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Von Kindern lernenHört den Jungen zu!

Wer heute mit Kindern und Jugendlichen spricht, dürfte erstaunt und erschrocken sein. Denn sie fühlen sich von Erwachsenen nicht wahrgenommen.

V or ein paar Wochen war ich zu Besuch an einer Schule, einem Gymnasium. Ich gehe gerne und oft in Schulen. Es gibt wenige Gespräche, die mich klüger machen, von denen ich mehr lerne, als wenn ich Kindern und Jugendlichen zuhöre. Vor mir saßen an diesem sommerlichen Vormittag viele junge Menschen, die meisten zwischen 13, 15 und 16 Jahre alt. Eigentlich hatten die Schü­le­r:in­nen meinen Besuch mit Fragen an mich vorbereitet, und einige davon stellten sie mir auch. Aber ich wollte keine Fragen beantworten, ich wollte sie stellen. Also begann ich mit der Frage: Was macht euch wütend?

Kaum jemand hob die Hand. Dann, zögerlich, erste Antworten. Der gebrochene Arm, die verspätete Bahn. Ich merkte, dass es den jungen Menschen schwerfiel, zu sprechen. Ich verstand zunächst noch nicht, warum. Egal, welche Frage ich stellte, nur wenige antworteten. Nur ein Schüler meldete sich bei jeder einzelnen Frage, und ich war berührt und beeindruckt von seinem Selbstbewusstsein und seinem Wissen. Seine Neugier war in diesen eineinhalb Stunden, die ich dort verbrachte, für mich eine Motivation, dranzubleiben.

Okay, sie sprechen nicht. Also mache ich etwas anderes. In der Pause bat ich eine der anwesenden Erwachsenen, für jede Schülerin und jeden Schüler einen Zettel und einen Stift zu besorgen. Zu Beginn der zweiten Hälfte der Veranstaltung bat ich die Schüler:innen, auf diesen Zetteln zwei Fragen zu beantworten: Erstens: Was macht euch Angst? Zweitens: Was wünscht ihr euch von Erwachsenen? Ich bat sie, dabei nicht miteinander zu sprechen. Ich ließ sie in Ruhe schreiben, dann sammelte ich die Zettel ein. Ich setzte mich auf die Couch und las jeden einzelnen Zettel laut vor. Und die Antworten beschäftigen mich bis heute.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Bei der Frage, wovor die jungen Menschen Angst haben, schrieben viele „Krieg“. Außerdem: Vor dem Tod von Mama und Papa, von meinem besten Freund. Vor Spinnen. Eine Schülerin – ich nehme an, es war ein Mädchen – schrieb, dass sie Angst hat, eines Tages sexuelle Gewalt zu erfahren oder sogar vergewaltigt zu werden. Laut Statistik ist das wahrscheinlich, schrieb sie. Schon an diesem Punkt fiel es mir schwer, weiterzulesen. Dann kamen die Antworten auf die zweite Frage.

Fast ausnahmslos antworteten die Jugendlichen auf die Frage, was sie sich von Erwachsenen wünschen: Dass sie zuhören. Dass sie die Jungen wahrnehmen. Respekt. Dass sie Kindern und Jugendlichen denselben Respekt zollen, den sie den Erwachsenen zeigen sollen. Dass sie zuhören, dass sie die Jüngeren wahrnehmen, dass sie zuhören, dass sie wahrnehmen … In meiner Erinnerung stand das auf jedem einzelnen Zettel, nur vereinzelt war die Antwort eine andere. Mir brach die Stimme. Und weil das zu hören war, sagte ich in den Raum hinein: „Das macht mich gerade wirklich traurig.“

Kinder spüren Verwerfungen der Gesellschaft

Es macht mich bis heute traurig. Vor mir saßen Reihen und Reihen junger Menschen, denen diese Welt nicht zuhört. Die sich, zu Recht, nicht gehört fühlen. Wenn ich sehe, wie ein Kind bei Mama und Papa um Aufmerksamkeit bettelt, die mit dem Handy beschäftigt oder im Gespräch sind, und das Kind vertrösten oder sogar ignorieren, bricht mir das Herz, wissend um all die Herausforderungen des Alltags, unter denen aber am Ende Kinder am allermeisten leiden. Sie spüren als Erste, wenn in dieser Gesellschaft etwas nicht stimmt.

Wir leben in einem politischen System, in dem die Wünsche von Kindern nicht ansatzweise eine Rolle spielen. Angst vor der Wehrpflicht? Sei froh, dass du für dieses schöne Land kämpfen darfst! Deine Eltern haben kein Geld? Dir geht’s hier noch gut! Dir hört niemand zu? Setz dich vors iPad!

Vor mir saßen Reihen junger Menschen, denen diese Welt nicht zuhört. Die sich, zu Recht, nicht gehört fühlen

Es gibt, soweit ich weiß, in keiner anderen als der deutschen Sprache das Wort „Kinderlärm“. Kinder machen keinen Lärm. Kinder sind Kinder. Sie haben nicht zu gehorchen, sondern zu rebellieren, um ihre eigenen Grenzen kennenzulernen. Sie dürfen laut sein und frech und unausstehlich. Das ist die Jobbeschreibung eines Kindes. Nicht aber in dieser Gesellschaft.

