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Bundesregierung protegiert GasheizungenVerschiebung nach rechts

Hannes Koch

Kommentar von

Hannes Koch

Ja, fossile Wärme könnte auch in Zukunft bezahlbar sein. Aber die Folgen fürs Klima wären katastrophal, wenn heute nicht mehr auf Wärmepumpen gesetzt wird.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) im Bundestag Foto: Michael Kappeler/dpa

W eiterhin neue Gasheizungen einbauen zu dürfen, betrachtet Katherina Reiche als Ausdruck schützenswerter Entscheidungsfreiheit der Bürger:innen. Folglich will sie das Gebäudemodernisierungsgesetz ändern. Organisationen wie dem Umweltverband BUND und dem Fraunhofer Institut ISI bleibt es vorbehalten, vor den fatalen Folgen zu warnen. Horrende Kosten kämen dann wahrscheinlich auf Mie­te­r:in­nen und Immobilienbesitzende zu. Den vermeidbaren Verlust pro Privathaushalt beziffern die Ex­per­t:in­nen beispielsweise auf rund 20.000 Euro in den nächsten 20 Jahren. Diese Summe kommt zustande, weil Gas schätzungsweise erheblich teurer wird, unter anderem durch den Kohlendioxidpreis.

In der schlechten Nachricht steckt aber auch eine gute: Mit strombetriebenen Wärmepumpen lassen sich die Zusatzkosten vermeiden. Die Berechnungen beruhen allerdings auf den heutigen Rahmenbedingungen. Viele Einflussfaktoren können sich ändern, etwa die Höhe des Kohlendioxidpreises. Dieser hängt eng zusammen mit dem europäischen Emissionshandel, dessen Ziel darin besteht, Kohle, Erdöl und Erdgas bis 2050 nahezu vollständig durch klimafreundliche Energiequellen zu ersetzen.

Grundsätzlich vorstellbar aber ist, dass konservative, rechte und rechtsextreme Parteien diese momentan noch als unverrückbar geltenden Ecksteine der Wirtschafts- und Umweltpolitik verschieben. Klimaneutralität erst 2060 oder 2070?

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Die Veränderungen, die Wirtschaftsministerin Reiche und CDU-Kanzler Friedrich Merz bei Heizungen, erneuerbaren Energien, Stromnetzen und neuen Autos vorantreiben, könnten erste Anzeichen einer solchen Verschiebung sein. Vielleicht sind dann Gasheizungen auch in 20 Jahren noch eine bezahlbare Wärmevariante. Die Warnung vor den hohen Kosten fossiler Heizungen wäre im Rückblick möglicherweise gegenstandslos gewesen. Gültig blieben damit umso mehr die aktuellen Warnungen vor den katastrophalen Folgen unterlassener Klimapolitik.

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Hannes Koch
Freier Autor
Geboren 1961, ist selbstständiger Wirtschaftskorrespondent in Berlin. Er schreibt über nationale und internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik. 2020 veröffentlichte er zusammen mit KollegInnen das illustrierte Lexikon „101 x Wirtschaft. Alles was wichtig ist“. 2007 erschien sein Buch „Soziale Kapitalisten“, das sich mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen beschäftigt. Bis 2007 arbeitete Hannes Koch unter anderem als Parlamentskorrespondent bei der taz.
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85 Kommentare

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  • Warum die Menschen immer zu etwas zwingen. Die Leute sind doch nicht dumm, sie werden sich für eine Heizungsform entscheiden, die sich rechnet,auch ein Vermieter, wenn eine neue Heizung fällig ist.



    Bei den Wärmepumpen, Palletsheizungen und der Nahwärme gibt es bisher schon hohe Förderung.

  • Dieser Tage bedeutet Konservatismus offenbar, sich gegen Modernisierungen zu stellen. Sind wir mal froh, dass das früher anders war. Ansonsten würde die "Technologieoffenheit" vermutlich auch Pferdekutschen umfassen.

  • Den Bürger selbst entscheiden zu lassen ist doch der beste Weg in Deutschland. Gibt es doch egal was man macht immer zahlreiche Buhrufer. Und dann kann man sich stattdessen auf Rahmenbedingungen konzentrieren und Gas teurer machen falls möglich. Momentan sind sowohl Strom als auch Gas viel zu teuer im Weltweiten Vergleich und wir würgen unsere Arbeitsplätze damit weg ins Ausland.

    • @Christian Meier:

      @Christian Meier



      Ein wenig Mobilität wird aber schon länger von den Arbeitnehmern eingefordert...



      😉

  • Was haben Rohstoffe und Energiepolitik mit den Begriffen "rechts" und "links" zu tun? Gibt es auch rechte und linke Nahrungsmittel und Sportarten?

  • Es fehlt völlig in der ganzen Betrachtung, dass viele Wohnungen hierzulande Mietwohungen sind. Und da ist der Anreiz für Vermieter, von Gas / Öl auf Wärmepumpen umzustellen doch sehr gering.



    Die Heizkosten werden nämlich bekanntlich auf die Mieter umgelegt. Der kleine Vermieteranteil an den "CO2 Kosten" wägt da nichts auf. Und das Argument, dass man eher Mieter fände, wenn eine effiziente Heizung eingebaut hat, ist auf dem jetzigen Wohnungmarkt komplett obsolet.



    Also bleiben die alten Heizungen einfach lange drin, bzw bei Bedarf werden sogar neue Gasheizungen eingebaut.



    Es fehlt in der Debatte ein Vorschlag, wie diesem Problem zu begenen wäre.

  • Weiterer Artikel aktuell in der taz:



    "Reiche stellt EU-Klimaziel infrage



    Die Bundeswirtschaftsministerin glaubt nicht, dass die EU bis 2050 klimaneutral sein kann. Sie hat dabei wichtige Teile der CDU hinter sich."

