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Rentenreform und Lebensarbeitszeit Ungerechtigkeiten verschärfen sich

Pascal Maier

Kommentar von

Pascal Maier

Künftig sollen alle länger arbeiten. Dabei wäre es sinnvoller, das Renteneintrittsalter an die Beitragslänge zu koppeln.

D as Renteneintrittsalter soll weiter steigen. So hat es die Rentenkommission vorgeschlagen. Egal, ob Anwältin, Chefärztin, Krankenpflegerin, Handwerkerin – beim Renteneintrittsalter sind in Deutschland alle Ar­beit­neh­me­r:in­nen gleich. Ist das gerecht?

Noch im Frühjahr hatte Bundeskanzler Merz (CDU) fast schon sozialdemokratische Töne angestimmt: Jemand, der mit 16 eine Ausbildung beginne und 45 Jahre ohne Unterbrechung arbeite, habe „ziemlich viel geschafft“. Wer hingegen erst später ins Berufsleben starte, habe „ein bisschen zu wenig gearbeitet“. Aber genau das ist die aktuelle Gesetzeslage: Alle dürfen mit 67 in Rente gehen, egal wie viele Jahre sie zuvor eingezahlt haben – zumindest alle, die nach 1964 geboren wurden. Diejenigen, die älter sind, dürfen etwas früher in Rente gehen, aber das ist ein anderes Thema.

Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Kanzler plötzlich ein Herz für Menschen ohne Privatflugzeug entwickelt hat, die direkt nach der Schule ins Berufsleben starten. Vielmehr geht es ihm um sein Lieblingsthema Arbeit und vor allem darum, wer in seinen Augen zu wenig arbeitet. Merz hat dabei einen Punkt: Es ist ungerecht, dass Akademiker:innen, die mit Anfang, Mitte, Ende zwanzig ins Berufsleben einsteigen, im gleichen Alter in Rente gehen können wie Menschen, die ihr gesamtes Erwachsenenleben Vollzeit gearbeitet haben.

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Abgeschafft werden soll auch die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Von der profitieren vor allem jene, die früh angefangen haben zu arbeiten. Viele Aka­de­mi­ke­r:in­nen kommen gar nicht auf 45 Beitragsjahre. Dass künftig das Renteneintrittsalter noch weiter ansteigen soll, verschärft die Ungleichheit zwischen den Berufsgruppen. Die Rentenkommission empfiehlt, das Eintrittsalter an die steigende Lebenserwartung anzupassen. Beschäftige können 2041 also erst mit 67,5 Jahren und 2051 mit 68 in Rente gehen.

Aka­de­mi­ke­r:in­nen verdienen in der Regel mehr Geld als Menschen mit geringerem Bildungsabschluss. Ein höheres Einkommen hängt wiederum mit einer höheren Lebenserwartung zusammen. Sprich: Aka­de­mi­ke­r:in­nen haben nicht nur eine höhere Rente, sondern auch länger etwas von ihr. Bei Menschen, die in körperlich fordernden Berufen arbeiten, ist es fraglich, ob sie überhaupt bis zur Rente arbeiten können. Sie sollen sich künftig einer „individuellen Gesundheitsprüfung“ unterziehen, um vielleicht doch früher in Rente gehen zu können.

Die Rentenkommission lehnt eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Beitragsjahre ab. Doch genau das würde für mehr Gerechtigkeit sorgen. Die Bundesregierung folgt der Kommission blind: Nach der Rentenreform werden alle länger arbeiten müssen – die ohne Hochschulabschluss eben besonders lang.

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Pascal Maier

Pascal Maier

Volontär der taz Panter Stiftung.
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86 Kommentare

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  • In meiner Peergroup haben wir vielerlei studiert, doch ist niemand in einem privilegierten Beruf gelandet, nicht einmal Medizinerinnen. Vom Lehramt wurde uns abgeraten: "Lehrerschwemme." Die letzten akademischen Stellen wurden nach der Wende vergeben - wenige kamen aus dem Mittelbau doch noch an eine Stelle, auf Kosten von ebenso qualifizierten "Ostdeutschen", die aber vielleicht (als Naturwissenschaftler!) in der SED gewesen waren.

    Sehr viele von uns sind nach langen Jahren in NGOs, Mittelbau oder Projekten letzlich in der IT gelandet, oder in der Personal- oder Marketingabteilung von Unternehmen. Ich habe in der Softwareentwicklung niemals mehr verdient als 20 Jahre jüngere Informatikabbrecher (wenig -innen).

    Mit 60 wurden wir dann hinauskomplimentiert. Kurz bevor jetzt auch Jüngere voreilig rauskomplimentiert werden, da man glaubt, die KI könne sie ersetzen. Die viel gesuchten "Fach und Führungskräfte" müssen erst noch ausgebildet werden.

  • Eigentlich ist es Zeit für den Offenbarungseid. Den Generationenvertrag gibt es nicht mehr. Er war ein Schneeballsystem, welches auf der Annahme beruhte, dass die Zahl der Beitragszahler ständig wächst. Millionen von GRV-Versicherten sind von der Regierung/ den Parteien getäuscht worden. Merz/Klingbeil/Bas müssten endlich sagen, unsere Vorgänger haben die GRV-Beitragszahler über Jahrzehnte angelogen. Das System ist pleite. 21 Jahre durchschnittlicher Leistungsbezug lässt sich mit 37 Jahren Beitragszahlung im Umlageverfahren nicht finanzieren. Tut uns leid. Wählt nächstes mal besser jemand anderes.

    • @test_name:

      Ja und Nein.



      Das System kann bei Produktivitätswachstum natürlich funktionieren, weiterhin, Rentners ohne Minijobs/Langzeitarbeitslosigkeit haben es heute deutlich besser als früher, und auch der Anteil der Rentenbeiträge ist unverändert machbar. Wir haben bereits ganz andere Pyramidenverschiebungen hinter uns - vgl. Gerd Bosbach.



      Auch muss Zuwanderung in eine solche Rechnung.

      Eine Vereinheitlichung würde dabei ein wenig einsparen, vor allem das Gerechtigkeitsempfinden deutlich verbessern und das Bewusstsein bei allen hochhalten, auch bei denen, die jetzt noch ausgegliedert sind.

      Gemeinsames Feld, womöglich: Länger arbeiten ist zumeist zumutbar. Um dies umzusetzen, sollte die Kapitalseite das nicht einstreichen, sondern sogar umgekehrt auch endlich wieder ihren Steuerbeitrag angemessen leisten.



      Im Paket damit käme jene Rentenänderung auch durch: Vermögen, Erbe, Höchsteinkommen wieder angemessen beitragen lassen.

      Wir brauchen wieder das Gerechtigkeitsempfinden in der Breite. Das immunisiert auch etwas gegen Populistens aller Arten.

  • Immer schön die Fakten ignorieren und sich gegeneinander ausspielen lassen. So wird es weiter bestens laufen mit der Umverteilung nach oben.



    Zum Beispiel



    Die Rentenversicherung stünde schon Mal viel besser da, wenn nicht beitragsgedeckte Leistungen komplett steuerfinanziert würden. Macht 40Mrd. jährlich.



    Die Steuern kann man sich holen. Muss man nur wollen.

