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Hohe BenzinpreiseBitte kein neuer Tankrabatt!

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Po­li­ti­ke­r:in­nen überschlagen sich mit Vorschlägen für billigeren Sprit. Gezielte Hilfen für ärmere Autofahrer wären allerdings sinnvoller.

Billiger Sprit für alle – so lauten die Forderungen vieler Politiker Foto: Arnulf Hettrich/imago

S o schnelle Reaktionen hätte man auch angesichts explodierender Mieten oder der ungerechtfertigten Preiserhöhungen bei der Deutschen Bahn gerne: Kaum steigen in Deutschland die Spritpreise, überschlagen sich Po­li­ti­ke­r:in­nen mit Vorschlägen, wie sie gesenkt werden könnten.

Die einen wollen die Mineralölsteuern senken, also einen Tankrabatt wie 2022. Die anderen fordern, den Co2-Preis auf Sprit auszusetzen – und wieder andere einen Preisdeckel wie in Ungarn oder Kroatien. Rufe nach einem autofreien Sonntag oder einem spritsparenden Tempolimit auf Autobahnen dagegen gibt es wenige.

Die Preise für einen Liter Benzin oder Diesel haben die magische Grenze von 2 Euro überschritten – aber das ist nicht astronomisch hoch. Noch ist nicht ausgemacht, ob dieses Niveau überhaupt anhält. Aber schon vorübergehende Preissteigerungen an den Zapfsäulen bringen das Autoland Deutschland in Rage – und das wollen Po­li­ti­ke­r:in­nen aller Couleur natürlich nutzen: Die ansonsten schwerfällige Bundesregierung reagiert umgehend mit der Vorgabe, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag ihre Preise anheben dürfen – ein sinnvoller Schritt.

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Autofahrende haben ein Recht darauf, nicht abgezockt zu werden – aber das ist etwas anderes, als klimaschädliches Verhalten finanziell zu unterstützen. Viel spricht dafür, dass die Mineralölkonzerne die Preise viel stärker als gerechtfertigt angehoben haben. Eine Übergewinnsteuer könnte sie davon abhalten, zumindest die Ernte aus dieser Gier einzufahren.

Ja, es gibt Menschen mit sehr wenig Geld, die ein Auto brauchen. Wer Mindestlohn bezieht und um fünf Uhr morgens aufstehen muss, um 80 Kilometer mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, der oder die sollte unterstützt werden – zum Beispiel gezielt mit Tankgutscheinen vom Arbeitgeber, der sich das Geld vom Staat zurückholt. Solche Maßnahmen wären viel sinnvoller, als das Autofahren aus Spaß oder reiner Bequemlichkeit zu unterstützen.

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Anja Krüger
Parlamentskorrespondentin
Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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98 Kommentare

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  • Ein schneller Weg, die Spritkosten etwas gerechter zu verteilen, wäre ein fixer Steuerabzug von ca. 13 Cent pro km bis zu 1500 Euro, was bei geringen Einkommen auch zu negativen Steuern führen könnte, die dann ausgezahlt werden sollen.



    Bisher erhält man 38 Cent pro km bis zu 4500 Euro, die vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden, also nochmal mit dem persönlichen Grenzsteuersatz multipliziert werden. Und der reicht von 15-45%. Je mehr man verdient, desto mehr gibt der Staat dazu - hier bis zum Dreifachen. Sollte es nicht eher umgekehrt sein?

  • Autofahren aus Spass? Ja, so sehen die meisten Fahrten wohl aus. OMG

  • Wenn ich das Handelsblatt richtig verstanden habe, ist größter Progiteur der Staat. Die Margen der Konzerne sind zwar auch um 2ct gestiegen, der Staat profitiert aber mit ca 6ct aufgrund der gestiegenen MWST. ich bin trotzdem gegen einen Tanktrabatt. Das ganze geht jetzt nicht mal 2 Wochen. Da wird sich manches normalisieren. Und wenn nicht, da der Irankrieg immer schlimmer wird (was ich nicht hoffe), braucht es ander Mechanismen - bis hin zum Autofreien Sonntag um Sprit zu sparen. Ich darf mit meinem E-Auto und PV-Strom hoffentlich trotzdem fahren. Es kommt ja der Sommer und damit der Strom vom Dach…

  • Man kann auch ohne Abhängigkeit von fossilen Energieträgern autofahren, die Chinesen haben das schon vor zehn Jahren gewusst und die Elektromobilität gefördert. Nur hier in D verstehen unsere Politiker nicht und beschwören den Verbrenner mit der Technik des letzten Jahrhunderts.

    • @vilmoskoerte:

      Es sind nicht die Politiker. Es sind die Bürger in Deutschland, die kein EAuto wollen. Sogar das taz Forum ist überwiegend voll Vorurteilen.

  • Wohl denen, die schon vor Jahren ihren Kopf bemüht haben und in einer elektrisches Auto investiert haben.



    Zahlen müssen diejenigen, die auf Teufel komm raus ihren Verbrenner halten möchten.

    Ich für meinen Teil lebe in ländlicher Umgebung ohne Auto. Ich nehme dafür längere Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Kauf.

    Die Spritpreise sind im Verhältnis zu den Kosten, die uns der motorisierte Individualverkehr beschert, immer noch viel zu niedrig. Sie dürfen ruhig weiter steigen.

    Übrigens: Die monatliche Getränkelieferung zu meiner Wohnung erfolgt neuerdings mit einem strombetriebenen Fahrzeug und auch meine Kommune setzt neuerdings E-Busse ein. Es scheint sich doch einiges in den Köpfen zu bewegen.

  • Tankrabatt...



    Unsere Regierung braucht nur die Mineralölsteuer senken. Dazu die CO2 Abgabe.



    Fast die Hälfte der Tankrechnung fließt in den Bundeshaushalt.



