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Kooperation mit TalibanAusweitung von Abschiebungen nach Afghanistan absehbar

Die Bundesregierung will auch Afghanen ohne Vorstrafen abschieben. Mit Taliban-Vertretern zu kooperieren ist für die deutschen Behörden inzwischen normal.

Die Hinweise verdichten sich, dass die Bundesregierung bald auch Afghanen ohne Vorstrafen abschieben will. Anzeichen hatte es schon in den letzten Wochen gegeben, als bekannt wurde, dass bereits mehrere unbescholtene Afghanen in Abschiebehaft sitzen. Nach taz-Informationen gibt es inzwischen bundesweit insgesamt sechs solcher Fälle, fünf Betroffene sitzen in Bayern ein, einer in Hessen.

Am Mittwoch hatten verschiedene Medien mit Verweis auf die hessische Landesregierung berichtet, eine Beschränkung auf Kriminelle und Gefährder sei bundesweit aufgehoben worden. Das Bundesinnenministerium (BMI) teilte der taz am Donnerstag mit: „Weder das geltende Recht noch der Koalitionsvertrag sehen eine Beschränkung auf Straftäter vor.“

Dabei sind auch schon die Abschiebungen von Vorbestraften und Gefährdern umstritten, angesichts der fortwährenden Horrormeldungen aus Afghanistan. Seit die islamistischen Taliban dort 2021 die Macht übernahmen, haben sie ein Terrorregime errichtet, das insbesondere Frauen massiv unterdrückt und gegen Proteste mit tödlicher Gewalt vorgeht.

Vor 2024 hatte Deutschland deshalb überhaupt nicht nach Afghanistan abgeschoben. Seitdem aber erhöht sich die Frequenz der Abschiebeflieger kontinuierlich. Unter Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) wurden seit Frühjahr 2025 insgesamt 173 Straftäter und Gefährder zurückgezwungen.

Pass? Bitte bei Taliban abholen

Helen Rezene, Geschäftsführerin von Pro Asyl, kritisiert, dass Gefährder und Straftäter als „Türöffner“ genutzt worden seien, um zunächst Abschiebungsdeals mit den Taliban zu rechtfertigen. „Nach diesen Tabubrüchen droht nun immer mehr Menschen die Abschiebung nach Afghanistan.“ Und Rezene sagt: „Die Normalisierung des immer noch international geächteten Regimes wird billigend in Kauf genommen.“

Tatsächlich hat die Bundesregierung den Taliban – gegen die sie vor wenigen Jahren noch Krieg führte – zuletzt erlaubt, weiteres diplomatisches Personal nach Deutschland zu schicken. De facto kontrollieren die Islamisten damit die afghanischen Vertretungen in Deutschland. Im Gegenzug bekam Innenminister Dobrindt von den Taliban eine Art Abschiebe-Flatrate: Bis zu drei Charterflieger sollen monatlich direkt nach Kabul gehen. Die deutschen Behörden führen abzuschiebende Afghanen inzwischen vor Abflug regelmäßig auch Taliban-Diplomaten vor, um deren Identität klären zu lassen.

Aber auch Afghanen, die einen Schutz- und Aufenthaltsstatus haben, werden von deutschen Behörden inzwischen genötigt, in Kontakt mit den Taliban zu treten. Und das ungeachtet der Tatsache, dass viele Afghanen überhaupt erst wegen der Islamisten nach Deutschland flohen. Konkret betroffen sind etwa Af­gha­n*in­nen in Berlin, deren Pass abgelaufen ist. Sie werden von den Behörden regelmäßig an das afghanische Konsulat in der Hauptstadt verwiesen.

Wie eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Orkan Özdemir beim Berliner Senat zeigt, sehen die Behörden darin kein Problem. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport schreibt, Aus­län­de­r*in­nen seien nun mal „grundsätzlich verpflichtet, im Besitz eines gültigen Passes zu sein.“

Özdemir sagt dazu: „Auf die Risiken für Betroffene und ihre Familien in Afghanistan geht der Senat praktisch gar nicht ein.“ Die Befürchtung ist, dass die Taliban Erkenntnisse an die Stellen in Afghanistan geben und so etwa Angehörige von geflohenen Oppositionellen ins Visier der Islamisten geraten. Özdemir berichtet, er bekomme „seit Wochen täglich Nachrichten“ von Betroffenen, die sich nicht in die Konsulate trauten. Einige müssten deshalb erzwungenermaßen auf ihre Einbürgerung verzichten, die ihnen eigentlich zustehe, ohne gültigen Pass aber nicht möglich ist.

