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Krankschreibung ab dem ersten TagKranke Misstrauenskultur

Ein Vorschlag aus dem Reformpaket sorgt für Aufregung: Künftig soll ab dem ersten Krankheitstag eine Attestpflicht gelten. Wie sinnvoll ist das?

Adam Schwedhelm

Aus Berlin

Adam Schwedhelm

Was soll sich bei Krankschreibungen ändern?

Künftig sollen sich alle ab dem ersten Tag krankschreiben lassen – darauf hat sich die Bundesregierung in einem Reformpaket Anfang Juli geeinigt. Damit will die schwarz-rote Koalition den hohen Krankenstand senken und die Wirtschaft stärken. Bislang ist eine Krankschreibung erst ab dem dritten Tag erforderlich. Diese Drei-Tage-Frist gibt es seit 1994 – auch wenn Bundeskanzler Friedrich Merz im ZDF etwas anderes behauptet hat. Was viele auch nicht wissen: Schon jetzt dürfen Che­f*in­nen die Krankschreibung ab dem ersten Tag in den Arbeitsvertrag schreiben – es ist nur unüblich. Wie es genau mit der geplanten Neuregelung sein wird, ist noch offen. Bundeskanzler Merz jedenfalls sagte, dass die neue Regel nicht automatisch einen Arztbesuch am ersten Krankheitstag erfordere.

Worüber regen sich alle auf?

Aus Gewerkschaften, Verbänden, der Opposition und sogar aus der Koalition hagelte es Kritik. Der CDU-Arbeitnehmerflügel forderte, den Passus zur Krankschreibung ganz zu streichen. Auch Hendrik Wüst, NRW-Ministerpräsident, warnte, dass es mit akuten Erkrankungen „überhaupt nicht gut“ sei, sofort die Praxis aufzusuchen. Pa­ti­en­t*in­nen mit ansteckenden Krankheiten könnten auch alle anderen im Wartezimmer gefährden. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf beharrte auf einer „größtmöglichen Freiheit in der Umsetzung“. Ar­beit­ge­be­r*in­nen sollten die Krankschreibung ab dem ersten Tag nicht umsetzen müssen, sondern sie auch ab dem dritten Tag beibehalten können.

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze (SPD), sprach von einer unnötigen „Belastung für alle.“ Es sei zu befürchten, dass sich „künftig noch mehr Arbeitnehmende krank zur Arbeit schleppen, nicht genesen und letztendlich aufgrund langwieriger Verläufe mehr Krankheitstage aufweisen“.

Gesundheitspolitiker Ateş Gürpınar (Linke) warf der Bundesregierung ein „tiefes Misstrauen gegen die eigene Bevölkerung“ vor. Janosch Dahmen, Gesundheitspolitiker der Grünen und selbst Arzt, befürchtet mehr Bürokratie, längere Wartezeiten und mehr Krankentage. Ärz­t*in­nen seien „medizinische Sachverständige, keine arbeitsrechtliche Kontrollinstanz“, betonte er.

Und was sagen die Ärz­t*in­nen selbst?

Der Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Markus Blumenthal-Beier, sprach von einer „Katastrophe“ für die Praxen. Diese müssten „mit Millionen zusätzlichen Patientinnen und Patienten rechnen“. „Ob die Versorgungsrealität in den Koalitionsfraktionen überhaupt noch ausreichend zur Kenntnis genommen wird“, fragte sich Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.

Kann man sich noch per Telefon oder Video krankschreiben lassen?

Die Krankschreibung per Telefon, die erst während der Pandemie eingeführt wurde, um Ansteckungen zu verhindern, soll künftig wegfallen. Eine Krankschreibung per Video bleibt hingegen erhalten – so sieht es der Plan von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vor. Linkenpolitiker Ateş Gürpınar kritisierte es als „einigermaßen absurd“, die niedrigschwellige Krankschreibung am Telefon zu streichen. Diese funktioniere auch ohne digitalen Ausbau.

Für Janosch Dahmen (Grüne) mangelt es an einer wissenschaftlichen Grundlage, die Telefonkrankschreibung zu streichen: „Bis heute ist nicht belegt, dass sie ursächlich für höhere Fehlzeiten ist.“ Der Gesundheitspolitiker argumentierte zudem, wenn das „Missbrauchsargument“ gegen die Krankschreibung per Video nicht gelte, sei es auch bei der Krankschreibung per Telefon hinfällig.

Feiern in Deutschland wirklich so viele krank?

Kommt darauf an, welche Zahlen man sich anschaut. Arbeitnehmer*innen, die über einen längeren Zeitraum ausfallen, nehmen zahlenmäßig zu. Der Krankenstand und auch die durchschnittliche Krankheitsdauer blieben laut einer Auswertung des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) im vergangenen Jahr stabil. Dennoch müssten die Krankenkassen immer häufiger Krankengeld zahlen. Dieses wird ab dem 43. Krankheitstag gezahlt. Von durchschnittlich 22,1 Ausfalltagen je Beschäftigten entfielen laut Auswertung 6,8 Tage auf den Bezug von Krankengeld. Vor zehn Jahren waren es lediglich 5,4 Tage. Die Ausgaben hätten im vergangenen Jahr mit insgesamt 21,6 Milliarden Euro einen neuen Höchststand erreicht.

