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Anschläge auf Bahn und StromnetzLinksextremisten? Nur ein Verdacht

Kommentar von

Jost Maurin

Wer Anschläge vorschnell Linksextremisten zuschreibt, verwechselt Verdacht mit Beweis. Gerade in Zeiten hybrider Angriffe ist das gefährlich.

A uch wenn konservative Medien es suggerieren: Bisher ist keinesfalls nachgewiesen, dass Linksextremisten den Brandanschlag auf die Bahnstrecke zwischen Köln und Düsseldorf vergangene Woche verübt hätten. Oder den Anschlag auf das Stromnetz im Januar in Berlin.

Zwar gibt es Bekennerschreiben auf der linksradikalen Internetseite indymedia. Aber: In diesem Portal kann jeder posten. Man könnte sich dort einer Tat bezichtigen, ohne sie selbst begangen zu haben – oder sie Nichtbeteiligten in die Schuhe schieben. Deshalb reichen Posts dort nicht, um einen Anschlag einer linksextremistischen Gruppe zuzuschreiben. Sie begründen allenfalls einen Verdacht.

Nach jahrelangen Ermittlungen keine Festnahme

Mehr Hinweise auf die Täter sind nicht bekannt. Die mutmaßlichen „Vulkangruppen“ sollen seit 2011 Brandanschläge in Berlin verübt haben, vor allem den auf das Stromnetz Anfang 2026. Doch auch nach 15 Jahren Ermittlungen gibt es keine einzige Festnahme. Ähnlich erfolglos ist die Suche nach dem mutmaßlichen „Kommando Angry Birds“. Unter diesem Namen tauchen seit 2023 Bekennerschreiben zu Brandanschlägen auf die Bahn in Nordrhein-Westfalen auf, auch zu dem Brand vergangene Woche.

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Dennoch schrieb nun die Frankfurter Allgemeine Zeitung über diesen Anschlag: „Hier ist eine weitere linksextreme, ökoterroristische Gruppe am Werk.“ Solche Behauptungen sollten seriöse Medien nach jetzigem Erkenntnisstand nur mit Einschränkungen wie „mutmaßlich“, „möglicherweise“ oder „angeblich“ aufstellen.

Das gilt gerade in einer Zeit, in der Russland laut Bundesamt für Verfassungsschutz „hybride Angriffe“ gegen Deutschland unternimmt. Im Dezember 2025 wurde in Ulm und anderen Orten Bauschaum in Autoauspuffe gesprüht; auf den Fahrzeugen fand die Polizei Sticker mit einem Bild des damaligen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck und der Aufforderung „SEI GRÜNER!“. Prompt kritisierte die Bild-Zeitung eine „neue Chaos-Taktik der Klimaaktivisten“. Später stellte sich heraus: Für die Tat war offenbar die russische Propaganda-Agentur SDA verantwortlich.

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Jost Maurin Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

Jahrgang 1974. Er schreibt vor allem zu Ernährungsfragen – etwa über Agrarpolitik, Gentechnik und die Lebensmittelindustrie. 2026 nominiert für den Wächterpreis. Journalistenpreis "Faire Milch" 2024 des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter. 2018, 2017 und 2014 gewann er den Preis "Grüne Reportage" des Verbands Deutscher Agrarjournalisten. 2015 "Bester Zweiter" beim Deutschen Journalistenpreis. 2025 nominiert für den Deutschen Journalistenpreis, 2022 nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis (Essay "Mein Krieg mit der Waffe"), 2013 für den "Langen Atem". Bevor er zur taz kam, war er Redakteur bei der Nachrichtenagentur Reuters und Volontär bei der Süddeutschen Zeitung.
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39 Kommentare

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  • Ich finde der Autor verwendet sichtlich einen Doppelstandard. Ja, es können auch die Russen oder irgendwelche Leute sein. Es können aber auch genausogut Linksradikale sein.



    Und das man dies nicht beweisen kann, ist halt Problem des Rechtsstaates. Wie oft kann es nicht zweifelsfrei leider auf rechter Seite nachgewiesen werden, dass es für eine Verurteilung reicht? Und da wird geschrieben, die Justiz ist auf dem rechten Auge blind usw.

    Und auch der Versuch in den Kommentaren links und anarchistisch zu trennen. Ja gut, dann kann man auch jeden "Amokläufer" nicht als rechten Attentäter bezeichnen nur weil er irgendwo auf Twitter Mal was geschrieben hat was man als "rechts" deuten könnte.

    Ich glaube sowieso, die klare Trennung von politisch rechts und links gibt es so nicht mehr.