Möglicherweise hat das mit der Geschichte dieses Landes zu tun. Berühmt-berüchtigt ist das NS-Erziehungsbuch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von Johanna Haarer, das Eltern anleitet, Kinder für ihre Gefühle zu bestrafen, sie zum Beispiel allein zu lassen, bis sie einschlafen, egal, wie sehr sie schreien und weinen und um Zuwendung bitten. Das bedeutet nichts anderes, als einem Kind, das gerade erst auf die Welt gekommen ist, beizubringen: Die Welt ist schlecht, ich bin allein, niemand hört mich, niemand liebt mich. Für die NS-Zeit ist das nicht verwunderlich. Das wahrlich Schreckliche daran ist, dass diese Methoden bis heute vielerorts als legitim gelten. Das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ wird in Deutschland bis heute verkauft. Die Methode lehnt stark an die grausamen „Erziehungstipps“ von Johanna Haarer an.

Kinder sind das Kostbarste einer Gesellschaft

Kinder sind das Kostbarste, das wir in unserer Gesellschaft haben. Sie sind vollkommen von den Erwachsenen abhängig. Sie nehmen das auf, was wir ihnen beibringen. Sie lernen das, was wir ihnen zeigen. Und viel zu oft verstehen sie: Was ich fühle, ist nicht wichtig. Was ich fühle, ist falsch. Was ich fühle, nervt. Vielleicht hat der eine Schüler, der sich zu sprechen getraut hat, Erwachsene in seinem Leben, die ihm zuhören. Auch wenn ihnen nicht gefällt, was er sagt. Auch wenn es anstrengend ist. Auch wenn es schwierig ist. Ich weiß es nicht, ich denke nur laut.

Natürlich sitzen diese jungen Menschen vor mir und sprechen nicht. Sie wachsen in einer Welt auf, in der sie brav sein sollen und das tun sollen, was Erwachsene ihnen sagen, ihnen wird nicht zugehört, und mit einem Mal sollen sie sprechen? Hell, no. Wer Respekt haben möchte, muss zuallererst Respekt geben. Ein Kind anzuschreien, es soll gefälligst Respekt zeigen, ist mit das Absurdeste, was es gibt. Wer möchte, dass junge Menschen zuhören, muss zuerst ihnen zuhören. Sonst gehen diese jungen Menschen in die Welt und hören einander nicht zu. Und ihren Kindern werden sie auch nicht zuhören. Und so geht es weiter, Generation um Generation.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Gilda Sahebi

Gilda Sahebi

Ausgebildet als Ärztin und Politikwissenschaftlerin, dann den Weg in den Journalismus gefunden. Beschäftigt sich mit Rassismus, Antisemitismus, Medizin und Wissenschaft, Naher Osten.
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49 Kommentare

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  • Oma

    Sagt der Artikel nicht mehr über die Autorin als über die Jugendlichen? Sie geht in die Klasse, die Jugendlichen reagieren kaum auf sie, sie versteht die Situation nicht, nur einer meldet sich ständig (den gab es in meiner. Klasse auch). Sie lässt Zettelchen schreiben, es kommen normale und erwartbare Antworten, ihr versagt die Stimme, sie wird traurig und dann kommt sehr viel Theorie der Autorin über Kinder und Jugendliche. Über die Kinder und Jugendlichen erzählt das eigentlich gar nichts.

    • Alex_der_Wunderer

      @Oma:

      @Oma



      Doch , über die Erwachsenen erzählt es unheimlich viel.



      Wie oft sehe ich Eltern mit Kinderwagen, Baby wach , Eltern mit Smartphone beschäftigt statt mit ihrem Nachwuchs in Augen Kontakt zu gehen und etwas mit ihnen zu singen oder zu erzählen.



      Dann gerde heute erlebt , Mutter läuft auf einer relativ gut befahrenen Straßen ohne Gehweg, bei leicht einsetzenden Regen ca. 30 Meter vor ihrem ungefähr 5 jährigen Mädchen , die kleine voll laut am rufen, die Mutter sei zu schnell, Mutter ruft zurück " beieil dich, es fängt gleich an zu regnen und wir waren gerade beim Friseur, wäre doch alles Umsonst geweden, wenn wir jetzt nicht schnell ins Trockne kommen....



      Haste Töne ?

  • Eugen-Emilio

    Ich glaube, es gab nach dem Nationalsozialismus einen gewissen Kulturbruch, spätestens, nachdem die Nachkriegskinder Eltern geworden sind. Von meiner Mutter und älteren Verwandten kenne ich noch Schauergeschichten von Kriegsteilnehmern, die Lehrer wurden.

    Das Schlaftraining, so falsch es ist, ist nicht die Fortsetzung des Nationalsozialismus'. Fast alle Eltern, die ich kenne, geben sich Mühe, gut zu ihren Kindern zu sein. Dies ganz überwiegend erfolgreich.

