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Todesstrafe in den USAHegseth kündigt Militärhinrichtung als Livestream an

Der Amokläufer von 2009, Nidal Hasan, soll in den USA vor laufenden Kameras erschossen werden. Christa Pike, die in Tennessee eine Hinrichtung überlebte, kann indes wieder laufen.

Aus Washington

Hansjürgen Mai

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat angekündigt, dass die Hinrichtung des ehemaligen amerikanischen Armeeoffiziers Nidal Hasan, der 2009 einen tödlichen Amoklauf verübt hatte, per Livestream übertragen werden soll. Dies erklärte er in einem Gespräch mit dem rechten Nachrichtensender „Real America’s Voice“ am Donnerstag. Auf welcher Plattform die Übertragung geplant ist, sei noch nicht geklärt.

Laut Hegseth werde die Regierung sicherstellen, „dass die Menschen dabei zusehen können“, wenn Hasan Anfang Dezember per Erschießungskommando hingerichtet wird.

„Die Leute müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen“, sagte Hegseth.

Die USA unter Trump

Im November 2024 gewann Donald J. Trump zum zweiten Mal eine Präsidentschaftswahl in den USA und amtiert seit Januar 2025 als 47. Präsident. Er treibt den Umbau öffentlicher Einrichtungen und einen Kurswechsel in der Außenpolitik voran.

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Anschlag auf Militärbasis in Texas 2009

Hasan wurde 2013 von einem US-Militärgericht wegen vorsätzlichen Mordes schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Der ehemalige Soldat und Psychiater verübte am 5. November 2009 auf der texanischen Militärbasis Fort Hood einen Amoklauf. Er tötete dabei 13 Menschen und verletzte 32 weitere während er „Allahu akbar“ – „Gott ist groß“ – rief.

Der Amoklauf endete erst, nachdem er viermal angeschossen und von zivilen Sicherheitskräften festgenommen worden war. Er ist seitdem von der Hüfte abwärts gelähmt.

Während seines Prozesses im Jahr 2013 vertrat sich Hasan selbst und erklärte in seinem Eröffnungsplädoyer: „Die Beweise werden eindeutig zeigen, dass ich der Schütze bin.“

Hasan, ein in den USA geborener Muslim, gab an, dass er die „Seiten wechselte“ und den Amoklauf als Reaktion auf die US-Kriege im Irak und in Afghanistan verübt habe. Der Vorfall ereignete sich, einen Monat bevor er selbst zu einem Auslandseinsatz nach Afghanistan hätte aufbrechen sollen.

Hasans Amoklauf war der tödlichste, der jemals auf einer US-Militäranlage verübt wurde.

Erste Militärhinrichtung seit 65 Jahren

Die letzte militärische Hinrichtung in den USA fand im Jahr 1961 statt. Damals wurde der Soldat John Bennett gehängt, nachdem er wegen der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elfjährigen Mädchen in Österreich verurteilt worden war.

Die letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando beim US-Militär gab es während des Zweiten Weltkriegs. Warum das Pentagon nun die Entscheidung traf, ausgerechnet diese Hinrichtungsmethode zu verwenden, ist nicht bekannt.

US-Präsident Donald Trump – ein bekennender Unterstützer der Todesstrafe – hatte erst vor wenigen Tagen der Empfehlung von Verteidigungsminister Hegseth zugestimmt und eine Hinrichtung per Erschießungskommando abgesegnet.

Hasan soll laut US-Militär am 3. Dezember um 13 Uhr Ortszeit hingerichtet werden. Vollstreckungsort wird die Militäranlage Fort Hood sein, wo er vor 17 Jahren seinen Amoklauf verübt hatte. Ob Hasan Rechtsmittel einlegen wird, die seine Hinrichtung noch verzögern könnten, ist nicht bekannt.

Christa Pike kann wieder gehen

Die Bestätigung über Hasans bevorstehende Hinrichtung erfolgte, nur wenige Tage nachdem eine fehlgeschlagene Hinrichtung durch Giftspritze im US-Bundesstaat Tennessee weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Die verurteilte Mörderin Christa Pike überlebte in der vergangenen Woche die Verabreichung eines tödlichen Medikamentencocktails. Die Giftspritze führte zwar nicht zu ihrem Tod, hinterließ jedoch nach Angaben ihrer Anwälte Verbrennungen und Blasen an ihren Armen.

In den ersten Tagen nach dem Vorfall lag Pike bewusstlos im Krankenhaus und wurde künstlich beatmet. Am Donnerstag erklärten ihre Anwälte jedoch, dass sie mittlerweile wieder gehen und essen würde.

Die gescheiterte Hinrichtung hat die Kritik an der Art und Weise, wie die US-Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, neu entfacht. Wie es im Fall der 50-jährigen Pike weitergeht, bleibt ungewiss.

Am Mittwoch wurde in Texas die erste Hinrichtung seit dem Vorfall in Tennessee durchgeführt. Es war die insgesamt 30. Hinrichtung in diesem Jahr.

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86 Kommentare

  • Auweiowei

    Du sollst nicht [vorsätzlich] töten.



    Steht wohl sinngemäß so in US-Bibeln.



    In God we trust.



    Steht doch fast überall drauf.



    Duweduwedu... Immer das gleiche Lied.

    Natürlich habe ich früher gerne mit anderen Blues gesungen, gespielt, geliebt - gefeiert. Auch Spirituals oder Gospel Songs. Martin Luther King.