    Offensichtlich hat die Regierung Null Interesse an der Einhaltung der Klimaziele.

    • @Thomas_aus_Marl:

      Die Industrie und das Kapital haben kein Interesse - daraus ergibt sich zwangsläufig das Desinteresse der Regierung.

    • @Thomas_aus_Marl:

      Zur Zeit werden lt. Statista 23 % des deutschen Energiebedarfs durch Elektrizität gedeckt. Der große Rest durch fossile Brennstoffe. in Also müssten wir die nächsten 24 Jahre jedes Jahr 3% des Brennstoffenergiebedarfs durch Elektrizität ersetzen. In den letzten Jahren lagen wir aber eher bei 1% pro Jahr. Die erneuerbaren Energien decken mittlerweile 60% des Strombedarfs, der Rest kommt dann wohl aus Kraftwerken. Also werden nur ca. 14% des Gedamtenergiebedarfs in Deutschland durch Erneuerbare Energien abgedeckt. Also müssten wir den Ausbau der erneuerbaren Energien in den nächsten 24 Jahren um 600 % steigern und gleichzeitig den kompletten Fahrzeugbestand auf E-Autos umstellen, zig Millionen Wärmepumpen verbauen, die Industrie ebenfalls komplett auf Strom umstellen und das Stromnetz aufwendig anpassen.. Das halte ich auch für ziemlich naiv. Aber ich bin Laie, vielleicht habe ich mich ja verrechnet. Wer kann mir erklären, wie das machbar sein soll??

      • @Piratenjäger:

        Derzeit werden ca. 20% des Primärenergiebedarfs regenerativ bereitgestellt. Das wirkt auf dem ersten Blick ernüchternd, aber hier hilft uns die Effizienz der EE und der Elektrifizierung gleichermaßen. 1 kWh PV ersetzt so bspw. 3 kWh fossile Primärenergie. Und eine kWh aus einer Wärmepumpe kann 5 kWh Gas einsparen. Die Emobilität hebelt die Einsparung an Primärenergie ebenfalls. Daher ist der klimaneutrale Umbau der Wirtschaft, bei entsprechendem politischen und gesellschaftlichen Willen, durchaus stemmbar und im Endeffekt sogar Volkswirtschaft profitabel!

  • Bei der hier geführten Diskusion fällt das wichtigste Argument für eine baldigste Beendigung der Kohle/Gas/Öl Verbrennung völlig hinten runter. Jede weitere Verschiebung des Aus für die Fossilen beschleunigt unsere Fahrt in den klimatischen Abgrund. Aber der Blackrock Fürst an der Spitze und die Gasqueen im Gefolge streuen das Salz des immerwährenden Wachstums auf einem geplünderten Planeten im ausschliesslichen Interesse ihres Klientels in die Augen eines ängstlich auf den eigenen Geldbeutel starrende konsumfreudige Mittelschicht. Und wir hoffen wider besseres Wissens, dass der Klimaschutz noch was warten kann, bis die nächste Kreuzfahrt gebucht ist.

  • Es fehlt nur noch das Frau Reiche die Einschränkungen für Lagerfeuer aufhebt und die Jagd ohne Jagdschein propagiert.



    Waidmannsheil...

  • Au weia. Jetzt ist schon eine Gasheizung "rechts"? An anderer Stelle "Kein Öl für Blut - AutofahrerInnen spülen viel Geld in Putins Kriegskasse..."

    Wie das U.S.-Propagandaposter von 1943: "Wenn Du allein fährst, dann fährst Du mit Hitler."

    Was ist denn als nächstes "rechts"? Fleisch essen? Licht nicht immer sofort ausmachen?

  • Ohne mindestens ausreichende Dämmung und ausreichend verglaste Fenster nützt die beste Wärmepumpe nichts. Und mit dem was das kostet kann z.B. ein(e) 50jährige(r) Hausbesitzer(in) bis zu seinem statistischen Lebensende zwei mal die (fossilen) Heizkosten bezahlen. Wärmepumpen nützten jüngeren Leuten und die können sich im normalen Fall noch kein Haus leisten. Was etwas bringen würde wären gut isolierte Mietwohnungen die mit Wärmepumpen oder Blockheizwerken beheizt werden und dazu auch noch bezahlbar sind.

    • @Alberta Cuon:

      @Kurtenbach, Opossum, Zealof



      Wieder schön zu sehen wie Laien alle Fachleute Lügen strafen. So nach dem Motto, was wissen Wissenschaftler schon vom richtigen Leben.

    • @Alberta Cuon:

      Na ja, in unserem 70er Jahrehaus ohne neue Frnster und weiterer Dämmung rechnet sich der Wechsel von Öl auf Wärmepumpe seit 3 Jahren aber sowas von ....und wir sind auch schon deutlich jenseits der 65..

    • @Alberta Cuon:

      Wieder mal die alte Mähr von der Wärmepumpe die im Altbau nicht geht, oder wohnen sie in einem alten Heustadel ohne Fenster ? Und mit Förderung können Sie definitiv nicht 2x fossile Heizkosten behahlen. Untermauern Sie bitte ihre kruden Behauptungen mit Fakten.

    • @Alberta Cuon:

      Bei schlecht gedämmten Häusern rentiert sich eine Wärmepumpe durch den niedrigeren Arbeitspreis noch schneller. Vor allem lässt sich mit PV in der Übergangszeit ein Großteil der Heizenergie selbst erzeugen. Das Wärmepumpe Fußbodenheizung und eine gedämmte Außenfassade benötigen hat auch vor 10 Jahren schon nicht gestimmt.



      Einfach hydraulischer Abgleich machen und Dach dämmen und Doppelglasfenster sollte sowieso gemacht werden.

