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Russlands Angriffskrieg auf die UkraineEin brüchiger Frieden ist besser als ein stabiler Krieg

Bernhard Clasen

Kommentar von

Bernhard Clasen

In der Ukraine geht es nicht mehr nur um Verteidigung. Der Krieg hält den Europäern Putin vom Leib und die Ukrainer wollen Russland kleinkriegen.

Ukrainische Soldaten kampfen auch an Neujahr in der Region Charkiw gegen russische Stellungen Foto: Yevhen Titov/ap/dpa

D as Kämpfen geht weiter, das Sterben geht weiter, und das Töten geht weiter. Das ist das Nichtergebnis der jüngsten Verhandlungen, in denen es angeblich um ein Ende des Kriegs gegen die Ukraine ging. Auch das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Trumps Privatclub Mar-a-Lago in Florida, bei dem sich die beiden nach eigenen Angaben nähergekommen sind, ist ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen.

Ob es auf den für die nächsten Tage in der Ukraine angekündigten Treffen, an denen auch europäische Staats- und Regierungschefs teilnehmen werden, konkreter werden wird, bleibt abzuwarten. Dass das Sterben und Töten auch in diesem Jahr in der Ukraine weitergeht, ist zwar in erster Linie dem aggressiven Vorgehen der russischen Angreifer geschuldet.

Doch auch der Westen trägt mit seiner Haltung, für die Ukraine und Europa sei es momentan die beste Option, den jetzigen Krieg fortzusetzen, zur Verlängerung des Kriegs bei. Das Allerbeste wäre, der Krieg gegen die Ukraine würde mit einem gerechten Frieden enden. Konkret würde dies bedeuten: Russland zieht sich aus den besetzten Gebieten zurück, entschuldigt sich bei der Ukraine für das Unrecht, das es den Menschen in der Ukraine angetan hat, zahlt Reparationen und übergibt die Verantwortlichen einem internationalen Gericht.

Ein gerechter Friede ist leider unmöglich

Leider ist es nicht möglich, Russland auf diplomatischem Wege von einem gerechten Weg zu überzeugen. Der einzige Weg in Richtung eines gerechten Friedens ist der Weg der militärischen Gewalt. Und dieser Weg fordert einen hohen Blutzoll. Will man einen gerechten Frieden mit Gewalt umsetzen, bedeutet dies eine Fortsetzung des Kriegs. Und das heißt: weitere Aufrüstung, weitere Eskalation, weitere Waffenlieferungen, weitere Tausende an Toten.

Entscheidet man sich für diesen Weg, werden Städte weiterhin erobert und zurückerobert, erobert und zurückerobert, erobert und zurückerobert. So lange, bis sie nicht mehr da sind. Und dann können sie auch nicht mehr gerettet werden.

Ich habe mehrere derart zerstörte Ortschaften, in denen kein menschliches Leben mehr möglich ist und nur noch ein paar streunende Hunde übrig sind, im Gebiet Charkiw mit eigenen Augen gesehen. 106 Kinder hat die russische Armee allein dort getötet. Bei einer Fortsetzung des Kriegs wird sich diese Zahl noch erhöhen.

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hat mehr als 300.000 Strafverfahren gegen Männer eingeleitet, die desertiert sind. Das ist eine Abstimmung mit den Füßen. Diese Männer stehen stellvertretend für die Millionen Menschen in der Ukraine, die ein schnelles Ende des Kriegs wollen. In den aktuellen Verhandlungen geht es nicht nur um eine Beendigung des Kriegs gegen die Ukraine. Es geht auch um die Zeit danach.

Angriff auf Nato-Länder befürchtet

Vielfach fürchten westliche Politiker bei einem Ende des Ukrainekriegs einen Angriff Russlands auf Nato-Länder. Eine Gefahr, die, liest man die Äußerungen von russischen Propagandisten wie Sergei Karaganow, nicht von der Hand zu weisen ist.

Solange die Ukraine kämpft, haben wir in Europa Ruhe. Und deswegen ist es vielleicht gar nicht so schlecht für Europa, wenn die Ukrainer noch ein Weilchen weiterkämpfen, ein Weilchen weiter im Dunkeln sitzen, ein Weilchen weiter vor Drohnen und Raketen zittern. Ein Weilchen weiter Ortschaften vor den heranrückenden russischen Truppen evakuieren. Ein Weilchen weiter sterben und ein Weilchen weiter töten. Hauptsache, sie halten ihr Territorium – und uns Putin vom Leibe.

Längst geht es nicht mehr nur um Selbstverteidigung wie 2022, als die Ukrainer sich vor den bis kurz an die ukrainische Hauptstadt heranrückenden russischen Truppen verteidigt hatten. Westliche Staaten senden nun im Verbund mit der Ukraine Signale aus, die man als aggressive Angriffsfantasien auslegen kann.

Kaja Kallas beispielsweise, derzeit Außenbeauftragte der EU, redete in ihrer Zeit als estnische Premierministerin einer Zerschlagung Russlands das Wort. Vor zwei Jahren hatte der amtierende Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Olexi Danilow, geschrieben: „Der wahre Sieg der Ukraine ist ein Zerfall russlands [Kleinschreibung im Original], sein Verschwinden als kohärentes Subjekt der Geschichte und Politik.“ Auch Selenskyjs Auftritt in einem T-Shirt mit der Aufschrift „Make Russia small again“ lässt nicht vermuten, dass es der Ukraine nur um Landesverteidigung geht.

Alle diese Angriffsfantasien sind gefährlich, die russischen genauso wie die westlichen. Man muss diesen Krieg so schnell wie möglich beenden. Das Leben der Menschen hat oberste Priorität. Besser ein brüchiger Frieden als ein stabiler Krieg.

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Bernhard Clasen
Journalist
Jahrgang 1957 Ukraine-Korrespondent von taz und nd. 1980-1986 Russisch-Studium an der Universität Heidelberg. Gute Ukrainisch-Kenntnisse. Schreibt seit 1993 für die taz.
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124 Kommentare

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  • „ Auch das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Trumps Privatclub Mar-a-Lago in Florida, bei dem sich die beiden nach eigenen Angaben nähergekommen sind, ist ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen.“



    Putin hat sich einem drohenden, von USA und Ukrainern ausgearbeiteten Kompromissangebot, zu dem er endlich mal konkret Stellung beziehen müsste, entzogen, mit einem Argument ungefähr auf dem Niveau wie „die Ziege hat die Hausaufgaben gefressen“. Ein billiges Fake über einen angeblichen Angriff der Ukrainer auf seine Residenz. Die Russen haben mit Verweis darauf die Verhandlungen explizit ABGEBROCHEN. So was sollte doch wenigstens Erwähnung finden in einem Kommentar, der die Möglichkeit eines „brüchigen Friedens“ zum Thema hat.

  • "Der Krieg hält den Europäern Putin vom Leib"

    Und darüber können wir nur dankbar sein denn die Ukraine ist noch das militärisch stärkste Land Europas. Das was die Ukrainer leisten könnten die Deutschen nicht mal im Ansatz - weder militärisch noch politisch oder administrativ.

    Putin strebt für Russland eine Position an wie sie Trump gerade in Lateinamerika für die USA durchsetzt.



    Wer Putin das zugesteht, darf sich auf auf den russischen Versuch gefasst machen, hier bei uns eine AfD-Regierung einzusetzen.

  • Für mich ist es unter diesem Beitrag wichtig, darauf hinzuweisen, dass kein einziger ukrainischer Wehrdienstleistender, freiwillig oder unfreiwillig, mir Putin vom Hals halten muss.



    Sie sollten das Recht haben den Dienst zu verweigern und falls Putin irgendwann kommt, schicke ich nicht andere vors Loch!



    Insofern wäre es wichtig, die Zahlungen in das korrupteste Land Europas, für die weitere Fortsetzung eines sinnlosen Gemetzels endlich einzustellen und ein ernsthafter Interessensausgleich stattfindet.

    • @Mark Menke:

      Ich glaube ich kann sie beruhigen, die Trainer werden nicht für Sie kämpfen. Die tun das für dich sich selbst. Wenn ich dem Autoren hier folge, dann fordert er die Kapitulation , für weniger als das hört Russland nicht auf. Und die Menschen in den beanspruchten, aber nicht eroberten gebieten der Ukraine werden begeistert sein. Sie tragen die höchste Last. Die Rest Ukraine wird entkernt, ihre Wahrhaftigkeit verlieren und -wenn Russland sich halbwegs erholt hat - wieder angegriffen. Mit Glück hat man in den Verhandlungen ein paar europäische Soldaten in die Ukraine verhandeln können, adie dürfen dann den Kopf hinhalten. Denn : Angriffskrieg lohnt sich wieder. Man. Muss nur fest genug zuschlagen, die eigene Armee nur groß und skrupellos genug sein. Vielleicht kann man noch den Vatikan abhalten die Schweizer Garde in San Marino einmarschieren zu lassen, aber andere expansive Länder werden ermutigt.

  • "Auch Selenskyjs Auftritt in einem T-Shirt mit der Aufschrift „Make Russia small again“ lässt nicht vermuten, dass es der Ukraine nur um Landesverteidigung geht."

    Könnte damit nicht auch einfach gemeint sein, Russland wieder auf die Größe von 2013 zurückzuschrumpfen? An diesem Anspruch ist ethisch rein gar nichts auszusetzen, auch wenn er politisch nicht sonderlich realistisch ist. Die vom Autor gezogene – überaus fragwürdige - Schlussfolgerung muss man schon so ziehen wollen.



