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SPD und HeizungsgesetzDebakel mit rotem Schleifchen

Stefan Reinecke

Kommentar von

Stefan Reinecke

Die SPD konnte sich beim neuen Heizungsgesetz nicht durchsetzen, die CDU brauchte diesen Sieg. Nun wird es für Mieter richtig teuer.

Die CDU brilliert, die SPD verliert – oder macht das, was sie am besten kann: die Sache verraten Foto: Christophe Gateau/dpa

D as neue Heizungsgesetz ist das Gegenteil von dem, was die SPD wollte. Es wird wahrscheinlich dafür sorgen, dass die Klimawende beim Heizen weitgehend zum Stillstand kommt. Denn es fehlen Anreize, sich von fossiler Energie zu verabschieden. Warum sollen Vermieter eine kaputte Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen, die auch mit Förderung in der Anschaffung weit teurer sein wird als eine neue Gastherme?

CDU-Fraktionschef Jens Spahn erklärte fröhlich, dass es bald genug billiges grünes Gas geben wird. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch ist ein erfahrener Klimapolitiker, der weiß, dass dies Unfug ist. Er stand ohne eine Miene zu verziehen neben Spahn.

Für die SPD ist dieses Gesetz doppelt übel. Ihre mühsam errungene klimapolitische Glaubwürdigkeit geht buchstäblich in Rauch auf. Und: Die Zeche für diesen Fehler werden die MieterInnen zahlen. Wenn Spahns Seifenblasen – die massenhaften billigen Biogasimporte aus der Ukraine – zerplatzt sind, werden Millionen MieterInnen fette Gasrechnungen blechen müssen. Daran ändern Absichtserklärungen, MieterInnen schützen zu wollen, wenig. Habecks Gesetz wollte zu viel zu schnell, Reiches Gesetz will zu wenig zu langsam.

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Konnte die SPD anders? Realpolitisch nein. Die Union wollte und brauchte diesen Sieg unbedingt. Die Merz-CDU hat vor der Wahl viele luftige Ankündigungen gemacht und eine Kehrtwende Richtung konservativer Gesellschaftspolitik und neoliberaler Wirtschaftspolitik versprochen. Doch die Abschaffung beispielsweise des Bürgergeldes spart eben keine zweistelligen Milliardenbeträge. Und mit der SPD gibt es keinen halben Abriss des Sozialstaates.

Realpolitisch verständlich

Umso vehementer war der Druck der Union beim Heizungsgesetz. Nichts braucht die Union derzeit weniger als eine rechtspopulistische Kampagne, die sie als „Habeck light“ diffamieren könnte. Diese Gefahr ist gebannt. Die 16-Prozent-Partei SPD konnte an dieser Front nichts gewinnen. Realpolitisch kann man diese Kapitulation sogar verstehen.

Der SPD fehlt allerdings ein brauchbarer Umgang mit Niederlagen. Sie neigt dazu, nach verlorenen Kämpfen ihre eigenen Desaster mit einem rotem Schleifchen zu versehen und zu verteidigen, was nicht zu verteidigen ist. Das Mindeste wäre, dass die SozialdemokratInnen Klartext reden, nämlich: Wir haben verloren. Und: Die Mär vom grünen, billigen Gas ist eine Lüge der Gaslobby.

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Stefan Reinecke
Korrespondent Parlamentsbüro
Stefan Reinecke arbeitet im Parlamentsbüro der taz mit den Schwerpunkten SPD und Linkspartei.
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49 Kommentare

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  • Guten Tag.