      • @Zealof:

        Bei meinem 60er Jahre Haus empfahl mir der Heizungsbauer auch die Dämmung des Daches, die alte Dämmung wäre zu dünn. Dafür müsste ich entweder den Dachausbau heraussreißen oder das Dach abdecken und von außen Dämmen. Nach Abzug der Förderung blieben mir 15000,- an Kosten für die Wärmepumpe (Angebot läuft über 30000 Euro), zusätzlich Dachdämmung und Sicherungskastenanpassung. Also eher 20000,- Kosten. Das Angebot für die Gasheizung liegt bei 10200 Euro und der Dachausbau bleibt intakt. Zudem dürfte mir die Umstellung meiner 35 Jahre alten Ölheizung auf eine moderne Gas-Brennwerttherme ca 15-30 Brennstoffkosten einsparen. CO2-mäßig dürfte mein Haus nach dem Heizungstausch ca 40-50% weniger CO2 ausstoßen als vorher, denn Gasheizungen wurden bis vor 5 Jahren wegen ihres 30 % niedrigeren CO2-Ausstosses noch gefördert.

        • @Piratenjäger:

          Ob oder dass es sinnvoll ist, das Dach zu dämmen ist völlig jnabhängig davon, ob Sie mit Gas oder mit einer Wärmepumpe heizen.



          Die Vorlauftemperatur spielt eine Rolle, aber bei der Gasheizung genauso wie bei der Wärmepumpe.

  • Die Kritik an Frau Reiche ist berechtigt, in ihrer Qualität aber auch nicht viel besser als Ihre Kommunikation. Formal steht die Regierung zu den Klimazielen. Die vorgesehene Biogastreppe nützt vor allem den Besitzern der Biogasanlagen. Das sind meist Landwirte, also häufig CDU/CDU Wähler. Ähnliches gilt aber auch für die Wärmepumpe. Auch die Stromerzeugung im Winter für die Dunkelflaute benötigt eine Biogas oder Wasserstofftreppe. Das schlägt mit geschätzten 8% des Stromverbrauchs zwar nicht so durch, wird aber den Preis für Bioerdgas weiter nach oben treiben. Es droht daher eine weitere Umverteilung von unten nach oben. Hier muss die SPD Flagge zeigen!!

  • Wer mit den Zahlen und Fakten vertraut ist sieht das zwangslaufig sehr anders.

    1.) Die Wohnungsheizungen machen "nur" ca. 10% der deutschen Klimagas-Emissionen als CO2-Äquivalten aus, kurz CO2-Emissionen. (Der Gesamte Gebäude-Sektor /Büros /Gewerbe ca. 15%)

    2.) Die Einsparpotentiale durch Wärmepumpen sind begrenzer als viele glauben -- solange in Deutschland noch Kohle verstrohmt wird.



    - Kohlekraftwerkte haben spez. Emmissonen von ca. 900g CO2 /kWh



    - Der Deutsche "Strommix" liegt im Winter bei ca. 400g bis 450g CO2 /kWh



    - Macht bei COP = 3 Wärmepumpen (Bestandsbauten) Emissionen von 133g CO2 bis 150g CO2 pro kWh Heizenergie im Winter.



    - Die Einsparpotential allein von Wärmepumpen in Wohngebäude für sich liegen somit bei ganz grob 5% aller CO2-Emissionen, potentiel nach einem Kohleausstie natürlich mehr, ggf 8%.



    - Die Kosten dafür sind ENORM, 20 Millionen Wohngebäude ca. 25-tausend € pro Gebäude = 500 Milliarden € -- grober Schätzwert.



    Das sind über 50Millarden € pro 1% weniger Emissionen.

    - Ca 75% der Deutschen CO2-Emissionen sind Stromerzeugung, Industrie, Verkehr.



    - Die wichtigeste Maßnahme heute ist Kohle bei Strom und Industrie durch Erdgas zu erstzen nicht Wärmepumpen.

    • @Jörg Heinrich:

      Danke für die Zahlen, ich bin gespannt bis das ja aber kommt.... Diese Transformation muss man sich auch leisten wollen und können. Ich kann trotz Sondervermögen als dad Geld nur einmal ausgeben. Und bei den Prioritäten scheinen sehr viele unterschiedliche Ansichten zu haben... Aber man möge doch bitte den Leuten lebst überlassen für was sie ihre Ersparnisse ausgeben möchten

      • @Mr Vision:

        Tatsächlich sind erhebliche Einsparungen von CO2-Emissionen zu im Vergleich geringern Kosten schnell möglich.

        Was heute als "Soformaßnahme" ansteht ist der Kohelausstieg mit Erdgas, unabhängig von einerm weitere Ausbau der Erneuerbaren.

        Die Fakten:

        Kosten ca. 25 bis 30 Milliarden Euro.



        - unter 1Mililiarde € pro 1GW instalierter Leistung, Gaskrafwerke habe die gringsten Baukosten von allen.

        - Einsparung von Emissionen ca. -15%.



        Das ist so viel wie alle Emission des Gebäudesektors zusammen als direkte Einsparung.

        - Schnell umsetzbar: Ca. 3 bis 5 Jahre



        Ägibten ist vor einigen Jahren mit Siemens aus der Kohleverstrohmung ausgestiegen.



        Siemens hat 14GW Gaskraftwerksleistung in 2,5 Jahren instaliert.

        - Gaskraftwerke sind wirtschaftlich und technisch optimal für einen weiteren Ausbau der Erneuberbaren.



        Die gerignen Baukosten und stehenden Kosten passen zu einer geringen Auslastung wenn in Zukunft der meiste Strom aus Erneuberaren kommen soll.