    Wenn eine fremde Frau an die Schule kommt und nach Ängsten fragt, dann gibt es sicher Kinder, die auch "liefern". Das machen Schüler und vor allem Schülerinnen, das lernen sie in der Schule.

  • Zippism

    Natürlich sollte man Kindern und Jugendlichen zuhören. Dafür braucht es allerdings keine große kulturkritische Weltuntergangsdiagnose und schon gar nicht die ziemlich abenteuerliche These, Kinder seien grundsätzlich dazu da, „laut und frech und unausstehlich“ zu sein.

    Besonders hübsch wird es, wenn aus ein paar Zetteln von Jugendlichen gleich der Beweis für den Zustand der gesamten Gesellschaft konstruiert wird: Die Jugendlichen fühlen sich nicht gehört – also hört „diese Gesellschaft“ ihnen nicht zu. Deutschland ist offenbar nur noch einen Schritt vom pädagogischen Totalitarismus entfernt.

    Und dann darf natürlich der obligatorische Ausflug zu Johanna Haarer und dem Nationalsozialismus nicht fehlen. Weil heutige Eltern ihren Kindern Grenzen setzen oder ein Kind auch einmal lernen soll, dass nicht jeder Wunsch sofort erfüllt wird, ist die historische Verbindung zum NS-Erziehungsverständnis offenbar nur einen Absatz entfernt. Eine bemerkenswert sparsame Geschichtsbetrachtung.

    Zuhören bedeutet übrigens nicht automatisch zustimmen. Respekt bedeutet nicht, Kindern jede Meinung als gleichwertiges politisches Urteil zu behandeln.

    • Sonderzeichen

      @Zippism:

      "Zuhören bedeutet übrigens nicht automatisch zustimmen. Respekt bedeutet nicht, Kindern jede Meinung als gleichwertiges politisches Urteil zu behandeln."



      Wo wird das behauptet? Oder erwartet? Wie kommen Sie zu dieser Interpretation?



      Man kann einfach zuhören. Zuhören bedeutet einfach nur zuhören. Hören, was ein anderer Mensch zu sagen hat. Was er denkt. Wie er seine Gefühle beschreibt.



      Zuhören wertet weder, noch hat das irgendwas mit einem "gleichwertigen politischen Urteil zu tun". Wie kommen Sie bei dem Wort zuhören überhaupt auf Politik?



      Ich bin gerade ehrlich überfahren von so einem wilden Haufen Interpretationen die da völlig ohne Anlass hineingeworfen werden...



      Wieso?

    • Ohne_Mitte_geht_nix

      @Zippism:

      Touché! Damit ist eigentlich alles über diesen Artikel gesagt. Danke für die treffende Analyse.

  • Sybille Bergi

    Diese Romatik, was den Geist der Kinder angeht habe ich nie so richtig verstanden. Diese haben keine fertig entwickelten Gehirne, und müssen noch viel lernen, Erfahrungen machen, etc. Kinder eben. Warum genau so ein Mensch ausgerechnet jetzt der Weisheit letzter Schluss sein soll erschließt sich mir nicht.

    • Sonderzeichen

      @Sybille Bergi:

      "Warum genau so ein Mensch ausgerechnet jetzt der Weisheit letzter Schluss sein soll erschließt sich mir nicht."

      Wenn man nicht mal den Begriff "zuhören" versteht, dann ist auch kein wunder, dass man das nicht leisten kann.



      Zuhören bedeutet weder zustimmen, noch bedeutet es dem gesagten Folge zu leisten, noch bedeutet es, dass die Kinder schlauer wären als man selbst.



      Es bedeutet einfach nur: zuhören.



      Was sind deine Probleme, was beschäftigt dich, wie fühlt du dich - und dann hören was kommt.



      Und wenn man es gehört hat, kann man weiter damit umgehen.



      Probieren Sie es mal, es bereichert das eigene Leben genau wie das des Gegenüber. Besonders wenn das Gegenüber ein Kind ist.

  • Lee Ma

    Wieso fühlen? Das ist doch die Wahrnehmung der Realität. Medial finden sie ohnehin in den sogenannten etablierten Medien nicht statt. Sie haben ihre Biotope, aber die sind weitgehend getrennt von denen der älteren Generationen. Das ist mindestens seit Corona so, dass sie sich völlig zu Recht unverstanden und nicht gesehen fühlen. Beispiel: In Nachrichten des ÖRR kommen junge Menschen kaum vor.

    • ToMuch

      @Lee Ma:

      Die schauen allerdings den ÖRR auch nicht…

  • Philippo1000

    "Kinderlärm"?



    Ja, Deutsch ist eine Sprache, in der es leicht ist, zusammengesetzte Wörter zu bilden.



    Das genannte Wort befindet sich nicht in meinem Sprachgebrauch und ich kenne auch Niemanden der es benutzt.



    Klingt, wie nie gehört.