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101 Kommentare

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  • Ich bin relativ entsetzt angesichts einiger der Kommentare hier. Glück im Unglück, scheint so als hätte Deutschland die drohende Afd Machtübernahme verdient, dann gehen auch die Deals mit den ausländischen rechtsextremen Regimen viel leichter von der Hand und man kann endlich Recht und Gesetz durchsetzen. Weil gibt ja keinen Grund nicht abzuschieben. Und Männer können in einem misogynen Regime ja auch nicht leiden, also ist ja alles gut. Die ehemaligen Ortskräfte nach Versprechen im Stich zu lassen ist schließlich auch unser gutes deutsches Recht.



    Und Dobrindts Wegregieren der Afd besteht offenkundig einfach darin, die politischen Forderungen der afd zu erfüllen. Was zu erwarten war.



    Viel Spaß noch, Deutschland.

  • Die erste Abschiebung von Straftätern von Deutschland nach Afghanistan haben SPD/Grüne zwecks Wahlkampf durchgeführt. Hier wird also nur weitergeführt was die begonnen haben.

    • @Günter Witte:

      Ja genau. Die GRÜNEN sind schuld - wie immer. Was würden manche Zeitgenossen nur machen, gäbe es die GRÜNEN nicht? Besser: gäber es nichts an Parteien, die nicht stramm rechts stehen...

  • „Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt.“?

  • Ich verstehe das Problem nicht. Wer hier hin kommt und Schutz sucht, soll diesen auch bekommen. Wer aber meint er könne hier schwere bis schwerste Straftaten begehen muss eben wieder gehen. Es dürfte sich auch am Hindukusch herumgesprochen haben das Mord oder der Handel mit harten Drogen auch im liberalen Deutschland Straftaten sind.

    • @charly_paganini:

      Es geht im Artikel um die Ausweitung von Abschiebungen. Jetzt sollen auch afghanische Flüchtlinge abgeschoben werden, die nicht kriminell geworden sind. Und Flüchtlingen, denen man einst eine Zusicherung gegeben hatte, sollen nicht einreisen dürfen.

  • Ausschlaggebend muss doch fast Ergebnis des Asylverfahrens (bzw. eines alternativen Aufenthaltsverfahrens) sein. Wenn kein Aufenthaltstitel vorliegt, dann muss halt auch abgeschoben werden. Und da sich Deutschland nicht aussuchen kann, wer momentan in Woauchimmersthan regiert, kommt es darauf auch nicht an.

    • @DiMa:

      Eben. Alles andere wäre wohl rechtswidrig.

    • @DiMa:

      Warum "muss"?

      • @Francesco:

        Weil das Asylverfahren genau dafür da ist.

        • @DiMa:

          Quatsch, dem Staat steht es frei, einen Aufenthalt aus humanitären oder sonstigen Gründen zu erlauben. Das Asylverfahren dient lediglich zur Feststellung, ob ein Asylgrund vorliegt. Von einem Zwang zur Abschiebung kann keine Rede sein.

          • @Flix:

            Und genau aus diesem Grund steht bei mir ausdrücklich "(bzw. eines alternativen Aufenthaltsverfahrens)"! Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Nur wenn weder Asyl noch sonst ein Aufenthaltstitel vorliegt, dann ist der Aufenthalt halt auch zu beenden.

  • "haben sie ein Terrorregime errichtet, das insbesondere Frauen massiv unterdrückt"

    Das passt nur nicht zu der aktuellen Situation in Deutschland. 80% der Antragsteller in Deutschland sind männlich und zwischen 18 und 29 Jahre alt. Zum Vergleich, in Norwegen sind es 45% Frauen zwischen 18 und 45 Jahren, in Dänemark gar 70% Frauen.

    Zudem beruht für gut die Hälfte der männlichen Afghanen in Deutschland der Aufenthaltsstatus auf ein Abschiebeverbot und nicht auf den Flüchtlingsstatut der Genfer Konvention.

    Ein Abschiebeverbot ist temporär ausgelegt und beruhte in diesem Fall auf den Kriegszustand in Afghanistan. Dieser ist seit Machtübernahme der Taliban beendet und die meisten EU Länder, darunter auch Deutschland bewerten die Lage vor Ort nunmehr neu.

    Das alles ist auch Teil des Rechts auf Asyl, welches eben nicht bedeutet, wer einmal eingereist ist, der bleibt auch. Das gilt es zu beachten, wenn man das individuelle Recht auf Asyl erhalten und die Rechtspopulisten nicht bei dessen Abschaffung unterstützen möchte.

    Und hinsichtlich der Taliban sei angemerkt, die Liste derartiger Regime mit denen Deutschland in seiner Vergangenheit unterschwellige Diplomatie gepflegt hat ist lang.

