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17.08.2026 , 22:27 Uhr
Ja, dieser Artikel ist verwirrend, weil er Berichte sogar hier in der TAZ ignoriert. Inwiefern die Neurodiversität tatsächlich bestand oder nur eine seiner Geschichten war, scheint auch nicht ganz klar zu sein.
„Autist und stumm? Schulkameraden beschreiben ihn als völlig normal.“ taz.de/Skandal-um-...itannien/!6203006/
zum Beitrag17.08.2026 , 21:49 Uhr
„92 Prozent der Autofahrer:innen gaben an, dass sie Radfahrer:innen besonders rücksichtsvoll überholen. Aber 86 Prozent der Befragten sagen, dass sie beobachten, wie andere Autos Radfahrer:innen zu eng überholten. “ Das ist statistisch kein Widerspruch. Irgendwann werden die meisten mal einen der 8% nicht rücksichtsvoll überholenden Autofahrer beobachten.
Es ist kurios, dass die Autorin zwar anerkennt, dass sich alle Teilnehmer des Straßenverkehres – nicht nur die Autofahrer – daneben benehmen und selber massives Fehlverhalten zugibt, aber gleichzeitig nur härtere Strafen für Autofahrer fordert.
Der Straßenverkehr hat sich nach meiner Erfahrung schon in manchen Punkten verändert. Früher wurden auf Autobahnen noch häufiger die rechte Spur benutzt. Inzwischen wird die von Autos meistens gleich ganz ignoriert. Ein paar fragwürdige Fahrmanöver habe ich in letzter Zeit schon gesehen. Ich wurde vor kurzem hupend im Überholverbot überholt, weil ich bei erlaubten 30 nur 50 fuhr. Dass der Straßenverkehr jetzt aber in der breiten Masse deutlich aggressiver geworden ist, habe ich nicht beobachtet. Vielleicht ist das aber auch so ein Berliner/Großstadt-Phänomen.
zum Beitrag16.08.2026 , 13:46 Uhr
Das ganze erinnert mich stark an den Brexit, wo man ein Referendum mit populistischen Versprechen durchgeführt hat und sich später sehr schwer damit tat es umzusetzen, da jeder Politiker wusste, dass es eine Katastrophe wird.
Die Enteignung würde mit Sicherheit vor den Gerichten enden. Die werden mit nicht gerade geringer Chance entscheiden, dass mit Marktwert zu entschädigen ist und auch nicht per 100-jähriger Schuldverschreibung, sondern sofort in kompletter Summe. Dann hat das Land Berlin plötzlich ein Problem.
Wie soll das sonst auch in der Praxis funktionieren? Die Wohnungsunternehmen werden wie jedes Unternehmen mit Krediten arbeiten, die als Grundschulden in den Büchern der Immobilien eingetragen werden. Die Immobilien können durchaus mit dem Marktwert beliehen sein. Werden die Schulden bei Enteignung einfach aus den Grundbüchern gelöscht, also letztendlich irgendwelche Banken enteignet? Das führt dann potentiell zu einer Bankenkrise und zur interessanten Fragestellung, ob das Land Berlin überhaupt eine nicht-berliner Bank enteignen darf.
zum Beitrag12.08.2026 , 15:36 Uhr
Wichtiger als die Förderung der E-Autos ist in meinen Augen die Förderung der Ladeinfrastruktur, vor allem in Mehrfamilienhäusern. Ich konnte erfreulicherweise meine Miteigentümer vor ein paar Wochen überzeugen, dass wir die Hauselektrik so aufrüsten und die Stellplätze/Garagen so verkabeln, dass sich jeder Eigentümer, der das möchte, eine Wallbox installieren kann. Ich bin mir nicht sicher, ob die Miteigentümer ohne die in Aussicht stehenden Fördermittel zugestimmt hätten, einen großen Haufen Geld auszugeben, damit in erster Linie ich mein Auto laden kann. Es gibt zwar einen Rechtsanspruch, der ist in der Praxis aber nicht sonderlich hilfreich.
Die sehr unterschiedlichen Interessen der Eigentümer sind häufig ein Problem in Eigentümergemeinschaften. Manche haben vermietet, manche wohnen selber in der Wohnung. Die finanziellen Möglichkeiten sind häufig auch unterschiedlich. Das ist auch etwas absurd beim Förderprogramm für Wärmepumpen: Vermietende Eigentümer kriegen maximal 30% Förderung, selbst nutzende bis zu 80%. Vermietende Eigentümer haben zusätzlich auch weniger Nutzen von einer Wärmepumpe, weil die Energiekosten in erster Linie von den Mietern bezahlt werden.
zum Beitrag04.08.2026 , 16:39 Uhr
„Die Kopplung an die Fahrtstrecke sei zwar pragmatisch, sagt er, doch man könne recht einfach auch eine Kfz-Stromsteuer pro Kilowattstunde aufschlagen, sowohl an öffentlichen Ladestationen wie an privaten Wallboxen.“ Wie soll das technisch funktionieren? Die wenigsten privaten Wallboxen verfügen über geeichte Stromzähler. Wer soll die dann ablesen? Was hindert mich, das Auto einfach über die Steckdose zu laden? Der gleiche Effekt wird auch bei Wärmepumpen auftreten, denn deren Strom ist auch geringer besteuert als Heizöl/Gas. Dann kann man auch gleich die Stromsteuer erhöhen. Das verschiebt dann aber die Wirtschaftlichkeit in Richtung fossile Energien. Fairerweise müsste man dann auch den Eigenverbrauch von PV versteuern.