    Dass Heutige Erziehungsmethoden an NS Ideologie anknüpfen, soll ja wohl ein schlechter Witz sein!?



    Die Autorin des Artikels hat hierbei wohl die Geschichte der antiautoritären Erziehung und der darauf folgenden völligen Veränderung von Lehr- und Erziehungsmethoden ausgeklammert.



    Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wird in Deutschland deutlich weniger "abgeschrieben" oder "auswendig gelernt", freie Rede, auch im erlernen anderer Sprachen, Diskussionen, Kommunikation, sind erwünscht und werden vermittelt.



    Dass sich Jugendliche in der Pubertät ungehört und unverstanden fühlen, ist ein "Problem", das so alt ist, wie die Menschheit.



    Das Konzept "Pubertät" ist, was die geistige Entwicklung betrifft, die Loslösung von den Eltern und die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit.



    So soll das auch sein. Argumentieren muss man lernen und für Argumente muss frau auch was wissen.



    "Hör mir zu " schreien, ist noch kein Argument.

    • Sonderzeichen

      @Philippo1000:

      "Dass sich Jugendliche in der Pubertät ungehört und unverstanden fühlen, ist ein "Problem", das so alt ist, wie die Menschheit."



      Ja. Warum sich also nicht mal damit beschäftigen, nach tausenden von Jahren Zivilisation?



      "Hör mir zu" ist natürlich kein Argument. Es ist eine Bitte. Ein HILFEschrei. Für oder gegen was sollte ein Ausruf denn schon ein Argument sein?



      Und zum Thema: man kann durchaus etwas gegen dieses Gefühl tun, nicht gehört zu werden.



      Meine Mutter zum Beispiel hat mir zugehört. Dort habe ich mich gehört und verstanden gefühlt.



      Mein Vater hat das nie getan. Er hat immer nur geurteilt. Eingegriffen wenn ich "mist gebaut" habe. Geschimpft. Zugehört hat er nie.



      Das zeigt für mich, dass man dieses Jahrtausendealte Problem durchaus lösen kann. Mit einfachen mitteln. Indem man zuhört.

    • Eugen-Emilio

      @Philippo1000:

      "Kinderlärm ist Zukunftsmusik". Mit diesem Satz wird von Mietrichtern die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hierzu zusammengefasst.

  • Ohne_Mitte_geht_nix

    Toll....ist ja eine ganz neue Sicht der Dinge. Als wenn das eine besondere Erscheinung der jetzigen Zeit wäre. In welcher Generation zuvor hat man denn den Jungen zugehört?

  • rero

    Mal ehrlich:

    Welcher Erwachsene hat denn das Gefühlt, gehört zu werden oder dass ihm die Welt zuhört?

    Welcher Erwachsene hat das Gefühl, dass seine Wünsche im politischen System eine Rolle spielen?

    Ich gehöre definitiv nicht dazu.

    Wenn interessiert regelmäßig, was man als Erwachsener fühlt, außer den ggf. vorhandenen Partner und vielleicht zwei oder drei enge Freunde?

  • Gerald Müller

    "Es gibt, soweit ich weiß, in keiner anderen als der deutschen Sprache das Wort „Kinderlärm“. "

    Die Autorin kennt anscheinend nicht viele Länder. Im englischsprachigen Raum z.B. gibt es das Wort "children should be seen, not heard".

    • Sam Spade

      @Gerald Müller:

      Meine Frau als Britin plädiertet hier eher für "children's noise".

      Auch ich helfe der Autorin gerne weiter. Das Wort Kinderlärm ist in sämtlichen skandinavischen Sprachen gebräuchlich.

      Norwegisch = barnebråk



      Schwedisch = barnbjud



      Dänisch = støj fra børn

    • rero

      @Gerald Müller:

      Im Französischen gibt es auch eine entsprechende Übersetzung von „Kinderlärm“.

      Und die Ansprüche an das Verhalten von Kindern sind deutlich höher als hierzulande, wenn Sie mich fragen.

  • Hans - Friedrich Bär

    "Ein Kind anzuschreien, es soll gefälligst Respekt zeigen, ist mit das Absurdeste, was es gibt. "



    Wer kommt denn auf die Idee? Völlig fremd. In der Schule und Betreuungseinrichtungen glatt verboten.



    Allerdings, wenn man in Öffis unterwegs ist, erlebt man schnauzende und zerrende Eltern, weil ihr Kind nicht mit aussteigen will - warum ?

    Da braucht man keine Bücher : wer in der Kükengruppe des BDM war, und wem es dort gefallen hat, erzieht seine Töchter genau so usw.....

    Ich finde völlig normal, dass Jugendliche mit einem/r Fremden nicht reden wollen, worüber dieser Fremde bestimmt. Das zeigt eigentlich, dass sie gesund sind.

    • rero

      @Hans - Friedrich Bär:

      Welche Mutter, die heute im ÖPNV ihr Kind rauszerrt, war denn Bittebeim BDM?

      Es dürfte sich um 0 % handeln.