        Gaskraffwerke können vergleichweise schnell geregelt werden, was im Zussammenspiel mit Erneuberbaren wichtig ist:

        - Kennzahlen im Relation:



        Spez Emissione Kohlekraftwerk: ca. 900g CO2 /kWh



        Sepz Emissionen GUD-Gaskraftwerk: ca. 330g CO2 /kWh

  • Ich kapiere dieses alles nicht, verfällt die Menschheit so langsam komplett dem kollektiven Wahnsinn? Dieses sägen am eigenen Ast ,mit den Forderungen noch schneller zu sägen?...?



    Fracking, Atomkraftwerke sorgen sicherlich für ein erfolgreiches Sägen nur verstehe ich den Sinn darin nicht.



    Ich bin eben nicht Intelligent genug um diese höhere Mathematik zu verstehen, klare Sache .



    So, jetzt geh ich erstmal Einkaufen, muss mich auf den Untergang der Menschheit vorbereiten.



    Tschüss

  • Früher hatten wir Politiker, die still und heimlich nebenbei noch als Wirtschaftslobbyisten gearbeitet haben.

    Heute habe wir Wirtschaftslobbyisten, die sich als "Politiker" noch etwas Taschengeld (Steuergeld) hinzuverdienen, während sie ohne Scheu ihre Arbeit für die Reichen und Mächtigen machen.

  • "Die Berechnungen beruhen allerdings auf den heutigen Rahmenbedingungen. Viele Einflussfaktoren können sich ändern..."



    "Viele" Rahmenbedingungen "können" sich nicht nur ändern, sie werden sich auch ändern, und zwar genau verursacht durch Wärmepumpen: Ausbau der Verteilnetze, Speichertechnolgien zur Abdeckung des von ihnen verursachten Winterlastpeaks, Flautenkraftwerke, deren Fixkosten die Strompreise nach oben treiben, etc. Da dürften die 20000 € ziemlich schnell auf Null zusammenschrumpfen, wenn nicht gar negative Werte annehmen.



    Milchmädchenrechnungen sind keine gute Werbung.

  • Letztlich werden die Ziele sicherlich verschoben aber langfristig dann doch erreicht. Als die Ziele festgelegt wurden hat noch niemand mit den vielen Krisen(herden) auf der Welt gerechnet. Wenn nur Deutschland bzw. Europa immer wieder mit besonders strengen Klimazielen aufwartet wird es letztlich gegen Länder mit extrem niedrigen Energiepreisen nicht Stand halten können. Damit meine ich ausdrücklich auch die Fossilien Energien, die mittelfristig sicherlich immer weniger zum Einsatz kommen aber dennoch einen wirtschaftlichen Vorteil darstellen, wenn sie denn entsprechend günstig sind. Man blicke nur mal in die USA und nach China. Langfristig sind fossile Energieträger natürlich keine Lösung.

    Ps. Bislang habe ich mich immer etwas links von der Mitte eingeordnet. Mir war nicht bekannt, dass Kritik an der CO2 Bepreisung und einem aus meiner Sicht übereilten Energieträgerwechsel mich zum Rechten macht.

    • @Marc-Oliver Schmidt:

      Das macht Dich keineswegs zu einem "Rechten", im Gegenteil, es zeigt, dass Du verstanden hast - ein Rechter kann das in dieser Thematik gar nicht....

    • @Marc-Oliver Schmidt:

      Chinas Pläne zur Klimaneutralität sind allerdings um einiges ambitionierter als die der EU. Wir haben unseren Emissionspeak schon vor 20 Jahren erreicht und wollen uns trotzdem noch bis 2050 Zeit nehmen, während China seinen Peak erst etwa 2030 erreichen wird aber jetzt schon daran arbeitet bis 2060 neutral zu sein

      Und Kritik an der CO2-Bepreisung ist nicht zwingend rechts, es gäbe natürlich andere Wege die Klimaschutzziele zu erreichen. Diese aufzugeben ist aber definitiv rechts.

  • Wärmepumpen sind das Paradebeispiel welchen Schaden eine Überregulierung von Seiten der Politik anrichten kann. Hätte man alles dem freien Markt überlassen und nicht durch sinnlose Subventionierung die Wärmepumpen extrem verteuert würden sie (noch mehr) eingebaut werden. Wir müssen von dem Irrglauben weg das der Staat alles mit finanziellen Anreizen steuern muss, dadurch wird nur Steuergeld verschwendet, lasst die Menschen selber entscheiden was sie haben wollen.

    • @Günter Witte:

      Meine Rede. Einfach Preise in Frankreich und Deutschland vergleichen und man schlackert mit den Ohren…

      • @Strolch:

        Da hier grad von „Staatlich und Subventionierung" die Rede ist. Der Hauptstaatliche Stromanbieter in Frankreich ist



        Électricité de France SA (EDF) und der ist z.Z. mit 54,5 Milliarden € in den miesen. Ob sich der Staat das noch lange leisten kann???? Vor allem die niedrigen Strompreise????

        • @Thomas Böttcher:

          Frankreich subventioniert seinen Strom mit Milliarden, hat dadurch einen günstigen Strom für seine Einwohner.



          Deutschland subventioniert seinen Strom mit Milliarden, hat aber dadurch den höchsten Strompreis in Europa für seine Einwohner.



          Finde den Fehler ....

  • Diese "Regierung" folgt allein den Auftraggebern aka. Lobby der fossilen Wirtschaft. Zudem bedient sie die Argumentation der Rechten, dass Kilmaschutz unnötig sei. Viele Kommentare hier in diesem Forum stellen die Frage, was an dem Schwenk dieser verantwortungslosen Klimapolitik "rechts" sei - seht Euch die Gemengelage an und dann geht Euch ein (EE-gespeistes) Licht auf....

  • Wie kann der Einbau einer Gasheizung die Gaspreise drücken?



    Diese implizite Behauptung des Artikels ist irgendwie absurd.



    .



    Wärmepumpen werden auch in Zukunft die günstigste und sicherste Lösung sein

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Und der Strom für die Wärmepumpe kommt aus der Steckdose...