    • @Sam Spade:

      "Zudem beruht für gut die Hälfte der männlichen Afghanen in Deutschland der Aufenthaltsstatus auf ein Abschiebeverbot und nicht auf den Flüchtlingsstat der Genfer Konvention."



      Und worauf beruht das Abschiebeverbot? Doch entweder auf der Flüchtlingskonvention oder auf der Europäischen Konvention für Menschenrechte.

      • @Francesco:

        "Und worauf beruht das Abschiebeverbot?"

        Auf nationaler Gesetzgebung. Einmal im Aufenthaltsgesetz § 60 nachschauen.

    • @Sam Spade:

      "Das passt nur nicht zu der aktuellen Situation in Deutschland. "

      Ihnen ist aber bekannt, dass Deutschland ein anderer Ort ist als Afghanistan, oder?

  • Schon interessant, wie peu à peu die christlichen Masken fallen.



    Ohne Anstand und jegliche Moral.



    Ich sehne mich nach persönlicher Haftung für das Handeln unserer Politiker. Und auch die Mitläufer und Wähler sollen nicht sagen, sie hätten nichts gewusst.

    • @Stefan Schmitt:

      >christlichen Masken<

      Was ist mit dem Chef ? Sämtliche Gebete sofort einstellen bis er die Welt wieder in Ordnung bringt!

    • @Stefan Schmitt:

      Es gibt als Christ keinen Grund junge Männer, die in ihrer Heimat nicht verfolgt werden, nicht abzuschieben. Nächstenliebe zieht nicht, da eben keine Bedrohung vorliegt.

      • @Nachtsonne:

        "Nächstenliebe zieht nicht, da eben keine Bedrohung vorliegt."

        Und wieder ein Forist der das Gebot nicht ganz verstanden hat. Bei der Nächstenliebe geht es um die Achtung der Menschenwürde. Beinhaltet auch Menschen die sich in einer Notlage befinden beizustehen und Hilfe zu leisten.

        Eine Abschiebung in ein Land in dem Folter und Unterdrückung gängige Praxis sind, ist das exakte Gegenteil davon.

        • @Sam Spade:

          Die Notlage liegt eben in vielen Fällen nicht vor, ebensowenig wie eine unmittelbare Bedrohung. Eine mögliche Bedrohung ist kein Argument gegen eine Abschiebung - auch nicht aus christlicher Sicht.

        • @Sam Spade:

          Da werden wir uns wohl nicht einig. Müssen wir aber auch nicht.

    • @Stefan Schmitt:

      Ich gehe davon aus, dass den "Mitläufern und Wählern" das bekannt ist. Die Umfragen der Jahre 2024 bis 2026 zeigen ein bemerkenswert konsistentes Bild: Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung befürwortet konsequentere Abschiebungen von Personen ohne Bleiberecht... kann man finden wie man will...

      • @beratungsstellenmitarbeiter:

        Nur dann, wenn es Menschen betrifft, die sie nicht persönli h kennen.

    • @Stefan Schmitt:

      Ihnen ist schon klar, dass SPD und Grüne mit der FDP während der Ampel das Ganze politisch angebahnt haben und auch der erste Flug bereits in 2024 unter der Ampel stattfand, oder?



      Weil sie hier so explizit nur die "Mitläufer" und "Wähler" der "christlichen Masken" addresieren...

      • @Astrid Sehnefeld:

        Die Grünen waren innerhalb der Ampel die Partei mit der restriktivsten Haltung gegenüber Abschiebungen nach Afghanistan. Sie konnten sich damit jedoch nicht vollständig durchsetzen, sodass die Bundesregierung 2024 Abschiebungen verurteilter Straftäter wieder aufnahm. FDP und SPD haben diesen Kurswechsel mitgetragen, da gebe ich Ihnen Recht.

        Allerdings sollte man Ursache und Zeitpunkt nicht ausblenden:



        Nach dem Anschlag von Mannheim war dieser Schritt politisch vorhersehbar – unabhängig davon, wie man es moralisch bewertet, Kriminelle Kriminellen zu überlassen.

        Ich möchte die CDU auch nicht zu pauschal verurteilen, war unter Merkel 2015 ja schließlich christliches Handeln angesagt.



        Merz ist weit davon entfernt.

  • Jeder, der dahin abschieben will, sollte mal selbst dahin abgeschoben werden. Dobrindt wäre ehrlicher, wenn er bei der AfD wäre. Genau so denkt er nämlich.

    • @Thomas Schnitzer:

      Solche Behauptungen wie Ihr zweiter Satz sind komplett undifferenziert und vermutlich - ich kenne die Pläne der AfD nicht - eine Verharmlosung dieser Partei.