      Nach meinem Eindruck ist die Quote von Müttern mit BDM-freiem Migrationshintergrund, die so agieren, nicht kleiner.

      Wie basteln sie das denn rein?

      Ob Sie womöglich doch ein Buch bräuchten?

      • Hans - Friedrich Bär

        @rero:

        Die vonmir behandelten Sachverhalte sind ja durch Absätze getrennt.



        1)



        Es handelt sich nicht um "Mutter" sondern um "Eltern". Von "Migrationshintergrund" steht in meinem Beitrag gar nichts .



        2)



        Dass erzogen wird, wie man es an sich selbst richtig fand ist nichts Neues. Wer z.B. in der Kükengruppe des BDM war und wem es dort gefallen hat in den 60er Jahren Kinder bekommen, diese dann so erzogen wie sie es für richtig fand , diese erziehen wieder ihre Kinder in der nächsten Generation so , wie sie es selbst erfahren haben, die Großeltern wirken mit, deswegen steht in meinem Beitrag "usw...."







        Es war nämlich das Anliegen der Autorin, die Frage zu beantworten, warum hört unfreundliche Erziehung im Lauf der Generationen nicht auf ?



        ---



        Es war nicht nur der BDM, es gibt auch sehr wichtige, nach meiner Erfahrung wenig bekannte und wenig verstandene Arbeiten zum Thema "Der Kindergarten im Nationalsozialismus". Dass die (frühkindliche) Erziehung das soziale Verhalten, also auch seine Weitergabe, bestimmt, wird von niemand in Zweifel gezogen. Die frühkindliche Erziehung ist in ihren Effekten besonders nachhaltig weil sie nicht bewusst erinnert werden kann.

  • Lowandorder

    Ok Ok - schon gut abgehangen - aber doch wahr

    Von Kindern lernen - Hört den Jungen zu!

    Unlängst begann ein Goncourt-Preisträger seine Rede dahingehend - eigentlich habe er seine Preisrede gar nicht halten wollen.



    Er unterhalte sich seit längerem nur noch mit Kindern!



    Mit Erwachsenen lohne das nicht.

    • Martin Rees

      @Lowandorder:

      "Er unterhalte sich seit längerem nur noch mit Kindern!"



      /



      Zur Reggio-Padagogik und u.a. Friedemann Schultz von Thun:



      www.kindergartenpa...gik-des-zuhoerens/



      "...sieht die Kinder selber als die Protagonisten des Lernens. Sie sind Entdecker, Forscher und Künstler, die Gegenstände und Themen ihres eigenen Interesses entdecken und an ihnen mit Energie und Intensität forschen."



      Vielleicht hätten wir ihnen zuhören sollen, bevor wir ihnen unsere technischen Segnungen mit Tastatur und Display als Offerte für Lösungen in die Hände drückten!

      • Lowandorder

        @Martin Rees:

        Kleiner Ausflug in die Musik - wennde die kiddies - auch machen läßt - sag ich Lehrenden “ala long kannste von denen mehr lernen - als die von dir“ 🙀🧐🤣

  • oricello

    Ab "sie dürfen laut und frech und unausstehlich sein" haben sie mich leider verloren. Und ja, es gibt tatsächlich Kinderlärm, ein entsetzliches Geräusch, wenn mensch als unbeteiligte Person in Öffis oder Nachbarschaften nicht mit den Kindern kommunizieren kann und ihm einfach nur ausgesetzt ist. Ich rede hier von hochfrequenten hohen Dezibelzahlen. Grölende Männerhorden, auch aber anders übel, gefährlicher...



    Ansonsten, ja, wir sollten einander alle mehr zuhören, den Kindern, den Jugendlichen und einander, in Zimmerlautstärke ist das sicher machbar. Da bin ich komplett bei Ihnen. Die Herleitung über Herkunft und Deutschsein braucht es nicht zwingend.

    • Stimmeimmeer

      @oricello:

      Wie viele Leute diesen Satz nicht verstehen...



      Es geht darum, dass der Übergang ins Erwachsensein zwangsläufig Reibung erzeugt. Es entwickelt sich eine eigene Persönlichkeit die nunmal keine exakte Kopie der Eltern ist. Es sind aber sehr oft Eltern die das nicht verstehen wollen.

      • oricello

        @Stimmeimmeer:

        Es ging nicht um die Altersgruppe, die ins Erwachsenenalter über geht. Hohe, schrille, sehr laute Töne, also Geschrei. Gerade für nicht-Eltern extrem schwer auszuhalten, eben weil die vielleicht nicht gelernt haben, wie man das ausblendet und diesem Alarm eher passiv zuhören müssen.

        Aber eigentlich schade, dass die Kolumne diesen Abzweig genommen hat. Ich fand den Gedanken eigentlich spannend, dass Kindern weniger zugehört wird aufgrund der aktuellen Mediennutzung von Erwachsenen. Dass die Kinder dann irgendwann ausrasten und die Umgebung zusammen brüllen, ist eigentlich nachvollziehbar, wenn auch sehr unangenehm und anstrengend für Unbeteiligte. Weil es dann eben schwer ist, mit fremden Kindern deeskalierend zu interagieren, weil du dem Elternteil daneben nicht reinquatschen darfst und die Gefahr immer groß ist, dass sich jmd. angegriffen fühlt.

