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Heiße Tage und TropennächtePech gehabt

Nick Reimer

Kommentar von

Nick Reimer

Durch heiße Sommer sind in den vergangenen Jahren mehr Menschen gestorben als im Verkehr. Aber für Hitzeschutz machen die Länder kein Geld locker.

U m die Entwicklung zu beschreiben, führte der Deutsche Wetterdienst zuerst den Fachbegriff „Heiße Tage“ ein: Tage, an denen das Thermometer die 30-Grad-Marke übersteigt. Seit den 1950er Jahren hat sich diese Zahl in Deutschland verdreifacht. Danach kamen die „Tropennächte“ hinzu, in denen sich die Luft nicht mehr unter 20 Grad abkühlt. Neuerdings benutzen die Meteorologen den Begriff „Wüstentag“ – und zwar dann, wenn es wärmer als 35 Grad wird: Die menschengemachte Erderwärmung sorgt eben nicht nur dafür, dass es im Durchschnitt immer wärmer wird, auch die Spitzentemperaturen steigen immer weiter an. 40 Grad in Hamburg, wie im Juli 2022 gemessen, werden künftig keine Ausnahme mehr sein.

Die menschliche Körpertemperatur liegt bei 37 Grad, ab etwa 35 Grad Umgebungstemperatur fällt es uns schwer, den Körper runter zu kühlen. Hitze ist tödlich, in den vergangenen heißen Jahren starben in der Bundesrepublik mehr Menschen an hohen Temperaturen als im Straßenverkehr. Vor allem Alte, Vorerkrankte, Kleinkinder gelten als Risikogruppe. Und hier wird es absurd: Während der Staat jedes Jahr Milliarden in die Verkehrssicherheit investiert, fehlt bei der Vorsorge gegen den Hitzetod Geld.

Hitzeschutz ist im föderalen Deutschland Ländersache, einen bundeseinheitlichen Plan gibt es nicht. Die Bundesländer aber scheuen sich, neue Pflichtaufgaben zu verteilen: Sie müssten den Kommunen dafür entsprechende Mittel zur Verfügung stellen, Geld, das in den Länderkassen fehlt. Hitzeschutz wird so zu einer Frage des lokalen Willens. Wer in Köln, Erfurt, Mannheim, Berlin-Marzahn wohnt, hat Glück: Dort gibt es ein personalaufwendiges Hitzetelefon. Gefährdete können sich anmelden, werden mit Trinkwasser versorgt und beraten, beispielsweise darüber, wie sie die Dosierung von Medikamenten bei Hitze ändern müssen.

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Andernorts haben die Menschen Pech: Dort gibt es allenfalls Flyer, in denen lapidar darauf hinweisen wird, bei Hitze viel zu trinken. In der Hauptstadt lautet die Überschrift: „Hitzewelle? Berlin bleibt cool.“ Es ist zum Verrücktwerden!

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Nick Reimer

Nick Reimer

Seit 1998 bei der taz (mit Unterbrechungen), zunächst als Korrespondent in Dresden, dann als Wirtschaftsredakteur mit Schwerpunkt Energie, Klima und Landwirtschaft, heute Autor im Zukunftsressort.
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126 Kommentare

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  • Ein befreundeter Geologe hat mir seine These „berichtet“: Systeme erhalten sich selbst.

    Menschheit macht zu wenig gegen Klimawandel, ergo sterben viele, diese wiederum verbrauchen keine Ressourcen mehr. Erde „schrumpft“ sich gesund auf ein Normal-Maß.

    Auch eine Idee, damit umzugehen.

  • Heute ca. 95 km geradelt: mit Kappe auf, Wasser dabei und betont ruhig. Es geht schon. Danke dabei für jeden Baum links und rechts vom Weg. Besser wäre es aber, die Zahl der Hitzetage durch wieder ernsthafte Klimapolitik im Rahmen zu halten. Könnte ja mal wieder Ziel der Bundesregierung sein oder der, die sie ablösen wird.

    • @Janix:

      Ärzte raten bei den aktuellen Temperaturen dringend von solchen Aktionen ab. Auch mit Kappe und Wasser. Die Gefahr, dass der Kreislauf nicht mehr mitmacht, ist zu groß. Das passiert dann auch meist ohne große Ankündigung.

      Statt solche "Heldentaten" zu verkünden, wäre es also besser, Vernunft walten zu lassen. Das ist besser für Ihre Gesundheit und spart andern die Kosten für teure Behandlungen.

  • "Hitze ist tödlich, in den vergangenen heißen Jahren starben in der Bundesrepublik mehr Menschen an hohen Temperaturen als im Straßenverkehr. Vor allem Alte, Vorerkrankte, Kleinkinder gelten als Risikogruppe. Und hier wird es absurd: Während der Staat jedes Jahr Milliarden in die Verkehrssicherheit investiert, fehlt bei der Vorsorge gegen den Hitzetod Geld."

    Absurd, allerdings. Das Anspruchsdenken scheint mittlerweile grenzenlos zu werden. Wo will man sich vom Staat noch überall pampern, reinreden und unmündig gängeln lassen?

    Hätten die Bewohner südeuropäischer Länder bei Hitze auf staatliche Einmischung gewartet, wären nach dieser Logik -Menschen sterben, weil der Staat nichts macht- ganze Landstriche seit Jahrhunderten menschenleer.



    Weil ausgestorben.

    • @Josef 123:

      Möglicher gemeinsamer Grund: Beide packen an, Menschen selbst sowie Regierungen .

      Sie haben ansonsten leider eine grundsätzliche Sache vielleicht wirklich noch nicht verstanden. In Südeuropa ist mensch seit Jahrtausenden angepasst: andere Architektur, Tagestaktung (die früher von uns so gerne belächelte Siesta, ...). Hier jedoch kommt der Hitzeschub nun in kurzer Zeit auf uns zu, menschengemacht.







      Also besser gemeinsam dafür sorgen, dass diese Hitze möglichst selten kommt, dass Städteplanung und -gestaltung das rasch einbezieht und gegenhält und dass wir gemeinsames Handeln nicht mit aufgepumpten Wörtern versuchen abzuwehren, sondern mit Bedacht nutzen.

    • @Josef 123:

      Sorry, aber ihre Argumentation ist ziemlich schräg. Eine Aufgabe der Politik ist es lebenswerte Umstände zu erhalten. Dazu gehört u.a. Umweltschutz und Klimaschutz genauso wie eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik. Ihr Ansatz mit neoliberaler Laissez-faire Politik hat uns doch genau in diese Situation gebracht: Für Rendite verheizen manche halt auch den Planeten.

