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Social-Media-Sucht Schuld sind nicht nur die bösen Konzerne

Lukas Wallraff

Kommentar von

Lukas Wallraff

Wer Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche fordert, sollte sein eigenes Verhalten kontrollieren. Erwachsene sind hier oft kein gutes Vorbild.

D iese schrecklichen Social-Media-Konzerne sind wirklich, wirklich furchtbar. Es ist ein Skandal, wie sie unsere armen Kinder skrupellos süchtig machen. Dagegen muss doch jemand mal was tun. Gut, dass jetzt endlich ein Gericht in den USA … äh, einen Moment bitte … Sorry, ich kann mich gerade nicht auf den Text hier konzentrieren, weil ich schnell was checken muss … ah, ja, da! Sehr schön! Meinem Cousin scheint’s im Urlaub gut zu gehen. Seine Fotos auf Facebook sehen fantastisch aus.

Apropos Urlaub, was macht eigentlich der Merz? Steht bei Bluesky was? Seit Merz weg ist, laufen die taz-Titel bei Insta leider nicht mehr richtig … Okay, also, wo waren wir gerade? Ach so, ja, es ist natürlich gut, dass vor einem Gericht in Kalifornien jetzt darüber verhandelt wird, ob Mark Zuckerbergs Meta-Konzern seine Social-Media-Plattformen Instagram und Facebook absichtlich so gestaltet, dass möglichst viele Jugendliche möglichst lange hängenbleiben. Den Klägern kann man nur viel Glück wünschen, weil die Social-Media-Sucht schon viel Unheil angerichtet hat und die Opfer eine Entschädigung bekommen sollten. Insbesondere Kinder aus schwierigen Verhältnissen, denen sonst niemand hilft, brauchen mehr staatlichen Schutz vor der Gier der Techkonzerne.

Auch europäische Alternativen aufzubauen und zu fördern, wäre gut. Aber so begrüßenswert alle Versuche sind, die irre Macht der Techkonzerne einzuschränken: Es wäre zu bequem, nur auf Gerichtsurteile oder politische Maßnahmen zu warten, zumal die Erfahrungsberichte nach dem Social-Media-Verbot für Jugendliche in Australien nicht unbedingt verheißungsvoll klingen. Viele scheinen die Sperren zu überwinden, andere sollen noch mehr vereinsamt sein. Nein, wir müssen uns auch an die eigene Nase fassen, die schon wieder vor einem Smartphone hängt. Auch für die taz gibt es ein Social-Media-Dilemma.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Einerseits kritisieren wir die Konzerne hart, andererseits füttern wir sie täglich selbst mit unseren Inhalten – und die viel gescholtenen Algorithmen helfen bei der LeserInnenbindung. Weil auf Social Media eben die meisten Menschen zu erreichen sind, lässt sich schwer darauf verzichten. Im Privatleben wäre das etwas leichter.

Niemand kann das Rad zurückdrehen, Social Media wird nicht verschwinden. Alle müssen den Umgang damit lernen – aber nicht nur Kinder, auch viele Erwachsene. Wenn wir die Heranwachsenden schützen wollen, müssen wir als Eltern, Tanten, Onkel, Großeltern besser darauf achten, was wir ihnen täglich vorleben. Wer mit Kindern im Auto raucht, kann die Schuld auch nicht allein auf die bösen Tabakkonzerne schieben – und den Kindern kaum erklären, warum Rauchen schädlich ist.

Eigenes Verhalten ersetzt nicht staatliche Regulierung. Aber es hilft. Wer das Handy öfter weglegt, hat auch mehr Zeit nachzudenken, sinnvolle politische Vorschläge zu formulieren und vorzuschlagen. Auf Social Media natürlich.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Lukas Wallraff

Lukas Wallraff taz.eins- und Seite-1-Redakteur

seit 1999 bei der taz, zunächst im Inland und im Parlamentsbüro, jetzt in der Zentrale. Besondere Interessen: Politik, Fußball und andere tragikomische Aspekte des Weltgeschehens
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56 Kommentare

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  • Dietmar Rauter

    Es müsste doch A-Social-Media heissen, wenn es soviel Frustrierte und Besserwisser in Verbindung mit ganz speziellen Werbeinteressen an ebenso Frustrierte zur Geltung bringt. Das ist ein inzwischen eingeübtes 'Konsumverhalten' , das eigentlich nur deutlich macht, wie zersplittert und ungebildet dieser Fortschritt für alle daherkommt. Für diese Medien und die Nutzung im Computer und Handy bezahlen zu müssen, ist schon eine Zumutung an sich. Abschalten oder sollten nur 'qualifizierte', zensierte Nutzer daran teilhaben dürfen ? ! .

  • Jens Köster

    Stimme dem Autor zu. Kaum eine Droge ist so verbreitet und so akzeptiert, wie Konsum am Handy. In meiner Wahrnehmung sind >50% aller Deutschen schwer Handysüchtig.