„Es sind nicht die kurzen Erkältungen, die das Gesundheitssystem finanziell belasten“, erklärte Anne-Kathrin Klemm, Verbandsvorständin der BKK. Lange Ausfälle gebe es vor allem durch psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen. Nötig sei eine ernsthafte Debatte über eine Präventionsstrategie für psychische Erkrankungen – und das nicht nur in der Arbeitswelt.

Die Bundesregierung möchte auch eine Teilkrankschreibung einführen – was hat es damit auf sich?

Damit soll es möglich sein, sich bei längeren Erkrankungen nur teilweise krankschreiben lassen zu können. Das Vorhaben ist Teil der Krankenkassen-Reform, die an diesem Freitag im Bundestag beschlossen werden soll. Im Entwurf heißt es, die Teilkrankschreibung orientiere sich am schwedischen Modell. Eine Krankschreibung ist in Schweden übrigens erst am achten Tag fällig. Positive Effekte sollen sein: Arbeitsunfähigkeit verkürzen, die Rückkehr in den Arbeitsprozess beschleunigen und Ausgrenzungsrisiken wegen Krankheit reduzieren. Mehr Flexibilität könne Beschäftigte im Arbeitsprozess halten, findet auch Andreas Storm, Chef der Versicherung DAK. Er vergleicht die Teilkrankschreibung mit der stufenweisen Wiedereingliederung.

Sehen das alle so positiv?

Nein. Linkenpolitiker Ateş Gürpınar kritisierte den Vorschlag: „Wer krank ist, braucht Zeit zur Genesung und keinen zusätzlichen Druck, sich irgendwie arbeitsfähig zu machen.“ Auch Janosch Dahmen sieht in der Teilkrankschreibung keine Lösung. Damit entstehe ein Aushandlungsprozess zwischen Beschäftigten und Ar­beit­ge­be­r*in über die Restleistungsfähigkeit, während die Ärz­t*in­nen am Ende nur noch bestätigen. Das schaffe „neue Bürokratie und neuen Streit in den Praxen, ohne dass ein Nutzen für den Krankenstand belegt ist.“

Ab wann wären die geplanten Änderungen gültig?

Die Krankschreibung ab dem ersten Tag frühestens nächstes Jahr – das Reformpaket wird nach der Sommerpause weiter diskutiert. Die Teilkrankschreibung soll ab 2028 gelten.

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71 Kommentare

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  • Es geht bei der rechtzeitigen Krankmeldung der Arbeitnehmer bei ihrem Unternehmen ja auch um die finanziellen Mittel für den Arbeitgeber - U1 um von den Krankenkassen wenigstens einen Teil der laufenden Lohnkosten erstattet zu bekommen.



    Also hat alles schon seine Richtigkeit.

  • Sommertheater.



    Sturm im Wasserglas.



    Empörungskultur at it's best.



    In prekären Jobs ist es schon seit langem Gang und Gebe, dass Mitarbeiter ab Tag 1 zum Arzt müssen.



    Erinnert euch bitte an Tesla in Grünheide - Stichwort verdeckte Hausbesuche und Kontrollanrufe... - und Kurierfahrer mancher Subunternehmen wissen ebenfalls seit Jahren zu berichten, dass wenn sie krank sind, sie gerne mal direkt die Kündigung kriegen...



    Arbeitgebern und Gewerkschaften stand es bisher frei und steht es zukünftig frei, von der Regelung abzuweichen - positiv wie negativ.



    Alles in allem ist die "Reform" keine Reform. Marginale Veränderungen. Nichts das ernsthaft etwas verändert.



    Union und SPD wollten Handlungsfähigkeit vor der Sommerpause simulieren, da bekanntlich direkt nach der Sommerpause Wahlen anstehen.



    Grüne und Linke nutzen logischerweise ebenfalls die letzte Gelegenheit vor der Sommerpause und mosern gegen die "Reform".



    Jetzt ist 6 Wochen Sommerloch.



    Dann wird gewählt.

  • Also erstens wurde es schon oft genug gesagt. Es ist kein Muss. Die aller meisten werden keinen Unterschied merken. Die Panikmache ist übertrieben.



    Ich persönlich finde auch das bringt nichts und ist reine Symbolpolitik.

    Aber, so zu tun als gäbe es das nicht ( das Leute einfach Mal blau machen) passt vielleicht nicht ins Menschenbild hier. Aber ist mehr als nur naiv.



    In einem normalen Arbeitsalltag bekommt man das oft genug mit. Und das die Hemmschwelle des krank meldens allgemein gesunken ist, ist auch statistisch gut dokumentiert. Also was dran ist an der Sache schon was. Denn die deutschen sind statistisch mehr krank als andere. Das dies unterschiedliche Gründe hat ist auch klar.

    Zuletzt will ich nur sagen, dieses Reförmchen könnte schlimmer sein. Gott sei Dank wurde der karenztag (e) nicht eingeführt. Denn das würde deutlich mehr weh tun.

    • @Duplozug:

      Falls ich meine neue Hausärztin, welche in Franken ihre Praxis hat, mal aufsuchen muss, werde ich die mal fragen, wie sie so des Misstrauen in ihr Urteilsvermögen ob der Arbeitsunfähigkeit der Kund, äh, Patienten bewertet. Hier in Thüringen kammer auch ne*n neuaufnehmende*n Zahnarzt vergessen, mein aktueller seit drei Jahren ist dito in Franken.