    • @Duplozug:

      Demnach könnten es Marsmenschen oder die FDP gewesen sein.

  • Jetzt fängt die selbe Diskussion an wie wo es in Berlin passiert ist und damals wurde irgendwelche andere Schuldigen gesucht und am Ende war es wie die ganze Zeit erwartet.

    • @Marcelo:

      Wie war es denn am Ende? Soweit ich weiß genau so unaufgeklärt wie im Artikel.

  • Nach Lektüre des ziemlich wirren Bekennerschreibens komme ich zu dem Schluss, dass der/die Verfasser*in(nen) sich entweder vollkommen aus der Realität ausgeklinkt hat/haben, oder aber, dass es in der Absicht geschrieben wurde, die wirklichen Klimaaktivist*innen zu diskreditieren.



    Aber ganz gleich, wer verantwortlich für den Brand ist und wer das Schreiben verfasst hat, am Ende nutzen solche Aktionen und "Manifeste" in jedem Fall Jenen, die schon immer wussten, dass "die Antifa" / Linke / Klimaaktivist*innen die wahre Gefahr darstellen.

    • @Klabauta:

      Und wenn Linke zivilen Ungehorsam praktizieren und deshalb ein braver Bürger zu spät zur Arbeit kommt, dann nützt das Rechen.



      Und wenn Linke eine Demo organisieren und deshalb die Einkaufsmeile werden muss und der brave Bürger deshalb ne Stunde lang nicht shoppen kann, dann nützt das den Rechten.



      Und wenn Linke auf diskriminierende und verletzende Sprache hinweisen und sich der brave Bürger ertappt fühlt weil er doch schon immer das N-Wort benutzt hat, dann nützt das den Rechten.



      Und wenn Linke nur für sich selber versuchen patriarchale und heteronormative Rollenbilder aufzubrechen und der brave Bürger das sieht und irgendwie bizarr findet, dann nützt das den Rechten.



      Und wenn Linke dann irgendwann aufhören links zu sein weil das ja nur den Rechten nützt, dann nützt auch das nur den Rechten.

      • @Ingo Bernable:

        Ich lehne wie Sie diese Art der Argumentation ab, möchte aber all die von Ihnen genannten Beispiele nicht mit einer vollkommen hirnlosen Aktion wie die einer Brandstiftung gegen die Bahninfrastruktur gleichsetzen. Das ist nicht (auch in meinen Augen legitimer) ziviler Ungehorsam, sondern schlicht dumm und kontraproduktiv. Zudem werden Menschen gefährdet, und an diesem Punkt setze ich eine klare Grenze.



        Haben Sie den Bekennerbrief gelesen? Er ist völlig wirr und quillt regelrecht über vor Selbstüberschätzung und Selbstgewissheit. (Zitat: "Für die Menschen in den Ballungszentren wird die Umstellung zu Beginn hart, unbequem und gefährlich, aber wir werden es schaffen.")

  • Ja, es können auch die Russen sein oder die Rechten und das Bekenntnis der Linksextremisten eine Fälschung sein.



    Problem ist bei vielen (den Großteil?) Linken und auch dieser Zeitung:

    Aus deren Sicht sind es NIEMALS Linksextremisten, sondern immer nur Rechte oder Russen. Eine von drei Möglichkeiten wird kategorisch ausgeschlossen, obwohl alle drei zutreffen könnten.



    Und wenn es dann doch mal nachweislich Linksextremisten sind, wird halt gesagt, das sind keine Linken. So einfach macht man es sich dann.

    Wobei, wenn man genau hinsieht ist das nicht mal nötig. Klar sind Linksextremisten keine Linken, sondern Linksextremisten. Das sind zwei verschiedene Wörter mit verschieden Bedeutungen.



    Warum fühlten sich Linke dann angegriffen, wenn es nicht um sie geht? Warum können viele Linke sich nicht eingestehen, dass es auch Extremisten unter ihnen gibt und sie einfach ablehnen und dann auch ihre Taten? Ist doch ganz einfach!

    Bei all den diversen Brandanschlägen in all den Jahren kann mir doch keiner erzählen, dass es immer Rechte oder die Russen gewesen sind?

    • @Eulennest:

      Wo ordnen Sie Anarchisten ein? Links, rechts oder unten?



      Wodurch genau unterscheiden sich Ihrer Meinung nach Links- und Rechtsextremisten und was unterscheidet diese wiederum von Anarchisten?