      • @Anna Bell:

        Sie meinen also, die Regierungen aller südeuropäischen Länder vernachlässigen die Bevölkerung und nehmen deren Hitzetod vorsätzlich in Kauf? Seit Jahrzehnten, gar Jahrhunderten? Oder könnte es nicht so sein, daß sich die Leute dort einfach immer schon selbst um sich gekümmert haben statt immer zuerst nach "dem Staat" zu plärren?

    • @Josef 123:

      Natürlich kann jeder in der Stadt Grünflächen anlegen, wie er will...

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Genauso wie in Lissabon, Madrid, Granada, Rom, Palermo, Valletta und Athen auch.

    • @Josef 123:

      Einerseits richtig, andererseits könnte man auch etwas genauer argumentieren.

      Solche Berechnungen (nicht die Verkehrstoten, aber Tote durch Lärm, Feinstaub, Hitze) sind immer "Modelle", die ja seit Corona nicht überall den besten Ruf haben. Man kann vielleicht bei 20 bis 30 Menschen einen unmittelbaren Zusammenhang Hitze-Tod festellen (Hitzeschlag o.ä.), ansonsten geht es um Statistik, deren Nachteil ist, dass viele der Toten eben "unter anderem" an Folgen der Hitze gestorben sind, aber nicht unmittelbar.

  • Wie Harlad Welzer letzt in Frankfurt treffend gesagt hat: es gibt mächtige Interessen, die die Zerstörung der Erde mit aller Macht vorantrieben. Wenn der Kuchen kleiner wird, wollen die Eliten sich ein noch größeres Stück sichern. Keine Rücksicht auf die Schwachen, kein Gedanke an nachfolgende Generationen, narzisstischer Sozialdarwinismus pur. Dafür steht die globale autoritäre Rechte vom Modi und Trump bis Weidel und Farage. Dafür stehen auch Merz CDU, Söder CSU und Teile der ehemaligen Sozialdemokratie. Und dafür stehen auch viele, vielleicht zuviele, BürgerInnen, die zu ewig unzufriedenen KonsumentInnen erzogen worden sind statt zu citoyens.

    • @Thomas Clark:

      Genauso, und machen sich die Taschen voll mit Rüstungsbetrieben.

    • @Thomas Clark:

      Oh, Citoyens. Na dann...

    • @Thomas Clark:

      Dazu steht der letzte Audifahrer, der letzte Nach-Malle-Flieger und der letzte AIDA-Schipperer, der letzte TEMU/SheIn-Kunde und die für weitere 1056 Zeichen und dann noch mehr...

      • @Erfahrungssammler:

        Also fast alle mich eingeschlossen

        • @AmArschderHeide:

          Darauf wäre ich nie gekommen.

    • @Thomas Clark:

      Klingt nach Verschwörungstheorie. Geht es vielleicht auch eine Nummer kleiner?

    • @Thomas Clark:

      OmG ne Nummer kleiner geht's nicht? Alle sind schlimme, ganz schlimme , bis auf einen ganz kleinen Teil die die Wahrheit und Weisheit für sich gepachtet haben. Und auch die Bürger sind entweder schlimm oder doof...



      Mhh dann geht die Menschheit jetzt eben unter. Dem Planeten ist es egal, der hat soviel überstanden, der übersteht auch die paar tausend Jahre homo sapiens. Just my 2 Cents.

    • @Thomas Clark:

      Hoffentlich hat er seinen Aluhut nicht vergessen. Wie sonst kann man glauben, dass Söder oder die kläglichen Reste der SPD zu den "Mächtigen" gehören?

      • @Otto Mohl:

        Erlauben Sie mal! Durfte auf dem (Bus-)Weg zu einer Klinik über 45 Minuten warten, weil auf der Leo König Maggus den Kaiser von China empfing... zumindest passierte der Fuhrpark.

        Was kann wichtiger sein, als eine solche Präsenz seinem, ihn nicht wählenden, Hofvolk gegenüber?!?

  • Baut euch erstmal eine Klimaanlage ein - das hilft beim Warten auf den Hitzetot. Mit PV Anlage oder Balkonkraftwerk ist das Kosten-, Temperatur- und CO2-neutral und wird zum Teil sogar gefördert.

    • @Nachtsonne:

      Können sie ja den 53% der Bevölkerung mal vorschlagen, die zur Miete wohnen. Oder dem einen %, die im Pflegeheim „wohnen".

  • Ca 85-90 Prozent der Menschheit lebt in wärmeren Ländern als Deutschland. Wie hoch ist dort die Anzahl der Hitzetoten?

    • @Gast100100:

      Das Problem ist, dass man in D immer noch so tut, als würde es nicht wärmer. Entsprechend ist der Hitzeschutz. In den wärmeren Ländern ist der mehr oder weniger Standard.

    • @Gast100100:

      Die Anzahl ist denen, die aus vollen Flughäfen und überfüllten Autobahnen unbedingt dorthin müssen, egal. Ein Foto einer Aircondition in Dubai ist jedenfalls zufriedenstellender als eins von einer Klimaanlage hier bei uns.

  • In Deutschland werden aktuell 7 neue Autobahn-Vorhaben sowie zahlreiche Erweiterungen und Lückenschlüsse gebaut. Für diese Vorhaben hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) die Baufreigabe erteilt. Da soll noch mal einer behaupten, dass die CDU/CSU/SPD-Koalition 'nichts für den Klimawandel' macht. 😉

    Durch den Neubau von Autobahnen werden oft Wälder gerodet oder Moore entwässert. Laut Analysen von Greenpeace vernichtet der aktuelle Fernstraßenbau in Deutschland sensible Flächen, die andernfalls Millionen Tonnen CO2 dauerhaft binden würden. Eine unversiegelte, bewachsene Grünfläche kühlt ihre Umgebung durch Wasserverdunstung und Schattenwurf stark ab, eine versiegelte Autobahn macht genau das Gegenteil – sie erhitzt die Umgebung. Und neben dem Asphalt heizen die Fahrzeuge die Umgebung auch noch auf, denn die Abwärme von Verbrennungsmotoren und Klimaanlagen erhöht die Lufttemperatur in stark frequentierten Verkehrsstraßen im Sommer erheblich.

    Für noch mehr klimaschädliche Autobahnen ist also genug Geld da, aber für Hitzeschutz ist wieder mal kein Geld da. Das ist an Verrücktheit nicht mehr zu überbieten.

    • @Ricky-13:

      Volle Zustimmung. Die Prioritäten bei der Verwendung von Steuergeldern muss zwingend überdacht werden.

    • @Ricky-13:

      In Deutschland wurden in nach vorliegenden Zahlen in 2024 genau 49 Kilometer Autobahn erweitert und 15 Kilometer neu gebaut.



      China hat in 2024 circa 8.000 Kilometer Autobahn neu gebaut...🤷



      Soll Deutschland zum Dritte Welt Land verkommen?