    Die Wortwahl, die die Springerpresse und national-konservative Kreise seit Februar 2023 in die öffentliche Diskussion hämmern, ist falsch und sollte von der taz nicht übernommen werden. Den Fehler haben die Grünen leider auch gemacht. Es gab und gibt kein Heizungsgesetz! Es gab das Gebäudeenergiegesetz und das soll demnächst Gebäudemodernisierungsgestz heißen. Da geht es um viel mehr als Heizungsanlagen. Darüberhinaus sollen weitere Standards abgebaut werden. Weniger Schall-/Brand-/Umweltschutz. Begründung: Bürokratie und Kosten. Dass mit Boden spekuliert wird, dass Makler sich bereichern, dass Konzerne und deren Anteilseigner sich über Servicegesellschaften ihre Rendite steigern. Dass die Förderbedingungen Wohlhabende bevorteilen. Dass manche Eigentümer die Wertsteigerung ihrer Immobilie von den Mietern bezahlen lassen. All das wird mit der GEG-Änderung zum GMG nicht bearbeitet. Das Ergebnis wird ohne substanzielle Änderungen bis Juni 2026 ein sozial- wie umweltpolitisches Desaster.

  • Wenn es zu teuer wird kann man die CO2-Abgabe streichen. Dann passt es wieder.

  • Es macht bei einem globalen Problem, wie dem Klimawandel, überhaupt keinen Sinnauf Importe von egal welchem Biokraftstoff zu propagieren, solange in dem Land der Herkunft dann vermehrt Kohle oder Öl verteuert wird.



    Wenn jeder dem anderen aus Imagegründen CO2 neutrale Brennstoffe wegschnappt ist nix gewonnen global. Erst wenn wir in bestimmten Bereichen echte Energieüberschüsse haben macht ein Export Sinn.

  • Ich denke, die reine Kostendiskussion bringt uns hier nicht weiter. 'Fette Gasrechnungen' auf der einen Seite und die ach so günstige Wärmepumpe auf der andern ist etwas platt.

    Wenn ich als Vermieter eine Gasheizung mit einer Gasheizung ersetze, dann ist das Instandhaltung und kann nicht auf die Miete umgelegt werden. Dafür mögen die Gaspreise für die Mieter in der Zukunft steigen.

    Wenn ich - wenn überhaupt möglich - eine Wärmepumpe einbaue, dann lege ich das als Modernisierung auf die Miete um. Zusätzlich haben die Strompreise auch eher die Tendenz zu steigen.

    Fernwärme bedeutet die Bindung an einen lokalen Träger, der die Preise bestimmt, ohne durch irgendeinen Wettbewerb gefordert zu werden.

    Für die Mieter wird das am Ende keinen so großen Unterschied machen, teurer wird es sicher.

  • Man muss das Thema einmal grundsätzlich sehen:



    Der Staat hat durch eine Förderung in den Markt eingegriffen.



    Ja es wurden Wärmepumpen gekauft. Diese machen auch Sinn.



    Aber warum kostet(e) trotz Förderung bei uns eine solche im Mittel ungefähr doppelt so viel wie in Frankreich, Großbritannien oder den Niederlanden? Auch in Österreich waren oder sind diese 35-40% günstiger als bei uns!

    Da stimmt doch grundsätzlich etwas nicht.

    • @Sole Mio:

      Der Staat übernimmt den Großteil der Kosten - da ist es nicht überraschend dass eine Wärmepumpe überall die Maximalförderung ausreizt.



      Klassisches Beispiel von gut gemeint ist nicht gut gemacht.



      Der fehlende Preiswettbewerb macht die Wärmewende unnötig teuer und fördert ineffiziente Strukturen und Lösungen bei den Herstellern. Das wird sich rächen sobald die stark subventionieren chinesischen Hersteller anfangen den hiesigen Markt aufzurollen.

    • @Sole Mio:

      Hier das ist doch genau das Thema.



      Das wird mir viel zu wenig diskutiert.



      Wie kann es sein, dass im Land von Aldi und Lidl mit dem härtesten Wettkampf bei Lebensmitteln... Die Wärmepumpen so viel teurer sind als bei unseren direkten Nachbarn? Wie kann das sein, und genau da sollte die Politik doch eingreifen.



      Wenn die Wärmepumpe nur halb soviel kostet, ist sie schon viel schneller wirtschaftlich Kim Vergleich zur Gas Heizung.

