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Jason Arday Rassistische Pfade

Gilda Sahebi

Kommentar von

Gilda Sahebi

Bei weißen Pro­fes­so­r:in­nen wird bei Verfehlungen ein Auge zugedrückt, gegen Jason Arday brach Hetze los. Gelernt wird wohl wenig daraus.

N icht viele Menschen werden von William O’Reilly gehört haben. O’Reilly, Cambridge-Professor, wurde 2023 beschuldigt, von seinen Studierenden abgeschrieben zu haben. Er blieb im Amt, die Plagiate sollen keine Absicht gewesen sein. Nicola Morrison, ebenfalls Cambridge-Professorin, die 2010 plagiiert hat, behielt ihre Professur ebenfalls; kein großes Aufheben, sie entschuldigte sich. Zwei von vielen Fällen weißer Professor:innen, die plagiiert haben. Plagiate sind im akademischen Betrieb nichts Außergewöhnliches. Das ist unschön, ändert daran aber nichts.

Bei Jason Arday, jüngster Schwarzer Professor in der Geschichte der britischen Eliteuniversität Cambidge, lief es anders. Nachdem ein Wissenschaftler, der dafür bekannt ist, dass er die Intelligenz eines Menschen seinen Genen und damit der „Rasse“ zuschreibt, einen Blogartikel über mutmaßliche Plagiate von Arday verfasste und dessen Lebensgeschichte in Zweifel zog, brach ein medialer Feuersturm über ihm zusammen.

Jason Arday gab seine Stelle auf. Ende vergangener Woche wurde er tot aufgefunden.

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Seine Familie berichtet, dass Arday seit seiner Ernennung einer „anhaltenden Hetzkampagne“ ausgesetzt gewesen sei. Jolyon Maugham, Gründer der NGO Good Law Project, der Arday kannte, sagt, dass er Medien wie den Guardian immer wieder gewarnt hatte, dass Jason in einem gefährdeten Zustand war, sie aber sogar dann weiter berichteten, nachdem er die Universität verlassen hatte.

Jason Arday hatte Autismus und konnte als Jugendlicher wahrscheinlich lange Zeit weder lesen noch schreiben. Er schaffte es bis zur Professur in Cambridge. Diese außergewöhnliche Lebensgeschichte wurde bespuckt von Medien, die ihren eingefahrenen, rassistischen Pfaden folgten und Schlagzeilen produzierten, die Hass entfachten. Man könnte sich wünschen, dass daraus Nachdenklichkeit erwachsen würde. Aber darauf würde man vergeblich hoffen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Gilda Sahebi

Gilda Sahebi

Ausgebildet als Ärztin und Politikwissenschaftlerin, dann den Weg in den Journalismus gefunden. Beschäftigt sich mit Rassismus, Antisemitismus, Medizin und Wissenschaft, Naher Osten.
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67 Kommentare

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  • Karla Columna

    Der Kommentar wirkt ehrlich gesagt auch nur wie eine Wiederholung dessen, was in social media und in diversen Kommentaren zur Verteidigung Ardays angeführt wird. Alles purer Rassismus und er hat nicht plagiiert, und falls doch, tun das doch Weiẞe auch. und regt sich bei denen jemand auf? Diese Argumentation dreht sich im Kreis und überzeugt mich nicht. Bei den zwei erwähnten Fällen wurde offenbar schon ausgiebig berichtet, sonst wüsste man ja nichts davon. Bei Reilly war das Presseecho schon auch gewaltig, und bei Nicola Morrisson handelte es sich um ein Paper, bei dem (sie versehentlich oder nicht) den Beitrag eines Studenten nicht erwähnte. sie hat sich entschuldigt und der Student wurde namentlich dann noch als Autor aufgenommen. bei beiden ging es übrigens nicht um ihre Dissertation, die ja sozusagen Basis ist, um überhaupt was werden zu können in academia. Das erklärt vielleicht auch, warum sie ihre Stelle behielten. bei Arday kommen noch andere schwer wiegende Vorwürfe dazu, die der Guardian recherchierte, was nun mal die Aufgabe von Journalisten ist.