      Den Wohlstand den drei Generationen aufgebaut haben mit dem Hintern einreißen für was - 0,5 Grad mehr oder weniger???



      Mobilität ist das A und O einer jeden Gesellschaft. In Deutschland werden wenigsten Ausgleichsflächen geschaffen.



      Wir könnten auch wie Südkorea einfach Schnellstraßen mit PV überdachen. Oder mit Grüntunnels einhausen🤷



      Innovation ist immer willkommen, aber mit sturem degrowth wirds nie was werden. Da machen die Menschen nicht mit.



      Wer arbeitet will auch leben.



      Leben heißt Freiheit 🗽



      Nicht nur zwischen Berlin und München mit dem ICE, sondern auch zwischen Gera und Hof auf der A9 oder zwischen Hinterkuhdorf und Vorderkuhdorf



      Bevor die Deutschen ihre Autos aufgeben, geben sie die Demokratie auf 🚗



      Da gehe ich jede Wette

      • @Astrid Sehnefeld:

        Meine Freiheit ist in mir, nicht davon abhängig wünsch von A nach B komme. Und ich arbeite hauptsächlich in Haushalten, Hausbesuche. Und bin weder 20, 50 , sondern bald 80 . Es geht alles.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Welche Freiheit meinen Sie denn? Gute Luft? erträgliches Klima? Mit dem Fahrrad auf der Autobahn fahren? Oder mit 120 durch die Fussgängerzone?

      • @Astrid Sehnefeld:

        Kurz StromfresserKI gefragt: bezogen auf die Landesfläche ist Deutschlands Autobahnnetz doppelt so dicht. Klar, wäre gut, wenn China nicht nacheifert. Da ist dann die Frage, was der Westen zum Standard und anzustrebenden Vorbild erklärt.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Da haben sie wohl recht - für die bräsige Dummheit kleinkarrierter Konservativer findet man hier in der Kommentarspalte ja genügend Beispiele

      • @Astrid Sehnefeld:

        *Bevor die Deutschen ihre Autos aufgeben, geben sie die Demokratie auf.*

        So schaut es wohl aus. Wenn der Klimawandel demnächst aber seine ganze Macht zeigt, dann wird es ein Umdenken geben, denn tonnenschwere Autos, in denen oftmals nur eine Person sitzt, werden dann sicherlich nicht mehr auf den Straßen fahren, egal ob nun neoliberal-konservative oder grün-linke Politiker das Sagen in Deutschland - oder irgendwo anders auf der Welt - haben. Die Frage ist allerdings, ob es dann nicht schon 5-nach-12 ist.

        • @Ricky-13:

          Ich gehe jede Wette dagegen.



          Selbst der IPCC hat Modelle durchgerechnet bis 5 Grad plus, Ergebnis: unbewohnbare Gegenden, aber die Menschheit überlebt.



          Das wird aber nicht eintreten. Es werden, je nach Modell, irgendwo zwischen 2 und 3 Grad bis ins Jahr 2100 werden.



          Da bleiben viele auf der Strecke? Richtig, aber 90% ist das egal.



          Weil sie denken: 'mich wirds schon nicht treffen' oder weil sie denken: 'mir egal' oder weil sie keine Stimme haben, Stichwort Afrika.



          Weltweit wollen Menschen ihren Lebensstandard erhöhen, bzw in den Industriestaaten wollen wir ihn erhalten.



          Und der Rest will da hin vom Niveau her. Jedes Schwellenland baut Flughäfen, Frachttetminals, Straßen, etc...



          Es gibt KEIN Land, das sagt: 'fürs Klima stecken wir jetzt zurück.'



          Egoismus? Fatslismus?



          Ja vielleicht, zuallererst aber Realität.



          Autos werden DAS Fortbewegungsmittel Nummer 1 bleiben. Weil sie praktischer sind als jeder ÖPNV, weil sie Freiheit und Unabhängigkeit bieten wie kein anderes Transportmittel, weil sie das Individuum ermächtigen, Eigenständigkeit zu leben.



          Definitiv wird Weidel Kanzlerin ehe der Deutsche auf sein Auto verzichtet.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Witzig, das winzige Deutschland, in dem seit fast hundert Jahren Autobahnen gebaut werden, mit dem sehr großen China zu vergleichen, das erst vor ein paar Jahren angefangen hat...

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          China ist momentan – und das wird wohl noch lange Zeit so bleiben – der weltweit größte Markt für Elektrofahrzeuge. Aus dem Grund werden Chinas Solar-Autobahnen (Photovoltaik-Highways) flächendeckend mit Schnelllade-Infrastruktur und Batteriewechselstationen ausgestattet.

          Nur der "gestrige" Friedrich Merz setzt bei uns immer noch auf Verbrenner-PKWs. Das Festhalten an den Verbrennungsmotor erinnert einen stark an den berühmten Sketch vom "Toten Papagei" (Monty Python), denn man versucht mit enormem rhetorischem Aufwand zu argumentieren, dass der Verbrennungsmotor nicht tot ist, sondern nur "ausruht", während die physikalischen Fakten längst Fakten geschaffen haben.

          Uns Normalbürgern fällt aber auch nichts anderes ein, als weiterhin die ewig Gestrigen zu wählen, die uns 'alles Blaue vom Himmel versprechen', dabei aber nur an sich und ihre reichen Wirtschaftskumpane denken und jetzt (angeblich) nicht einmal Geld für Hitzeschutz übrig haben.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Schauen sie sich mal in China auf dem Land um, da, wo sie keine Touristen hinlassen wollen, dann sehen Sie, was ein Dritte-Welt-Land ist. Durch die heutigen Möglichkeiten sogar noch schlimmer als Dritte Welt, eher Letzte Welt.



        Und um die Frage zu ersparen - Ja, ich war oft und lange da und habe es gesehen.

      • @Astrid Sehnefeld:

        „ ,Macht euch die Erde untertan,'



        sprach Gott in seiner Schläue,



        ,baut Autobahn um Autobahn,



        ich mach’ mir dann ‘ne neue!' "



        (Hans Scheibner - Achterndiek, 1976)



        www.youtube.com/watch?v=N-dIg7sEEKA

      • @Astrid Sehnefeld:

        In der ZEIT oder dem Handelsblatt hätte ich diesen rechtschaffen unreflektierten Beitrag über die Wachstum und Freiheit im Kapitalismus erwartet, hier eher weniger. Jetzt wurde ich jedoch nochmals deutlich daran erinnert, dass selbst eine TAZ-Leserin eher auf die Demokratie verzichtet als auf ihr Auto und ihr vom Kapitalismus deformiertes Freiheitsverständnis.

        • @Favier:

          Naja man könnte es auch demokratisch lösen. Die Partei die uns ans Auto will wird abgewählt. Wir haben zu zweit drei Autos, da werde ich bestimmt nicht Grüne und Co wählen.

