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Ausweitung der russischen AngriffeDer Ukraine konsequent helfen – jetzt!

Dominic Johnson

Kommentar von

Dominic Johnson

Russlands Terror gegen die Ukraine geht weiter, partielle Feuerpausen sind eine reine Finte. Europa darf nicht tatenlos zusehen.

Hilfe in dunklen, kalten Zeiten – Alltag in der Ukraine Foto: Danylo Antoniuk//Ukrinform/imago

H underte von Drohnen, Dutzende von Raketen, vier zerschossene Heizkraftwerke, Hunderttausende erneut von Heizung und Wärme abgeschnittene Menschen – das ist die Bilanz der neuen russischen Luftangriffe auf die Ukraine in der Nacht zu Dienstag. Noch während Donald Trump sich erneut damit brüstete, er habe Wladimir Putin zum Stopp seiner Angriffe überredet, entfesselte der russische Präsident seine bisher härteste Attacke des Jahres – in der bisher kältesten Winternacht. Das sind nicht bloße „Angriffe auf die Energieinfrastruktur“. Es ist systematischer Terror gegen die Bevölkerung.

Die zwischen Trump und Putin vereinbarte partielle Feuerpause Russlands erweist sich als reine Verschnaufpause, in der Putin seine Waffen neu sortieren konnte. Auch Massenmörder müssen sich zwischendurch mal ausruhen, um dann mit frischer Kraft wieder zuschlagen zu können.

Und es ist natürlich ein vertrautes Spiel, gerade während eines laufenden Friedensprozesses – die trilateralen Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA sollen am Mittwoch in Abu Dhabi weitergehen – militärisch zu eskalieren. „Talk and Fight“ heißt das in der internationalen Diplomatie; „den Entscheidungsspielraum der Ukraine verringern“, nennt es der Kreml.

In der Ukraine weckt der Horror andere Assoziationen, etwa an den Holodomor-Völkermord der 1930er Jahre, als Stalin die Ukraine gezielt aushungerte. Die Menschen starben damals nicht, weil sie direkt ermordet wurden, sondern weil sie verhungerten. Heute sterben sie nicht, weil sie direkt bombardiert werden, sondern weil sie erfrieren.

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Die europäische Öffentlichkeit verschließt davor momentan die Augen. Vielleicht, um die unangenehmen Konsequenzen für sich selbst auszublenden. Denn man kann eigentlich nicht tatenlos zusehen. Wer an Frieden für die Ukraine interessiert ist, muss ihr jetzt helfen, und zwar in einer anderen Dimension als bisher. Es braucht flächendeckend zivile Aufbauteams, eine massive Aufstockung der ukrainischen Luftabwehr und auch ein konsequentes Vorgehen gegen die „Schattenflotte“, die russisches Öl in alle Welt transportiert, um das Geld zu erwirtschaften, mit dem Russland seine Rüstungsbestände immer neu auffüllt.

In letzter Konsequenz darf Europa, wenn es die eigenen Werte ernst nimmt, auch gezielte Schläge gegen die Stationierungsorte der russischen Raketen und Drohnen nicht ausschließen. Europa hat sich schon bereit erklärt, in der Zukunft militärisch zu handeln, sollte Russland ein zukünftiges Ukraine-Friedensabkommen brechen. Also muss es auch bereit sein, jetzt zu handeln, um jetzt den russischen Terror zu beenden.

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Dominic Johnson
Ressortleiter Ausland
Seit 2011 Co-Leiter des taz-Auslandsressorts und seit 1990 Afrikaredakteur der taz.
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120 Kommentare

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  • "Europa darf nicht tatenlos zusehen".



    Europa sieht nicht tatenlos zu.



    Aber Selensky hat ja bereits seine Präferenzen bekundet und Europa harsch kritisiert.



    Obwohl Europa ihn bisher rückhaltlos unterstützt hat.



    Ganz im Gegensatz zu trump.



    Der hat die Unterstützung der Ukraine auf ein Minimum zurück gefahren.



    Die meisten der Waffen, die jetzt aus den USA geliefert werden, bezahlen wir Europäer*Innen.



    Die Kritik an Europa, egal ob die von trump, seinem "Kriegsminister", oder Selensky stammt, ist geradezu unverschämt.



    Selensky hat nicht auf eine Teilnahme europäischer Vertreter*Innen bei den derzeitigen Verhandlungen gedrungen.



    Nun muss er sehen, ober er mit der US Regierung erfolgreich ist.



    Und wir müssen uns fragen, ob Diejenigen, die uns verbal ohrfeigen, unsere "Freunde" sind.

    • @Philippo1000:

      @Philippo



      Wer hatte eigentlich noch maßgeblich den Wahlkampf von Selenskyjs mit finanziert ?

    • @Philippo1000:

      >Obwohl Europa ihn bisher rückhaltlos unterstützt hat.<

      Taurus? Nicht als Rakete sondern als Statement. Kein Taurus heißt, wir nehmen Rücksicht auf Putin.

      Die Unterstützung der Ukraine ist keine Gefälligkeit sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Was meinen Sie, was in Deutschland abgeht, wenn sich 20Mio von Putin vertriebene Ukrainer auf den Weg nach Deutschland machen?

      Wir sind u.a. durch Waffenlieferungen faktisch im Krieg mit Putin. Wir dürfen diesen Krieg nicht verlieren. Die Ukrainer sind unsere Kämpfer. Putin muss besiegt werden.

      Nach Putin ist alles anders - hoffentlich.

      • @A. Müllermilch:

        Ja, nach Putin wird sicherlich alles anders. Aber zu glauben, dass dann uns wohlgesonnene lupenreine Demokraten plötzlich an die Macht kommen, ist infantil naiv.

      • @A. Müllermilch:

        Schon mal überlegt, dass es vielleicht keine gute Idee ist, die russische Luftabwehr schon mal an der einzigen nennenswerten Fernwaffe üben zu lassen, die wir besitzen?

        "Statements" bekommt Russland seit Jahren ständig. Ergebnis 0.

    • @Philippo1000:

      So viel verletztes Ego wegen ziemlich milder Kritik?



      Im Übrigen könnte Europa natürlich viel mehr helfen (und hätte es in der Vergangenheit gekonnt: ach was hätten die Taurus zur rechten Zeit ausmachen können, was die Panzer, wenn sie vor dem Ausbau tief gestaffelter Minenfelder verfügbar gewesen wären?)



      Unsere Freunde sind die, die auch für uns den Kopf hinhalten, die für die Freiheit frieren (etwas, was Deutsche nicht wollten). Viel wichtiger als Freundschaft sind aber belastbare Allianzen.



      Und angesichts dessen, was die Zauderer Scholz (& Biden), das Großmaul Macron und der Kopfindensandstecker Sanchez so geleistet haben, ist die Kritik nicht wirklich "unverschämt".

    • @Philippo1000:

      Warum hassen Sie die Ukraine so?

      Es gibt hier drei, vier Kommentatoren, bei denen der Hass auf die Ukraine und die Wertschätzung für das faschistische Russland unverkennbar sind.

  • ""Europa hat sich schon bereit erklärt, in der Zukunft militärisch zu handeln, sollte Russland ein zukünftiges Ukraine-Friedensabkommen brechen.""



    ==



    Wenn Europa bereit wäre hätte Europa beschlosen die von Russland geparkten Finanzen in der EU pünktlich für den Bedarf in die Ukraine zu senden. Das war der Lackmus - Test ob Europa verstanden hat und bereit ist - ist es aber nicht. Die beschlossenen 90 Milliarden für die Ukraine war ein sehr wichtiger Kompromis welcher der Ukraine kurzfristig das Überleben sichert -



    aber als Machtdemonstration ist Europa politisch und militärisch gescheitert.



    ==



    Israel hat mit dem Iron Beam “) ein hochmodernes, bodengestütztes Laser-Luftverteidigungssystem eingeführt, das ab Ende 2025/Anfang 2026 die Luftabwehr ergänzt. Entwickelt von Rafael und Elbit, nutzt die Waffe Hochenergielaser, um Drohnen, Mörsergranaten und Raketen kosteneffizient (ca. $4 pro Abschuss) und in Lichtgeschwindigkeit zu neutralisieren. So sieht eine Antwort aus (inklusive Hochspannungsleitungen aus der EU) welche die russischen Massaker an der Zivilbevölkerung bestmöglich abwehren kann und die Ukraine die nötige Zeit für Verhandlungen schafft.

