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Erneuerbare-Energien-Gesetz Dunkle Zeiten für den Solarausbau

Hannes Koch

Kommentar von

Hannes Koch

Am Mittwoch will das Kabinett die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschließen. Das könnte den Ausbau der Sonnenenergie weiter verlangsamen.

D ie Energiepolitik der schwarz-roten Koalition ist wie eine Leiter, der einige Sprossen fehlen. Trotzdem komme man nach oben, behauptet die Regierung. Das könnte sich als Trugschluss erweisen.

An diesem Mittwoch werden mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und dem Netzanschlusspaket, die im Bundeskabinett beschlossen werden sollen, wieder zwei Sprossen angesägt. Die Gesetze, die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verantwortet, verschlechtern die Bedingungen für private Hausbesitzer:innen, die Solaranlagen installieren wollen.

So soll für kleine Dachkraftwerke die feste Vergütung abgeschafft werden, die Investitionen bisher attraktiv machte. Vermutlich verlangsamt das den Ausbau der Sonnenenergie. Dass große Ökokraftwerke künftig weniger Entschädigung erhalten, wenn sie ihren Strom nicht verkaufen können, könnte einen ähnlichen Effekt haben.

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Auch das neue Heizungsgesetz von Anfang Juli wirkt in diese Richtung. Neue fossile Öl- und Gasheizungen werden wieder erlaubt, die Zuschüsse für klimaneutrale Alternativen dagegen verringert. Und zusätzliche Gaskraftwerke sollen für Versorgungssicherheit beim Strom sorgen, wobei keine Rede mehr davon ist, wenigstens einige von ihnen zügig auf grünen Wasserstoff umzustellen.

Zu verantworten haben das vor allem CDU und CSU. Für den Staat, die Bür­ge­r:in­nen und Unternehmen sollen dadurch die Kosten sinken, die der beschlossene Abschied von der fossilen und der Umstieg auf klimaneutrale Energie verursacht. Diese Absicht ist zwar grundsätzlich nicht falsch, aber es gäbe bessere Mittel, etwa die Senkung der Stromsteuer auch für Privathaushalte – was SPD-Finanzminister Lars Klingbeil jedoch zu teuer ist.

Jede einzelne Verschlechterung mag für sich genommen nicht gefährlich erscheinen. In der Kombination tragen sie aber dazu bei, dass weiterhin zu große Mengen klimaschädlichen Kohlendioxids ausgestoßen werden. Kommt man auf einer solchen Leiter nach oben – in die Etage der Klimaneutralität, die 2045 erreicht sein soll? Das wird zunehmend fraglich, auch wenn die Koalition das Ziel offiziell aufrechterhält.

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Hannes Koch

Hannes Koch Freier Autor

Geboren 1961, ist selbstständiger Wirtschaftskorrespondent in Berlin. Er schreibt über nationale und internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik. 2020 veröffentlichte er zusammen mit KollegInnen das illustrierte Lexikon „101 x Wirtschaft. Alles was wichtig ist“. 2007 erschien sein Buch „Soziale Kapitalisten“, das sich mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen beschäftigt. Bis 2007 arbeitete Hannes Koch unter anderem als Parlamentskorrespondent bei der taz.
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51 Kommentare

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  • Die Pläne der Ministerin Reiche (CDU) sind ein Schritt in die falsche Richtung. Deutschland benötigt viel elektr. Strom, welcher regenerativ gewandelt werden sollte.

    Damit benötigt Deutschland aber sehr viel Fläche und diese ist begrenzt. Zur Verfügung stehen unzählige Dächer privater Haushalte, aber auch von Firmengebäuden, Parkplätzen etc.

    Ohne Einspeisevergütung, welche aktuell bei ca. 7 Cent/kWh liegt, würden viele Dächer nicht mehr vollständig belegt. Hausbesitzer würden ihre Anlagen eher so klein dimensionieren, dass sie hauptsächlich den Eigenverbrauch decken. Dadurch ginge viel potenzieller Solarstrom verloren. Ein Fehler, denn die Bürgerenergiewende würde geschwächt. Private Haushalte haben maßgeblich zum Erfolg der Photovoltaik in Deutschland beigetragen.