  • jan ü.

    Grundsätzlich kann ich der Autorin aus vollem Herzen zustimmen. Die Jugend dient oft nur als opportune Projektionsfläche für Erwachsenen-Interessen. Bis hin zur berufsjugendlichen Popkultur, die immer mehr zur Jugendverwertungskultur geworden ist. Respekt in Form von echter Aufmerksamkeit und Kooperration ist selten.



    Was mich aber im Text stört ist die "Nationalisierung" des Problems! Weder die traditionelle Arroganz und Strenge gegenüber Kindern ist typisch deutsch, noch die schädliche Nutzung von digitalen Endgeräten bzw. Inhalten. Ich kann das als mehrfacher Vater in einer bikulturellen Familie (deutsch-südamerikanisch) aber auch als interkultureller Beobachter bezeugen. Beides ist in anderen Ländern oder Kulturen ähnlich schlimm wie – oder schlimmer als in Deutschland.



    Auch die Überreste diktatorischer bzw. faschistischer Regime sind in anderen Ländern ähnlich wirksam. man mag meinetwegen typsich deutsche Macken herausarbeiten (Gefühlskälte, Ordnungssucht ...), es macht in einer immer enger vernetzten und durchmischten Welt aber immer weniger Sinn. Es sollte eher darum gehen Gegenstrategien zu entwickeln, gemeinsam mit der Jugend und unter Nutzung der kulturellen Vielfalt!

  • Martin Rees

    "Kinder an die Macht"*



    Der Paradigmenwechsel hat längst eingesetzt; als Großvater sehe ich den Unterschied zwischen dem in der Nazizeit noch als Grundschüler sozialisierten, aber dennoch sehr milden eigenen Vater und der Enkelgeneration im Bereich der persönlich "geschenkten" Zeit und gewidmeten Aufmerksamkeit. Manchmal staune ich dann schon. Dass Kinder als Säuglinge Traglinge sind, hat unsere Elterngeneration für uns Boomer:innen nicht unbedingt beherzigt, aber eines wurde uns schon "regelrecht" abverlangt: Respekt vor den Älteren.



    *Herbert Grönemeyer als Fürsprecher:



    "Sie sind die wahren Anarchisten



    Lieben das Chaos, räumen ab



    Kennen keine Rechte, keine Pflichten



    Noch ungebeugte Kraft,



    Massenhaft ungestümer Stolz



    Gebt den Kindern das Kommando!



    Sie berechnen nicht, was sie tun.



    Die Welt gehört in Kinderhände!



    Dem Trübsinn ein Ende!



    Wir werden in Grund und Boden gelacht.



    Kinder an die Macht!"



    lyricstranslate.co...-macht-lyrics.html

    • fly

      @Martin Rees:

      Puuh,







      Glück gehabt, dass nicht der ironisch verfremdete Text von den Missfits zitiert wurde.

    • joschking

      @Martin Rees:

      Toll, wir haben ja schon ein Kind als amerikanischen Präsidenten! Da passt der Text 1:1.

      • Martin Rees

        @joschking:

        Seine Nichte als Psychologin sieht's so:



        "Ihr Fazit lautet: Donald Trumps Persönlichkeit ist das Resultat einer emotional abwesenden Mutter und eines soziopathischen Vaters. Trump sei unwissend, unfähig und „verloren in seiner Wahnvorstellung“, schreibt sie. „Sein Ego ist fragil. Es muss ständig gestärkt werden, weil er tief im Inneren weiß, dass er nichts von dem ist, was er behauptet zu sein. Er weiß, dass er nie geliebt wurde.“



        Bei handelsblatt.com



        Da sehe ich doch Unterschiede zum "Grönemeyer-Mikrokosmos"...



        Allerdings ist eine Analogie zur Regression beim POTUS naheliegend.

  • Chris McZott

    "Wer Respekt haben möchte, muss zuallererst Respekt geben. Ein Kind anzuschreien, es soll gefälligst Respekt zeigen, ist mit das Absurdeste, was es gibt. Wer möchte, dass junge Menschen zuhören, muss zuerst ihnen zuhören. "

    Ja aber das ist nur Hälfte der Wahrheit. Kinder sind nicht per se gut und werden nur durch die bösen Erwachsenen selbst zu bösen Erwachsenen. Solidarität, Empathie, wertschätzender Umgang usw. muss (durch Vorbild) erlernt und eingeübt werden. Überlässt man Kinder oder vorallem Jugendliche sich allein, herrscht dort das Faustrecht. Sicher sollte man ihnen zuhören. Wer das aber schon mal gemacht hat weiß, dass man dann auch viel (menschenverachtenden) Schwachsinn zu hören bekommt.

    "Es gibt, soweit ich weiß, in keiner anderen als der deutschen Sprache das Wort „Kinderlärm“". Es gibt auch in keiner anderen Sprache das Wort "Erwachsenlärm" oder "Tierlärm"...