  • Russland insistiert weiter auf entmilitarisierung und Entnazifizierung und abtreten der 4 Oblaste die es annektiert hat, wobei Putin ja öfters von Neurussland spricht d.h. der gesamten Südukraine.



    Daneben will Russland weiterhin den Rückzug der NATO aus Osteuropa, also von dem her Frieden ist einfach nicht realistisch. Russland ist vollkommen von Faschismus und Militarismus infiziert es wird sich selbst durch Krieg verzehren, Europa sollte den Prpzess durch Druck, Waffenlieferungen an die Ukraine und Unterstützung von Separatisten beschleunigen. Gewinnt Russland in der Ukraine wird es weitere kriege führen. Der Zusammenbruch Russlands ist unvermeidlich es ist ein Imperium und Kolonialreich die brechen alle irgendwann zusammen. Besser den Prozess beschleunigen und mitsteuern als eines Tages überrascht zu werden.

  • Die zuständige Bundesbehörde BAMF hat den Asylantrag eines russischen Deserteurs mit der Begründung abgelehnt, ihm würde in seiner Heimat allenfalls eine Geldstrafe drohen.



    .



    www.politico.eu/ar...rn-vladimir-putin/



    .



    Warum sollen wir eigentlich keine Wirtschaftsgüter mehr nach Russland liefern und auch sonst zu jeder möglichen Konfrontation bereit sein, wenn wir der russischen Armee doch das Kanonenfutter zurückliefern? - (Der Bescheid wird hoffentlich erfolgreich angefochten.)

  • Ich bin froh über die Reaktionen hier. Es ist eben ständig so: der Blick aller Welt richtet sich gen Westen und Englisch verstehen alle. Aber Richtung Osten und südöstliches wirds immer fraglich: verstehen wir die Sprachen? die Konflikte? die Themen? Wie heißt der Mensch? Wie spricht man das aus?

    • @Land of plenty:

      Dies zu beklagen, ist das eine. Das andere wäre zu fragen, warum das so ist (oder seit wann etc.), also nach den historischen Gegebenheiten zu fragen.



      Der Blick richtete sich immer auf die politischen, kulturellen und ökonomischen Zentren, dahin, wo "die Musik spielt", letztlich dahin, wo das "gute Leben" erwartbarer war und ist.



      Diese Zentren lagen und liegen für den "Westen" (oft nicht nur für diesen) eben auch im geographischen Westen, und zwar spätestens ab dem ersten Millennium. Paris, London, Mailand, Köln etc., später USA. (Zentren wie etwa die Hanse im Norden spielten temporär auch eine Rolle, wurden aber immer als "peripher" wahrgenommen).



      Zuerst war bis ins 18. Jh. Latein die Lingua Franca, aber dann mal Französisch, Deutsch mal kurz im akademischen Betrieb, spätestens ab1945 Englisch.



      Der Versuch des Ostblocks, speziell der DDR, Russisch diese Rolle künstlich zu verschaffen, war ein Fiasko. Russland war und ist für viele möglicherweise auch nicht gerade einladend und kein "Hort der Freiheit": Zarenreich, Sowjetunion, jetzt Putin - muss man alles mögen.



      Und abgesehen davon: Jedem ist es ja selbst überlassen, die russische Kultur trotz aller Misslichkeiten zu pflegen.

      • @Vigoleis:

        Aha. Da denke ich: vor der Entdeckung Amerikas war das anders. Millennium: ab 1096 hatten Jerusalem und die Kreuzfahrerstaaten hohe Aufmerksamkeit. Byzanz - Islam.



        Ich meine in der Moderne:



        An den Westen richtet sich die Aufmerksamkeit als Angewohnheit, auch deshalb, weil es die Kritik gibt, die westlichen Staaten würden ihre Versprechen nicht einhalten. (Verfassungsgarantierte Freiheiten).



        Mir scheint, als würden diese Erwartungen an die östliche Welt gar nicht gestellt. Menschenrechte in Pakistan?



        Mich nervt, dass alles was in den USA passiert garantiert immer die größte Aufmerksamkeit bekommt (und dann auf youtube), weil widerliche ICE-Agenten Menschen erschießen, die ihnen nicht sofort gehorchen. Und die ganze Popkultur. Alle können Bruce Springsteen mitsingen.



        Aber 15- oder 30.000 Tote in einer Woche im Iran, kürzlich im Januar: keine Filme, keine Fotos, keine Augenzeugen. Wer kann Farsi?



        Welche Ziele haben die Individuen in Syrien? Wie heißen die?



        Der Aufstand in Nowotscherkassk 1. u 2.6.1962 in der Stadt Novocherkassk und stellte die bedeutendsten Arbeiterunruhen in der Sowjetunion dar de.wikipedia.org/w...je_towarischtschi!



        Linke können Spanisch => Westsüd

        • @Land of plenty:

          Sie stellen Fragen, aber suchen keine Antworten auf das Warum.



          Z.B. Warum lernt keiner Persisch? Vielleicht, weil man damit außerhalb des Irans wenig anfangen kann, außer man ist Literaturwissenschaftler oder Kunsthistoriker mit speziellen Interessen oder Diplomat?



          "Mir scheint, als würden diese Erwartungen (Einhaltung von Menschenrechten) an die östliche Welt gar nicht gestellt. Menschenrechte in Pakistan?" Oder China? Oder arabische Welt?



          Genau dies ehrt ja den "Westen" in gewisser Weise, weil es den Selbstanspruch, das Beste zu geben, definiert. Von Israel als demokratischem und den "westlichen Werten" verpflichtetem Staat machten man aus jedem toten arabischen Kind ein Verbrechen, weil man auch in äußerster Not die letzten menschenrechtlichen Anstrengungen von ihm, Israel, erwartet. Die Unterstützung der Hamas durch arabische Regimes interessiert da im "Westen" nur quasi kursorisch, das Wirken der Hamas im Gazastreifen ebenso, weil die Erwartungen an diese Entitäten von "westlicher" Seite aus sehr begrenzt sind.



          In den USA machen 2-3 getötete Demonstranten einen faschistischen Staat. Bei mehreren zehntausend toten Demonstranten im Iran denkt man eventuell über Sanktionen nach.

  • Danke für den Kommentar. Man kann gar nicht oft genug beschreiben, dass nicht der mangelnde europäische, amerikanische oder gar ukrainische Verhandlungswillen zu der gegenwärtigen Situation geführt hat. Es war und ist einzig und allein das russische Rekolonisationsdenken der Auslöser und fortwährende Grund für diesen Krieg in Europa.. Wer Frieden will, muss den russischen Faschisten jeglicher politischer Färbung unbedingt Einhalt gebieten, statt immer weiter Verständnis für die Faktenverdreher zu signalisieren.

  • Eine ungeheuerliche, menschenverachtende Farce wird uns da jetzt seit Jahren geboten. Es zeigt uns , was wir von Regierenden zu halten haben, nämlich " 0 " wenn nicht sogar weniger als " 0 " ❗️



    Die Regierenden aus über 190 Staaten dieser Welt, machen sich an diesem Verbrechen an der Menschheit mit verantwortlich, zum kotzen 🤑



    Man möchte diesen armseligen, verantwortlichen Verbrechern, eigentlich nur noch Dollars zum fressen geben.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Mit 5 Milliarden US-Dollar Unterstützung ging vor dem blutigen Maidan alles los.



      Farbrevolution nennen wir es.



      Vermeintlich für Demokratie und Freiheit.



      Wie unser Engagement endet ist eigentlich jedes Mal gleich.



      Not und Elend für die Menschen, mehr blieb noch nie.



      Als wir unsere Freiheit noch am Hindukusch verteidigen mussten, glaubten es die Menschen auch schon



      Und heute sind Sie sich schon wieder sicher, sie wüssten was richtig oder falsch ist, denn unsere Freiheit wird nun seit 3 Jahren in der Ukraine verteidigt.



      Und ich bin sicher, dass es beim nächsten Mal wieder genug Gläubige gibt, die dann die Ukraine vergessen haben, so wie jetzt Afghanistan.

      • @Mark Menke:

        Was die Menschen in der Ukraine wollen (zb evtl: nicht massakriert werden), scheint ihnen komplett wurscht zu sein. Achja, sind ja nur Marionetten (des US-Kapitals natürlich), ihre politischen Forderungen, geschweige denn Revolutionen gibt's gar nicht.



        Danke für das wiederholte Auftischen der Reinen Lehre.