    Gut wenn man E-Mobil unterwegs ist.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Wenn die Mineralölsteuer gesenkt würde, dann wären die Konzerne SOFORT in dieser Lücke, die werden das mit absoluter Sicherheit ausnutzen, die Leute murren zwar, doch sie zahlen trotzdem. Den Schaden hätte der Staat, dem dann jede Menge Einkommen fehlt und das fließt geradewegs in die Kassen der Konzerne. Nur Frau Reiche würde sich darüber freuen, niemand sonst.

      • @Perkele:

        @Perkele



        Darum wollte Habeck ja auch das Kartellrecht 2022 verschärfen. Damit ebend nicht die Ölkonzere zuschlagen, wie sie wollen.

  • Es wäre schon hilfreich, wenn die CO2 Abgabe auf Treibstoff dauerhaft wieder abgeschafft werden würde.

    • @Die_Mitte_machts:

      Warum? Das CO2 ist bei fossilbetriebenen Fahrzeugen definitiv da - und noch viel zu niedrig eingepreist.



      Da müssen wir so oder so raus.

  • Bitte Benzinpreise nach Hubraum, Leistung, Reifenabrieb und Neupreis. Und dann noch für sinnfreies Herumfahren verdoppeln!!

    • @Erfahrungssammler:

      Oder einfach Einkommens- und Vermögensverteilung wieder fairer. Und Spritpreis umweltkostengerecht. Das beschleunigt den Übergang zu E-Bikes, Bus, Bahn, E-Auto, Tram, Fuß.

  • Na ja. Wir haben eine rückwärtsgewandte lernunfähige wirtschaftsinkompetente Regierung, die eine Fossil-Lobbyistin zur "Wirtschaftsministerin" gemacht hat. Da halte ich einen neuen Tankrabatt zur Bereicherung der Ölkonzerne schon für wahrscheinlich. Oder es fällt ihnen was noch effizienteres ein, um das Geld der BürgerInnen in die Taschen der Ölkonzerne umzuleiten.

    • @Jalella:

      Was fällt Ihnen denn ein, um kurzfristig die Kosten für Mobilität wieder zu senken?

      • @Tom Tailor:

        Wenn wir damit wirklich Mobilität für alle meinen, dann sind das ÖPNV und Bahn und Rad und Fuß, die sind von Fossil-Problemen wenig oder gar nicht betroffen, könnten aber in der Tat sowohl Ausbau wie Preisstabilität gebrauchen.



        Das Auto immer noch weiter zu fördern würde nur die Zersiedelung noch mehr fördern und damit längere Strecken erfordern, also künstliche Mobilitätsprobleme schaffen.

      • @Tom Tailor:

        Eine vergebliche Frage.

    • @Jalella:

      Wir haben seit 93 Jahren eine Umleitung öffentlicher Ressourcen zum Auto-Komplex und den fossilen Geiern ...

      Da die Union doch ab und an "Markt" vorschlägt: Das Preissignal bei Fossil will uns übrigens etwas sagen: Dass wir ganz schnell da raus sollten, so weit wie möglich, nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen.

      • @Janix:

        Wir sind denn die "fossilen Geier"? Könnten Sie das spezifizieren? Übrigens, gerade aus ökonomischen Gründen können wir nicht "ganz schnell raus" aus den fossilen Energieträgern. Kriege und kurzfristige Ölpreissteigerungen kommen und gehen. Um aus den fossilen Energieträgern auszusteigen braucht es hingegen eine strategische Planung und Realisierung im Rahmen von Jahrzehnten.

  • Marie Antoinette hätte gesagt, dann sollen sich die Leute halt Elektroautos kaufen. Technologieoffenheit nennt man das heutzutage.

    • @derzwerg:

      Wunderbar - you made my day! Hinweis: Ich bin ein Elektroautobesitzer der genau weiß, wie kostengünstig ein Elektroauto nicht zwangsläufig ist.

    • @derzwerg:

      Da war unser Umweltminister schneller.

  • Von welcher "ungerechtfertigten" Preiserhöhung bei der Bahn schreibt Frau Krüger hier?

  • Das Sozialticket ist von neun Euro auf wieder 27 € angestiegen., Das 49 € Ticket kostet jetzt fast 70 €. Und zwar nicht innerhalb von 30 Jahren, sondern kürzester Zeit. Keinen hat's gejuckt, trotz Steigerungen um dreiviertel des Ursprungspreises!! Bei solch Steigerung im Individualverkehr hätten wir einen Bürgeraufstand



    Aber mit den ärmsten u. wehrlosen der Gesellschaft kann man das ruhig machen, gell? Ich kenne Familien, die sich nicht mal mehr das Sozialticket leisten können. Das Deutschland Ticket erst recht nicht, das im Gegensatz zum BVG Ticket nicht mal erlaubt, dass am Wochenende und abends weitere Personen mitfahren dürfen. Ein Einzelfahrausweis kostet in Berlin mittlerweile vier Euro das ist vielfach teurer als Benzin, wenn man bedenkt, dass diese vier Euro für maximal 2 Stunden Fahrt gelten; aber auch nur im immer in eine Richtung oder man fährt im Kreis, um sich nicht ein neues Ticket kaufen zu müssen, wenn man das innerhalb von 2 Stunden schafft. Wie weit kommt man -zudem bequem und privat- für vier Euro mit dem Auto?



    Von Umwelt- und Klimaaspekten reden wir schon gar nicht mehr. Statt dies als Gelegenheit für strukturelles Umdenken zu sehen, gehts wieder nur um Autos!

    • @Edda:

      Das hinkt aber gewaltig. 2012 habe ich für mein Monatsticket 120 Euro bezahlt. Jetzt wären es 70. Ich fahre trotzdem keine Bahn mehr. Viel zu viel Verspätung. Ich würde auch 170 zahlen (was ungefähr der Inflation seit damals entsprechen dürfte), wenn die Züge pünktlich und sauber wären.