    Der Aussage, dass ein "brüchiger Frieden besser ist als ein stabiler Krieg", würden natürlich die meisten Leute zustimmen. Es scheitert aber bislang nicht nur ein "gerechter Weg" zum Frieden an Russland, sondern jeder Weg, der nicht den russischen Maximalforderungen entspricht. Unter diesen Forderungen sind einige, die ein erneutes Aufflammen des Krieges sehr wahrscheinlich machen.



    Es kommt durchaus darauf an wie brüchig der entsprechende Frieden ist. Wenn der Frieden nämlich nur ein paar Monate hält, bevor Russland eine auf diplomatischem Wege geschwächte Ukraine überrollt, dann ist er für die Ukraine eine Katastrophe. Und solch einen Frieden will auch die Mehrheit der Ukrainer nicht.

    • @Taugenichts:

      Ich sehe das ,,small aigan" eher in Form von Russland sich nicht aufspielen und mit dem Säbel rasseln. Georgien, Transnistrien, überall da hat man versucht Keile in die Bevölkerung zu treiben und die Länder so sturmreif zu machen. Und das erfolgreich. Nun versuchen manche unter dem Deckmantel der Humanität Putin Teile der Ukraine , auch wenn sie nicht erobert wurden in den Rachen zu werfen. In der Hoffnung der Hunger sei gestillt. Aber das wird wirken wie Glutamat. Der Hunger wird größer. Denn er ist erfolgreich.

  • Klare Haltung, leider ist ein brüchiger "Friede" bzw. ein prekärer Waffenstillstand zurzeit aufgrund der Blockade Putins und der Schwäche Trumps wenig realistisch. Die Kritik an der Kriegstreiberei des Westens ist natürlich trotzdem berechtigt. Sie hat vor allem in der mittleren Phase des Krieges dazu geführt, dass die derzeitige Situation sich verfestigt hat. Hätte man diese Kriterien vor Trumps Machtübernahme konsequent (auch gegen den Widerstand der ukrainischen Patrioten und ihrer baltischen Unterstützer) gefahren, wäre es evtl. möglich gewesen (nicht sicher, aber denkbar) gewesen, Putin in einer Schwächephase festzunageln. Auch durch die Steilvorlagen aus dem Westen und sein eigenes Beharrungsvermögen hat Putin diese Phase aber recht gut überstanden und konnte einfach auf Trump warten und dann seine Spielchen mit ihm spielen. Jetzt ist der Karren mehr denn je im Sumpf. Russland wird trotzdem irgendwann zusammenbrechen und kann den Krieg nicht wirklich gewinnen (genauso wenig wie die Ukraine ohne US-Hilfe), aber es zieht sich.

  • Russland wird über kurz oder lang kollabieren. So wie es bereits Anfang der 1990er kurz vor dem Kollaps stand und vom Westen gestützt wurde. Nur wird das nicht mehr passieren, sondern Russland wird von innen heraus untergehen.

    • @Katharina Reichenhall:

      Das Pfeifen im Walde...

    • @Katharina Reichenhall:

      Ihr Optimismus in allen Ehren. Aber haben Sie dafür Belege? Russland gibt es jetzt schon ein paar hundert Jahre. Darin sind auch ein paar Schwächephasen. Aber es hat sich bis jetzt immer wieder aufgerappelt. Meist wenn es vorher tot gesagt wurde.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Belege für Katharinas These



        ====



        Wladimir Kara-Mursa hat erklärt, dass ein politischer Wandel in Russland unerwartet und schnell von innen heraus entsteht, ähnlich wie es historisch in Russland bereits der Fall war. Zum Beispiel 1917 -- oder siehe den Zerfall der Sowjetunion der mit der Unabhängigkeitserklärung Litauens 1990 begann.

        Kara-Mursa betont, dass die Vermittlung der Wahrheit über die Kriegsverbrechen des Regimes an die Bevölkerung entscheidend ist. Mursa beobachtet, dass viele Russen die Propaganda Putins durchschauen, auch wenn es aufgrund der Repression schwer zu messen ist.

        Wichtig ist auch zu erkennen, das Russlands Fähigkeit den Krieg gegen die Ukraine weiter zu führen, extrem von der Unterstützung Chinas abhängig ist. Die Annäherung Trumps an Putin und umgekehrt zeigt aber, das der Stützpfeiler China unter Umständen bereits wackelt -- und mit Sicherheit nicht unumstösslich ist.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Natürlich habe ich dafür keine Belege, höchstens Indizien, und ob man das sich das auch wirklich wünschen sollte, da bin ich mir auch nicht sicher.



        Aber Russland hat ein erhebliches Demographie-Problem, das durch den Krieg noch weiter verstärkt wird.



        Auch hat Russland ein großes Gewaltproblem innerhalb der eigenen Gesellschaft, das durch die, die man aus der Haft an die Front geschickt hat und die nun frei in Russland wieder rumlaufen dürfen, erheblich verschärft wird.



        Dazu ist Russland ein Vielvölkerstaat. Gerade in Asien könnte es zu einem Dominoeffekt kommen, wenn dort die Nicht-Russen irgendwann aufbegehren.



        Und dazu die wirtschaftliche Entwicklung. Momentan hat Russland Kriegswirtschaft, eine Umstellung auf Friedenswirtschaft ist deutlich komplizierter als anders herum.



        Und es gibt noch weitere Indizien. Russland ist Riese auf tönernen Füßen.



        Aber ich kann mich natürlich auch täuschen, keine Frage.

        • @Katharina Reichenhall:

          "Aber Russland hat ein erhebliches Demographie-Problem, das durch den Krieg noch weiter verstärkt wird."

          Dann ist das was die Ukraine auf diesem Gebiet vorweisen kann leider eine Katastrophe.

        • @Katharina Reichenhall:

          Russland hat also einige Probleme. Wie viele andere Staaten auch.

          Man sollte sich also Sätze wie: "Russland wird über kurz oder lang kollabieren." sparen, wenn man nicht mehr hat. Sonst beginnt man schnell, unter Selbsttäuschung zu leiden.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            👍

  • Ich finde diesen Kommentar befremdlich: Nahezu alle Beteiligten bemühen sich seit Jahren, diesen Krieg Russlands zu beenden, nur Russland unter Putin nicht. Und da geht der Schreiber hier hin und wertet Worte, die gegen einen Aggressor gerichtet sind, der seit Jahren noch die letzte Konvention bricht, als "Angriffsfantasien"?



    Wie verschoben muss die Wahrnehmung da sein?



    Sie können doch Russisch, hören Sie sich da nicht an, was Putin und seine Propaganda so in Russland von sich geben, gegenüber der Ukraine, gegenüber dem Westen? Ernsthaft, wie kann man so naiv sein?

    • @V. Ohneland:

      Nur weil Trumps 28 Punkte Plan als russisch bestimmt geframt wurde, muss man das nicht einfach glauben.



      Einfach mal im Ganzen lesen und mit allen Hintergründen neu bewerten.



      Dann wird schnell klar, wer mit einem eigenen, kompromisslosen 20 Punkte - Plan und 90 Milliarden Euro, auf ein weiter so drängt.

  • Man muss sich immer wieder klarmachen, was ein brüchiger Friede bedeutet: das demographische Ausbluten der Ukraine. Die von Russland eroberten oft menschenleeren Gebiete sind weg. Sie werden mit miesen imperialistischen Menschen neu besiedelt, so weit wie möglich. Die geflüchteten Ukrainer kommen nicht zurück. Ohne belastbaren Frieden werden weitere Mio. in den Westen abwandern.Zukunft sieht anders aus.

  • Wenn ich mir die Kommentare hier in der Kommune durchlese bin ich immer wieder befremdet über die absurden Vorwürfe denen Politiker oder Autoren ausgesetzt sind, die sich kritisch bzgl. der bisherigen Ukraine- bzw. Russlandpolitik äußern. Oft kriegt der jenigene den meisten Applaus der besonders schöne Dinge verspricht, aber sollte das wirklich der Maßstab sein?



    Ja, wir können tolle Dinge wie z.B. den Nato-Beitritt versprechen, aber wäre es nicht fairer und wichtiger ehrlicher zu kommunizieren? Vermutlich wäre die Stimmung im Herbst 22 z.B. eine andere gewesen, wenn die Menschen in der Ukraine das wissen von heute hätten.

    • @Alexander Schulz:

      Die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine wurde von Trump doch längst abgeräumt. Wäre das ein wichtiges Ziel der US-Administration, würden auch Trumps willfährige Bündnispartner in Europa (allen voran der NATO-Generalsekretär Rutte) das Säbelrasseln hinsichtlich der militärischen Unterstützung der Ukraine noch intensivieren. So aber bleibt es beim Motto: zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel (für die Ukraine).



      Ich vermute, die Position Trumps ist es, eher abzuwarten in welche Richtung sich das Kriegsglück noch wendet bzw. den passenden Augenblick, in dem in einem Deal die besten (ökonomischen wie politischen) Konditionen für die USA dabei herausspringen.



      Also entweder „teilt“ sich Trump eine geschlagene Ukraine mit Putin (in Huntingtonscher Manier der Aufteilung der Welt in geopolitische Einflusszonen) oder Russland blutet in diesem Krieg so weit aus, dass die USA in jedem Fall ökonomisch davon profitieren könnten.



      Ich persönlich habe vor einem politischen Zerfall Russlands (als Ergebnis dieses Krieges) immer gewarnt, wegen der unvorhersehbaren Folgen für ganz Europa.

    • @Alexander Schulz:

      Sie haben doch schon von Anfang an pro russisch agitiert.

      • @schnarchnase:

        "agitiert" - Ihr Ernst?