      • @Metallkopf:

        Klar, kommt der Strom aus der Steckdose. Wer hätte das gewußt.

      • @Metallkopf:

        @Metallkopf



        Nicht unbedingt notwendiger Weise ;



        share.google/9XzqDBOj3hhPMOSOY

        • @Alex_der_Wunderer:

          Ergänzung, da der link nicht will, wie gedacht - einfach bitte mal Enpal Wärmepumpen mit Solar google oder eine alternative Suchmaschine nutzen.

  • Was schon alles „rechts“ ist. Die CO2 Steuer zu senken, kann auch als „links“ bezeichnet werden. Schließlich entlastet das Mieter mit knappen Einkommen.

    • @Strolch:

      Was soll links daran sein, wenn die Konzerne nicht die Kosten ihrer Umweltverschmutzung zahlen müssen. Links wäre es Mieter zu entlasten indem man Preisdeckel setzt.

      • @Martin C.:

        Welcher Konzern verschmutzt den die Umwelt, wenn der Mieter die Gasheizung aufdreht?

    • @Strolch:

      Mieter mit knappen Einkommen wählen nun aber überwiegend rechts und sind deshalb für Linke keine interessante Zielgruppe mehr. Deshalb wird von Links ja auch inzwischen immer zuerst der Häuslebesitzer mit Solar auf dem Dach und WP protegiert.

      • @Šarru-kīnu:

        Nein. Ich habe einen ziemlich guten Einblick in die Linkspartei und es gibt dort kaum ein anderes Thema als Mieten, Mieten, Mieten. Dein Kommentar ist einfach fernab der Realität, mach mal ein Fenster auf.

        • @Wonko the Sane:

          Die Linkispartei redet immer nur über die Kaltmieten und gierige Vermieter. Von einer Senkung der Nebenkosten die Staat und Kommunen ja ganz lässig selbst machen könnten oder Senkung der Baukosten durch weniger Auflagen usw. ist da fast nie die Rede. Da werden doch nur Kampagnen in den Großstädten gefahren. Zeigen Sie mir mal einen konkreten Vorschlag der Linkspartei zur Senkung der Nebenkosten bitte. Da ist man immer doch ganz vorn mit dabei für völlige Luftnummern irgendwelche Abgaben und Steuern zu erheben.

  • Öl und Gas werden verbraucht solange sie da sind. Einige Länder Leben davon, dieses Zeug zu verkaufen. Irgendwie scheint das für uns schwer verständlich zu sein, dass es Staaten gibt, Die das gar nicht so gut finden, wenn weniger davon verbraucht wird. Zumal man ein Land wie Saudi-Arabien wohl schlecht mit Klimawandel erschrecken kann. Bei denen kann es nur besser werden. Stadt teure regenerative Technologien staatlich zu sponsorn, Sollten wir den Öl produzierenden Ländern und dieses abkaufen mit der Auflage, es in der Erde zu lassen. Dadurch wird das Angebot knapp, der Preis steigt. Auch für Länder, Die sich nicht für Klimaschutz engagieren. Mit unserer derzeitigen Methode sinkt Die Abnahme und die Öl produzierenden Länder verkaufen das Öl einfach günstiger und müssen, um Verluste zu meiden , die Produktionsmenge erhöhen. Und wenn man sich die Statistiken anschaut, dann sieht man dies auch ganz deutlich. Ich bin gespannt, ob das in Deutschland irgendwann mal ein Politiker versteht. Klimaschutz ist super und wichtig , aber wir sind auf dem absoluten Holzweg.

  • "Verschiebung nach rechts" ?



    Ich verstehe nicht, was das jetzt mit "rechts" zu tun hat. Wer für Gasheizungen ist, ist doch nicht automatisch "rechts". Umweltpolitik jetzt in rechtes und linkes Lager zu spalten wäre der Fehler schlechthin. Es sind Pro- und Contralager, erst mal unabhängig der politischen Gesinnung, denn pro Gasheizungen habe ich auch schon von Seiten SPD und anderen Parteien gehört. Allerdings finde ich, dass die Idee jetzt doch wieder auf Gas zu setzen falsch ist. Bin ich deshalb links?

    • @Hans Dampf:

      Wer gegen Klimaschutz (der ja letztlich Menschenschutz) und für ungehinderte Konzerngewinne ist, der ist natürlich rechts.

      • @Martin C.:

        Dann war Mao auch rechts und Castro, selbst Honnecker. Sie machen es sich zu leicht, nicht jeder ist "rechts" nur weil er nicht links ist.

        • @Hans Dampf:

          Es erscheint mir absurd, in diesem Kontext Leute zu nennen, die in Zeiten an die Macht kamen, als es weder Photovoltaik noch moderne Windkraftanlagen gab. Ihnen aber nicht, oder?

      • @Martin C.:

        Windkraft- und Photovoltaikanlagen sowie Wärmepumpen werden ebenfalls von kapitalistischen Unternehmen hergestellt, und wenn der Staat diese Energie- bzw. Wärmeerzeugungsprodukte fördert, sorgt er dort für "ungehinderte" Konzerngewinne. Und wenn Industrieproduzenten wegen der Verknappung und Verteuerung von Energie ins Ausland abwandern, wird das möglicherweise Deutschland seinen "Klimazielen" näher bringen, aber die Emissionen entstehen dann eben anderswo, und dort wird dann auch das Geld verdient, während hierzulande Beschäftigte ihren Job verlieren. Diese ganzen Energie- Wärme-, und Verkehrs"wenden" spielen sich innerhalb des Kapitalismus ab und verschieben lediglich die Profite - und verteilen nebenbei einen Haufen Geld von unten nach oben um.