      • @Mark Menke:

        Jaja, andere Völker wollen ja nie von selbst Freiheit. Es steckt immer nur der böse Westen dahinter. Die Ukrainer wollten nie Freiheit und Demokratie, sie wurden nur von den Westlern manipuliert. Eigentlich ist die Knechtschaft ihr natürlicher Zustand und einen echten freien Willen haben sie nicht.

        Nicht wahr?

    • @Alex_der_Wunderer:

      Selbst die Staaten, die von ukrainischem Weizen abhängig waren, hat nur interessiert, dass sie weiterhin beliefert wurden, notfalls eben von Russland.

      Da weiß man, wie es abläuft, wenn Deutschland angegriffen wird.

      Es wird niemanden interessieren, nur diejenigen, die danach dran wären.

      Die hierzulande geforderte internationale Solidarität ist eine Einbahnstraße.

      • @rero:

        ukrainischem Weizen ...

        Schauen Sie sich mal die Weizenproduktion von vor dem Krieg an. Die Zahlen werden Sie überraschen.



        Die Ukraine hat gerade mal das doppelte von Deutschland und nur die Hälfte des russischen Weizen produziert.



        Die Ukraine ist wichtige für die Welternährung, aber so wichtig wie oft erzählt wurde ist sie nicht.

  • Feuerpause hin oder her, den Ukrainischen Streitkräften gehört jede militärische Ausrüstung gegeben die wir entbehren können, die wir Herstellen können. Dies schließt ausdrücklich neben defensiven Systemen auch offensive Fähigkeiten ein!

    Dies Unterstützt jede Feuerpause/Waffenstillstand/Frieden, denn es motiviert die Russen eine etwaige Feuerpause/Waffenstillstand/Frieden einzuhalten. Der Ukraine zu unterstellen Sie wäre der Aggressor und hätten Sie mehr Waffen würde Sie es verleiten funktionierende Feuerpausen zu brechen ist meiner Ansicht nach absolut bodenlos.

    Ja für viele Linke mag es eine Umstellung sein dass vieles was Sie ihr ganzes Leben lang glaubten auf äußerst wackligen Beinen steht.

    Aber dafür können die Ukrainer doch nichts!

    • @Tim Hartmann:

      ich danke Ihnen.

    • @Tim Hartmann:

      @Tim Harrmann



      Also Glauben, ist doch eher den " christlichen " Sympathisanten der Unionsparteien vorbehalten.



      Zudem, wer gerne Glaubt, der ist ja auch der Dauerindoktrination aufgeschlossen.

  • >Also muss es auch bereit sein, jetzt zu handeln, um jetzt den russischen Terror zu beenden.<

    Als erstes müsste Putin als Terrorist bezeichnet und geächtet werden.

    Das Leben in der Ukraine wird zunehmend verunmöglicht. Wohin sollen die Ukrainer vor Putin fliehen? Nach Deutschland. Die Vertreibung der Ukrainer ist eine Kriegserklärung Putins an Deutschland. Genau so sollte Putin jetzt behandelt werden. Wir brauchen keine Aufrüstung der Bundeswehr. Wir brauchen eine Aufrüstung der Ukraine.

    • @A. Müllermilch:

      "Wir brauchen keine Aufrüstung der Bundeswehr. Wir brauchen eine Aufrüstung der Ukraine."



      Sie plädieren demnach für ein ukrainisches Söldnerheer, damit sich deutsche Staatsbürger nicht die Hände schmutzig machen?

      • @Encantado:

        >Sie plädieren demnach für ein ukrainisches Söldnerheer, damit sich deutsche Staatsbürger nicht die Hände schmutzig machen?<

        Jein - ich traue den Deutschen nicht zu, dass sie kämpfen wollen bzw. überhaupt kämpfen könnten. Zu woke. Zu viel Menschenrechte auch für Russen. Zu wenig Nationalismus.

        Die Ukrainer - zumindest der Teil an der Front - kann kämpfen und will kämpfen. Mit guter Ausrüstung hätten sie sogar eine Chance den Russen zumindest standzuhalten.

        Putin-Russland muss meiner Meinung nach besiegt werden. Das könnten ukrainische Soldaten nicht jedoch deutsche Soldaten.

        • @A. Müllermilch:

          "Zu viel Menschenrechte auch für Russen. Zu wenig Nationalismus."



          Ich verstehe ja grundsätzlich, worauf Sie hinauswollen, aber mit diesen Äußerungen haben Sie sich doch arg vergriffen, finden Sie nicht?

          "ich traue den Deutschen nicht zu, dass sie kämpfen wollen"



          Angesichts der Debatte um die Wehrpflicht vor Kurzem neige ich dazu, Ihnen hier beizupflichten... aber kann es die Lösung sein, stattdessen auf ausländische Vertreterarmeen zu setzen?

    • @A. Müllermilch:

      Was wäre jetzt wohl, wenn Kiew dem Donbas Autonomie zugestanden hätte, wie es Minsk 2 vorsah?

      • @Mark Menke:

        Dann lebten die Ukrainer dort unter der Herrschaft der russischen Faschisten, die derweil ihren nächsten Angriff vorbereiteten.

      • @Mark Menke:

        Was wäre jetzt wohl, wenn die Europäer dem russischen Imperialismus schon bei der Krimbesetzung durch die klare Unterstüzung die Stirn geboten hätten, statt aus kleinkrämerischer Sorge um Erdgaslieferungen und Oligarchenkunden vorm Kremlzar zu kuschen? Hätte uns und vor allem den Ukrainern viel erspart.

      • @Mark Menke:

        "Was wäre jetzt wohl, wenn Kiew dem Donbas Autonomie zugestanden hätte, wie es Minsk 2 vorsah?"



        Dann stünde vermutlich die russische Armee nicht im Donbass, sondern tiefer im Land.



        Russland will die Ukraine. Komplett. Notfalls mit Zwischenschritten, aber keinesfalls als eigenständigen Staat.



        Das, und nichts sonst, ist der Grund für den Krieg.

      • @Mark Menke:

        Garnichts, da Russland und die von ihm unterstützten Separatisten sich kaum eine Woche an Minsk II gehalten haben...

        Autonomie für den Donbass war ja eh nie das Ziel Moskaus...

  • Vielen Dank für diesen Kommentar. Leider stösst das Thema auch in meiner grünen Blase auf wenig Interesse. Man wendet sich da lieber anderen Themen zu. "Keine Zeit für Ukraine, wir beschäftigen uns mit Gaza", habe ich in der Partei schon zu hören bekommen. Ist halt medienwirksamer.



    Leider versteht die breite Masse noch nicht die überragende Bedeutung, die der Ausgang dieses Kriegs hat für unser Land, unseren Wohlstand, unsere Freiheit und die Art wie wir Leben. Dann wäre es wahrscheinlich einfacher, auch das menschliche Leid in dem geschundenen Land zu erkennen und auf allen Ebenen mehr zu handeln.

    • @KaosKatte:

      Wieso sollte Gaza medienwirksamer sein als die Ukraine? Kein Tag ohne Berichterstattung über russische Angriffe auf dir ukrainische Energie-Infrastruktur, über Tote aufgrund von Drohnenangriffen oder Raketenbeschuss.



      Die Trümmerwüste Gaza hingegen ist offensichtlich längst aus dem Bewusstsein der Weltöffentlichkeit wie der taz-Leserschaft verschwunden. Gestern poppte hier mal wieder ein Bericht von Daniel Bax darüber auf, dass die IDF eine Todeszahl von 70.000 Menschen in Gaza zugegeben haben.



      Unbequeme Wahrheiten? Aber bitte, wir wollen doch nicht das Elend und die Unmenschlichkeit zweier Kriege gegeneinander ausspielen. Sondern gegen jegliche Gewalt und jeglichen Krieg wenigstens anschreiben (das, was wir an dieser Steile tun können). Und wir wollen auch (wenigstens hier in der taz) die Verantwortlichen dieses Elends klar benennen und an den Pranger stellen.

    • @KaosKatte:

      Der Ausgang des Krieges steht fest.



      Das haben nur noch nicht alle verstanden.



      Die USA sind raus, Europa kann und will nicht.



      Maximal Hilfe zur Selbsthilfe.



      Welche Alternative siehst Du?