    Aber heute verstehe ich es nicht mehr: das traurige Gerede von den gleichen Werten. Nein, sowas von trostlos!

    ...

  • Querbeet

    Einen geständigen, 13-fachen Mörder hinzurichten, finde ich nachvollziehbar und ist im Einklang mit amerikanischem Recht. Es öffentlich zu tun ist schlimmer, als im Verborgenen, weil..?

  • Encantado

    Der Glaube an die Wirksamkeit der Todesstrafe zur Abschreckung ist ja das eine.



    Aber ein öffentliches Schauspiel daraus zu machen, ist nur widerlich und barbarisch.

  • Kölner Keller

    Was mich bei manchen Kommentaren stört, ist die Heranziehung der Begriffe Barbarei und Zivilisation. Für barbarischen Gesellschaften werden Saudi - Arabien oder der Iran herangezogen oder ein Verweis auf vergangene europäische und nordamerikanische Epochen gemacht.



    Zivilisiert dagegen sind die gegenwärtigen westlichen Gesellschaften.



    Diese dichotomische Einteilung ist m. E. problematisch. Barbarisch sind "WIR" mit unserem Kapitalismus, Neoliberalismus, der Ausbeutung der Welt, der Klimakatastrophe, unter der die die nicht verursachenden Menschen am meisten leiden. Wir kaufen Öl bei den Saudis und würden auch welches von Iran kaufen, wenn wir uns nicht selbst dopplelmoralische Sanktionen auferlegt hätten. Wir konsumieren unbedacht Produkte, die in weiten Teilen der Welt in menschenverachtenden Verhältnissen oft durch Kinder hergestellt werden. Wir lassen Tausende von Menschen im Mittelmeer ertrinken, statt sie zu retten. Das sind nur wenige Beispiele, wie WIR als westliche Gesellschaft barbarisch sind. Das Schlimme daran ist, dass wir uns darüber bewusst sind, die Folgen kennen, aber uns gleichzeitig unter der Sonne der zivilisierten Völker sonnen wollen.

    • Perkele

      @Kölner Keller:

      Dem stimme ich zu.

    • Encantado

      @Kölner Keller:

      "(...) Das sind nur wenige Beispiele, wie WIR als westliche Gesellschaft barbarisch sind. Das Schlimme daran ist, dass wir uns darüber bewusst sind, die Folgen kennen, aber uns gleichzeitig unter der Sonne der zivilisierten Völker sonnen wollen."



      Zivilisation ist ein Prozess. Wer öffentliche Hinrichtungen ablehnt, ist in diesem Prozess weiter vorangeschritten als jemand, der das nicht tut. Unabhängig von sonstigen menschlichen Unzulänglichkeiten.



      Sie sollten versuchen die positiven Errungenschaften der Gesellschaft in der Sie leben, auch als solche zu sehen. Sonst werden Sie nicht glücklich.

  • taz.manien

    Alleine die Vorstellung einer Übertragung von einer Hinrichtung im TV, die Erinnerung an das Mittelalter werden wach, wo die Hinrichtungen von Menschen auf den Marktplatz vor den Augen des Pöbels durchgeführt wurden. Jetzt wird das damals real erleben der Barbarei auf den Marktplatz durch das real erleben der Barbarei im TV ersetzt, das ganze als psychisch kranker Wahnsinn zu beschreiben, selbst das wäre als Beschreibung nicht exakt zutreffend.

    • Encantado

      @taz.manien:

      "Erinnerung an das Mittelalter werden wach"



      Zugegebenermaßen ging das weit darüber hinaus. Die Guillotine der französischen Revolution war ebenfalls eine gern gesehene Volksbelustigung.

  • Ricky-13

    The USA is still a primitive country.

  • Zuversicht

    Das gewichtigstes Argument gegen die Todesstrafe ist in meinen Augen immer noch die Gefahr, daß eine Unschuldige ihrer einzigen Existenzmöglichkeit beraubt wird. Dies trifft auf Nidal Hasan nicht zu. schuldig ist er. Menschenwürde ist in den USA kein fassbarer Begriff in der Verfassung. Damit würde man in der EU operieren. Bleibt also das 8. Amendment, nicht zu ungewöhnlich oder grausam zu strafen.

    Bei Pike wäre mir ein wiederholter Versuch der Tötung zu grausam und ungewöhnlich. Die Wiedereinführung eines Erschießungskommandos reicht mir aber nicht aus, Hasan nicht zu töten. In der amerikanischen Justiz wird der Mann zurecht sterben. Nicht meine Mein ung übrigens.

  • Pico

    Ich finde die Todesstrafe schon schlimm genug. Die schreckt niemand von irgendetwas ab. Es ist noch etwas schlimmer den Vollzug nach Jahren bzw Jahrzehnten zu vollziehen, sowie es gängige Praxis in den Staaten ist. Und geradezu pervers ist es, dies jetzt als Live Stream öffentlich für Gaffer anzubieten. Was nur ist aus diesem Land geworden?

  • Drissejal

    Hegseth ist ein Barbar.

    • rero

      @Drissejal:

      Ich weiß nicht, ob kulturalistische Beschimpfungen es bringen.

      Der Begriff „Barbar“ von seiner Bedeutung her durchaus heikel.

    • Comerade Aardvark

      @Drissejal:

      Arnold Schwarzenegger als Conan war ein Barbar.

      Pete Hegseth ist ein Alkoholiker, der Frauen schlägt.

  • Bambuspanda

    Was lässt sich dazu noch sagen........