    • Dr. McSchreck

      @Karla Columna:

      Vor allem aber waren diese beiden keine "Stars", die in jungem Alter als "der Beste" ins Amt gebracht wurden, trotz vielfacher Benachteiligung sensationelle Leistungen auch auf sportlichem Gebiet (30 Marathons in 35 Tagen), bei Wohltätigkeit (Millionen an Spenden und Hilfstätigkeit in Südamerika) nebst überstandender Krebserkrankung (Hirntumor) mitbrachten, was natürlich unter anderem damit belohnt wurde, die olympische Fackel tragen zu dürfen....

      Darüber geht die Autorin doch recht nonchalant hingewg.

  • Suryo

    Offenbar wollte die Uni Cambridge unbedingt einen jungen, schwarzen Professor präsentieren. Die anrührende Backstory von massiven gesundheitlichen Problemen bis zu unfassbaren Extremleistungen im Sport scheint einen Ausschlag gegeben zu haben.

    Die Frage ist doch: wie viele redliche schwarze Wissenschaftler_innen ohne dramatische Biographie hätten den Job eigentlich verdient gehabt, hatten aber mangels solcher zierenden Details keine Chance?

  • derzwerg

    Schon mal in einer Berufungskommission gesessen? Es geht dort sehr oberflächlich zu, der:die Expert:in für das zu besetzende Fach ist meist von außerhalb und folglich zurückhaltend, die beteiligten sind meist aus anderen Fächern. Da passiert es schon mal, dass nur die in den Bewerbungen genannten Drittmittel und Impactfaktoren aufsummiert werden, und die „5 wichtigsten Arbeiten“ dann auch nicht wirklich gelesen werden.

    Dass Hochstapler in einem solchen System durchkommen, wundert mich nicht – jetzt ist halt mal einer aufgeflogen, passt schon.

    Schlimm die mediale Hexenjagd, mein Gott, in manch anderem Beruf gehört Aufschneiderei zu den Qualifikationen, traurig der Suizid.

    • White_Chocobo

      @derzwerg:

      Ich weiß ja nicht in welchen BeKos du gesessen hast, aber in meiner Disziplin geht es keineswegs "sehr oberflächlich" zu. Eher sind dort die Kolleg*innen der Fakultät vertreten, die direkt auf Befangenheiten (z.B. frühere Zusammenarbeiten) hin geprüft werden und ggf. die Kommission verlassen müssen, dann werden zig umfassende Lebensläufe gelesen und geprüft, ggf. Schriften eingefordert, gelesen und geprüft. Meist kennt man die Bewerber*innen ja aus dem angrenzenden Forschungskontext ja auch (zumindest namentlich, von Tagungen, Aufsätzen etc.). Wenn dann eine Liste erstellt wurde, singen die Eingeladenen nochmal langwierig und teils hochschulöffentlich vor, müssen sich vor der Kommission verteidigen bzw. werden befragt. Ist dann eine Liste mit drei Kandidat*innen gefunden, geht diese nochmals in die externe Begutachtung, das Rektorat spricht ggf. auch ein Wörtchen mit usw. Das sind sehr aufwendige Verfahren (auch die verkürzten), die sich zum Teil auch 1,5 Jahre hinziehen können.

  • Oma

    Ich musste bei dieser Geschichte an den Fall von Claudine Gay denken. Längst nicht so spektakulär wie Jason Arden. Sie hatte weder dessen schillernde Persönlichkeit, noch war sie eine Hochstaplerin und ihre Karriere endete auch nicht mit dieser Tragik. Für Harvard war die Sache m.E. noch viel peinlicher als für sie selbst. Harvard wollte unbedingt eine Frau und eine PoC an der Spitze haben und hat bei der Qualifikation von Gay nicht so genau hingeschaut. Erst als bei einer im Fernsehen übertragenen Kongressanhörung auffiel, dass sie nicht das hellste Licht auf der Torte war, begann man ihre wissenschaftliche Qualifikation genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie hatte bisher extrem wenige wissenschaftliche Publikationen vorgelegt, diese hatten kaum eigenständigen neuen Inhalt und wiesen zu viele Plagiate auf. Das führte dann recht schnell zu ihrem Rücktritt.