  • Das ist die Zweizüngigkeit der EU: Griechenland hat Patriot Abwehrsysteme, die es abgeben könnte, aber aus Angst vor Erdogan hält es sie zurück: Gehts noch ? Alle Imperialen Autokraten schaffen endlose Kriegszwänge und die Demokratie ist nicht wehrhaft. Dazu müsste etwas geschehen: Solln sich doch die Pazifisten nennen, aber immer noch die Abwehr der Unbkraine organisieren, auch indem Putin s Nachschub besser blockiert wird. Am Besten indem alle mitteleren und kleinen ujnd diasporischen und Indigenen Bevölkerungen sich mal zusammentun als Merhheit auf dem Planeten und eine Leitwährung auf UN Basis weg vom fossil warconomy Petro Dollar, vielleicht indem der sich auf die seltenen Erde als globales Gemeingut stützt, dahin gehend müsste China gedrängt werden, denn als Alternative zur USA ist China nur bedingt besser geeignet, zusammen die UN retten und die Demokratie in die Ökonomie zwingen! #debt4climate ! Dann die UN Res 1325 endlich mal die Frauen Frieden aushandeln lassen, unabhängig von den millitärisch industriellen Komplexen!!

  • Der einzige der zu Verhandlungen gezwungen wird, ist Selenskyj. Es sind keine "Verhandlungen". Über was wird verhandelt?



    Trump interessiert sich nur für "seine" seltenen Erden. Russifizierung findet schon sehr lange statt, ist ein längerer Prozess, bei der Krim über 100 Jahre.



    Die Rest-NATO wird sich am Krieg gegen den Kreml/ Russland stärker beteiligen müssen. Allein aus der Notwendigkeit der Abwehr. Dafür muss es dringend Vermögensumlagen aller Art geben.



    Taurus liefern und das Überleben aller finanzieren.



    Frankreich überschuldet, Ukraine überschuldet. Ja, deshalb Ende mit dem Neoliberalismus und der unendlichen Bereicherung der Milliardäre.



    Menschenrechte zuerst!



    Sie können teilnehmen an den Solidarity Collectives und den vielen Selbsthilfeinitiativen der Ukrainer_innen.

    • @Land of plenty:

      „Taurus liefern“ - Wenn ich das recht verstehe, hat die BW selber nicht genug.

      • @TerryX:

        Die BW hat lt. google 600 Stück, davon sind aber nur 150 - 300 Stück einsatzbereit. Momentane Produktion NULL. Wenn die Produktion wieder anläuft, wird die Produktion bei ca. 50 (fünfzig) Stück pro Jahr liegen. Damit kann man jemand ärgern aber keinen Krieg gewinnen.

  • "Es braucht flächendeckend zivile Aufbauteams, eine massive Aufstockung der ukrainischen Luftabwehr und auch ein konsequentes Vorgehen gegen die „Schattenflotte“, die russisches Öl in alle Welt transportiert,..." Das mit den "Aufbauteams" streichen wir mal (Wer bestellt schon gern den russ, Botschafter ein, wenn wieder eines der Teams durch eine russ. Drohne pulverisiert wurde). Ansonsten ist das ein Katalog der Hilf- und Ideenlosigkeit. Denn das haben wir schon, nur dass sich der "Westen" (Nato oder EU) in seine Häfen zurückzieht, wenn in der Nähe eines "Schattentankers" ein russ. Kriegsschiff auftaucht oder dass Geld und Waffen für eigene Zwecke zusammengehalten werden müssen. Ohne USA geht bei Waffenlieferungen fast nichts.



    Die Fakten bislang belegen: Der "Westen" wird die Ukraine nicht untergehen lassen, aber auch nicht mehr, weil es keine Idee gibt, wie ein "gerechter" Frieden herbeigeführt werden soll. Letztlich wird es dazu kommen, dass sich der "Westen" den wichtigsten Forderungen Putins "irgendwie" beugt und danach hofft, dass alles wieder "auf Null" steht, nur jetzt mit der Nato-Ostgrenze im Fokus des Russen.



    ...dass alles wieder gut wird, "Wandel durch Handel" und so...

    • @Vigoleis:

      Sie haben korrekt beschrieben, worauf es hinauslaufen wird. Es geht für die „Koalition der Willigen“ - deren Hauptakteure Starmer, Macron und Merz selbst mehr oder weniger schwer unter innenpolitischem Beschuss stehen - vielleicht noch darum, eine für Selenskyi gesichtswahrende Lösung zu finden, nur gibt es die aus ukrainischer Sicht nicht, solange Putin auf seinen Maximalforderungen besteht (und der Orangene im Oval Office sitzt).



      Letztlich wird es auf eine Niederlage der Ukraine hinauslaufen und das kann auch Selenskyi politisch den Kopf kosten (sollte es zu Wahlen kommen). Vor drohender politischer Instabilität in der Ukraine kann allerdings wiederum nur Putin profitieren.

  • Es ist leider so, dass Dominiq Johnson recht hat, auch wenn es den meisten 'Friedensfreunden' , 'Pazifisten' und 'Kriegsdienstverweigerern' (der ich auch einer war) schwer fällt, dieser Einschätzung zuzustimmen.



    Immer wird die Phrase 'man muss doch an den Verhandlungstisch zurückkehren' angestimmt, obwohl permanent 'verhandelt' wird bzw. Gespräche stattfinden. Doch auch währenddessen wird von Russland weiter bombadiert und gemordet. Das erinnert mich an Bankräuber, bei der der eine vorne in der Bank mit der Polizei verhandelt, während der andere hinten in aller Ruhe den Tresorraum ausräumt.



    Ein großes Dilemma ist natürlich auch, dass Sanktionen nicht von allen Ländern eingehalten werden und Russland weiterhin Öl und Gas verkaufen kann, um so seine Rüstung weiter zu finanzieren.



    Deshalb ist es leider unabdingbar, die Ukraine militärisch noch mehr zu unterstützen.

    • @Klaus Waldhans:

      stimme zu

  • Tja, vielleicht war die Natoerweiterung doch keine so gute Idee. Putin sprach von einer roten Linie und der Westen antwortete: Vergiss es.

    • @Peter Teubner:

      Der Westen hätte also antworten sollen:

      "Sehr geehrter Herr Putin, wir haben vollstes Verständnis dafür dass Russland souveränen Staaten vorschreiben darf in welches Bündnis sie eintreten dürfen und welche nicht. Die von Ihnen nach eigenem Belieben definierte "rote Linie" wird von uns als verbindliche Vorschrift hinsichtlich unserer Außenpolitik akzeptiert."

      So etwa?

      • @Tom Tailor:

        Im Kern wurde das ja gemacht von allen westl. Regierungschefs, die immer wieder betont haben, dass eine Nato-Aufnahme der Ukraine kurz- bis mittelfristig nicht zu erwarten war.



        Der eigentliche Kriegsgrund, nämlich die Angst 2024 die selben Probleme zu bekommen wie Lukashenko 2020, der eig. sehr viel fester im Sattel saß als Putin, ("Letzter Diktator Europas", im Gegensatz zu Putins, "gelenkter Demokratie").

        Es gab ja schon 2020 große Proteste, wo auch die lokale Polizei nicht einschritt, nachdem nach seinem Verfassungsreferendum, der Gouverneur Chabarowsk abgesetzt wurde (angeklagt), weil er das Ergebnis nicht gefälscht hatte und es somit nur um 40% Ja-Stimmen gegeben hatte...

    • @Peter Teubner:

      Putin wollte und will Krieg, Alle Spekulationen über "was wäre wenn" sind nur warme Luft. Es ist seine Mentalität, und seine Landsleute haben wohl nichts dagegen.

    • @Peter Teubner:

      Die Atomraketen zu verschrotten, war keine so gute Idee.

      Weder Krieg noch rote Linie hätte es gegeben, hätte die Ukraine ihre Raketen behalten.

      • @rero:

        Die Ukraine hatte keine Atomraketen... die hatten einen Haufen Blech mit Uran. Alle Aktivierungscodes lagen in Moskau.

        • @Donni:

          Die Raketen wurden sogar in der Ukraine bei Yushmash gebaut.

          Der ukrainische Verteidigungsminister bestellte die drei für die Raketen-Truppen zuständigen Generäle ein und verlangte von ihnen, einen Eid auf die ukrainische Verfassung abzulegen. Einer tat dies ohne zu zögern, die zwei anderen lehnten ab, und wurden nach Russland versetzt. Gleichzeitig beauftragte der Minister den nunmehr allein verantwortlichen General damit zumindest eine Staffel vorläufig einsatzbereit zu halten.