    ... So, jetzt muss ich aber weiter machen...

  • Wirrwicht

    Ich bin 50 und kann mit dem Kram eigentlich nichts anfangen.



    Komischerweise habe ich mit meinen beiden bald 17 jährigen Kindern dahingehend überhaupt keine Probleme.



    Kein Instagram, kein Snapchat, kein X, kein tiktok und Facebook sowieso nicht.

  • Zippism

    eider lässt der Artikel meiner Meinung nach eines der problematischsten Angebote für Kinder und Jugendliche weitgehend außen vor: Snapchat.

    Was man dort teilweise zu sehen bekommt, ist deutlich mehr als nur „zu viel Bildschirmzeit“. jugendschutz.net dokumentiert etwa öffentlich gepostete Videos von Kindern, die sexualisiert kommentiert und zur privaten Kontaktaufnahme aufgefordert werden. Der Algorithmus kann solche Inhalte zudem weiterverbreiten.

    Und auch beim Sexting ist Snapchat keineswegs so harmlos, wie die sich selbst löschenden Nachrichten suggerieren: Screenshots und Weiterverbreitung machen aus vermeintlich flüchtigen Bildern sehr schnell dauerhafte Inhalte.

    Dass die EU-Kommission 2026 inzwischen sogar ein Verfahren gegen Snapchat wegen möglicher unzureichender Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen eingeleitet hat, sollte eigentlich Anlass genug sein, die Plattform in einer Debatte über Social-Media-Gefahren nicht zu vergessen.

    Bei Social Media für Kinder geht es also nicht nur um die Frage, wie viele Stunden sie am Handy hängen. Die Frage ist auch, welchen Menschen und welchen Inhalten sie dort überhaupt ausgesetzt werden.

  • Sybille Bergi

    Danke für diesen Artikel.



    Meiner Erfahrung nach ist die Generation 60+ am heftigsten mit Ihren Smartphones verwachsen, und hat kein Gespür dafür, dass dieses z.B. am Abendbrottisch nichts verloren hat. Da fehlt ein gerütteltes Maß an Selbstreflektion, grade bei den Erwachsenen.

    • Encantado

      @Sybille Bergi:

      "Meiner Erfahrung nach ist die Generation 60+ am heftigsten mit Ihren Smartphones verwachsen"



      Ernsthaft, wo haben Sie diese Erfahrung her? Natürlich gibt's die, aber gerade in dieser Generation gibt's jede Menge Leute, die mit diesem neumodischen Schnickschnack buchstäblich überhaupt nix anfangen können.



      Letzteres, würde ich behaupten, ist in der jungen Generation schlicht nicht vorhanden. Und dort verorte ich auch die stärkste genannte Verwachsung.

    • Der olle Onn

      @Sybille Bergi:

      So? Komme grade aus dem Kurzurlaub im Allgäu. Ja, da gab's tatsächlich ein augenscheinliches Rentnerpaar, das sein jeweiliges Hosentaschenhilfsgehirn gut sichtbar auf dem täglichen Frühstückstisch platzierte.



      Aber auch sechs andere Paare, die gar keins dabei hatten...

    • MBG

      @Sybille Bergi:

      Echt?



      Meine Erfahrung ist genau das Gegenteil, wenn ich die Menschen mit dem Smartphone über die Straßen irren sehe.



      Aber es ist ja immer so einfach. Man hat halt seinen Schuldigen ausgemacht, wenn man die Bevölkerung in Boomer oder Generation Z einordnen kann.



      Aber ich gebe Ihnen recht, da fehlt ein gerütteltes Maß an Selbstreflektion.

  • Andreas Flaig

    Das Jammern beginnt zu spät.



    Das Ding ist zu eingefahren.



    So läuft es halt oft- erstmal laufen lassen damit den Konzernen Zeit zum Geldzählen bleibt.



    Von Anfang an hätten klare Spielregeln vor allem bei Kindern eingeführt werden müssen.



    Wenn der Mensch was nützliches erfindet, bleiben Vorsorge und Weitblick immer hinten dran.

    • Vigoleis

      @Andreas Flaig:

      1) Jede Erfindung, ausnahmslos, entfaltet im Verlauf ihrer Anwendung positive und negative Folgen. Das meiste davon wird aufgrund des optimistischen menschlichen Strebens vorher nicht erkannt.



      2) Zur Conditio humana gehört es, dass der Mensch alles in seiner Möglichkeit stehende realisieren wird. Koste es, was es wolle.



      3) Hinterher ist man immer schlauer.

      • Andreas Flaig

        @Vigoleis:

        Leider wird das Streben zu oft mit dem fetten Gewinn vernebelt und Zeit genug hatten wir, um aus Fehlern zu lernen. Hinterher.

