piwik no script img

Renten und Pensionen Beamte sind gleicher

Gastkommentar von

Frank Lehrbass

Vom neuen Altersvorsorgedepot, das Renten aufbessern soll, profitieren auch Beamte. Dabei brauchen gerade sie keine zusätzliche Absicherung.

R ente? Welche Rente? So jedenfalls fühlt es sich für viele Menschen an. Deswegen soll es jetzt das Altersvorsorgedepot geben, eine neue staatlich geförderte Zusatzrente. Es ist ab Januar 2027 verfügbar, soll die gesetzliche Rente ergänzen und hat ein Versprechen: mehr Aktien, ETFs, Renditechancen. In den Worten der Alterssicherungskommission klingt das so: „Eine effiziente Verzahnung zwischen Strukturen der gesetzlichen Kapitalrente … dem Altersvorsorgedepot und der Frühstart-Rente wird es Personen ermöglichen, kosteneffiziente kapitalgedeckte Altersvorsorge vom sechsten Lebensjahr bis zum Renteneintritt über einen langen Ansparzeitraum aufzubauen.“

Da der Staat seine Bürger gleich behandeln sollte, liegt es nahe, dass auch Beamte Hilfe beim Aufbau einer kapitalgedeckten Altersvorsorge erhalten. Doch wie weit her ist es bei den Beamten mit der Gleichbehandlung? Zunächst einmal gibt es Risiken, denen die Beamtenschaft nicht ausgesetzt ist, wie etwa die Arbeitslosigkeit. Deshalb muss der Staat Beamte anders behandeln, indem er sie von der Arbeitslosenversicherung freistellt. Hier auf eine Gleichbehandlung zu pochen, wäre sachfremd. Anders sieht es bei der Absicherung gesundheitlicher Risiken aus. Hier gibt es keine sachlichen Gründe für eine Ungleichbehandlung. Trotzdem kommt es hier zu einer bevorzugten Behandlung der Beamtenschaft. Besonders präsent ist dies im Bewusstsein der Menschen, die gesetzlich versichert sind und einen Arzttermin suchen.

Frank Lehrbass

ist Professor an der FOM Hochschule Düsseldorf für die Lehrgebiete Finance & Data Science.

Beamte sind privat versichert und werden nicht nur bei der Terminvergabe besser behandelt. Auch die finanziellen Auswirkungen bei einer Erkrankung fühlen sich für Beamte anders an als für den Rest der Bevölkerung. Während die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für Arbeiter und Angestellte auf sechs Wochen begrenzt ist, erhalten Beamte ihre Dienstbezüge bei Krankheit unbegrenzt in voller Höhe weiter. Es gibt keine Absenkung nach sechs Wochen.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.

taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Nun könnte man einwerfen, dass diese Ungleichbehandlungen nichts mit dem Thema Altersvorsorge zu tun haben. Jedoch lassen sie bereits die Wirkungsrichtung weiterer vorhandener Ungleichbehandlung erahnen: Beamte erfahren eine Besserstellung, und zwar in Feldern, die sich sachlich nicht begründen lassen. Beispiel Renten und Pensionen: Beamte erhalten im Alter keine gesetzliche Rente, sondern eine Pension. So kann der Höchstsatz des „Ruhegehalts“ nach 40 Jahren 71,75 Prozent betragen, während ein Durchschnittsverdiener in der gesetzlichen Rentenversicherung nach 45 Beitragsjahren grob bei knapp der Hälfte seines letzten Bruttoeinkommens landet.

Noch deutlicher wird dieser Vergleich in Euro-Beträgen. Laut Statistischem Bundesamt erhielten Pensionärinnen und Pensionäre im vergangenen Jahr durchschnittlich 3.416 Euro brutto im Monat. Die durchschnittliche Rente hingegen beträgt laut Rentenversicherung 1.301 Euro. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen bleiben 1.154 Euro übrig. Damit fallen die Pensionen im Schnitt 2,62-mal so hoch aus wie die Renten.