    Aber nee. Sowas geht ja nicht. Aber Sondervermögen gehen immer. An denen vor allem die Reichen verdienen und wir diese "Vermögen" berappen.

    • @Nansen:

      Das Abwälzen auf die Arbeitenden lief schon bei Kohl nach der Vereinigung, damit bloß "keine Steuern erhöht" wurden. Ein ganz ungesundes Versprechen von Rechts, dies, das zu genau solchen Verzerrungen und Abwälzungen auf die Arbeitenden führt. Solche Parteien besser dann nicht wählen.

    • @Nansen:

      Das hätte sogar noch den Vorzug, dass sich wirklich alle an diesen Kosten beteiligen, und nicht bloss die Beitragszahler der gesetzlichen Sozialversicherungen.



      Der Staat darf und soll durchaus Sozialpolitik machen, aber bitte nicht auf Kosten der Beitragszahler, die die Arbeitskosten erhöhen.



      Warum sollen z.B. Beamte nicht zu diesen versicherungsfremden Leistungen beitragen?

  • Was mich an der Rentendebatte besonders stört, ist die offensichtliche Ungleichbehandlung zwischen Beamten und Arbeitnehmern: Während Beamte bei Reformen oft außen vor bleiben und von Anfang an von Vorteilen wie mehr Netto vom Brutto, besserer Gesundheitsversorgung, günstigeren Versicherungen und später höheren + früheren Pensionen profitieren, trägt die große Mehrheit der Arbeitnehmer die Hauptlast der Veränderungen. Ob Maurer, Pflegekraft oder Reinigungskraft – viele beginnen mit 16 / 17 Jahren ihre Ausbildung. Wer dann 45j. gearbeitet hat, sollte genug geleistet haben. Warum soll ausgerechnet diese Gruppe immer länger arbeiten? Studienzeiten finde ich sollten ähnlich wie Kindererziehungszeiten – zumindest teilweise für die Rente angerechnet werden. Und wer freiwillig länger arbeitet, sollte das später auch deutlich finanziell spüren. Auch bei der Erwerbsminderungsrente läuft vieles schief. Schon die nötigen Facharzttermine sind kaum zu bekommen. Dazu kommt, dass zwei Menschen mit derselben Erkrankung unterschiedlich beurteilt werden. Der eine erhält die Rente, der andere nicht. Und selbst wenn sie bewilligt wird: Wer kann von dieser Rente leben?

    • @A.Buhk:

      ‚Während Beamte bei Reformen oft außen vor bleiben und von Anfang an von Vorteilen wie mehr Netto vom Brutto, besserer Gesundheitsversorgung, günstigeren Versicherungen und später höheren + früheren Pensionen profitieren‘

      An diesem Ihrem Halbsatz ist praktisch jede Aussage falsch. Das stört nicht zB an solchen Debatten.

      • @EffeJoSiebenZwo:

        Bitte erläutern Sie, welche Aspekte Sie als „praktisch alles falsch“ einschätzen. Zudem stellt sich die Frage, warum es kein einheitliches System für alle gibt, auch im Bereich der Krankenversicherung. Beamte zahlen weder in die gesetzliche Rentenversicherung noch in die Arbeitslosenversicherung ein und verfügen dadurch häufig über ein höheres Nettoeinkommen. Viele nutzen zudem die Beihilfe in Kombination mit einer privaten Krankenversicherung. Die durchschnittlichen Pensionen liegen über den gesetzlichen Renten. Diese Unterschiede zwischen den Systemen sind bekannt und dokumentiert. Es geht dabei nicht um eine Bewertung einzelner Berufsgruppen, sondern um die grundsätzliche Frage, ob parallele Systeme sinnvoll sind. Ebenso stellt sich die Frage, warum Arbeitnehmer mit langen Erwerbsbiografien länger arbeiten sollen, während andere Gruppen von Reformen weniger betroffen sind. Ein mögliches Modell wäre ein einheitliches System, in dem die Leistungen stärker an die individuellen Beiträge gekoppelt sind.

  • Der Arbeiter, der mit 16 in den Beruf einsteigt gibt es doch kaum noch. Viele versuchen doch Rentenkassenbeiträge zu sparen ( Schwarzarbeit, Selbstständigkeit ). Meine Ausbildung inkl. Studium war auch Arbeit, sind aber größtenteis keine Anrechnungszeiten mehr. Wir konnten trotz Bundeswehr mit 25 unseren Abschluss machen (Der Ausbildung wurden andere Interessen untergeordnet). Im Jahr 1891 wurde die Rente mit einem Eintrittsalter von 70 Jahren eingeführt. Die körperliche Belastung im Beruf ist immer geringer geworden. Die psyschiche Belastung macht die Menschen reif für die Rente. Das tut sich unsere Gesellschaft selber an.

  • Wie wäre es damit: jeder bekommt mit Erreichen des 70ten Lebensjahrs genau 1000€ Rente monatlich vom Staat. Die Rentenversicherung entfällt und ist nur noch für den Ausgleich bereits erwirtschafteter Ansprüche - steuerfinanziert - zuständig.

    Großer Schnitt. Die Beamtenbesoldung wird erhöht, so dass maximal 2000€ Rente monatlich zusätzlich durch Abschluss eines privaten Versicherungsvertrags erwirtschaftet werden können.

    fertig

    • @test_name:

      Eine solidarisch selbstverwaltete Rentenkasse für alle, mit wenig Verwaltungskosten und frei von privater Raffgier der Maschmänners und Blackrockers? Wenn wir schon frei denken, dann doch wohl in die Richtung.

    • @test_name:

      Da geht noch mehr! ..

  • "Es ist ungerecht, dass Akademiker:innen, die mit Anfang, Mitte, Ende zwanzig ins Berufsleben einsteigen, im gleichen Alter in Rente gehen können ..." Wie wäre es mit einem Land ohne Akademiker? Das wird man nicht weit kommen. Als ich mit dem Roller und finanziert durch das Bafög-Amt zur Uni gefahren bin, fuhren meine ehemaligen Mitschüler kurze Zeit nach dem Lehrabschluss schon Neuwagen. Wieso sollen sie deswegen auch noch früher in den Ruhestand gehen dürfen?Abgesehen davon ist der Versuch zwischen rentenwerter Arbeit und nicht-rentenwerter Arbeit zu unterscheiden von vorherein zum Scheitern verurteilt. Wäre übrigens auch wieder ein zusätzlicher Grund gut ausgebildet das Land zu verlassen.

    • @Nachtsonne:

      Wir können auch ein Studiensystem wie in den USA einführen, vielleicht verstehen die Herrschaften studierte dann was die Allgemeinheit ihnen schenkt.

      • @Ahroun:

        Dann Zahlen sich nur noch BWL und MBA aus.



        Wer soll dann noch etwas erwirtschaften?



        Warten wir mal ab, wie erfolgreich Trump ausländische MINT-Absolventen vertreibt und was das mit der amerikanischen Wirtschaft macht



        In meinem persönlichen Fall:



        Uni hat keine Studiengebühren gekostet.



        Unterhalt hat mein Vater finanziert.