    • @Alexander Schulz:

      Wenn man ehrlich kommunizieren würde, müsste man zugeben, dass es derzeit nicht klar ist, ob es die NATO in 5 oder 10 Jahren überhaupt noch gibt.

      Wer da Mitglied ist, wäre erst recht kaum absehbar.

      Ein Trump würde die USA gerne rausziehen.

      Wer ist denn überzeugt davon, dass bei einem russischen Angriff in Estland die Türkei oder Spanien Truppen dorthin schicken?

      Die Balten, die Skandinavier und Polen haben doch nicht umsonst bereits ihr eigenes Verteidigungsbündnis aufgemacht.

      Wenn bei einem Angriff von außen keine solidarische Reaktion erfolgt, ist das Bündnis tot.

      Die Ukrainer werden aber in jedem Verteidigungsbündnis willkommen sein, das eine russische Aggression abwehren soll.

      Weil sie wissen, wie man gegen Russland kämpft. Und dazu wirklich bereit sind.

      Wer soll das aber jetzt ehrlich kommunizieren, wo so viele auf Containment setzen?

      • @rero:

        Ich denke, Trumps Absicht ist es nicht, die USA prinzipiell aus der NATO rauszuziehen, sondern sie (wieder) zu einem willfährigen Werkzeug seiner Machtambitionen zu machen bzw. zu denen des US-Hegemonialismus. Denn das Prinzip der MAGA-Geopolitik lautet nicht nationaler Isolationismus, sondern Beherrschung (oder geostrategische Aufteilung) der globalen Märkte.



        Der Angriff zielt also auf zu selbstbewusste Europäer, die a) am liberaldemokratischen Gesellschaftsmodell festhalten wollen (was Trump ein Gräuel ist, insofern ist auch nicht Putin sein Hauptgegner), b) noch dazu eigenständige, von den USA abweichende geostrategische Ambitionen verfolgen (z.B. mit Blick auf den Krieg in der Ukraine).



        Mit Mark Rutte (und auch Friedrich Merz) hat Trump in Europa jedoch willfährige Verbündete, die den US-Interessen nie in den Rücken fallen würden bzw. dafür sorgen, dass die einseitigen Trumpschen Vorstellungen von Transatlatantizismus innerhalb der NATO weiterhin umgesetzt werden.



        Würden in allen NATO/EU-Staaten die blauen Schlümpfe (AfD und Gesinnungsgenossen) regieren, hätte Trump freilich noch leichteres Spiel, mit Europa Schlitten zu fahren.

      • @rero:

        "Die Ukrainer werden aber in jedem Verteidigungsbündnis willkommen sein, das eine russische Aggression abwehren soll."

        Eine weiteres falsches Versprechen. Es gab und gibt z.B. im größten Verteidigungsbündnis (NATO) nicht die notwendigen Stimmen für einen Beitritt der Ukraine.

        • @Alexander Schulz:

          Ich befürchte, Sie haben mich missverstanden.

          Das ist kein Versprechen an die Ukraine.

          Die anderen Staaten werden die Ukraine als Bündnispartner schätzen, sobald die USA sich weiter aus Europa rausnehmen.

          Weil die ukrainische Armee Kampferfahrung mitbringt.

      • @rero:

        Das haben sie sehr klug analysiert. Die Gewichtung innerhalb der EU differenziert stark zwischen Süd und Nord bzw Osteuropa.

        Die Stützpfeiler in dem Nordisch-Baltischen Bund sind Großbritannien und Polen. Deutschland als Ostseeanrainer wird sich über kurz oder lang dazugesellen, allein schon aus strategischen Eigeninteresse. Erste Kooperationen gibt es ja bereits, wie das geplante Satellitenaufklärungsnetzwerk initiiert von Deutschland und Norwegen. Nach Vorbild Schweden - Polen oder Norwegen - Großbritannien wird es dann auch auf gemeinsame militärische Verbände hinauslaufen.

        Denn nicht nur die USA und Türkei sind Wackelkandidaten auch in Frankreich sind die politischen Konstellationen nicht die Aussichtsreichsten hinsichtlich einer Bündnistreue in näherer Zukunft.

        • @Sam Spade:

          Glauben Sie ernsthaft, dass auf einen vermutlich zukünftigen rechten Premierminister von GB in Zukunft noch Verlass ist?



          Aus strategischen Interesse wäre es für Deutschland (und Europa) besser gewesen sich etwas neutraler zu verhalten und sich so zu positionieren, dass man mit den verschiedenen Mächten dieser Welt klarkommen kann.

          • @Alexander Schulz:

            Mit Ländern die ihre europäischen Nachbarn überfallen muss man nicht "klarkommen" sondern ein Gegengewicht dazu erzeugen, welches es diesen Ländern vereitelt weitere Nachbarn zu bedrohen.

            Sie können sich mit derartigen Mächten nicht arrangieren, ohne über kurz oder lang sich selbst zum Untertan dieser Mächte zu machen.

            Der derzeitige Umgang Europas gegenüber den USA liefert ein anschauliches Bild dieses Untertanentums. Hiervon gilt es sich zu befreien, um die vollständige Souveränität zurückzuerlangen.

            Nur auf Augenhöhe lässt sich etwas zum positiven bewirken.

    • @Alexander Schulz:

      Zum Glück ist die überwältigende Mehrheit der taz-Lesenden weitgehend auf dem Boden der Tatsachen geerdet, plausiblen Schlussfolgerungen gegenüber aufgeschlossen und nimmt den Aggressor in seinem Vorgehen und seinen Ankündigungen ernst - kurz: zeigt sich sachlich und kritisch - und geht deswegen nicht abgedroschenen pazifistischen Glaubenssätzen und russischen Narrativen auf den Leim.

      • @dites-mois:

        Es ist unangebracht Autoren wie Clasen oder User, die seine Meinung teilen zu diffamieren. Darf ich Sie daran erinnern, dass Sie mit hren Ansichten im Gegensatz z.B. zu Herrn Clasen in den letzten Jahren meistens falsch gelegen haben?

        • @Alexander Schulz:

          Dass ich mit meinen Ansichten bei Ihnen falsch liege, gibt mir ein gutes Gefühl.

        • @Alexander Schulz:

          Es ist sogar sehr angebracht, zu Menschen, die die Narrative eines faschistischen Staates verbreiten, so unhöflich wie gerade noch rechtlich zulässig zu sein.



          Es geht hier um Faschismus, der uns alle bedroht.

    • @Alexander Schulz:

      Woher wissen Sie, wie die Stimmung der Menschen in der Ukraine 2022 mit dem heutigen Wissen gewesen wäre?

      Aus der Position der Sicherheit heraus, dem warmen Wohnzimmer, lässt sich trefflich darüber nachdenken, was für die Ukrainer am besten ist.

      Hoffentlich lassen Sie auch andere Menschen über ihr Schicksal entscheiden.

      • @Gnutellabrot Merz:

        Und deswegen meinen Sie es ist richtig dem Menschen in der Ukraine falsche Versprechen zu machen?

    • @Alexander Schulz:

      Erschreckend daran ist auch, dass es selbst in linksliberalen Kreisen schwer geworden ist, kontrovers zu diskutieren - Meinungsverschiedenheiten werden nicht mehr als normaler Teil eines demokratischen Prozesses verstanden, sondern als Verrat gebrandmarkt. Ganz nach Polt: "Wir brauchen keine Opposition, weil wir sind schon Demokraten." Dass ist nicht nur schrecklich autoritär, sondern auch selbstschädigend: Politik als sich in Rage redende Echokammer ist eher kein Erfolgsrezept.

      • @O.F.:

        Das Problem ist dass diese Diskussionen oft leider von Desinformation und Unwissenheit geprägt sind. Eine Diskussion mit Leuten die meinen Russland fühle sich durch die zerfallende NATO bedroht und würde sich durch irgendwelche territorialen Zugeständnisse in der Ostrukraine beschwichtigen lassen lohnt sich einfach nicht.

      • @O.F.:

        Wer der Meinung ist, dass das faschistische Russland irgendwie Verständnis verdient hat, steht ohne Zweifel außerhalb jedes demokratischen Diskurses und erst recht außerhalb jedes Diskurses anständiger Menschen.

        Das können Sie jetzt mal wieder erschreckend finden, aber mich erschreckt ihre seit Jahren demonstrierte absolute menschliche Kälte ja auch.

        • @Suryo:

          "Das können Sie jetzt mal wieder erschreckend finden, aber mich erschreckt ihre seit Jahren demonstrierte absolute menschliche Kälte ja auch."

          In der Tat ist es erschreckend mit welchem Selbstverständniss aus dem warmen Zuhause für die Weiterführung eines Krieges plädiert wird.

        • @Suryo:

          Dass ist jenseits jeder guten Kinderstube, illustriert aber das von mir beschriebene Unvermögen, auf Meinungsverschiedenheiten anders als mit nacktem Hass zu reagieren.

        • @Suryo:

          Bei allem Respekt: Sie bewegen Sich hier auf Glatteis! Menschliche Kälte - das kann ja nicht Ernst gemeint sein, oder? Wer hat denn kein Problem damit an den Ärmsten der Armen zu sparen?

          • @Alexander Schulz:

            Sie können ja die Kommentare OFs zum Ukrainekrieg alle nachlesen. Zitieren Sie gerne Worte des Mitgefühls und der Solidarität mit den Ukrainern.

  • "".... gerechten Frieden mit Gewalt umsetzen, bedeutet (..) eine Fortsetzung des Kriegs. Und das heißt: weitere Aufrüstung, weitere Eskalation, weitere Waffenlieferungen,.....""