          • @AmArschderHeide:

            Ist das nicht ne glatte Lüge, dass die Grünen an ihr Auto wollen? E-Mobilität steht bei den Grünen hoch im Kurs.

          • @AmArschderHeide:

            Ups. Da passt jemand nicht in ein Auto 😁

            Die Grünen wollen übrigens Autos nicht wegnehmen. Sie wollen nur, dass moderne Autos gefahren werden und keine stinkenden Oldtimer...

      • @Astrid Sehnefeld:

        Absolute Zustimmung

      • @Astrid Sehnefeld:

        Ich gebe Ihnen zu 100% recht.

    • @Ricky-13:

      Brummende Ignoranz, kaum zu ertragen.

      • @FtznFrtz:

        Und die Konservativen applaudieren wieder brav dazu. 🥵

        Die Union (CDU/CSU) wird aber nicht nur noch mehr Autobahnen bauen, sondern auch weiterhin für Autos in den Städten sein. Aus klimatologischer Sicht wären Bäume und Grünanlagen für Großstädte wichtiger als Parkplätze, alleine schon um die Folgen des Klimawandels abzufedern. Während asphaltierte Parkplätze Wärme speichern und sogenannte urbane Hitzeinseln verstärken, wirken Bäume und kleine Parks als natürliche Klimaanlagen.

        Aber mit so etwas beschäftigen sich CDU/CSU-Politiker und ihre Wähler erst dann, wenn der Klimawandel die große Keule herausholt und es zu spät ist.

        • @Ricky-13:

          Man muss nicht "konservativ" sein, um diese Richtigstellung zu mögen, dass nämlich entgegen vielfacher Behauptungen in Deutschland fast keine Autobahn mehr neu gebaut wird, sondern die Arbeiten dienen durchgängig der Sanierung, dem Lückenschluss und er Verbreiterung. Gerade ist in Bonn eine zentrale Brücke (soweit ich mitbekommen habe, die einzige über den Rhein) stillgelegt worden, was glauben Sie, wie viel mehr CO2 durch die zahllosen Staus entsteht als wäre die Brücke zeitig saniert worden.

          • @Dr. McSchreck:

            Auf Bonner Stadtgebiet gibt es drei Rheinbrücken: Zwei Autobahnbrücken, jeweils im Norden und im Süden sowie eine in der Innenstadt. Dazu drei Autofähren. Die nächstgelegene Brücke liegt stromab auf Kölner Gebiet und ist ebenfalls eine Autobahnbrücke. Die nächste stromauf - ebenfalls eine Autobahnbrücke zwischen Koblenz und Neuwied.

  • Dass die „Berliner Politik“ für die Bevölkerung nicht mehr investiert, als das absolute Minimum, und immer suchend, ob nicht sogar noch weniger geht, musste ich bereits als junger Mensch vor Jahrzehnten akzeptieren.



    Die letzte politische Partei, die wirklich mal etwas Extrageld für die Bevölkerung, für die Menschen, ausgegeben wollte, waren die Grünen, und vielleicht noch die Linke. Ich finde es schade, dass das nicht anerkannt wurde, und ich finde es schade, dass beide Parteien im jetzigen Wahlkampf nicht erbitterter um die Wählergunst kämpfen.

    • @TaAl:

      So geht es mir auch. Trotzdem will ich dranbleiben.

  • Jo, natürlich ist es notwendig Geld zu investieren. Allerdings sind, wue mittlerweile überall bekannt, die Kasden leer. Deutschland hat sich die letzten Jahre und Jahrzehnte finanziell übernommen.

    • @Müller Christian:

      Die Kassen sind nicht leer. Das Geld fließt nur wo anders hin. Einfach mal Pistorius fragen...

  • Bei dem Anteil, den der Verkehr mit seinen Auswüchsen an der Erderwärmung hat, kann man die Ursachen einfach vermischen.

    Wenn es zynisch wirkt, ist es nicht meine Absicht - traurig, aber eine Tatsache und kein Einzelfall: Kam das Kind, das im Auto vergessen wurde, durch den Verkehr oder durch die Hitze ums Leben? Wahrscheinlich durch den dritten Faktor, der alles überlagert: Menschliche Dummheit!

  • Wenn man u.a. das Stadtklima von morgen adressieren will als gravierendes gesundheitliches Risiko, muss in der Schule der Unterricht auch die Möglichkeiten von Prävention und Prophylaxe beinhalten und es braucht Leuchtturm-Projekte, die konsequent zeitnah verwirklicht werden.



    /



    www.haz.de/lokales...GLU6SKFHBSK4I.html



    /



    Das Bauen der Zukunft (Arkaden) wird sich an neuen Vorgaben orientieren müssen, die Arbeitszeit in der Zukunft (Siesta) ebenfalls.



    Die vertikale urbane Begrünung ist oft aus schwierigen Genehmigungsverfahren heraus und dabei auch aus Gründen der Statik sowie des Brandschutzes unterentwickelt.



    Ein Tipp:



    Mehr Druck auf den ÖPNV, damit es auch in den Verkehrsmitteln bei Hitze erträglich wird. Was soll schon rauskommen, wenn die Hinfahrt zur Schule oder zur Arbeitsstelle zum Horrortrip mit Sauna-Qualität wird?

    • @Martin Rees:

      Das Bauen der Zukunft wird sich noch lange lediglich an der Rendite orientieren, so wie alles andere auch.

    • @Martin Rees:

      Welchen Druck wollen Sie auf "den ÖPNV" ausüben? Die Aufsichtsbehörden der meisten Bundesländer lassen bei Straßenbahn und Bus keine Fahrzeuge mit Klimaanlage zu - könnte ja einer beim Aussteigen einen Hitzschlag bekommen 😇

      Zulässig sind nur "Temperieranlagen" zur Absenkung der Temperatur um 3 bzw 5 Grad. Das ist bei Sommertemperaturen über 30 Grad halt immer noch verdammt warm... 🤒

      • @FriedrichHecker:

        Na ja. Straßenbahnen und Stadtbusse halten meist alle paar hundert Meter und alle Türen gehen auf. Da ist eine Klimaanlage auch für die Katz. Damit es was bringt, müsste man eine Art Temperaturschleusen einbauen. Im Massenverkehr schwer umzusetzen.

      • @FriedrichHecker:

        Im vielgelobten Shenzhen haben sie diese Probleme nicht. Im Bus 16°C, draußen 43°C.

        • @Erfahrungssammler:

          Bei einem „stinknormalen" Stadtbus nehme ich ihnen diese Aussage nicht ab, wenn alle paar Minuten die Türen auffliegen.