    • Francesco

      @Oma:

      Meines Wissens ist sie immer noch Professorin in Harvard, nur nicht mehr Präsidentin. Der Rücktritt ist rein politisch begründet und hat mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit nichts zu tun.

      • Oma

        @Francesco:

        Sie scheinen es besser als sämtliche amerikanische Medien zu wissen. Und besser als Wikipedia.

  • Linke Socke

    "Plagiieren" kann man auf sehr unterschiedlichen Leveln. Zumindest in den Naturwissenschaften ist es üblich, allgemein bekannte Aussagen, wie Newtons Gesetze, die Relativitätstheorie usw. ohne Quellenangaben zu verwenden. Ein sehr pingeliger Plagiatsjäger kann in derartigen Dissertationen mit Sicherheit fündig werden - was für den Autor und seinen Doktorvater als allgemein anerkannt gilt, mag in Grenzfällen aus anderer Perspektive einer Quellenangabe bedürfen.



    Daher müsste man genau hinsehen und vergleichen, wenn man Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens in ihren Arbeiten Plagiate vorwirft.



    Arday hingegen scheint so ziemlich alles gefälscht, erfunden und plagiiert zu haben, was seiner Karriere bis Erhebung in den Professorenstand geführt hat und jede Kritik daran umgehend mit der Rassismuskeule abwehren lassen.



    Insofern war er ein echter Hochstapler, auf dessen absurd hohe Leistungen in absurder Bandbreite die Verantwortlichen nur allzu gerne hereingefallen sind.



    Ich sehe in ihm daher einen Täter.



    Aber woran ist er eigentlich gestorben? Alle Kommentare gehen von Suizid aus. Aber eine Quelle dazu ist mir noch nicht untergekommen.

    • Francesco

      @Linke Socke:

      »Zumindest in den Naturwissenschaften ist es üblich, allgemein bekannte Aussagen, wie Newtons Gesetze, die Relativitätstheorie usw. ohne Quellenangaben zu verwenden.»



      Aber selbst dann schreibt man das nicht wörtlich aus einem Lehrbuch ab.

  • Zippism

    Ach, die akademische Welt funktioniert also ganz einfach: Weiß = Plagiat und Professur behalten, Schwarz = Plagiat und raus? Das ist eine erstaunlich bequeme These – vor allem, wenn man dafür gerade einmal zwei weiße Cambridge-Professor als Beleg anführt.

    Dass es genügend weiße Professor gibt und gab, bei denen Plagiatsvorwürfe bzw. nachgewiesenes wissenschaftliches Fehlverhalten sehr wohl Konsequenzen hatten, scheint für diese Erzählung allerdings eher störend zu sein. Ausgerechnet aus zwei Fällen, in denen die jeweilige Universität anders entschieden hat, eine allgemeine rassistische Gesetzmäßigkeit abzuleiten, ist keine besonders belastbare Form wissenschaftlicher Analyse.

    Und noch absurder wird es, wenn ausgerechnet die Farbe des Betroffenen zum zentralen Erklärungsfaktor gemacht wird, während die konkreten Vorwürfe gegen Arday – Plagiate, Ungenauigkeiten und sogar Fragen zu akademischen Qualifikationen – zur Nebensache erklärt werden. Cambridge hat schließlich nicht festgestellt: „Er ist schwarz, also muss er gehen“, sondern eine Untersuchung eingeleitet. Arday trat daraufhin zurück.

  • Dobro

    Im Moment ist dem neutralen Leser völlig unklar, ob es sich beim Falle des traurig verstorbenen Professors um Fehler handelte, die der machte, oder ob es um sehr viel mehr als das ging.

    • Martin Sauer

      @Dobro:

      Er hat zum Beispiel zwei Gastproffessuren an anderen Unis in seiner Bewerbung bei der Uni Cambride angegeben, die es nie gab. alleine das reicht schon für eine fristlose Entlassung. Fehler kann man das wohl nicht nennen, sondern eher Betrug.