      • @Duplozug:

        Das liegt in erster Linie am Mangel an Monteurskräften (und -betrieben) und an der Art der Förderung. In Deutschland gibts die Förderung prozentual auf den Kaufpreis der Anlage inklusive Installation, in Frankreich oder UK dagegen per Festpreis.



        Bedeutet, je teurer die Gesamtkosten, desto höher die Förderung. Dadurch fehlt in Deutschland der notwendige Wettberwerb, der einen Preisdruck und damit auch realistische Kosten erzeugt.



        Wir sind im Übrigen das einzige Land in Europa, dass das so handhabt und haben gleichzeitig deutlich die höchsten Kosten für den Einbau einer Wärmepumpe. Allein das zeigt schon, wie fehlerhaft dieses Gesetz ausgearbeit ist.

  • Die CDU freut sich zu früh.



    Die Menschen können rechnen in BaWü.

  • Klar mit Merz kann man*frau weiter Verbrenner fahren und Atomkraftwerke auf dem Mond bauen - jedenfalls theoretisch.



    In der Bevölkerung setzt sich allerdings Vernunft durch.



    Die Zahlen der E Auto Verkäufe steigen.



    Die Wärmepumpe war die meistverkaufte Heiztechnik im vergangenen Jahr.



    Von der "tollen Agrardieselförderung" wollte nur die Hälfte der Berechtigten etwas wissen.



    Die BürgerInnen sind in der Entwicklung weiter als die rückwärtsgewandte Union.



    Das Heizungsgesetz bleibt sozial.



    Das ist der Erfolg der SPD bei der Sache.



    Von 30%bis 70% wird die Wärmepumpe nach Einkommen gestaffelt gefördert.



    Natürlich ist das neue Gesetz eine Verschlechterung und die SPD musste mit der Abkehr von der 65% Regelung eine Kröte schlucken.



    Allerdings gilt das Gleiche für die Union bzgl. Tarifbindung bei öffentlichen Aufträgen.



    So funktionieren Kompromisse.



    Wer links denkt, sollte bemüht sein, für eine linke Mehrheit zu werben. Wer Politik nur als Prozentverschiebung in der eigenen Klientelgruppe betrachtet, wird hier hingegen noch lange mit Pfeifen wie Merz und Spahn leben müssen.

    • @Philippo1000:

      Nochmal, bei Neubau ist die Wärmepumpe meist Standard weil es allumfassend die beste Option ist.



      Nachrüstung im Altbau sieht ganz anders aus.. Und da liegt das Problem.

    • @Philippo1000:

      Wenn sich die Wärmepumpe von alleine durchsetzt, braucht man kein Gesetz das dies praktisch erzwingt.

      • @MK:

        Genau richtig!



        Wenn die Wärmepumpe sich für den einzelnen rechnet, werden die Leute von selbst darauf umschwenken.



        Allein die Tatsache, dass sie gefördert werden muss, ist ein Indiz dafür, dass sie eben doch teurer ist. Die Anschaffungskosten sind enorm. Das führt dazu, dass sich die Kosten erst nach sehr langer Zeit amortisieren. Zusätzlich ist davon auszugehen, dass in Zukunft die Strompreise deutlich steigen werden, wenn sämtliche Energie, die bis heute in Form von Öl und Gas geliefert wird, stattdessen in Form von Elektrizität geliefert werden muss. Zudem ist unklar, wo der ganze Strom dafür her kommen soll. Selbst herstellen können wir den nämlich gegenwärtig nicht.

  • Das es jetzt für Mieter jetzt richtig teuer wird Ist eine Prognose, die auf der Annahme beruht, daß die aktuelle Energiepolitik so fortgesetzt wird, wie in den letzen Jahren geplant. Daß z.B. die Co2-Bepreisung wie geplant ansteigen wird. daß die Bürger und die Gemeinden die finanziellen Kapazitäten haben, die aktuelle Planung umzusetzen. Ein paar Haushalte und ein paar Wahlen später wird es schon ganz anders aussehen. Meine Prognose.