      • @FriedrichHecker:

        Sie benennen nebenbei einen Punkt: Klimanlagen sind vielleicht gut für ein paar Grad mal runter oder wenn die Person ohnehin nicht raus geht (Krankenhaus). Wenn dann beim Verlassen des geschlossenen Raums der Hitzehammer kommt, ist das weder angenehm noch sonderlich gesund.



        (Gilt umgekehrt auch, wenn im Winter auf T-Shirt-Level geheizt wird, doch das ist leichter abzufedern)

        Es folgt, die Erhitzung als solche anzugehen und nicht individualistisch nur punktuell etwas zu flicken.

        • @Janix:

          Um wieviel Grad meinen Sie denn, die Temperaturen senken zu können, wenn man Ihre Forderung, "die Erhitzung als solche anzugehen", umsetzt?

      • @FriedrichHecker:

        Was nicht ist, kann oder muss sogar noch werden:



        Bei koveb.de



        "Wichtig zu wissen: Die Fahrerinnen und Fahrer können die Temperatur nicht aufs Grad genau einstellen! Die Klimaanlage im Bus kühlt die Temperatur um ca. 6 Grad herunter. Zudem ist die Situation im Linienbus nicht mit der in einem Auto oder Reisebus vergleichbar: Der Bus hält in regelmäßigen Abständen - ca. alle 240 Meter -, die Türen gehen auf, neue Fahrgäste steigen ein oder aus und mit dem Öffnen der Türen strömt immer wieder warme Luft in den..."



        Bei vag.de



        "Wir haben Trambahnen mit und ohne Klimaanlage im Einsatz. Die älteren Bahnen aus den 1990er und von Anfang 2000er Jahren konnten im Zuge der Modernisierung vor einigen Jahren leider nicht nachgerüstet werden. Das Gewicht der Klimaanlagen wäre zu hoch gewesen. Mit Blick auf Sie, unsere Fahrgäste, haben wir aber die Fenster der Fahrzeuge mit UV-Schutzfolien beklebt und konnten so die Innenraum-Temperatur bei Sonneneinstrahlung um einige Grad senken."

        • @Martin Rees:

          Die Koveb kenne ich noch als die noch Kevag hießen und die letzten Straßenbahnfahrer auf den Linienbus der Rente entgegenfuhren. Von daher kann ich deren ca. 6 Grad einordnen: Das ist die obere Toleranzgrenze der von mir genannten 5 Grad Temperaturunterschied 😉

    • @Martin Rees:

      Der öpnv braucht nicht nur mehr Druck sondern im Zweifel auch mehr Geld!

  • Dieser Artikel wurde mir angezeigt und darunter folgende Werbung (die so wunderbar zeigt, wie wir in Deutschland mit dem Thema umgehen): "Temperaturen über 30 Grad? Dann erstmal ein selbstgemachtes Spaghetti Eis" 🤦🏻‍♀️ So lange die Industrie an Hitze verdient, viele den Klimawandel leugnen und nicht investiert wird in Schutzmaßnahmen, werden noch mehr Menschen durch hohe Temperaturen sterben müssen. Schlimm, aber hauptsache wir haben ein Eis in der Hand und sind braun gebrannt...

  • "...wie sie die Dosierung von Medikamenten bei Hitze ändern müssen."



    Also sitzt am Ende des Hörers auf städtischer Seite ein Arzt? Und der ist bereit so ein Risiko einzugehen da was falsches zu sagen?



    Ich bin aber mal positiv gestimmt und freue mich für die Anrufenden, dass ihnen bei ihren Anliegen geholfen wird.

  • Mangelndes Risikobewußtsein in Deutschland scheint beim Thema Hitze ja Standard zu sein. Die Anzahl der Tage mit mehr als 30 Grad hat sich gegenüber den 60er Jahren verdreifacht, die Anzahl der Tropennächte ebenso. In Frankreich erklären die Metereologen, dass die laufende Hitzewelle ähnlich lange dauern wird wie 2003 (also bis zu 15 Tagen). 2003 kamen durch die Hitzewelle in Frankreich 20.000 Menschen zu Tode. Und, "dem Klimawandel sei Dank" die Hitzewellen in D. dauern auch immer längern und die dort erreichten Höchsttemperaturen steigen auch laufend.



    Was hört man im Radio, liest man in der Zeitung: Hurra, endlich Sommer. Wir waren vor 4 Wochen auf Radtour in Südfrankreich, während der ersten Hitzewelle des Jahres. Alle, mit denen wir reden konnten, erklärten uns: es sei zu heiß für die Jahreszeit, das sei beängstigend, gefährlich, schwierig für die Landwirtschaft, da bspw. die Schafe bei derartigen Temperaturen nicht mehr fressen würden usw. Also in Frankreich scheint man sich der Risiken von Hitzewellen deutlich bewußter zu sein. Und gesetzliche Pflichten für Kommunen , wie man seine Bevölkerung schützen soll, gibt es auch.

    • @Favier:

      Ist das jetzt als Witz gemeint, eine Radtour während der Hitzewelle?

      • @Axel Schäfer:

        Die Radtour war geplant, die Hitze kam dazwischen. Aber Mai-Nächte auf 400 bis 600 Höhenmeter werden noch kühl und wer früh losradelt ist am Ziel bevor die Hitze nachmittags ihren Höhepunkt erreicht.

      • @Axel Schäfer:

        Man fühlt sich zwar wie eine Pizza im Umluftofen, doch es gibt ja Hüte auf den Kopf, Sonnencrème, viel Trinken und Fahrtwind. Mittagspausen. Auf sich achten. Vielleicht auch Strecken im Grünen oder gar im Wald. Der CO2-Beitrag zur weiteren Erhitzung ist sehr überschaubar. Ich sah das nicht als Witz.



        Ernster, als zu fliegen oder das schwarze Auto in den nächsten Stau zu lenken.

    • @Favier:

      "Gutes Wetter" ist aktuell eigentlich: schützende Bewölkung, eine Nacht von max. 18°C, ausreichend Niederschlag für Mensch, Tier und Pflanze. Gemäßigtes Klima, und ab und an kalte Winter- und warme Sonnentage zur Abwechslung.

      Wer das erhalten will, wählt keine Parteien mehr, die noch auf Fossil setzen. Und kauft keine Springerpresse.

  • Ich wünschte mir, dass Menschen einfache medizinische Tatsachen akzeptieren. Dazu wäre es hilfreich "Hitze" einzuordnen. Hohe Temperaturen korrelieren mit Luftfeuchtigkeit und Luftaustausch. Es besteht ein Unterschied ob ich in Sardinien am Meer oder in einer Großstadt, in der die Frischluftschneisen zugebaut sind, der Hitze ausgesetzt bin. Es ist auch weder eine Glaubensfrage noch eine des Lifestylgefühls, dass hohe Temperaturen ab 35 Grad den Körper belasten und zum vorzeitigen Tod führen können. Ebenso ist der durch uns Menschen verursachte Klimawandel eine Tatsache, der zu verändern Wetterlagen führt, die für uns unverträglich sind. Es ist unerheblich ob einzelne das mögen, damit umgehen können oder es lieber nicht wissen wollen. Wir sind keine Inseln, sondern Teil einer großen Gemeinschaft.