          Nachdem man sich mit Russland geeinigt hatte, blieben die Raketen unter gemeinsamer Kontrolle beider Länder im Rahmen der OVKS mit ukrainischem Personal vor Ort bis zur endgültigen Abrüstung.



          Quelle: Interview mit genau diesem General; der auch den Abzug und den Abriss der Silos beaufsichtigte.

    • @Peter Teubner:

      Putin fürchtet nicht die NATO in der Ukraine. Die NATO geht auch mit einem Ukrainekrieg nicht weg.

      Putin fürchtet eine demokratische Ukraine, die könnte sein eigenes - kulturell den Ukrainern nahes - Volk dazu ermutigen Demokratie zu fordern.

      Und ein demokratisches Russland ist ein Oxymoron. Die ganzen kolonialisierten Provinzen in denen nichtrussische Minderheiten die Mehrheit sind würden abspringen.

      Russland ist keine Nation. Es ist ein Imperium. Es zerfällt in seine Bestandteile sobald es demokratisch wird.

      Und ohne die Ressourcenreichen nichtrussischen Gebiete in Asien hat Moskau auch keine Macht mehr.

      Das fürchtet Putin.

      Die Militärtheorie der Nordeuropäischen Tiefebene ist im Zeitalter der Atomwaffen und der Luftstreitkräfte unhaltbar.

      • @Tim Hartmann:

        „ Und ein demokratisches Russland ist ein Oxymoron.“



        Warum?



        „Die ganzen kolonialisierten Provinzen in denen nichtrussische Minderheiten die Mehrheit sind würden abspringen.“



        Die einzigen Föderationsobjekte, in denen eine nichtrussische Ethnie mehr als 50 % der Einwohner stellt, sind Kabardino-Balkarien, Tuva, Kalmückien, Tschetschenien und (ganz knapp) Tartastan. Dort leben zusammen genommen weniger als 5% aller Einwohner des Landes. Ich denke nicht, dass es den russischen Staat sprengt, wenn die sich in die Unabhängigkeit verabschieden sollten (realistisch ist das eigentlich nur bei Tschetschenien und Tartastan).

      • @Tim Hartmann:

        a pro po demokratische Ukraine. Wurde 2014 nicht mit westlicher Hilfe ein demokratisch gewählter Präsident verjagt?

        • @Peter Teubner:

          Nein, der ist bei Nacht und Nebel nach Russland ausgereist, und als er keine Anstalten machte, wiederzukommen, hat die Rada (das ukrainische Parlament), so wie es die Verfassung vorsieht, abgestimmt, und die Mehrheit der demokratisch gewählten Abgeordneten hat festgestellt, das der Präsident sein Amt aufgegeben hat und das Amt somit vakant ist. Dieser Beschluss war die Grundlage für das weitere Vorgehen, wie in der Verfassung vorgeschrieben (Übergangsregierung, Neuwahlen etc. pp).



          „mit westlicher Hilfe“



          Das sind echt Formulierungen, die ich liebe. Sagt viel über den aus, der so was sagt. Antiwestlicher Selbsthass, Hang zu Verschwörungstheorien und die im Grunde rassistische Überzeugung, „nichtwestliche“ Völker könnten ihre Angelegenheiten nicht alleine regeln.

      • @Tim Hartmann:

        Da Sie sich ja offenbar so gut auskennen, würde ich Sie bitten kurz darzulegen, welche ressourcenreichen "kolonialisierten Provinzen, in denen nichtrussische Minderheiten die Mehrheit sind" von Ihnen gemeint sind.

    • @Peter Teubner:

      Das, was Sie hier, ganz im Geiste Hr. Putins, als "rote Linie" bezeichnen, war die Bitte um Aufnahme in die Nato durch die Staaten Mittelost-, Südost- und später Nordeuropas. Die Bitte war in erster Linie geschuldet der Angst vor (und der bittere Erfahrung) mit dem bekannten russischen Imperialismus, der vielleicht von Zeit zu Zeit erlahmt, aber nie erlischt. Der Aufnahme stand außer den "berechtigten russischen Sicherheitsinteressen", vulgo: "alles unser", nichts im Wege, jedenfalls keine völkerrechtlichen Hindernisse.

    • @Peter Teubner:

      Weder gab es eine rote Linie (zu der Russland kein Recht gehabt hätte) - Putin sagte höchstpersönlich in die Kameras, dass diese keine Bedrohung Russlands darstellt, noch hatte die NATO-Osterweiterung 2004 etwas damit zu tun, dass Putin 2022 die Ukraine überfällt.

    • @Peter Teubner:

      Wer hat Putin ermächtigt, anderen Ländern rote Linien zu setzen? Glauben Sie, dem Erpresser nachzugeben hätte Frieden garantiert? Chamberlain-Rezept.

    • @Peter Teubner:

      Mal wieder der übliche Kreml-Sprech.



      Seit wann hat denn Putin zu sagen, ob Nachbarstaaten sich irgendeinem Bündnis abschließen dürfen? Wohlgemerkt souveräne Staaten. Oder darf Georgien jetzt auch rote Linien ziehen, wenn Russland wirtschaftliche Kontakte zu China pflegt?

    • @Peter Teubner:

      Die Ukraine war nicht mal in der Nähe einer NATO-Mitgliedschaft.



      Dafür sind jetzt Schweden und Finnland in der NATO.

      Kaliningrad dürfen wir dann auch angreifen?

    • @Peter Teubner:

      Von welcher NATO Erweiterung sprechen Sie? Schweden und Finnland?



      Neben der NATO-Russland Grundakte empfehle ich Ihnen auch einmal folgendes Zitat:



      „Hinsichtlich der NATO Erweiterung haben wir keine Sorge mit Blick auf die Sicherheit der Russischen Föderation.“ 2004

      Auch zu empfehlen, um den Blick von Putin auf die Ukraine zu verstehen:



      „Die Ukraine ist ein unabtrennbarer Teil unserer eigenen Geschichte.“ 2022

      Schuld an diesem Krieg hat alleinig Putin.

      • @MBG:

        Man kann Putin oft zitieren, wird aber wenige bis keine Aussagen finden, die ehrliche Menschen für voll nehmen können.

    • @Peter Teubner:

      Russland wurde über jeden Vorgang (jeden Beitritt) informiert und hat jeden Beitritt abgesegnet. Erst 10 Jahre später, nachdem Putin seine Armee beispiellos aufgerüstet hatte, wurde das für seine Propaganda-Maschinerie zum Problem.



      Oder anders gesagt: Die verbreiten hier Kreml-Desinformation.

    • @Peter Teubner:

      "vielleicht war die Natoerweiterung doch keine so gute Idee."



      Vorgeschobenes Argument Putins, weiter nichts. Russland greift auch Staaten an, die nicht evtl. in der NATO landen.

    • @Peter Teubner:

      Welche Natoerweiterung? Oder meinen Sie vielleicht das Recht souveräner Staaten, souveräne Entscheidungen zu treffen, also dass die das gar nicht dürfen, bloß weil das den Russen und der Mörderbande im Kreml nicht passt?

      • @Demokratischer Segler:

        "...das Recht souveräner Staaten, souveräne Entscheidungen zu treffen, also dass die das gar nicht dürfen, bloß weil das den Russen und der Mörderbande im Kreml nicht passt?"



        Es sei einmal mehr darauf hingewiesen, dass Russland der Ukraine sogar ausdrücklich erlaubt hat, der NATO beizutreten (Budapester Memorandum). Nur so der Vollständigkeit halber.



        Macht diese immer wieder aufkommende Argumentation zunehmend grotesk.

    • @Peter Teubner:

      Und die souveränen Staaten Mittelosteuropas sagten: wir entscheiden selbst über unsere Bündnisse, wie es unser Recht ist.



      Russland sagte im Übrigen auch: der uns geschenkte weltpolitische Einfluss qua G8 und Nato-Russland-Rat reicht uns nicht.

    • @Peter Teubner:

      Zunächst einmal ist zu sagen, dass die osteuropäischen Länder sich um den Nato-Beitritt beworben haben. Warum wohl? Sie sprechen diesen Ländern und deren Bevölkerung das Recht ab selbst zu entscheiden. Zum Thema: Die NATO-Erweiterung ist allenfalls ein vorgeschobener Grund für Putin. Am Ende des Tages geht es um die Verwestlichung der osteuropäischen Staaten, die Putin aus pseudo-historischen Gründen als Vorgarten betrachtet. Das hat er sogar schriftlich dargestellt. Ein Alptraum für ihn wäre eine Ukraine in der EU mit hohem russischen Bevölkerungsanteil. Das würde über kurz oder lang das russische System und das russische Selbstverständnis in Frage stellen. Deswegen hat er auch keinerlei Interesse an Friedensverhandlungen. Panzer hat er zwar kaum noch, aber er kann gegenwärtig immer noch so viele Menschen rekrutieren wie er an der Front "verbraucht".