      Und wemmer außer das hart arbeitende Volk unter Generalverdacht zu stellen, nix konstruktiveres zu der Gesundheitsvorsorge anzubieten hat wie z.B. paar unbürokratische AU-Tage für chronisch Kranke, Leuten mit Kindern, Frauen allgemein ("weiblicher Zyklus")... .

    • @Duplozug:

      Die Hemmschwelle hat nichts damit zu tun, dass man einfach keine Lust hat auf Arbeit. Es hat etwas mit Sensibilisierung und Vorbeugung von Krankheiten bis ins hohe Alter zu tun.

      Früher sind viele Leute auch mit einer Erkältung zur Arbeit gegangen, um zu zeigen, wie fleißig und unerschütterlich man sei. Gekenkschmerzen waren nebensächlich, aber mit 55 körperliche Probleme bekommen, wie oft muss das schon passiert sein.

      Heute wollen Menschen auch mit 80, 90 oder 100 fit bleiben. Daher sehe ich nicht als falsch an, auch einmal blau zu machen, wenn man einen leichten Druck in der Brust verspürt.

  • Eine Umfrage unter Arbeitnehmern besagt, dass zwei Drittel der AN sich bereits heute ab dem ersten Krankentag eine Krankmeldung holen (andere verlässliche Quellen gibt es meines Wissens nicht). Da wäre es eigentlich nur gerecht, wenn das letzte Drittel der AN ebenfalls dazu verpflichtet wäre. Oder die Krankmeldung ab dem vierten Tag gilt für alle AN. Aber nicht die einen so, und die anderen so. Vor allem stört mich, dass die Neuregelung nicht für Beamte gilt, die meines Wissens keine bessere körperliche Resilienz gegenüber Keimen besitzen als Arbeitnehmer.

    • @Ludowig:

      Dass es auch ab den vierten Tag eine Krankschreibung gibt, ist den Tarifverträgen zu verdanken.



      Wollen Sie in die Tarifautonomie eingreifen?



      Ich persönlich bin für eine Zwangsmitgliedschaft aller Unternehmen in den Arbeitgeberverbänden, inklusive Start-ups und anderer Ausbeuter, und auf der anderen Seite auch eine Zwangsmitgliedschaft bei den Gewerkschaften, damit JEDER in den Genuss der Tarifverträge kommt.

      • @Donni:

        Ich fordere keinen Eingriff in die Tarifautonomie. Ich erwarte eine gerechte Regelung für alle Arbeitnehmer.

        • @Ludowig:

          Was eben ein Eingriff in die Tarifautonomie wäre (Arbeitsverträge sind hier übrigens die „kleinste Einheit). Ich finde es auch nicht gerecht, dass andere mehr Geld kriegen als ich, egal ob die eben besser verhandelt haben, ob nun Kollektiv oder alleine. Also Einheitslohn für alle!!!

  • Vielleicht sollten die Arbeitnehmer sich gleich "bis Ende Merz" krankschreiben lassen, denn diese CDU-Regierung macht das Volk krank.

    • @Ricky-13:

      @ Ricky-13



      👍👍



      Diagnose 2026



      " Merzische Vollerschöpfung "



      Symptome :



      Erbrechen, Kopfschmerzen, Lachanfälle bis zur Atemlosigkeit, Wutausbrüche - zeigt sich oftmals im Kaminholz hacken & spalten bis zur Sägespäne, Paddy's feiern bis zum Abwinken - zur Ablenkung des Kanzler- & Regierungselends...😇

  • Sehr schöner Artikel,danke, ergänzend könnte man noch anmerken, dass es in Deutschland nicht sehr schwierig ist, sich krankschreiben zu lassen, wenn man das unbedingt möchte. Z.B. weil man krank ist. Meist reicht es, den Arzt darum zu bitten, für ein paar Tage oder eine Woche einen gelben Schein zu bekommen. Für Leute, die mehr wollen, gibt es die Möglichkeit bestimmte Symptome in ihrem Erleben zuzulassen. In den 1970er Jahren gab es dazu ein sehr interessantes Buch auf dem sogenannten Raubkopiermarkt: lieber krank feiern als gesund schuften. Ich könnte mir vorstellen, dass die doch beschriebenen - natürlich völlig abzulehnenden Ideen - auch heute noch funktionieren.

    • @Rainer Meyer:

      „Wege zu Wissen und Wohlstand oder: Lieber krankfeiern als gesund schuften“ von Jochen Mende 1984

      um es mal zu präzisieren.

    • @Rainer Meyer:

      Jenes Buch ist m.E. ein wenig inhaltlich schwachbrüstig (ob das wirklich wie kolportiert aus dem Osten Deutschlands stammte, um den Klassenfeind West zu schwächen, wäre noch zu erkunden).

      Solange alles stimmt im Unternehmen, in der Organisation: der Gesundheitsschutz von Armbeugeniesen bis sichere Maschinen, die Arbeitsbedingungen, der Respekt, die Weiterentwicklung wird wohl kaum jemand simulieren.



      Die Raten steigen bei herzloser Überlastung, Mobbing-Unkultur, Unfairness, Morbus McKinsey, baldiger Schließung. Und es kann immer Einen-Tag-sich-Herausnehmen vielleicht das Magengeschwür später verhindern, das wirkliche Fehltage schafft.