      Wenn das derzeit geltende Recht Abschieubungen nach Afghanistan erlaubt und dieses Recht ja bekanntlich ohne jede Mitwirkung der AfD zustande gekommen ist, im Gegenteil waren Zustimmungen von Grünen und SPD nötig, dann wird die Durchsetzung dieses Rechts keine AfD-Politik sein können.

    • @Thomas Schnitzer:

      Schlimmer: er HANDELT so wie die Faschos der AgD!

      • @Perkele:

        Er handelt im Rahmen der bestehenden Gesetze.

        • @Ohne_Mitte_geht_nix:

          Genau das macht er eben NICHT!



          Gerade heute wurde ein weiteres Urteil von höchster Stelle bekannt, das genau dieses Versäumnis bemängelt.

  • Ab welcher Strafe wird denn abgeschoben?

    Ich bin mal Provokant: Ab einem Jahr Haft geht meine Geduld schlagartig zurück.

    • @Andi S:

      Für mein Empfinden:



      Alles, was als Straftat deklariert ist.



      Blosse Ordnungswidrigkeiten würde ich tolerieren, es sei denn, sie werden wiederholt und gewohnheitsmässig begangen.



      Hier in der Schweiz wird gelentlich zusammen mit der Haftdauer ein Landesverweis als Strafe mit ausgesprochen. Das ist aus meiner Sicht auch völlig in Ordnung, wenn sich jemand hartnäckig weigert, sich an die landesüblichen Regeln und Gesetzebzu halten.

    • @Andi S:

      Nein, darunter sind auch Schwarzfahrer.

  • Wer ist eigentlich menschenverachtender? Die Taliban oder die deutsche Regierung, die diese armen Menschen ohne Not diesem Regime ausliefert? Und wozu wurde eigentlich der Krieg geführt, wenn man nunmehr gemeinsame Sache mit diesem seit damals noch brutaleren Regime macht?

    • @Il_Leopardo:

      Der Krieg wurde geführt, weil eine Gruppe von Saudi-Arabern, Libanesen und Ägyptern, finanziert von einem in Afghanistan lebenden Saudi-Araber, der von Pakistanern geschützt wurde, Flugzeuge ins World Trade Center und ins Pentagon stürzen ließ.



      Das war ein klassischer Fall der Amerikaner von: 'aber irgendwas müssen wir tun, um Handlungsfähigkeit beweisen zu können.'



      Deutschland hat entsprechend seiner Verpflichtung im Rahmen der NATO teilgenommen, da der Bündnisfall nach Artikel 5 des NATO-Vertrags am 12. September 2001 als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September in den USA ausgerufen wurde.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Und hat "unsere Sicherheit auch am Hindukusch verteidigt" (Peter Struck)



        Mit bekanntem Ergebnis. Am Ende hat man die Afghan*innen schnöde im Stich gelassen und weigert sich jetzt sogar, entgegen vorherigen Zusagen ehemalige Mitarbeitende aufzunehmen.



        Zum Glück hat das Bundesverfassungsgericht gerade entschieden, dass das in dieser Form rechtswidrig ist.

        • @Klabauta:

          "Zum Glück hat das Bundesverfassungsgericht gerade entschieden, dass das in dieser Form rechtswidrig ist."



          Und Sie glauben, dass da noch einer von denen zu uns kommt?



          Erstmal hat Karlsruhe heute entschieden, dass Deutschland die freiwillig abgegebenen Aufnahmeerklärungen SEHR WOHL wieder zurücknehmen kann, nur eben nicht pauschal für alle Betroffenen - sondern in Einzelfallprüfungen.



          Und genau DAS wird die Exitstrategie werden, denn wir vertiefen gerade maximal unsere Beziehungen zu den Taliban um reguläre und regelmäßige Abschiebungen mit denen auszuhandeln.



          Wir werden keinen einzigen mehr aus Afghanistan evakuieren, da wette ich drauf.



          Wie könnten wir denn Abschiebungen nach Afghanistan rechtfertigen, wenn wir gleichzeitig Menschen aus diesem Land zum Schutz vor deren Regierung evakuieren...?



          Und auch die Taliban würden das nicht zulassen. Dann könnten wir uns jegliche Abschiebeflüge in die Haare schmieren.



          Zumindest so lange Merz bzw die Union am Ruder ist, werden diese Einzelfallprüfungen einfach bis zum Sankt Nimmerleinstag verzögert - jede Wette.



          Recht sprechen und Recht bekommen waren noch immer zwei komplett unterschiedliche Paar Schuhe.