    ===



    Bernhard Clasen versucht zu argumentieren, das erst die Fortsetzung des russischen Angriffs unter der politischen und militärischen Verantwortung des Folterknechtes, Kindermörder, Entführer und Zivilistenmörder -- Putin - - und die ukrainischen Verteidigesmassnahmen weitere Aufrüstung und Waffenlieferungen verursachen.

    Ein Waffenstillstand, um den zur Zeit gerungen wird, würde Leben retten - und zwar das Leben von ca. 1.000 russischen Soldaten die täglich sterben.

    Wer sich jetzt nicht vor Angtriffen durch Aufrüstung schützt - siehe Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Bulgarien und natürlich die Ukraine - hat traurigerweise immer noch nicht verstanden was Putin da anzettelt. Wer jetzt nicht aufrüstet und damit Kriege eventuell verhindert versucht Lebensmüdigkeit als Prinzip zu verkaufen.

    Die europäische Sicherheitsordnung ist bereits seit 2014 zerschossen - jetzt geht es darum durch Aufrüstung die beeindruckt weitere Kriege zu verhindern.

    • @zartbitter:

      "Ein Waffenstillstand, um den zur Zeit gerungen wird, würde Leben retten - und zwar das Leben von ca. 1.000 russischen Soldaten die täglich sterben."

      Erstaunlich das momentan also keine Ukrainer sterben. Fragt sich nur warum man täglich Videos von Entführungen ukrainischer Bürger zum Zwangsdienst an der Waffe sieht.

  • Ich würd mal behaupten, die allermeisten betroffenen Menschen in der Ukraine wollen ein schnelles Ende des Krieges, selbst unter Aufgabe von nationalem Territorium. Und ich glaub auch, dass es nationalistische Stimmen gibt, die Russland gerne fallen sehen würden.



    Was ich ich nicht mehr ertragen kann, sind die aufgrund mangelnder Argumentationssubstanz immer billigeren Argumente, die vorgeschoben werden, um eine defacto Kapitulation der Ukraine irgendwie zu rechtfertigen und diese als Erlösung für die Menschen in Ukraine verkaufen zu wollen. Wer dem Überfallenen rät, sich wehrlos zu ergeben und sich unter die Knute eines so autoritären wie brutalen Unrechtsregimes zu begeben, der redet dem Agressor und der Barbarei das Wort.



    Und da Herr Clasen, helfen auch keine immer mal wieder als Halbsatz enigestreuten Bemerkungen, dass "auch russische Angriffsfantasien" gefährlich sind.

  • Ich finde, dass die Europäern selbst darüber entscheidet, ob sie angegriffen werden (sollen) oder nicht. Und die Ukrainer entscheiden, wie sie damit umgehen, das sie angegriffen wurden. Das beides vermengt wird, empfinde ich schon seit 2014 als dubios.

  • Lieber Herr Clasen, was genau soll die Ukraine in Mar-a-Lago den machen? Kapitulieren? Ein zweites Münchner Abkommen unterschreiben?



    Jemand hat Russland kleingeschrieben oder mal ein T-Shirt mit einem Spruch getragen … wtf? Ist das hier das Vermietertagebuch oder die taz?

    • @Mendou:

      U+1F44

  • Dieser Kommentar hat ein unterirdisches Niveau. Jetzt wird schon ein T-Shirt herangezogen um Russland als Opfer eines Krieges zu stilisieren.

    • @TomekD:

      Das sind gerade mal drei Zeilen.

  • "brüchige Frieden" mit Russland waren immer nur das Vorspiel für den nächsten Überfall Russlands auf einen Nachbarstaat. Das ist die Großrusslandpolitik, die die "Großmacht" Russland seit Jahrzehnten verfolgt. Was es deswegen für die Ukraine braucht sind klare Zusagen für eine militärische Unterstützung Europas und der USA im Falle eines erneuten Angriffs sowie ene militärisch bestens aufgestellte Verteidigung der Ukraine. Deal wäre eine Aufnahme n die NATO.

  • Die Überschrift ist falsch.

    Sie müsste lauten:

    "Weichenstellung für den nächsten Krieg ist besser als das Schaffen einer Friedensordnung."

  • Die Darstellung, dass die Ukraine die imperialistische Angriffsmacht wäre und Russland das Arme Opfer, ist hanebüchen. Ich warte nur darauf, dass die Sammelbüchse rumgeht - "Waffen für Russland" wäre doch ein guter Slogan. Ich bin mir sicher, Sarah Wagenknecht und Wolfgang Höcke machen mit.

    • @stiller:

      Wolfgang Höcke? Ist das der Vadder vom Bernd?

      • @DemianBronsky:

        Das "Bernd" finde ich köstlich!

  • "Ein brüchiger Frieden ist besser als ein stabiler Krieg."



    Und was ist, wenn Putin nach ein paar Jahren die Ukraine erneut angreift und das Töten erneut beginnt? Nach allem, was man aus Moskau hört, könnte das durchaus passieren.

    • @Il_Leopardo:

      """Nach allem, was man aus Moskau hört, könnte das durchaus passieren."" (Erneuter Angriff Moskaus)



      ===



      Putin hat Minsk I und Minsk II ignoriert und hat sich selbst durch Northstream II nicht davon nicht überzeugen lassen weitere brutale imperialistische Kriege anzuzetteln.

      Militärische Schwäche kommt bei Putin als first class Einladung zum imperialistischen militärischen Überfall an.

      Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Putin erneut angreifen.

  • Russland ist einfach nicht zu besiegen. Treten wir andere Leute doch einfach an den Kreml ab, er wird schon nicht wie bisher jedes Mal mit Morden, Vergewaltigungen und ethnischen Säuberungen reagieren.



    Ich hol schonmal die Flagge mit der Taube für diesen Sieg der Vernunft über diese bellizistischen, EU-gesteuerten Ukrainer aus dem Keller.

  • Stimmt die Überschrift? Wohl kaum.

  • "Diese Männer stehen stellvertretend für die Millionen Menschen in der Ukraine, die ein schnelles Ende des Kriegs wollen."

    Das ist das zweite Mal, dass ich diese Aussage in einem Text von Herrn Clasen lese. Ich wäre sehr interessiert an einer Quelle und einer Einordnung. Dass das so der Fall ist, bezweifele ich nicht. Ich vermute, alle Ukrainer:innen wollen ein schnelles Ende des Krieges. Die Frage ist, was die Mehrheit der Ukrainer:innen darüber denkt, wie das aussehen, wie und ob es erreichbar ist. Es gibt ja durchaus Kompromissbereitschaft auf Seiten der Ukraine (die es etwas kosten würde), allerdings nicht auf Seiten Russlands. Wie aus seiner Sicht ein schnelles Ende aussehen könnte, spart Herr Clasen leider aus, auch das hätte mich sehr interessiert. Stattdessen bleibt es bei dem oft gehörten allgemeinen Appell, das Töten zu beenden, indem man akzeptiert, dass Russland nicht nachgeben wird.

  • "Ein brüchiger Frieden ist besser als ein stabiler Krieg"

    Dieser Aussage kann ich nur zustimmen!



    Leider ist das ein sehr langsamer Erkenntnisprozeß und bei vielen Menschen noch nicht angekommen. Zu Recht kann man dann ja auch die Frage stellen warum man dieses Ziel dann nicht bereits im Herbst 22 angestrebt hat als die Ukraine in einer Position der Stärke war?



    Leider gibt es noch sehr viele Menschen, die ernsthaft glauben, dass man einen gerechten Frieden erreichen kann durch möglichst lange weiterkämpfen. Ich hätte mir da von Anfang an eine offenenere Kommunikation von unseren westlichen Politikern und auch von Selenski gegenüber dem ukrainischen Volk gewünscht.



    Ja, es klingt z.B. schön, wenn man dem ukrainischen Volk verspricht, dass der Weg in die Nato unumkehrbar ist - aber was bringen Versprechen wie diese, wenn sie nicht umsetzbar sind?

    • @Alexander Schulz:

      "warum man dieses Ziel dann nicht bereits im Herbst 22 angestrebt hat als die Ukraine in einer Position der Stärke war"



      Weil Putin darauf nicht mit Verhandlungsbereitschaft sondern mit der Teilmobilisierung reagiert hat.

      "Leider gibt es noch sehr viele Menschen, die ernsthaft glauben, dass man einen gerechten Frieden erreichen kann durch möglichst lange weiterkämpfen"



      Falsch. Der Krieg geht aktuell nur deshalb weiter, weil Putin nach wie vor auf seinen Maximalforderungen besteht, welche unter anderem eine nachhaltige Schwächung und damit Wehrlosmachung der ukrainischen Armee vorsehen.

      • @Marcus Frank:

        Putin hatte große Angst vor einer Teilmobilmachung. Woher wissen Sie, dass er sie durchgeführt hätte, wenn Selenski nicht die Rückeroberung der Krim als Ziel ausgegeben hätte, sondern Verhandlungen?



        Der Krieg geht nicht weiter weil die Ukraine auf einen mehr oder weniger gerechten Frieden besteht?

        • @Alexander Schulz:

          "Woher wissen Sie, dass er sie durchgeführt hätte, wenn Selenski nicht die Rückeroberung der Krim als Ziel ausgegeben hätte, sondern Verhandlungen"



          Weil sie zeitlich unmittelbar auf erfolgreiche Gegenstöße der Ukraine folgte.

          Und nochmal: Putin ist bis heute nicht von seinen Maximalforderungen abgerückt und zu denen gehört unter anderem eine Verkleinerung und Fähigkeitenbeschränkung der ukrainischen Armee. Warum sollte sich die Ukraine auf so etwas einlassen? Das bedeutet schließlich, dass sie sich gegen einen erneuten Angriff schlechter verteidigen kann.