      Insgesamt aber gibt es wichtige Motive wie Helfen, Wirksamsein, Sozialkontakt im Kollegium, die in der Regel stärker sind als Zynismus.

  • Mir fällt dazu ein: "Das Sein bestimmt das Bewusstsein"

    Die Zusammensetzung des Bundestages hat mit Sicherheit über Parteigenzen hinweg Einfluss auf politische Entscheidungen und das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten

    Aus dem Öffentlichen Dienst kommen ca. 28% (15-20% Beamte) Freiberufler / Selbstständige: ca. 17 %, Juristen / Rechtsanwälte: ca. 15–16 % . Über 80% haben ein Studium abgeschlossen. Der Anteil der Arbeiter*innen liegt unter 1%, Handwerksberufe sind kaum vertreten.

    Bundestagsabgeordnete müssen sich natürlich nicht krankmelden.



    Anders als die Beschäftigten im Bundestag, die auf durchschnittlich 22,3 Krankheitstage im Jahr 2024 kamen, während der bundesweite Durchschnitt bei 14,8 Tagen lag.

    Etwa 60% der Abgeordneten sind übrigens privat krankenversichert.

    Die Erhöhung der Mindest-Zuzahlung von 5,- auf 7,50 € pro Medikament werden sie bei einer monatlichen Aufwandsentschädigung von 11.833,47 €/ plus steuerfreier Kostenpauschale i.H.v 5.467,27 € sicher verkraften können.



    (übrigens: Die Linke deckelt freiwillig intern die Diäten auf 5.300 €)

    Vor diesem, nur angedeuteten Hintergrund, wundern mich diese unausgewogenen Entscheidungen von Union + SPD nicht.

  • Es galt schon früher und noch Immer:



    Krank wird der Mensch im Wartezimmer.

  • Kalkuliert einbeziehen sollte man, denn diese feigen Konservativen suchen ihr Heil in einer Annäherung an die AfD, dass das Thema Krankschreibung nur den Ablenkungsempörer für die anderen Nettigkeiten darstellt.

    • @Gerhard Krause:

      "Ionenfänger". Eine Sache zum Empören (die später zurückgenommen wird, weil es ja auch nicht funktioniert) und Ruhe beim Rest. Die Taktik gibt es.

  • hört denn irgendjemand von unseren pfiffigen wirtschaftsgenies in der regierung mal auf die gesundheitsexperten, die die telefonische krankschreibung nur gelobt haben, weil bei grassierenden atemwegsinfekten sich nicht die menschen gegenseitig in den überfüllten praxen anstecken, wo sie bis zu 2 stunden krank rumsitzen und sich die entschuldigung für merz´wirtschaftswunder abholen müssen? nicht nur ist das logisch, sondern auch selbst schon mehrfach erlebt - nicht so unsere privatversicherten genies, die noch nie ein wartezimmer in grippezeiten betreten haben.



    hiermit fällt die CDU bei der nächsten bundestagswahl unter die 20, vielleicht sogar unter die 15% marke.

  • Da gibt es noch ein bisher wenig beachtetes Detail: die auf 42 Tage begrenzte Lohnfortzahlung berechnet sich ab dem Tag der Krankschreibung.



    Geht also heute jemand am Tag 3 zum Arzt, bezahlt der Arbeitgeber 44 Tage. Bei Tag 1 42 Tage. Umgekehrt bekommt der Arbeitnehmer im einen Fall ab dem 45. Tag, im anderen Fall ab dem 43. Tag Krankengeld, also deutlich weniger als das normale Gehalt.



    Diese Änderung leitet also direkt Geld von der Tasche des Arbeitnehmers in die Tasche des Arbeitgebers um.

    • @Brobdignag:

      Lohnfortzahlung bedeutet aber auch, dass der Arbeitgeber für eine Nichtleistung bezahlt. Bei immer mehr werdenden Krankheitstagen gewinnt das an Relevanz. Ein bisschen so, wenn ich beim Einkaufen nach dem Bezahlen an der Kasse die Waren im Laden lassen muss.

  • "Was viele auch nicht wissen: Schon jetzt dürfen Che­f*in­nen die Krankschreibung ab dem ersten Tag in den Arbeitsvertrag schreiben – es ist nur unüblich. "



    Für kleine Unternehmen ist das keineswegs unüblich. Unternehmen bis 30 Mitarbeiter zahlen verpflichtend (!) die sog. Umlage 1 an die Krankenkasse und kriegen dann ab dem 1. Tag der Krankmeldung 60-80% (je nach gewähltem Tarif) der Lohnfortzahlung erstattet.



    Da die Umlage 1 verpflichtend ist, und 2-3% der Lohnsumme umfasst (als zusätzliche Zahlung auf die Lohnsumme) ist es aus Sicht des Unternehmers nicht sinnvoll, freiwillig auf diese Erstattungsleistung zu verzichten.



    Das muss man den MitarbeiterInnen einfach nur erklären, dann gibt es auch nicht das Missverständnis, dass die Forderung nach einer Meldung ab dem ersten Tag Schikane vom Chef ist.