    • Martin Rees

      @Bambuspanda:

      Diese öffentlich "zelebrierten" Grausamkeiten verbinden offensichtlich mehr denn je...



      Eine Schande der menschlichen "Zivilisation"!



      www.stern.de/polit...lange-8680684.html



      /



      Bei amnesty-todesstrafe.de



      "Saudi-Arabien gehört schon seit langem zu den Ländern mit einer hohen Zahl an Hinrichtungen und hält die Todesstrafe für ein breites Spektrum an Straftaten aufrecht. In den letzten Jahren haben die Hinrichtungen unter der Führung von Kronprinz Mohammed bin Salman Rekordzahlen erreicht. Darunter waren Hunderte von Menschen, die ausschließlich wegen Drogendelikten hingerichtet wurden. Die übliche Hinrichtungsmethode in Saudi-Arabien ist die öffentliche Enthauptung mit einem Schwert."

  • Anitsi

    Hinrichtungen gehören bis heute zur amerikanischen Geschichte.



    Immer noch ist das Hauptargument, dass die Todesstrafe eine abschreckende Wirkung auf potentielle Mörder haben soll.



    Die Vermutung, dass hier eher Rachegelüste befriedigt und diffuse Ängste geschürt werden sollen, liegt für mich näher.



    Man stelle sich vor, Kinder erleben im Fernsehen die Hinrichtung. Sie könnten dadurch ein Leben lang traumatisiert werden. Das wiederum schert die Regierung offensichtlich nicht.

    • Encantado

      @Anitsi:

      "Immer noch ist das Hauptargument, dass die Todesstrafe eine abschreckende Wirkung auf potentielle Mörder haben soll."



      Ja, und wenn man sich die Mordraten in den USA mal so ansieht, konstatiert man schnell, dass das schlicht Unsinn ist.

  • Gerhard Krause

    "Die Würde des Menschen ist ... ."

  • Machiavelli

    Ich bin für die Todesstrafe bei Massenmord, schweren Kriegsverbrechen. Aber einen gelähmten Mann zu erschießen zum Ergötzen der Massen? Was soll das?

    • Dima77140

      @Machiavelli:

      Ist es nicht ein bisschen doppelmoralisch, geschockt davon zu sein, nur weil die Tat gefilmt wird aber generell damit kein Problem, wenn die Person nicht gelähmt ist und es hinter verschlossenen Tür stattfindet?



      Ich finde Todesstrafe ist in jedem Fall zu verurteilen, ob gestreamt oder nicht.



      Wenn Massenmord für dich ein Grund zur Hinrichtung sein sollte, müsste man konsequenterweise auch Bush, Obama und Trump töten, oder Elon Musk, dessen Kürzungen bei USAID in den nächsten fünf Jahren zu mehr als 14 Millionen Todesfällen führen könnten. Oder den ein oder anderen europäischen Politiker, die mit ihren Sozialkürzungen ebenfalls Menschen in den Tod treiben.



      Wo ziehst du da die Grenze? Und wie soll der Widerspruch, dass wir in einer Klassenjustiz leben, aufgehoben werden?

      • Jutta57

        @Dima77140:

        Man könnte die Grenze am Gehalt festlegen....oder an der Haarfarbe.

      • Encantado

        @Dima77140:

        "Ist es nicht ein bisschen doppelmoralisch, geschockt davon zu sein, nur weil die Tat gefilmt wird aber generell damit kein Problem, wenn die Person nicht gelähmt ist und es hinter verschlossenen Tür stattfindet?"



        Es fügt der Ermordung eines Menschen die Unappetitlichkeit hinzu, als - überspitzt ausgedrückt - Kirmesattraktion zu dienen.



        Die Ablehnung einer öffentlichen Hinrichtung als solcher bedeutet übrigens keineswegs, dass ich eine Hinrichtung per se gutheiße.

    • Sam Spade

      @Machiavelli:

      Wenn sie schon im Sinne einer retributiven Gerechtigkeit argumentieren dann müssen sie dabei auch berücksichtigen, dass das Recht für alle gilt. Ein Leben zählt gleich wie das andere. Einen Mörder mit unterschiedlichen Maß zu messen, z. B. nach der Anzahl führt in letzter Konsequenz zur Willkür. Diese Ungleichbehandlung ist nirgends ersichtlicher als bei der Verhängung der Todesstrafe. Denn sie kann niemals nach rein objektiven oder neutralen Kriterien verhängt werden.

      Ein Strafmaß in Jahren bemessen kann hingegen auf die schwere der Schuld ausgelegt werden und objektive Kriterien bei der Strafzumessung zu Grunde legen. Die Todesstrafe ist hingegen endgültig und nicht frei von Fehlurteilen.

      Staatliche Tötungen mit Abstrichen zu befürworten heißt auch sich vom Grundsatz des modernen Rechtsstaats zu lösen. In Deutschland festgehalten in Artikel 1 des GG.

    • Offebacher

      @Machiavelli:

      Wenn sie für die Todesstrafe bei Massenmord sind, ist die Antwort klar: Der Mann hatte 13 Menschen erschossen und mehrere Dutzend verletzt. Also hat er doch nach ihrer Meinung die Todesstrafe verdient?

      • Jutta57

        @Offebacher:

        Also verdient hat er sie sich auf jeden Fall. Ob ein Staat sie auch ausführen darf, ist eine andere Frage.

      • Encantado

        @Offebacher:

        "...Todesstrafe bei Massenmord sind, ist die Antwort klar: Der Mann hatte 13 Menschen erschossen..."



