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Potentes TreibhausgasMethanverordnung droht, entkernt zu werden

Die EU-Kommission erwägt offenbar, die bei Verstößen gegen die Methanverordnung geplanten Strafen auszusetzen – auf Druck der Lobby und der USA?

Evke Bakker

Aus Berlin

Evke Bakker

Die Leaks, die normalerweise beim Thema Methan das Problem sind, lassen das Treibhausgas bei der Förderung oder dem Transport unbeabsichtigt entweichen. Beabsichtigt ist hingegen ein anderes Leak. Es enthüllt einen Plan der EU-Kommission, der bei Umweltverbänden für Empörung sorgt: Wie die Zeitschrift Politico auf Grundlage von zwei anonym gehaltenen Quellen berichtet, zieht Brüssel in Erwägung, Verstöße gegen die Methanverordnung zunächst nicht zu sanktionieren. Die Aussetzung der Strafen könnte bis zu drei Jahre lang gelten.

Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas und ein extrem potentes Treibhausgas. Um die Emissionen zu verringern und die Klimaziele nicht zu gefährden, verabschiedete die EU 2024 die Methanverordnung. Sie sieht vor, Käufer und Verkäufer fossiler Brennstoffe zu bestrafen, wenn sie ihre Methanemissionen nicht entsprechend der Standards überwachen und begrenzen.

Öl- und Gasunternehmen hatten ein Aussetzen dieser Auflage gefordert. Mehrere EU-Länder und die US-Regierung warnten, dass es zu Lieferengpässen kommen könne. Mit der möglichen Kehrtwende reagiere Brüssel nun auf diesen Druck, schreibt Politico.

Verstöße an der Tagesordnung

Aktuell werden Verstöße gegen die Methanverordnung nicht bestraft, sagte Simon Sackers von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) der taz. Es fehle auch noch das entsprechende Umsetzungsgesetz zur Verordnung, das bereits im vergangenen Sommer hätte veröffentlicht werden sollen. „Dieser Entwurf der Kommission ist dementsprechend beunruhigend. Die Vorschläge würden Ausnahmen von den Sanktionen zum Normalfall machen“, so Sackers.

Am Montag hatte die DUH einen Report veröffentlicht, der massive Verstöße von deutschen Öl- und Gasbetreibern gegen die Methanverordnung aufdeckt. Demnach ignoriert ein Großteil der Unternehmen die Pflicht, Methanemissionen gegenüber dem Umweltbundesamt transparent zu machen.

„Die Kommission darf dem Lobbydruck von Trump nicht nachgeben: Gerade im Interesse der Versorgungssicherheit muss sie eine wirksame Sanktionierung von Verstößen gegen die Verordnung empfehlen“, so die DUH.

Das Bundesumweltministerium wollte sich auf Anfrage der taz nicht „zu Medienberichten und Leaks“ äußern.

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4 Kommentare

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  • Hans-Peter Elbcher

    CH4 ist ca 25fach klimaschädlicher als CO2.



    Ziemlich irre CH4 einfach so in die Atmosphäre zu pusten und Sanktionen gegen die, die das tun auszusetzen.

  • Aurego

    Dummheit und Angst sind die zwei größten Feinde der Menschheit.

    Die zwei Fragen, die sich heir stellen sind folgende:



    1. Vor wem hat die EU-Kommission Angst?



    2. Wie dumm sind wir eigentlich, dass wir glauben, wir könnten die Erde ruinieren, um die Wirtschaft zu schützen?



    Wenn die Erde erst ruiniert ist, kostet es uns Trillionen, viele Menschenleben und Jahrhunderte, sie wieder in Ordnung zu bringen. Die Wirtschaft wird davon nicht profitieren. Wir werden dann, wie zwischen dem 6. und dem 14. Jahrhundert, eine gigantische Wirtschaftsflaute mit Hungerkatastrophen und allem erleben, was sonst dazugehört.

    • Perkele

      @Aurego:

      Weder der EU-Kommission noch der derzeitigen Schwarz-Roten Koalition geht es um Zukunft, die weiter als ein paar Jahre entfernt ist. Die nächsten Wahlen sind der Endpunkt deren Horizonts und alles was bis dahin geschieht, hat dem eigenen Vorteil zu dienen: Machterhalt. Dazu wird extrem populistisch gehandelt und da bleibt kein Raum für weitergehende Wirkung. Die Probleme danach sind uninteressant. Sollte man dann noch in der Verantwortung stehen, dann handelt man einfach so ähnlich weiter, wenn nicht, dann sollen die Nachfolger sehen wie sie klarkommen. Basta.

    • Peter Teubner

      @Aurego:

      Solange es noch weiter geht, wird nicht wohin gefragt.