Zuckersteuer: Es geht nur übers Geld
Eine Zuckersteuer wird Cola-Trinker:innen sicher nicht gefallen. Doch sie ist nötig – aus gesundheitlichen wie auch aus ökonomischen Gründen.
N a, alle Schoko-Osterhasen weggenascht? Auch alle Limos für den langweiligen Nachmittag mit Oma ausgetrunken? Gut so, dann kann jetzt wieder umgestellt werden auf einen Alltag mit gesunden Lebensmitteln. Nicht falsch verstehen, gegen Sahnetorte, Marzipaneier und Cola ist nichts zu sagen – solange die eine Ausnahme bleiben und nicht täglich verputzt werden. Im Grunde wissen es (fast) alle: Zu viel Zucker schadet. Neben anderen ungesunden Genussmitteln wie Tabak und Alkohol führt zu viel Zucker zu schweren Krankheiten: Diabetes, Übergewicht, Gelenk- und Herz-Kreislaufproblemen, Krebs.
Unabhängig davon, dass ein Dasein mit Übergewicht, kaputten Knien und knappem Atem die Lebensqualität erheblich vermindert, kosten die Behandlungen die Kassen zig Milliarden. Hinzukommen 60 Milliarden Euro für Menschen, die durch diese Beschwerden arbeitslos werden, Suchttherapien machen, in Frührente gehen, gepflegt werden müssen.
Was liegt da näher, als Zuckerprodukte teuer zu machen und für Softdrinks eine Steuer einzuführen – so wie das die Kommission zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherungen unter anderem plant und wie es in anderen Ländern längst Praxis ist? In Großbritannien beispielsweise müssen Softdrinkproduzenten mittlerweile zwischen 18 und 24 Pence pro Liter Steuern zahlen, abhängig vom Zuckergehalt des Getränks. Der Effekt ist deutlich: Der Zuckerkonsum ist um fast die Hälfte gesunken, es gibt weniger Übergewicht.
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Hierzulande würde die neue Steuer auf zuckerhaltige Getränke rund 100 Millionen Euro einbringen. Klingt zunächst nicht viel, ist aber nicht zuletzt mit Blick auf das persönliche Leid und die ökonomischen Folgekosten richtig. Eine Zuckersteuer dürfte vielen, für die Cola ein Grundnahrungsmittel ist, nicht gefallen. Ihnen mit dem gesundheitlichen Nutzen zu kommen, wird ebenso wenig funktionieren. Mit der Zuckersteuer verhält es sich wie in anderen Bereichen: Ein Umdenken setzt dann ein, wenn es ans eigene Portemonnaie geht.
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