          • @Marcus Frank:

            Nochmal: Selenski hatte die Rückeroberung der Krim als Ziel ausgegeben bevor, die russische Teilmobilmachung stattfand!



            Die Ukraine hat jedes Recht der Welt im Extremfall bis zum letzten Soldaten zu kämpfen! Aber wir müssen das nicht unterstütze!

    • @Alexander Schulz:

      "Zu Recht kann man dann ja auch die Frage stellen [...]"



      Stellen kann man sie schon, tust du ja auch seit mehreren Jahren ständig.



      Aber wenn du dich dann nie argumentativ mit der Antwort auseinandersetzt, sondern einfach weiter die Behauptung aufstellst RU wolle Frieden und alle anderen seien Bellizisten - kombiniert wieder mit denselben "Fragen" - dann wird irgendwann keiner mehr darauf antworten.

      • @Genosse Luzifer:

        Die Fragen werden aber von immer mehr gestellt und die Antworten werden immer schlecher. Wie Ihnen aufgefallen sein dürfte differenziere ich zwischen Militaristen und Bellzisten. Ich habe übrigens nie behauptet dass Russland Frieden per se möchte - gute Diplomatie macht der anderen Seite aber den Frieden schmackhaft.



        Sie mögen es für angebracht halten dem ukrainischen Volk unrealistische Versprechen zu geben und sich dadurch als besonders guter Ukraine-Helfer sehen. Ich persönlich hingegen finde es unfair unrealistische Dinge zu versprechen wie z.B. den Nato-Beitritt und bezweifle das man damit dem ukrainischen Volk und uns einen Gefallen tut.

        • @Alexander Schulz:

          Diplomatie mit Russland ist Augenwischerei. Putin führt seit über 25 Jahren Krieg. Einen Frieden wird es mit Russland nicht geben wenn Europa nur Schwäche zeigt. Das ist eine Einladung für Putin.

          • @schnarchnase:

            Als Russland Krieg in Tschetschenien führte (zweimal) und Grozny in Schutt und Asche legte, hat das niemanden in Europa gehindert, beste diplomatische Beziehungen zu Russland zu unterhalten. Desgleichen gilt für die russischen Destabilisierungsversuche und Interventionen in Georgien (Abchasien. Süd-Ossetien) und die Einmischungen in Armenien (aserbaidschanisch-armenischer Konflikt). Erst als Georgien für die NATO interessant wurde, änderte sich die Sache grundlegend.



            Erzähle mir niemand, dass der Westen in der Ukraine keinerlei geostrategische Interessen verfolgt. Wenn jetzt eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine zu den Akten gelegt ist, liegt das daran, dass Trump in der Region anderweitige außenpolitische und ökonomische Ziele verfolgt.



            Für die USA ist Ostmitteleuropa global betrachtet nämlich nur eine Region neben anderen, in der sie außenpolitisch agieren, wahrscheinlich nicht einmal die am höchsten priorisierte, die Ukraine nur ein kleiner Fisch, auch wenn man das in Europa anders sieht.



            Derzeit scheint Lateinamerika ja wieder stärker in den Fokus der US-amerikanischen Aufmerksamkeit zu rücken (Reaktivierung der Monroe-Doktrin, Venezuela).

            • @Abdurchdiemitte:

              Bei ˋTschetschenien’ bitte nicht vergessen, dass



              (a) die Ukraine direkt an der Grenze zu Polen und anderen NATO-/EU-Staaten liegt.



              (b) der Tschetschenien-Krieg zu Zeiten stattfand, als viele im „Westen“ noch an gute Beziehungen zum eigentlichen Nachfolger der SU glaubten und eher Angst vorm Zerfall des russischen Staates hatten. Auch hatten sich Dudajew und Gefolge damals an die Macht geputscht (was ich jetzt nicht als „Entschuldigung“ für die Kriegszerstörungen in T. verstanden wissen möchte).

          • @schnarchnase:

            Die Art von Politik, die Sie befürworten führt nicht nur zu mehr russischen Aggressionen, sondern auch zu einem weiteren Erstarken der Rechten in Europa (die AFD lässt grüßen).

            • @Alexander Schulz:

              Nein, Ihre Beschwichtigung Russlands führt nur zu mehr russischer Aggression.

              Russland betrachtet Schwäche einfach als Einladung, zuzuschlagen.

  • Ich finde, ob ungerechter Frieden oder weiterer Krieg soll das ukrainische Volk entscheiden, vor allem auch die Menschen in den Gebieten, die dann Russisch werden.



    Ich empfinde es immer als sehr unangemessen, wie der Autor für eine bestimmte Klientel, in dem Fall die Deserteure und andere Ukrainer, die unter dem Krieg leiden, zu sprechen, wenn man deren Haltung nur erahnen kann.

  • Herr Clasen geht von einem Paradigma aus, das er schon begründen müsste.

    Weshalb würde das Sterben nach einem Friedensvertrag aufhören?

    Warum würe Putin in den besetzten Gebieten keine Säuberungen durchführen und zwei Jahre später nicht die dann entwaffnete Ukraine angreifen?

    Der Autor räumt selbst ein, dass nach einem Frieden, der einem Sieg gleichkommt, laut russischer Propaganda das Sterben sich neue Länder suchen könnte.

    Wieso würde Containmentpolitik ein Sterben verhindern?

    Aus welchem Grund ist die Vermutung, nach einem Sieg Putins würde das Sterben erst mal richtig losgehen, falsch?

    Ich staune, dass in einer linken Zeitung die Idee, ein faschistisches Großreich, das seine imperialistischen Eroberungsfantasien gerade aggressiv auslebt, sollte unschädlich gemacht werden, indem es als Reich zerschlagen wird, als aggressiv gewertet wird.

    Erst recht, wenn diese Idee von den deutlich unterlegenen Opfern und potentiellen Opfern angesichts der Bedrohung formuliert wird.

    Die Schwachen träumen davon, dass ihr Angreifer sie nicht mehr attackieren könnte.

    Mein Gott, wie aggressiv...

  • Niemand im Westen hat ein Interesse daran Russland zerfallen zu sehen um anschließend Kernwaffen in den Händen von lokalen Despoten wie dem widerwärtigen Ramsan Kadyrow zu sehen. Und ja, Europa muss wirksam abschrecken können sobald der Krieg in der Ukraine endet. Aber solange die Ukrainer aus sich heraus den Blutzoll weiter zollen stellen sich hier gar keine weiteren Fragen. Wir dürfen den Ukrainern dafür jedoch Respekt erweisen. Auch wird an der Stelle klar, warum gegenwärtig unglaubliche Summen in die konventionelle Aufrüstung der Bundeswehr gehen mit zeitlicher Priorisierung. "Besser ein brüchiger Frieden als ein stabiler Krieg"? Nichts gelernt aus 1938, "peace for our time"?

    • @Nachtsonne:

      Na ja, Chamberlain hat GB 1938 mit dem Münchner Abkommen Zeit erkauft um aufzurüsten. Auf Kosten der Tschechoslowakei.



      Insofern ist es eventuell logisch, jetzt die Ukraine so lange gegen Russland bluten zu lassen, bis die EU / Deutschland hochgerüstet sind, in der Erwartung dann einen Krieg gegen Russland führen zu können... Ob und wie das stimmt, weiß ich nicht, es ist aber in jedem Fall unmenschlich gegenüber den ukrainischen Männern die unfreiwillig an der Ostfront verrecken oder verstümmelt und traumatisiert werden. Diesen Menschen würde jedweder Frieden das Leben retten. Wäre mir wichtiger als irgendeine nationale Selbstbehauptung. Ganz abgesehen von den Aktienkursen der einschlägigen Konzerne und den undurchsichtigen Machenschaften der internationalen Politik.

      • @Egil:

        Genau, Hitler war bekanntermaßen verärgert über das Münchener Abkommen - er wollte den Kriegsbeginn so früh wie möglich. Zur Gegenwart. Die Ukrainer setzten diesen Krieg freiwillig fort, niemand zwingt sie dazu. Betrachtet man Trumps verhalten, so beobachtet man eher Druck auf Zelensky den Krieg einseitig zu beenden. "Wäre mir wichtiger als irgendeine nationale Selbstbehauptung." Da ist genau die Einstellung, die sich 1938 als falsch erwiesen hat, da Hitler ideologisch motiviert den Krieg wollte. Und Herr Putin ist ebenfalls ideologisch motiviert. Die Angst der Europäer besteht darin, dass Trump die Ukrainer zum Frieden zwingt, die USA Europa nicht mehr glaubhaft schützen, Putin einen auch propagandistisch verwertbaren Gewinn erzielt und anschließend z.B. im Baltikum den Krieg fortsetzt. Dann geht das Sterben weiter mit NATO-Truppen. Die Nachricht an Putin muss sein "da kannst nicht gewinnen, auch nicht lokal begrenzt". Die Aktienkurse sind erst nach Putins einmarsch gestiegen. Das ist auch sinnvoll, außer sie wollen die Waffen im Hobbykeller selbst zusammenbasteln. Die internationale Politik in Bezug auf die Ukraine ist nicht unklar. Putin hat sich schriftlich klar positioniert.

      • @Egil:

        Wollen Sie ernsthaft behaupten, sinistre (natürlich „westliche“) Aktionärs-Netzwerke wären die treibenden Kräfte hinter dem Krieg? Ja, Rheinmetall usw. usw. sind auch an der Börse. Und?

  • Danke!

