU und Deutschland haben sich für diesen Weg entschieden um so den ökonomischen und ökologischen Krisen der Zukunft zu begegnen - und bevor jetzt jemand mit Rechtsruck kommt - ALL DIESE WEICHEN wurden während der Ampel gestellt, Grüne, SPD und FDP haben das in Berlin wie Brüssel abgesegnet.

  • Ab 2045 sollen fossile Heizungen in Deutschland verboten werden, was nutzt es, dass sie bis dahin "billiger" sind?

    Ja, die Förderung der Wärmepumpen fällt, bald muss also der reale Preis für eine Heizung bezahlt werden. Also teuer wird es so oder so.

    Wenn ich mir die Häuser hier so auf dem ostdeutschen Land anschaue, bezweifele ich die Eignung von mehr als der Hälfte der Gebäude für Wärmepumpen. Was werden deren Besitzer bei der nächsten Wahl wohl ankreuzen?

    • @Leo Onlin:

      Dann lassen Sie sich nach Ihren "Kreuzen bei der Wahl" von der Entwicklung der fossilen Preise bis 2045 überraschen.

      Und das ganz unabhängig von einem CO2-Preis, der bis dahin aus "sozialen" Gründen längst wieder einkassiert sein wird.

      Aber die böse Wärmepumpe macht auch dann noch aus einer kWh Strom hocheffizient mindestens 3-5 kWh Wärme oder wahlweise Kälte.

      Eher wird wohl zu befürchten sein, dass viele ihre fossile Verliebtheit bereuen werden. Das ist jedenfalls meine Meinung.

      • @Bauer Gerry:

        Mindestens ist wohl etwas übertrieben. Das hängt von der Außentemperatur ab. Sie vergessen auch due Umwandlungs und Übertragunsverluste bei Strom. Mich persönlich interessiert nur der Preis für die kWh im Verhältnis zum Preis. Da halten sich die beiden Formen einigermaßen die Waage.

        • @ludwig_777:

          Der Strom der von unserer PV-Anlage direkt verbraucht wird, hat Null-Wandlungsverluste.

          Der Strom der Nachts aus unserem 10 kWh Speicher verwendet wird hat 15% Wandlungsverlust.

          Der Strom von den Windkraftanlagen hier ringsum, hat direkt genutzt, ebenfalls vernachlässigbare Wandlungsverluste.

          Der Strom der von dem 300 MWh Speicher wenige Kilometer entfernt genutzt wird, hat ebenfalls kaum 20% Wandlungsverlust.

          Allein für den Transport fossiler Energie geht mehr verloren. Zudem der Energieverbrauch zur Gewinnung der fossilen Rohstoffe.

          Aber ja, die böse Lithiumgewinnung, das einmal gefördert, zig-tausendmal wieder aufgeladen und dann recycelt und wiederverwendet wird. Und die harmlose Gewinnung von Öl, Gas und Kohle, die einmal verwendet /verbrannt mit vielfachem Sauerstoff aus unserer Luft als CO2 und anderer Abfall kostenlos unsere gemeinsame der Atmosphäre vermüllt.

          Weiter so, deppert und uneinsichtig geht die Menschheit an ihrer eigenen CO2-Sche... zugrunde.

  • Auch hier wird blind vorausgesetzt, Wärmepumpen seien im Betrieb billiger. Das scheint oft so, weil sie derzeit meist in Neubauten mit geringem Wärmebedarf verbaut sind.



    Ich sammle alle Nebenkostenabrechnungen, die ich im Bekanntenkreis erbetteln kann, und werte sie aus. Bezogen auf die abgegebene Nutzwärme sind Wärmepumpen tatsächlich das Zweitteuerste nach der Fernwärme und liegen etwa gleichauf mit Gas. Das Günstigste ist Heizöl. Das gilt für Zentralheizungen im Mehrfamilienhaus. Nur dort liegen die nötigen Meßwerte vor.



    Was aus allen Abrechnungen deutlich hervorgeht, sind die großen und fast immer weit unterschätzten Bereitschafts- und Verteilungsverluste. Die fallen bei kleinen Gasetagenheizungen mit Durchlauferhitzer komplett weg. Damit sind die vermutlich die günstigste Heizungsart.