    Eine Abschaffung der Vergütung würde den Ausbau stärker in Richtung großer Freiflächenanlagen verschieben und die Beteiligung von Bürgern verringern.

    Reiche fördert einseitig die Gewinne der Großkonzerne, auch wenn diese die Energiewende stark behindern.



    Entscheidend ist jetzt, dass Batteriespeicher und flexible Einspeisungen stärker gefördert werden, sodass Solarstrom dann ins Netz gelangt, wenn er gebraucht wird.

  • Richtig so mit dem neuen Gesetz.

    Der Fehler von Habeck & CO war, dass immer nur die reichen Leute gefördert wurden einschließlich der grünen Wählerschaft.



    In dem Unternehmen, wo ich arbeite, haben alle mit einem hohen Gehalt sich alles fördern lassen (vom E-Auto bis zur Solaranlage) und erzählen überall von ihrem tollen ökologischen Bewußtsein, im nächsten Absatz kommt, es wird natürlich noch eine Fernreise angetreten. Alle, die gefördert wurden, haben ein Häuschen (dazu zählen auch viele Beamte und Lehrer. Und wer bezahlt das alles, auch der kleine Mann auf der Straße.

    Was mich hier ärgert, dass immer wieder die ungleiche Vermögensverwaltung angesprochen wird. Durch die Förderung ist diese ungleiche Verteilung noch größer geworden. Es hätte von Anfang eine Einkommensgrenze geben müssen, dass nur unterhalb dieser Grenze eine Förderung erhalten! Das hätte die ganze Sache beschleunigt und die Reichen hätten sich diese Sachen selber angeschafft.

  • Z.B. mit Wärmepumpe kann jährlich eigentlich viel gespart werden, im Vergleich zu Gaskessel. Dadurch ergibt sich für mich, dass man ziemlich einfach über Banken Modernisierungskredit anbieten könnte (mit Bank auch involviert bei Abnahme u.ä.), der sich von selbst abzahlt.

    Dazu habe ich auch schon davon geredet, einfach mal bissel flächenmäßig zu planen, mit auch staatlichen Ingenieuren involviert, die sich mit Dingen befassen, wie z.B. Mini-Fernwärmewerk für Dorf. U.ä.

  • Solarenergie haben wir bereits zu viel und es zerstört das Stromnetz , die Mischung machts



    Wir brauchen in Europa grossflächig mehr Wasserkraft und dringend Speicherkapazität

  • Viel Wind um nichts. Ich habe dieses Jahr eine PV Anlage aufs Dach bekommen. Mit Stromspeicher, der den gesamten Bedarf eines Tages aufnehmen kann.

    Die paar Zent Einspeisevergütung von nicht mal 8 Cent/kWh sind nicht entscheidend für die Sinnhaftigkeit einer Anlage. Was da im Jahr zusammenkommt, leistet keinen nennenswerten Beitrag zur Wirtschaftlichkeit. Wichtig ist, möglichst hohe Autarkie. Dafür braucht es den Speicher. Kämmen diese flächendeckend zum Einsatz, würden auch die Stromspitzen an Sommermittagen gekappt und es bräuchte weniger Strom aus Gas nach Sonnenuntergang.

    Ich würde daher neue Kleinalagen im privaten Bereich nur noch mit Speicher erlauben.

  • Warum sollte der Staat überall das Geld zum Fenster hinauswerfen? Es ist schließlich unser aller Steuergeld.



    Wenn etwas gut ist, setzt es sich eh durch, und alles andere, was nur durch Subventionen am Leben gehalten wird, wird sich wahrscheinlich eh überleben oder auf ein gesundes Maß zusammenschrumpfen.

    • @Oleg Fedotov:

      Ja, warum sollte der Staat um viele Millionen LNG-Terminals bauen? Wenn das Zeug so gut wäre, würde es sich ohne Subventionen durchsetzen.