      • @Aurego:

        Anarchisten - zumindest die, deren Zielvorstellung keine brutal darwinistische Faustrecht-Zivilisation ist - würde ich grundsätzlich links einordnen. Ihr Gesellschaftsmodell beruht ähnlich wie die Theorie des Sozialismus (über seine Praxis schweigen wir jetzt mal, obwohl die wohl ihren Anteil am Aufkommen ananarchistischer Sozialmodelle hat) auf dem Postulat einer kollektiven, egaliären Vernunft, die solidarisch respektiert, das Jedem sein Stück vom Glück zusteht. Das ist nicht nur "nicht rechts" sondern eindeutig linke Denkschule.

      • @Aurego:

        Sinnlose Fragen.

        Die Leute ordnen sich doch selbst zu.

        Da interessiert nicht, wie Eulennest es definiert.

    • @Eulennest:

      Interessante Wahrnehmung Ihrerseits. Der Verfasser des obigen Artikels schreibt:

      "Deshalb reichen Posts dort nicht, um einen Anschlag einer linksextremistischen Gruppe zuzuschreiben. Sie begründen allenfalls einen Verdacht."

      Nirgendwo schließt er eine mögliche Tat durch Linksextremisten aus.

      Die FAZ hingegen weiß es schon genau,

      „Hier ist eine weitere linksextreme, ökoterroristische Gruppe am Werk.“

      Und wer urteilt da jetzt vorschnell und selektiv?

    • @Eulennest:

      Sehr guter Kommentar. Vielen Dank!

  • Zunächst gilt natürlich wie immer die Unschuldsvermutung. Diese schließt aber, sonst könnte es der Rechtsstaat gleich seinlassen, nicht aus, mögliche Täterschaft auf Wahrscheinlichkeit hin zu befragen, was zwangsläufig einschließt, Erfahrungswerte aus der Vergangenheit zu nutzen.



    Was nun die Anschläge auf sensible Infrastruktur betrifft, kommen wohl nur zwei Täterschaften ernsthaft infrage:



    1) von Russland gesteuerte Saboteure, a) um die Bevölkerung zu verunsichern und b) westliche Abwehrbereitschaft und -maßnahmen zu testen und zu provozieren.



    2) Linksextremisten, weil diese ein Fanal gegen die kapitalistische Verwertungslogik einer faschistoiden Gesellschaft entzünden möchten, und dies aus naheliegenden Gründen mit geringstem Aufwand und größtmöglichem Schaden für möglichste viele Menschen.



    Beiden ist gemeinsam, dass sie die Zivilbevölkerung als Medium missbrauchen, was in ihrer Logik begründet, aus der Tradition bekannt (und daher nicht Gegenstand von Verschwörungserzählungen) ist.



    Dass im Zeitalter des Internets natürlich die Gruppierungen wechselseitig und dazu noch alle möglichen anderen Trittbrettfahrer aktuelle Anschläge nutzen können, liegt in der Natur der Sache.

    • @Vigoleis:

      Sie haben 3) die Rechtextremisten, 4) Nationalisten und 5) Anarchisten vergessen. Man denke da z. B. an den Anschlag auf den Bahnhof von Bologna, auf das Oktoberfest, auf Strommasten in Südtirol, auf die Stromversorgung in Berlin ...

      So einfach, wie man glaubt, gelingt die Einordnung nicht.

      • @Aurego:

        Na, das ist ja ein tiefer Schluck aus der Geschichtspulle, obgleich es hier um ganz aktuelle Ereignisse geht. Bitte beim Thema bleiben!



        Darüber, ob man jetzt im Namen des Kommunismus oder des Anarchismus mordet, haben sich schon Fr. Meinhof selig und die Ihren die Köpfe heißgeredet. Ist eine akademische Frage im Linkenmilieu. Beim Nationalismus jüngeren Datums denke ich eher (um in der EU zu bleiben) an Regionen wie Katalonien oder Belgien, aber nicht an Ditschl. Und der terroristische Rechtsextremist sucht sich, Gott sei's geklagt, bekanntlich andere Ziele als die Infrastruktur, schon um es sich nicht mittelfristig mit Teilen der Bevölkerung zu verscherzen.



        Ganz allgemein: Terrorismus geht zwar meistens mit erheblichen charakterlichen Defiziten der Akteure einher, sonst wären sie zu derlei Grausamkeiten nicht in der Lage, die dahinter stehenden Interessen sind aber nicht so allegorisch, wie es manchen scheinen möchte.

        • @Vigoleis:

          Geschichtspulle? Wegen einiger Beispiele, die ein paar Jahre oder auch Jahrzehnte zurückliegen? Die Mechanismen und Mentalitäten haben sich in der Zwischenzeit nicht so stark geändert. Zum klassischen Linksterrorismus passen Anschläge auf Bahnanlagen eher nicht.