    • @Edda:

      Sehe ich ähnlich. Solange zu viele Leute immer noch im SUV Brötchen holen fahren oder ihre Kinder 1000 Meter zur Schule kutschieren, ist das Benzin scheinbar immer noch nicht teuer genug.



      Autofahren wird, direkt und indirekt, massiv subventioniert.

      Felix Creutzig u.a., Die sozialen Kosten des Verkehrs: subjektive Wahrnehmungen und objektive Berechnungen



      Nachzulesen hier:



      link.springer.com/...58-37557-7_24#Abs1



      und ff.

    • @Edda:

      Nur war Bahnfahren vor dem Sozialticket von neun Euro deutlich teurer.



      Wenn Benzin für kurze Zeit von 1,50 Euro auf 0,75 Cent fallen würde, um danach wieder auf 1,30 Euro zu steigen, dann würde es keinen Aufstand geben.



      Und ja, Bahnfahren ist teuer. Und das trotz massiver Subventionen. Das zeigt, dass dort sehr viele Ressourcen eingesetzt werden müssen, und das offensichtlich nicht sehr effizient.



      Dann muss man irgendwann eine ehrliche Rechnung aufmachen:



      Ist es effizienter (Geld, Umweltauswirkungen etc.), wenn statt mit der Bahn alle mit z. B. E-Autos transportiert werden. Der Busverkehr scheidet vermutlich aus. Ausserhalb der Rushour werden da eine Hand voll Personen von fast 30 Tonnen Bus transportiert.



      In naher Zukunft wird es nichts effizienteres geben als autonome Fahrzeuge (Autos, Kleinbusse), die ich bei Bedarf per App buche und die nach meiner Fahrt wieder anderen Personen zur Verfügung stehen. In Leerlaufzeiten hängen die am Stromnetz und bilden einen Riesenakku :-)

    • @Edda:

      etwas über die Hälfte der Bevölkerung lebt im ländlichen Raum, dort ist der ÖPNV zumeist keine echte Alternative zum Auto. Fernverkehr erst recht nicht.

  • Was macht eigentlich das Klimageld? Wollten wir das nicht sowieso schon - wegen der gewollt steigenden CO2-Abgaben ab jetzt - eingeführt haben? Den Auszahlmechanismus, dessen Fehlen Christian Lindner lange als Ausrede für das Nicht-Auszahlen des Klimageldes angeführt hat, gibt es inzwischen.

    • @sujall:

      Das ist schon in Diätenerhöhungen, Beamtenpensionen und Rüstungsausgaben draufgegangen. Keine Sorge, vom Klimageld hören und sehen wir nichts mehr.

      Die letzte geniale Idee der Steigbügelhalterpartei Deutschlands (sPD) war es ja, den Klimaanteil aus dem Sondervermögen für Strafzahlungen an die EU wegen verfehlter Klimaziele zu benutzen. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Klasse Idee von Panzer-Lars. Damit kann er beim Club Deutscher Unternehmer (cdU) punkten.

    • @sujall:

      Das würde ja verdeutlichen, welchen volkswirtschaftlichen Gewinn der Abschied von teurem Fossil und kostengerechte Besteuerung brächte. Und wäre womöglich noch sozial, indem es die großen Energieraushauer tragen lässt? Das geht ja gar nicht!

  • Woher weißt die Autorin, dass die Preiserhöhungen der Deutschen Bahn ungerechtfertigt sind? Explodierende Trassenpreise und gestiegene Personalkosten sind nur zwei Gründe für durchaus gerechtfertigte Preiserhöhungen.



    Beim eigentlichen Thema scheint sie auch nicht wirklich drin zu sein. Wenn die Spritpreise dauerhaft so hoch sind, hat das nicht nur Auswirkungen auf den bösen Porschefahrer, der jetzt für seine sonntägliche Spritztour etwas mehr zahlen muss, sondern massive Auswirkungen auf nahezu alle produzierenden Industrien und den Einzelhandel. Wenn die Spritpreise so hoch sind, steigen auch die Transportkosten und somit auch die Preise für Lebensmittel etc. und wird an den Endverbraucher weitergegeben. Der Gedanke mit der individuellen Subventionierung bedürftiger Arbeitnehmer ist ja ganz nett, aber viel zu kurz gedacht.

    • @JMarius:

      Watch your language!



      Preise steigen nicht und sie explodieren auch nicht. Sie werden erhöht. Und das Geld, mit dem diese Preise bezahlt werden, wird auch nicht rituell auf dem Altar des Neoliberalismus verbrannt, es bekommt jemand. Und der wird dann ziemlich reich ...

      Das könnte in einem Kreislauf münden, in dem am Ende jeder mehr bekommt (so dass die Preiserhöhungen sinnlos gewesen wären), aber auf mysteriöse Weise stoppt der Mechanismus immer vor dem Teil der Bevölkerung, der keine Immobilien und/oder Produktionsmittel besitzt, und der dann die Zeche der ganzen Preiserhöhungen zahlt. Die Tarifverhandlungen des Konzerns, in dem ich arbeite zeigen das deutlich.

      Fun Fact: die Reallöhne sind seit 2019 nicht mehr gestiegen. Die Vermögen der Überreichen schon, und zwar mehr als kräftig.

    • @JMarius:

      Und wenn die Spritpreise subventioniert werden bezahlt das ja der Staat. Oder wer?

      • @Peter Teubner:

        Richtig, das bezahlt der Staat. Wie immer ;-)

  • 1) "Eine Übergewinnsteuer könnte sie davon abhalten, zumindest die Ernte aus dieser Gier einzufahren.":



    Wasser auf die Mühlen der AFD: Der Bürger blecht und der Staat bereichert sich noch).

    2) "Die ansonsten schwerfällige Bundesregierung reagiert umgehend mit der Vorgabe, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag ihre Preise anheben dürfen – ein sinnvoller Schritt.":



    Das wird in Österreich schon seit 2011 so gehandhabt, Frau Reiche hat auch darauf hingewiesen.