        Als alleinstehender Angestellter hatte ich vor Jahren 2 700 € ausbezahlt von ca. 5 000 € brutto.



        Das macht über 35 Jahre 840 000 € Abzüge. Ein grossartiges Geschenk der Allgemeinheit an mich.



        P.S.: ich bin seit 10 Jahren im Ausland...

  • Da kommt es jetzt darauf an, was man unter "gerecht" versteht.



    Wer später anfängt zu arbeiten, hat weniger Rentenpunkte.



    Das ist gerecht.



    Was fehlt da noch?

    • @Frauke Z:

      Die Zahl der Rentenpunkte hängt auch von der Höhe des rentenversicherungspflichtigen Einkommens ab, nicht nur von den Versicherungsjahren. Aber wie schon von anderen bemerkt: dass sich eine akademische Bildung auch finanziell auszahlt, ist schon lange nicht mehr sicher, und auch bei Leuten mit akademischer Ausbildung sinkt im Alter die Leistungsfähigkeit; dass Arbeitgeber sie irgendwann nicht mehr wollen, hat durchaus auch berechtigte Gründe.

      • @Maira567:

        Sehe ich genauso. Es gibt auch keine "werte" oder "weniger werte" Arbeit, es gibt auch keine werten oder weniger werten Arbeitnehmer, ob es die gescholtenen Beamten, oder Reinigungskräfte sind, die alle eine hohe Rente bekommen können. Es gibt jedoch eklatante Benachteiligungen bei der Verteilung des wirtschaftlichen Erfolges und eine unverschämte Naturausbeutung.

      • @Maira567:

        Der Druck auf Akademiker wird größer. Da ist evtl auch das Verhältnis von Handarbeitern und Kopfarbeitern in den letzten Jahrzehnten zu stark verschoben worden. Dies gilt auch für die Gehälter. Ich glaube hier muß ein Anpaßprozess stattfinden, der für jeden Betroffenen natürlich problematisch ist. Für die Berufswahl sind die Chancenampeln immer schwierig gewesen, was in 10-20 Jahren wird, ist schwer vorherzusagen. Es gibt aber auch akademische Berufe die einfach seit Jahren geringe Berufschancen haben. Im Alter sinkt die Leistungsfähigkeit aber die Erfahrung ist ein schwer einzuschätzender Vorteil. Die frühen Renteneintritte sind doch sehr stark durch Phasen mit schlechten Berufsaussichten entstanden. Da war es Ziel jungen Menschen Chancen zu geben, indem ältere ihren Ruhestand vorzogen.

  • Als Student verzichtet man Jahre auf Geld, kann kein Vermoegen aufbauen, schon garkein Wohneigentum und die Familienplanung verzoegert sich. Ob es ein hoeheres Gehalt gibt und die "Wette" aufgeht, ist nicht immer beinflussbar. Das ist kein kleines Risiko, aber ohne dieses waere die Gesellschaft nicht funktionsfaehig.

    Von daher sehe ich das so:



    Der Berufsweg faengt mit Ende der Schulpflicht an. Zu diesen Zeitpunkt einscheidet man sich fuer eine Ausbildung oder fuer ein Abi und Studium.



    Ob man nun eine Ausbildung macht oder die Vorraussetzung Abi und Studium fuer einen Akademikerjob, beides ist Teil der Berufsausbildung und von daher auch gleich zu behandeln.

    In meinem Freundeskreis sind uebrigends die Nichtschreibtischtaeter deutlich fitter.

    • @elektrozwerg:

      Als Student bekommt man eine Ausbildung geschenkt sie in anderen OECD Ländern schnell 100.000 tausende kostet

      • @Ahroun:

        Nein, man bekommt die Ausbildung nicht geschenkt. Sie kostet nur keine Gebühren. Sie kostet aber sehr wohl Zeit und Engagement, wofür man bei einer gewerblichen Ausbildung bezahlt wird. Das war nicht immer so. Früher hat man Lehrgeld bezahlt. Ich glaube, dahin wollen wir nicht zurück.



        Überdies würden wir dann viele gute Leute verlieren. Die Zeiten der Boomer sind vorbei, in denen die Unternehmen zwischen vielen gut qualifizierten Bewerbern auswählen konnten.

  • das Ausspielen der verschiedenen Gruppen verstehe ich nicht. Wer eine 3-jährige Ausbildung mit 16 macht arbeitet nicht mehr und nicht weniger als ein Schüler der diese 3 Jahre mit Arbeit in der Schule verbringt. Auch danach: der fertig Ausgebildete arbeitet in einem Unternehmer, der Abiturient arbeitet danach als Student an der Universität. Während der Schüler und der Student während dieser 8 Jahre nicht entlohnt wird bekommt der Auszubildende und der Gesell Lohn. Insofern arbeiten alle gleich lang. Geistige Arbeit kann durchaus anstrengender sein als viele sogenannte hart arbeitende Entlohnungsarbeit in Großkonzernen. Das Gegeneinanderausspielen spielt wem in die Hände? Das Beamtenbashing ist besonders lustig. Auch rot-rot-rot schafft die Beamten nicht ab. Ich habe nichts gegen diese Abschaffungen, seltsamerweise sind Bundesländer, die das praktiziert haben, nach wenigen Jahren wieder davon abgekommen und nun müssen Beamte nachträglich besser besoldet werden aufgrund von Gerichtsurteilen. Weil diese angeblich zu üppig besoldet sind? Und warum empfiehlt nun die Rentenkommission nicht dass die Beamten einzahlen sollen. Beamtentum: weg damit! Und dann?

    • @Philipp Lobinger:

      Das Gegeneinander lenkt vom wachsenden Anteil ab, den inländisches und ausländisches Kapital sich wegschaufelt.

      Umso besser für die Solidarität ist ein transparentes und faires System für alle Arbeitenden, so dass die wirkliche Unfairness gezeigt ist. Was das ist, darüber gilt es zu diskutieren.

  • Hände hoch wer sich zuerst sein Gehirn vom 72-Jährigen Neurochirurgen operieren lassen möchte, der eigentlich lieber in Rente wäre.



    Das Medizinstudium bedeutet locker 40 Stunden und mehr pro Woche Arbeit, dann arbeitet man 24-Stunden-Schichten, viele Nachtdienste und Wochenenden. Körperlich anstrengend wird es auch - wer das nicht glaubt, sollte sich mal eine Hüftprothesen-OP anschauen. Aber das ist sicher auch kein Problem mit 70.



    Hauptsache wir pauschalisieren alle Akademiker als verkopfte Rumsitzer, die irgendwie zu viel verdienen…

    • @Nick riviera:

      Ich kenne beides anekdotisch: den Arzt, der mit Anfang 60 'durch' war. Und den, der in jenem Alter die "Schwarze Reihe" einfach noch mal durcharbeitete, um auf dem Stand zu sein, und den als Hausarzt dann doch mal zu verlieren (von sich aus hätte er die 70 auch noch locker gemacht) schade war.

      Solidarisches System der Arbeitenden - und dann schauen, wer bei uns eigentlich den finanziellen Rahm abstreift.

      • @Janix:

        Ja wie? - 70?



        Er fuhr mit Ende 70 im silbergrauen Vollgas über drei Spuren in HH.