      Es ist Aufgabe der Politik, Entwicklungen so zu lenken, daß das öffentliche Interesse gewahrt bleibt. Und das bleibt eher gewahrt, wenn weniger CO2 ausgestoßen wird. Und die Energieversorgung dezentralisiert.

    • @Oleg Fedotov:

      "Wenn etwas gut ist, setzt es sich eh durch"



      Sorry, aber das ist ein Glaube, den die Realität längst widerlegt hat. Das geschieht höchstens bei völlig transparenten Verhältnissen und ohne Marktmacht. Beispiel Videosysteme: durchgesetzt hat sich VHS. War das das beste System? Ich spare mir die Antwort.



      Hinzu kommt die Frage des Zeithorizonts. Je länger es dauert, dass etwas positive Wirkung zeigt, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es sich gegen kurzfristige Vorteile durchsetzt.

    • @Oleg Fedotov:

      Dann bin ich dafür, das wir die Subvention von Fossilen Brennstoffen von ca. 80 Milliarden € jährlich sofort einstellen und die Subventionen für die Erneuerbaren (EEG Kosten, Kapazitätsreserve, Netzreserve, Netzsubventionen, Redispatchkosten) von 34 Milliarden € jährlich weiter laufen lassen.

  • Hat nicht Lars Klingbeil von jedem Ministerium Einsparungen gefordert? Folgt Frau Reiche dieser Aufforderung und kürzt die Subventionen für Solar und Wind ist es auch nicht recht.

    • @Stephan Heibges:

      Könnte man nicht die Dieselsubventionen kürzen? Oder die für "Dienstwagen"?😎

  • Ach je. Solar nicht mehr zu fördern ist richtig, bei heutigen Preisen ist Solar auch ohne Förderung wirtschaftlich und die Überkapazitäten kann man auch den Nachbarn zu viel besseren Preisen verkaufen. Falsch ist immer noch Wärmepumpen zu fördern das führt zu einem noch noch höheren ungleichgewicht zwischen Bedarf und Erzeugung. Richtig wäre Speicher und hier auch nur grosse die den Bedarf mindestens einen Tag speichern können sowie intilligente Verbrauchsmanagement Systheme zu fördern so dass die Wärmepumpen nur laufen müssen wenn viel Strom durch erneuerbare erzeugt wird. Wäre alles so einfach wenn die Politik mal konzeptionell und langfristig denken könnte ...

    • @M.D:

      Darum braucht jede Wärmepumpe einen Pufferspeicher und eine Batterie um den Lauf der Wärmepumpe mit dem Energiemanager in der Zeit von Niedrigstrompreis oder Sonnenschein zu veranlassen. Bereits realisierte Projekte zeigen das dies möglich ist und damit Energiekostenersparnisse von bis zu 95 % ermöglicht werden. Bei richtiger Dimensionierung braucht es auch keine Einspeisevergütung mehr. Gas ist nur etwas für Reiche!

    • @M.D:

      Nein, Solarstrom lässt sich nicht so einfach verkaufen. Wie soll das gehen? Wie kommt denn der Strom zum Nachbarn und das uneingeschränkt 24 Stunden am Tag? Nachts vielleicht mehr als um 12:00 Uhr mittags. Fest verankerte Tarife sind absolut notwendig, der Rest ist Träumerei. Kein Netzbetreiber hat Interesse sonst die mickrigen Mengen zu auskömmlichen Preisen abzunehmen.

    • @M.D:

      Dieses langfristige, konzeptionelle Denken ist dringend nötig. Der Einzige, der es konsequent gemacht hat, wurde und wird beschimpft, verächlich gemacht und es werden immer wieder Lügen und Hetze über ihn und seine Partei verbreitet: Robert Habeck.

      • @Perkele:

        Habeck war teilweise sehr ideologisch unterwegs und sein Programm nicht wirklich brauchbar



        Aber er hatte Recht mit seinem wichtigsten Punkt: der Umbau ist nicht gratis und auch dringend nötig

    • @M.D:

      Dazu könnte man Energy Sharing wie in Österreich einführen. Aber nein, das wird so unnötig teuer und aufwendig gemacht dass es sich niemals lohnt.