  • Der Zugverkehr kommt täglich dutzendfach zum Erliegen. Durch jahrzehntelange strukturelle Gewalt, Ignoranz heißt die, Gier nicht zu vergessen. Die reflexartigen Schuldzuschiebungen kann man genausogut als Schuldeingeständnisse deuten. So geht doch Populismus, oder?!

    • @in der Wiesche Wolfgang:

      Whatsboutismus zur Relativierung von Anschlägen?

  • Danke für den Hinweis. Ich hatte es auch schon geschluckt....

  • Dass einfach so jeder auf Indymedia posten kann, und es dann da stehen bleibt, stimmt einfach nicht. Die Betreiber nehmen regelmäßig Posts von der Seite, bei dem sie den (vermutlich durch Szenewissen gut begründeten) Verdacht haben, dass es eben nicht Linksextreme waren, die sich bekennen. Die zitierten Schreiben sind alle noch da, komisch...

  • 09.06.2026: Vorstellung des aktuellen Jahresberichtes zu politisch motivierten Straftaten (PMK) in der Pressekonferenz mit Herrn Münch (BKA) und Herrn Dobrindt (Bundesinnenminister).



    Demnach machen rechtsextreme Straftaten den größten Anteil aus (über die Hälfte aller PMK-Straftaten).



    Linksextreme Straftaten sind deutlich seltener, ein Plus von +37,9% 2023-2024 von wurde hervorgehoben, aber nicht eingeordnet



    Außerdem erfasst:



    Gewalt gegen Frauen, Gewalt gegen Lokalpolitiker, Gewalt gegen die Polizei (womit aber unerwähnt alle Arten von Einsatzkräften gemeint waren).



    Nicht erfasst: Angriffe auf Bundespolitiker sowie auf LGBTQ-Personen

    Während der Vorstellung der Zahlen als auch in den Antworten bei der Pressekonferenz konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die beiden Herren sehr bemüht waren, die Linken, verkürzt gesagt, unter Ignoranz von Zahlen und Fakten als Hauptakteure bei PMK und insbesondere bei Brandanschlägen darzustellen, um (als einzige prominente Konsequenz der Veranstaltung) abzuleiten, dass Gesetze und das polizeiliche Vorgehen gegen Linke dringend verschärft gehören.

    Können wir uns dann vor Angriffen auf die Zivilgesellschaft sicherer fühlen können?

  • Cui Bono? Sicher nicht irgendwelchen linksextremistischen Gruppierung oder der von Rechts gerne ins Feld geführten Antifa.



    Eher schon Putin und seinen Schergen in der AfD. Dass Russland seit mehr als zehn Jahren einen hybriden Krieg gegen den liberalen Westen führt und versucht das Vertrauen in die Regierungen zu erschüttern und die angegriffenen Länder zu destabilisieren, ist mittlerweile eine Binsenweisheit.



    Dass die deutschen Ermittlungsbehörden gerne vor allem die verdächtigen, die ins eigene Weltbild passen, sollte seit den NSU Morden auch bekannt sein.

    • @Flix:

      "Cui bono" ist ein gefährliches Argument weil man nie wissen kann wer langfristig profitiert und zudem die Intention der Täter negiert.

      Bei 9/11 haben alle "cui bono" gesagt und die Falken in der USA gemeint. Heute wissen wir dass die anschließende Interventionspolitik die USA geschwächt und vor allem China und Iran genützt hat.

    • @Flix:

      Cui bono bei Lina E.?

      Eher CDU und AfD.

      Ist Lina E. deshalb eine russische Agentin?

      Und Maja?

      Auch vom russischen Geheimdienst?

      Alles Binsenweisheiten ...

  • ... vielleicht sollten die Strafverfolgungsbehörden endlich einsehen, dass Bekennerschreiben einfach solange intern bleiben, bis es handfeste Beweise für die Authentizät gibt — die es aber nicht geben wird ...

    Aus diesem Grund muss das Veröffentlichen solcher Informationen leider als durchsichtiger Versuch "erstmal die Volksseele zu beruhigen" gesehen werden. das mag tragisch für die Behörden sein — lässt sich aber erstmal nicht ändern.

    Das müssen wir, und damit auch die zuständige Behörde, wohl aushalten. Wahrscheinlich ist es (die fehlenden Erfolge bei der Verfolgung der Straftäter) auch eine Folge allgemeinen Desinteresses und mangelnder Zivilcourage. Solche Taten passieren ja nicht im luftleeren Raum.