  • Eichhörnchen99

    Sie schreiben doch selbst, dass die taz keine Ausnahme bildet und ihre Leser:innen mithilfe von Algorithmen an sich bindet. Einen gesunden Umgang mit Social Media gibt es nicht. Gesunder Umgang wäre einer, der das Ganze für die Konzerne unlukrativ machen würde, sodass sie den Betrieb einstellen würden. Bei diesen Medien geht es darum, Ihre Daten abzugreifen. Würden alle die App nur maximal eine Stunde am Tag nutzen, sie nicht auf dem Handy mit sich tragen etc., würde der gesamte Betrieb eingestellt. Es ist eine Farce, sich einzubilden, es gäbe einen gesunden Pakt mit dem Teufel. Ich lese die taz online und spende. Ich muss „mühsam” den Browser öffnen und „taz.de” eingeben. Wenn das schon zu viel verlangt ist von angeblich kritischen Menschen ... Das Problem sind nicht nur die Konzerne, sondern auch eine Faulheit und Lethargie, die die Menschen zu Bingewatchern und Scrollern macht. Vor zwei Jahren habe ich jede Plattform verlassen, mit Ausnahme von YouTube. Es lohnt sich. Es gibt einem Zeit und Selbstbestimmtheit zurück. Alles andere ist Augenwischerei.

    • Budzylein

      @Eichhörnchen99:

      Die Argumentation, die Sie hier bringen, können Sie ebenso gut auf das gesamte Internet beziehen, vor dessen Einführung viele Linke vor einigen Jahrzehnten vehement gewarnt haben. Der Umstand, dass es überhaupt ein Internet gibt, in dem Sie etwas für Sie Wertvolles finden können, und dass Sie Geräte erwerben konnten, mit denen Sie Zugang zum Internet haben, verdanken Sie demselben "Teufel", mit dem Sie bei jeder Internetnutzung und vor allem bei der Nutzung von YouTube zu paktieren gezwungen sind. Ohne Internet geht praktisch nichts mehr, und irgendwelche Kapitalisten verdienen daran. Immerhin gibt es auch zuhauf Non-Profit-Plattformen und -Webseiten, die man trefflich nutzen kann; ob es diese aber überhaupt gäbe und ob der Großteil der Bevölkerung Zugang zu ihnen erhalten könnte, wenn man mit dem Internet keine Profite machen könnte, wage ich zu bezweifeln.

      • Ingo Bernable

        @Budzylein:

        Meiner Erinnerung nach wurde das Netz in der Anfangsphase gerade von linker Seite aus mit riesigen Hoffnungen verknüpft, mit Ideen vom Global Village, freiem und ungehindertem Zugang zu Wissen (Wikipedia) und Information (Indymedia (in den Anfangstagen)), Kontrolle der Mächtigen (WikiLeaks) verknüpft mit Sharing Ökonomie und Open Source. Man erhoffte sich freie und uneingeschränkte Kommunikation, Emanzipation und eine Wunderwaffe gegen den planetaren Kapitalismus, bekam dann stattdessen aber Desinformation, Fake News, Paywalls, Abo-Fallen, Netzwerkeffekte und eine digital vernetzte rechte Internationale.

        • Budzylein

          @Ingo Bernable:

          Es gab in der Linken unterschiedliche Meinungen dazu, aber in Deutschland überwog nach meiner Erinnerung die Skepsis, zumal das Internet eine Schöpfung der kapitalistischen Länder war; der Realsozialismus bekam ja im Bereich IT praktisch nichts gebacken.

          Die Affinität zu technischem Fortschritt war damals in großen Teilen der Linken einer schon fast religiösen Ablehnung bestimmter Techniken gewichen. Linke Medien waren z. B. auch voll mit Artikeln, in denen jegliche Gentechnik pauschal abgelehnt wurde, auch in der Medizin, bezüglich derer ständig der angeblich irrationale Glaube an die "Heilsversprechen der Konzerne" so lange kritisiert wurde, bis sich diese Pauschalkritik bis auf die Knochen blamiert hatte und die Kritiker selber froh waren, mit gentechnisch hergestellten Arzneimitteln bzw. Impfstoffen versorgt zu werden.

          Hinsichtlich des Internets haben sich aus meiner Sicht die von Ihnen beschriebenen Hoffnungen eines Teils der Linken durchaus erfüllt. Aber wie bei jedem Fortschritt im Bereich der Verbreitung von Informationen (z. B. Buchdruck, Radio, Fernsehen) wird dadurch zugleich auch die Verbreitung von Desinformation und Ideologie gefördert.