    • @Barbara Falk:

      Ganz genau. So arbeite ich seit 30 Jahren uns es ist kein sonderliches Problem. Besonders nicht, seit dem es keinen gelben Schein mehr zur Vorlage beim AG gibt, sondern der Arzt die AU direkt an die Kasse meldet. Das Problem liegt in der Abschaffung der Krankmeldung per Telefon. Das ging bei Regelschmerzen oder Erkältung bisher problemlos mit meiner Hausärztin.

    • @Barbara Falk:

      Ich kenne das auch als den Normalfall und alles andere als unüblich.

  • Dass nicht alles in Bürokratie erstirbt, müsste ein Arbeitgeber Krankheiten unter den Teppich kehren und auf die Erstattung von den Kassen verzichten. Oder mensch schleppt sich krank "auf Arbeit", steckt die anderen an, um nach >4h wieder nach Hause zu wanken???



    Vergessen wir dabei aber die anderen vorgeschlagenen Punkte nicht und schauen wir auch dort hin. Ein solcher offener Unfug muss doch fast ein "Ionenfänger" für anderes sein.

  • Sorry, aber ich verstehe die Aufregung nicht, bei uns ist schon seit Jahren in einer Betriebsvereinbarung und im Arbeitsvertrag geregelt, dass vom ersten Tag eine AU vorgelegt werden muss, bei vielen anderen vermutlich auch.

    P.S. unser Krankenstand liegt mit ca. 15% trotzdem deutlich über dem Durchschnitt.

    • @Ömeg:

      Es gibt auch welche, bei denen die Krankmeldung am ersten Tag auch noch von einem Vertrauensarzt sein muss.



      Weiß ich aber nur von Leuten, die den entsprechenden Arbeitsvertrag nicht unterschrieben haben.

    • @Ömeg:

      Die Aufregung kommt daher, dass die Hausärzte jetzt schon nicht Däumchen drehend in der Praxis sitzen und auf Kundschaft warten.

    • @Ömeg:

      Natürlich tut er das. Ich bin selber Arbeitgeber und von meinen über 70 Beschäftigten muss nur einer eine Krankmeldung ab dem 1. Tag abgeben (und das nur, weil seine Krankheitszeiten vor Urlauben, Wochenenden, etc. ein komisches Muster aufwiesen). ALLE anderen 70 Mitarbeiter nicht. 1. Hat es etwas mit Vertrauen zu tun. 2. Ist es Schikane wenn sich ein Mitarbeiter in der akutesten Krankheirsphase in die Arztpraxis schleppen muss statt sich auszukurrieren. 3. Mal ist es auch noch doof, denn ein AN wird dann gleich eine ganze Woche krank geschrieben und sonst sind die meisten nach 2-3 Tagen wieder da. Vertraut euren Leuten. Misstrauen gibt es erst wenn du mir richtig gezeigt hast das ich näher hinschauen muss!

      • @Pittmitd:

        Man MUSS ja nicht die Woche dann Zuhause bleiben. Es ist ein ok/eine Empfehlung des Arztes. Wenn deine AN sich wohl fühlen und zur Arbeit möchten, können sie eher gehen. War auch schon immer so

  • Die Neuregelung wird dazu führen, dass der Krankenstand weiter nach oben schnellt, so wie es in den Vorjahren durch das elektronische Attest mit automatischer Weiterleitung geschehen ist.



    Denn der Arbeitnehmer kann ja seinen Arbeitgeber nun gar nicht mehr schonen, sondern muss, wenn er keine Lohneinbußen erleiden will, das Attest nachliefern, also zwingend zum Arzt gehen. Der schreibt dann aber natürlich, wenn er schonmal gefragt wird, erstmal gleich für drei Tage krank und nicht für 24 h, die der Arbeitnehmer sonst gefehlt hätte.

    • @hedele:

      Sie nennen einen Punkt: dass die gemessene _Zahl nach oben ging. Weil es auch mal erfasst wurde in der Statistik.

      Ich hoffe nur, dass Ärzte/Ärztinnen nicht völlig an der Gesundheitspolitik verzweifeln. Aber rasch nachbessern sollte mensch hier.

    • @hedele:

      Ich kenn das von früher, da gab es 1 Woche für einfache Fälle, schwierige mit Fieber 2 Wochen.



      Da sieht man das diese Reform von komplett weltfremden privilegierten Politikern unter dem Beifall von Unternehmern die ihre "HR" hassen, zusammengeklöppelt wurde.

  • AU wird am ersten Tag verlangt, telefonische Krankschreibung abgeschafft - aber es entsteht keine Pflicht am ersten Tag zum Arzt zu gehen.



    Übersetzt: Ich bleibe krank im Bett, gehe am zweiten Tag, wenn ich wieder gesund bin und stattdessen arbeiten könnte zum Arzt, um mich da für zwei Tage krankschreiben zu lassen. Den einen, an dem ich krank war und den zweiten, weil ich da zum Arzt musste. Achja, der Arzt wird sich dann natürlich auch auf mein Wort verlassen müssen, denn, ob ich am Vortag Symptome hatte, die die Krankschreibung rechtfertigten, kann er ja nun auch nicht mehr feststellen.



    Ob das wirklich so im Sinne der Arbeitgeber ist, wage ich zu bezweifeln.

  • Hat Merz etwa gelogen ?



    Das kann doch nicht sein !