    3) In Österreich wird schon weitergedacht:



    "Wir müssen darauf schauen, dass es keine Krisengewinner gibt", so die Ministerin in der ZIB 2. "Es kann sein dass wir auf die Margen schauen", sagte Meinl-Reisinger." (ORF1 Text S. 113, heute).



    Im Gegensatz zu Deutschland ist in Österreich eher damit zu rechnen, dass das dem Bürger monetäre Preisvorteile verschafft und nicht dem Staat.

    4) Überhaupt: " Während bei uns allen Ernstes mit größter Sachlichkeit vom 'Rakete+ und Feder-Effekt' fabuliert wurde, als sei es wunderbar in Ordnung, dass die Preise viel länger zum Absinken brauchen als zum In-die-Höhe-Schießen, verschärften zahlreiche EU-Nachbarn bereits die Gangart gegenüber den Öl-Konzernen." (Laurent Martinez, PNP, heute)

    • @Josef 123:

      Reiche macht etwas, um "etwas zu machen". In der Tat bleibt sie da viel zu vordergründig stehen, statt Fossil tatkräftig ein Stück wegzuschaufeln, wo die Gründe hierfür wieder einmal deutlich sind.



      Leider eine Marionette e.ons, das erscheint mir zumindest Reiches Verhalten am ehesten erklären zu können.

  • Abfallen wird im Ende alles auf den Endverbraucher. Die Lebensmittelpreise werden wieder explodieren. Die Politiker werden wieder über freie Märkte schwafeln. Ein Paar werden erzählen man muss nur Sparen. Merz wird angeekelt über den Unwillen zur Mehrarbeit und weniger verdient meckern.



    Neuer Tag, neues Glück. Denn die Politiker verdienen so viel im Monat das sie einfach nicht interessiert.

    • @Welt Bürger:

      Über "verdienen" müsste man nochmal nachdenken...

    • @Welt Bürger:

      Klar. Von einer alten rückwärtsgewandten und korrupten Partei wird man keine neuen politischen Wege erwarten dürfen. Als Privatflieger würde Merz wohl sagen "über den Wolken ist die Freiheit wohl grenzenlos" und nochmal aufs Gaspedal treten, um den links-grünen Klimaspinnern eins draufzugeben. Sein Kerosin zahlen ja wir.

      Wäre spannend, wie das cdU/csU-WählerInnen so sehen. Aber vielleicht sind die genauso gebildet, wie der durchschnittliche cdU-Ministerpräsidentenkandidat:

      youtu.be/dXjxuqX60xM?t=170

  • Was soll ein Tempolimit bringen? Bei den globalen Treibstoffmärkten ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Da wird mehr Öl in den aktuell acht Tankern verballert, die umgedreht sind um LNG für Europa an asiatische Länder zu verscheuern.

    • @MK:

      Aber immerhin.....seit dem Preiskarussell



      an den Zapfsäulen ist die Anzahl der Geschwindigkeitsrambos zumindest in meiner Region drastisch gesunken.....wie die alle auf einmal außerorts 70 bis 80 kmh fahren.....obwohl 20 kmh mehr locker erlaubt wären....hilft doch, und alles ohne Gesetz von oben, formvollendete Anarchie.

    • @MK:

      Kein Grund, sofort auf die makroökonomische Perspektive zu gehen. Vielleicht für den einzelnen ein paar Euro weniger Ausgaben für Treibstoff oder eher ein bisschen mehr Strecke für das gezahlte Geld? Merkwürdig, dass vermindertes Tempo auf einmal funktioniert wenn die Tankwarnleuchte angeht und man nicht weiss, wo die nächste Tankstelle ist...

      Aber solange ich im Berufsverkehr noch mehr Porsche-SUVs als Autos mit zwei Insassen zähle und der Nachbar seinen Diesel warmlaufen lässt, während er 10 Minuten auf dem Handy rumpatscht, isses wohl noch nicht teuer genug.

      • @Der dreckich Katz:

        In dem Artikel ging es um: Tempolimit gegen hohe Spritpreise. Drauf habe ich mich bezogen. Das war keine allgemeine Abhandlung über ein generelles Tempolimit auf Autobahnen.



        Übrigens darf jeder auf der Autobahn langsamer fahren oder sich in den Windschatten hinter einen LKW klemmen. Dazu braucht man kein generelles Tempolimit.

    • @MK:

      Tja, was ein Tempolimit bringt?? Schon mal was von Klima gehört? Oder von schwersten Verkehrsunfällen? Und, ja, auch von erheblicher Einsparung an Sprit!! Jedoch wer ideologisch an diese Sache herangeht, kann keine neutrale Betrachtung anstellen.

      • @Perkele:

        Klar wäre ein Tempolimit richtig und gut. Was 'MK' wohl meinte, ist, dass ein Tempolimit in einer Welt, in der alle nach extremer Aufrüstung (Panzer, Schiffe, Flieger mit richtig hohem Verbrauch) schreien, fünfmal im Jahr gelangweilt eine Fernreise machen, und einige dieser Fernflugreisen, um eine Kreuzfahrt zu machen, das Tempolimit es echt nicht mehr rausreißen wird.



        Am Joghurt sparen, aber sich einen Maserati kaufen, ist halt lächerlich.



        Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

      • @Perkele:

        Soll das Tempolimit auch für den ICE gelten? Auch dort steigt der Stromverbrauch expotentiell, wenn der Zug schneller als 120 km/h fährt. Oder kommt da bei Ihnen die Ideologie ins Spiel?

        • @Bommel:

          peinlicher Kommentar.



          Sie wissen schon den Unterschied zwischen Strom - und wie dieser erzeugt wird - und Benzin?



          Meines wissens fahren die ICE schon seit ein paar Jahren nicht mehr mit Dampf - Kohle und Diesel...