Nun kann man gegen Vergleiche anhand von Durchschnittswerten einwenden, dass sie Unterschiede in der Qualifikation und anderen wesentlichen Merkmalen einer Person vernachlässigen. Bestünde der Beamtenapparat etwa nur aus hochqualifizierten Wissenschaftlern, so wäre allein schon deswegen ein höheres Besoldungs- und damit Pensionsniveau zu erwarten. Vergleicht man indes verbeamtete und nicht verbeamtete Professorinnen und Professoren, zeigt sich, dass nicht verbeamtete deutlich weniger verdienen als beispielsweise verbeamtete Professoren an einer staatlichen Fachhochschule. Von der Altersvorsorge ganz zu schweigen.

Oder die Betriebsrenten. Blickt man auf die durchschnittlichen Betriebsrenten in Deutschland, die deutlich unterhalb 1.000 Euro liegen, so wird klar, dass der genannte Betragsunterschied bei den monatlichen Bruttobezügen im Ruhestand dadurch nicht kompensiert wird. So geht es auch bei anderen Alterseinkünften wie etwa Mieteinnahmen weiter: Die Sicherheit des Arbeitsplatzes erlaubt Beamten, für eine Immobilienfinanzierung höhere Kredite aufzunehmen als Arbeiter oder Angestellte.

Es lässt sich also zusammenfassen: Eine Versorgungslücke gibt es bei Beamten nicht. Ebenso wenig ist angesichts der Pensionen Altersarmut zu befürchten, wie sie viele andere, die auf die gesetzliche Rente angewiesen sind, trifft. Selbst die Mindestpension für Beamtinnen und Beamte liegt bei knapp über 2.000 Euro brutto im Monat – also auch deutlich höher als die durchschnittliche Rente. Dies impliziert, dass man als normaler Bürger erst bei einer überdurchschnittlichen Rente in die Nähe der Minimalversorgung eines Beamten kommt.

Beamte erleiden definitiv keine Unterversorgung

Warum also sollten Beamte zusätzlich in den Genuss des Altersvorsorgedepots kommen? Sie erleiden definitiv keine Unterversorgung. Die Alterssicherungskommission hat das erkannt und schlägt das Gegenteil weiterer Beamtenbegünstigungen vor, nämlich die Reformen der gesetzlichen Rentenversicherung wirkungsgleich auf die Beamtenversorgung zu übertragen. So könnte das Eintrittsalter in den Ruhestand bei zunehmender Lebenserwartung ebenfalls erhöht werden. Dass Beamte dennoch vom Altersvorsorgedepot profitieren, kann man als Schlag ins Gesicht der Alterssicherungskommission werten.

Eine Regierung, die sich für das ganze Land verantwortlich fühlt, sollte idealerweise Kürzungen über alle Gruppen, die den Staatshaushalt belasten, streuen und Wohltaten auf Bedürftige fokussieren. Pensionäre und gut gestellte Rentner – etwa mit üppigen Betriebsrenten – zählen nicht zu den Bedürftigen. Stattdessen wird eine bereits sehr gut versorgte Gruppe geschont und mit dem Altersvorsorgedepot zusätzlich gepäppelt. Die Bevölkerung ist sich der Sondersituationen der Beamten bereits bewusst – und schreibt fleißig Briefe an die entsprechenden Ministerien. Diese werden nicht weniger werden, im Gegenteil. Diese Ungleichbehandlung dürfte sich auch in den Ergebnissen bei kommenden Wahlen niederschlagen.

Mehr zum Thema

34 Kommentare

  • KLaus Hartmann

    Die Ungleichbehandlung von Pensionären und Rentnern ist durch nichts gerechtfertigt. Die Extrawürste für Politiker, Beamte und Pensionäre müssen gestrichen werden. Rentenkommission, CDU und SPD haben aber bei der Rentenreform jede Pensionsreform im Keim erstickt. Besitzstandwahrung für privilegierte Kreise geht in diesem Land eben vor Allgemeinwohl. Die Politiker haben sich den Staat zur Beute gemacht. Die Bürger müssen endlich aufstehen und dagegen vorgehen.

  • Bolzkopf

    Und die Beamten bekommen diese "Zusatzleistungen" einfach so ?



    Oder müssen die dafür auch irgendwie einen Preis zahlen ?

    War da nicht was von wegen keine Tarifautonomie (Gewerkschaften / Tariflohn) sondern Vorgabe des Gehalts von oben ?



    Oder dass es keinen Betriebsrat gibt der über Arbeitsbedingungen mitentscheidet ?