    • @Hans Dampf:

      Rechts ist, wenn man zu Ungunsten der Bevölkerung die Lobbyinteressen der Ölkonzerne, die einen bezahlen, durchsetzt. Links = sozial, rechts = unsozial könnte man an der Stelle vereinfachen.

      Ist aber hier tatsächlich eigentlich egal, ob man das als rechts/links einordnet. Sie verbrennen die Welt, um am ewig gestrigen festhalten zu können, mit dem sie viel Geld "verdienen". Das ist schon irgendwie rechts.

      • @Jalella:

        Während die Hersteller von Wärmepumpen genossenschaftliche Kollektive oder 1-Mann-Unternehmen sind, die ohne Gewinninteressen und völlig ohne Lobbyisten in der Politik auskommen... so wie Vliessmann, Bosch, Panasonic etc.

  • Danke für diese klaren Worte.



    Es ist gut, aus linker Sicht so zu argumentieren, nämlich mit dem Geld!



    Klimaschutz ist eine Investition, ich zahle heute und spare morgen.



    Kein Klimaschutz sorgt für viele Probleme, die laut den Versicherern viel Geld kosten werden.



    Die Versicherer sind weit davon entfernt progressiv zu sein.



    Wer billig Strom produzieren will, investiert in Regenerative.



    Wer Steuergeld verbrennen will, investiert in AKWS auf dem Mond.



    Wer Arbeitsplätze in Deutschland und Europa erhalten will, investiert in EAutos, wer die deutsche und Europäische Wirtschaft zerstören will, holt den Verbrenner aus der Mottenkiste.



    Reiche macht Politik für Reiche.



    Wer gerade nicht ihrer ehemaligen Firma angehört, verliert mit Ihrer Politik.



    Die Zukunft für Europa kann nur der Green Deal sein und wenn Politiker*Innen wie von der Leyen das rückabwickeln will, ist es schlecht für die Menschen in Europa.



    So einfach, so klar.



    Es ist unsere Aufgabe, diese Erkenntnisse zu verbreiten, auch bei der jüngeren Generation, die in Rheinland Pfalz mehrheitlich "afd" gewählt hat.

    • @Philippo1000:

      Steile These über die Versicherungen zu argumentieren. Das die keine Gewinne erwirtschaften wollen, halte ich auch für ein Gerücht. Ist halt wie beim Strompreis, für steigene Preise findet sich immer eine Erklärung, bei der Senkung dauert es immer lange. Der Greendeal sieht in Europa aber sehr unterschiedlich aus. Deutschland geht da wie immer einen alleinweg. Das bekommt man halt nicht mit, wenn man international nicht tätig ist. Da wird man abends beim Bier schon mal gefragt, ob wir alle so ticken! Die wirtschaft geht halt da hin, wo die Bedingungen passen. Und das ist aktuell eben nicht Deutschland! Das sind aber in vielerlei Hinsichtsicht wichtige Einnahmen für den Bund. Also man kann radikal nach der energiewende fordern, muss aber schauen dass der kapitalfluss erhalten bleibt. Wie es aktuell in den Kommunen ausschaut, kann man täglich lesen. Und ganz ehrlich lieber kommen ein paar EE Blöcke etwas später als meine kinder jetzt auf funktionierende Toiletten, Schulmittel, Sporthallen, schwimmbäder verzichten sollten. Daran sieht man, dass die Transformation überhalb unserer leistbaren Kapazitäten liegen. Also ganz klar ist doch die Sache!

      • @Mr Vision:

        Was soll an der Aussage der Versicherer eine These sein?



        Die Versicherer haben bereits mehrfach nachgewiesen, dass der Klimawandel erhebliche Schäden, auch schlicht finanzieller Natur, nach sich zieht.



        Ebenfalls deutlich sind da negative Prognosen.



        Dass sie von Kindern reden und dabei den Klimaschutz als vernachlässigbar darstellen , ist fast schon bewundernswert. Es würde mir schwerfallen, meinen Kindern ein derart falsches Weltbild zu vermitteln.



        Im Übrigen steht dieses Szenario nicht zur Debatte.



        Das Sondervermögen von 500Mrd stellt sowohl Gelder für Sanierungen, wie auch Klimaschutz zur Verfügung.

        • @Philippo1000:

          An dieser Stelle ist der Unterschied banal: Versicherer und Rückversicherer haben aus Geschäftsgründen ein Interesse an den Fakten. Da fällt Ideologie hinten runter.

        • @Philippo1000:

          Nein ich Priorisiere nur anders. Wer sich nur auf eine Sache versteift, der hat die Zusammenhänge der Welt halt noch nicht verstanden. Sie zerstören die wirtschaftliche Substanz, also die Nachhaltigkeit der Erträge, und meinen dann später mit was Weltmarkt teilhaben zu können? Ein läufer der nur auf Ausdauer trainiert verliert halt beim sprint. Der Sprinter beim Marathon. Wir müssen uns zahlreichen Aufgaben stellen und nicht nur dem Klima. Und wenn dann braucht man eher eine globale Lösung... wir deutschen sind halt die naiven... jetzt zocken die Amis jnd halt beim lng ab...

    • @Philippo1000:

      *Reiche macht Politik für Reiche*

      Eine Frage, die mich schon lange umtreibt: gibt es ein hoffentlich geleaktes Sheet, das die Verdienstmöglichkeiten der Personen zeigt, die sich mit irgendeiner Lobby ins Bett legen?



      Falls ich mich verkaufen will - kann ich aus den Erhebungen (von etwa www.lobbycontrol.de/) ein auskömmliches Einkommen generieren, das planbar und steuerlich unauffällig ist? Wer hilft?