  • „ ein konsequentes Vorgehen gegen die „Schattenflotte“, die russisches Öl in alle Welt transportiert, “



    Immerhin haben 14 Ost- und Nordseeanrainer vor ein paar Wochen einen Arbeitskreis gegründet, in dem nun eifrig diskutiert und abgewogen wird, ob Schrotttanker unter Billigflagge und ohne ausreichend gedeckte Ölschadensversicherung eine „abstrakte“ oder „konkrete“ Umweltgefahr darstellen. Schwierig, schwierig. Es wird wohl erst eine Ölkatastrophe in der Ostsee brauchen, um die Frage zu entscheiden.

    • @Barbara Falk:

      Es wird hier schon das Tempo hochgefahren. Die USA haben mindestens 2 Schiffe gestoppt (Marinera /ex‑Bella‑1 und M/T Sophia) und Frankreich die Grinch. Alles dieses Jahr.

    • @Barbara Falk:

      Nicht ganz korrekt. Konkret geht es bei dem Arbeitskreis um Wege zu finden, das internationale Seerecht in der Weise zu ergänzen, dass Schiffen ohne internationale Versicherungspolice von Lloyds und Co. die Durchfahrt durch die Nord- und Ostsee ohne weitere Überprüfung verwehrt werden kann, sollte eine solche Police nicht vorliegen. Würde in der Praxis bedeuten, kein Zugang ohne vorherige Vorlage der Police. Das wäre dann das Ende für Putins Schattenflotte, denn diese wird durchweg mit einer Versicherung der russischen RNRC ausgestattet, die international von den meisten Staaten nicht anerkannt ist, aber benötigt wird um überhaupt Zugang in die Häfen von Indien, China oder der Türkei zu erhalten.

      Unabhängig von den Sanktionen, würde nämlich kein Schiffsversicherer für diese Schrottkähne eine Police ausstellen.

      • @Sam Spade:

        Wo wäre die Durchfahrt? in der Nähe von Petersburg oder bei Odense, Malmö?



        Ja die russischen Provokationen sind viele.

    • @Barbara Falk:

      Natürlich sind die Schrotttanker eine allerhöchstkonkrete Gefahr. Bundesregierung: Handeln oder Zurücktreten. Ohne wenn und aber.

  • Gerd Grözinger , Autor , Prof., Europa-Univ. Flensbu

    Die europäischen Werte 'in letzter Konsequenz' sollen also darin bestehen mit der Welt grösster Atommacht einen Krieg zu beginnen, der ziemlich wahrscheinlich in einem nuklearen Desaster endet, das zumindest Europa ziemlich unbewohnbar machen wird, vielleicht aber sogar die ganze Welt? Definitiv nicht meine Vorstellung europäischer Werte.

    • @Gerd Grözinger:

      Ihre "europäischen Werte" reduzieren sich halt auf "das Recht des Stärkeren".

    • @Gerd Grözinger:

      Wir verteidigen Europa. In dieser Welt der Machtpolitik. Nur weil Russland Atomwaffen hat, heißt es nicht dass wir uns von Ihnen Kolonialisieren lassen müssen.

      Es ist auch unrealistisch anzunehmen dass Russland atomar zuschlägt, sollten Sie nicht unmittelbar vorm Untergang stehen, denn das würde es ja bedeuten. Und keiner schlägt vor dass wir in Russland einmarschieren.

      Wer Aufgrund der Tatsache dass Russland Atomwaffen hat eine Konfrontation mit Russland scheut der hat gar keine Werte. Egal welche Buzzwords wie "europäische Werte" / "globaler Süden" / "nachvolgende Generationen" verwendet werden.

    • @Gerd Grözinger:

      Nene, Europa sollte sich definitiv dem faschistischen Russland unterwerfen, damit Putins Traum von einer Sowjetunion 2.0 endlich Wirklichkeit wird.

      • Gerd Grözinger , Autor , Prof., Europa-Univ. Flensbu

        @Kaboom:

        Ich gebe jetzt eine Standardanwort für alle Kritiker hier. Die europäische Aufklärung hat nicht gefordert, dass persönliche Freiheit über allem steht. Das ist mehr die MAGA-Position: zu meiner grenzenlosen Freiheit gehört mich auch dann nicht zu impfen, wenn ich das Leben anderer bedrohe, so schnell zu rasen wie ich will, auch wenns für viele gefährlich ist, die Umwelt nach Belieben zu verschmutzen etc. pp. Kurz, da ist viel Nietzsche, wenig Kant. Einen Krieg zu beginnen - und den Eintritt auf Seiten der Ukraine durch Beschuss russischer Stellungen wäre ein Kriegsbeitritt - ist unverantwortlich, wenn die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Folgen maximal zerstörerisch sind, für uns, aber auch für viele andere anderswo. Von Europa gingen zwei Weltkriege aus, mit furchtbaren Opfern. Der dritte würde das bei weitem übertreffen, vielleicht das Ende der Menschheit bedeuten. Wäre dieser Preis das wirklich wert? Die Erfindung der Atombombe ändert tatsächlich alles, wie Zeitgenossen - genannt seien etwa Robert Jungk und Günther Anders - klar erkannten. Diese Klarheit scheint durch lange Gewöhnung leider bei den nachfolgenden Generationen verloren gegangen zu sein.

        • @Gerd Grözinger:

          "Einen Krieg zu beginnen - und den Eintritt auf Seiten der Ukraine durch Beschuss russischer Stellungen wäre ein Kriegsbeitritt - ist unverantwortlich, "

          Ich kann mich täuschen, aber nach meinem Eindruck hat Russland den Krieg begonnen, nicht nur gegen die Ukraine.

          "Von Europa gingen zwei Weltkriege aus, mit furchtbaren Opfern. Der dritte würde das bei weitem übertreffen, vielleicht das Ende der Menschheit bedeuten."

          Unhaltbare Spekulation. Weder ist ein "dritter Weltkrieg" die automatische Folge bei einer stärkeren Unterstützung der Ukraine noch würde dies zum "Ende der Menschheit" führen.

        • @Gerd Grözinger:

          "vielleicht das Ende der Menschheit bedeuten"

          Dieses Weltuntergangszenario entspricht in keinster Weise den realen Szenarien eines Atomkriegs. Einmal an ihrer Fakultät ein Gespräch mit einem Kernphysiker führen. Der gibt ihnen Auskunft über Strahlenradius und Grad, Druckwellen etc.

          Kurz gefasst, das gesamte Arsenal an einsatzfähigen russischen Atomwaffen, derzeit gut 1500, würde gerade einmal ausreichen einen Staat wie Texas über Jahrzehnte unbewohnbar zu machen.

          Egal welches Szenario sie entwerfen, beim derzeitigen Stand einsatzfähiger Nuklearwaffen würden Milliarden überleben.

          Vom Ende der Menschheit zu sprechen und die Apokalypse heraufzubeschwören dient der Sache kein bisschen sondern ist lediglich Nahrung für diejenigen, die die Angst vor einem Atomkrieg für ihre Zwecke nutzen wollen. Einer davon sitzt im Kreml.

          • Gerd Grözinger , Autor , Prof., Europa-Univ. Flensbu

            @Sam Spade:

            Welch wunderbare Kombination von Nicht-Wissen und Meinungsstärke! Nehmen wir stattdessen einfach mal eine seriöse Quelle von Spezialisten, z.B. die Simulation von Princeton (ja, die Uni, wo Einstein lehrte). In den ersten Stunden nach einem US-Russischen Atomkrieg etwa 90 Mill. Opfer, längerfristig wohl Milliarden, wegen der dann folgenden Klimaveränderungen und weltweiten Radioaktivitätsverteilung www.icanw.org/new_..._source=perplexity

            • @Gerd Grözinger:

              Sie können da Studien anführen soviel sie wollen, auch gerne mit Verweis das Einstein einst an der Fakultät gelehrt hat. Ändert nichts daran das ihre Behauptung vom Ende der Menschheit in keiner dieser Studien bestätigt wird. Und nur um diese Behauptung geht es mir dabei.