    Oder ein deutlich deutlich niedriges Brutto wie bei gleichen Positionen in der Freien Wirtschaft ?



    Irgendwas war da doch ...

    • Biker-Ffm

      @Bolzkopf:

      Ja, da ist so einiges....aber das blendet man natürlich gerne aus, sobald man ne Neiddebatte aufmachen kann und anderen, die vermeintlich besser gestellt sind nicht das schwarze unter den Fingernägeln gönnt.

      In ihrer Abneigung/Haß gegen Beamte schenken sich rechts und links übrigens nix, mann muss nur mal ein paar passende Artikel in der Welt lesen...

      Ich bin übrigens kein Beamter, aber ich arbeite seit 30 Jahren mit Beamten zusammen und da sind von Leuten die sich kaputt arbeiten bis zu denen die dem Klischee entsprechen alles dabei. Wie im Rest der Gesellschaft halt auch.

    • T-Rom

      @Bolzkopf:

      Also das mit dem "deutlich niedrigeren Brutto" als bei vergleichbaren Positionen ist bei vielen Stellen nicht so.



      Man schaue mal was vergleichbare Positionen wie Lehrer, Finanzkaufleute usw. auf dem freien Markt aktuell bekommen (insbesondere wenn man nicht bei einem kleinen /mittlerern Betrieb arbeitet).

      • Francesco

        @T-Rom:

        Im Gegenteil: angestellte Lehrer werden deutlicht schlechter bezahlt als verbeamtete.

      • Comerade Aardvark

        @T-Rom:

        Das sind meistens die Verwaltungsjuristen und Richter, die sich mit Anwälten in den US/UK "Magic circle" Großkanzleien vergleichen - für die ist das wahr, für alle anderen Berufsgruppen eher punktuell (z.B. Bauamt, aber auch dort schauen die nach draußen eher auf Teamleiter bei Hochtief o.ä.)



        Was irgendein POM oder so meint, dass er/sie "in der Wirtschaft" wäre, weiß ich allerdings nicht.

    • Berliner_Kaepsele

      @Bolzkopf:

      Doch, doch, da war noch einiges. Vor allem, dass für die Beamtenschaft einige Grundrechte nicht gelten und das teilweise lebenslang.



      Als da wären, keine freie Wahl des Arbeitsortes oder -platzes. Oder der Arbeit allgemein (bei Bedarf wird auch ein Oberamtsrat ins Archiv geschickt).



      Keine freie Wohnsitzwahl.



      Kein Streikrecht.



      Einschränkung der Meinungsfreiheit (Mäßigungsgebot).



      Kein Verbot der Doppelbestrafung, wenn man strafrechtlich verurteilt wird, dann kommt das Disziplinarverfahren bis zur Entlassung aus dem Dienst.



      Also dafür finde ich die Alimentation mit allem drum und dran schon angemessen.



      Man kann als Dienstherr natürlich diese Vereinbarung aufkündigen und die Beamten in allen Belangen den Arbeitnehmern gleichstellen. Nur kann man dann die Einschränkung der Grundrechte nicht mehr rechtfertigen.



      Wie gut der Allgemeinheit die Abschaffung von Beamten tut, führt die GdL seit Jahren exemplarisch vor.

      • Francesco

        @Berliner_Kaepsele:

        Ein großer Teil der Einschränkungen gilt auch für Angestellte im öffentlichen Dienst.

      • T-Rom

        @Berliner_Kaepsele:

        Natürlich gelten die freie Wohnsitzwahl oder Wahl des Arbeitsplatzes auch für Beamte, dahingehen dass sie das Beschäftigungsverhältnis natürlich jederzeit kündigen können.



        Wer in einem Konzern arbeitet, hätte ja demensprechend auch keine freie Wahl des Wohnsitzes / Arbeitsplatzes, wenn ein Standort oder eine Abteilung geschlossen wird (und er/sie dann wenn überhaupt vor der Wahl Kündigung oder Weiterbeschäftigung an einem anderen Standort steht).