    Das ist bestimmt ein Missverständnis.



    So wie bei Kai Wegner in der "Causa Stromausfall".

    Nicht wahr ?

    • @Bolzkopf:

      Es stellt sich Frage was schlimmer ist, notorisches Lügen oder notorische Unkenntnis? Wobei durchaus auch die Kombination aus Beidem vorstellbar ist.

      • @Flix:

        Naja. Die Behauptung ist ja "notorische Unkenntnis" weil das mutmaßlich verziehbar wäre.

        Aber die Wahrheit ist natürlich oft eine andere ...

  • Teilweise - Das läuft doch faktisch: "Ich mache noch eben das hier für euch von zuhause ... bin dann aber wieder im Bett und kurier mich vor allem aus"



    Psychisch wieder eingegliedert wird auch häufig schrittweise (Hamburger Modell heiße das, wurde mir von einer Betroffenen mal erklärt)

    Schließlich: Die Ärzte und -innen - für sinnlose Symbolpolitik gegen Arbeitnehmers à la Bild - am Band krankschreiben zu lassen ist wieder einer dieser Kurzschlüsse der Union. Mehr Bürokratie wagen?

  • Ich bin Soldat und muss seit 36 Jahren mich immer sofort im SanBereich vorstellen. Und wenn ich nicht im Dienst bin in der nächstgelegenen Kaserne. Hat immer gut funktioniert, erhöht natürlich die Schwelle ein bisschen. Und dann kann der Arzt KzH schreiben (krank zuhause), Innendienst, Homeoffice, nur von Sport, Marsch oder Gelände befreien. Das ist schon recht flexibe und war beim letzten mal eben schade, als ich mit Corona ohne Symptome eben alleine zuhause am Laptop arbeiten musste.

    • @Charlie Foxtrot:

      Früher hieß das Ding Med-Punkt. Dort langweilten sich ein paar Mediziner und warteten auf Kundschaft. Viel überlasteter werden die heute auch nicht sein...

      In der realen Welt sind die Wartezimmer der Hausärzte aber jetzt schon meist brechend voll. Die "Reformen" werden die Probleme verschärfen. Also bitte nicht vom Planeten BW auf das Land schließen...

    • @Charlie Foxtrot:

      Als Soldat gehen Sie aber auch ein etwas anderes Arbeitsverhältnis ein als der Durchschnittsarbeitnehmer.

      • @Herma Huhn:

        Aber da man natürlich nach 36J eher heizungsnah verwendet wird, als im Kampfeinsatz, könnte ich dieselben Argumente geltend machen wie alle anderen. Gegen die Menschenwürde verstößt es zumindest nicht, wenn man nur teilweise krank geschrieben wird bzw nur einen Tag fehlt

        • @Charlie Foxtrot:

          Ob sie Heizungsbauer verwendet werden oder nicht spielt doch gar keine Rolle.



          Ihr Angestelltenverhältnis kann man nicht mit den meisten anderen vergleichen, vielleicht mit Polizei.

        • @Charlie Foxtrot:

          Im Prinzip haben Sie also Ärzte die nur für Sie als Soldaten zuständig sind. Glaube, dass kann man kaum mit einer normalen Hausarztpraxis vergleichen. Die Hausärzt*innen sind ohnehin extrem überlastet und die neuen Regelungen belasten sie unverhältnismäßig zusätzlich. Abgesehen davon gehen viele ältere und chronisch kranke Menschen zum regulären Hausarzt und müssen dann mit hochinfektiösem Leuten im Wartezimmer sitzen und werden gefährdet. Abgesehen davon sind auch akut erkrankte Menschen anfälliger und holen sich gleich den nächsten Infekt, sprich sie erkranken länger oder erneut, das wird die Krankentage also nicht reduzieren. Hinzu kommt, die Regelung, die Sie beschreiben, kann jeder Arbeitgeber auch jetzt schon einführen, wenn er es für nötig hält. Es erschließt sich in keiner Weise wie die zusätzliche Bürokratie, die für die unzähligen Krankschreibungen, die jetzt hinzukommen werden, den versprochenen "Bürokratieabbau" beschleunigen sollen!? Geschweige denn wie damit Krankenkassen entlastet werden sollen. Es wird dazu führen, dass es noch schwieriger wird, Arzttermine zu bekommen (schon jetzt haben viele Leute Probleme überhaupt einen Hausarzt zu finden).

          • @Schnauzerle:

            "viele ältere und chronisch kranke Menschen zum regulären Hausarzt und müssen dann mit hochinfektiösem Leuten im Wartezimmer sitzen". Ah, noch so eine Maßnahme, um das demographische Problem zu lösen, könnte ähnlich effizient wie Pflegeheime ohne Klimaanlage sein.

  • Das heißt Erkrankte müssen häufiger und schneller eine Krankschreibung vorweisen. Arztpraxen sollen gleichzeitig nicht zusätzlich belastet werden. Wer sorgt denn dann dafür, dass die Krankschreibungen auch erteilt werden?



    Für Beschäftigte heißt also der Arbeitsauftrag an Tag 1: Finde eine Krankschreibung. Vielleicht könnte man die Arbeitsagenturen damit beauftragen? Wenn Ärzte schon keine Zeit dafür haben. Oder Merz macht das ganze zur Chefsache und füllt die Bescheinigungen persönlich aus. Der hat doch sicher Zeit dafür.