          • Eichhörnchen99

            @Budzylein:

            Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Fehlinformationen noch in Zeit- und Propagandaschriften, auf Flugblättern und per Mundpropaganda verbreitet. Hier geht es um algorithmische Technologien, die von Kognitionspsychologen in Zusammenarbeit mit Programmierern gezielt entworfen wurden, um Menschen süchtig zu machen. Dieses Prinzip ist uns aus der Lebensmittelindustrie bekannt. Während Kindern Alkohol und zu viel Zucker verboten wird und ihnen Körperhygiene, Sprache und soziales Miteinander beigebracht wird (im besten Fall), sollte man sich fragen, wieso ausgerechnet im Fall von sogenannten Sozialen Medien jegliche Schutzmechanismen außer Kraft treten sollen. Das Internet kann durch VPNs, gespeicherte, sichere Seiten und spezielle Browser bzw. Suchmaschinen sehr wohl kinder- und jugendgerecht gemacht werden. Tiktok, Snapchat, Instagram, Facebook, etc. gibt es nur als suchtinduzierende Maschinen, weil sie so aufgebaut sind. Ich verstehe nicht, warum das für manche so schwierig zu verstehen ist. Das Radio basiert ebenfalls auf Militärtechnologie, war aber nie der Grund für einen rasanten Anstieg von Essstörungen und Suiziden unter Jugendlichen.

      • Eichhörnchen99

        @Budzylein:

        Ja, das aktuelle digitale Ökosystem weist massive politische und ökologische Fehlentwicklungen auf, die als verwerflich kritisiert werden. Das Internet ist kein neutraler Raum, sondern stark von Profitgier, Monopolen und hohem Ressourcenverbrauch geprägt. Aber zu sagen es sei dasselbe wie Social Media ist einfach unfassbar verkürzt und als Gegenargumentation völlig unbrauchbar, um ehrlich zu sein. Technologie ist immer ein gesellschaftliches Kosten- und Nutzenspiel. Zu behaupten das Internet an sich und Meta, Tiktok etc. seien da identisch zu bewerten ist schlicht falsch.

      • Eichhörnchen99

        @Budzylein:

        Das Internet gehört niemandem als Ganzes, sondern setzt sich aus einem dezentralen Verbund vieler Netze, Server und Organisationen zusammen. Da sind sie leider auf dem Holzweg. „Linke“ nutzen das Internet seit jeher zur Organisation und Verbreitung von Information.

        • Ingo Bernable

          @Eichhörnchen99:

          Rein technisch gesehen ist das zwar richtig, dennoch ist die reale Konzentration massiv. AWS, Azure und GCP vereinen zusammen allein 2/3 des globalen Cloud-Hostings auf sich, rund die Hälfte des weltweiten Traffics entällt auf eine Handvoll Big Tech Konzerne, auch bei den CDN herrscht eine krasse Marktkonzentration, ...



          Angesichts dessen muss man sich eigentlich fragen ob die dezentralen AS nicht inzwischen eher eine bequeme Option für einige große Konzerne sind die Kosten ihres Traffics zu externalisieren.

          • Eichhörnchen99

            @Ingo Bernable:

            Ja, das ist richtig. Das Cloud-Capital, wie Varoufakis es nennt. Doch Privatpersonen wie Sie und ich brauchen das alles nicht. Eine Cloud ist schließlich nur ein Computer, der woanders steht. Ich betreibe eine Website, die im Monat von zwei bis drei Menschen besucht wird. Ich bezahle im Jahr 30 Euro für das Webhosting einer Firma in Karlsruhe, die zu einem österreichischen Konzern gehört. Der Inhalt der Homepage liegt auf meinem Rechner. Dass Staaten für ihre Systeme Deals mit Big Tech machen, ist nicht verwunderlich. Privatpersonen kommen sehr gut ohne aus, wenn sie denn wollen. Um das nochmal zum Thema hin zu lenken: die Verantwortung sich als halbwegs fähiger und gebildeter, erwachsener Mensch, nicht korrumpieren zu lassen, liegt bei jedem einzelnen. Das ist wie kein Nestlé kaufen. Kann mal passieren, sollte es aber nicht zu oft. Dann zu sagen: von 30 Sachen im Regal sind aber 20 von bösen Konzernen, mindert die Möglichkeit sich für eines der restlichen 10 zu entscheiden eigentlich nicht.

  • Janix

    Nicht nur Social Media ... das taz-Forum!! ; )

    Ein schöner Satz ist da auch immer: Kinder tun sowieso nie das, was mensch ihnen sagt. Sie tun das, was mensch ihnen vormacht.

    • Tom Tailor

      @Janix:

      Oder das Gegenteil davon :D

      Ab einem gewissen Alter haben Eltern ausgedient eine Vormach- oder Vorbildfunktion zu sein - das sind dann andere.

      • Der olle Onn

        @Tom Tailor:

        Maybe. Aber diese Anderen machen dann in diesem Falle leider auch alle das gleiche...

