Debatte um Softdrink-Steuer: Extra Zucker? Extra teuer
Eine Steuer auf mit Zucker gesüßte Getränke? Der Rückhalt dafür bei Expert:innen und Bevölkerung ist groß. Ärzt:innen fordern nun eine Umsetzung.
Knapp 4.000 Ärzt:innen haben sich in einem offenen Brief für eine Zuckersteuer ausgesprochen. Hersteller sollten dazu verpflichtet werden, die Abgabe auf „zuckergesüßte Getränke“ zu entrichten, heißt es in dem Schreiben, das die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch initiiert und dafür Unterschriften gesammelt hat. „Bei der Zuckersteuer ist die Lage klar: Ärzteschaft, Fachwelt und eine Mehrheit der Bevölkerung befürworten eine Abgabe auf stark gezuckerte Getränke“, erklärte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer und einer der Unterzeichner:innen.
In dem Brief fordern die Unterzeichnenden eine abhängig vom Zuckergehalt gestaffelte Abgabe auf Limonaden und andere mit Zucker gesüßte Getränke wie Limonaden und Energydrinks. Gerade bei Kindern und Jugendlichen trügen diese wesentlich zur täglichen Zuckeraufnahme bei. Damit steige das Risiko deutlich, Karies zu entwickeln sowie an Adipositas oder Typ-2-Diabetes zu erkranken. Eine entsprechende Abgabe setze dagegen einen Anreiz für die Hersteller, den Zuckergehalt zu reduzieren. Damit sinke der Zuckerkonsum in der Bevölkerung, und die entsprechenden Ausgaben des Gesundheitssystems zur Behandlung von Folgeerkrankungen gingen zurück.
Das Schreiben richtet sich an die Ministerpräsident:innen der Bundesländer. Denn derzeit läuft eine Bundesratsinitiative, gestartet von Schleswig-Holstein, für eine entsprechende Abgabe. Auch eine Expert:innenkommission legte kürzlich in einer Empfehlung zum Senken von Kosten im Gesundheitssystem eine Zuckersteuer nahe. Eine Studie von Wissenschaftler:innen der Technischen Universität München kam bereits 2023 zu dem Ergebnis, dass eine entsprechende Abgabe in Deutschland zu durchschnittlich 2 bis 3 Gramm weniger Zuckerkonsum pro Person und Tag führen würde. Innerhalb von 20 Jahren würde die Bevölkerung so bis zu 250.000 gesunde Lebensjahre gewinnen. Zudem würden volkswirtschaftliche Einsparungen von rund 16 Milliarden Euro entstehen.
Widerstand kommt aus der Lebensmittelindustrie. Sie zweifelt den gesundheitlichen Nutzen einer Zuckersteuer an und fordert stattdessen Bildung.
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