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26.06.2026 , 15:37 Uhr
Ich möchte noch einen neuen Aspekt in die Waagschale werfen. Erstaunlicherweise arbeiten die Akademiker, denen man vorwirft, durch die lange Studienzeit nicht so viele Arbeitsjahre leisten zu können, am längsten in Deutschland: www.bib.bund.de/DE...Erwerbsarbeit.html Solche wissenschaftlich nachgewiesenen Fakten werden in den allgemeinen Diskussionen einfach unter den Tisch gekehrt. In 2025 betrug die durchschnittliche Lebensarbeitszeit bei Männern mit hoher Bildung 40,6 Jahre und bei Männern mit niedriger Bildung 31,9 Jahre. Akademiker noch länger arbeiten zu lassen, ist aus meiner Sicht nicht zielführend, weil konzentrierte geistige Arbeit mit zunehmenden Alter auch anstrengender wird. Die Experten schlagen lebenslanges Lernen für die Männer mit niedrigerer Bildung vor, um sie kontinuierlicher am Arbeitsprozess teilnehmen lassen zu können. Seit 1991 hat sich die durchschnittliche Lebensarbeitszeit aber bereits um 1,7 Jahre erhöht, was man angesichts der Rente mit 63 wahrscheinlich nicht gedacht hätte. In meinem Umfeld wurden alle Freunde mit Anfang 60 in Rente geschickt.
zum Beitrag25.06.2026 , 12:27 Uhr
Beim Minijob kann ich einen Rahmenvertrag abschließen, bei einem regulärem Arbeitsverhältnis geht das nicht, da muss alles genau festgelegt sein. Ich müsste dann 100 Arbeitsverträge pro Jahr abschließen, dazu gehören haufenweise Formulare für das Steuerbüro und die Behörden, das lohnt sich einfach nicht. Hinzu kommt die Gehaltseinbuße beim Nebenjob. Wenn ein Arbeitnehmer bisher 600 Euro bekommt muss er dann mit Abzügen von 300 Euro (100 Euro Sozial, 200 Euro Steuer) rechnen. Da findet man niemanden mehr, der sich den Minijob als Überstunden antut.
zum Beitrag24.06.2026 , 13:18 Uhr
Bezugnehmend auf den Beitrag möchte ich anführen, dass Arbeitgeber bei regulärem Minijob bisher bereits 15% in die Rentenkasse einzahlen. Der Arbeitnehmer kann zusätzlich 3,6% einzahlen. Bei den Minijobbern, welche die Rentenbeiträge abgewählt haben, büßt die Rentenkasse also nur 3,6 % ein. Aus Sicht der Rentenkasse ist hier eigentlich nichts zu holen. Wie wird es zukünftig sein? Der Arbeitgeber zahlt nur noch 9,3 % und beim Arbeitnehmer erhöht sich der Beitrag auf 9,3 %. Was soll daran für Arbeitnehmer vorteilhaft sein? Die Abschaffung dieses Systems bringt weder für Rentenkasse wesentlich höhere Einnahmen noch bringt es Vorteile für die Minijobber. Im Gegenteil. Durch die wesentlich höheren individuellen Steuern (bisher 2% pauschal vom Arbeitgeber) werden viele den Job aufgeben oder in die Schwarzarbeit abwandern. Das System wurde übrigens ursprünglich eingeführt, um die Schwarzarbeit zu bekämpfen. Das war auch erfolgreich, wurde nur in den 25 Jahren des Bestehens immer mehr vergessen. Ich befürchte, dass an der Abschaffung des Minijobs mehr Ideologen mitgewirkt haben als Fachleute, die etwas vom praktischen Nutzen der komplexen Materie verstehen.
zum Beitrag23.06.2026 , 17:02 Uhr
Ich habe den Eindruck, dass viele, die eine Abschaffung des Minjobs fordern, kaum eine direkte Berührung mit der komplexen Materie haben. Es gibt wie bereits angesprochen sehr viele Nutznießer von Minijobs, die man einfach vor den Kopf stoßen würde. Studenten, Teilzeitkräfte und Rentner wurden schon genannt. Wir betreiben als Verein eine kleine Firma, die unseren Verein finanziert. In der Firma arbeiten fast ausschließlich Minijobber (13) im Nebenjob. Im Hauptjob sind die Leute in einem Forschungsinstitut angestellt. Sie arbeiten von 10 bis 200 Stunden im Jahr, je nach Auftragslage und persönlichen Bedürfnissen. Diese Flexibilität erreicht man nur mit Minijob. Man kann nicht für jeden kleinen Auftrag einen Arbeitsvertrag aufsetzen. Unsere kleine Firma, die hochspezialisierte technische Dienstleistungen für die Industrie erbringt, ist auf diese flexible Ausgestaltung des Minijob angewiesen. Ohne Minijob kann die Firma schließen, der Verein hat keine Einnahmen mehr und unsere Bürokraft muss entlassen werden. Ich denke nicht, dass die Politiker überblicken, was sie im Detail mit ihren Aktionen anrichten. Der Missbrauch sollte eingedämmt, aber nicht alles blind zerstört werden.
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