    Ich wohne in einer Dachgeschosswohnung eines Altbaus mit jeweilgen Gas-Etagenheizungen. Natürlich steigen die Umlagen zur Unterhaltung des Gasnetzes, wenn Kunden das Gasnetz verlassen und die Abschreibezeiträume verkürzt werden.

    Andererseits hat in meiner Heimatstadt Hamburg der einzig verfügbare Fernwärmeanbieter gerade die Preise um 30% erhöht. Man würde sich diesem absolut ausliefern.

    Im Moment Ist hier die vorhandene Gasheizung noch die günstistge Lösung. Ich habe eine Brennwertheizung (104%). Im Fall eines Schadens würde das gleiche generalüberholte Modell etwa 1600 EUR kosten. Es paßt an die vorhandenen Anschlüsse. Für Montage und Sicherheitsprüfungen kommen vielleicht noch mal 800 dazu. So kann man locker die nächsten 10 Jahre abwarten.

  • "Die Mär vom grünen, billigen Gas ist eine Lüge der Gaslobby."



    Dem steht die Mär vom billigen grünen Ökostrom gegenüber. Wenn die Speicher- und Netzausbaukosten (incl. der Verteilnetze bis zum letzten Hausanschluss) kommen, wird sich herausstellen, welches das größere Märchen ist. Von den Umbaukosten auf Wärmepumpen selbst mal ganz abgesehen...

    • @sollndas:

      Das ist keine Mär. Das ist eine Tatsache. Auch wenn es Leute wie Sie gibt - die warum auch immer - gebetsmühlenartig das Gegenteil behaupten.



      Es ist wie bei Ihnen mit den Trumpwählern - anstatt einfach mal einzugestehen, dass sie falsch lagen und liegen wird um so vehemter längst widerlegtes wiederholt.



      Aber hier wie dort (dort leider noch an der Macht) sind sie zum Glück nur eine besonders laute Minderheit.

    • @sollndas:

      Feldheim in Brandenburg.



      .



      100% EE das ganze Jahr über, eigenes Stromnetz seit über 15 Jahren.



      .



      Aktueller Strompreis: 11-12 Cent + praktisch keine Grundgebühr. Wärmeenergie über Fernwärme: 7,5 Cent.



      .



      Natürlich wird der Ausbau der Erneuerbaren erstmal Geld kosten. Im Anschluss kann, an vielen Orten, der Preis danach aber drastisch sinken. Auf korrekte Politik und Umsetzung kommt es an.



      .



      Energieintensive Unternehmen haben dann den Anreiz, den Standort an Orte zu verlegen, wo es günstiger Strom gibt.

      • @sociajizzm:

        Ja schön.... Und was bringt mir das ? Wir haben Europaweit mit den teuersten Strom....

    • @sollndas:

      Na klar. Die Folgekosten weiteren Fossilverbrennens sind etwa bei Null, gell?

    • @sollndas:

      Die grüne Transformation ist aber eine Investition in unsere Zukunft, die Gasverbrennerei ein Sargnagel.

  • Wie hat Merz sich zum Thema Heitzungsgesetz ausgedrückt: "ich kenne die Details zum Heizungsgesetz nicht..ist mir auch egal..ich wills auch gar nicht wissen..







    O.k. das Ergebnis dieses Blindfllugs sehen wir hier.







    -> ein Kniefall vor der Fossillobby, der Springerpresse und den Klimaschwurblern.



    Was für ein jämmerlicher Offenbarungseid vor dem dumpfen Populismus den Klimaskeptiker und Besitzstandswahrer schüren ... Und eine einzige Beleidigung des informierten Intellekts..







    Merz kann es nicht, Spahn lügt sich derweil die Welt zu recht..und der SPD mit ihrem bisher ambitionslosesten Umweltminister ever scheint das egal zu sein..







