Debatte um trans Schwimmerin Lia Thomas: Sportlich nicht gerecht

Die Kritik am Sieg von US-Schwimmerin Lia Thomas ist keineswegs transphob. Biologisch ist sie ein Mann, der sich selbst zur Frau erklärt hat.

US-Schwimmerin Lia Thomas mit BAdekappe im Becken

Die Einwände gegen die Gültigkeit ihres Sieges sind berechtigt, findet unser Autor Foto: John Bazemore/ap

Die Kritik an den Einwänden gegen die Gültigkeit des Sieges der US-Schwimmerin Lia Thomas bei den US-Collegemeisterschaften ist keineswegs „rechts“, sie ist auch nicht „transphob“. Thomas war kürzlich noch ein Schwimmer – und hat sich per Selbsterklärung als Frau identifiziert.

Erfolge als Schwimmer hatte sie keine, als Schwimmerin jetzt ist die Athletin indes ihren Rivalinnen nachgerade haushoch überlegen. Kein Wunder: Thomas verfügt körperlich über alle Merkmale männlicher Athletik. Mehr Muskeln, ein stärkeres Lungenvolumen, entsprechend entscheidend günstigere Ausdauer in ihrem Sport schlechthin. Das biologische Sein als Frau kommt an die testosterongesättigten Potenziale von Männern in den je gleichen Disziplinen nicht heran.

Wenn das jetzt US-Republikaner zum Anlass nehmen, gegen Lia Thomas zu protestieren, ist das nicht „rechts“, sowenig es „rechts“ wäre, würden diese sagen, bei der Rechnung 2 plus 2 komme 4 heraus. An den Tatsachen des Kopfrechnens wie an biologischen Fakten kommt niemand vorbei. Transaktivisten ignorieren diese Fakten, obwohl Thomas wenig dazu beigetragen hat, mit einer Hormonbehandlung ihre männlichen Vorteile zu reduzieren. Der Jubel über Lia Thomas, ja das Zurückweisen der Kritik als „rechts“, spielt den Republikanern in die Karten: Wie Feministinnen seit Langem beklagen, unterspült die reine Selbsterklärung die Grundlagen des Frauensports.

Frauen sind im Weltsport inzwischen so gut wie gleichberechtigt, sie buhlen olympisch um fast die gleiche Anzahl von Medaillen wie Männer, auch in einst nur männlich gelesenen Sportarten, etwa Boxen, Ringen oder Gewichtheben. Lia Thomas, die weibliche Sportlerin im Körper eines Sportlers, ist das Symbol, Frauensport aus der Welt zu schaffen – wer mit einem weiblichen Körper aufwächst, hat gegen Sportlerinnen im männlichen Körper niemals auch nur den Hauch einer gleichberechtigten Chance. Für Ms. Thomas ist das tragisch, aber: Sie möge ein gutes Leben als Frau haben, als Sportlerin kann sie nicht im Frauensport sein.

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Postbote, Möbelverkäufer, Versicherungskartensortierer, Verlagskaufmann in spe, Zeitungsausträger, Autor und Säzzer verschiedener linker Medien, etwa "Arbeiterkampf" und "Moderne Zeiten", Volo bei der taz in Hamburg - seit 1996 in Berlin bei der taz, zunächst in der Meinungsredaktion, dann im Inlandsressort, schließlich Entwicklung und Aufbau des Wochenendmagazin taz mag von 1997 bis 2009. Seither Kurator des taz lab, des taz-Kongresses in Berlin, sonst mit Hingabe Autor und Interview besonders für die taz am Wochenende. Kurator des taz lab und des taz Talk. Interessen: Vergangenheitspolitik seit 1945, Popularkulturen aller Arten, besonders der Eurovision Song Contest, politische Analyse zu LGBTI*-Fragen sowie zu Fragen der Mittelschichtskritik. Er ist auch noch HSV-, inzwischen besonders RB Leipzig-Fan. Und er ist verheiratet seit 2011 mit dem Historiker Rainer Nicolaysen aus Hamburg.

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