  • Selbst wenn man hinnimmt, dass unsere Regierenden offenbar glauben, ein Volk von faulen Arbeitsschwänzern zu regieren.

    Die Idee, volle Hausarztpraxen noch voller zu machen, ist einfach völlig absurd.

    Das Schlimme dabei ist, dass das beschimpfte Volk nur grummelnd zu Hause sitzt oder (noch schlimmer) zu den Nazis rennt.

  • Aus Sicht der Unternehmen und deren umfangreichen Mediennetzwerken ist das ein sehr sinnvoller Schritt, da die Opferbereitschaft der Ausgebeuteten effektiv 'angeregt' werden kann.



    Kündigungsschutz lockern (Vorbild 'hire and fire') Krankenschutz aushöhlen, Arbeitszeiten ausweiten ohne Lohnausgleich, Erhöhung der Arbeitszeiten per Woche in die Verfügung der Unternehmen legen, so dass die Arbeitenden die Verfügung über ihre Freizeit an den 'Arbeitgeber' abzutreten 'angeregt' werden, und dergleichen mehr ...



    Wird funktionieren, da die angebliche 'soziale Hängematte' (Wohlfahrtsstaatsprinzp) gleichzeitig zum Nagelbrett mit Wohnungsverlust und vielfältigen 'Sanktionen' ausgestaltet wird, in das zu fallen den Menschen zu Recht existentielle Angst macht.



    Willkommen im 19.Jhd.!



    Kirsche auf der Torte:



    umfassende Massenüberwachung der Bevölkerung, um eine 'Delegitimierung des Staates' bei Bedarf jederzeit im Keim ersticken zu können.



    Orwell und 'Manchester' geben sich die Hand.



    Aber o.k.:



    die Bevölkerung hat den Blackrockkanzler gewählt, und die Wähler:innen haben immer Recht, wie uns die unselige deutsche Geschichte doch so eindrücklich gelehrt hat ... ???

  • Kollegen, die gerne blau machen, kennt wohl jeder. In meiner Branche hat sie niemand vermisst, wenn sie gefehlt haben, weil sie sowieso nichts gerissen haben. Wichtige oder terminkritische Aufgaben hat man ihnen ohnehin nicht übertragen, man kennt ja seine Pappenheimer. Einige nervten in Meetings durch besonders ausgiebige Redebeiträge, um Engagement zu simulieren. Deshalb war eigentlich niemand über die ständigen Krankmeldungen unglücklich.

    • @Oma:

      Och doch! Ich! Ich arbeite im medizinischen Bereich und mein Kollege bekam praktisch ein 13. Gehalt mit monatlichen AUs - welches ICH erarbeiten musste und mich bei SEINEN Klienten immer wieder entschuldigen musste. Nö.... für diese Kündigung war ich dem Chef dankbar und für die AU ab Tag 1

  • Ich bin da sehr gespalten. Auf der einen Seite, wird sich der Krankenstand jetzt verlängern. Statt ein bis zwei Tagen bleibt der Kranke dann eine ganze Woche zu Hause. Auf der anderen Seite kannte und kenne ich genügend Kollegen, die unter der sogenannten "Montagskrankheit" litten. Die bekommt man insbesondere dann, wenn man am Sonntagabend nochmal "einen drauf gemacht" hatte.



    Das Argument, dass sich die Patienten mit ansteckenden Krankheiten gegenseitig anstecken zieht nicht so ganz. Bei meiner Hausärztin hängt ein großes Schild: Patienten mit Infektionen bitte gleich melden! Die werden dann in ein separates Wartezimmer geleitet.

    • @Il_Leopardo:

      Meistens schätze ich Ihre Beiträge. Hier aber denke ich, sind Sie dem herrschenden Verdachtssyndrom auf den Leim gegangen. Die Montagskranken wird es immer geben, aber sie sind, anders als gerne kolportiert, da Mensch allzu leicht der subjektiven Wahrnehmung glaubt, nicht das wirkliche Problem. Ich zitiere aus dem obigen Artikel:

      "„Es sind nicht die kurzen Erkältungen, die das Gesundheitssystem finanziell belasten“, erklärte Anne-Kathrin Klemm, Verbandsvorständin der BKK. Lange Ausfälle gebe es vor allem durch psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen. Nötig sei eine ernsthafte Debatte über eine Präventionsstrategie für psychische Erkrankungen – und das nicht nur in der Arbeitswelt."

      Und was macht unsere Regierung? Kürzt bei den Psychotherapeuten und Präventionsmaßnahmen (Zuletzt: Abschaffung des Hautkrebs-Screenings)

    • @Il_Leopardo:

      An alle, die mir freundlicherweise geantwortet haben:



      Ich hatte noch vergessen, dass auf dem Hinweis meiner Hausärztin steht, dass alle Patienten mit Infektionen auf jeden Fall eine Maske tragen müssen. Und davon habe ich immer noch eine Kartons im Schrank!

    • @Il_Leopardo:

      Und dass die Leute mit Grippe und die Leute mit Magen-Darm sich gegenseitig anstecken, macht nichts, weil...?



      Selbst das zweite Wartezimmer ist in vielen Praxen logistisch nicht anbietbar. Genug Wartezimmer für verschiedene Krankheiten unmöglich.