        So? Ab wann beginnt bei Ihnen eine Masse? Zehn?

  • EffeJoSiebenZwo

    Ich hab mittlerweile aufgehört, mich über die Handelnden in der USoA zu wundern geschweige denn aufzuregen. Ich lege diesen Scheißdreck gedanklich als weiteres Indiz der These vom Imperium im Niedergang ab, wie so vieles (aktuell zB der Diesel-Deal mit Putin oder Trumps niederträchtige Angriffe auf das Nobelpreis-Kommitee, auf die diesjährige Preisträgerin für den Friedensnobelpreis und aufden internationalen Strafgerichtshof). Niedergang bedeutet aber keinesfalls, dass die Situation harmlos ist, eher im Gegenteil.

    • rero

      @EffeJoSiebenZwo:

      Die Todesstrafe ist in aktuell aufsteigenden Welt- und Mittelmächten sehr beliebt.

      Mit Ihrer Niedergangsdiagnose wäre ich deshalb vorsichtig.

  • Warim Wilke

    Der Faschismus ist attraktiv, nicht weil er seinen Anhängern reale Vorteile bringt, sondern weil er den Groben und Dummen ein Recht auf Barbarei verspricht. Das hier ist ein Wahlkampfmove. Zudem soll dieser Wahnsinn- wie ICE & Co. - der Einschüchterung dienen. Wer so etwas unterstützt, oder rechtfertigt, ist völlig krank.

    • Drissejal

      @Warim Wilke:

      Sehr gut auf den Punkt gebracht.

  • Lowandorder

    Pervers •

    • Willi Müller alias Jupp Schmitz

      @Lowandorder:

      Stimmt,



      Blondlocke denkt vor,



      Hegseth setzt um.

    • Sam Spade

      @Lowandorder:

      Schon wahr, aber eher vor dem Hintergrund, dass das Leben eines Menschen für den US Wahlkampf herhalten muss.

      Denn mehr steckt nicht dahinter, da der Verurteilte Einspruch gegen das Urteil vor einem Zivilgericht einlegen kann und wohl auch wird. Solche Verfahren dauern in den USA mehrere Jahre. Manche gar Jahrzehnte.

      Zweitens kann Klage gegen die Übertragung per Live Stream eingereicht werden, da es dafür schlicht keine gesetzliche Grundlage gibt. Die gibt es nur für Videoaufzeichnungen, die sind legal. Die Chancen das daher das Eighth Amendment greift sind als hoch einzustufen.

      Drittens gibt es auch in den USA einen Jugendschutz. Das Gesetz untersagt reale Gewaltdarstellungen ohne journalistischen Kontext über Onlineportale oder per Streaming öffentlich zu verbreiten.

      Bleibt die geschmacklose Vorstellung des Trump Regimes, was aber auch nicht wirklich etwas neues ist. Die USA sind derzeit ein Synonym dafür, dass sich die Menschheit auch ganz weit zurückentwickeln kann. Gilt für Staat und große Teile der Bevölkerung und ist historisch betrachtet immer ein Symptom für den Niedergang einer Nation gewesen. Der startete stets mit dem Verfall der Sitten.

      • Lowandorder

        @Sam Spade:

        Robert Badinter (* 30. März 1928 in Paris; † 9. Februar 2024 ebendort) war ein französischer Politiker (Parti socialiste), Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer, Rechtsanwalt und Autor. Im Jahr seines Amtsantritts als Justizminister 1981 setzte er die Abschaffung der Todesstrafe in Frankreich durch.



        de.wikipedia.org/wiki/Robert_Badinter



        Auf eine außergewöhnliche Probe gestellt wurde Badinters entschiedene Absage an die Todesstrafe 1983 durch den Prozess gegen Klaus Barbie, der 1943 in Lyon den Befehl zur Deportation von Badinters Vater Simon unterzeichnet hatte. Simon Badinter war im Vernichtungslager Sobibor ermordet worden; Robert entging nur knapp dem gleichen Schicksal. „Vierzig Jahre später hielt sein Sohn in seinem Pariser Amtszimmer die Deportationsorder mit Barbies Unterschrift in Händen – und fand sich in seinem Beschluss bestätigt, dem Täter ein über jeden Zweifel erhabenes rechtsstaatliches Verfahren angedeihen zu lassen.“[12]

        Am 19. Februar 2007 wurde das Verbot der Todesstrafe auf Badinters Initiative hin in die französische Verfassung aufgenommen.

    • Martin Rees

      @Lowandorder:

      Wie auch hier:



      de.wikipedia.org/w...ssaker_von_Haditha



      2012 dazu in der taz:



      "Prozess Massaker von Haditha



      US-Soldaten bleiben ohne Haftstrafen



      Mehr als sechs Jahre, nachdem im Irak 24 unbewaffnete Menschen von US-Soldaten erschossen wurden, ist der letzte Prozess zu Ende. Der Angeklagte wird im Dienstgrad zurückgestuft."



      Weiter dort:



      "wonach Wuterich Schüsse in ein dunkles Hinterzimmer feuerte, in dem eine Frau und Kinder getötet wurden. Unter den Opfern waren zehn Kinder und Frauen.



      Ursprünglich zielten die Militärankläger auf einen Prozess wegen Totschlags, bei dem lebenslange Haft gedroht hätte. Schon kurz nach Beginn des lang erwarteten Prozesses war jedoch klar, dass das Strafmaß geringer ausfallen würde."