    Das gilt auch für die Kohlendioxidemission. Die Stromerzeugung emittiert im Winter mehr als 400 g/kWh. Mit der Arbeitszahl einer Wärmepumpe kann man das dritteln und kommt auf 133 g/kWh. Das ist weniger als bei Gas, aber nicht so viel weniger. Rechnet man die Verteilungsverluste dazu, für eine kWh Nutzwärme werden deutlich mehr als 1.5 kWh Wärme erzeugt, ist auch der Klimavorteil weg.

    • @Axel Berger:

      Vielen Dank für die realistische Einschätzung. Das ist der Hauptfehler. Es wird die WP im Neubau mit der Gastherme im Altbau verglichen. Im Neubau würde aufgrund der niedrigen Vorlauftemperaturen die Gastherme ähnliche Verbräuche haben. Öl ist deswegen billiger, weil es dort mehr Mitbewerber gibt. Mit jedem Neubaubesitzer, mit dem ich mich austausche, passiert folgendes. Er ist überrascht, wie hoch seine Gesamtkosten im Verhältnis zu meinen sind.

    • @Axel Berger:

      Die CO2-Emissionen der deutschen Stromerzeugung sind in den letzten Jahrzehnten drastisch gesunken. Lag der Emissionsfaktor des Strommixes 1990 noch bei etwa 573 Gramm, sank er bis zum Jahr 2025 auf schätzungsweise 344 Gramm pro Kilowattstunde. Die absoluten Emissionen im Energiesektor haben sich im gleichen Zeitraum um 58 Prozent verringert.

      Mit dem weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und dem zunehmenden Aufbau von Speichern ist ein weiterer stärker Rückgang in den kommenden Jahren zu erwarten.

      Fazit: Uhr Rechnung ist rückwärts die Vergangenheit orientiert. Das kann man Nostalgie aber sicher nicht Realität nennen.

      • @Bauer Gerry:

        Stimmt. Ihre 344 g sind ein Jahresmittel und schließen die Sommertage ein. In der Heizperiode sieht es anders aus. Meine 400 g oben sind bewußt minimal angesetzt um weiteres Sinken einzuschließen. Man könnte heute auch mit bis zu 500 g rechnen (abhängig vom Wetter und vom Wind).



        In den letzten Jahrzehnten wurde der früher deutliche Jahresgang des Verbrauches fast komplett weggeglättet, wird im Winter nicht mehr Strom verbraucht als im Sommer und insgesamt deutlich weniger als vor 15 Jahren (Agora geht nur bis 2012 zurück). Mit einer Zunahme des elektrischen Heizens und Verkehrs würde sich das massiv verschieben. Wo soll der deutliche Mehrverbrauch herkommen? Der Windausbau läuft auf eine Sättigung zu.

      • @Bauer Gerry:

        Herr Berger hat schon Recht.. heizen mit Strom ist selbst bei ner JAZ von 4 nicht günstig und sauber erst Recht nicht.. Realität ist das, was man beim Vergleich von Nebenkostenabrechnungen erlangt. Nicht das, was man sich wünscht...

      • @Bauer Gerry:

        Dass die CO₂-Emissionen des deutschen Strommixes gesunken sind, ist unstrittig. Gleichzeitig gehört Deutschland seit Jahren zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen für Haushalte in Europa – vor allem aufgrund von Steuern, Abgaben, Netzentgelten und den Kosten des Umbaus des Energiesystems. Das sollte in der Gesamtbetrachtung ebenfalls erwähnt werden.

        Außerdem verursacht Deutschland nur rund 1,5–2 % der weltweiten CO₂-Emissionen. Selbst wenn Deutschland morgen klimaneutral wäre, würde das den globalen Klimawandel allein nicht stoppen. Entscheidend ist, ob große Emittenten wie China, die USA und Indien ebenfalls wirksame Maßnahmen ergreifen.