      • @Herma Huhn:

        Meine Hausärztin hat zwei Sprechzimmer und zwei Behandlungsräume. Da kann man die schweren von den leichten Formen schon einmal trennen.

        • @Il_Leopardo:

          Und weil ihre Hausärztin das so macht, soll das jetzt bei jedem Arzt möglich sein?



          Nicht jeder hat die Räumlichkeiten dafür.

        • @Il_Leopardo:

          Mein Hausarzt hat das nicht. Und nun? Abgesehen davon, sind bei Ihnen immer nur 4 Patienten bei der Hausärztin? Bei meinem nicht. Abgesehen davon sind viele ältere und chronisch kranke Menschen mehr gefährdet, es wird insgesamt viel schwieriger Termine zu bekommen. Mehr Stress für ohnehin überlastete Hausärzt*innen, mehr Bürokratie, mehr Kosten für Krankenkassen. In manchen Gegenden haben Leute Schwierigkeiten überhaupt einen Hausarzt zu finden, das wird sich dadurch auch nicht verbessern... Vielleicht hätten die Politiker mal mit den Hausärzten selbst sprechen sollen.

          • @Schnauzerle:

            Bei meiner gibt's ne Akutsprechstunde. Anrufen, fragen wann und dann sitzt man nicht zwischen Knie- und Gallenpatienten

  • Gut gemacht. Alle arbeiten sich an diesem Punkt des „Reform“-Pakets ab. Das wird dann großmütig zurückgenommen. Die eigentlichen großen Fragen gehen derweil unter: Einschränkungen beim IFG und das Fehlen einer Vermögenssteuer.

    • @TOM1976:

      Fußball als Ablenkung hatten sie ja nicht mehr.

    • @TOM1976:

      Mal etwas Schmackes in die Ahndung der geschätzt 100 Mrd Steuerhinterziehung geben wäre noch sinnvoller.

  • Viele unserer Nachbarländer (zb Niederlande) haben schon den Kopf geschüttelt, über die Attestpflicht nach drei Tagen.



    Abwarten was daraus wirklich wird, in vielen Tarifverträgen oder auch Betreibsvereinbarungen wird es wohl bei den 3 Tagen bleiben.

  • Jede Ärztin, jeder Arzt schreibt die eigenen Patientinnen für mindestens drei Tage, wenn nicht sogar eine Woche, krank. Wenn Angestellte wegen Kopf- oder Menstruationsschmerzen zukünftig gleich die ganze Woche zu Hause bleiben, soll es mir recht sein.

    • @Eichhörnchen99:

      So etwas weiß Friedrich Merz aber nicht, da er noch nie richtig gearbeitet hat und deshalb auch noch nie eine Krankschreibung vom Arzt benötigte.

      Fritz hat nur als Lobbyist "gearbeitet" und da war seine Aufgabe Türen zu Politik und Behörden zu öffnen. Für seine "arbeitsreiche Tätigkeit als Türöffner" für BlackRock (etwa ein bis zwei Tage pro Woche hat er da laut SPIEGEL "gearbeitet") erhielt er übrigens ein Jahresgehalt im sechsstelligen Bereich. So jemand ist jetzt also unser oberster "Volksvertreter" und redet frech davon, dass die kleinen Bürger 'gefälligst mal mehr arbeiten und nicht krankfeiern sollen'.

      Merz hat keine Ahnung von der realen Welt und dem Leben der kleinen Bürger – und wie es ausschaut, haben seine Berater davon auch keine Ahnung.

      • @Ricky-13:

        @Ricky-13



        👍👍



        Es gibt halt Menschen, die verkörpern die Verschlagenheit in Persona ....

    • @Eichhörnchen99:

      Man muss ja nicht so lange Zuhause bleiben. Das ist keine Pflicht, nur ne Empfehlung für den Patienten und die Absicherung vor/für den AG

    • @Eichhörnchen99:

      Die Kurzsichtigkeit des Kanzlers hat inzwischen fast schon etwas Pathologisches erreicht. Diese Regierung ist durch und durch empathie- und fantasielos. Peinlich.

      • @Eichhörnchen99:

        Friedrich Merz (CDU) will die Krankschreibung ab dem ersten Tag. Zum Glück trifft diese Idiotie auch die CDU-Wähler. Besonders intelligent ist der BlackRock-Mann wohl nicht.

      • @Eichhörnchen99:

        Stimmt.

  • Wie heißt das in der Werbung so schön, "fragen sie ihren Arzt oder Apotheker", meinen Hausarzt muss ich da nicht fragen der kriegt Plaque wenn er noch so ein bischen extra Bürokratie aufgetischt bekommt.

  • So funktioniert Populismus.

    - Man nehme eine beliebige Zahl.



    - Hinterfragt weder die Vergleichbarkeit noch das Zustandekommen.



    - Leitet daraus ein Problem ab, das gar nicht existiert.



    - Propagiert eine Lösung, die niemanden gerecht wird.



    - Verbreitet auf Nachfrage weitere Unwahrheiten.



    - Hält am Blödsinn fest, um nicht eingestehen zu müssen, dass man sich geirrt hat.

    Hier paart sich Populismus mit Dogmatismus, Ignoranz und Unkenntnis, typisch Merz eben.