  • Man sollte seine Abneigung gegenüber der Regierung nicht den Vortritt lassen vor den Zusammenhängen und notwendigen Entscheidungen bei der Energiewende. Das ist kontroproduktiv!

  • Wenn es dazu beiträgt, daß jeder nur noch die Kapazität an Photovoltaik installiert, die er auch benötigt (.z.B. per Balkonkraftwerk?), dann hat die Änderung ihren Zweck bereits erfüllt.

    • @Thomas Westhoff:

      Komische Forderung. Soll das dann für den Winter gelten? Was im Winter gerade so reicht, liefert im Sommer massiv Überschuss. Wie wäre es mit Energie-Speicherung?

      • @TOM1976:

        Das ist das richtige Stichwort. Wenn zeitweise massive Überschüsse produziert werden, die letztlich sogar schädlich sind und mit Verlust verschleudert werden müssen, dann sollte man die Mittle in den Bereich der Speicherung umleiten, damit eines Tages die Überschüsse einen Wert erhalten.

    • @Thomas Westhoff:

      Ein Balkonkraftwerk liefert die theoretisch mögliche Maximalleistung von 800 W von April bis September, allerdings nur in der Mittagszeit von 11 bis 15 Uhr - und auch nur wenn kein einziges Wölkchen die Sonne verdunkelt.

      Im Hochsommer verringern zudem hohe Temperaturen auf dem Dach die Anlagenleistung.

      Meine Photovoltaikanlage ist mit einer Maximalleistung von 15,36 kWp um knapp das 20fache größer. Im Moment sehe ich aber mittags maximal nur 11 kW auf der Anzeige, also deutlich weniger. Zufällig entspricht das genau der Leistung mit der man an der eigenen Wallbox das E-Auto lädt. Es kann natürlich auch mit weniger Strom geladen werden, doch das dauert länger. Anderenfalls müsste man aus dem Netz teuren Strom zukaufen.

      Um sich auch außerhalb der hellen Jahreszeit zu einem möglichst großen Teil mit eigenem Strom versorgen zu können, sollte man sein Dach logischerweise voll machen.



      Im Dezember und Januar erreicht meine 15 kWp Anlage einen Eigenverbrauchsanteil von 20 %. Wieviel ein Balkonkraftwerk mit 0,8 kWp beitragen würde, kann sich jeder selbst ausrechnen.

      Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber bevor Sie sich zu Photovoltaik äußern, sollten erst einmal informieren.

      • @Thomas_aus_Marl:

        PV kann im Winter nicht genug Strom liefern. Dafür muss man sich nicht informieren. Sie bräuchten dann 75 kwp. Die Kosten und die benötigten Flächen stünden in keinem Verhältnis zum Gewinn an Winterstrom.

      • @Thomas_aus_Marl:

        Man muss sich aber auch die Frage stellen, ob es ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist, sich das Dach vollzustopfen, nur damit man sich auch im Winter bei wenig Bewölkung noch 15% oder 20% des Eigenbedarfs decken kann (bei wochenlangem Nebel oder Bewölkung noch deutlich weniger). Wenn mans sich leisten kann, ist das vielleicht ok. Sich das von der Allgemeinheit mitfinanzieren zu lassen, finde ich nicht in Ordnung.

        @TOM1976 "Was im Winter gerade so reicht, liefert im Sommer massiv Überschuss. Wie wäre es mit Energie-Speicherung?"

        Auch da muss man sich Gedanken machen, was vertretbar ist. Strom im Sommer für den Winter speichern, ist es ziemlich sicher nicht, ausgenommen mal vielleicht Speicherseen. Auch das Speichern über mehrere Tage mittels Batterien ist ökologisch mit der heutigen Technik eher fragwürdig.

      • @Thomas_aus_Marl:

        "Im Dezember und Januar erreicht meine 15 kWp Anlage einen Eigenverbrauchsanteil von 20 %."



        Haben Sie aufgrund der Sonnenstellung mit sehr viel Verschattung durch Bäume oder andere Dächer im Winter zu kämpfen oder woher kommt der so geringe Eigenverbrauchsanteil?