        Als Tante hochgestochen Tory - seinem Chef & Praxis ausgespannt - meinte er solle doch wenigstens die AOK-Patienten abgeben “Was?! Nein. Da komm ich ja schon in der dritten Generation. Dann lieber die Privaten - die könne er sowieso selten leiden!“ ne Prostata-Geschichte beendete das Treiben mit. 82 •



        (Konnte den ollen Burschenschafter nich gut am Kopp haben - schade!)

        • @Lowandorder:

          Die Kasse setzt inzwischen einen Schlusspunkt, privat geht, meine ich, ad infinitum.



          Dass besonders verantwortungsvolle Tätigkeiten auch heißen, selbst mal den Schlusspunkt zu finden und dass niemand unersetzlich ist und auch nicht sein sollte, das auch.

          • @Janix:

            Das war glaube ich nur dem Umstand geschuldet - daß Onkel Ludwig als 3. Arzt werden musste!



            Weil nur zwei Höfe at hand!;)



            Und drob sein Leben lang gehänselt wurde zB “Dokter warrrn?? Nee Nee lot mi ann lann! Dor lech ikk fiiv Mark oppen Disch! Un hei möt mi inn Mors kiiken!! Nee Nee lot mi an lann!“



            Nauke - Sluusuhr der 2. - “Sech mol! Kümmst trech? Or möt ik wat rutdoon ?“ 🧐🥳👨‍🌾👨‍🌾👩‍🌾🧑‍🌾🤣🙀🤣



            Sie sehen Liebe wohin du schaust!



            Aber keine Lust Arzt zu werden in HH

            • @Lowandorder:

              Der Arzt der Arzt. Ich hör immer nur "der Arzt".



              Es geht ja um gerechtigkeit, bin ich ja Evangelisch gebildet und Mathäus Kapitel 20, vers 1 - 16 so lange durchgekaut, bis ich mich gefühlt hab, als hätt ich den ganzen Weinberg alleine gesoffen.



              Jetzt stell ich mir das ganze auf einem Spargelfeld in Lauenburg vor.



              "De lütte Mann mutt dragen wat de Groten maakt"



              Aber de Buur hat keen Sünndag und Ärzte laufen damals wie heute, weder in SchleWiHo noch im Judäa, auf keinem Landwirtschaftsbetrieb rum.



              .



              Ein hab' ich noch;



              "Seg nich to gau: dat is so! - dst kuun auch anners sin!"

              • @Herr Magnet:

                Herr dunkel war der Rede Sinn



                Friedrich Schiller der Gang zum Eisenhammer



                Mal klamüsern: Lauenburg seit Heinrich dem Löwen 🦁/ Erb-Vögte!



                Die waren eher gut betucht! Aber ja.



                Korn/🐷 - nix Spargel /nix Sander!



                &



                2. Schwung(wg Diphterie) Jungs:



                Luden als 3. mußte auf‘s Katzenmuseum in Lübeck! Hatte später in HH ne Riesenpraxis allg. Artzt.



                Egal. Der ernsthafte Spott blieb.



                Die Gesprächsrunden waren zum Abrollen „…n Spoß möt Schäpstän - ever keen Hunnentän hem!“



                ps hab ihn noch kurz vor seiner Prostata-Geschichte erlebt: warum sollte er aufhören?

                • @Lowandorder:

                  Gut gut, aber Kleinigkeit noch;

                  Den Herrn Dunkel dürften Sie auch schon das eine oder andere Mal für den einen oder anderen Kommentar kassiert haben Herr... Order?

                  Und das mit dem Spargel



                  -> wo es zu Kalt ist, da kein Wein.

                  Und bei dem ganzen Plattdeutsch ist's mir schon recht frostig um die Nase geworden.

                  Ich hab mir Mühe gegeben!

                  Gruß an den Herrn Dokter'!

  • Ich möchte noch einen neuen Aspekt in die Waagschale werfen. Erstaunlicherweise arbeiten die Akademiker, denen man vorwirft, durch die lange Studienzeit nicht so viele Arbeitsjahre leisten zu können, am längsten in Deutschland: www.bib.bund.de/DE...Erwerbsarbeit.html



    Solche wissenschaftlich nachgewiesenen Fakten werden in den allgemeinen Diskussionen einfach unter den Tisch gekehrt. In 2025 betrug die durchschnittliche Lebensarbeitszeit bei Männern mit hoher Bildung 40,6 Jahre und bei Männern mit niedriger Bildung 31,9 Jahre. Akademiker noch länger arbeiten zu lassen, ist aus meiner Sicht nicht zielführend, weil konzentrierte geistige Arbeit mit zunehmenden Alter auch anstrengender wird. Die Experten schlagen lebenslanges Lernen für die Männer mit niedrigerer Bildung vor, um sie kontinuierlicher am Arbeitsprozess teilnehmen lassen zu können. Seit 1991 hat sich die durchschnittliche Lebensarbeitszeit aber bereits um 1,7 Jahre erhöht, was man angesichts der Rente mit 63 wahrscheinlich nicht gedacht hätte. In meinem Umfeld wurden alle Freunde mit Anfang 60 in Rente geschickt.

    • @rolas:

      Wie definiert sich niedrigere Bildung?



      Alle die nicht studiert haben? Dann wären auch (die meisten) Beamten in der Rechnung...

    • @rolas:

      Rente mit 63 war eher ein Wahlkampfgag, weil die SPD mal die besser bezahlten männlichen Facharbeiters glaubte ansprechen zu müssen. So wie die CSU eine "Mütterrente" zückte oder die CDU mit einem "Elterngeld" den Akademikermüttern einreden konnte, dass ihre Kinder etwas Besseres wären.



      Ist bei den genannten 40 Jahren das Studium enthalten oder nicht? Das harte Arbeit ist und intellektueller Spaß zugleich.



      Kommen die 31,9 vielleicht auch dadurch zustande, dass jemand in der restlichen Zeit Bewerbungen tippen musste oder gesundheitliche Probleme durchzustehen hatte.



      Und ich meine schon, dass im Allgemeinen der Rücken vor dem Hippocampus schlappmacht. Alter hat meist mehr Erfahrung/Weisheit und weniger "Energie"/Getriebenheit, da ist ein leicht geändertes Aufgabenfeld wohl sinnvoll. Sonst kommt es zu solchen seltsamen Frühverrentungen, oft auf Kosten der Allgemeinheit konstruiert. Zumeist auch noch bei Menschen mit ohnehin komfortabler Finanzlage.

  • Es gibt übrigens nicht nur einen Unterschied zwischen Frau und Mann bei Lebenserwartung und entsprechend Auszahlung aus der Rentenkasse.



    Vor allem gibt es den zwischen Betuchten und den in härteren Verhältnissen Lebenden. Schlagen Sie das mal nach. Die Rente verteilt in diesem Punkte von Arm zu Reich.



    Statt VW mit bezuschussten Frühverrentungen noch mehr staatliches Geld indirekt zuzuschieben als bereits schon, besser jenes mal angehen.

  • Im Prinzip ja!



    Auch ich halte es für gut, dass Menschen nach 45 Jahren in Rente gehen konnten.