  • FancyBeard

    Man kann nur hoffen, dass möglichst vielen republikanischen Wählern, wenn auch leider nur unbewusst, der Ekel hochsteigen wird.

    • Perkele

      @FancyBeard:

      Ganz im Gegenteil: die werden Fans dieser Perversion sein.

  • Martin Rees

    "Die gescheiterte Hinrichtung hat die Kritik an der Art und Weise, wie die US-Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, neu entfacht. Wie es im Fall der 50-jährigen Pike weitergeht, bleibt ungewiss."



    Es geht nicht nur um "WIE"!



    Die Aufgabe ist viel größer.



    Es geht nicht nur um ein erneutes Moratorium. "Ein quadratisches Kreuz, umgeben von vier kleinen Kreuzen: Seit Jahrhunderten ist das »Jerusalemkreuz« in der Heiligen Stadt omnipräsent, als Zeichen von Katholiken und westlichen Pilgern im Heiligen Land. Als Symbol anti-islamischer Kreuzzugsromantik erfreut es sich inzwischen auch zunehmender Beliebtheit bei Anhängern einer Ideologie der weißen Vorherrschaft unter der neuen Rechten. In diese Traditionen stellen Kritiker nun das überdimensionale Jerusalemkreuz-Tattoo auf der Brust des designierten US-Verteidigungsministers Pete Hegseth. Im Gegenzug warf er ihnen laut Medien antichristlichen Fanatismus vor. In der Region sieht man die politische Aufladung des religiösen Symbols mit Sorge."



    Quelle:



    www.juedische-allg...t-kreuzzug-tattoo/



    "Schriftzug »Deus vult«, Gott will (es), ziert seinen () Bizeps"

  • Mondschaf26

    „Militärhinrichtung als Livestream" - Es war erwartbar.

  • Bolzkopf

    Ach ja, ich habe ganz vergessen, darauf herumzureiten dass sogar die DDR öffentliche Hinrichtungen vermieden hat.

    Hinrichtungen waren geheim. Zumindest in der DDR.

    Dass es dort noch die Todesstrafe ist eine Schande - aber öffentliche Hinrichtungen hat man selbst dort vermieden.

    • Martin Rees

      @Bolzkopf:

      Autoritäre Gerichtsbarkeit und Beseitigung der (vermeintliche) Delinquent:innen heimlich oder verborgen eher in der Art der Geheimdienste als der Kriegsgerichte...



      www.tagesspiegel.d...r-ddr-1522282.html

  • Bolzkopf

    Jetzt mal weg vom Journalistendeutsch:

    "Militärhinrichtung als Liveshow" ist wohl die wahre Formulierung.

    Willkommen im Mittelalter !

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Bolzkopf:

      Nicht im Mittelalter. Die letzten öffentlichen Hinrichtungen waren in Deutschland im 19. Jahrhundert.

      • Josef 123

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        "18. Februar 1949: Richard Schuh (* 2. Oktober 1920 in Remmingsheim; † 18. Februar 1949 in Tübingen). Schuh wurde 1948 wegen eines Anfang 1948 begangenen Raubmordes durch das Landgericht Tübingen zum Tode verurteilt und im Februar 1949 in Tübingen durch die Guillotine hingerichtet. Seine Tötung gilt als die letzte zivile Hinrichtung in Westdeutschland."

        "26. Juni 1981/ Werner Teske (39) /PoOG[84]Hauptmann in der HVA des MfS, wegen vorgeblich „begangener, vollendeter und vorbereiteter Spionage besonders schweren Falls in Tateinheit mit Fahnenflucht in schwerem Fall“ von einem Militärgericht zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet. Letztes vollstrecktes Todesurteil in der DDR."

        (beide Zitate aus wikipedia)

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Josef 123:

          Wir reden über öffentliche Hinrichtungen.

      • Machiavelli

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        In anderen Ländern bis heute. Ist halt spannend das die USA jetzt auf dem Niveau des Irans, Saudi-Arabiens und der Taliban angekommen sind.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Machiavelli:

          Genau. Wir wissen, wo wir diese USA einzuordnen haben.

      • Martin Rees

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Dann aber nicht mehr von dieser Art:



        westfalenlob.banks...er-vor-480-jahren/

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Martin Rees:

          Das macht es viel, viel besser?

          15xx ist übrigens nicht Mittelalter.

  • Volker Scheunert

    Ach Gottchen, wer will denn jemandem beim Erschossenwerden zugucken?!



    Ja, Rädern, Vierteilen, den Löwen zum Fraß vorwerfen oder wenigstens vom Live-Publikum steinigen lassen - das zieht Zuschauer an!



    (sarcasm off)

    • Willi Müller alias Jupp Schmitz

      @Volker Scheunert:

      JA! - Alles

  • Juhmandra

    Unfassbar!



    Das zeigt die weiter zunehmende Verrohung dieses Landes und deren Regierung freut sich auch noch darüber!

    Eines verstehe ich aber gar nicht:



    Todesstrafe hin oder her - wieso muss dann ein Verurteilter 13 Jahre auf sein Urteil warten?



    Warum wird bei einer Todesstrafe das Urteil nicht zeitnah (wenige Wochen) vollstreckt?

    • Bolzkopf

      @Juhmandra:

      13 Jahre? 30 !!!! 30 Jahre warte manche der Verurteilten.

      Also zu den 30 Jahre Haft in der Todeszelle dann auch noch die Todesstrafe.