              Interessanter als die Princeton Studie ist in der Hinsicht die Studie von Lili Xia und Alan Robock von der Rutgers University in New Brunswick aus dem Jahre 2022.

              Die Forscher haben mehrere Szenarien simuliert u.a. eine in der das gesamte einsatzfähige Atomwaffenarsenal von 4000 Atombomben einbezogen wird.

              Schwerpunkt der Studie sind die unmittelbaren Auswirkungen eines derartigen Krieges auf die Lebensbedingungen der Menschheit. Der spezielle Fokus liegt hier auf der Ernährungssituation.

              Am Projekt waren auch Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung beteiligt, so das auch die kurz- und langfristigen Folgen für das Klima in der Studie behandelt werden.

              Es sei vorweggenommen, das ein worst case scenario mit allen kurz- und langfristigen Folgen ca. 5 Milliarden Menschen zum Opfer fallen würden.

              Veröffentlichung im Fachjournal Nature Food 2022

              www.nature.com/art...s43016-022-00573-0

        • @Gerd Grözinger:

          Die Freiheit meiner Mitmenschen und meine persönliche Freiheit stehen ÜBER Russlands imperialen Anspruch, ebenso die der Osteuropäer, die sich Europa zuwenden wollen. Wen interessiert, wie MAGA das bewertet. Daran ändern auch Geschwurbel und pseudointellektuelle Verweise nichts. Gerade Deutschland hat sich gegenüber Russland in eine enge wirtschaftliche Beziehung begeben und damit einen enormen Vertrauensvorschuss gewährt, der uns jetzt energiepolitisch auf die Füße fällt. Ihre Einstellung ist genau der Grund, warum Putin den Westen vor dem Einmarsch nicht Ernst genommen hat.

    • @Gerd Grözinger:

      Als Professor kann man doch sicher ein paar Fakten nennen, welche diese Behauptungen untermauern?

      Immerhin hat Russland bisher zwar allerlei (schwachsinnige) Linien gezogen und Forderungen aufgestellt, aber niemals einen Atomschlag durchgeführt -trotz Drohungen.

      Die meisten Leute, welche sich mit dem Thema beschäftigen kommen auch zu dem Ergebniss, dass der Einsatz einer Atombombe keinen Sinn für Russland machen würde und schlimmere Konsequenzen für das Land selbst hätte als für die Gegner.

      Aber es gibt auch einige "Experten" welche lieber russische Propaganda betreiben und sich für faktische Gebietsabtretungen an Russland stark machen. Oder die Unabhängigkeit der Ukraine auch nach dem Krieg hauptsächlich durch Russland bestimmen lassen wollen.

      In solchen Fällen kann man eine begründete Meinung von wiedergekäuter Propaganda natürlich durch vorgebrachte Sachargumente unterscheiden. Oder die Propaganda halt an fatalistischer Angstmacherei erkennen, welche zum Beispiel so aussehen würde:

      "wahrscheinlich in einem nuklearen Desaster endet, das zumindest Europa ziemlich unbewohnbar machen wird, vielleicht aber sogar die ganze Welt?"

      Also, Sachargumente Herr Prof.?

    • @Gerd Grözinger:

      Die Eskalation zum nuklearen Schlagabtausch ist mitnichten selbstverständlich - außer Ukrainische Truppen überschreiten die Grenze und nähern sich Moskau oder überrennen die Krim. Das ist wohl nicht zu erwarten. Aber es gibt eine Zielgruppe, gerade in Deutschland, bei der Russlands nukleares Säbelrasseln wunderbar ihre Wirkung zeigt. Zum Fremdschämen.

    • @Gerd Grözinger:

      den Krieg hat Putin begonnen.

    • @Gerd Grözinger:

      Die europäischen Werte bestehen stattdessen darin, sich Imperialisten aus Feigheit zu beugen?

      • @PeterArt:

        Aus Vernunft.

      • Gerd Grözinger , Autor , Prof., Europa-Univ. Flensbu

        @PeterArt:

        Sie beinhalten jedenfalls als Minimalkonsens, nicht Dritten - sei es im globalen Süden oder nachfolgenden Generationen - die Kosten unseres Handelns aufzubürden, vor allem wenn sie so desaströs wie eine nukleare Verwüstung größten Ausmasses sein dürften.

        • @Gerd Grözinger:

          Ihre Argumentation ist gewissermaßen das Plädoyer für das Recht des Stärkeren - so er denn über Nuklearwaffen verfügt - im Gewand der Besorgnis vor einem Atomkrieg. Welch bemerkenswerter Zynismus. Noch bemerkenswerter finde ich dann allerdings, dass Sie die Verantwortung für die Kosten, die nachfolgenden Generationen resp. dem globalen Süden durch eine aus Gegenwehr resultierende Eskalation aufgebürdet würde, nicht dem Aggressor zuschreiben, sondern seinem Opfer, wenn es Widerstand gegen die Aggression leistet.

          Dann dürften sich z.B. auch Kanada und Grönland den territorialen Ambitionen der USA oder Taiwan dem Besitzanspruch Chinas aus Gründen der Eskalationsvermeidung nicht widersetzen etc. etc.

        • @Gerd Grözinger:

          das es diese Nukleare Verwüstung geben wird machen Sie woran fest? Russland weiß selbst, das es dann auch teil dieser nuklearen Verwüstung werden könnte. Wäre also nur ein erweiterter Suizid.



          Mit Ihrer Argumentation dürften sich auch die Balten, die Moldawier oder Polen nicht wehren, sondern die russischen Kriegsverbrecher, wenn es denn so weit ist, mit Blumen begrüßen und ihre Frauen und Kinder zum Vergewaltigen anbieten.

          • @Oleg Fedotov:

            Die unter dem namen G.Grözinger veröffentlichten Texte fordern tatsächlich, dass die Ukraine Gebiete abtritt, die Verteidigung einstellt, daraufhin isoliert ohne Bündnisspartner bleibt und Russland ein Mitspracherecht in innerukrainischen Angelegenheiten bekommt - also dasselbe wie der Krem. Gilt dann wohl auch fürs Baltikum.

          • @Oleg Fedotov:

            Warum sollte Putin ohne seine Macht weiter leben wollen?

            Die russische Atomdoktrin ist veröffentlicht und völlig eindeutig. Vielleicht sollte man nach den Erfahrungen in Syrien und in der Ukraine endlich mal aufhören, die Erklärungen aus Moskau nicht ernst zu nehmen. Diese Einstellung hat schon zu viele Menschenleben gefordert.

        • @Gerd Grözinger:

          👍

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Moment - hatten Sie nicht neulich sinngemäß gefordert, dem GröPaz im Weißen Haus wg. Grönland mit französischen/britischen Atomwaffen zu drohen…?

            • @TerryX:

              Ja. Man muss nur klar machen, wer unter welchem Schutz steht. So geht das üble Spiel.

        • @Gerd Grözinger:

          In erster Linie sind es aktuell die Konsequenzen der imperialistischen Verbrechen der Russischen Föderation, die diese gerade der Ukraine, Europa und der Welt aufbürden. Die Frage ist, wie die Welt darauf reagiert. Aktuell zum großen Teil mit Schulterzucken und Verweis darauf, dass die NATO ja böse Imperialisten sind. Nicht komplett unbegründet, aber trotzdem ungefähr so, wie Apologeten des transatlantischen Sklavenhandels gern darauf verweisen, dass es ja auch Sklavenhandel in Afrika gab.

          Konsequent jedenfalls: die Russische Föderation verleibt sich ein, was sie gerade noch verdauen kann. Und wenn morgen wieder Appetit da ist, rollen wir den roten Teppich aus, nicht dass Medvedyev noch mit Atomwaffen droht, zum Schutz der russischen Welt versteht sich.

        • @Gerd Grözinger:

          Sich zu wehren, führt möglicherweise zu einer Katastrophe (die Wahrscheinlichkeit sei mal dahingestellt). Sich nicht zu wehren, führt mit Sicherheit in die Katastrophe. Nichts aus der Beschwichtigungspolitik vor WK2 gelernt?

      • @PeterArt:

        "Die europäischen Werte bestehen stattdessen darin, sich Imperialisten aus Feigheit zu beugen?"



        Nicht nur das, sondern auch deren Opfer im Stich zu lassen.

  • Vielen Dank und absolut: Taurus sofot in die Ukraine!