    • @Il_Leopardo:

      "Und wozu wurde eigentlich der Krieg geführt"

      Der Krieg wurde einzig und allein geführt, um nach dem 11. September Al Kaida zu vernichten. Nur dafür gab es ein UN Mandat. Die Menschenrechtsfrage war eher sekundär, was man allein an der völlig unzzureichenden Aufbauarbeit erkennen kann. Auch wenn das in der ganzen Diskussion immer wieder mit anderen Dingen vermischt wird.

    • @Il_Leopardo:

      Um Ihre Frage zu beantworten: Eindeutig die Taliban!

    • @Il_Leopardo:

      >wozu wurde eigentlich der Krieg geführt?<



      .



      gute Frage - nächste Frage.

    • @Il_Leopardo:

      Die Taliban!

      • @Jesus:

        Nein. Die sind beide gleich menschenverachtend.

        • @Perkele:

          Dann frag mal irgendeine xbeliebige Frau oder queere Menschen, ob sie lieber unter der GroKo in Deutschland oder unter den Taliban in Afghanistan leben würden.

    • @Il_Leopardo:

      Diese Fragen sind berechtigt, aber bei Dobrindt weiß man die Antwort bereits. Was kann man tun?

    • @Il_Leopardo:

      Lassen Sie mich kurz überlegen... - Eindeutig die Taliban.



      Oder was denken Sie?



      Sind Sie der Meinung, die Menschenrechtslage ist in Deutschland schlechter als in Afghanistan?

      • @Katharina Reichenhall:

        Für die von Abschiebung bedrohten Afghanen ist die Menschenrechtslage hier bei uns derzeit schlecht.

        Wenn die derzeitige Regierung glaubt, mit dieser Politik Stimmen aus dem ultra-rechten Lager zurückgewinnen zu können, dann sage ich nur: das mag in Einzelfällen gelingen, wird aber gleichzeitig dazu führen, dass liberale Menschen sich abwenden. Ich wähle in Zukunft jedenfalls nicht mehr die SPD.

        • @Il_Leopardo:

          Da die Grünen der SPD nicht unbedingte unähnlich sind, wollen Sie wahrscheinlich eine Partei wählen, die durchaus Überschneidungen mit der AfD hat, was z.B. Antisemitismus und Putin-Nähe gewisser Teile der Parteimitglieder betrifft und die sich ebenso gegen die NATO und die Wehrpflicht ausspricht?

          • @Ohne_Mitte_geht_nix:

            Fast getroffen ist dennoch vorbei. Nein, natürlich meine ich die Grünen.

        • @Il_Leopardo:

          Und was wählen sie stattdessen? Die linke wo ein Teil der Parteijugend Stalin und Ulbricht toll findet und wo ein Teil der Partei einen gepflegten Antisemitismus an den Tag legt?



          Für mich ist bei der Wahl zwischen pest und Cholera die DPD immer noch das kleinere Übel.

        • @Il_Leopardo:

          Sie weichen aus. Was machen die Taliban besser als die Bundesrepublik? Letztere halten Sie ja offenbar für menschenverachtender.

          • @Fairchild670:

            Merkt hier eigentlich niemand, dass Herr Dobrindt da nur Symbol-Politik betreibt. Was soll das? Ein paar Dutzend afghanische Flüchtlinge für viel Geld auszufliegen, nur um ein paar Stimmen mehr einzusammeln?



            Reicht das Schließen der Grenzen denn nicht aus? Wieso müssen jetzt auch noch die gehen, die sich unter hohen Gefahren hierher retten konnten?



            Wir sitzen hier in den Honigtöpfen und schicken Leute in ein furchtbares Land zurück, in dem sie ein völlig ungewisses Schicksal erwartet. Ist das christlich oder für alle Nichtreligiösen - ist das menschlich?

            • @Il_Leopardo:

              Nein, natürlich merken nur Sie, was wirklich passiert. Aber keine Angst, Sie sind mit dem Problem aber nicht alleine. Das geht vielen so.

              Was Sie allerdings nicht merken: wie maßlos Sie in Ihrer Rage übertreiben. Wie kommt man darauf, die Frage in den Raum werfen, ob die Bundesrepublik oder das Taliban Regime menschenverachtender ist? Was für antworten erwarten Sie bitte auf so einen Einstieg?

        • @Il_Leopardo:

          Wenn jetzt schon die Umsetzung von geltendem Recht (endgültig abgelehnte Asylbewerber) Afd-Politik sein soll, machen Sie es Höcke und Konsorten aber sehr leicht.