  • Reiner Schwope

    Es wird eine Zeit geben, da werden "soziale" Medien getragen von Megakonzernen so was von old school sein. Meine Zeit am Telefon ist bei unter zehn Minuten die Woche und die Megakonzerne habe ich weitestgehend hinter mir gelassen. Ab und zu poste ich etwas zu meinen Artikel auf Bluesky oder Mastodon und wenn ich sehe, welche Inhalte da in meinem Feed erscheinen, dann spüre ich, meine Entscheidung ist gut für mich. Ich gehe in die Natur, treibe Sport und Yoga, schreibe Artikel und lade internationale Fahrradgäste bei mir zum Übernachten ein. So ist Leben! Und noch eine Idee aus einem meiner neuen Artikel über Resilienz: Lasse den Körper gute Erfahrungen machen, mit dem Kopf können wir wirklich wenig für uns "entscheiden".

    • Ohne_Mitte_geht_nix

      @Reiner Schwope:

      Namasté...🤣

    • Wirrwicht

      @Reiner Schwope:

      Das muss man sich auch leisten können

  • Bürger L.

    Das eigene Verhalten zu hinterfragen ist nie verkehrt, ob beim Einkauf, bei der Ernährung beim Konsumverhalten insgesamt.

    Angesichts der Marktmacht von Konzernen (in allen möglichen Bereichen) ist allerdings darauf zu achten, dass es nicht zu einer Opfer/Täter Umkehr kommt.



    Die übermäßige Bindung an Soziale Medien bis hin zur Sucht, die eindeutig durch gezielt eingesetzte Algorithmen entsteht, liegt in der Verantwortung der Konzerne.

    • Bauer Gerry

      @Bürger L.:

      Die übermäßige Nutzung liegt natürlich in der Verantwortung jedes Einzelnen und nicht in der Verantwortung von Konzernen, die daran verdienen wollen.

      Aber tatsächlich sind die allermeisten Menschen zu leicht an der Nase herumzuführen, ohne eigenverantwortlich zu handeln.

    • T-Rom

      @Bürger L.:

      Richtig! Produkte, die gezielt darauf ausgelegt sind, die Dopaminausschüttung zu triggern müssen entsprechend reguliert werden, wenn man die gesundheitlichen / sozialen Risiken erkennt. Vorbildfunktion von Erwachsenen ist ein Teilaspekt, aber nicht der Hauptpunkt wo man ansetzen muss. Alkohol und andere Suchtmittel werden ja auch Kindern nicht zugänglich gemacht und es gibt das gesetzliche Regelungen.

  • Martin Rees

    "Nein, wir müssen uns auch an die eigene Nase fassen, die schon wieder vor einem Smartphone hängt. Auch für die taz gibt es ein Social-Media-Dilemma."



    Früher saß ich im Regionalzug, im Bus oder in der U-Bahn mit der Print-Ausgabe der taz und konnte diese Zeitung aus Papier physisch teilen, auch später noch im Sozialraum bei der Arbeit auslegen. Jetzt sitze ich mit dem Smartphone im ÖPNV und es sieht auf Distanz nicht anders aus als bei Nutzer:innen sozialer Medien dieser genannten Konzerne.



    Andere arbeiten bereits auf dem Weg ins Büro für ihre Firma mit dem Smartphone, der Schein ist nicht Sein.



    Die Zahlen zur realen Nutzungsdauer "sozialer Medien" sind wahrscheinlich entsprechend differenziert als Teil der offiziellen Statistik nachprüfbar.



    "sollte sein eigenes Verhalten kontrollieren. Erwachsene sind hier oft kein gutes Vorbild."



    Eine 'weiße Weste' ist für die Älteren/ Erwachsenen der Gruppe der Boomer:innen wahrscheinlich keine 'kasuistische Rarität'.

    • andre stockmann

      @Martin Rees:

      das ist aber ne faule ausrede. die sucht besteht darin, das teil den ganzen tag im gesicht zu haben, nicht warum.

      • Martin Rees

        @andre stockmann:

        Die Sucht kommt durch die Programmierung und die speziellen Funktionen in "social media".



        Dies trifft auf eine Suszeptibilität noch unreifer und besonders formbarer Gehirne (Plastizität).



        /



        "Social-Media-Sucht



        Warum dahinter mehr steckt als Algorithmen



        Bis zu sechzehn Stunden am Bildschirm: Social-Media-Algorithmen belohnen den nächsten Reiz, Selbstkontrolle fällt besonders Kindern schwer. Was fördert Mediensucht sonst noch und was hilft?..."



        www.deutschlandfun...cht-ebola-100.html

    • Der olle Onn

      @Martin Rees:

      "Früher saß ich im Regionalzug, im Bus oder in der U-Bahn mit der Print-Ausgabe der taz und konnte diese Zeitung aus Papier physisch teilen..."