  • Eichhörnchen99

    Annette Schavan, Karl-Theodor zu Guttenberg, Silvana Koch-Mehrin, das Bohei um Frauke Brosius-Gersdorf, Ulrike Guérot ... – die Liste der Plagiatsvorwürfe, die hierzulande zu Rücktritten und Kündigungen geführt haben, ist lang. Das hat einfach nichts mit Rassismus zu tun. Selbst wenn der erste Vorwurf und die darauf folgende Häme rassistisch motiviert waren, war Arday ein Hochstapler, der wissentlich und eigenverantwortlich handelte. Wer will schon einen Professor, der keine echte Expertise besitzt, sondern sich seine Kenntnisse aus der eigenen Fantasiewelt herbeifantasiert? Ich möchte auch keinen Statiker, Arzt oder Taxifahrer, der sich den Titel erschlichen hat und nicht das kann, was er vorgibt zu können.

    • Martin Sauer

      @Eichhörnchen99:

      Der Mann hat bei seiner Bewerbung in Cambride zwei Gastprofessuren bei anderen Unis angegeben. Die gab es aber nie. Ich verstehe nicht wieso sich ale auf die Dissertation verengen.

    • DerBlondeHans

      @Eichhörnchen99:

      Ich sitze neuerdings im taxi und denke mir...na, ohne navi könnte der seinen Job auch nicht machen...

      • 7G
        753902 (Profil gelöscht)

        @DerBlondeHans:

        Ein Navi dient ja heute auch dazu den besten Weg, z.B. ohne Stau, zu finden und Ersetzt nicht den Führerschein.

      • Eichhörnchen99

        @DerBlondeHans:

        Deshalb und sowieso Taxi und nicht Uber.

  • Abdurchdiemitte

    Schwierig, schwierig, sich als Leser sich hierzu ein Urteil zu bilden, insbesondere auch nach dem Lesen des nachdenklichen Beitrags von Dominic Johnson.



    Wahrscheinlich greifen in diesem Fall mehrere Aspekte ineinander: offensichtliche Plagiate, ein vermeintlich falscher Lebenslauf (was auch benannt werden muss) und dann das öffentliche Fertigmachen bzw. zur Strecke bringen - der Begriff Hetzjagd ist hier schon mehrfach gefallen -, durch die britische Presse.



    Dass diese ihrer journalistischen Verantwortung nicht gerecht wurde und sich von weißen Rassisten für deren Zwecke einspannen ließ, scheint mir dabei der eigentliche Skandal zu sein.



    Das gilt auch für Deutschland: sollen wir es zulassen, dass rechtsgerichtete Medien (Nius, Welt, Bild) weiter Hetze gegen Minderheiten betreiben und so den Rechtsextremisten helfen, ihren politischen Systemsturz voranzutreiben?



    Angriffsfläche für die Antidemokraten bietet das ‚System‘ ja ausreichend: Politskandale, Parteienkrise, soziale Ungleichheit, Glaubwürdigkeitsprobleme der etablierten Politik. All das muss kritisiert werden. Aber wir sollten es nicht zulassen, dass die Demokratie systematisch von rechts unterminiert wird.

  • uwe

    Umfangreiche Plagiate in der Doktorarbiet sind für einen Professor ein klarer Rücktrittsgrund. Und sofern die in der TAZ zu lesenden weiteren Daten stimmen - die massive Lügen / Hochstapelei - sollte das Komitee geschlossen von sämtlichen Hochschulämtern zurück treten, das ihn offenkundig ohne jegliche fachliche und sachliche Begutachtung berufen hat.

    • DerBlondeHans

      @uwe:

      Das wird sicherlich nicht passieren.

  • Vigoleis

    Vielleicht sollte man vor einem Urteilsspruch und den dem entsprechenden Schuldzuweisungen erst einmal abwarten, bis der Fall von unabhängiger Seite untersucht wurde. In etwa müsste wenigstens erhellt werden, was das Tun und Lassen des Hr. Arday selig war und welche Gründe er dafür hatte, welche Rolle dabei die Universität respektive dortige Mitarbeiter spielten und inwiefern die "öffentliche" und, wichtiger, die "veröffentlichte Meinung" den Fall beeinflussten.