          • @Bommel:

            Ich darf darauf hinweisen, dass Migrations-Politik Sache des Bundes ist und nicht etwa Ländersache.

          • @Bommel:

            Und was ist mit den Menschen, denen die Vorgängerregierung eine Zusage gegeben hatte und die jetzt in Pakistan festsitzen?

  • Was versucht die Regierung damit zu erreichen? Die AfD bekämpfen, indem man AfD-Politik macht, funktioniert erwiesenermaßen nicht, die aktuellen Umfragewerte sind Beweis genug.

    Warum also völlig moralfreie, empathielose und ggf. rechtswidrige Maßnahmen umsetzen, von denen bestenfalls noch das menschenverachtende Regime in Kabul durch Anerkennung profitiert.

    Für diese Regierung und alle diejenigen, die an vergangenen und zukünftigen Abschiebungen zu den Taliban beteiligt sind, kann man sich nur schämen.

    • @Flix:

      So ist das zu sehen.

  • "Und das ungeachtet der Tatsache, dass viele Afghanen überhaupt erst wegen der Islamisten nach Deutschland flohen." - Und warum sind die anderen Afghanen nach Deutschland gekommen?

    • @Wolferich:

      Armut und Hoffnung auf ein besseres Leben, Flucht vor den verschiedenen vorherigen Regimen in Afghanistan, Interesse daran mal woanders zu leben.

    • @Wolferich:

      Das ist auf Grund der Menschenrechtslage in Afghanistan doch irrelevant. Aber ich bin mir recht sicher, dass die Rolle des Sündenbocks für eine populistische Unionspolitik nicht zu den Gründen gehört.

  • Warum sollen afghanische Bürger, die keinen berechtigten Aufenthalt haben nicht auch abgeschoben werden ? Welche Horrormeldungen gibt es denn aus Afghanistan ?

    • @Puky:

      Gretchenfrage das mit den Horrormeldungen. Ja, Afghanistan ist ein Terrorregime geworden.



      Afghanische Bürger? Sind Menschen. Menschen gehören nicht abgeschoben.

    • @Puky:

      Würden Sie das auch so sehen, wenn Sie aus einem andern Land abgeschoben werden sollten?

    • @Puky:

      Mir reichen die Horrormeldungen aus Trier.

    • @Puky:

      Konflikte, Armut, Bildungsverbot, Unterdrückung...

    • @Puky:

      Das ist ja wohl eine rhetorische Frage oder fehlen die Antworten darauf in den Handreichungen aus Moskau?

    • @Puky:

      Gewalt gegen Andersdenkende, Gewalt gegen Frauen, Unterdrückung von Frauen. Reicht das, oder sind ihnen Frauen egal?

      • @Thomas Schnitzer:

        Es wurden und es sollen ausschließlich Männer abgeschoben werden.

        • @Bommel:

          Und Männer an ein Terrorregime auszuliefern (und dem ggf. Kanonenfutter zu liefern) ist ok?

          Davon abgesehen, dass der Verrat an den Asylzusagen für für Ortskräfte durch für aktuelle Bundesregierung sehr wohl auch sehr viele Frauen betrifft. Ist ein anderer Aspekt derselben durch diese Regierung vertretenen Politik.

  • Tja Faschisten tun Faschistendinge, hier und dort, ob klerikal oder reaktionär-konservativ, Menschenfreunde war die CDSU in den 90ern schon nicht mehr, wenn überhaupt jemals...

    • @BarfußimSommer:

      "Nach einer exklusiven Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA für BILD wollen 93 Prozent der Befragten, dass Abschiebungen nach Afghanistan wieder durchgeführt werden. Nur 3 Prozent sind dagegen (4 Prozent: weiß nicht/keine Angabe)."

      "Eine absolute Mehrheit von 52 Prozent will sogar, dass alle Asylbewerber, deren Asylantrag abgelehnt wurde, ins Reich der Taliban zurückgeführt werden.Im Spätsommer 2024 zeigte eine Forsa-Umfrage für n-tv zudem, dass eine Mehrheit (ca. 53–54 %) härtere Maßnahmen und Grenzen für diese Herkunftsländer unterstützte, während ca. 45 % angaben, gar niemanden mehr aufzunehmen."

      Die CDU setzt hier tatsächlich das um was sich Ihre Wähler von ihr versprechen. Ob man es nun gut oder schlecht findet eine Mehrheit für weitere Aufnahmen und unbegrenzten Aufenthalt gibt es schlicht nicht.

      • @Zippism:

        Auch die Mehrheit kann rechtsextrem (ist mit einem Horizont bis zum Gartenzaun?) denken, in der Tat.