  • Das liest sich ja fast so, als wäre der Beitrag original im Russischen verfasst und dann übersetzt wurden.



    Russland muss daran zerbrechen, allein schon damit andere Länder von ihren imperialistischen Ideen abrücken.

    Die Quintessenz aus ihren Augenzeugenberichten müsste sein, dass Europa endlich entscheidend liefern muss um auch weiter und für immer Ruhe haben zu können.



    Fordern Sie mehr und bessere Unterstützung, fordern Sie Tauruslieferungen (inkl. Koordinaten), fordern Sie die Aufnahme in Bündnisse, fordern Sie von mir aus europäische Boden Truppen die die "inaktiven" Fronten absichern, fordern Sie nen gesperrten Luftraum westlich von Kiew, fordern Sie härtere Sanktionen, etc.

    Aber fordern Sie keinen Frieden, den Russland wie schon so oft wieder brechen wird und nur zur Reorganisation seiner Kräfte nutzen wird.

    • @WeAmGroot:

      Welche Länder haben den noch imperialistische Gedanken? USA, China, die beiden würden sich bestimmt nicht davon abhalten lassen zu tun was siw möchten.

      Wir werden ja jetzt sehen wie vermutlich die USA an harten Sanktionen zu Grunde geht. Aber da wird sich wohl eine Rechtfertigung finden lassen. Die Ukraine ist ein eigenständiges Land, welche eigenständige Entscheidungen treffen. Allgemeiner O-Ton durfte das Vietnam, Irak, Iran, Venezuela auch. Wir sind die imperialististen im Schafspelz. Unsere Interessen sind wichtig, deswegen bekommt die Ukraine auch nur soviel Waffen das sie langsam mit Russland ausblutet. Die Ukraine sind uns so egal wie jedes andere Land, das nicht eine Grenze mit uns teilt.



      Und es steht ja auch jedem frei selbst dorthin zu fahren. Aber viele würden ja lieber weg gehen, als ein Land zu verteidigen, welches weit weg von perfekt ist und perfekt bei 80 Millionen Menschen wird es nicht geben, aber besser für das Individuum ist als mehr wie 95 Prozent aller Länder.



      Warum kämpfen sich so viele nach Deutschland durch? Weil es lebenswert ist aber nicht Verteidigungswert.

  • Russland muss verlieren. Der Zynismus der Situation, dass die Ukraine gerade nicht untergeht, den Feind aber nicht schlagen kann, ist der viel zu zurückhaltenden Haltung Europas geschuldet. Es macht und liefert zu wenig, sanktioniert Russland zu lasch. Für einige Politiker, insbesonders aus der SPD, mag dieser Zustand vorteilhaft sein - für ein freies Europa ist es das nicht. In ein lustiges T-Shirt Angriffslust hinein zu interpretieren halte ich für absurd. Die Zahl der Deserteure als Votum für einen schlechten Frieden sehe ich nicht. Außer den Österreichern hat kein europäisches Volk so wenig Bock, das eigene Land zu verteidigen wie wir Deutschen. Aus unserer Sicht der Ukraine dasselbe zu unterstellen ist falsch. Mit dem schlechten Frieden hört das Morden nicht auf. Ich empfehle sehr den SPON-Beitrag von Tatjana Tönsmeyer "Krieg ist nicht nur das, was die Deutschen dafür halten".

    • @KaosKatte:

      Noch nie hat ein einzelner Staat ein solches Ausmaß an militärischer und finanzieller Unterstützung erhalten wie die Ukraine. Die Kritik, es sei dennoch zu wenig, blendet aus, dass Hilfen auch politische Folgen für die Länder haben, die diese Hilfen leisten. Es hat ökonomische und soziale Folgen, wenn Geld aus einem Bereich abgezogen und woanders hin transferiert wird. Historisch betrachtet führt so etwas zu politischer Instabilität, aktuell beobachten wir eine dramatische Rechtsverschiebung. UK, Frankreich und Deutschland werden von Regierungschefs regiert, die negative Rekorde in der Popularität knacken, noch nie seit 45 schnitten faschistische Parteien in Umfragen so gut ab. Klar kann man da den Zusammenhang leugnen, und der Ansicht sein, Inflation, Militarisierung und sozial Abbau führen nicht zu einer Radikalisierung, was aber in so einer Annahme fehlt ist, dass natürlich auch Russland mehr in diesen Krieg „investieren“ kann. Es kann mit Belarus eine weitere Front aufmachen, es kann westliche Lieferwege gezielt bombardieren, es kann ukrainische Regierungsmitglieder gezielt ausschalten, es kann eine Generalmobilmachung ausrufen, es hat Atomwaffen etc...

  • "Der Krieg hält den Europäern Putin vom Leib und die Ukrainer wollen Russland kleinkriegen. "

    Putin/RF hat die Ukraine gegen jedes geltende Völkerrecht militärisch überfallen.

    Russische Soldaten töten, auf Befehl Putins, auf ukrainischen Staatsgebiet, ukrainische Zivilisten. Inzwischen mehr als 10.000, darunter mehr als 1000 Kinder.

    In jeder Pressekonferenz der RF bekommen Sie den Grund genannt, warum der Krieg weitergeht. Weil es nur um einen russischen Diktatfrieden geht.

  • Welcher Krieg wurde denn bitte jemals durch einen "gerechten Frieden" beendet?



    Zur Frage, wie Gerechtigkeit aussieht, hat doch jede Seite immer komplett eigene Vorstellungen.



    Klar wäre es aus ukrainischer Sicht wünschenswert, wenn Russland bedingungslos abzieht und umfassende Reparationen leistet. Zum einen wäre Russland zu letzterem in etwa genauso fähig, wie Deutschland nach dem 1. Weltkrieg - Denn selbst konservativ geschätzt übersteigen die Kriegsschäden in der Ukraine schon jetzt die 500 Milliarden Marke bei weitem.



    Zum anderen muss dann auch mal erklärt werden, wieso Russland dieses für die Ukraine sehr wünschenswerte Szenario akzeptieren sollte?



    Wie soll das denn herbei geführt werden? Durch Sanktionen? Will man weitere 4 Jahre fleißig hin und her sanktionieren, in der Hoffnung, dass die Sanktionen doch noch das gewünschte Ergebnis bringen? Waffenlieferungen? Wir liefern doch jetzt schon, was nur irgendwie möglich ist. Wer behauptet, dass wir mehr liefern könnten, wenn wir nur wollten, der lügt. Ganz einfach!



    Oder soll die NATO durch militärisch direkt in den Konflikt eingreifen?

  • Ja, Ihre Meinung kann man haben. Ich nicht.



    Der falscheste Satz dabei ist- mMn- der, dass die Deserteure stellvertretend für die Ukrainer sprechen.

    • @So,so:

      ...oder der fehlende Satz dazu, dass Trump "Friedensangebote" gemacht hat, welche RU alles gegeben hätten: Zusätzliche Territorien, Aufhebung der Sanktionen, wirtschaftliche Zusammenarbeit, UK außerhalb der Nato... und doch hat RU nie zu irgendetwas zugestimmt, immer nur noch mehr und noch absurdere Forderungen aufgestellt.



      Fast so, als hätte der Kreml gar kein Interesse an Friedensgeaprächen.

  • "Auch Selenskyjs Auftritt in einem T-Shirt mit der Aufschrift 'Make Russia small again' lässt nicht vermuten, dass es der Ukraine nur um Landesverteidigung geht."

    Ach, Herr Clasen, vielleicht handelt es sich einfach um Erkenntnis, dass d i e s e m Russland vielleicht nicht mehr zu helfen ist? Um Trotz und bittere Ironie im Angesicht der Unterwerfungs- und Vernichtungsfantasien und der feuchten Träume der Selbstläuterung durch den totalen Krieg gegen die Ukraine und den "kollektiven Westen", die die russländischen Ideologen und Propagandisten täglich in die Welt kübeln? Einfach so mal den Spiegel vorhaltend: wo anders hin soll dies denn am Ende führen als in den Untergang? Warum sollte gerade Russland mit seiner SMO das nationale und imperiale perpetuum mobile gefunden haben?

  • Sorry, aber das klingt ja fast nach dem Sprech russischer Regierungsvertreter. Wo bitte schön senden westliche Politiker denn “aggressive Angriffsfantasien” aus oder halten die Kriegsfortsetzung durch die Ukraine für die „momentan beste Option“? Von Kallas habe ich derartiges bisher nicht vernommen - zumindest nicht in ihrer jetzigen Rolle. Und die Äußerungen ukrainischer Politiker sollte man im Kontext der Situation im Land betrachten.

    • @TerryX:

      Danke für die Klärung eines an sich offensichtlichen Sachverhalts. Einen T-Shirt-Aufdruck für einen Bothsideismus heranzuziehen ist schon arg konstruiert, man denke nur an die Massaker in Butscha.

      • @derzwerg:

        Oh, unterschätzen Sie nicht die Sicht der Gegenseite! So ein Shirt wiegt mindestens so schwer, wie zweieinhalb Massaker. Und ist bestimmt Vorwand für mehr Gräultaten. Dass den Verteidigern und Propagierern des Putinschen Phantasma vom Angriff auf Russland nunmehr nur noch Verweise auf Kleidung und böse Russophobie geblieben ist, ist allerdings bemerkenswert. Als nächstes wird es heißen, Russland musste Polen angreifen, die Polen erzählten ja ständig diese Russenwitze (ich kenne hunderte).

    • @TerryX:

      "Alle diese Angriffsfantasien sind gefährlich, die russischen genauso wie die westlichen."

      Das Zitat sagt doch alles.