  • Dreja

    Auch Kindergarten ist ein Wort, das in anderen Sprachen gerne so übernommen wird … das Argument mit Kinderlärm überzeugt mich daher nicht.



    Ich denke auch, es ist zu kurz gesprungen, die Erfahrung, nicht gehört oder gesehen zu werden, nur auf Kinder zu beziehen. Damit meine ich nicht, dass man nicht ernst nehmen sollte, wenn die Kinder und Jugendlichen so etwas sagen. Aber erstens fühlt sich kaum jemand in der Pubertät gesehen, und zweitens, viel wichtiger: es wird unterstellt, dass Erwachsene einander sehen.



    Dabei wissen wir doch, dass es daran ganz massiv hapert. Erwachsene, die nicht gesehen werden, haben oft nicht einmal irgendeine "Schutzschicht", denn sie müssen sich um ihre finanzielle Existenz kümmern.



    Wir sind eine grausame Gesellschaft/Welt. Es ist schlimm. Das beste, was Kindern und Jugendlichen da passieren kann, ist erst einmal, dass die eigenen Eltern zuhören. Können sie das? Tun sie das? Haben sie die Kraft dazu? In dieser Gesellschaft?

  • Tom Tailor

    "Wer heute mit Kindern und Jugendlichen spricht, dürfte erstaunt und erschrocken sein. Denn sie fühlen sich von Erwachsenen nicht wahrgenommen. "

    Dies versetzt mich weder ins Erstaunen noch erschreckt es mich, vielmehr wird das Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern abgebildet wie es seit Generationen besteht.

    • Katharina Reichenhall

      @Tom Tailor:

      Das war auch mein Gedanke.



      Ich kann mich nicht daran erinnern, dass meine Meinung als Kind oder Jugendliche für andere sonderlich relevant gewesen wäre. Aber da wurde man auch nicht jeden Tag daran erinnert, wie sehr man von Medien, Gesellschaft, eigentlich allen unterdrückt wird.



      Ich sag mal so, es ist ja nichts Schlechtes daran, dieses Thema zu diskutieren, man sollte allerdings nicht so tun, als sei das irgendetwas Neues.

  • My Sharona

    In der Tendenz richtig, in der Konsequenz überzogen.

  • Axel Berger

    Als 15 Jahre nach Kriegsende geborener habe noch ich unter diesen Methoden gelitten. Frau Haarer blieb bis zum Tod überzeugte Hitleranhängerin. Der Kausalzusammenhang allerdings lief genau anders herum. Das Menschenbild und Erziehungsideal sind älter und nicht auf Deutschland beschränkt.



    "Hinsichtlich der Erziehung des Säuglings gab Haarer dieselben Ratschläge, die bis zum Erscheinen von Benjamin Spocks Bestseller Säuglings- und Kinderpflege (1946) überall in der westlichen Welt erteilt wurden." (Wikipedia)



    Das ist der Geist, aus dem der Nationalsozialismus hervorging. Ähnliche Bewegungen waren in zahlreichen anderen Ländern stark. Es war der zweite Weltkrieg selbst, der außerhalb Deutschlands zur Abgrenzung und Schwächung solcher Ideologien führte.

  • Xanyd

    Kinder sind Kinder. Sie haben nicht zu gehorchen, sondern zu rebellieren, um ihre eigenen Grenzen kennenzulernen. Sie dürfen laut sein und frech und unausstehlich. Das ist die Jobbeschreibung eines Kindes. Nicht aber in dieser Gesellschaft.

    Kind sein ist kein Job für den es irgendwelche Arbeitsplatzbeschreibungen und "to dos" gibt! Jedes Kind ist anders und hat andere Bedürfnisse. Kinder sind ein Abbild der Gesellschaft, weil sie sich an den Erwachsenen orientieren und sie nachahmen. Kinder haben auch noch nie eine Lobby gehabt und ihre Interessen wurden schon immer hintenan gestellt.

  • Vigoleis

    "Natürlich sitzen diese jungen Menschen vor mir und sprechen nicht. Sie wachsen in einer Welt auf, in der sie brav sein sollen und das tun sollen, was Erwachsene ihnen sagen, ihnen wird nicht zugehört." Ich kann diese Beobachtung so nicht teilen. Mutmaßlich standen zumindestens im "Westen" Kinder noch nie dermaßen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und Zuwendung wie im 21. Jahrhundert. Das hat u.a. etwas mit der Art zu tun, wie wir bei immerwährender Erreichbarkeit miteinander kommunizieren (was wiederum die monierte "Sprachlosigkeit" der Kinder, übrigens auch untereinander, erklären würde).



    Das hat etwas damit zu tun, dass Kinderbekommen und Kindergroßziehen für Paare keine Selbstverständlichkeit mehr sind.