Die britische Lösung, das einfach bei der HU auszulesen, hat zumindest den Charme, dass sie sehr günstig umzusetzen ist. Bei On-Board Mautgeräten geht dann wieder ein massiver Teil für die Technik drauf. Ich habe noch nie verstanden, warum man in Deutschland immer noch die HU Plaketten klebt und kontrolliert, als eine elektronische Datenbank dafür einzuführen.
zum Beitrag31.07.2026 , 15:35 Uhr
Reparieren ist arbeitsintensiv. Die Abgaben auf Arbeit liegen in Deutschland bei 60-70%. Die meisten Betriebe müssen damit Stundenlöhne von ca. 100€ aufrufen. Zudem besteht immer das Risiko, dass der vermeintlich gefundene Fehler nicht der eigentliche Fehler ist. Wer will schon ein paar Hundert Euro für die Reparatur der alten Waschmaschine ausgeben, wenn eine neue nicht viel teurer ist? Die Produktion der Neugeräte findet ja im Ausland statt, wo die Arbeit deutlich günstiger ist.
zum Beitrag29.07.2026 , 15:27 Uhr
Es ist geradezu bizarr, wie viele undifferenzierte, starke Reaktionen es zum hochkomplexen Nahost-Konflikt gibt und wie wenige zur Situation der ebenfalls überwiegend muslimischen Uiguren in China.
zum Beitrag22.07.2026 , 16:09 Uhr
Es scheint ja in Berlin erfreulicherweise eher so zu sein, dass der eigentliche CSD eine Größenordnung größer ist als die meisten anderen Organisationen. Wenn ich mir das Manifest der „Internationalist Queer Pride“ durchlese, wirkt es auf mich auch eher als dass das eine pro-Palästina Organisation ist, die ihre Forderungen mit „queer“ besprenkelt hat und nun damit versucht, die queere Szene zu vereinnahmen.
Allgemein scheint es aber auch anderorts Tendenzen zu geben, den Forderungskatalog breit zu fassen und auch Themen aufzunehmen, die nichts mit LGTBQ zu tun haben. Der CSD Hannover beispielsweise fordert auch den Stopp von Waffenlieferungen ins Ausland, den Stopp von Asylverfahren an den EU-Außengrenzen und den sofortigen Abbau von Polizei- und Bundeswehr-Etats. In meinen Augen sollte man sich eher auf die LGTBQ bezogenen Kernforderungen beschränken, um eine möglichst breite Bewegung zu erzeugen und nicht einfach nur als linke Organisation wahrgenommen zu werden. Es gibt ja auch in den konservativen/rechten Parteien Personen, die durchaus queer leben, aber irgendwie mit der Bewegung nichts mehr anfangen können.
zum Beitrag09.07.2026 , 12:30 Uhr
Ich kann das Vorhaben der Bundesregierung nachvollziehen. Es besteht das Risiko, dass das Land Berlin bei einer juristischen Niederlage Milliarden in den Sand gesetzt hat, die Berlin aber nicht hat, und für die am Ende dann der Bund aufkommen müsste.
Die ganze Diskussion um die Entschädigung unter Marktwert ignoriert die Problematik der Kredite. Die Immobilien werden Grundschulden in den Grundbüchern stehen haben oder die Wohnungskonzerne könnten welche reinschreiben. Normalerweise wird der Kaufpreis zunächst verwendet, um diese zu bedienen und das Grundstück dann schuldfrei übergeben. Was passiert aber bei einer Enteignung, wenn die Enteignungssumme geringer als die eingetragenen Grundschulden ist? Müssen die Konzerne aus anderem Vermögen nachschießen? Werden die einfach gelöscht und somit die Gläubiger enteignet? Damit würde das Land Berlin indirekt Vermögen außerhalb Berlins enteignen. Das dürfte allein aufgrund der Zuständigkeit juristische Probleme bereiten.
zum Beitrag01.07.2026 , 15:21 Uhr
So ganz kann ich die Kritik nicht nachvollziehen.
Viele Entscheidungen an den obersten Gerichten sind so allgemein, dass die Richter auch immer selber davon betroffen sein werden.
Jeder Richter wird irgendwo ein Konto haben. Ist er dann automatisch befangen, wenn er zum Verbraucherschutz bei Bankkunden urteilt? Jeder Richter ist entweder Raucher oder Nichtraucher. Darf er zur Zulässigkeit von Rauchverboten urteilen? Jeder Richter ist entweder Fleisch oder nicht. Muss man für ein Urteil zur Zulässigkeit von Bezeichnungen wie Veggie-Burger erst einen Richter finden, der sich ausschließlich von Sonnenlicht ernährt?
Ich denke, dass Richter durchaus unabhängig urteilen können, auch wenn sie selber leicht vom Urteil betroffen sind. Wenn Generalanwältin tatsächlich nur fünf Aktien eines Konkurrenten besitzt, bringt ihr das Urteil vielleicht 10€.
Hätten die Richter tatsächlich massive Investments von mehreren zehn oder hunderttausend Euro in die Unternehmen, wäre das was anderes. Das System scheint ja aber zu funktionieren. Zumindest gab es jetzt keine konkreten Vorwürfe, dass Richter in Verfahren befangen waren und zu ihrem eigenen Vorteil geurteilt haben.
zum Beitrag23.06.2026 , 01:16 Uhr
Meines Wissens war einer der Gedanken der Minijobs auch, Schwarzarbeit einzudämmen. Das Verfahren bei der Minijob-Zentrale ist relativ unbürokratisch, sodass auch Privatpersonen recht einfach ihre Haushaltshilfe anmelden können, ohne gleich einen Steuerberater mit Lohnbuchhaltung zu beauftragen.
Wenn man Minijobs abschafft, wird vermutlich ein Teil der Minijobber zukünftig einfach schwarz arbeiten. Dann wird auch nicht in die Rentenkasse eingezahlt.
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