      Eine Person x handelt im Interesse von Lobby y. Person x hat Funktion a,b,c... aus dieser Funktion ergibt sich eine zeitlich-vereinbarte Ausschüttung, die sich nach Art und Tiefe des jeweiligen Einsatzes richtet (Faktor). Je näher Person x der Macht steht - desto größer ist Einfluss und Geldfluss. Wird Person x in niederer Funktion angeworben (oder drängt sie sich auf) - kann sie als "Schläfer" geparkt werden, um für Zukünfte von Nutzen zu sein (um zu einem Gelingen oder einem lancierten Scheitern beizutragen).



      Darüber hinaus gibt es für verdienstvolle () Lobbyisten altersvorsorgende Zahlungen.



      Sie sehen und ahnen: das sind nur einfachste und erste Schritte um meine Existenz gesellschaftlich abzusichern...

      = ´ dankbar für jeden Tipp!

    • @Philippo1000:

      Der Artikel argumentiert nicht mit dem Geld oder andere. Er betreibt Hellseherei ("könnte", "wäre" und weitere Fahrradhätten). Da ist nichts links dran.



      Wärmepumpen sind die günstigste Lösung.



      Und sie könnten noch günstiger sein. In Großbritannien kosten Wärmepumpen und deren Einbau nur die Hälfte

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        "den vermeidbaren Verlust beziffern Exper:innen auf 20.000 Euro in den nächsten 20 Jahren"

  • Ich hab erst eine alte durch eine neue Gasheizung ersetzen lassen. Die Mehrkosten für eine Wärmepumpe mit den ganze notwendigen zusätzlichen Investitionen wäre deutlich über 20.000 Euro gewesen. Das wären übrigens auch Kosten gewesen, die man auf die Miete hätte umlegen können.

    • @ZTUC:

      Welche "notwendingen Investionen" sollen das gewesen sein? Sie können selbst im Altbau von 1860 eine Wärmepumpe ohne sonstige Veränderungen einbauen und stehen damit günstiger im Verbrauch da als mit der Gasheizung.

      • @Martin C.:

        Das hätte ich mal mal auf fakten basiert! Natürlich kann ich jede Heizung im äquivalent ersetzen. Es muss ja nur die wärmeverluste ersetzt werden. Da strom und Gaspreise zusammenhängen ergibt sich meist ein Faktor von 1:3. Das bedeutet dass man auch erst sparen kann, wenn die WP im Betrieb über JAZ 3 kommt. Das ist bei einen einfachen Ersatz 1860er Haus oft nicht so einfach möglich, da damals eher kleine Heizkörper mit hoher Vorlauftemperatur angefahren worden sind. Dazu braucht eine WP einen aussenaufstellort, was die montagekosten gegenüber den Ersatz einer Gasheizung in die Höhe treiben. Also kann ich nur über den wesentlich günstigeren Betrieb die Kosten wieder hereinfallen. Dazu muss man abet die Vorlauftemperaturen der Heizkörper herunter bekommen. Deshalb würde ich ihrer These, man kann natürlich eine WP in jedem haus einbauen zustimmen. Aber ab wann das wirtschaftlich sinnvoll ist, da hängt von zu vielen Faktoren ab die man so gar nicht beantworten kann...

    • @ZTUC:

      Danke, viele Mieter glauben, dass sie die geringeren Verbrauchskosten mitnehmen können, aber die Investitionskosten geschenkt werden. Ich glaube viele kennen die "echten" Preise nicht, denn sonst würde man so nicht argumentieren. Auch mieten ist eine Dienstleistung die man in Anspruch nimmt. Das das unter dem Strich teurer sein wird, als dieselbe Wohnung zu kaufen sollte auch klar sein

  • Wärmepumpen sind sicher nicht schlecht, wenn der Strom dazu aber von Gaskraftwerken erzeugt wird (was im Winter häufig der Fall sein dürfte), ist das technisch fragwürdig; da kann auch direkt mit Gas geheizt werden. Durch den Wirkungsgrad der Gaskraftwerke und Leitungsverlusten ergibt sich maximal noch ein kleiner Vorteil für eine Wärmepumpe.



    Von da her erscheint es mir doch eine etwas fragwürdige Energiewende.

    • @Nico-1:

      Das ist vollständiger Unsinn, da die Wärmepumpe eine Wirkungsgrad von 300-500% erreicht (im Jahresmittel sind im Deutschland etwa 400% realistisch). Das Gas zu verbrennen ist naturgemäß 100% effizient, aber daraus Strom zu machen ist auch mit Wirkungsgrad und Leitungsverlusten noch erheblich effizienter.

      • @Martin C.:

        Gibt leider sehr detaillierte Studien, das gerade im altbestand, und dabei geht es ja bei der ERNEUERUNG einer Heizung, die JAZ von über 3 eher die Ausnahme ist. 400-500 ist eh quatsch, da man dafür schon eine GrundWasser WP bräuchte. Und damit hohe Vorlauftemperaturen im Winter? Welches Marketingsprospekt stand das denn drin? Sie dürfen nicht bis zu, als garantierte Werte nehmen. Gerade wenn eine WP modelliert verliert sie stark an Effizienz! Auch eine WP vor der Dämmung einzubauen ist dämlich, weil man sie später damit kn die Modulation bringt. Da fehlt es noch überall an Fachwissen

    • @Nico-1:

      Mit Wärmepumpe ist aber zukunftsfähiger da es dann hoffentlich auch im Winter mehr regenerativen Strom gibt…und wenn die Gaskraftwerke die Abwärme auch zum Heizen bereitstellen ist die Gesamteffizienz immer deutlich höher als bei einer Gasheizung alleine.

      • @Saile:

        Wärmepumpen sind sicher zukunftsfähig, richtig ausgelegt ist sie eine gute Heizung (ich habe heize selber damit), es ist für mich im Moment fraglich, wenn Gas verheizt wird um Strom herzustellen und dann mit einer Wärmepumpe wieder in Wärme zurück verwandelt wird.



        Ich gebe Ihnen absolut Recht und hoffe, dass da in Zukunft noch einiges geht.