    • Agarack

      @Juhmandra:

      In der Regel, weil nach der Verhängung der Todesstrafe noch zahlreiche rechtliche Einspruchsmöglichkeiten vorhanden sind, die üblicherweise auch maximal genutzt werden, weil die Leute nicht sterben wollen. Schafft man das ab und verkürzt die Frist auf wenige Wochen, wird man sehr viel mehr Unschuldige hinrichten.

  • Agarack

    Die Todesstrafe ist weit jenseits dessen, was ich moralisch akzeptabel finde. Ich lehne sie fundamental ab und würde sie gerne weltweit abschaffen.

    Vor diesem Hintergrund fand ich die Doppelmoral, die bezüglich dieses Thema in den USA herrscht, schon immer absolut ekelhaft: Man hält an dieser Barbarenstrafe fest, aber will das Ganze immer wieder so darstellen, als würde man die Leute "einfach sanft einschlafen lassen" - dabei dienen Teile der Hinrichtungsprotokolle schon immer dem Komfort der Zuschauer, während sie das Leid des Hinzurichtenden potenziell massiv vergrößern (es war z.B. lange Standard, ein Muskelrelaxans zu geben, das zu einer Atemlähmung führte und dazu führte, dass die Delinquenten sich nicht bewegen konnten - was, wenn die Betäubungsmittel nicht ausreichend dosiert sind, dazu führt, dass der Betroffene bei vollem Bewusstsein qualvoll erstickt und sich nicht bemerkbar machen kann). Deshalb begrüße ich es, wenn man stattdessen große, öffentlich übertragene Erschießungskommandos verwendet, die eine sichere, schnelle Hinrichtung durchführen, die die Brutalität dieser Handlung allen Zuschauern bewusst machen. So kann man endlich ehrlich darüber reden.

    • Cededa Trpimirović

      @Agarack:

      Interessante Idee.

      Leider werden viele Heranwachsende dabei zuschauen, und für die könnte das traumatisierend sein.

      • Agarack

        @Cededa Trpimirović:

        Wenn diese Heranwachsenden in einer Gesellschaft leben, die diese barbarische Strafe praktiziert, gibt denen, die so etwas sehen und denen es tatsächlich nahe geht, eine sehr gute Motivation, sich gegen diese Strafe einzusetzen.

        Vielleicht ist dies Wunschdenken, und die Leute setzen sich einfach dafür ein, Hinrichtungen wieder wie vorher im stillen Kämmerlein durchzuführen. Es würde aber den gängigen Mythen von der angeblich "sanften" Exekution endgültig den Boden entziehen, und das wäre es aus meiner Sicht wert.

  • A. Simon

    Wir werden unseren Feinden immer ähnlicher. Unfassbar!

    • Dima77140

      @A. Simon:

      Von welchen Feinden redest du?



      Beschäftige dich doch mal mit der Geschichte des Kolonialismus, westlichen Imperialismus, dem sog. „war of terror“ oder den Kriegsverbrechen und völkerrechtswidrigen Invasionen und Angriffskriegen westlicher Staaten, in den letzten 50 Jahren.



      Diese Mär vom „friedliebenden, freien Westen“ war schon immer ein Mythos, der als Rechtfertigung diente, Länder des globalen Südens strukturell zu unterdrücken und auszubeuten.

    • Hans Dampf

      @A. Simon:

      Sehr gelungene Antwort, volle Zustimmung.

    • Klabauta

      @A. Simon:

      Wir? Gegen so eine Vereinnahmung verwahre ich mich.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Klabauta:

        Eine Partei, der durchaus solche Aktionen zuzutrauen wären, führt gerade mit Abstand die Umfragen an.

  • Wunderwelt

    Eine öffentliche Hinrichtung..wow..







    Erinnert irgendwie an Praktiken aus dem (europäischen) Mittelalter. Da gabs auch öffentliche Hinrichtungen. So mit der Guillotine oder durch erhängen.



    Und überhaupt das Mittelalter hatte da echt viel zu bieten: Spießroutenlaufen, Teeren und Federn, Rufmordkampagnen, usw.







    Die USA auf dem Weg in vorzivilisatorische Zeiten..was für eine Schande für das (ehemalige) Land der Freiheit..

    • Volker Scheunert

      @Wunderwelt:

      Mittelalter?! Die Guillotine wurde im 18. Jahrhundert erfunden, damit ein unerfahrener Henker nicht mehr minutenlang an einem Verurteilten herumsäbeln musste. Spießrutenlaufen, Treten und Federn gab es noch bis ins 20. Jahrhundert, Rufmordkampagnen bis heute, und was hin und wieder gerade im "(ehemaligen) Land der Freiheit" (speziell, aber nicht nur, im Süden des Landes) passierte, da googlen Sie am besten mal "Waco Horror" ...

    • marilyn.hanson

      @Wunderwelt:

      Kleine Korrektur:



      Die Guillotine war eine "fortschrittliche Errungenschaft" im Zuge der Aufklärung während der französischen Revolution, ein Zeichen, dass man sich vom als mittelalterlich, barbarisch und oft unsauber betrachteten händischen Kopfabschlagen durch einen Scharfrichter / Henker distanzieren wollte.

  • Josef 123

    "Warum das Pentagon nun die Entscheidung traf, ausgerechnet diese Hinrichtungsmethode zu verwenden, ist nicht bekannt.": Macht von den in Frage kommenden Methoden am meisten her bei einer Live-Übertragung. Das minutenlange grausame Gequäle auf einem elektrischen Stuhl will man dem Trumpwähler vielleicht dann doch nicht zumuten zum Lunch.