      • @Querbeet:

        Yep, da wird wie früher der „westliche Imperialismus“ mit dem russischen gleichgesetzt.

  • Man muss diesen Konflikt vom Ende her denken. Mit einem brüchigen Frieden würde nichts besser. Er wäre für die Ukraine faktisch eine Kapitulation und würde die Sicherheit Europas massivst schwächen. Putin wird einem Friedensplan nur zustimmen, wenn er die Gebiete bekommt, die er bislang militärisch nicht erobern konnte. Er bekäme unter anderem die sehr gut befestigten ukrainischen Verteidigungsanlagen und hätte damit die besten strategischen Voraussetzungen für seinen dritten Krieg gegen die Ukraine, der dann unvermeidlich kommen wird.



    Russland wird diesen Krieg beenden, wenn die wirtschaftlichen Kosten zu hoch werden. D.h. Zerstörung der Erdöl-Raffinerien und Festsetzung der Schattenflotte und konsequentes Wirtschaftsembargo sind Teil einer erfolgreichen Strategie zu einem richtigen Frieden.

    • @Der Anfang:

      Dass der nordwestliche Teil des Donbass von strategischer Bedeutung sei, erschien mir nie plausibel. Die tatsächliche Bedeutung liegt wohl in seiner Rolle für die Narrative der kriegführenden Parteien gegenüber ihren inneren Akteuren, wie Anatol Lieven in der deutschsprachigen LMd m.E. sehr überzeugend ausführt.

      monde-diplomatique.de/artikel/!6134906

      Überhaupt ein guter Artikel, der die beiden Konfliktebenen (RU-UA und RU-Westen) voneinander trennt. Sein Lösungsvorschlag krankt aber wohl leider daran, dass Donald Trump von den Vereinten Nationen nichts hält.

      Aber - um auf die Überschrift mit dem brüchigen Frieden zurückzukommen: Man muss den Frieden umgehend zementieren. Es käme eben darauf an, den Konflikt dann nicht einfach eingefroren zu lassen wie nach Minsk II, sondern auf der Ebene RU-Westen eine umfassendere Sicherheitspartnerschaft neu aufzubauen, einschließlich Rüstungsbegrenzungsverträgen wie KSE. Das wäre auch beste (und die einzige echte) Sicherheitsgarantie für die Ukraine.

      • @Kohlrabi:

        Ich möchte Sie an das Budapester Memorandum erinnern, das eigentlich alles geklärt hat. Bis Putin auf die Idee kam, die Ukraine mit Annexion und Krieg zu überziehen.

  • Dann ist ja gut, dass Selenskyi ein Referendum abhalten lassen will. Aber ob Putin das erneute Appeasement des Westens wirklich wenigstens so wertschätzend wird, dass er eine echte Abstimmung durch temporäre Abstinenz seiner Aggression zulassen würde? Das glaube ich erst, wenn ich‘s sehe. Ich befürchte, er wird sich eher ermuntert fühlen, seine völlig realitätsfernen Forderungen weiter zu forcieren. Dabei hatte er nach seinem misslungenen Marsch auf Kiew den Kampf in der Ukraine eigentlich schon verloren. Aber das wollte man im Westen ja lieber nicht wahr haben wollen.

  • Ein schwacher Kommentar, der zudem an diffamierende Propaganda grenzt.

    Was soll den kommen, nachdem der herbeigesehnte brüchige Frieden gebrochen ist ...?

    Der russische Imperialismus lässt sich nicht durch Zugeständnisse beenden, wenn nicht gleichzeitig eine ausreichende Drohkulisse besteht.

    'Längst geht es nicht mehr nur um Selbstverteidigung wie 2022, als die Ukrainer sich vor den bis kurz an die ukrainische Hauptstadt heranrückenden russischen Truppen verteidigt hatten. Westliche Staaten senden nun im Verbund mit der Ukraine Signale aus, die man als aggressive Angriffsfantasien auslegen kann."

    Die USA liefern nur noch Waffen auf Kredit oder für Rohstoffe. Deutschland liefert noch immer nicht, was verfügbar ist. Wie liest man daraus bitte aggressive Angriffsfantasien?

    Und den Menschen in der Ukraine zu unterstellen, ihr Kampf um Freiheit und Leben wäre nicht zu 100% Selbstverteidigung ist ebenfalls äußerst gewagt.

  • „ Alle diese Angriffsfantasien sind gefährlich, die russischen genauso wie die westlichen. Man muss diesen Krieg so schnell wie möglich beenden. Das Leben der Menschen hat oberste Priorität. Besser ein brüchiger Frieden als ein stabiler Krieg.“

    Wäre hilfreich, den letzten Teil mit etwas mehr Substanz zu unterfüttern. So wie es dasteht ist es wohlfeiler Bothsideismus. Und Sie wollen ja nicht ernsthaft einen T-Shirt-Aufdruck mit beispielsweise den Butscha-Massakern gleichsetzen, oder?

  • Hallo Herr Clasen

    dass alle den Frieden herbeisehnen, steht sicher außer Zweifel, vermutlich selbst der Despot Putin, natürlich nur zu seinen Bedingungen – Diktatfrieden.

    Sorry, deine Feststellung:



    „Das ist eine Abstimmung mit den Füßen. Diese Männer [Deserteure] stehen stellvertretend für die Millionen Menschen in der Ukraine, die ein schnelles Ende des Kriegs wollen.“ ist für mich keine nachvollziehbare, absurde Argumentation.



    Sie desertieren, weil sie nicht an der Front sterben wollen!

    Möglicherweise, ist nur eine Hypothese, wäre der Krieg schon längst beendet worden, wenn der Westen nicht so zögerlich gewesen wäre. Frau, man denke an 5.000 Helme, ohne die geradezu lächerlichen Sanktionen, noch löcheriger als ein Schweizer Käse.



    Auch deine Formulierung:



    „Kaja Kallas ... redete ...einer Zerschlagung Russlands das Wort. …"



    Westliche Staaten senden nun im Verbund mit der Ukraine Signale aus, die man als aggressive Angriffsfantasien auslegen kann“,



    Deine Feststellung ist schlichtweg falsch, zumindest irreführend!



    Deine Feststellung ist schlichtweg falsch, zumindest irreführend!



    hört sich doch sehr nach Russland.



    Ich schicke dir gerne die Originalrede von Frau Kallas.

  • Mit Putin wird es keinen, auch keinen brüchigen Frieden geben.

    Das weiß auch der Autor. Und er weiß auch, dass Russland nicht kleiner sein wird als am Anfang des Krieges, über 5000 Atomsprengköpfe sind Sicherheitsgarantie genug.

    Die Äußerungen Kallas und das Statement Selenskyis beziehen sich darauf, dass Russland in die Schranken gewiesen werden muss um weiteren Angriffskriegen vorzubeugen. Auch das weiß der Autor.

    Es wird mit Putin keinen Frieden geben, er wird Russland in den Ruin treiben mit diesem Krieg. Das muss das Ziel der Ukraine und ihrer Unterstützer sein.

  • Besser lebendig in Ketten? Schlechte Wahl...

    • @Gothograecus:

      Nein. Eine mögliche Wahl. Ketten kann man evtl. irgendwann wieder loswerden. Tot ist man für immer.

  • Ich glaube Cicero sagte: Besser ein ungerechter Frieden als ein gerechter Krieg.

    Nur wieweit trifft das zu, wenn wir den Krieg als ein Teil einer groesseren Auseinandersetzung auf dem Schachbrett betrachten?



    Fuer Russland ist der Hauptbedrohungkorridor die ukrainische Tiefebene. Beim letzten mal brauchten sie Hilfe der Alliierten und die Graeueltaten Stalins, um dem Angriff standzuhalten. Demzufolge stellt Russland viele andere Aktivitaeten zurueck.



    Aus geopolitischer Sicht kann es sinnvoll sein, den Krieg weiterzufuehren, um auf dem restlichen Schachbrett freie Hand zu haben. Haette es in Istanbul 2022 Frieden gegeben, waere Assad vielleicht immer noch an der Macht.



    Ich denke, die USA und Europa wollen das selbe: Die Arktis ausbeuten, um den Niedergang des Westens abzuwenden. Die Demokraten und die Europaeer wollen vorher Russland soweit schwaechen, dass es bei der Ausbeutung nicht zu sehr stoert, die Republikaner (bzw Trump) das schnelle Geld und sind dafuer auch bereit sich mit Putin zu arrangieren und den Klimawandel zu beschleunigen.

    • @elektrozwerg:

      Nur was verstand Cicero unter Frieden? Oder Gerechtigkeit?



      Hier haben wir die Situation dass dieser Zustand den Herr Clasen hier als brüchigen Frieden tituliert besser als vorrübergehende Waffenruhe zu bezeichnen wäre. Das entspricht zumindest nicht meinem Verständnis von Frieden. Und da reden wir noch nicht mal von Russlands Krieg gegen die ukrainische Bevölkerung in den besetzten Gebieten.

      Man vergleiche hier auch die punischen Kriege. Rom schloß zweimal Frieden mit Karthago. Das reichte Rom aber nicht. Am Ende waren von Karthago kaum noch Ruinen übrig.

    • @elektrozwerg:

      Erklären sie mal, warum Putin vor dem Angriff auf die Ukraine eine Rede gehalten hat, in der er die Existenzberechtigung der Ukraine als eigenständiger Staat infrage gestellt hat, wenn doch angeblich der Westen Schuld sein soll.