  • Bin gerade im KH, ehemals landeseigen, kaum ein Patientenzimmer hat eine Klima-Anlage. Die Sonne steht den halben Tag auf der einen Seite der Fassade und den Rest auf der anderen. Es ist unerträglich, und die "heißen Tage" haben nicht einmal richtig begonnen.



    Da nützt das Hitze-Telefon nur bedingt.

    • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

      Alles Gute erst einmal, wenn Sie dort als Patient(in) sein sollten!



      Da sollten Markisen und Rolleaux wenigstens hin, sonst z.B. die Handtücher anfeuchten und kalte Wickel machen als "Heftpflaster".

      Genau wegen solcher Szenarien ist Kampf gegen die Erderhitzung so wichtig. Also u.a. Schluss mit der Hätschelung von Braunkohle, Verbrennerauto und Fliegerei.

  • "Durch heiße Sommer sind in den vergangenen Jahren mehr Menschen gestorben als im Verkehr. "



    Und es ist der Verkehr über obsolete CO2-Schleudern, der das Heizen noch anheizt. Es sind Asphaltstraßen und Blechheizungen auf Rädern, die es noch weiter anfachen. Zeit, etwas anderes auszuprobieren, oder?

    • @Janix:

      Na glücklicherweise sind Autos noch lange nicht obsolet. Im Gegenteil jedes Jahr sind mehr im Besitz der Bürger.

    • @Janix:

      Nein. Es ist nicht der Verkehr. Jedenfalls nicht allein. Es sind beispielsweise auch Wärmepumpen. Klimaanlagen, die Energieproduktion durch fossile Energien (davon der Großteil außerhalb von Europa), die die globale Erwärmung treiben.

      Teilweise auch über Wasserdampf. Wussten Sie, dass atmosphärischer Wasserdampf den bekannten Klimatreiber CO² in der Wirkung um den Faktor 200 übertrifft? Lokal erzeugt verdunstendes Wasser zwar Kühlung, aber global verstärkt es die Wirkung des Klimawandels enorm.

      • @Metallkopf:

        Wasserdampf sammelt sich in der Atmosphäre aber nicht längerfristig an. Deshalb spielt er für den Klimawandel praktisch keine Rolle.

      • @Metallkopf:

        Es sind aber nicht nur Verkehr und Wärmepumpen - Die Industrie macht da auch fleißig mit. Ebenso Gas- und Ölheizungen, und natürlich der Flugverkehr. Und natürlich Die Landwirtschaft, insbesondere die Viehzucht. Wussten Sie, dass Methan den bekannten Klimatreiber CO2 um den Faktor 25 übertrifft? Und das Zeug hat nichtmal Lokal eine positive Wirkung...

      • @Metallkopf:

        Dann wäre ja der Verkehr schon mal eine Stellschraube.



        Wärmepumpen nicht. Außer natürlich als bessere Alternative zu fossilen Heizungen. Und sie werden immer besser.

      • @Metallkopf:

        Hatte ich "allein" je behauptet? Na also.

        Wasserdampf ist ein Sekundär-Punkt. Nach der Clausius-Clapeyron-Gleichung nimmt der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre mit jedem Grad Celsius um 7 % zu. Es gilt auch daher, die Erwärmung zu stoppen. Meinetwegen auch, die Großkraftwerke mit Kühlturm (Atom, Braunkohle, Steinkohle) rasch abzulösen. Und auf Äckern klüger zu wässern. Doch aufgenommen wird auf hoher See vor allem. Und Zusatz-Wasser regnet ab, Zusatz-CO2 bleibt erst mal in der Luft.



        Nee, nee, wir müssen schon etwas ändern.

  • "...in den vergangenen heißen Jahren starben in der Bundesrepublik mehr Menschen an hohen Temperaturen als im Straßenverkehr. " - Das sind in Wahrheit sehr synthetische Zahlen, deren Aussagekraft durchaus bezweifelt werden kann - u.a. weil hier viele Faktoren mitspielen, die mit Hitze nichts zu tun haben.

    Als Gegenbeispiel: Der Luxusort Dubai hat eine Jahresdurchschnittstemperatur, die mehr als 16 Grad Celsius über der von z.B. Hamburg liegt. Nach den hiesigen Statistiken ein Ort, an dem man nur wenige Wochen überleben kann. Die Menschen in Dubai sind überwiegend freiwillig da und es geht ihnen scheinbar sehr gut. Keine Pointe

    • @Samvim:

      Das funktioniert genau so lange wie dort Energie zur Kühlung und Wassergewinnung verballert wird, als gäbe es kein Morgen mehr.

      Die Billiglöhner dort können sich sicher was besseres vorstellen und klein- und großkriminelle Steuerflüchtlinge dort mag man auch nur so lange die Geld haben und kein böses Wort über den Diktator verlieren.

    • @Samvim:

      In Dubai gibt es trotzdem Hitzetote, besonders ausgebeutete Arbeiter aus anderen Ländern sind betroffen. Die eigene Bevölkerung sitzt währenddessen in klimatisierten Räumen.

      Desweiteren ist die Feuchtkugeltemperatur in Dubai noch angenehm, weil zur Hitze eine geringe Luftfeuchtigkeit hinzukommt. Gehst du stattdessen in den Westen Indiens, so hast du ähnlich hohe Temperaturen wie in Dubai, aber die Luftfeuchtigkeit macht den Aufenthalt nahezu unmöglich. Spätestens dann klebt unser Blut an den Gräbern der indischen Bevölkerung, weil unser Lebensstil der ersten Welt den Planeten unnötig aufheizt.

    • @Samvim:

      Und das soll heißen, dass wir uns keine Sorgen machen müssen weil es in Dubai viel wärmer ist und die dort auch noch leben?



      Danke, setzen. Super, dann können wir ja alle weiter Verbrenner fahren, Öl abfackeln und uns darauf freuen, dass es bei uns endlich auch so heiß wie in Dubai wird...

    • @Samvim:

      Äh, in Dubai kann man wegen der Tatsachen, die Sie hier nennen, keine Übersterblichkeit (mehr) ablesen. In den VEA insgesamt leben übrigens auch nur sehr wenige Menschen über 65. Das dürfen wir auch in Dubai selbst annehmen. Das wäre dann die Pointe.