    Außerdem fand ich den Vorschlag gut, dass AkademikerInnen eben auch gleich viele Beitragsjahren arbeiten sollen wie ArbeiterInnen, bevor sie einen Rentenanspruch erhalten.



    Beides übrigens Initiativen der Sozialdemokraten.



    Mit einer linken Mehrheit wäre das vielleicht auch wieder möglich.



    Daher sollten Linke, die für Inhalte stehen, für diese Mehrheit kämpfen, statt Gräben im eigenen Lager zu ziehen.



    Es ist klug, eine derartig schwierige und unbequeme Aufgabe an eine ExpertInnenkommission zu vergeben.



    Es wäre ein Fehler, den Vorschlag nun zu zerreden.



    Klar fühlen sich die Meisten irgendwie betroffen und in der Diskussion im Vorfeld protestierten auch linke AkademikerInnen gegen Einschnitte bei den eigenen Rechten.



    Hier handelt es sich aber um einen Kompromiss mit der Union.



    Wie im Artikel nochmal erläutert, ist da das Verständnis für hard working people nicht weit verbreitet.



    Bessere Zeiten mögen wieder bessere Ergebnisse für linke Ideen



    bringen.



    Entgegen der Unkenrufe hat die von der Arbeitsministerin eingesetzte Kommission einen ausgewogenen Vorschlag erarbeitet.



    Respekt!

  • >Bei Menschen, die in körperlich fordernden Berufen arbeiten, ist es fraglich, ob sie überhaupt bis zur Rente arbeiten können.<

    Ärzte/ Apotheker/ Rechtsanwälte haben in der Politik eine gute Lobby und deswegen Versorgungswerke. Wenn die "hart arbeitende Mitte" (HAM) eine Lobby hätte, gäbe es eine Rentenkasse für Arbeiter: geringere Lebenserwartung => niedrige Beiträge.

    Die HAM hat aber nun mal keine Lobby. Problem ist nicht die HAM sondern die Gruppen, die von ihr finanziert werden.

    Das gesellschaftliche Problem ist, dass es keine glaubhafte Erzählung dafür gibt, wie die Altersversorgung von langlebenden Beamten, langlebenden Angestellten und Bürgergeldempfängern finanziert werden soll.

    Frei nach Trapatoni: Merz Flasche leere - Deutschland hat fertig.

    • @test_name:

      Ohne den letzten Satz wäre der Beitrag m.E. stärker gewesen.



      Eine Rentenkasse für alle könnte eine Lösung sein. Dann spüren einflussreichere Kreise alles sofort am eigenen Leibe.

    • @test_name:

      Erstens: Diese Berufe von der "hart arbeitenden Mitte" auszuschließen, ist unverschämt und weltfremd. Insbesondere das Apotheker*innenbashing trotz eines im Bundesdurchschnitt wirklich nicht überragenden Einkommens ist völlig unangemessen.

      Zweitens: Diese Berufe haben nicht deshalb Versorgungswerke, weil sie eine so tolle Lobby haben, sondern weil sie Berufe mit einem außerordentlich hohen Anteil an Selbstständigen sind, die ebenfalls eine Altersversorgung wünschen und benötigen, die nicht (wie im Falle der Rentenversicherung aufgrund des fehlenden Arbeitgeberanteils) für Selbstständige horrend teuer ist. Ob das gerecht und/oder zeitgemäß ist, kann man ja durchaus kritisch sehen, aber man sollte zumindest die tatsächlichen Gründe berücksichtigen, warum diese Systeme existieren.

      • @Agarack:

        >tatsächlichen Gründe berücksichtigen, warum diese Systeme existieren<

        Da gibt es eine "Brandmauer". Die Versorgungswerke werden klein gehalten damit Einzahler für die horrend teure GRV übrig bleiben.

        "(GRV) horrend teuer "

        Sie haben recht. Die GRV ist nur dann nicht horrend teuer, wenn man den Arbeitgeberanteil nicht mit einrechnet. Was ist der Arbeitgeberanteil? Soziale Wohltat des Arbeitgebers oder Lohnbestandteil als Gegenleistung für geleistete Arbeit?

        • @test_name:

          Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was Sie mir sagen wollen. Selbstverständlich ist der Arbeitgeberanteil ein indirekter Lohnbestandteil. Das ändert nichts daran, dass er bei einem Selbstständigen mit vom Bruttoeinkommen abgezogen wird und bei einem abhängig Beschäftigten nicht, und die Rentenversicherung somit für Selbstständige unattraktiv ist, was in Berufen, in denen ein außergewöhnlich hoher Anteil der Beschäftigten selbstständig ist, eine berufsständische Versorgungseinrichtung nicht völlig abwegig erscheinen lässt. Man muss das wie gesagt weder gerecht noch zeitgemäß finden, aber es ist nicht nur einfach eine Folge banaler Raffgier.

  • Schade dass wir in Deutschland nicht so fit sind wie die Franzosen, was Streiks und Demos angeht. Sonst hätten solche assozialen Pläne wenig Chance, das geht schließlich Alle etwas an aber es sind eben Alle zerstritten, gespalten und unsolidarisch.

    Politiker zu erziehen ist wie Eltern zu erziehen: Man muss denen Zeigen dass man etwas will und etwas dafür tut und es ist ätzend und mühsam. Aber es lohnt sich!

    Aber so wie es gerade aussieht erzieht man sich eben die Politiker, die man jetzt hat...

    • @realnessuno:

      Genau, die Franzosen sind viel streikfreudigwr.

      Deshalb ist das Rentensystem in Frankreich noch viel ungerechter und schwerer zu reformieren.

  • Nur auf Beitragsjahre zu schauen, wäre ebenfalls zu kurz gedacht. Nicht jeder Akademiker bekommt später automatisch einen gut bezahlten Bürojob. Viele arbeiten in schlecht bezahlten oder belastenden Berufen, zB. in Sozialarbeit, Bildung, Pflege, Therapie oder Kultur. Sie steigen später ein, verdienen trotzdem nicht automatisch gut und verlieren am Ende doppelt, weil sie weniger Beitragsjahre und niedrigere Rentenansprüche haben. Eine echt faire Rentenregelung müsste deshalb stärker berücksichtigen, unter welchen Bedingungen wir tatsächlich gearbeitet haben und ob wir unseren Beruf mit 67 überhaupt noch realistisch ausüben können.

  • Das dieses System nicht gerecht ist - da stimme ich zu! Das Jemand mit 67, nehmen wir einen Fliesenleger, nach 50 Berufsjahren noch auf dem Boden rumkriechen muss, um seine volle Rente zu erhalten - falsch!



    Aber mir werden hier von allen Seiten die Studierten zu sehr diskreditiert! Ist es eine Leistung 3 Jahre länger zur Schule zu gehen - ja! Ist es eine Leistung einen Bachelor bzw. Master zu erhalten oder eine Doktorarbeit zu schreiben - ja! Tragen Menschen mit diesen Abschlüssen erheblich zu unserem jetzigen und zukünftigen Lebensstandard mit bei - ja!