        Bei 15 kWp hätte ich mehr vermutet...



        Oder benötigen Sie viel Strom?

  • "Für den Staat, die Bür­ge­r:in­nen und Unternehmen sollen dadurch die Kosten sinken, die der beschlossene Abschied von der fossilen und der Umstieg auf klimaneutrale Energie verursacht. Diese Absicht ist zwar grundsätzlich nicht falsch, aber es gäbe bessere Mittel, etwa die Senkung der Stromsteuer auch für Privathaushalte – was SPD-Finanzminister Lars Klingbeil jedoch zu teuer ist."

    Ach, die Absicht ist nicht falsch? Ja vielen Dank für diesen Hinweis! Wenn es darum ginge, dass Journalismus die Absicht von POlitik bewerten soll, dann... egal.

    Fakt ist, dass langfristig Erneuerbare und große Stromspeicher die Zukunft des Energiemarkts sind. Entweder, der Staat erkennt die Chance, in diesem Bereich strategisch zu fördern, so wie in China, oder wir importieren langfristig die Technik aus Asien... und die Elektroautos... Und die KI... und alles andere auch.

    Deutschland und Europa: Keine Vision, keine Strategie, und so Leute wie Merz und Reiche in der Regierung, die in der Zeit, wo wir elektrifizieren sollten einen Batterihersteller insolvent gehen lassen.

    • @diapontisch:

      Die Energiewende ist tatsächlich ein langfristiges Projekt. Auf dem Weg zum Endziel der Energiewende - CO2 Neutralität soweit, dass die Temperaturen nicht mehr ansteigen - sind abhängig vom erreichten Meilenstein Anpassungen notwendig. Bisher haben wir die niedrig hängenden Früchte geerntet, als pauschal Solar-Anlagen fördern, Windpark fördern, etc. Mittlerweile haben wir jedoch einen Ausbaustand erreicht, der weitere technische Maßnahme erforderlich macht. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob wieviel CO2 man pro KWh einspart und wo man das Geld inverstiert um Wirkung zu erzielen. Stromspeicher im Privatbereich rechnen sich bereits jetzt im Privatbereich durch eine hohe Eigenverbrauchsquote - deswegen ist an der Stelle eine Förderung durch den Steuer- und Stromzahler nicht mehr nur sinnvoll, sondern sogar ungerecht.

      • @Nachtsonne:

        Bei der Speicherförderung geht es aber nicht um die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Anlage, sondern um den Antrieb in eine massenhafte Umsetzung, damit die Stromspitzen bei viel Sonne aufhören und die Negativpreise ein Ende haben. Wenn erst die Mehrheit der Bürger ihren wesentlichen Stromverbrauch in kostenfreier Eigenherstellung ernten ewrden wir eine stabile und für jeden bezahlbare Stromversorgung haben. Dann können die Autokraten und Diktatoren mit all ihrem Gas und Öl kein Geld mehr verdienen. Das ist wahre Unabhängigkeit und staatliche Suveränität.

  • Die feste Vergütung war vor 20 Jahren richtig, heute führt sie dazu dass der Solarstrom unabhängig vom Bedarf ins Netz verkauft wird. Das wurde im letzen Jahr auch noch durch die taz kritisiert als es darin gibt, dass Kleinhäusler morgens ihre Batteriespeicher vollladen und spätestens ab Mittags den Strom ins Netz schieben, wo er nicht gebraucht wird. Jetzt könnte man natürlich schreiben: ja, hier setzt die EEG Reform an, denn damit wird nur noch benötigter Strom entsprechend der Marktpreise vergütet. Aber nein, es kommt von Reiche, da muss man grundsätzlich und undifferenziert dagegen sein. Die neue Vergütung fördert Anlagen in Ost-West-Ausrichtung, die zu teuren Randzeiten Strom liefert und sie fördert es, den Batteriespeicher zu befüllen, wenn Strom im Überfluss da ist. Durch die zusätzliche Vergütung über Marktpreis, kamen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf sinnvolle Änderungen dazu.