      Ob Zug oder Zuhause - genau das ist der Grund weshalb ich mir immer noch unsere gedruckte Provinzausgabe der MZ antue - mitsamt Textdopplungen, Schreibfehlern und fast täglich wiederkehrenden immergleichen Veranstaltungsmeldungen...

  • Philippo1000

    Oja!



    Selbstwirksamkeit.



    Natürlich ist das Smartphone längst Statussymbol und somit ein vergleichsweise billiger ( statt Auto) Ausweis in die "schöne neue Welt".



    Es ist mir persönlich unklar, aber die meisten Menschen empfinden das Leben in der Parallelwelt mittlerweile als wichtiger.



    Der Vorteil ist, dass reale Probleme somit wegegefiltert werden können.



    Erwachsene, die mit dem Handy labern, statt mit dem Baby im Kinderwagen und im Schwimmbad daddeln, statt aufzupassen, wo die Kinder paddeln, ist mittlerweile der übliche Anblick.



    Einstiegsdrogen sind erfolgreich, weil sie scheinbar ungefährlich und billig zu haben sind.



    Für social media trifft beides zu und der "Erfolg" gibt ihnen Recht(!?).



    Immerhin wird das Problem für Kinder mittlerweile erkannt.



    Rauchen auf dem Schulhof zu verbieten schützte in der Vergangenheit die Eltern aber auch schon nicht vor der gleichen Dummheit.



    Verbote haben Signalwirkung. Daher sind sie in diesem Bereich sinnvoll.



    Die "Freien Bürger" haben sich selbst unfrei gemacht und legen ihr Hirn beiseite, wenn gechattet wird.



    Gut, dass es KI gibt, damit werden Krankheiten bekämpft!



    Avatar Mr. Müller lässt die Person - trotz Demenz- einfach weiter antworten!

  • Hanno Homie

    Persönliche Verhaltensänderung ist persönlich wichtig, aber sie reicht für wirkliche Veränderung überhaupt nicht aus.

    Lukas Wallraff bringt ja sogar die richtigen Beispiele die das illustrieren (zieht aber den falschen Schluss):



    Im Auto sollte man wegen der Kinder nicht rauchen. An der Macht der Tabakkonzerne (die z.B. Rauchverbote in Kneipen oder Werbeverbote jahrzehntelang hinausgezögert haben) ändert diese Verhaltensänderung aber nichts.

    Und bitte nicht vergessen: Das Mantra "Ich bin dafür selbst verantwortlich das zu regeln." ist 1:1 Kern neoliberaler Gouvernementalität.

    Die (a)sozialen Medien gehören reguliert und zwar dringend. Die Instrumente dafür sind alle da. Datenschutz z.B.: Das Geschäftsmodell der Konzerne läuft zu einem großen Teil über die Sammlung und den Verkauf von Daten, bzw. den Verkauf von Aufmerksamkeit anhand von gesammelten Daten. Das könnte man komplett unterbinden. Oder Interoperationalität: Die Konzerne setzen alle auf Strukturen die die User einsperren (Outlinks z.B. werden systematisch benachteiligt, Protokolle sind nicht offen standardisiert etc.). Auch das könnte man gesetzlich regeln und empfindliche Strafen bei Zuwiderhandlung festschreiben.

    • Ruhig bleiben

      @Hanno Homie:

      Seit wann bitte ist Selbstverantwortung neoliberal?

      • Wirrwicht

        @Ruhig bleiben:

        Muss man das immernoch erklären? Das ist der gleiche Trick wie mit dem CO2-Fußabdruck.

  • Mondschaf26

    Bei „Erwachsenen" ist das was ganz anders...



    taz.de/tomkariseit...017-05-06/tom.webp

  • Astrid Sehnefeld

    "Wer Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche fordert, sollte sein eigenes Verhalten kontrollieren."



    Wir verbieten Kindern auch saufen, rauchen, Auto fahren oder Pornos...🤷



    Kinder sind noch nicht strafmündig und später bedenken wir sie mit einem Sonderstrafrecht für Jugendliche.



    Kinder müssen in der Regel auch früher ins Bett.



    Kinder sind Kinder.



    Erwachsene sind Erwachsene.

    • Tom Tailor

      @Astrid Sehnefeld:

      "Wir verbieten Kindern auch saufen, rauchen, Auto fahren oder Pornos...🤷"

      Der Unterschied ist: diese Verbote sind leicht auszusprechen, da Kinder keine Möglichkeit haben Alkohol, Zigaretten oder Autos zu beziehen. Wenn aber etwas bereits zur Verfügung steht, sieht es ganz anders aus. Das Verbot würde sich auf einen Teilaspekt der ohnehin täglichen Nutzung eines Smartphones beziehen, welches ohnehin die Kommunikationsgrundlage der meisten Kinder heutzutage ist.

      Auch die Vorbildfunktion der Erwachsenen findet da schnell ihre Grenze, da diese hinsichtlich der Smartphone Nutzung keine Vorbilder mehr sind.