    Ansonsten ist Trump-Amerika jetzt neben den Klerikalen endgültig im mittelalter gelandet: Hinrichtungen zum Gaudium von geistig Minderbemittelten.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Hegseth hat es nicht richtig drauf. Für so ein "Event" wählt man ein großes Stadion. Da kann man mit Eintrittskarten, Andenken und Snacks noch Kohle machen. Wenn schon mit Volldampf zurück ins 19. Jahrhundert, dann richtig!

    Ansonsten fällt mir zu diesem Irrsinn noch ein Zitat von Obelix ein...

    • Perkele

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Das ist nicht ganz richtig. Was glaubst Du denn, was ein Werbeclip bei einer Übertragung kostet? Das bringt erheblich mehr Knete ein als ein Stadion. Außerdem kann man auch noch weitere Details ein paar Slow-Motion Nahaufnahmen für all' die perversen Zuschauer*innen bringen, die den Einschlag der Projektile im Detailzeigen. Zudem ist das eine prima Materialfülle für ein fröhliches Gesellschaftsspiel, das man (KI erstellt) zu Weihnachten zusammen mit den Mitgliedern der Evangelikalen Gemeinde und den lieben Kinderchen in fröhlich-christlicher Runde geniesst....

      • taz.manien

        @Perkele:

        Sie haben noch etwas vergessen, was in den USA bei einen großen TV Event Übertragung immer obligatorisch ist, was die Werbeeinnahmen richtig sprudeln lässt, was dem ganzen noch eine zusätzliche Prise vom Superlativ des Wahnsinn's geben würde ( das Spektakel zur Halbzeit-Show ), wo MAGA Künstler noch auftreten wie Kid Rock (Robert James Ritchie), Jason Aldean und Lee Greenwood.

        Das was die USA jetzt erlebt, ist nichts anderes als das bewusste Erleben des eigenen Verfalls.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Perkele:

        Stimmt. Die Idee ist so sehr 19. Jahrhundert, dass ich die modernen Möglichkeiten glatt ausgeblendet habe.

  • FtznFrtz

    Grausamkeit, Dummheit und hündische Trumpergebenheit ergeben in Hegseth eine toxische Mischung.



    Man kann nur hoffen, dass ein Gericht zumindest diese makabre, menschenverachtende Show stoppt, wenn die Hinrichtung selbst schon nicht gestoppt wird.



    Einfach nur noch ekelhaft und abstoßend.

    • Agarack

      @FtznFrtz:

      Warum ist eine öffentliche Hinrichtung so viel unmoralischer als eine nichtöffentliche Hinrichtung? Ist es wirklich besser, wenn jemand im stillen Kämmerlein zu Tode gequält wird, als wenn dies auf eine Weise geschieht, bei der die Leute unmittelbar vor Augen geführt bekommen, was es ist, was sie da tun?

      • Encantado

        @Agarack:

        "Warum ist eine öffentliche Hinrichtung so viel unmoralischer als eine nichtöffentliche Hinrichtung?"



        Der Unterschied liegt in dem Stichwort 'öffentliche Belustigung'.



        Einfach mal auf der Zunge zergehen lassen.

      • Dima77140

        @Agarack:

        Danke für diese Antwort und klare Offenlegung der bürgerlichen Doppelmoral in dieser Hinsicht.

      • Martin Rees

        @Agarack:

        Wegen der unkontrollierbaren "Proliferation" dieser Bilder:



        www.srf.ch/news/ge...astung-fuer-kinder



        Hier wird reale Gewaltdarstellung durch staatliche Förderung quasi legitimiert.



        Von einem edukativen Wert ist sicher m.M.n. nicht auszugehen.

        • Agarack

          @Martin Rees:

          Einerseits haben Sie damit Recht, andererseits brauche ich heutzutage nur die Abendnachrichten anzuschalten, um ähnlich schreckliche Bilder zu sehen. Ich erinnere mich auch an ein Schulbuch im Fach Geschichte, das einfach das berühmte Erschießungsfoto eines mutmaßlichen nordvietnamesischen Agenten aus dem Vietnamkrieg im Großformat abdruckte. Will sagen: Solche Bilder sind bereits überall vorhanden.

          Was hingegen fehlt, sind Bilder, die den Mythos der "sauberen" Hinrichtung durch einen zivilisierten Staat entzaubern und die zeigen, dass die staatlich organisierte Tötung eines Menschen weder friedlich noch sanft noch sauber ist.

      • Warim Wilke

        @Agarack:

        Weil der Zweck dieser ekelhaften Aktion ist, Barbarei zu normalisieren, die verrohten Anhänger des Regimes zu bespaßen, diese Perversion auch Systemkritiker einschüchtern soll.

        • Agarack

          @Warim Wilke:

          In einem Staat, der die Todesstrafe als reguläre Strafe vorsieht, ist Barbarei bereits normalisiert. Wie der Fall Pike zeigt, sind es zudem gerade die ach so "sanften" Hinrichtungen, die immer wieder zu qualvollen Komplikationen führen, weil man einen jungen und halbwegs gesunden Menschen nicht einfach schmerzlos "totspritzen" kann. Stellte man mich vor die Wahl, öffentlich von zwanzig Schützen erschossen zu werden, oder nichtöffentlich von nicht medizinisch ausgebildeten Idioten einen experimentellen Medikamentencocktail im stillen Kämmerlein zu bekommen, ich nähme jedes Mal die erste Option.