    • Gerhard Krause

      @Bolzkopf:

      Ab dem gehobenen Dienst haben sie einen Studiumabschluss, sind u.a. Verwaltungswirte (Diplom FH, übrigens auch in der Polizeilaufbahn), Ingenieure (u.a. in den Bauämtern und Feuerwehren), Volljuristen, Chemiker u. Biologen (u.a. in den Umweltämtern der Länder und des Bundes). Sie setzen getreu des Amtseides (Gerechtigkeit gegenüber Jedermann) den Schutz der Bevölkerung u.a. vor Chemikalien und anderen schädlichen Unwelteinflüssen um, schützen unsere Daten u.a. im Dienste der Datenschutzbeauftragten und treiben Steuergeld ein, üben Rechts- und Fachaufsicht u.a. über andere Behörden und Berufsgruppen aus. Sie müssen sich jeglicher rechtswidriger Anweisung - dies muss nicht erst ein Gericht feststellen, sondern es liegt in der pflichtgemäßen Prüfung des Beamten, Vermutung reicht aus - widersetzen und remonstrieren; machen sie es falsch, können sie sogar selbst haften. Das Beamtenrecht sieht vor, dass die Dienstausübung mit allen möglichen Konsequenzen eigenverantwortlich erfolgt.

  • Nold

    Beamte sind nicht privat versichert. Das ist falsch. Sie haben die Option, sich privat zu versichern. Sie können auch aber auch freiwillig gesetzlich versichern lassen, wofür ihnen abhängig vom Bundesland eine pauschale Beihilfe gewährt wird.

    • Francesco

      @Nold:

      Abhängig vom Bundesland. Also nicht für alle Beamte.

    • Comerade Aardvark

      @Nold:

      Und wie viele tun das?

    • Gerhard Krause

      @Nold:

      👍

  • Gerhard Krause

    Danke, Herr Professor von einer Hochschule für Ökonomie - ich verwette den Beamtenspeck: neoklassische Ausrichtung - und Management, für diesen Unsinn. Zuerst mein Liebstes: ([angebliche] Bevorzugung bezgl.) Wartezeiten beim Onkel Doktor. 1., außerhalb von aufgeregten Reden besorgter Bürger, oder Telefon-Tests aus dem Fernsehen, kenne ich dieses Phänomen nicht; ich kann beisteuern, dass ein mir bekannter selbstständiger Allgemeinmediziner alle Terminanfragen gleich behandelt, ich durfte dort zu dem Thema forschen. Auch die Weitervermittlung an Krankenhäuser im Stadtgebiet ergab keine Terminbevorzugung von Privatversicherten (das sind nicht nur Beamte, Herr Professor). 2., die Schuld bei Bevorzugung - wenn man eine solche im neoklassisch geprägten Gesellschafts- und Wirtschaftssystem zurechnen möchte - tragen nicht "Beamte" (soll ich hier noch einmal erwähnen, dass hier in D auch Elon Musk privatversichert sein dürfte, wäre er Audi-Chef?), sondern diejenigen, welche die Bevorzugung ausüben. Ich darf Ihrem Beitrag also gerne das Prädikat "beamtenbashing" verleihen. Beamte sind richtig und wichtig in einer Demokratie; man muss das Instrument richtig einsetzen und nicht verzerren.

    • Comerade Aardvark

      @Gerhard Krause:

      Das ist Ihre Erfahrung. Wenn ich meine PKV-Wartezeiten mit denen meiner GKV- Ehefrau vergleiche, dann komme ich zu einem anderen Schluss. Und auch wir haben einen Hausarzt, der schwört, alle gleich zu behandeln... nur mich halt wenn's sein muss auch nach 19:00

  • Rolf Jansen

    Das ist, wie auch bei den "Reformen" unserer Bundesregierung viel zu kurz gegriffen! Für eine wirksame Veränderung braucht es ein neues System der sozialen Absicherung. Als Basis denke ich da an:



    - Pflichtbeteiligung (Alle sind im Gesundheits-, Arbeitslosen- und Altersvorsorgesystem gesichert)



    - Beitragsgerechtigkeit (Alle zahlen ab einem bestimmten Einkommen ein, wer zu wenig Einkommen hat, zahlt nichts)



    - Keine Beitragsbemessungsgrenzen (Beiträge werden in gleicher Höhe für das gesamte Einkommen gezahlt)



    - Vermögenssteuer für alle (ab einem bestimmten Vermögen)



    - Ein Gesundheitssystem für alle (ohne Beitragsbemessungsgrenzen)



    - Eine Rentenkasse für alle (auch für Beamte und Selbstständige)



    - Wer sich darüber hinaus versorgen will kann das machen, wenn er seine Beiträge geleistet hat.