    • @MK:

      Es geht hier nicht um Parteipolitik sondern darum, dass diese Gesetzespakete die Energiewende torpedieren und Politik für die Fossilindustrie betreiben. Das wird, wenn man sich mal damit auseinandersetzt, sofort klar bei den Plänen für Speicher.

      • @Anna Bell:

        Der Beitrag, auf den Sie antworten, erklärt doch gerade, dass nichts "torpediert" wird, sondern eine sinnvolle Umleitung der Mittel stattfindet.

      • @Anna Bell:

        Das ist Unsinn. Niemand baut sich wegen der Einspeisevergütung von nicht mal 8Cent/kWh eine PV aufs Dach.

  • Es gabe noch nie in der Bundesrepublik eine Regierung, die so krass von der Lobby einzelner Wirtschaftsteile gesteuert war. In autoritären Regimen mag das nicht weiter verwundern, doch bei uns?? Diese Politik erhält dem gesamten Volk die Abhängigkeit von anderen Staaten, es erhöht die greifbare Gefahr eines Preisanstiegs für Energie, dem weder die Industrie noch die privaten Haushalte ausweichen können. Andere Länder arbeiten mit aller Kraft darauf hin, sich unabhängig zu machen und -ja- auch den dringenst notwendigen Massnahmen zur Klimarettung zu entsprechen. Die werden uns dadurch sehr schnell sehr wesentlich weit voraus sein - zum Schaden unserer Bürger*innen und - der Wirtschaft. Eine tolle Regierung haben wir da ...

    • @Perkele:

      Im aktuellen Fall ist es so, dass die Regierung eben nicht Lobbyinteressen folgt (www.solarwirtschaf.../pressemeldungen/) sondern das macht, was volkswirtschaftlich geboten ist. Dazu kommt, dass Solar keine Förderung mehr benötigt und der sinnfreie Zubau nur dazu führt, dass wir in sommerlichen Peakzeiten noch mehr überflüssige Energie haben, die wir - zusammen mit Steuergeld - an andere verschenken.

      • @Bommel:

        Volkswirtschaftlich geboten scheint mir doch eine größere Unabhängigkeit von fossilen Importen zu sein. Und eine dezentralisierte Energieversorgung auch.

  • „Dunkle Zeiten“? Eher das Ende einer Subventionslogik, die so tat, als seien Netze, Speicher und Systemkosten nebensächlich.

    • @Zippism:

      Wie setzen sich die Stromkosten zusammen? 40% Erzeugung, Tendenz steigend bei den Fossilen, 40% Steuer und Abgaben und 20% Netz. Wenn also die Erzeugung mit Erneuerbaren ca. 5-6 mal billiger ist, wieviel Geld kann man dann ist Netz und Speicher stecken?

      Und was ist mit den Subventionen der Fossilen, indem man sie kostenlos unsere Umwelt in Form von CO2 verschmutzen lässt?

    • @Zippism:

      Warum Vergangenheitsform? Die derzeitige Regierung bekämpft nach Kräften den Ausbau von Netzen und Speichern - allein aus ideologischen Gründen. Und sie subventioniert auch gerne -mit allen Tricks- die Fossilindustrie....

  • Gähn, man muss sich doch nur mal das Agorameter anschauen um zu sehen wo die Probleme mit der Solarenergie liegen



    www.agora-energiew.../29.07.2026/hourly

    Gestern um 12:



    Solar 57.2 MWh/h (73% des Verbrauchs)



    Konventionell 11,6



    Wind 5,9



    Andere Erneuerbare 6,0

    Um 21:00



    Solar 0,04 (0% des Verbrauchs)



    Wind 4,9



    Andere Erneuerbare 6,8



    Konventionell 29,8



    Import 8,2

    Ein weiterer Ausbau der Solarenergie ohne Speicher macht keinen Sinn mehr weil die Versorgungssicherheit gewährleistet werden muss. Und Speicher in den erforderlichen Größen sind schlicht unrealistisch oder genauer unmöglich. Und was passiert wenn die Sonne mal nicht so doll scheint? Dannn müssen Gaskraftwerke ran und importierter Atomstrom. Das alles müsste mal gründlich durchdacht werden, dazu kommen notwendige technische Entwicklungen. Subventioniertes Wunschdenken hilft hier überhaupt nicht weiter.