        • @Bommel:

          Läuft der ICE mit Benzin oder Diesel?

        • @Bommel:

          Ach Bommel, fährt so ein ICE mit Diesel oder was?

        • @Bommel:

          Was spricht denn für eine Ideologie, die sich positiv auswirkt - sogar für die, die es eigentlich nicht verdienen?

        • @Bommel:

          Was für ein aus der Luft gegriffenes Schwachsinnsargument um das Tempolimit zu dikreditieren junge junge. Erstmal verbraucht der ICE Strom und keinen Sprit, die Bahn fährt übrigens mit Ökostrom, zweitens fährt ein Zug auf der Schiene, es besteht also keine Unfallgefahr und keine Gefährung anderer Verkehrsteilnehmer durch zu schnelles fahren.



          Außerdem wir reden hier von Spritpreisen, um Strom geht es überhaupt garnicht...

        • @Bommel:

          Die Whataboutismuswarnlampe leuchtet grell, vielleicht doch besser auf sowas wie den Nachdenkseiten tummeln. Dort kann man süffisant über unpünktliche Züge ablästern

        • @Bommel:

          ÖPNV-Feinde sollten schon Quellen und Belege für ihre Behauptungen präsentieren.

        • @Bommel:

          Von Unterschieden im Skopus öffentlicher vs privater Verkehrsmittel hast du schonmal gehört?

  • Es gibt eine Möglichkeit die aber nicht in Erwägung gezogen wird, da man die völlige dysfunktionale Institution namens Kartellamt als Alibi benutzt um den Bürger zu suggerieren das wir ein Kartellamt haben! Das erinnert einen daran an Steuerhinterziehung, wo wir auch eine dysfunktionale Finanzverwaltung haben, mit viel zu wenigen Finanzbeamte und Steuerfahnder, damit wird suggeriert das wir etwas gegen die Finanzkriminalität unternehmen, obwohl die Politik die Kriminalität sogar noch durch den Zustand der dysfunktionalität sogar noch bewusst fördert, wie beim Kartellamt der nur ein zahnloser Tiger ist, das ist so gewollt! Die Mineralölkonzerne würden sich über eine Steuersenkung freuen, weil jene Steuersenkung direkt in ihren Taschen landen würde, und das zu keinerlei Preissenkung führen würde, die Steuersenkung würde beim Bürger nicht ankommen. Diese Politik ist nur noch verachtenswert!

  • Zu einseitig



    Was machen sie mit den Rentnern, welche zum Einkaufen und für Arztbesuche ein Auto brauchen, weil die Infrastruktur und der ÖPNV auf dem Land es nicht anders hergeben? Bedenkt man, dass über 50% des Spritpreises Steuern sind, könnte der Staat diese schon mal senken. Den "Autofahren aus Spaß oder reiner Bequemlichkeit" ist der Preis eh egal.

    • @Hans Dampf:

      Hm, das ist jetzt aber wieder das theoretische Konstrukt aus der Schublade. Der Rentner vom Land und die Krankenschwester, die zum Frühdienst muss. Ja, auch die Szenarien gibt es. Aber diese Personen müssen sich ihrer Situation bewußt werden und Alternativen in der Hinterhand haben. Mit "war immer so, bleibt immer so" wird das irgendwann problematisch.

      Ich bin lange Zeit ein Automodell der Baujahre 89-94 gefahren, von der zickigen, manchmal unzuverlässigen Sorte. Das bedeutet, ich musste immer öffentliche Verkehrsmittel in der Hinterhand haben. Dem Arbeitgeber sagen "sorry, Auto ist schon wieder in der Werkstatt" funktioniert nicht. Das bedeutet, Umzug aufs idyllische Land war keine Option, ich brauchte die Nähe einer Stadt.



      Oder eine Tante von mir, die nie den Führerschein machte - die braucht eine Großstadt, in der sie lebt. Sie ist auch im Rentenalter nochmal umgezogen mit Möglichkeit zu betreutem Wohnen - nicht unmittelbar notwendig, aber vorausschauende Option für eine mögliche Zukunft.

      D.h. dem Rentner auf dem Land muss man zumindest die Frage stellen, ob evtl. nachbarschaftliche Hilfe bei Fahrten eine Option wäre, ob ein Umzug in Frage kommt, etc.

      • @Der dreckich Katz:

        Gute Idee?



        Die Rentner ziehen alle in die Städte und die Mieten explodieren noch mehr?

        • @Hans Dampf:

          Na, dafür sparen die sich ja die Kosten fürs Auto.

          Nein, ernsthaft. "Alle Rentner in die Städte und dann die Mieten" ist doch wieder so ein pauschales Totschlagargument wie das Klischee vom Rentner, der unschuldig auf dem platten Land ausgesetzt wurde.



          Ja, niedrige Mobilitätskosten bedeutet normalerweise höhere Wohnkosten. Das ist gegeneinander abzuwägen. Genauso wie viele andere Dinge - lokale Unterstützungsmöglichkeiten, Freundeskreis, Wohnort Familie, usw.

          Aber das Thema bitte nicht so hinstellen, als käme das völlig überraschend. Das sind Dinge, die sich jeder Erwachsene überlegt. Und hoffentlich auch Strategien im Hinterkopf hat, wenn's nicht so läuft wie geplant.

    • @Hans Dampf:

      Und wer bezahlt die Steuersenkung? Denk mal nach.

      • @Peter Teubner:

        Wer bezahlt kostenlose Kitas, mehr sozialen Wohnungsbau, höheren Mindestlohn, ... Es bezahlt IMMER der Kunde und Steuerzahler. Jede sogenannte "Steuersenkung" ist letztlich immer nur eine Kostenverschiebung.

    • @Hans Dampf:

      Bei drei Monaten Wartezeit für den Arzttermin, kann man auch auf dem Land gemütlich zu Fuß zum Arzt wandern.