    • @Fritz Müller:

      Das ist kompletter Nonsens.



      Bekennerschreiben werden publiziert und Medie zugesspielt. Die Veröffentlichung ist ja grad Sinn unsd Zweck ser Sache!

    • @Fritz Müller:

      Indymedia, wo der Bekennerbrief veröffentlicht wurde, hat aber mit den Strafverfolgungsbehörden gar nichts zu tun.

  • Tja, wenn man z. B. beim russischen Geheimdienst arbeitet und den Auftrag bekommt, einen Angriff auf deutsche Infrastruktur Linksradikalen in die Schuhe zu schieben, um die Linken insgesamt zu diskreditieren (was der russische Geheimdienst ja wohl immer wieder tut), dann verübt man genau solche Anschläge und verkündet danach, man gehöre zu irgendeiner linksradikalen Terrortruppe mit einem blumigen Namen, deren Mitglieder - natürlich - unerkannt bleiben (außer falls mal ein Missgeschick passiert).

    Wenn man linksökologisch unterwegs ist, ist es eigentlich aus zwei Gründen völliger Blödsinn, Anschläge auf Anlagen der Deutschen Bahn auch nur zu erwägen:



    1. Die Bahn dient ja als Mobilitätsalternative par excellence für fossil angetriebene Straßenfahrzeuge.



    2. Bei der aktuellen Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn erringt man mit solchen Aktionen keine besondere Aufmerksamkeit (außer vielleicht bei der FAZ und ähnlich tickenden konservativen Blättchen). Die Bahn braucht solche Anschläge gar nicht - sie schafft auch alleine, kaum einen Zug rechtzeitig fahren zu lassen (bei uns waren neulich nachts Tiere auf den Gleisen, wir hatten aber auch schon kaputte Weichen und Signale etc.).

  • Man sollte doch eigentlich meinen, dass es für linksradikale Aktionsgruppen relativ simpel machbar sein müsste ihre Beknnerschreiben und Selbstbezichtigungen mit einer digitalen Signatur zu versehen um sicherzustellen, dass diese nicht verfälscht oder der eigene Name von irgendwelchen Wegwerfagenten für die Intressen des Kremls verwendet werden kann.

    • @Ingo Bernable:

      Ich würde vorschlagen, die Linksradikalen sollten einfach ein ordentliches Impressum mit ladungsfähiger Adresse anhängen.

    • @Ingo Bernable:

      Ein Zertifizierungsverfahren für linksradikale Gruppierungen ist so eine drollig deutsche Vorstellung.

    • @Ingo Bernable:

      Ich denke der Kreml dürfte da deutlich mehr Ressourcen und Know How zur Verfügung haben als irgendeine Linksextremistische Gruppe.......

      • @PartyChampignons:

        Die Gesetze der Mathematik dürften auch für den Kreml schwieriger zu brechen sein als das Völkerrecht.

  • Alles nicht so einfach.



    Warum kommt man wohl bei solchen Anschlägen darauf, dass es wahrscheinlich Linksextreme oder Klimaextreme gewesen?



    Klar, auch FalseFlag Aktionen sind immer möglich.



    Am Besten gar nicht vorverurteilen und dann konsequent ermitteln.



    Das gilt übrigens für jede Straftat.

    • @Leo Onlin:

      Dann würden Bekennerschreiben an sich nutzlos - und damit auch die Aktion selbst.

    • @Leo Onlin:

      Haben sie den Artikel überhaupt gelesen? Es gibt Bekennerschreiben.

  • Möglicherweise war es ein Anschlag aus russischer Feder um den Verdacht nicht auf die AfD zu lenken wurde das Bekennerschreiben auf einer für "Links" verdächtige Seite veröffentlicht. Die "alte" Presse zieht dann auch gleich die von Putin gewünschten Formulierungen. Daher ist die Zukunft des bekannten Journalismus in unserem Land leider auch angezählt, da bei den meisten Medien viel zu wenig exzelente Arbeit vollzogen wird, und viel zu häufig gegenseitig abgeschreiben, oder mit KI die Arbeit schnell erledigt wird, damit der Schreiber an den See fahren kann. oder etwa nicht?

  • Habe ich eh nie verstanden, was das bringen soll. Ich hatte irgendwann Mal einen Bekennerbrief gelesen, nach dem ich nur noch verwirrt den Kopf schütteln konnte.

    Heißt aber natürlich alles nichts, Menschen kommen auf die seltsamsten Ideen. Trotzdem ist das schon irgendwie absurd. Sowas fördert doch bestenfalls den Autoverkauf.