      • @Zippism:

        "Eine absolute Mehrheit von 52 Prozent will sogar, dass alle Asylbewerber, deren Asylantrag abgelehnt wurde, ins Reich der Taliban zurückgeführt werden"

        Zeigt exemplarisch sehr schön den massiven Verlust von christlicher und abendländischer Kultur in Deutschland.

      • @Zippism:

        Ja, und wenn ich eine Umfrage starte, ob es ein mal in der Woche Freibier und einen kostenlosen Bordellbesuch geben sollte, wird sich auch eine Mehrheit dazu finden!

        • @Martin Ziegler:

          @Martin Ziegler: das ist polemisch

      • @Zippism:

        Na dann ist ja alles gut. Wenn eine Mehrheit das will, was soll man da machen. Sch*** auf Mitmenschlichkeit und das ganze moralische Gedöns!



        Und wenn eine Mehrheit demnächst die Todesstrafe fordert, setzt die CDU um. Willige Vollstrecker des Volkswillens.

        *Sarkasmus off*

        • @Klabauta:

          Und wenn Gerichte das verhindern, schafft man eben ein neues nach bekanntem Vorbild.

        • @Klabauta:

          Na ja und wenn eine Mehrheit es will wird es ignoriert wenn die Linke, zumindest die der reinen und klaren Lehre es nicht gut findet. Scheiß auf Demokratie und so...



          Also doch die Diktatur der Linken? Ich weiß jetzt warum ich sowohl weit links als auch weit rechts nicht mag.

      • @Zippism:

        Na so zeigt sich doch wohl, der Schoß ist immer noch fruchtbar, aus dem er kroch. Wahrscheinlich war er nie weg, hat sich gut getarnt und fühlt sich weltweit wieder so sicher, dass er sich nicht mehr hinter irgendwelchen Pseudobegründungen verstecken muss.

  • Wo ist das Problem mit den Taliban zu reden? Deutschland, alle EU Staaten haben diplomatische Beziehungen zu Venezuela, Russland, Nordkorea und Eritrea (außer Frankreich und Estland zu Nordkorea). Die Taliban sind nicht schlimmer.

    • @Eulennest:

      Es gibt zwar ein Konsulat von Nordkorea in Deutschland, aber Abschiebungen sind wegen fehlenden diplomatischen Beziehungen eben faktisch nicht möglich. Es gibt niemanden der die Notwendigen Papiere ausstellen könnte.



      .



      Auch Abschiebungen nach Eritrea sind in der Praxis meist nicht durchführbar oder unzumutbar. Das gleiche gilt bei Venezuela.



      .



      Eine so enge Kooperation und Koordinierung, wie mit dem Taliban-Regime, ist daher eben doch eine ganz große Ausnahme.



      .



      Ein Beispiel wo das problematisch ist: Wenn Asylbewerber:innen gezwungen werden zu deren Vertretern zu gehen, um Papiere zu bekommen und damit auch die eigene Familie gefährden.

    • @Eulennest:

      Die deutsche Regierung redet nicht mit den Taliban, sie kooperiert. Erkennen Sie den Unterschied?

    • @Eulennest:

      Die Taliban sind nicht schlimmer?

      Frauen dürfen laut Gesetz nicht einmal laut sprechen, geschweige denn widersprechen...



      Kinderehen legalisiert...



      Das Strafrecht unterteilt die Gesellschaft in 4 Klassen..



      Wenn eine Frau ohne Erlaubnis des Mannes ihre Familie besucht ist das eine Straftat. Etc

    • @Eulennest:

      Welcher der genannten Staaten unterdrückt Frauen systematisch?

      • @Thomas Schnitzer:

        Der Frauenanteil afghanischer Schutzsuchender in Deutschland liegt bei 35%. Frauen werden nicht nach Afghanistan abgeschoben.

        Die Überrepräsentanz afghanischer Männer bei u.a. schweren Sexualdelikten dürfte Ihnen bekannt sein.

      • @Thomas Schnitzer:

        In den genannten Staaten werde alle Menschen unterdrückt, die aufmucken.



        Leider ist die Welt wie sie ist, man kann nicht nur mit lupenreinen Demokratien Beziehungen aufbauen.

      • @Thomas Schnitzer:

        Nordkorea macht da keinen unterschied, es unterdrück alle Bürger systematisch. Ist das nun besser oder schlechter?

        • @Zippism:

          Gibt es Abschiebungen nach Nordkorea?

        • @Zippism:

          kommt darauf an, es scheint Menschen zu geben, für die ist es schlimmer, wenn 50 Prozent der Menschen unterdrückt werden als 99 Prozent.