    • @Gerald Müller:

      Hallo Herr Müller, entschuldigung, aber Sie sind der Debatte 10-15 Jahre hinterher. Damals habe ich noch im Bereich erneuerbare Energien gearbeitet und bereits damals waren Probleme UND Lösungen bekannt. Nachdem durch das EEG Anlagen für Erneuerbare und insbesondere PV im großen Maßstab hergestellt wurden, hätte die Politik in Deutschland auf gleiche Art und Weise Speichertechnologien fördern müssen. Das ist nicht passiert - stattdessen wurde zunächst die PV-Industrie zerstört, jetzt importieren wir die Anlagen aus China. Die Speichertechnologie wird gleich dort entwickelt, wo der Staat mit Strategie eine langfristige Vision von einem günstigen und zuverlässigen Energiemarkt verfolgt. Und ja, dieser günstige Energiemarkt besteht aus erneuerbaren und riesigen Speichern. www.auto-motor-und...speicher-der-welt/

      In Europa hätten (und haben) wir (noch) die Chance, da mitzumischen, wenn die Politik endlich die Chance erkennt und Arbeitsplätze und Wohlstand langfristig sichern will und die Umwelt/das Klima/unsere Zukunft auf diesem Planeten schützen will.

      • @diapontisch:

        stattdessen wurde zunächst die PV-Industrie zerstört, jetzt importieren wir die Anlagen aus China.

        Die PV-Industrie wurde nicht von der Regierung zerstört, auch wenn sie es gern behauptet hat. Sondern sie wurde zerstört, weil die Technik eher einfach ist und daher in China viel billiger produziert werden konnte. Dagegen gab es Zöllen, die aber durch die EU nach oben begrenzt wurden.

        Ggf. wurde sie auch von den Käufern zerstört, die dann eben die billigeren Anlagen aus China bestellt haben, weil das die Marge erhöht hat gegenüber der teureren dt. Anlage.

      • @diapontisch:

        "...bereits damals waren Probleme UND Lösungen bekannt."



        Interessant. Wenn das alles schon bekannt ist - dann können Sie mir doch sicher Speichertechnologien nennen, die auch bei 5-6 Vollzyklen/Jahr noch wirtschaftlich arbeiten?

      • @diapontisch:

        Batteriespeicher kosten im Moment um die 110 Euro pro kWh. 16 GWh würden also 1.8 Mrd Euro kosten. Der Tagesstromverbrauch Deutschlands liegt im Bereich 70 GWh/h (hatte mich in meinem post verschrieben). 16 GWh würden also knapp 14 Minuten abdecken. 8 Stunden Batteriespeicher kosten dann coole 61,6 Mrd, ohne Grundstücke, Leitungen, Personal, Wartung und Versicherung usw. Derzeit treten zwar Überkapazitäten auf, die sind aber zeitlich begrenzt. Um so einen Batteriespeicher effektiv nutzen zu können, müsste man sagen wir- GW Solarkapazität bauen, auch das kostet. Und wa spassiert im Winter?



        Ich denke nicht dass ich 10-15 Jahre hinterher bin (ich arbeite in der Forschung in Bereich Erneuerbare) sondern ziemlich up-to-date. Ich schaue lediglich auf die Zahlen.

        • @Gerald Müller:

          110 Euro/kwh? Woher haben sie diesen Wert? Realistisch ist eher um die 1000€.

        • @Gerald Müller:

          Die Preise für Batteriespeicher liegen bei rund der Hälfte dessen, was Sie veranschlagen.

          Der Tagesstromverbrauch liegt bei 1-1,4tWh, im Jahresdurchschnitt 63% erneuerbar. Wir reden von 400MWh, die täglich fehlen, Studien gehen von 600MWh aus.