    • @Samvim:

      Genauso war es in Dubai, bevor dort die Erdöl- und Erdgasförderung begann. Heute wird mittels fossiler Energien Meerwasser entsalzt und jedes Gebäude ist durchklimatisiert. Ja, man kann dort unter diesen Umständen leben. Es gilt dabei aber einfach zu beachten: diese Form der menschlichen Zivilisation zerstört mittelfristig die Grundlagen menschlichen Lebens auf dem Planeten. Aber bis dahin kann man ja gerne Party in Dubai machen. Kein Problem.

      • @Favier:

        Alles schön und gut, aber bei vielen besteht nun mal der Wortschatz nur noch aus Ich, Mich, Mein, Will, Haben.

        • @Erfahrungssammler:

          Was meinen Sie, wie dumm ich angeschaut werde, weil ich schlicht auf ein Handy verzichte?

          SELTENE ! Erden ... alleine beim Wort SELTEN wird man angeschaut wie ein Auto - auch im ÖPNV.

  • An den schönen heißen Tagen des Juni kommen Nachts die Glühwürmchen heraus und turnen bei uns am Gartenteich herum .



    Ich freue mich schon darauf. Besser als Fußball gucken.

    • @Herbarius Zunichten:

      Freude am Leben.



      Freude am Moment.

      Wie können Sie es nur wagen, angesichts der der kommenden Apokalypse?

    • @Herbarius Zunichten:

      Also ich freu mich schon auf die Entspannung des Wohnungsmarktes in ein paar Jahren

      • @Schmetterling:

        In den Genuss werde ich nicht mehr kommen, denn ich bin schon über 40.

    • @Herbarius Zunichten:

      Ohje. :/

  • Klimaanlagen kosten ab 150 Euro und halten 20 Jahre

    Das Problem ist lösbar

    • @Todesfister:

      Klimasplitgeräte? Wo, ich brauch noch eins.

    • @Todesfister:

      Ich muss nicht zu knapp Heizungskosten nachzahlen. Strom auch noch nachzuzahlen muss man sich leisten wollen.

      • @TaAl:

        Strom ist ja im Sommer wenn die Sonne scheint fast immer negativ bepreist

      • @TaAl:

        Die Klimaanlage braucht nur an wenigen Stunden an den Hitzetagen laufen. Die Stromkosten sollten selbst im heißesten Sommer im mittleren zweistelligen Euro-Bereich liegen.



        Im Gegenzug kann man in der Übergangszeit und an nicht zu kalten Wintertagen heizen. Mit dem hochwärmegepumpten Wirkungsgrad kann man dann Heizkosten sparen, weil ein Split-Klimagerät deutlich günstiger ist als Gas und besonders die Monopolistenpreise der Fernwärme.

      • @TaAl:

        Natürlich. Man kann in den Keller ziehen, über den Sommer nach Island fahren oder schwitzen ohne zu jammern.

        Kleine Klimaanlagen haben im Schnitt 0,5 KW. Im Jahr gibts knapp 2 Wochen mit Temperaturen über 30 Grad. Wenn an diesen Tagen die Klimanalage jeden Tag 20 Stunden läuft, sind das 280 Kwh. Bei etwa 0,35 € knapp 100 Euro Gesatmkosten. Das sind 10 Freibadbesuche mit jeweils einem kleinen Eis.

    • @Todesfister:

      Jawoll, und meine läuft mit Diesel und hat ein Soundsystem.

      • @Erfahrungssammler:

        Soundsystem um das Dieselgeklapper mit Gegenschall zu mindern?

        • @Axel Schäfer:

          Nein, ich wollte nur der intelligenten kostenlosen Klimaanlage noch einen draufsetzen.

    • @Todesfister:

      Die Symptome sind handhabbar, vielleicht, die Ursachen auf diese Weise ganz sicher nicht lösbar.

  • Es ist immer eine Frage des wording -



    Hitze wird heute durchweg als tödlich geframt. Es ist ein Pferd das gerne geritten wird.



    Ich stelle dann immer die Frage: wie kann es sein, dass alle blaue Zonen - das sind die Orte, wo Menschen am ältesten werden - in heißen Gebieten liegen...🤷



    Sardinien, Nicoya (Costa Rica), Kalifornien, Okinawa, Ikara.



    Natürlich ist heißes Wetter belastend. Es ist aber auch wunderschön. Baden, Garten, abends Grillen, perfekt jetzt zur WM.



    Wir hatten bisher gefühlt drei Monate April am Stück. Späte Fröste, viel Regen, viel grau, viel kalt. Letztes Jahr zum 1. Mai waren wir in kurzen Hosen bis Mitternacht, dieses Jahr bei 0 Grad unterm Heizpilzen mit dicker Jacke.



    Der Sommer ist noch nicht mal da, schon wird er verteufelt...



    Ich fand viel erfrischender was heute durch die sozialen Medien ging - ein Schnappschuss der Titelseite der BILD vom 6. Juni 1972:



    "31 Grad - Hitzewelle aus Afrika ... vier Wochen herrliches Sommerwetter"



    1972 Hitze = herrliches Sommerwetter



    2026 Hitze = Tod 💀



    Da mach ich nicht mit. Ich freue mich ☀️

    • @Astrid Sehnefeld:

      Ich verstehe zwar nicht wie sie per wording aus 41°C plötzlich 31°C machen wollen, aber vermutlich übersehe ich hier den Grundgedanken:



      lasst uns doch einfach die Nachrichten von vor 50 Jahren lesen, denn da war die Welt noch in Ordnung ☀️



      Leider muss ich Sie enttäuschen:



      Da mach ich nicht mit. Denn so viel kann man gar nicht grillen, dass das irgendeinen Sinn ergibt.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Müssen Heizpilze wirklich sein? Blick auf den Wetterbericht und eine geeignete Indoor-Location aussuchen geht nicht?

    • @Astrid Sehnefeld:

      "31 Grad - Hitzewelle aus Afrika ... vier Wochen herrliches Sommerwetter"

      Was man 1972 für eine Hitzwelle hielt, ist heute "etwas wärmer". 31° sind heute Peanuts. Aber das war Ihnen nicht aufgefallen, vermute ich mal.

    • @Astrid Sehnefeld:

      In Rückschluss ist es immer wieder erstaunlich wie feucht-kühl es immer in Deutschland war. Wenn man z.B. alte Deiche anschaut, die gegen Eisgang gepflastert sind. Unglaublich.



      Ihnen einen schönen Sommer.

    • @Astrid Sehnefeld:

      genau. grad wenn man selbst große freude an der situation hat sind leidtragende, sowie eine nicht sentimentale Antworten auf selbstgestellte Fragen doch egal :)

  • Es wird Zeit, dass die Deutschen ihre irrationale Abneigung gegen Klimaanlagen ablegen und diese flächendeckend in den meisten Gebäuden einsetzen. Angefangen natürlich in allen öffentlichen Gebäuden, Altenheimen, Krankenhäusern usw.