    ..kann man echt nur gratulieren..







    :-((

    • @Wunderwelt:

      Mann kann der Regierung vorher jedoch auch dazu gratulieren, dass hier subventionierte Wärmepumpen das doppelte kosten wie in den Nachbarländern.



      Was ist da passiert?



      Aber da schreibt keiner drüber….

      • @Sole Mio:

        Hat damit zu tun, dass Deutschland neoliberal regiert wird. Neue Technologien und Förderungen nur, wenn Konzerne Gewinne schöpfen können. Der Bürger stattdessen nur Verluste.

        • @Troll Eulenspiegel:

          Aha... Das dies totaler Unsinn ist, sollte ihnen eigentlich auffallen.... Warum haben wir dann mit die günstigsten Lebensmittel in Deutschland?

          Anders gefragt, warum ist eine in Deutschland hergestellte Wärmepumpe hier deutlich teurer als im europäischen Ausland... Während als Beispiel ein hier hergestellter Rasenmäher für gewöhnlich günstiger ist als im europäischen Ausland?

  • Weshalb die CDU lügt:

    1. Biogas. Man sollte sich klarmachen, dass „Bio“ hier nicht ökologisch meint, sondern intensive Agrarwirtschaft. Es ist besser mit „Agrogas“ zu betiteln.

    2. Flächen. Mit dem „Biogas“ hat man seit Jahrzehnten Erfahrungen sammeln können. Die Flächen sind in Deutschland begrenzt. Neben der Notwendigkeit, Lebensmittel zu produzieren wird gerade auch von der CDU der Flächenfraß durch die Bauwirtschaft und das Verkehrswesen vorangetrieben.



    Knappe Flächen bedeutet aber Erhöhung der Pachtpreise und Bodenspekulationsanreize. Das alles ist besorgniserregend für kleine bis mittlere Landwirtschaftsbetriebe.



    Der Import von „Biokraftstoffen“ verlagert die Probleme zum Beispiel nach Brasilien. Die Folgen für den Regenwald sind bekannt.

    3. Biodiversität: Der Biodiversitätsrückgang wird weiter beschleunigt. Das hat die CDSU allerdings noch nie interessiert.

    4. Energiebilanz: Aus SH weiß man, dass bei Flächenknappheit die Biomasse aus großer Entfernung herangefahren werden muss. Die Energiebilanz ist dann negativ.



    Wer Wasserstoff (egal, ob blau oder grün) zum Heizen verbrennt, missachtet die sehr hohe Energieentwertung, sprich den sehr niedrigen Wirkungsgrad.

  • Die CDU nach Merkel macht nur noch Politik zum eigenen Machterhalt. Sie verlässt sich auf das kurze Gedächnis der Wähler, hetzt und liefert keine echten Argumente.



    Mein Nachbar liest Die Welt, klingt wie Ulf Poschardt und zieht über die Grünen her, als wenn die an der Klimakatastrophe schuld wären. Das zeigt mir, dass das rechts-konservative Narrativ verfängt - und die CDU kann so weiter lügen, wie Trump, Weigel, Kickl, Erdogan, ...

    • @Christian Lange:

      Nein, nein. Das dauert nur mal wieder etwas länger als notwendig. Wenn erst die Brennstoffpreise für die neu angeschafften Gas- und Ölkessel hoch genug sind, dann werden auch die kurzsichtigen CSDU + SPD-Wähler merken, dass sie mal wieder hinters Licht geführt wurden. So wie es derzeit in USA passiert, wo kleine und großen Firmen die Regierung verklagen wegen der unrechtmäßig erhobenen Zölle. Das wird in Folge auch Folgen bei der nächsten Wahl haben. Wie überall auf der Welt, wo die Menschen noch demokratische Rechte besitzen.

  • Supernummer von den Sozis, im Kommunalwahlkampf in Hessen plakatiert man Mieterschutz, passt ja dann super.