  • Residuum

    Ich sehe das anders: So wie die Social-Media-Plattformen von den Digitalkonzernen angelegt sind, zerstören sie den Diskurs und sind Radikalisierungsmaschinen. Ja, sie sind nicht nur für Kinder und Jugendliche schädlich, sondern auch für Erwachsene und sollten deshalb komplett verboten werden.

    • tazzy

      @Residuum:

      Natürlich sind es Radikalisierungsmaschinen, aber ein komplettes Verbot zu fordern ist total weltfremd und Energieverschwendung.



      Stattdessen sollten wir alle fordern, dass die Tech-Konzerne Inhalte moderieren und dazu gezwungen werden offensichtlich toxische Inhalte sofort zu blocken.

      Die verdienen buchstäblich Milliarden, sie könnten also problemlos 100.000 menschliche Moderatoren einstellen und das aus ihrer Portokasse bezahlen. Ganz abgesehen davon, dass man die Erkennung von groben Beleidigungen und Hass auch per Software automatisieren kann. In die Entwicklung dieser Software sollte man Geld stecken oder die Software vorsortieren und Zweifelsfälle dann von Menschen entscheiden lassen.

      Normale, nichttoxische Plattformen sind also durchaus möglich, man muss es aber den Plattformen vorschreiben, den die haben daran kein Interesse. Im Gegenteil: Konflikte, Hass und extreme Emotionen werden vom Algorithmus gefördert, da diese dafür sorgen, dass Leute länger interagieren und online sind.

  • axiom

    Seit es den Druck gibt, gibt es Schlagzeilen , Fortsetzungen, Einleitungstexte, die in den Artikel locken.



    Seit langem gibt es in Film und Fernsehen Werbeeinblendungen, gegen die man sich nicht wehren kann.

    Olle Kamellen.

    Meta und Co machen nix anderes, nur vielleicht geschickter.

  • Zuversicht

    Tja, Lehrer oder Lehrerinnen sind oft die ersten Menschen, die auf kein Handy schauen. Schwierig, den sorglosen - verantwortungslosen - Umgang der Verwandtschaft noch auszugleichen.

  • Jeff

    Immer kommen diese Kommentare, ein Verbot sei nicht die Lösung, selber vorleben, usw.



    Hört doch bitte endlich einmal alle auf zu relativieren, wie Scheiße die Konzerne hinter den "sozialen" Medien wirklich sind.



    Kein Maß an Selbstkontrolle und selbstkritik kann aufwiegen, was diese Firmen wissentlich und absichtlich der Gesellschaft antun.



    Statt sich selber (oder andere) für zu häufiges aufs-Handy-Gucken zu kritisieren sollte man diese Konzerne endlich aus dem Internet schmeißen und gesellschaftlich ächten.



    Ausschluss aus der Gesellschaft ist das einzige, was hier wirklich helfen wird.

    • Tom Tailor

      @Jeff:

      Es mag Sie überraschen, aber mit tut kein einziges dieser Unternehmen irgendetwas an. Warum: ich nutze einfach diese Social Media Apps nicht und bin kein Teil davon. Es liegt ganz an einem selbst ob und wie sehr man sich davon vereinnahmen lässt. Mein Handy lädt auch in Ruhe auf der Fensterbank des Büro-Arbeitsplatzes und ich schaue in dieser Zeit zweimal darauf: in der Mittagspause und kurz vor Feierabend. Also: was ist das Problem???

    • Oma

      @Jeff:

      Dann kommt halt der nächste und macht was noch Pfiffigeres.

  • Fabian Lenné

    Doch, Social Media wird sich ändern müssen. Deren Suchtpotenzial ist erwiesenermaßen sehr hoch. Nur zu sagen, die Menschen sollen sich halt zusammenreißen greift zu kurz. Einem alkohlkranken Menschen zu sagen, er solle doch einfach aufhören zu trinken ist eher peinlich für den Sprechenden. Es zeugt von wenig Lebenserfshrung.

  • Dietmar Rauter

    Ich wundere mich, dass in der Politik eigentlich nur zugeschaut wurde, was die 'bösen' Konzerne da so treiben. Der Pseudoliberalismus erlaubt es jedem und allen, mit Hilfe von Meta & Co jeglichen Unsinn oder Werbung bis zum geht nicht mehr zu vertreiben ohne richtige Handhabe gegen Betrüger und Schönfärber. Eigentlich sollte jegliche Influenzer lizensiert werden, damit es eine Handhabe gegen Lügen, falsche Versprechungen und illegale Einflüsse gibt.... Mein Tip : Wir bekommen demnächst eine große Arbeitslosigkeit auch unter jungen Menschen. Warum diese ausbilden, damit sie echte Live-Auftritte in ihren Umkreis, in den Kulturtempeln, Gemeindesälen, aber auch gerne (früheren) Kirchen absolvieren, die die Menschen gemeinsam erleben und wieder zusammenbringen ? Instagram und Chat-GBT : Strom abschalten und selber machen und denken.