    • @Axel Berger:

      Bereitschaftsverluste sind kein Naturgesetz, sondern Verhandlungssache, ob da jemand einfach auch mal ein paar Sekunden warten kann. Oder auch seine Legionellenphobie durch Zahlen-Daten-Fakten ersetzt.

      Bitte keine Rosinenpickerei und einzelne Monate bei Werten für alles nehmen. Der Strommix verändert sich ferner inzwischen auch für den Winter durch die Masse. So sehr ich Gas als das kleinste Fossilübel ansehe, da muss auch noch etwas draufgeschlagen werden, bis es ankommt.

      Zuschüsse dabei nein. Nur angemessene Besteuerung von Umweltdreck, wie v.a. Fossilverbrennung es leider ist.

      • @Janix:

        O.k., dann warte ich bei Flaute eben ein paar Wochen, bis ich wieder heizen kann :-)



        Habecks Zahlen: 18 Millionen Wärmepumpen in 2045. Mit einem Anschlusswert von 81,5 GW, was höher ist als der derzeitige Spitzenstrombedarf. Wenn von denen auch nur ein Drittel gleichzeitig rödelt...



        Anscheinend haben ein paar Leute keine Ahnung davon, um welche Zahlen es geht.

        • @sollndas:

          Ich meinte schon die Anspruchshaltung, dass sofort heißes Wasser aus dem Hahn komme und nicht erst nach ein wenig Zeit. Womit mensch die Mauern sinnlos heizt.



          Das Braunkohlekraftwerk, das wegen der Kesselspannung durchläuft, wäre auch noch so ein sinnloser Heizer.



          Wenn die Netzbetreiber ihre Schw*negewinne auch mal investieren statt ausschütten, sollte das mit den Querschnitten schon hinzubekommen sein.



          Erneuerbare und Speicher sind dagegen dann schon die kleinere Herausforderung, die Technologie ist noch lange nicht ausgereizt.

  • Naja, wenn es mit den Wärmepumpen etwas langsamer voran geht, haben Gaskraftwerke und Netzausbau noch eine Chance, hinterherzukommen. Damit es den Wärmepumpenheizern im Winter nicht kalt wird.



    Energiepreise: Da haben manche Leute anscheinend keine Vorstellung davon, wie die Systemkosten für Sonne und Wind auf den letzten 30, 10, 5 und 1 Prozent exponentiell ansteigen.



    Abbau der Gasnetze: Der ist weder technisch noch wirtschaftlich begründet. Das ist eine rein politische Entscheidung, die sich korrigieren lässt. BTW: Vor 25 Jahren, bevor das damals umweltfreundliche Erdgas kam, standen hier in allen Gärten (außer in meinem) Propantanks. Die kann man wieder hinstellen.

    • @sollndas:

      Merkwürdig nur, dass die Gestehungskosten von Wind und Sonne bisher eher exponentiell gefallen sind.

      Währenddessen kennen fossile Kosten langfristig nur eine Richtung nach oben, und das exponentiell bei Engpässen, die immer häufiger aus unterschiedlichen Gründen auftreten. Und das abgesehen von dem Engpass des Nicht-mehr-Vorhandensseins für nachfolgende Generationen.

      Aber was gehen uns noch unsere Enkel an solange wir in fossiler Nostalgie schwelgen wollen?

      • @Bauer Gerry:

        "...Gestehungskosten..."



        Ich schrieb "Systemkosten". Von denen sind die Gestehungskosten nur ein untergeordneter Bestandteil.

      • @Bauer Gerry:

        "Währenddessen kennen fossile Kosten langfristig nur eine Richtung nach oben"



        Das ist total verkürzt. Es stimmt, dass die Kosten für fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle tendenziell steigen werden. Aber es ist gut möglich, dass man auch in 15 Jahren mit einer Gasheizung noch gut und halbwegs günstig heizt.