    Auch alle weiteren seitens der Ukraine gefordeten Waffensysteme sollten sofort gelefert werden, um dem russischen Terror soweit als mglich entgegenzutreten.

  • Absolut richtig! Allerdings haben wir, nicht zu Unrecht, ziemliche Angst davor dem Krieg dann ziemlich nahe zu kommen, respektive selbst betroffen zu werden.

  • Dass die Russen bei "gezielten Schlägen gegen die Stationierungsorte" zurückschießen könnten, ist dem Autor bewusst? Und dass die europäischen Länder ihre Flugabwehr weitestgehend an die Ukraine abgegeben haben hoffentlich auch.

  • Man kann Trump ja für einen borderline-gestörten "Horrorclown" halten, wie ich jetzt mehrfach anderswo las, und vielleicht stimmt es. Aber im russisch-ukrainischen Krieg scheint mir sein Vorgehen einigermaßen planvoll. Putin symbolisch den Roten Teppich ausrollen, damit dieser nach innen hin ein Kriegsende mit minimalen Zugewinnen ggf. noch als Erfolg verkaufen kann. Aber ihn gleichzeitig ökonomisch so unter Druck setzen (siehe jüngster Indien-Deal), dass die indirekten Kosten einer Weiterführung des Krieges zu hoch werden. Das Öl ist die ganze Zeit über die Schraube, an der die USA drehen. Wenn etwas Erfolg hat, dann das. Irgendwelche militärischen Drohungen der EU-Staaten aber gewiss nicht, diese dürften vielmehr den gegenteiligen Effekt haben.

    • @Kohlrabi:

      „ Das Öl ist die ganze Zeit über die Schraube, an der die USA drehen. Wenn etwas Erfolg hat, dann das. Irgendwelche militärischen Drohungen der EU-Staaten aber gewiss nicht.“



      Die Hälfte des gesamten russischen Ölexports wird via die Ostsee abgewickelt, 15 bis 20 Tanker am Tag. Eine überschaubare Aufgabe, wenn der politische Wille da ist.

      • @Barbara Falk:

        Schreibfehler. 15 bis 20 Tanker pro Woche muss es heißen.

        • @Barbara Falk:

          Sie meinen, die Dänen sollten die Meerengen sperren? Bin kein Seerechtsfachmann, meine aber mehrfach gelesen zu haben, dass das mit dem UN-Seerechtsübereinkommen unvereinbar ist. Es sei punktuell bei einzelnen Substandard-Schiffen denkbar, aber nicht generell gegenüber Schiffen einer bestimmten Herkunft oder Destination. Dies wäre eine Seeblockade und könnte als kriegerischer Akt gewertet werden.

          Das amerikanische Vorgehen zielt ja offenbar darauf ab, die Importeure russischen Öls durch Anreize und Druck zur Substitution zu bewegen. Das ist auch hemdsärmlig, aber mehr oder weniger friedlich. Man muss Zölle als Mittel der Außenpolitik nicht für das Nonplusultra halten, aber immerhin bergen sie kein Risiko einer militärischen Eskalation.

          Bzgl. Seerecht lasse ich mich aber gern eines Besseren belehren.

          • @Kohlrabi:

            Bin auch kein Seerechtsexperte, aber bezüglich der internationalen Sicherheits-Standards, die diese Tanker erfüllen müss(t)en, um sich überhaupt auf den Weltmeeren zu bewegen, dürfte sich die russische Schattenflotte eigentlich schnell erledigt haben.



            Öltanker als tickende Umweltbomben auf den Ozeanen waren allerdings schon vor der Schattenflotte ein großes Thema - na ja, offensichtlich nicht für die Ölkonzerne und Reedereien -, ohne dass irgendeine Regierung weltweit irgendetwas dagegen unternommen hätte. Oder täusche ich mich?

  • 100% richtig!



    Regierung pennt im Tiefschlaf. Alle haben Schiss, aber dadurch wird unsere Position immer schwächer und die Ukraine dem russ. Terror ausgeliefert.

    Etwas Hoffnung bekommt man bei diesem Artikel:

    www.rfunews.com/ar...russians-positions

    (aber ob das alles stimmt ist unklar)



    Ohne Lufthoheit hat die Ukraine keine Chance.



    Die Männlein an der Macht müssen JETZT endlich handeln.

  • Lieber Friedensverhandlungen als weitere Rüstungsgüter

    • @Todesfister:

      Bitte um Ihre Vorschläge zum Verhandlungsprozess - sogar die USA erreichen doch nichts.

    • @Todesfister:

      Mit wem kann denn ernsthaft verhandelt werden?



      Sie meinen doch nicht etwas das hohle Geschwätz, das bisher zu nichts geführt hat.

    • @Todesfister:

      Was wird eigentlich seit Wochen gemacht?



      Bisher habe ich nicht den Eindruck, dass Putin sich davon beeindrucken läßt.

      • @MBG:

        Würde denn jemals ernsthaft versucht?



        Ah lass verhandeln...aber Russland darf wegen Sanktionen keine delega nach Europa schicken

        Denkt ihr Frieden wird in einem Zoom call fixiert?

        • @Todesfister:

          Prinzipiell ist es richtig, die Ukraine und Russland verhandeln DIREKT miteinander und das funktioniert halt nur über den Umweg über Drittstaaten wie Abu Dhabi (da man sich weder in Moskau noch in Kiew zusammensetzen will).



          Aber warum sollte eine russische Delegation nach Europa kommen? Die EU und Russland befinden sich schließlich nicht im Krieg. Und was aus Trumps „Vermittlungsbemühungen“ geworden ist, haben wir auch gesehen.



          Nein, die Kontrahenten müssen jetzt selbst zusehen, dass sie sich irgendwie „zusammenraufen“. Vorerst kommt dabei leider nicht mehr rum als Gefangenenaustausche.

  • "Europa darf nicht tatenlos zusehen."



    Genau:



    Viele Möglichkeiten stehen offen!



    /



    www1.wdr.de/mediat...ine-hilfe-102.html

  • Recht hat er. Aber so konsequent denken halt nur wenige hierzulande.

  • Die ukrainische Bevölkerung hat in diesem Krieg zweifelsohne am meisten zu erdulden. Unterstützung ist daher mehr als angebracht. Dennoch muss man festhalten, dass eine wie auch immer geartete Lösung des Konflikts weit weg scheint. Die gross angekündigten Initiativen der USA verlaufen im Sande, obwohl man ihnen ausdauerndes Bemühen nicht absprechen kann. Ein nachhaltiger militärischer Erfolg der Ukraine ist nicht absehbar - und das ändert sich jetzt ehrlicherweise auch nicht mit mehr oder anderen gelieferten Waffen. Ob die Ukraine zu weitreichenden Zugeständnissen bereit ist, um einen Frieden zu bekommen (der dann wohl auch nicht langfristig sicher ist), kann sie am Ende nur selbst entscheiden.

  • Warum schließt die EU nicht einfach ein Handelsabkommen mit der Ukraine mit der Pämisse den Handel ggfls. mit militärischer Unterstüztung zu sichern? Wenn schon nicht die EU, warum nicht die willigen Vier? Warum keine Taurus liefern, wenn wir sowieso als nächstes dran sind und die Untestützung von Nato, also auch Trump geniesen, wenn Putin uns dann angreifen würde? Wer hat denn noch Angst vor der atomaren Eskalation? Warum sollte Putin diese einsetzten wenn er sich dabei nur selbst schädigt?



    Diese Situation war bereits von drei Jahren absehbar, als Mr. Cumex die Lieferung von Taurus ausschloss. Diese situation war zu erwarten, da die Gas- und Öllieferungen bis heute nicht vollständig umgesetzt werden.

    • @Sonnenhaus:

      Die „willigen Vier“ (zumindest drei von ihnen) stehen derzeit selbst unter so großem innenpolitischen Druck - fussballltechnisch betrachtet müssen sie alles daran setzen, ihr eigenes Tor sauber zu halten -, dass von ihnen keine mutigen Entscheidungen zu Gunsten der Ukraine zu erwarten sind. Zudem sitzt ihnen der heiße Atem der Putin-Stiefellecker (hierzulande die AfD) im Nacken.



      Die Gründe, Taurus NICHT zu liefern, haben sich von dem Wechsel von Scholz zu Merz also nicht grundlegend geändert. Das weiß übrigens auch ein Anton Hofreiter, um den es in der Opposition wesentlich ruhiger geworden ist, was derlei Forderungen betrifft.