    • @gyakusou:

      Also mein Haus ist komplett klimatisiert. Einfach Herrlich.

    • @gyakusou:

      Ich habe eine extrem robuste Gesundheit, normalerweise haben Viren Angst vor mir und nicht umgekehrt. Aber Klimaanlagen schaffen mich, was auch immer mich von denen anweht. Ich habe immer Hotels und Büros mit Klimaanlage nach Möglichkeit vermieden. Lieber dicke Wände, Bäume vorm Fenster, Durchzug, nachts die Fenster offen lassen, viel Trinken (Wasser, kein Alkohol), geeignete Kleidung. Umgekehrt drehe ich im Winter die Heizung nur minimal auf. Lieber auch drinnen einen dicker Pulli anziehen.



      Ich gehe bei jeder Jahreszeit viel an die frische Luft, heute Mittag bei 33 Grad genauso wie im tiefsten Winter. Das trainiert die Fähigkeit des Körpers, sich an Temperaturen und Temperaturwechsel anzupassen. Ich nehme immer Wege mit möglichst vielen Bäumen. Im Sommer spenden sie Schatten und verbessern die Luft, im Frühjahr lassen sie die ersehnte Sonne durch.



      Ich halte Klimaanlagen nur für eine Notlösung. Lieber viel mehr Bäume in der Stadt, geeignete Baumaterialien, und natürlich der Klimaerwärmung nicht unnötig Vorschub leisten. In einer Welt, in der man sich nur noch in klimatisierten Räumen aufhalten kann, möchte ich nicht leben müssen.

    • @gyakusou:

      Es sollte zumindest in Heimen genug zenteale Räumlichkeit vorhanden sein, die heruntergekühlt werden kann, das wäre ein notwendiger Schritt.

    • @gyakusou:

      Individualistische 'Lösung', die die Umgegend/Bürgersteig mit Wärme und zusätzlicher Wärme bespeit. Selbst in Altersheimen lassen sich - bei Neubau einfach - z.B. Wasserleitungen für den Zweck einbauen. Auch gibt es Rolleaux, Markisen, Verschattungen, Bäume, ...



      Jedenfalls wohl besser erst mal das eigentliche Gesamt-Problem angehen, bevor man die Ego-Heftpflaster klebt.



      Wärmepumpe wäre ansonsten doch etwas, oder?

      • @Janix:

        Klimaanlagen sind doch technisch gesehen weitegehend nichts anderes als Wärmepumpen. Und was im Winter gut ist, sollte im Sommer zumindest nicht wesentlich schlechter sein.

      • @Janix:

        Meine Güte, in allen Ländern, bei denen die Temperaturen schon immer sehr hoch waren, sind Klimaanlagen Standard. Die müssen bei uns auch nicht das ganze Jahr über laufen. Diese Hitzetage beschränken sich auf zwei, drei Wochen im Jahr. Im Schnitt hatte 2025 11 Tage mit temperaturen über 30 Grad.



        Bei 35 bis 40 Grad hilft auch kein Rollo mehr und man kann auch nicht vor jedes fenster einen Baum pflanzen.



        Und das "Gesamtproblem" Klimawandel, würde sich für etliche Jahrzehnte nicht mal einen Zentimeter verbessern, selbst wenn Deutschland von heut auf morgen komplett verschwinden würde. Es braucht verschiedenste Lösungen, aber natürlich braucht es auch individuelle Lösungen wie Klimaanlagen.

        • @Deep South:

          👍

      • @Janix:

        Das "Angehen des Gesamtproblems" sieht hierzulande so aus, dass man lieber Geld in Maßnahmen investiert, von denen man sich eine langfristige Stabilisierung (nicht Senkung) der Durchschnittstemperatur erhofft, als darin, Betroffene konkret vor Hitze zu schützen. Bis Deutschland sich "Klimaneutralität" bescheinigt - was übrigens nicht bedeuten würde, dass es kühler wäre als jetzt -, sind die Bewohner der Altenheime längst gestorben.

      • @Janix:

        Individualistische Lösung sind notwendig – man kann nicht darauf warten, dass die Weltgemeinschaft den Klimawandel in den Griff bekommt.

        Verschattungen, Bäume usw. sind wichtig und notwendig, ersetzen aber nicht technische Systeme, um die Temperatur in wichtigen Gebäuden und Räumen auch im Sommer auf angenehme Temperaturen zu bringen.

        • @gyakusou:

          Es ist kein entweder oder, sondern ein UND, UND, UND .

          Wir brauchen Maßnahmen um die globale Erwärmung zu reduzieren, Maßnahmen um die lokale Temperatur zu senken, Maßnahmen zur Katastrophenverhinderung/avmilderung und vieles mehr.



          .



          Zum Beispiel öffentliche Hitzeschutzbunker und natürlich staatliche Förderung von Klimaanlagen für besonders bedürftige Betroffene.

      • @Janix:

        Eine Wärmepumpe schiebt ja auch nur energieintensiv Wärme von A nach B. Und die dafür erforderliche Energieproduktion erzeugt wieder Abwärme. Nur woanders. Selbst bei Einsatz von Photovoltaik verlagert man diesen Effekt nur auf die energieintensive Produktion der Module.

        Den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!

        • @Metallkopf:

          Der letzte Satz warb für wenigstens Wärmepumpen mit Klimaanlagen-Option fürs ganz Jahre statt Klimaanlagen.

          Gegen Verbrennung und Fossileinsatz sind wir als Entropie-Katechons aber vermutlich dann doch beide.



          Wenn man mal in die gesamte Kette wirklich hinsieht.

        • @Metallkopf:

          Eieiei. Da schmeißen Sie aber alles mögliche durcheinander. Der Clou bei den Wärmepumpen liegt ja nicht darin, dass man die Thermodynamik überlisten möchte, sondern darin, die Wege zu verkürzen und vor allem die extremen Energieverluste der fossilen Energieträger bei der Umwandlung in Wärme abzustellen. Natürlich braucht man für die Herstellung, Betrieb und Entsorgung Energie (banal). Sie können rechnen wie Sie wollen, zurzeit sind in Sachen innere Gebäudetemperatur Wärmepumpen vorne. Ich verstehe gar nicht, warum Sie hier dagegen anschlawinern wollen. Haben Sie eine noch bessere Lösung?

        • @Metallkopf:

          Das ist für das Individuum erstmal egal, ob irgendwo Abwärme entsteht oder wieviel mehr an Energie es kostet.

          Es ist einfach notwendig, erträgliche Temperaturen in Räumen zu schaffen, als erstes für vulnerable Gruppen. Das ist eine notwendige Anpassung an den Klimawandel. Neben passiven Maßnahmen wie mehr Verschattung, Grünflächen, Entsiegelung usw.