    Ob die Vermieter jetzt völlig ungerührt die Nebenkostenkeule auf die Mieter runtersausen lassen muss sich zeigen, allerdings ist der Vermieter der komplett absurde Schweinemieten nimmt sicher auch niemand, der dem Mieter den Gashammer ersparen wird.



    Was machen eigentlich die Unionswähler, die Mieter sind? Sich freuen?

    • @FtznFrtz:

      Die Mieterunionswähler werden überwiegend die AfD wählen, da sie auch nicht verstehen das diese Partei auch keine bessere Lösung auf den Tisch bringt.

      • @Sonnenhaus:

        Tja, sind ja dann meistens auch Arbeitnehmer, absurderweise ist ja die AfD die neue Arbeiterpartei, mit einem neoliberalen, antisozialen Programm. Klar, passt dann auch für Mieter.

  • „Die Mär vom grünen, billigen Gas ist eine Lüge der Gaslobby."



    Eine alte Mär. Seit 2010 und noch älter. Ohne Frage eine gelbe Plage:



    www.spiegel.de/wir...-0000-000075638326



    Und wo stehen die meisten Biogasanlagen?

  • "Nun wird es für Mieter richtig teuer."

    Was gerne übersehen wird: Auch wenn der Vermieter die Heizung modernisiert, also z.B. eine fossile Heizung gegen eine Wärmepumpe tauscht, wird es für den Mieter teuer, weil die Kosten auf die Miete umgelegt werden. Der Eigentümer modernisiert also seine Immobilie und erhöht deren Wert auf Kosten der Mieter. Ein Anreiz, die Heizung (und auch Sonstiges) aufzurüsten, auch wenn es technisch noch garnicht nötig wäre: Der Mieter zahlt die Investition ja ab.

    • @Josef 123:

      Korrekt, weshalb hier auch ein Riegel in der Gesetzgebung her mus, wie z.B. eine Nebenkostenbegrenzung bei Austausch der Heizung, in der die Werterhöhung gegen die Energieeinsparung gegengerechnet werden muss.



      Eine Werterhöhung also erst dann umgelegt werden kann, wenn die Einsparung diese übertrifft und dann nur dieser Mehrbetrag umgelegt werden darf. Das Ganze berechnet auf eine Laufzeit von 10 Jahren. Damit können dann nur Investitionen von wirklich effizienten Anlagen umgelegt werden. Analog zur Statik, wo auch nur ausreichend sichere Konstrukte umgesetzt werden dürfen, andernfalls die Gesundheit gefährdet ist. So verhält es sich bei den Wärmeerzeugungsanlage ja auch. Je mehr Fossil um so ungesúnder.

    • @Josef 123:

      Das hat mein Vermieter, der die Gas-Heizungsanlage vor 2-3 Jahren erneuerte, aber auch so gemacht. 50 € mehr im Monat. Das sind dann bei 7 Wohnungen 350 € x 12 = 4200 €. In spätestens 10 Jahren haben wir Mieter ihm also die Heizung bezahlt und für eine Wertsteigerung des Hauses gesorgt.



      Der Fairness halber muss ich aber sagen, dass er insgesamt ein sehr anständiger Vermieter ist - mit sehr moderaten Mietpreisen.

    • @Josef 123:

      NUR wenn sie zu einer Kostenersparnis des Mieters führt, wenn sie mindestens eine Jahresarbeitszahl von 2,5 hat und wenn sie gefördert wurde.



      Da eine neue Heizung eine alte ersetzt, müssen Vermieter die fiktiven Kosten für eine fällige Reparatur der alten Heizung von den Gesamtkosten abziehen, bevor die Umlage berechnet wird.



      Weiter ist die Mieterhöhung begrenzt. Zusätzlich zur allgemeinen Kappungsgrenze (meist 3 €/m² innerhalb von 6 Jahren) gibt es bei Heizungsmodernisierungen oft eine Obergrenze von 50 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche.