          Das BIP lag 2025 bei 4.5 Billionen €. Das (unerträglich) ungleich verteilte Barvermögen der Deutschen beträgt nahezu das Doppelte. Geld spielt keine nennenswerte Rolle.

          Die Netzbetreiber behindern die Anschlüsse, weil die notwendige Anpassung (siehe Diss. Prof. Quaschning) nicht so wichtig war, wie eine schwarze Null und Rendite der Betreiber, an die man unsere Netze verhökerte.

          Wir hätten das schön geplant umsetzen können; jetzt wird es ein zermürbender Wettlauf mit dem Klimawandel.

  • Wenn Solarenergie wirtschaftlich so günstig ist, wie auch hier immer wieder konstatiert wird, dann ist eine staatliche Förderung nicht nur überflüssig, sondern schädlich.

    • @Frauke Z:

      Subventionen können auch gerne wegfallen. Dann aber auch im fossilen und atomaren Bereich. Dann wird der Strompreis von den regenerativen dennoch wirtschaftlicher sein als für fossilen Strom.



      80 Mrd. jährlich für fossile subvention verschenkt in das Ausland an Diktatoren und Menschenschlächter. Kein Wunder das die alle über uns lachen. Aber nicht mehr lange.

    • @Frauke Z:

      Wenn im Gegnzug die schâdlcihe Subventionierung andere Energiequellen genauso gestoppt wird, dann ja

    • @Frauke Z:

      Eingeschränkte Förderung für kleine private PV-Anlagen - schade aber geschenkt.



      Das ist nicht der Punkt. Jetzt will man den investierten und den zu investierenden Wind- und PV-Parks den Redispache verwehren nur weil die Schnarchnasen vom Netzausbau um ein Jahrzehnt (wissentlich?) verzögert haben. Diese Synchronisierung der Erneuerbaren mit dem Ausbau der Netze macht den Ausbau heutiger Lobby-lage definitiv nicht schneller.



      Gleichzeitig will man aber den Betreibern von künftigen Gaskraftwerken zusichern, deren Ausfälle zu erstatten auch wenn diese gar nicht gebraucht werden - was in der seriösen Wissenschaft als gegeben scheint. Mehrere Milliarden Euro jährlich!



      BDI, andere begrüßen diese Novelle. Ich möchte Namen und Zuständigkeiten sehen - damit man in 5 Jahren die wirklich Schuldigen am Niedergang der Energiewende und dem Reissen der Klimaziele verantwortlich benennen kann.



      Deswegen: weg mit dieser Zusicherung, Gleichbehandlung von Speichern, weg mit Merit-Order, hin zu Strompreiszonen - damit endlich ein gesunder Wettbewerb entstehen kann.

      • @PfoteMila:

        Frau Reiche hat schon als Staatsministerin unter Altmaier die Solarwirtschaft zerstört, damit die aufkommende Konkurenz der Stromkonzerne gestoppt wird. Nun erfolgt der zweite Streich im Bereich der Windindustrie und die zweite Bremse im Bereich Solar bie den investoren, weil China die Technik zu günstig herstellt. Der dritte Schritt wird mit einführung von Zöllen erfolgen. Derweil wird mit weiterem gebrmsten Ausbau der Netze und Großspeicher versucht die wirtschaftlich prosperierende Entwicklung der Regenerativen auszubremsen.

      • @PfoteMila:

        "Gleichzeitig will man aber den Betreibern von künftigen Gaskraftwerken zusichern, deren Ausfälle zu erstatten auch wenn diese gar nicht gebraucht werden - was in der seriösen Wissenschaft als gegeben scheint. Mehrere Milliarden Euro jährlich!"



        Leider sind die Gaskraftwerke technisch notwendig. Damit das Netz nicht zusammenbricht, wenn Sonne und Wind schwächeln und die Batteriespeicherleinchen [1] nach wenigen Stunden leer sind.



        Die Förderung von Flautenkraftwerken ist sinnvoll, die Förderung von Kraftwerken, die dann Strom produzieren, wenn ihn niemand braucht, nicht.



        [1] Der doppelte Diminutiv ist beabsichtigt.