    Ist doch gar nicht so schwer - oder?

  • Comerade Aardvark

    Die Beamten bilden den Repressions- und Disziplinierungsapparat, mit dem die herrschende Kaste den Rest der Bevölkerung unter Kontrolle hält. Die Idee, dass dieser Funktionselite auch nur ein Fitzelchen ihrer Besserstellung genommen werden sollte, ist bestenfalls naiv.

    • Comerade Aardvark

      @Comerade Aardvark:

      Das liest sich jetzt antagonistischer als gedacht, denn: dass wir heute von Beamten unterdrückt und reglementiert werden, ist ein enormer zivilisatorischer Fortschritt! Früher waren das die Legionen, dann der Adel, dann SS- und Parteikader (letztere für manche bis 1990) ... heute kann jede_r Beamte_r werden.

  • Fridolin

    Eine Absenkung der Beamtenpensionen wird politisch gegen die Beamtenlobby wohl nicht umsetzbar sein. Es sollte jedoch vielleicht damit gestartet werden, dass das Pensionsniveau eingefroren wird bis zumindest dem max. möglichen Rentenbetrag den ein Angestellter e/rim Deutschen Rentensystem erhalten kann.

    • Gerhard Krause

      @Fridolin:

      Als Ökonom ist es mir unverständlich, warum diese Berufsgruppe, die ihren Job macht, "runter" soll, aber die anderen Menschen in ihren ökonomischen Verhältnissen nicht "herauf". Wo ist Ihre Kritik zB an der steuerlichen Bevorzugung von reichen Personen?! Schon wieder die Panama-Papers vergessen?

    • Axel Schäfer

      @Fridolin:

      Das wäre jetzt aber in etwa bei der Durchschnittspension, würde also die ganzen einfachen Justiz- und Polizeibeamte nicht treffen, eher all die anderen Stellen wo eher keine hoheitlichen Aufgaben vorliegen.



      ... über das Diskussionsverhalten von Beamten zu ihren Privilegien darf man hier aber auch nichts kritisches mehr schreiben.

  • Wiesel24

    Der Autor ist Dozent an einer privaten Hochschule. Es ist also nicht verwunderlich, dass er ein Fürsprecher für die Privatisierung von Bildung ist.



    Sollten die Lehrer in Zukunft Angestellte werden, dann wird das die Privatisierung der Bildung in Deutschland fördern. Es entstehen dann Probleme, wie im Gesundheitssystem. In den Städten wird es eine Differenzierung geben und die Oberschicht möchte sich dann die besten Lehrkräfte durch privates Kapital als Angestellte ihrer Interessen sichern. Gleichzeitig wird es in Randgebieten eine Dequalifizierung geben, da nicht genug Fachpersonal zu finden sein wird. Auch in ländlichen Regionen wird der Mangel an geeigneten Lehrkräften zunehmen.



    Gespart werden wird volkswirtschaftlich dagegen gar nichts werden, denn wir wissen heute, dass Investitionen in das Bildungssystem starke wirtschaftliche Effekte in der Zukunft generieren. Zu einem guten Bildungssystem gehören auch angemessen bezahltes und gut qualifiziertes Personal, dass nicht bei der kleinsten Meinungsverschiedenheit mit der Interessengruppe 'Eltern' befürchten muss, seine Stellung zu verlieren.

  • Zange

    Nein man sollte die Beamten an dieser Stelle gleich behandeln wie alle anderen. Das Problem ist die Ungleichheit bei den anderen genannten Dingen.



    Sie verwenden auch das schöne Wort "wirkungsgleich". So wird doch bereits verfahren und es hat zu genau diesen Unterschieden geführt. Seit Jahrzehnten wird alles wirkungsgleich auf die Beamten übertragen. Das Ergebnis steht im Artikel: Absolute Ungleichheit. Beamtentum abschaffen ist die einzige Lösung. Mit den Altbeamten müssen wir leben. Aber wir könnten sofort aufhören neue einzustellen. Ich habe gehört in anderen Staaten soll es ebenfalls Lehrer, Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute geben. Wie machen die das nur?