      Ich denke, das wird dann durch die nicht mehr vorhandenen Öl/Gas kosten aufgegangen.

  • Es scheint nicht zwingend, dass die sPD hier nicht gegenhalten konnte. Sie WOLLTE nicht - aus welchen Gründen auch immer. Die haben auch in der Ampelkoalition keineswegs hinter den Klimazielen gestanden, eher das Bemühen als "notwendiges Übel" betrachtet. So auch hier. Und wegen einer Sache, die man ohnehin für Firlefanz hält, riskiert man keinen Koalitionskrach.

  • Die Frage ist, ob die Spitzen der Merz-CDU überhaupt selbst in der Lage sind intelligent zu arbeiten und auch die vom Volk geforderten Höchstleistung zu erbringen. Wohl nicht. Immer im Rückwärtsgang diese Partei, ängstlich wenn es um Entwicklung und wirklich neue Reformen geht. Belastungen gibt es eh nur noch für die Normalbürger und darunter. Reiche werden geschont. Die Zeche für das demnächst teure Gas wird der Mieter bezahlen müssen. Und der Kanzler steigt es am liebsten ins Flugzeug, die innerdeutsche Regierungs- und Parteiarbeit liegt ihm als Finanzinvestor doch eh nicht. Und mit Leuten wie Spahn und Linnemann kann man eh nichts reißen. Viele Getöse ums Heizungsgesetz, aber nicht wirklich was gekonnt.

  • "Nun wird es für Mieter richtig teuer. "

    Die schlechte Nachricht: das sind die MieterInnen gewohnt. Es wird ja sowieso schon alles auf sie abgeschoben, mehr oder weniger rechtmäßig. Von der eigentlichen Wuchermiete ganz abgesehen. Hauptsache die Vermieter müssen sich nicht sorgen.

    Meine Vermutung, wie es laufen wird:



    - Vermieter kümmert sich nicht, sondern lässt die Mieter in die teure Öl- oder Gasfalle laufen. Die Heizkosten interessieren ihn ja nicht.



    - Oder: Vermieter baut Wärmepumpe ein, kassiert Subventionen, erhöht wegen des Mehrwerts der Wohnung die Miete, und legt die Investition zusätzlich mit fadenscheinigen Begründungen trotzdem noch als Mieterhöhung um.

    • @Jalella:

      Richtig. Entweder man zahlt ca 20 Euro Miete mit Waermepumpe oder ohne energetische Sanierung fuer die Heizkosten. Das ist die Folge der Politik der letzten Jahre und zeigt, dass Demokratie funktioniert.



      Alles andere waere so realistisch wie ein 5-Sterne-Hotelzimmer zu buchen, aber drauf zu hoffen, nur den 2-Sterne-Preis zahlen zu muessen.

  • Die SPD ist noch so ziemlich jedes Mal eingeknickt. Weshalb sie ja auch zunehmend in der wohlverdienten Bedeutungslosigkeit versinkt. Wozu braucht es noch eine SPD? Sozialdemokratische Anliegen werden heutzutage von der Linken vertreten.

    Und die AfD-Wählenden werden wegen des geschredderten sogenannten "Heizungsgesetzes" auch nicht reumütig in die Arme der Mitte-Parteien zurückkehren. Die stimmt ja noch nicht einmal die grassierende Vetternwirtschaft und offensichtliche Korruption in ihrer geliebten Partei um.

  • Dann wird es gerade für Menschen, die in Großstädten leben, in Zukunft teuer werden. Dort leben nämlich die meisten Mieter. Schon für die letzte Heizperiode musste ich über 1.000 € für Heizkosten (Gasheizung) nachentrichten - lag wohl daran, dass ich jetzt nur noch drei halbe Tage ins Büro gehe.



    Nun gut, ich werde halt meinen Zigarettenkonsum halbieren müssen, um die nächste Rechnung begleichen zu können. So hat halt diese "umweltschädliche" Politik für mich persönlich etwas Positives.