        Ich weiß: das ist Mist. Aber eben Realität

  • Ich halte die Kürzung der Förderungen ja auch nicht für ein Ruhmesblatt, aber ein derart faktenfremder Kommentar provoziert Widerspruch:

    Nein, fossile Heizungen werden nicht "forciert". Das könnte man so einschätzen, wenn es plötzlich eine Förderung dafür gäbe. Gibt es aber nicht. Und die Annahme, dass die Leute zu blöd zum Rechnen sind ist zumindest überheblich. Stattdessen sollte man sich fragen wie sinnvoll Heizsysteme sind, die ohne massiven steuerlichen Zuschuss nicht wirtschaftlich sind.

    Und sich angesichts eines Sozialetats von 1,3 Billionen Euro über einen Mangel an Sozialem zu beschweren ist geradezu irrwitzig. Auch sich über den "Tankrabatt" (der keiner war, sondern eine Minderung der steuerlichen "Übergewinne" des Staates) in Höhe von 1,6 Milliarden zu mokieren ist kaum zu begreifen, enspricht er doch den deutschen Sozialleistungen von kaum 11 Stunden...

    • @Samvim:

      Dankeschön für diesen Beitrag.

    • @Samvim:

      Wer glaubt mit aktuellen Preisen die fossilen Kosten in der Zukunft berechnen zu können, der könnte in der Zukunft in einem bösen Traum erwachen, dass er damals vielleicht doch nicht rechnen konnte.

      • @Bauer Gerry:

        Das gleiche gilt für Kosten für Windkraft und PV.

        • @ludwig_777:

          Unsere PV-Anlage ist 28 Jahre, hat sich längst amortisiert und wird sicher noch weitere 20 Jahren zusammen mit unserem 10 kWh LFP Speicher bis 2045 unseren Energieverbrauch im Haus zum großen Teil abdecken.

          Damit ist meine Rechnung für die nächsten 20 Jahre sehr konkret.

          Und jetzt erzählen sie mir nicht, dass ich in der Zeit dreimal den Speicher erneuern müsste. Der NMC-Speicher unseres TWIKE ist 19 Jahre alt, der vom eSmart 15 Jahre. Und der LFP hält dreimal so viele Zyklen wie NMC.

          • @Bauer Gerry:

            Das geht an @ludwig_777s Aussage komplett vorbei. Hier geht es um die Anteile dieser Quellen im normalen Netzstrom und dessen Preis.



            Ihre und meine Photovoltaik rentieren sich, weil neben dem Energiepreis für uns das Netzentgelt, die Steuern und die Umlagen wegfallen. Unsere Gewinne stammen rein aus Subvention durch andere Steuerzahler. Dazu bewerte ich stundenweise meinen Verbrauch mit dem Börsenpreis. Im Juni hatte jede von mir verbrauchte kWh einen mittleren Wert von 11.24 Ct. Die von mir erzeugte kWh war im Monatsmittel 7.46 Ct wert und die aus dem Netz bezogene 13.03 Ct.



            Sie und ich beziehen Netzstrom immer genau dann, wenn er knapp und teuer ist und zu billigen Zeiten, wenn der Versorger bei anderen den Verlust seines Festpreises ausgleicht, beziehen wir keinen. Auch das ist Subvention zu Lasten anderer. All das funktioniert deshalb nur, solange wir in der Minderheit bleiben. Als Lösung für alle taugt es nicht.

      • @Bauer Gerry:

        Dann warten wir doch einfach mal ab 😉 oder gehen sie mal zur KI ihrer Wahl und fragen diese, wie viel der CO2 Preis das Heizen mit Fossilen in zehn Jahren teurer macht. Sie werden stauen, das ist nicht wirklich relevant, wenn man die Wärmepumpenpreise daneben stellt

      • @Bauer Gerry:

        Gilt übrigens genauso für die erneuerbaren Energien - siehe Eiskugel Vergleich.

        • @Reinero66:

          Es gibt einen gewaltigen Unterschied in der Rechnung. Eine gebaute PV- und Windkraftanlage hat sehr überschaubare Betriebskosten über Jahrzehnte. Ebenso verwendet ein gebauter Batteriespeicher über Jahrzehnte zigtausende Male die einmal geförderten Ressourcen.

          Öl, Gas, Kohle wird einmal gefördert, transportiert, verbrannt und verpestet hunderte Jahre unsere Atmosphäre.