      • @Alex Roe:

        Made my day, danke

  • Mann könnte auch den Preis für das Deutschlandticket auf 9€ setzen. Dumm ist nur, das die Verkehrsminister der letzten Jahrzehnte vergessen haben den ÖPNV zu fördern.

    • @pesetenpaule:

      So etwas kann man nicht vergessen, das kann man nur bewusst verdrängen.

    • @pesetenpaule:

      ...und das nutzt denen, die auf dem Land wohnen, wo 3x am Tag ein Bus geht, genau wie?



      Wenn der Spritpreis steigt, sind das genau die, die am meisten leiden und denen das D-Ticket nichts nützt. Das ist eine reine Subventionierung der Stadtbewohner.

      • @Sandra Becker:

        Mich nervt die ewige Debatte die vergisst wie viele auf dem Land wohnen und kaum eine Anbindung für die Öffis haben. Da schlagen Grüne vor man soll ne Öffi Steuer zahlen, nutzen kann man es aber nicht auf dem Land. Da freuen sich wieder die städter.

      • @Sandra Becker:

        Dann kann man das Geld zB auf dafür einsetzen, das Verkehrsangebot auf dem Land attraktiver zu gestalten. Klar, einen 10-Minuten-Takt mit 3 verschiedenen Linien wird man auf dem Dorf eher nicht bekommen, aber natürlich ließe sich da bei Interesse einiges deutlich verbessern.

        Ansonsten lässt sich dein spaltendes Argument genauso umdrehen - warum sollen die geringeren Mieten und Kaufpreise fürs Wohnen abseits urbaner Zentren durch niedrige Spritkosten zusätzlich subventioniert werden? Das wäre ähnlich kurz gedacht.

      • @Sandra Becker:

        Jemand, der ein 9€ Ticket umsetzen würde, hat die Verbesserung des ÖPNV gesamt und auch gerade im ländlichen Raum ebenfalls im Gepäck. Und da gibt es Konzepte. Aber man kann in einem Gespräch ja nicht immer alle Themen gleichzeit sagen.



        Aber die Schlussfolgerung, dass man diese Verbesserung nicht machen sollte, weil sie nicht alle gleich betrifft, sondern stattdessen alles einheitlich verschlechtern sollte, ist auch nicht sonderlich durchdacht, oder?

  • Was soll der Headless Chicken Aktionismus ? Man sollte gar nichts machen! Lasst die Spritpreise doch steigen. Und wenn sie hoch bleiben, ist es halt so.



    Vielleicht überlegen sich dann manche Bürger endlich ernsthaft, wie man auch ohne Auto zum Arbeitsplatz kommen kann und geben sich damit die einmalige Chance, selbst festzustellen, dass das Fahren mit Bus oder Bahn durchaus bequem und amüsant sein kann.



    Man sollte die Trägheit, die die Gewohnheit gebiert, nämlich nicht unterschätzen! Manche Leute brauchen einfach einen Schubs oder leichten Fußtritt, damit das Gehirn anspringt und damit beginnnen kann, idiologiefrei und von rein ökonomischen Gesichtspunkten geleitet, über die kurz und langfristigen Vorteile der Anschaffung eines E-Autos technologieoffen nachzudenken.

    • @NormalNull:

      "..., dass das Fahren mit Bus oder Bahn durchaus bequem und amüsant sein kann."



      Eine sehr exklusive Erfahrung. Aber vielleicht bin ich da auch nur vom Pech verfolgt...

    • @NormalNull:

      Ist das nicht reichlich kurz gedacht? Wer tausende Liter Diesel monatlich verfährt, sind Speditionen und der öffentliche Nahverkehr etc.. Steigen die Kraftstoffpreise, wird früher oder später alles teurer. Vom Apfel bis zum Busticket…

  • Ja schlimm, wer denkt schon daran die Ursachen zu beheben? Das wäre ja zu einfach

  • Kosten senken heißt, den volkswirtschaftlich teuren Autoindustriegangs auch mal Nein zu sagen.



    Was wir sparen könnten, wenn Autos und Flugzeuge endlich Vollkosten zahlen würden! Davon können wir soziale Wohlfahrt schaffen. Und einen ausreichend guten ÖPNV und Radwege auch in der Breite.

    • @Janix:

      Für jeden Euro den sie in diesem Szenario einnehmen verlieren sie zwei weil dann auto uns flugzeugindustrie schwächeln. Da hängen Millionen Arbeitsplätze dran. Und Dutzende falls nicht hunderte an Milliarden an Steuern.

      • @Machiavelli:

        Wir haben nicht mehr 1990.



        Die Autoindustrie und ihre Zulieferer haben in den letzten Jahrzehnten viel ins Ausland verschoben, sodass nur noch ein Sechstel des alten Höchststands (also vielleicht ein wenig mehr als eine Million Arbeitnehmer) in Deutschland in dieser Branche arbeiten, Tendenz abnehmend.



        Es wird Zeit, dass wir dieser Industrie endlich den nachrangigen Platz geben, den sie sich trotz enormer Förderungen ausgesucht hat

    • @Janix:

      Ausreichend guter ÖPNV heißt für mich aber (hier in der Großstadt), das der Bus dann wieder alle 5-7 Minuten fährt und nicht wie jetzt nur noch alle 20 Minuten, wobei die Ausdehnung auf 30 Minuten schon im Gespräch ist, weil halt nicht genug Personal da ist. Die Stellen schon, aber es bewirbt sich halt keiner. Aus teilweise verständlichen Gründen.

  • "Rufe nach einem autofreien Sonntag oder einem spritsparenden Tempolimit auf Autobahnen dagegen gibt es wenige."



    Das sind bestimmt immer noch die Argumentationsstränge der Autolobby und der Lindner& Entourage: Bloß keine Einschränkungen der persönlichen Freiheit.



    Ein weiterer Vorschlag: Fahrgemeinschaften initiieren.