  • Kabelbrand Höllenfeuer

    Mir ist auch nicht klar, warum die Klage sich ausschließllich auf Jugendliche beschränkt. Als Smartphone-Verweigerer (gerade weil Nerd) bin ich seit über einer Dekade umzingelt von ferngesteuerten Telefontrottel, die nicht einmal mehr den Unterschied zwischen öffentlichem Raum, Privatem, Realität und Funktion kennen. Der ganze digitale Schrott bedeckt als manipulativer und verdummender Layer alle Wirklichkeit und macht aus allem Unterhaltung.



    Die Leute haben sie schlichtweg nicht mehr alle, die sind vermutlich auch noch ganz zufrieden, wenn sie in ein paar Jahren von AI in den Zoo gesperrt werden, solange sie sich endlos durch Videos mit singenden Autotune-Welpen scrollen können.

    • Der olle Onn

      @Kabelbrand Höllenfeuer:

      Sie sind ja wirklich ausgesprochen klar und deutlich!



      Und Sie sprechen mir (ebenfalls ultimativer Verweigerer) so was von aus der Seele...



      Jo, die Digitalisierung wird für erstaunlich viele vermutlich erst dann abgeschlossen sein, wenn sie - auf welche Art auch immer - in ihrem Hosentaschenhilfsgehirn verschwinden können und dem physischen Dasein mit all seinen fürchterlichen Schmerzen, Zumutungen und komplexen Anforderungen adieu sagen können...

    • Kabelbrand Höllenfeuer

      @Kabelbrand Höllenfeuer:

      Edit: Fiktion, nicht Funktion.

  • Sam Spade

    Die digitale Welt folgt anderen Regeln. Social Media beruht auf Gruppenzwang kombiniert mit Algorithmen die Anreize bieten und die Neugier von Kindern wecken.

    Meine Frau und ich nutzen überhaupt kein Social Media sind also die besten Vorbilder in der Hinsicht. Hat bei allen unseren Töchtern wenig genützt. Mit 13 Jahren fing es an und artete aus. Wenn wir gemeinsam unterwegs waren wurde das Smartphone dann später gleich in der Hand behalten, um nur einmal schnell nachzusehen. Für meine Frau als Ärztin war das ein erstes Anzeichen für einen Suchtfaktor. Darauf haben wir den Stecker gezogen und ein Zeitlimit auf allen Geräten direkt über das Betriebssystem eingerichtet. Das hat die entsprechende Wirkung gezeigt. Wichtig ist es den Kindern die Maßnahmen ausführlich zu erklären, damit es nicht als Bestrafung angesehen wird.

    Daher widerspreche ich dem Autor auf ganzer Linie. Schuld sind ausschließlich die Konzerne die durch wohlkalkulierte Maßnahmen Kinder und Jugendliche manipulieren und dadurch Abhängigkeiten schaffen die wiederum zu neuen Abhängigkeiten führen. Stichwort Gruppenzwang.

    • Ruhig bleiben

      @Sam Spade:

      Und hier widerspreche ich auf ganzer Linie, weil es zunächst gesellschaftliche Ursachen hat.

      Gruppenzwang gab es leider schon immer und wird es auch immer geben, auch ganz ohne Konzerne.

      "Konzerne sind schuld" ist hier eben zu einfach und zu billig.

      • Sam Spade

        @Ruhig bleiben:

        Aha. Und die Social Media Plattformen haben nicht dazu beigetragen die gesellschaftlichen Ursachen oder besser Zustände mit heraufzubeschwören? Oder durch ihre Inhalte neue Wege aufgezeigt, die es in der Art vorher in der Gesellschaft gar nicht gab?

        Gruppenzwang auf Plattformen hat übrigens andere Auswirkungen in der Realität, als der allgemein bekannte. Wenn sie sich dem Zwang der Gruppe entziehen und keinen Alkohol trinken, dann ernten sie vielleicht Spott oder Kritik, das war es dann aber auch. Entziehen sie sich den Gruppenchats als Teenager, werden sie ausgegrenzt weil sie keinen Überblick mehr über das Geschehen haben und nicht mehr mitreden können. Sie sind dann out. Beim ersten Beispiel sind sie nur vom "erlesenen" Kreis der Gruppe ausgeschlossen wenn sie Alkohol trinkt. Aber nicht von der Gruppe als Ganzes.

  • Bernd Namislo

    Nun, das ist ja klar. So ist es ja mit allen Süchten. Man ersetze „Social Media“ durch Rauchen (wird erwähnt), Alkohol, Zucker, Workoholismus, Shoppen, Autoliebe …