    Interessant ist auch die Wortwahl im Text: Da ist von einer "Jobbeschreibung des Kindes" die Rede. Was ist das? Kindsein ist kein Beruf (ebenso wenig wie Kinder großziehen keine "Care-Arbeit" ist). Vielleicht ist es ja auch genau diese wahrhaft verquere Denkweise, die sich in dieser verkommenen Sprache manifestiert, welche Kinder "sprachlos" macht.

  • Mafu

    Danke! Das entspricht völlig meinem Eindruck, egal ob Eltern, Lehrer, Therapeuten, Ärzte: Kinder werden nicht ernst genommen, man hört ihnen nicht zu, man traut ihnen keine relevante Meinung zu, schon gar nicht in eigener Sache. Als vierfacher Vater musste ich diese kulturelle Prägung auch erstmal entdecken und dann war es mühevoll, die abzulegen. Wir Erwachsen sind jederzeit bereit zu sagen wie sehr wie ein Kind lieben oder auch wie wichtig uns Kinder sind. Aber wir verhalten uns nicht danach.

  • realnessuno

    Danke für das wichtige Thema! Das "ernst genommen werden wollen" kenne ich auch aus meiner Arbeit.

    Einen Punkt will ich aber erwähnen: Es ist nicht nur wichtig den aktuellen Kindern zuzuhören, sondern auch für die nächsten Generationen zu sorgen. Wir benehmen uns als gäbe es keine Kinder oder Enkel, die einmal unsere Welt beerben. Jede/r nutzt gedankenlos so zerstörerische Dinge wie "KI" *) und konsumiert als gäbe es bald Nichts mehr und als könnte das glücklich machen.

    Also mein Wunsch wäre: Jetzt zuhören UND so handeln dass die Welt bewohnbar bleibt!

    *) Was hat "KI" Nutzung mit Umweltfragen zu tun? Sehr viel, vermutlich Alles. Für diese neuen Rechenzentren werden AKW, Gaskraftwerke ohne Filter und andere Schrecklichkeiten gebaut, neue umweltfeindliche Gesetze erlassen und Kapital für die nächsten 20 Jahre verbrannt bzw gebunden... Neben kleineren Effekten wie die Auswirkungen auf Überwachungsmöglichkeiten, auf Jobs, auf Zufriedenheit und Selbstständigkeit usw...

  • Willi Müller alias Jupp Schmitz

    Just listen -



    Hört sich gut an.

  • Isnunmalso

    Schwieriger Text. Mal sprechen Sie von Kindern, dann berichtigen Sie von einem Gespräch mit Teenagern. Dann sind die Eltern arm und die Kinder werden vor dem iPad geparkt (schlechtes Beispiel für Armut). Dann reden Sie davon, dass Gespräche mit Kindern und in diesem Fall mit Teenagern (großer Unterschied in der Evolution) ihre besten Gespräche seien, wo Sie am meisten lernen würden. Da tun Sie mir leid, wenn Sie keine erwachsenen Menschen in Ihren Umfeld haben, mit denen Sie Gespräche führen können, wo Sie auch noch etwas lernen können.



    Ich glaube...das Respekt-Ding ist wirklich ausgelutscht! Kommt gleich hinter Bedürfnisbezogene-Erziehung...Untersuchungen sagen aus, dass Kinder sich Ansagen von Ihren Eltern wünschen. Und es scheint mir, dass Sie das System "Auf-Augenhöhe" bevorzugen. Kinder wollen keine Eltern als Freunde. Und Kinder brauchen Grenzen, was Sie scheinbar mit Ihrer Aufzählung im Text anders sehen. Das Zuhören-Problem kenne ich und unterschreibe ich zu 100%. Riesen-Problem. Aber leider in der gesamten Gesellschaft. Trotzdem vielen Dank für Ihre Gedanken.

    • Stimmeimmeer

      @Isnunmalso:

      Kinder wünschen sich, dass ihre Eltern Kompetenz und Ruhe vermitteln und nicht, dass sie "Ansagen machen". Das Prinzip "Kinder brauchen Grenzen" funktioniert auch nur dann, wenn Erwachsene auch nicht mit allen Schweinereien davonkommen, Politiker eingeschlossen. Es fehlt am positiven Vorbild. Wenn Kinder dann noch hören, dass sie als Einzige Benimm an den Tag legen müssen, weil darauf läuft es letzten Endes hinaus, sind sie verständlicherweise stur und/oder rebellisch.

  • Thomas Willms

    Vielen Dank für diese Kollumne. Ich arbeite auch mit Jugendlichen zusammen und mache ähnliche Erfahrungen. Ich nehme den Text als Impuls für meine Arbeit. Danke!

  • Thomas Willms

    Vielen Dank für diese tolle Kollumne. Ich bin selber viel mit jungen Menschen zusammen und mache genau die gleiche Erfahrung. Ich nehme den Text als wichtigen Impuls für meine Arbeit

  • Chaos-NRW

    Keine ganz neue Erkenntnis. Das größte Problem beim Aufwachsen der Kinder sind die eigenen Eltern. Und solange das so ist, wird es auch immer Unterschiede in den Chancen für die einzelnen Kinder geben.