    Nach dem Ölschock in den siebziger Jahren fanden sich im ländlichen Münsterland auch ganz neue Gruppen, die ihre Fahrten synchronisieren und ihre Anfahrtswege harmonisieren konnten.



    "Mobilität günstiger organisieren: Alternativen zum eigenen Auto



    Neben einer sparsamen Fahrweise können auch Veränderungen bei der Organisation der eigenen Wege helfen, Kosten zu reduzieren. Fahrgemeinschaften, Park-and-Ride-Angebote oder der öffentliche Nahverkehr können eine wirtschaftliche Alternative zum allein genutzten Auto sein.



    Wege kombinieren und Alternativen nutzen



    Vermeiden Sie möglichst kurze oder unnötige Autofahrten. Gerade bei kaltem Motor ist der Spritverbrauch besonders hoch. Für kurze Strecken kann das Fahrrad eine gute Alternative sein."



    www.verbraucherzen...sten-senken-118211

    • @Martin Rees:

      Der Ölpreisschock in den Siebzigern hat noch andere Gemeinschaften entstehen lassen: Gemeinschaften um jemanden, der jemand kannte, der Kontakte zu Raffinerie oder Benzinhandel hatte. So standen dann in den Garagen plötzlich eine Vielzahl von gefüllten Kanistern. Klar, illegal. Halt eine Reaktion der kleinen Leute.

  • "zum Beispiel gezielt mit Tankgutscheinen vom Arbeitgeber, der sich das Geld vom Staat zurückholt."



    Gibt es immer noch nicht genug Auto-Subventionen?



    Hilfen für ärmere Haushalte sind sicherlich sinnvoll, aber warum genau sollen dabei Radfahrende, Bahnfahrende, etc. ausgenommen sein?



    Wo das hinführt, wenn das Prinzip Autofahren muss bezahlbar bleiben ist doch eh klar:



    von derzeit 50mio. Autos auf dann 55Mio., 60Mio., etc. etc.



    Es sollte dann doch eher Entlastung für ärmere Haushalte bei Grundbedarfen wie Essen und Wohnen angestrebt werden.



    Autofahrende erhalten dann quasi Kompensation, wer den Umweltverbund nutzt hat dann ein kleines Plus, was immerhin den i.d.R. vorhandenen Zeitverlust des Umweltverbundes etwas ausgleicht.

  • "Solche Maßnahmen wären viel sinnvoller, als das Autofahren aus Spaß oder reiner Bequemlichkeit zu unterstützen." - Weil die Leute ja auch alle aus Spaß im Stau stehen...



    Kommentat aus der PrenzlBerg-Blase 🙄

    • @Samvim:

      Ich hab mir mal vorgenommen nächsten Montag im Berufsverkehr mal drauf zu achten, ob immer noch jeder allein in seinem Auto zur Arbeit juckelt. Falls ja ist die Mehrheit einfach nicht lern- oder anpassungsfähig.

      Schocks an der Tanke gibt es doch alle paar Jahre. Aber außer Aufregen bis sich die Preise wieder ein bisschen nach unten Bewegen passiert bei vielen nichts.

      Verbrenner sind auf dem Weg ins Aus. Ja, auch bei mir im Hof steht noch ein Benziner. Das Spassauto als Zweitwagen ist seit einem Jahr weg, wird sehr wahrscheinlich auch nicht ersetzt. Deutschlandticket ist eine tolle Sache. Tanke liegt bereits auf dem Dach, wenn das treue Eselchen im Hof das zeitliche segnet, wird der Nachfolger wohl elektrisch.

      Nein, ich bin noch nicht komplett für unsere moderne Zeit aufgestellt. Aber ich bin in der Lage mich in diese Richtung zu ändern. Die ersten hybriden Toyota Prius sind nächstes Jahr Kandidaten fürs H-Kennzeichen. Also bitte kein Gejammer, dass das alles so plötzlich kommt.

      • @Der dreckich Katz:

        Genau. Einkommensverlust, sinkende Kaufkraft, steigende Lebenshaltungskosten - alles kam nicht plötzlich, sondern langsam und vorhersehbar, und man hätte sich schon viel früher einfach besser bezahlen lassen sollen. Das Spassauto als Zweitwagen haben viele nicht vor einem Jahr abgeschafft, sondern sich noch nie gegönnt.

      • @Der dreckich Katz:

        Irgendwie entdecke ich den Zusammenhang mit meinem Kommentar nicht. Ich habe lediglich die Behauptung kritisiert, dass die Leute (mehrheitlich) zum Spaß Auto fahren. Zu ihren Lebensplänen oder den Sinn und Unsinn von Elektromobilität habe ich kein Wort verloren...

        • @Samvim:

          Stimmt, da bin ich etwas vom Thema abgedriftet. Anknüpfpunkt war der "Spaß im Stau". Da sehe ich allgemein wenig Bereitschaft bei Autofahrern, ihr Verhalten zu ändern.

  • So ein liberaler Blödsinn! Das Problem bei den steigenden Benzinpreisen ist, dass die Marktwirtschaft in der Praxis nicht so funktioniert, wie sie theoretisch sollte. Im deutschen Kraftstoffmarkt wird besonders deutlich, wie sich Oligopole bilden und ihre Marktmacht nutzen können, um den Wettbewerb auszusetzen und Marktpreise diktieren können. Ähnliches sehen wir auch im Digitalbereich, im Einzelhandel, bei Großbäckereien usw.: wenige Unternehmen beherrschen regionale, nationale oder sogar internationale Märkte. Wer der Marktwirtschaft das Wort redete, müsste der Konzentration von Wirtschaftsmacht mindestens im Sinne eines Ordoliberalismus entgegenwirken. Konsequent wäre es dann, strikte branchenspezifische Obergrenzen für Unternehmensgrößen und generelle Grenzen für Privatvermögen einzuführen. Wenn man dies mit der Idee einer Wirtschaftsdemokratie verbindet, dann würde eine mitstimmungsberechtigte Gesellschaft wohl mehr als nur die Profite im Blick haben.