          • Encantado

            @Agarack:

            "Stellte man mich vor die Wahl, öffentlich von zwanzig Schützen erschossen zu werden, oder nichtöffentlich von nicht medizinisch ausgebildeten Idioten einen experimentellen Medikamentencocktail im stillen Kämmerlein zu bekommen, ich nähme jedes Mal die erste Option."



            Selber Schuld. Wenn Sie hier nämlich denselben Maßstab ansetzen, werden Sie von an der Waffe nicht ausgebildeten Idioten angeschossen, und können zusehen, wie Sie ggf. mit aufgeschossenem Bauch über Stunden verbluten. Sauber.

      • FtznFrtz

        @Agarack:

        Hinrichtungen lehne ich per se ab, sie sollten in einer modernen Gesellschaft keinen Platz haben.



        Dennoch ist es moralisch noch eine zusätzlicher Tiefpunkt, aus dem Tötungsakt eine Show zu machen, bei dem sich das Volk am Leid des Hingerichteten noch ergötzen kann. War vor 2000 Jahren im Circus Maximus nicht anders, darüber sollte die Menschheit, allen voran die USA, hinaus sein.

        • Agarack

          @FtznFrtz:

          Ich sehe das ganz anders: Indem man so viel Wert darauf legt, die Entscheidung für die Öffentlichkeit zu verdammen, suggeriert man letzten Endes indirekt, dass die gewöhnlichen Hinrichtungsmethoden im Verhältnis ethischer seien. Ich sehe das aber nicht so und halte die US-Bemühungen, Hinrichtungen möglichst "sauber" zu gestalten, für viel perverser, weil sie häufig historisch mit einer Erhöhung der Qual des Betroffenen einhergingen (z.B. Medikamentencocktails, die nicht erprobt waren und durch nicht medizinisch gebildetes Personal verabreicht wurden). Eine Erschießung ist im Vergleich zu dem, was mit vielen US-Todeskandidaten bisher getan wurde, die weniger leidvolle Variante.

  • Perkele

    Ist diese Nation noch eine die der Zivilisation angehört? Eher nicht. Öffentliche Hinrichtungen sind im Mittelalter oder gerne auch im "Wilden Westen" keine Besonderheit gewesen. Doch seit es eine Aufklärung gibt, Regeln für Anstand und den Begriff der Humanität, sollte die Todesstrafe für zivilisierte Nationen ein Tabu sein und bleiben. Schon gar nicht darf das Gemetzel der "Volksbelustigung" dienen, der Effekthascherei und letztlich dem Profit, denn Werbespots zur Übertragung werden sehr, sehr begehrt, also teuer sein. Die USA waren seit jeher der Gewalt nicht abgeneigt, die derzeitige Führung befeuert das noch weiter und - beruft sich auf das Christentum vor allem der evangelikalen Fanatiker. Abscheu, Ekel ist alles was mir zu diesem Treiben einfällt.

    • rero

      @Perkele:

      Ich würde in diesem Zusammenhang „zivilisiert“ und „Zivilisation“ nicht verwenden.

      Beides ist -so, wie Sie die Begriffe hier benutzen- in Zeiten von Kolonialismus kulturalistisch konnotiert.

      Wollen Sie China, Saudi-Arabien, Singapur oder dem Iran wirklich die Zivilisiertheit absprechen?

      Großbritannien und Frankreich haben die Todesstrafe erst nach dem 2. Weltkrieg abgeschafft.

      Sie waren in 2. Weltkrieg keine zivilisierten Staaten?

      Ich gebe zu, ich bin fein raus, ich begründe meine Ablehnung der Todesstrafe theistisch.

      Das ist leichter.

      Deshalb kommt von mir auch kein besserer Vorschlag für eine atheistische Argumentation.

    • Klabauta

      @Perkele:

      An anderer Stelle erntete ich hier im Forum eine Menge Widerspruch als ich schrieb, Israel habe sich mit der (Wieder-)Einführung der Todesstrafe exklusiv für Palästinenser aus den Reihen der zivilisierten Nationen verabschiedet.



      Natürlich, und das habe ich im Verlauf der Diskussion auch zugestanden, bin ich mit dieser Aussage über das Ziel hinausgeschossen.



      Wobei ich aber bleibe, und das gilt auch für die USA: Die Todesstrafe ist ein anti-zivilisatorischer Akt und zu verurteilen, ganz gleich von wem sie verhängt und ausgeführt wird. Sie dann öffentlich zu "zelebrieren" kannten wir bisher nur von Staaten wie Afghanistan oder dem Iran. Wann genau also ist der Zeitpunkt, an dem wir feststellen müssen, dass sich ein Staat aus den Reihen der zivilisierten Staaten verabschiedet hat?

      • Martin Rees

        @Klabauta:

        ❗Saudi Arabien:



        "Saudi-Arabien gehört schon seit langem zu den Ländern mit einer hohen Zahl an Hinrichtungen und hält die Todesstrafe für ein breites Spektrum an Straftaten aufrecht. In den letzten Jahren haben die Hinrichtungen unter der Führung von Kronprinz Mohammed bin Salman Rekordzahlen erreicht. Darunter waren Hunderte von Menschen, die ausschließlich wegen Drogendelikten hingerichtet wurden. Die übliche Hinrichtungsmethode in Saudi-Arabien ist die öffentliche Enthauptung mit einem Schwert."❗😳



        amnesty-todesstraf...am-laufenden-band/