        Allerdings sehe ich das politisch weder rechts noch links, sondern als (z.T. noch zu erarbeitenden) technischen Möglichkeiten.

  • Es ist doch ganz einfach. Parteien sollten für die Politik werben, die sie für richtig halten. Dann entscheiden die Wähler, welcher Ansatz in ihren Augen "richtig" ist und welcher nicht. So kommt es dann. Nennt sich Demokratie. Und wenn die Mehrheit den Abgrund wählen sollte, dann ist das so.

    • @Querbeet:

      " Parteien sollten für die Politik werben, die sie für richtig halten. Dann entscheiden die Wähler, welcher Ansatz in ihren Augen "richtig" ist und welcher nicht"

      Und man fragt sich spontan, wie es sein kann, dass fast niemand die Partei- und Wahlprogramme der Parteien kennt, die er/sie wählt.



      Also zumindest wenn man glaubt, Ihre These sei korrekt

      • @Kaboom:

        Ich habe nicht vom Programmelesen gesprochen.

    • @Querbeet:

      Die Demokratie darf nicht zur Tyrannei der Mehrheit verkommen, das ist Unsinn.

      • @Martin C.:

        Es ist aber keine "Tyrannei", wenn die Bundesregierung den Einbau von Gasheizungen erlaubt.

      • @Martin C.:

        Aha. Und wer bestimmt, wann aus der Demokratie eine Tyrannei der Mehrheit wird? Das müsste dann ja wohl die "es besser wissende Minderheit" sein. Mir schaudert vor derartigen Selbstermächtigungsphantasien.

    • @Querbeet:

      Genau so ist es, Zustimmung.

    • @Querbeet:

      Demokratische Entscheidungen beziehen ihre Legitimation vor Allem aus dem Umstand, dass die Menschen die Gesetze, die Entscheidungen, die Regierung die sie selbst betreffen auch selbst wählen können und das besserenfalls informiert. Bei diesem Thema muss man aber davon ausgehen, dass diejenigen die heute ihr Kreuz für billiges Öl und Gas machen die wirklich krassen Folgen davon eher nicht mehr selbst miterleben werden. Wenn man also den Abgrund, nicht für sich selbst, sondern für andere wählt, und zwar weil´s halt billiger ist, ist das wohl weniger Demokratie, als vielmehr das opportunistische Opfern künftiger Generationen um der eigenen Bequemlichkeit Willen.

      • @Ingo Bernable:

        Wenn Ihre Thesen zuträfen, könnte man freie Wahlen abschaffen, weil die künftigen Generationen nicht mitwählen können. Damit schafft man aber zugleich die Demokratie ab. Denn demokratische Wahlen können immer nur unter den aktuell Lebenden stattfinden. Und niemand kann wissen, was die künftigen Generationen wollen. Vielleicht wollen die lieber CO2-armen Atomstrom als Backup für die sog, erneuerbaren Energien, bekommen ihn aber nicht, weil die Regierungen Schröder, Merkel und Scholz die Atomkraftwerke abgeschafft und durch fossile Energieerzeugung ersetzt haben.

      • @Ingo Bernable:

        Ja, so ist die Demokratie.

      • @Ingo Bernable:

        Hä? Billiges Öl und Gas? Aktuell teuer wie nie. Irankrieg lässt grüßen. Aber auch ohne Kriege und Endlichkeit der fossilen Ressourcen wird der Preis auf fossile Heizungen mit dem CO2 Preis in 10 Jahren die teuerste Heizvariante. Die Propaganda FÜR ein weiter so der Gasheizungen ist derzeit deshalb so lautstark, weil die fossile Industrie mit Gas noch maximale Gewinne machen will, TROTz der aktuell hohen Gaspreise muss man jetzt viele überzeugen die Taschen der Fossilindustrie weiter zu füllen. Auch Gesamtwirtschaftlich schadet Reiche Deutschland. In der Automobilindustrie hat die Freiheitslüge verfangen und zum Niedergang geführt. Noch sind Wärmepumpen made in Germany ein Erfolgsprodukt, auch international. Wenn die Milliardenschwere Lügenerzählung der "billigen" Gasheizung zündet, wird auch mit diesem Produkt Asien die Weltmarktführung alleine übernehmen und zukunftssicher gut daran verdienen. Und alle, die auf günstigere Preise für neue Gasheizungen reinfallen und erst in 10 Jahren merken, dass sie permanent mit den Gaspreisen draufzahlen, sind dann die Verlierer, während die noch fossil getriebenen Firmen sich ins maximal gefüllte Fäustchen lachen.

        • @Nina Janovich:

          Eine differenzierte Betrachtung der Betriebs- und Folgekosten spielt da meinem Eindruck nach vielfach doch überhaupt keine Rolle, da werden einfach die Anschaffungskosten gegeneinander gehalten. Und auch in diesen Kommentaren hier finden sich einige recht haarsträubende Berechnungen zu Kosten und Wirkungsgraden die mit den tatsächlichen physikalischen und ökonomischen Gegebenheiten eher wenig zu tun haben. Zudem sind verlässliche Prognosen der Preisentwicklung über die nächsten 20 Jahre - siehe Iran - auch eher schwierig.



          All dem unbenommen war mein Punkt aber ohnehin der auf ein doch eher schiefen Demokratieverständnis hinzuweisen.

        • @Nina Janovich:

          Der Ingo hat schon wahr; solange Öl und Gas verschleudert wird weltweit, wirds "billig" bleiben. Zur Not gehen initiiert durch die Koalition die Abgaben runter, womitauchimmer des nu wieder kompensiert werden soll.

        • @Nina Janovich:

          Auch in 10 Jahren werden in der Heizperiode noch Gaskraftwerke laufen, und der Strompreis wird somit genauso steigen wie der Gaspreis und der CO2-Preis.