    • @DemokratischeZelleEins:

      Genau, da liegt der Hund begraben!

  • Wer ist denn wohl der größte Profiteur der Preisdetonation ?

    Also wird man den Teufel tun die Preise zu senken.

  • Es verwundert mich immer,



    wie "sparsam " die Deutschen beim Tanken sind.



    Da werden Kliometerlange Umwege in Kauf genommen nur um ein paar Cent pro Liter zu sparen . Dass das in der Regel zum Nullsummenspiel oder gar Verlust führt, fällt nicht weiter auf, denn dafür hätte man*frau deutlich weniger Kopfweh in Mathe haben müssen.



    Hinzu kommt, dass Diejenigen, die vorgesorgt haben, mit bezahlen müssen.



    Im Gegensatz zur Behauptung, dass sich Arbeit wieder lohnen sollte.



    Wer nämlich in eine Photovoltaik Anlage und ein EAuto investiert hat, hat gerade stabile Fahrtkosten.



    Jammern tun Reiche and friends, die auf die Union und die falschen Versprechungen gehört haben.



    Glücklich können sich auch die kleinen Investor*Innen schätzen, die Ihr Auto auf LPG umgerüstet haben.



    Die Investition von einigen tausend Euro amortisiert sich rasch.



    Gerade kostet Gas die Hälfte.



    Dass das auch deutlich klimafreundlicher verbrennt, ist ein weiterer Vorteil für Menschen mit eher kleinem Geldbeutel.



    Dass Reiche, nachdem sie die Gasreserven hat leerlaufen lassen, nun , aus Wahlkampfgründen, an die Ölreserven will, sollte eigentlich bestraft werden...



    Augen auf Rheinland Pfalz!

  • Eine Art Spritvollkasko ist doch Wahlaktivismus. Dauerhaft die Strompreise fuer alle senken, dann ist auch genug im Saeckel, um ein paar Wochen mit hoeheren Spritpreisen leben zu koennen.

  • Der Vorschlag von Frau Krüger hat den Makel, dass mit anderweitigen Hilfen wichtige Wirtschaftsfaktoren nicht stabilisiert werden. Ein Tempolimit hilft halt nicht gegen die Inflation.

    • @DiMa:

      Weniger verbrauchen ist gut gegen Inflation (Angebot & Nachfrage, da war mal was). Und gut für den Geldbeutel.



      Wir können natürlich auch viel verbrauchen, das hat dann eben auch diese ungewünschten Folgen.

      Dass die lautesten Lobbybrüller von der Fossillobby noch mehr Zaster bekommen, kann es jedenfalls _nicht sein. Hohe Fossilpreise sind Teil der Lösung.

      • @Janix:

        Nur wird ein Tempolimit kaum eine messbare Auswirkung haben. Dafür heizt es dann die Wähler ordentlich auf und die Regierung bleibt durch die Erhöhung der Einnahmen Kriegsgewinner.

        • @DiMa:

          Dass ein Tempolimit etwas für quasi null Kosten bringt (Unfallopfer, Verkehrsfluss, CO2, Kosten), ist meine Auffassung, und Sie haben vermutlich eine andere.

          Es ist symbolisch noch stark aufgeheizt, dass mensch vielleicht auch oder nur andere Felder mit höherem Aufwand zuerst angeht. Die teils auch mehr bringen werden.



          Kriegsgewinner sind die Fossil-Geier und alle Stromerzeuger durch die "Merit Order". Je eher wir kein Gaskraftwerk als Preissetzer mehr haben, desto billiger wird's. Je schneller wir Fossil nur noch als Beifütterung haben, auch bei Wärme und Verkehr, desto besser. Und ja, diese Minikrise gerade zeigt es doch wieder einmal.

          • @Janix:

            "Dass ein Tempolimit etwas für quasi null Kosten bringt (Unfallopfer, Verkehrsfluss, CO2, Kosten), ist meine Auffassung, und Sie haben vermutlich eine andere."

            Es geht hier lediglich um die Frage der Folgen der Ölpreisentwicklung durch den Krieg. Insoweit bringt ein Tempolimit nichts.

            Unfallopfer, Verkehrsfluss und CO2 stehen in diesem Zusammenagng gar nicht zur Debatte. (Wobei ich die Vermutung habe, dass Frau Krüger das Ganze gerne zur Debatte machen würde; erinnert an Pop-Up-Radwege).

            Und nur weil Öl- und Gaslieferanten jetzt Kriegsgewinner sind, schließt das nicht aus, dass auch der Fiskus zum Kriegsgewinner wird.

            • @DiMa:

              Eher nee beim Fiskus, denn diese Verzerrung zieht das Geld aus dem Land, schüttelt die Wirtschaft, senkt die anderen Steuereinnahmen also, verteuert die Rechnungen der staatlichen Gebäude, fördert Russlands Angriffskrieg, gegen den wir eine ähnliche Summe der Ukraine gönnen würde. So deutlich insgesamt sehe ich das also nicht.

              Wenn die in einer idealen Welt ihren Sprit etc. kaum noch verkauft bekommen, können die keine hohen Preise nehmen, die Raffinerien stehen sonst still. Oder sie legen sie teuer still. Was irgendwann ohnehin absehbar kommt, wenn es immer schneller gen E geht, doch jetzt noch nicht.



              Wenn wir nur so viel Strom verbrauchen würden, wie die Erneuerbaren bieten, hätten wir Preise nahe Null (hypothetisch).



              Bevor wir aber künstlich in den Disput über einen Nebenpunkt gehen, einen schönen Tag.



              Das "Nichts" vom Tempolimit würde ich, siehe obige Gründe, immer noch gerne mitnehmen. Eben auch zur Nachfragedämpfung bei Knappheitsängsten, vgl. 1973.