    Auch wenn durch diese Leistung kein Cent ins Rentensystem eingezahlt wurde, sollten diese Jahre den Berufsjahren gleichgestellt sein, zumindest die Regelstudienzeit! Können dann Alle nach 45 Jahren in Rente gehen - schwierig zu finanzieren. Es kann nicht pauschalisiert werden. Eine längere Regelarbeitszeit mit Ausnahmen wird es geben müssen!

    • @Boris80:

      Zumal die kürzere Beitragszahlungsdauer schon weniger Rentenpunkte bedeutet, also im gegenwärtigen System schon berücksichtigt wird.

  • Es stimmt schon, dass eine Rente ganz ohne Blick auf die Beitragsjahre ungerecht ist.



    Die Abschaffung der Rente mit 63 ist aber auch eine Reaktion darauf, dass gerade nicht die hart arbeitenden Handwerker davon profitierten, sondern gesunde und gut verdienende Büromenschen.



    Also ein gut gemeintes Werkzeug stellte sich als untauglich heraus und wird deswegen wieder abgeschafft.



    Und wenn man sich ausschließlich auf die Beitragsjahre beruft, wie können dann Menschen, die kurz vor der Zielgeraden wegrationalisiert wurden, diese Lücke jemals schließen? Man würde sie zu einem Alter in Arbeitslosigkeit verdammen, weil sie nie das letzte Beitragsjahr erreichen, um ihre Rente beantragen zu können. (Oder eben zu Abschlägen, die man jetzt noch durch ein Jahr Arbeitslosigkeit umgehen könnte)



    Da so ziemlich jedes pauschale Instrument auch missbraucht werden kann, halte ich es gar nicht für schlecht, dass anhand einer individuellen Gesundheitsprüfung eine Frührente nun einfacher gemacht werden soll, als es das bisher ist. Zumindest verstehe ich den Vorschlag so. Wie er umgesetzt wird, ist ja leider eine andere Sache.

    • @Herma Huhn:

      Eine individuelle Gesundheitsprüfung klingt auf dem Papier sinnvoll. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, wie unterschiedlich solche Entscheidungen ausfallen können – schließlich beurteilen selbst Ärzte denselben Fall oft unterschiedlich. Beispiel: Eine 62-Jährige mit nur noch einer halben Lunge gilt für ihren Beruf als „zu gesund“ für eine Erwerbsminderungsrente. Gleichzeitig erhält eine 57-Jährige mit COPD eine Berufsunfähigkeit – obwohl beide dieselbe Tätigkeit im selben Betrieb ausüben. Solche Unterschiede werfen berechtigte Fragen nach der Fairness und Nachvollziehbarkeit des Systems auf. Und selbst wenn jemand früher in Rente gehen darf, bleibt die entscheidende Frage: Wer kann sich das überhaupt leisten? Ich gönne jedem seinen wohlverdienten Ruhestand. Aber wenn ich sehe, wie mein Nachbar als Lehrer bereits mit 60 Jahren Pensionär ist und entspannt den nächsten Urlaub plant, während viele Arbeitnehmer bis zur gesetzlichen Altersgrenze körperlich schuften müssen, dann stimmt für mich etwas nicht. Am Ende tragen häufig diejenigen die finanzielle Last, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben – und viele von ihnen erreichen das Rentenalter nicht einmal gesund.

      • @A.Buhk:

        Ich erwähnte meine Zweifel an der guten Umsetzung.



        Nur Ihr Beispiel hilft nicht beim Verstehen.



        Eine halbe aber ansonsten gesunde Lunge kann eine deutlich bessere Kapazität haben als eine von COPD geschädigte Lunge. Ja, es ist schwierig. Daher meine Zweifel.

    • @Herma Huhn:

      "Es stimmt schon, dass eine Rente ganz ohne Blick auf die Beitragsjahre ungerecht ist."



      Wieso? Wer bei gleichem Einkommen weniger Rentenjahre wie ein anderer hat, bekommt auch weniger Rente. Was ist daran ungerecht?



      Wer zwar weniger Jahre wie ein anderer hat, aber viel mehr in die Rente eingezahlt hat, bekommt auch mehr Rente. Das ist auch gerecht.



      Die frühere Verrentung von Berufen, die man nicht bis 67 Jahre leisten kann ist anders zu regeln.

      • @Hans Dampf:

        " Wieso? Wer bei gleichem Einkommen weniger Rentenjahre wie ein anderer hat, bekommt auch weniger Rente. Was ist daran ungerecht? "



        Genau das ist ja gerade nicht der Fall.



        Ohne Blick auf die Beitragsjahre zählt nur, ob man ein bestimmtes Lebensjahr erreicht hat, egal ob man mit 16 oder 32 angefangen hat zu arbeiten.

      • @Hans Dampf:

        Dass z.B. Studienjahre bei der Rente angerechnet werden, obwohl sie um ein Vielfaches angenehmer sind, als die 6 Jahre auf dem Bau zu arbeiten, ist ungerecht.

        Und das sage ich als jemand, der 6 Jahre studiert hat.

        • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          Wer kennt ihn nicht, den typischen und häufigsten Ausbildungsberuf "Bauarbeiter".

          • @AndreasM:

            1. Sind sie der Meinung, dass man sich Bauarbeitern gegenüber ungerecht verhalten darf? Weil das kein Ausiildungsberuf ist? Oder weswegen?



            2. Es gibt eine Menge anderer Berufe, der für Menschen so anstrengend ist, dass sie nach 45 Jahren nicht mehr können. Hört sich so an, als würden Sie sich über all diese Menschen lustig machen.

        • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          Für reine Schul- und Hochschulzeiten werden seit 2009 keine Entgeltpunkte (Rentenpunkte) mehr gutgeschrieben und sie zählen auch nicht für die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren Beitragszeit. Dagegen zählen die Ausbildungsjahre in der Lehre nicht nur anteilig zum Lehrlingsgehalt, es wird fiktiv auf 75% des Durschnittsgehalts aufgestockt. Man kann hier also von einer deutlichen Benachteiligung der Studierenden sprechen, die diese nach dem Studium mit höheren Gehältern ausgleichen müssen (zusätzlich zu ev. Studienkrediten und Bafögrückzahlungen).

          • @Dorian Müller:

            Wieso ist das ungerecht? Die ASzubis zahlen ja auch in die RV ein.



            Die Aufstockung ist evtl. nicht okay aber die Berücksichtigung schon.

          • @Dorian Müller:

            Wie Sie sagen: Seit 2009. Für alle, die über 40 Jahre alt ist, dies immer noch eine ziemliche Ungerechtigkeit.

  • Wie und was ist Gerechtigkeit für individuelle Lebensführungen? Um im Beispiel zu bleiben: Wenn Akademiker, weil ja weniger körperlich belastet, tatsächlixh länger, bzw. auch 40 plus Jahre arbeiten müssen, dann haben die höheres Gehalt, längere Arbeitszeit und folglich nochmals höhere Rentenansprüche. Geht dann die Schere nicht noch weiter auseinander?



    Ich denke , alle.Ungerechtigkeiten auszugleicheb ist unmöglich. Wir müssen eher über eine Mindestrente für jeweils bestimmt Anzahl Berufsjahre nachdenken.

    • @Tom Farmer:

      "Ich denke, alle Ungerechtigkeiten auszugleichen ist unmöglich."