      • @Marcus Frank:

        Schuld ist so eine typisch deutsche Kategorie. Russland traegt fuer seinen Einstieg in den schon 8 Jahre alten Stellvertreter- bzw Buergerkrieg und die Ausweitung dessen natuerlich die Verantwortung. Es ist aber immer noch der Krieg, den die Ukraine im Rahmen ihrer "Antiterror-Operation" began. Es wird auch immer noch derselbe Krieg sein, wenn auf der anderen Seite die Unterstuetzer zu Teilnehmern werden und nicht ein Angriffskrieg der willigen Europaeer gegen Russland und damit Krieg Nummer 3.



        Was ihre Frage zur Rede Putins betrifft, ich diskutiere nur ueber Reden, die ich im Original nachlesen kann. Ich vermute es hat etwas damit zu tun, dass die Russen die Eigenstaendigkeit der Ukraine unter der Bedingung anerkannt haben, dass die Ukraine neutral bleibt. Denn wie Putin schon zu Bush im Wortlaut sagte: "Kommt die Ukraine in die NATO, wird es die Ukraine nicht mehr geben." Diese rote Linie war allen bekannt, wie man zb den geleakten Diplomatendepechen entnehmen konnte und der Grund fuer Deutschland und Frankreich wiederholt via Veto die NATO-Aufnahme der Ukraine zu blockieren. Aber die USA wollten zuendeln und waren dementsprechend nicht unschuldig an der Entwicklung.

        • @elektrozwerg:

          Es gab niemals einen Bürgerkrieg in der Ukraine, das sind russische Lügen.

        • @elektrozwerg:

          Die Ukraine ist ein eigenständiger Staat. Woher nimmt sich da bitte Russland das Recht, dort einen Regime-Change und de facto Übernahme des Landes vornehmen zu wollen, weil den russischen Machthabern diese oder jene Entscheidung der Ukraine nicht passt? Und kommen Sie hier jetzt bitte nicht mit dem Unsinn, das russische Regime habe sich bedroht gesehen. Bedroht ist es nur insofern, als dass es seine Existenz offenbar ohne Not darauf aufbaut, eine imperiale Macht sein zu wollen anstelle eines simplen, einfachen Staates wie (fast) alle anderen.



          Die Annahme, Russland habe mit dem Start des "Bürgerkriegs" im Osten der Ukraine nichts zu tun gehabt und sei erst später "eingestiegen" i



          st übrigens komplett naiv, das aber nur am Rande.

          • @V. Ohneland:

            "Die Ukraine ist ein eigenständiger Staat. Woher nimmt sich da bitte Russland das Recht, dort einen Regime-Change und de facto Übernahme des Landes vornehmen zu wollen, weil den russischen Machthabern diese oder jene Entscheidung der Ukraine nicht passt?"

            Russland nimmt sich dieses "Recht", weil es das kann. Ebenso wie sich die USA seit Jahrhunderten dieses "Recht" unzaehlige Male genommen haben, aktuell in Venezuela.



            Naiv ist es zu glauben, die Zeit des Staerkeren und der Einflusssphaeren waere vorbei.



            Russland besteht seit Jahrzehnten darauf, dass die Ukraine ein Pufferstaat zwischen den USA und Russland ist, sprich NATO nein, EU ja. Das war uns egal und deshalb schafft sich Russland nun militaerisch seine Pufferzone. Das finden wir alle scheisse, aber es war vorhersehbar wie das Amen in der Kirche. Ja, wir koennen uns zu Recht darueber aufregen, dass das voelkerrechtswidrig ist. Es interessiert nur keinen solang wir Frackinggas aus den USA kaufen, es keine Sanktionen gegen die USA gibt, Vermoegen der USA und US-Oligarchen nicht eingefroren wird, Einflussvehikel wie die Transatlantikbruecke nicht verboten und Buergerrechte von "USA-Verstehern" nicht geschleift werden.

  • "ist zwar in erster Linie dem aggressiven Vorgehen der russischen Angreifer geschuldet"

    Ein "in erster Linie" gibt es nicht!

    Russland hat einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen und mit seinen Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung und ukrainischen Kriegsgefangenen so gut wie gegen alle Artikel der Genfer Konvention verstoßen. Da entfällt ein "und zwar". Ersatzlos!

    Die vom Autor erwähnten Schlussfolgerungen über die Motive und Handlungsweisen der EU oder einzelner Mitglieder sind durchaus plausibel, ändern aber nichts daran das es Russland selbst in der Hand hat den Krieg zu beenden.

    Leider spart der Autor auch aus, wie aus seiner Sicht denn ein "brüchiger Frieden" Gestalt annehmen könnte und was er beinhaltet.

    Das Putin kein Interesse an einer Vereinbarung hat und keine Kompromisse eingehen will, hat er gerade jüngst erst erneut unter Beweis gestellt.

    Gerade unter diesem Aspekt finde ich die Intention des Autors äußerst befremdlich.

  • "In der Ukraine geht es nicht mehr nur um Verteidigung. Der Krieg hält den Europäern Putin vom Leib und die Ukrainer wollen Russland kleinkriegen."

    Ach so ist das.

    Ich Einfallspinsel dachte immer Russland will die Ukraine gewissermaßen "Heim ins Reich" holen und dabei gleichzeitig "entnazifizieren".

    Also halten wir jetzt, wenn auch brüchig, inne, die Europäer lassen Putin ran und die Ukraine verzichtet darauf, Russland "klein zu kriegen".

    Und schon herrscht Frieden im Land.

    • @Jim Hawkins:

      》Ach so ist das.



      .



      Ich Einfallspinsel dachte immer Russland will die Ukraine gewissermaßen "Heim ins Reich" holen und dabei gleichzeitig "entnazifizieren"《 - seien Sie nicht so hart mit sich selbst!

      Clasen ist immerhin mindestens seit Beginn des Kriegs taz-Korrespondent vor Ort und dürfte - im Gegensatz etwa zu Korrespondent*innen der FAZ "mit Sitz" in London oder Washington, also quasi Gesandtenstatus - einen ganz anderen Zugang zur Realität in der Ukraine haben und aus dieser Perspektive berichten, was Sache ist.



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      Späte Einsicht ist besser als keine Einsicht - machen Sie da weiter!



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      Und kehren auch nicht sofort ins alte Fahrwasser zurück: 》Also halten wir jetzt, wenn auch brüchig, inne, die Europäer lassen Putin ran und die Ukraine verzichtet darauf, Russland "klein zu kriegen".



      .



      Und schon herrscht Frieden im Land《 steht schließlich im Beitrag oben gar nicht, sondern Clasen legt eindrücklich dar, wie entsetzlich die realen Folgen einer Fortsetzung des Kriegs wären.



      .



      So erstrebenswert ein gerechter Frieden auch sei.

  • "Doch auch der Westen trägt mit seiner Haltung, für die Ukraine und Europa sei es momentan die beste Option, den jetzigen Krieg fortzusetzen"



    Woher meint der Autor zu wissen, dass der Westen diese Haltung habe? Im Moment ist doch das Problem: Russland rückt von seinen Maximalforderungen zu null Prozent ab. Und die beinhalten nicht nur Gebietsforderungen, die beinhalten z.B. auch eine Größen- und Fähigkeitsbeschränkung der ukrainischen Armee was letztlich bedeutet, dass Russland es bei einem erneuten Angriff auf die Ukraine einfacher haben wird und die Ukraine dann mit höherer Wahrscheinlichkeit komplett erobert wird.

  • 👍

  • Es läuft mir auch schon länger kalt den Rücken herunter, dass das 'moralisch Gute' und das' moralisch Schlechte' 2 Seiten einer Medaille sind:Kompromiss ist Kapitulation. Sie wollen sich gegenseitig vernichten.



    "Man muss den Krieg so schnell wie möglich beenden. Das Leben der Menschen hat oberste Priorität."



    Kann ich nur voll unterschreiben.

    • @poesietotal:

      "Sie wollen sich gegenseitig vernichten."



      Bitte, was? Seltsam, ich sehe hier nur einen Kriegsteilnehmer, der erklärtermaßen den anderen vernichten möchte (und dies, im Gegensatz zum weitaus kleineren angegriffenen Land, auch tatsächlich könnte, vermutlich).



      Und das moralisch Gute und das Schlechte sind zwei Seiten bitte welcher Medaille? Aber (moralisch) hat das Leben der Menschen höchste Priorität?



      Make it make sense.

    • @poesietotal:

      ""Man muss den Krieg so schnell wie möglich beenden. Das Leben der Menschen hat oberste Priorität."



      Kann ich nur voll unterschreiben."



      Spannend dabei ist halt die Frage, ob das kurz- und mittelfristig dasselbe ist. Eher nicht.

    • @poesietotal:

      "Kompromiss ist Kapitulation"



      Putin geht aber auf keinen Kompromiss ein und schlägt auch keinen vor. Er besteht weiterhin auf seinen Maximalforderungen, welche unter anderem eine Verkleinerung und Fähigkeitenbeschränkung der ukrainischen Armee vorsehen. Soll heißen: Forderungen, die auf eine Ukraine hinauslaufen, die sich bei einem erneuten Angriff schlechter verteidigen kann.

  • Diesen Kommentar verstehe ich so garnicht. Was soll das?

    • @Franz Rietzrau:

      Vielleicht könnte der Herr Clasen hier ja in Anbetracht der ganzen Reaktionen auf seinen Kommentar ja seinerseits noch mal (etwas differenzierter?) kommentieren.

      • @TerryX:

        Was hilft da eine Differenzierung wenn schon die zugrunde liegenden Annahmen falsch sind?

        • @V. Ohneland:

          Na, mich würde einfach interessieren, was der Autor zu den ganzen Einwänden zu sagen hat bzw. hätte.