          • @Dr. McSchreck:

            Vielleicht ist es unlogisch, aber zu diesen Menschen gehöre ich. Ich finde es schlimmer, wenn ausschließlich weibliche Kinder und Frauen unterdrückt werden, als wenn auch männliche Kinder und Männer unterdrückt werden. Deswegen würde ich auch immer lieber in einer Militärdiktatur oder russischer Einflussnahme leben als in einer Religionsdiktatur oder unter der Scharia.

            Zum einen widerspricht es meinem Gerechtigkeitsgefühl, wenn es sich 50% der Bevölkerung gut gehen lassen und die anderen 50% gequält werden dürfen; zum anderen denke ich, dass Frauen in diesen Systemen nicht nur von der Regierung/dem Staat unterdrückt werden, sondern zusätzlich auch noch von den bevorrechtigten Männern, ihren Ehemännern, Vätern usw., was Unterdrückung bis in den persönlichen, intimen Bereich (u.a. Vergewaltigung?) bedeutet.

            Der Unterschied besteht für mich darin,

            • @*Sabine*:

              Es gibt nicht nur die Unterdrückung und Verfolgung von Frauen und Mädchen, sondern auch die von ethnischen oder religiösen Gruppen. So z.B. die Hazara. Auch schwule Männer müssen um ihr Leben fürchten.

              "wenn es sich 50% der Bevölkerung gut gehen lassen"

              Was für eine Formulierung! Auch Männer und männliche Kinder unterliegen rigiden Verhaltens- und Kleidungsvorschriften, denen sie sich nicht entziehen können, unter Armut und Mangelernährung. Auch 48% der männlichen Bevölkerung sind Analphabeten.



              Ich will mit der Aufzählung dieser Punkte keineswegs die weit größere Unterdrückung von Frauen und Mädchen nicht relativieren, aber Ihre Darstellung geht an der Realität vorbei.

              • @Klabauta:

                Meine Formulierung war überspitzt, da stimme ich Ihnen zu.

                Da meine erste Antwort an Sie nicht übermittelt wurde, versuche ich es nochmals auf andere Weise:



                Sehen Sie sich das Familienrecht in Afghanistan an. Sie werden feststellen, dass es für afghanische Männer weitreichende Möglichkeiten gibt, deren "fehlende Selbstbestimmung" und Not zu kompensieren. Für Frauen gibt es keinerlei Möglichkeiten.

        • @Zippism:

          Eine rein rhetorische Frage Ihrerseits. Wenn es in Deutschland nordkoreanische Geflüchtete gäbe, dürfte man die genauso wenig abschieben wie afghanische Geflüchtete.

          • @Klabauta:

            Nicht ganz korrekt.

            In Nordkorea gilt Landesflucht als Landesverrat und wird mit der Todesstrafe geahndet. Hier greift nach Asylrecht ein Abschiebeverbot oder anderer Schutzstatus.

            Bei Afghanen entfällt der Grund des Abschiebeverbots aufgrund der Machtübernahme der Taliban und der Beendigung des Kriegszustands im Lande.

            Ein allgemein gültiger Schutzstatus besteht insofern nicht mehr, sondern es zählt die Einzelfallprüfung im Zuge des Asylverfahrens, wie bei allen anderen Antragstellern auch.

            Ein allgemeiner Bezug auf ein Terrorregime reicht noch nicht aus um einen Schutzstatus zu erlangen.

            • @Sam Spade:

              "Bei Afghanen entfällt der Grund des Abschiebeverbots aufgrund der Machtübernahme der Taliban"

              Sie haben Recht, was aber nur beweist, wie menschenverachtend die derzeitigen Regelungen sind.



              Es herrscht kein offener Krieg mehr in Afghanistan, sondern Friedhofsruhe.



              Für Sie vielleicht interessant ist auch, dass seit Beginn dieses Jahres in Afghanistan ein neues Strafgesetzbuch in Kraft getreten ist:

              www.proasyl.de/new...tz-in-afghanistan/

              • @Klabauta:

                Ich habe mir den Artikel durchgelesen, danke für den Link. Es wird Ihnen wohl nicht gefallen, aber ich habe nichts darin gelesen, was nicht in den meisten Ländern praktiziert wird, in denen Männern fast absolute Gewalt über Frauen zugebilligt wird.

                Was das Kastensystem angeht, so denke ich, dass auch dies kein Alleinstellungsmerkmal Afghanistans ist.

                Ich habe in meinen Kommentaren hier schon öfter erwähnt, dass ich wirklich nicht weiß, wie afghanische Menschen leben wollen. Ob sie sich mit den religiösen Gesetzen des Taliban-Islam arrangieren können und wollen oder nicht.