      Zumal nicht einmal völliger Konsens drüber besteht, was denn nun ungerecht ist und was nicht.



      "Wir müssen eher über eine Mindestrente für jeweils bestimmt Anzahl Berufsjahre nachdenken."



      Gibt es bereits: Hartz 4 bzw. Bürgergeld.



      Sorry für den Sarkasmus, aber das hat in der Rentenversicherung nichts zu suchen, sondern ist eine Sozialleistung, die der Staat zu übernehmen hat.

  • Die Rentenhöhe ist über die Summe der Beitragszahlungen doch an die Dauer des Arbeitslebens gekoppelt. Wer lange gearbeitet hat, d.h. lange Beiträge eingezahlt hat, kann sich eher einen früheren Renteneinstieg leisten, dann eben mit Abschlägen.



    Im Interesse der jüngeren Generationen sind alle Maßnahmen und Regeln zu befürworten, die die Einzahlungen der aktuellen Arbeitnehmergeneration maximieren. Alle Maßnahmen, die das nicht bzw. weniger arbeiten fördern, sind zu vermeiden.

  • wie soll das denn praktisch funktionieren?



    Soll man dann mit 75 in Rente gehen, wenn man sich einige Jahre um Kinder / Angehörige gekümmert hat? Oder wenn man einige Jahre Sozialhilfe bezogen hat.



    Viele Leute arbeiten heute einige Jahre im Ausland, oder Leute wandern aus anderen Ländern ein. Für diese funktioniert der Vorschlag ja auch nicht.

    • @T-Rom:

      Natürlich funktioniert der Vorschlag für diese Leute.

      Wer hier nicht arbeitet und einzahlt, kriegt im Alter hier keine Rente.

      Dafür vielleicht aus dem Ausland.

      Für die Jahre mit Sozialhilfe gibt es schlicht auch keine Rente.

      Die Rente ist nicht als Ersatzsozialhilfe gedacht.

      • @rero:

        "Dafür vielleicht aus dem Ausland."

        Die Betonung liegt auf "vielleicht". Es gibt - auch und gerade in Europa - genügend Länder, in denen Sie ab dem ersten Arbeitstag Rentenbeiträge bezahlen, aber erst nach mehreren bis etlichen Jahren auch einen Anspruch auf Zahlung...

        • @FriedrichHecker:

          Das weiß ich doch aber alles vorher.

          Es ist nicht Aufgabe der inländischen Rentenkasse, da einen Ausgleich zu schaffen.

          • @rero:

            Klar weiß man das vorher... Das erklärt ja auch die geringe Rückkehrerquote unter den akademischen Auswanderern in bestimmte Nachbarländer... Dass die sich bei der Rückkehr nach Deutschland teilweise auch nicht in der GKV versichern dürfen, ist auch ein Argument gegen eine Rückkehr...

    • @T-Rom:

      Arbeiten, bis man umfällt. So einfach ist das.

  • Die Aufteilung nach Arbeiter und Akademiker ist viel zu pauschal. Ein Arzt studiert erst lange, dann lernt er noch ein paar Jahre in the Job um Facharzt zu sein. Daß der Arzt mehr verdient kann doch nicht ungerecht sein. Schaut man dann die Arbeitszeiten von Ärzten an mit Schichten, Diensten oder als Selbständiger holt der Arzt das ganz schnell wieder rein was er angeblich im Studium sich ausgeruht hat.



    Nun stellt dagegen doch Mal einen Arbeiter bei VW mit geregelten Arbeits- und Pausenzeiten. 35 Stundenwoche. Und das Einkommen ist auch nicht so schlecht. Und das schon sehr früh im Leben während der Akademiker noch in der WG wohnt.



    Das sind natürlich extreme Beispiele, zeigen aber das Problem an pauschalen Aussagen.

  • Nein, in dieser Pauschalität lehne ich das ab.

    "Längere Beitragszahlung" = "Körperlich anstrengender Beruf" ist nicht automatisch richtig. Auch Schreibkräfte oder Bürokaufleute fangen typischerweise direkt nach der Schule an zu arbeiten. Diese sind auch durchaus körperlich in der Lage, länger zu arbeiten.

    Hinzu kommt: Das hier immer wieder aufkommende Akademikerbashing nervt mich auch. Zu sagen, wer z.B. Medizin oder Jura studiert und vielleicht noch nebenbei arbeiten musste, der hat nicht genug Vollzeit gearbeitet und soll gefälligst länger schuften, geht mir auf den Keks, weil es im Endeffekt Leute dafür bestrafen soll, sich anstrengende und hochqualifizierte Berufe ausgesucht zu haben.

    Leute in körperlich anstrengenden Berufen sollten in Rente gehen können, bevor sie kaputt sind. Das gilt für den Dachdecker, aber auch für den Chirurgen oder den Ingenieur. Mit pauschalen Klischee-"Lösungen" erreicht man sicherlich keine gerechte Lösung.

  • Nach David Graeber sind es (bis auf Sonderfälle wie Mediziner/in) eher die "B*llsh*t"-Jobs wie oft Pharmavertreterin, Autotürensoundingenieur oder Vorstandsassi, die hohes Geld einbringen (Schmerzensgeld für Sinnlosigkeit?); und Leistungsträgers m/w/d in harten, sinnvollen Aufgaben erhalten wenig in €/$ oder auch mal gar nichts. Auch das macht den "Leistungs"-Begriff immer nachzufragen.

    Bevor wir aber einfach in Facharbeiter = gut, Akademiker = schlecht ausbrechen, wie es m.E. der Artikel leider tut, eine Erinnerung. Es sind die männlichen gesunden höher bezahlten Facharbeiter aus solchen Branchen wie Auto oder Chemie, die sich da einen früheren längeren Lebensabend machen. Weniger die Reinigungskraft, die Altenpflegerin, der Physiotherapeut mit krummem Rücken ... (Ach, und Akademikers hatten durch Gesetzesänderungen nachträglich Rentenjahre nicht mehr, ohne dass sie ihre Arbeit nebenher zum Studium noch hätten anmelden können.)

    Länger arbeiten ist nicht schön, doch zumutbar, wenn der finanzielle Gewinn eben nicht an die Kapitalseite fließt, sondern die Gemeinschaft.



    Das kommt politisch dann verständlich durch, wenn endlich auch die Kapitalseite wieder angemessen zahlt.

  • Bundeskanzler Merz (CDU): *Jemand, der mit 16 eine Ausbildung beginne und 45 Jahre ohne Unterbrechung arbeite, habe „ziemlich viel geschafft“. Wer hingegen erst später ins Berufsleben starte, habe „ein bisschen zu wenig gearbeitet“.*

    Friedrich Merz, der das Wort 'Arbeit' nur aus dem Duden kennt, redet von echter Arbeit? Nun ja, Friedrich-"BlackRock"-Merz möchte ja jetzt, dass die Arbeitnehmer noch mehr schuften, damit seine reichen Aktienfreunde weiterhin ordentlich Reibach machen können. Der Bürger begreift das perfide Spiel aber mal wieder nicht und schimpft lieber auf arme Flüchtlinge und Arbeitslose.