    Ich frage mich nur, wie diejenigen, die weniger Einkommen haben, die Rechnungen begleichen wollen.

  • Was ist eigentlich mit den Gasetagenheizungen, die es in vielen älteren großen Mietshäusern gibt?



    Hier schließen die Mieter eigenständig die Gaslieferverträge ab, ohne Vermieter.

    • @Filou:

      Die können aber nicht ganz so einfach die Gastherme rausreissen und gegen eine Wärmepumpe tauschen. Da müsste der Vermieter schon zustimmen. Bei vielen Wohungen mit Balkon oder Terrasse und einigermassen gedämmter Hülle geht das zwar auch realtiv einfach und kostengünstig, aber nur mit Zustimmung des Vermieters. Die Heizlast dieser Wohnungen liegt häufig nur bei 3 - 6 kW. Da braucht es dann nur eine kleine Wärmepumpe bis 6 kW. Die hat auch auf dem Balkon platz. Usw. usf.

    • @Filou:

      Na was wohl? Auch diese Mieter bauen ja nicht die Heizung ein.



      .



      Am Ende ist es dasselbe, nur ohne Umweg über die Nebenkostenabrechnung. Der Mieter zahlt die Rechnung. Der einzige Vorteil ist, dass man über Vergleichsportale eventuell noch einen etwas günstigeren Tarif bekommen kann. Eigentlich ist der Vermieter auch verpflichtet, Preise zu vergleichen und zu wechseln. Aber ob die das wirklich jedes Jahr machen, um einen Bonus zu bekommen, wage ich zu bezweifeln.

  • Heizungsgesetz etc.

    Bei der Ampel galt die FDP einst als Sündenbock. Heute zeigt sich: Ein Stück FDP – leicht AfD-gefärbt – ist tief in der Regierung verankert. Ob Heizungsgesetz, Mobilität oder Agrarpolitik – es geht vor allem um das, was man „Verlängerung des Zustands“ nennt. Das Politikziel scheint zu sein: einfach weitermachen. Freundlichkeit gegenüber Superreichen, ein bisschen Putin, ein bisschen Trump, kleine Geschenke für Selenskyj – Hauptsache, der Motor läuft weiter.



    Abends in den öffentlich-rechtlichen Nachrichten: Der „Wehrdienstminister“ sucht Drohnen, der „Abschieberminister“ posiert mit einer ICE-ähnlichen Einheit, der „Gedenken-Präsident“ wiederholt seine Sonntagsreden, und Merz möchte international punkten – posiert lieber am Flughafen vor der Regierungsmaschine als in seiner Heimatkneipe „Zur Dränke“ in Brilon.



    Guten Tag, Deutschland!

  • Bilder wie dieses sollten nur mit äußersten Bedenken veröffentlicht werden, sie könnten Teile der Bevölkerung verunsichern.

  • Ich glaube im Gegenteil das Problem der SPD ist das sie zu sehr jammert und abbitte leistet. Anstatt einfach zu sagen so ist es, kann man aufgrund der politischen Lage nichts machen und dann zur Tagesordnung übergeht wird da ein großes Drama gemacht, mit langen Diskussionen und viel Schmerz.

    • @Machiavelli:

      Na wenn man wenigstens sagen würde: „Sorry, mehr war nicht zu holen, ist halt so.“



      .



      Aber stattdessen versucht man, jeden Mist und jede Niederlage als Erfolg zu verkaufen.



      .



      Das ist aber kein Alleinstellungsmerkmal der SPD. Die Grünen in der Ampel meinten ja auch, man sei auf gutem Weg, die Klimaziele zu erreichen.

      • @sociajizzm:

        Naja ist besser als die Alternative, Wie mietfreundliche wäre schwarz-blau. Im Bezug auf Sozialstaat, Flüchtlingspolitik etc. ist dieser Tage das Beste was man hoffen kann das nicht die schlimmste aller Lösungen kommt.