    • Gerhard Krause

      @Zange:

      Ähnlich geschützte Verhältnisse, wie hier bei Beamten, gibt es auch anderswo. Warum machen die das nur? 🤔

  • Sonnenhaus

    "Warum also sollten Beamte zusätzlich in den Genuss des Altersvorsorgedepots kommen?"



    Weil Beamte auch nach der Pensionierung im Notfall "einrücken" müssen und ihr Leben lang den "Meinungsmund" halten müssen. Dieses Zurückhaltegebot kostet eben auch etwas. Letztlich schieben sie sich gegenseitig kurz vor der Pensionierung in eine höhere Besoldungsstufe, als "liebevolles Abschiedsgeschenk".



    Wer will ihnen das krumm nehmen, solange das möglich ist?

  • Sonnenhaus

    Wenn Beamte Gesetze stricken, kann nur etwas für Beamte dabei rauskommen, oder? War das nicht schon immer so?

  • Zuversicht

    Es bleibt das Alimentationsprinzip. Dagegen wettert ein Professor einer FH? Lachst Dich kaputt.

  • horsefeathers

    Darüber entscheiden Verwaltungsgerichte und das Bundesverfassungsgericht.



    Die Gerichte sehen die Beamtenbesoldung und -versorgung allerdings gänzlich anders.



    Beispiel Hessen:



    Die hessische Beamtenbesoldung steht seit Jahren wegen Nicht-Einhaltung des verfassungsrechtlichen Abstandsgebots zur Grundsicherung (mindestens 15 % über dem Grundsicherungsniveau) sowie früherer Unteralimentation als verfassungswidrig in der Kritik.



    Die Landesregierung hat auf Urteile (u. a. des Bundesverfassungsgerichts und des VGH Kassel) reagiert und das Tarifergebnis vom 27. März 2026 auf den Beamten- und Richterbereich übertragen.

    • Francesco

      @horsefeathers:

      »Die hessische Beamtenbesoldung steht seit Jahren wegen Nicht-Einhaltung des verfassungsrechtlichen Abstandsgebots zur Grundsicherung (mindestens 15 % über dem Grundsicherungsniveau)«



      Wo steht das im Grundgesetz? Das ist reines Richterrecht.

    • Comerade Aardvark

      @horsefeathers:

      Ja, die unteren Gruppen müssen rauf, weil Abstand. Dann aber ist kein Abstand zu der Gruppe darüber... also auch hoch. Wie die Dominos, bis zu den Gruppen in denen auch die Richter sitzen (naja, gleichgestellt), die das beschließen. Nice!

  • Axel Schäfer

    Ich schätze mal der Autor hat auch den Thementag zu den Beamten in der ARD und auch diese peinlichen Diskussionen bei "Hart aber fair" gesehen, da konnte man sehen, das Diskussionen mit Vertretern der Beamten und ihrer politischen Lobby in etwa so fruchtbar sind wie solche mit Vertretern der AgD.

  • Elite123

    Das ist ja grundsätzlich so.

    Von allen Zumutungen, die Rentner betrifft, werden sie verschont.



    Aber alle Goodies nehmen sie auch mit.

    Das ist der breiten Bevölkerung längst nicht mehr vermittelbar.

    • Gerhard Krause

      @Elite123:

      Beamte können, das ist richterlich geklärt, grundsätzlich in die sog. Gesetzliche Rentenversicherung überführt werden. Der Dienstherr darf nur nicht, wie Ihr Arbeitgeber Ihnen gegenüber ebenfalls nicht, seine Fürsorgepflicht verletzen. Es liegt bei der - das heißt so - Sozialrente (das meint *nicht* Sozialhilfe oder Zuschuss zur Rente!), die Sie wohl betrifft, nicht daran, dass Beamte oder Ärzte besser stehen, sondern, dass die Arbeitnehmer wieder herauf müssen mit der Rente. Das ist eine Aufgabe der Tagespolitik! Und sie ist machbar. Wenn sich jedoch die Bevölkerung mit Debatten untereinander beschäftigt, anstatt sich zu verbünden, wird's damit natürlich nichts.