    Die meiste Zeit seines Lebens war Friedrich Merz übrigens irgendwo "Aufsichtsratsvorsitzender", z.B. bei HSBC Trinkaus & Burkhard oder bei BlackRock Deutschland, nur um mal zwei seiner "anstrengenden Lobbyposten" zu nennen. Seine Aufgabe war dort Türen zu Politik und Behörden zu öffnen. Für seine "arbeitsreiche Tätigkeit" bei BlackRock (etwa ein bis zwei Tage pro Woche) erhielt Merz ein Jahresgehalt im sechsstelligen Bereich.

    So jemand ist jetzt also unser oberster "Volksvertreter" und redet davon, dass die kleinen Bürger gefälligst mal mehr arbeiten sollen.

    • @Ricky-13:

      @Ricky-13



      Was ? Echt jetze, bei beim Bankhaus Trinkhaus im Aufsichtsrat, da war unser BlackRocky Merz ?



      Die füllten doch in der kürzlichen CUM EX - Affäre die Schlagzeilen, genauso wie die Düsseldorfer Kanzlei Meyer Brown - für die BlackRocky Merz den Senior Consel gegeben hat.



      Sachen gibt's....tzzzzzz

  • Hinzu kommt die Anschauung von Merz&Co, dass nur diejenigen Leistungsträger der Gesellschaft sind, die viel Geld bekommen. Damit werden sehr viele Mitmenschen als minderwertig abgestempelt, die für ihre hohe Leistung nur wenig Geld erhalten, also völlig unterbezahlt sind. Das ist die grundlegende Ungerechtigkeit im System.

    • @Minion68:

      Da gehör ich hin : Fast 78, arbeite selbstständig, etwas, und bekomme doch die 2000€ steuerfrei nicht! Warum?

    • @Minion68:

      "Hinzu kommt die Anschauung von Merz&Co, dass nur diejenigen Leistungsträger der Gesellschaft sind, die viel Geld bekommen. ... Das ist die grundlegende Ungerechtigkeit im System."



      Nein, das ist nur konsequent. Viel Geld bekommt derjenige, dessen Leistung von der Gesellschaft als besonders wertvoll angesehen wird.



      Ob wir einzeln jeweils derselben Meinung sind, darf bezweifelt werden. Aber grundsätzlich bekommen diejenigen mehr Lohn, deren Leistung höher wertgeschätzt wird.

      • @Encantado:

        "Viel Geld bekommt derjenige, dessen Leistung von der Gesellschaft als besonders wertvoll angesehen wird."

        Da haben wir ein gewaltiges Werteproblem. In unserer gesamten Gesellschaft. Richtig Kohle kann man mit dumm labern oder anderer Unterhaltung machen. Nützliche Tätigkeiten werden eher schlecht bezahlt.

      • @Encantado:

        Das heißt also, wer in sozialen Berufen arbeitet, also in krankenpflegerischen z.B., oder in der Kinderbetreuung, arbeitet also in Berufen, die gesellschaftlich nicht hoch angesehen werden, obwohl diejenigen dort viel leisten. Genau das ist das Problem.

        • @Minion68:

          In der Krankenpflege (heute: Gesundheits- und Krankenpflege) verdient man für einen Ausbildungsberuf heutzutage ziemlich gut, das Durchschnittsgehalt liegt laut Arbeitsagentur bei ca. 4329€ Brutto im Monat. web.arbeitsagentur...ltatlas/beruf/8791 . Der Beruf ist nicht wegen des Verdienstes unattraktiv, sondern wegen der Arbeitsbedingungen - alle mir bekannten Pflegekräfte, die den Beruf gewechselt haben, taten dies nicht des Geldes wegen.

          Bezüglich der Kinderbetreuung haben Sie allerdings völlig Recht - in Deutschland wird frühkindliche Bildung oft vernachlässigt und Kindergärten dienen eher als "Aufbewahrungs"- denn als Bildungsstätten. In anderen Ländern ist Erzieher*in auch ein höher qualifizierter Beruf.

    • @Minion68:

      Ja interessant auch wenn man sich unsere Underperformer ansieht, wie Merz, der erst mit 70 zu Potte kommt oder Spahn, der von Beginn an nur versagt hat.

      • @Axel Schäfer:

        "interessant auch wenn man sich unsere Underperformer ansieht..."



        Ich habe ganz bewusst darauf geachtet es so zu formulieren, dass meine Meinung über so einige 'Leistungsträger' nicht unbedingt deren von der Gesellschaft honorierten Vergütung entspricht...



        Aber solange die Gesellschaft bereitwillig viel Geld in bestimmte Personengruppen pumpt und andere außen vor lässt, ist das erstmal eine Prioritätensetzung der Gesellschaft.

  • "Es ist ungerecht, dass Akademiker:innen, die mit Anfang, Mitte, Ende zwanzig ins Berufsleben einsteigen, im gleichen Alter in Rente gehen können wie Menschen, die ihr gesamtes Erwachsenenleben Vollzeit gearbeitet haben."



    Nein, ungerecht ist es, alle Menschen ins gleiche Renteneintrittsalter zu zwingen.



    Wie wär's denn, dass man sich schlicht an der Anzahl der Rentenpunkte orientiert, die man im Laufe des Lebens erwirbt, und daraus die Rente errechnet, die bei beliebigem Renteneintritt entsteht? Dann kann jeder gehen wie er will, mit entsprechenden Abschlägen, wenn's weniger Punkte sind. Fertig.



    Alles andere sind lediglich versteckte Rentenkürzungsversuche für unliebige Untergruppen.

    • @Encantado:

      Also wer viel verdient hat, kann früh in Rente gehen und der Mindestlöhner hat dann genug Punkte zusammen, wenn er vorm Sarg steht...

    • @Encantado:

      Sie ist es doch auch geplant.

  • Es wäre nicht nur gerechter, den Renteneintritt an die Beitragsjahre zu koppeln, es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, es nicht zu tun.



    Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Einflussreichsten in unserer Gesellschaft sich gerne sanieren auf Kosten der ärmeren 50%.



    Man hätte ja auch die 900 Mrd. €, die man der Rentenkasse für versicherungsfremde Leistungen mehr entnommen hat als man durch Bundeszuschüsse wieder zugeschossen hat, so langsam wieder zurückführen können, vielleicht in "kleinen" Schritten von 50 Mrd. € pro Jahr. Dann gäbe es überhaupt kein Problem in der Rentenkasse. Aber es ist eben zu einfach, sich bei den Rentenbeitragszahlern zu bedienen und dann auf ihnen rumzuhauen, dass ihre Renten einfach zu hoch sind.

    Dabei müssen die nur den Preis dafür bezahlen, dass man sich nicht traut, Milliardäre und Superreiche (>100 Mio. $ Finanzvermögen) zumindest so hoch zu besteuern, wie man Arbeitnehmer besteuert. Nur dadurch konnten die ihr Vermögen alleine 2025 um 300-500 Mrd. $ erhöhen. 50 Mrd. € höhere Steuern würden die also nicht einmal ärmer machen, sondern nur etwas langsamer reicher.

  • Das Koppeln an die Beitragsjahre war doch eben besonders ungerecht. Das hat die ganze Büroleute mit gutem Gehalt als erste in Rente geschickt.