    Ansonsten wäre noch darauf zu verweisen, dass "sich rassistisch verfolgt fühlen" und "rassistisch verfolgt werden" zwei kategorial unterschiedliche Ereignisse sind und demnach auch unterschiedlich behandelt und bewertet werden müssen. Leider wird der Unterschied in Zeiten wie den unseren kaum noch wahrgenommen, vielmehr beides in eins gesetzt, was die objektive Bewertung der konkreten Causa zusätzlich belastet.

  • Agarack

    "Jason Arday hatte Autismus und konnte als Jugendlicher wahrscheinlich lange Zeit weder lesen noch schreiben."



    Diese Geschichte wurde von unabhängigen Journalist*innen (The Guardian) in Zweifel gezogen. Herr Arday hat auch laut The Atlantic in seinen noch erscheinenden Memoiren behauptet, er habe als Jugendlicher mehrere Monate im Koma gelegen und ein Locked-In-Syndrom entwickelt. Hinzu kommt, dass Herr Arday in jüngerer Vergangenheit einige Bedrohungsszenarien (wie z.B. das angebliche Verschicken eines Schweinekopfes an seine Eltern) mutmaßlich erfunden hat. Ich wäre dementsprechend sehr zurückhaltend damit, solche Geschichten anzuführen. Denn gerade diese schillernden, die "Diversitäts"kriterien angeblich besonders gut erfüllenden Kriterien könnten es gewesen sein, die ihm letzten Endes den Vorzug vor anderen schwarzen Akademiker*innen gaben, die es im Rückblick mutmaßlich eher verdient hätten.

    Die Medienhetze in diesem Fall sollte man trotzdem kritisieren, keine Frage. Aber man sollte nicht dabei den Fehler machen, erneut Geschichten aufzusitzen, deren Wahrheitsgehalt sich jetzt nicht mehr letztgültig klären lassen wird.

    • Francesco

      @Agarack:

      Auf einem Lebenslauf zur Bewerbung auf eine akademische Position, insbesondere im angelsächsischen Raum, steht nur der akademische Werdegang, beginnend mit dem höchsten Schulabschluss. Nichts über Kindheit und Jugend, und nichts über ehrenamtliche Tätigkeiten, die nichts mit Wissenschaft zu tun haben.

      • Agarack

        @Francesco:

        Wollen Sie damit ernsthaft suggerieren, der Uni Cambridge seien diese Geschichten nicht bekannt gewesen und sie habe Arday trotz seines außergewöhnlich niedrigen Alters und seiner damals eher spärlichen Veröffentlichungen angestellt? Obwohl so ziemlich alle Artikel, die Sie aus der damaligen Zeit finden können, die Geschichte vom "stumm sein bis 11 und mit 17 erst lesen und schreiben könnten" erwähnen?

        Das glauben Sie hoffentlich selbst nicht - wenn doch, müssten Sie mir zumindest erklären, warum es dann gerade Jason Arday geworden ist.

        • 7G
          753902 (Profil gelöscht)

          @Agarack:

          Was in den Medien so schief gehen kann, wenn sich Journalisten zum Richter über Recht und Moral aufschwinge , zeigt ja der Fall um Jörg Kachelmann beispielhaft.

  • DerBlondeHans

    An die Autorin: das können Sie doch normalerweise besser. Hier blenden Sie eigentlich alles aus, was den Fall wirklich ausmacht. Ein akademischer Durchschnittsmensch wird zum "Full Professor" einer der beiden absoluten Spitzenunis (nicht nur national) berufen. Uni wie auch Medien machen daraus ein Riesenereignis und erwähnen bestimmte Merkmale der Person mit Genuss, und zudem referenzieren deren unglaublich klingende Lebensgeschichte.

    Dann kommt nach und nach raus, dass nicht nur die akademische Seite auf tönernen Füssen steht (schlimm genug als "Prof") sondern auch der Lehrbetrieb und alles andere mit mehr als großen Fragezeichen versehen ist. Die Person schlägt um sich, benennt kritische Studenten als "...istisch" und beauftragt eine führende Anwaltskanzlei, um alle ruhig zu stellen.

    Auch die Uni ist sich keiner Schuld bewusst. Dann kommt eine Zeitung, die dem ganzen Tendenzbetrieb eigentlich eher gewogen ist ("Guardian") und stellt ein paar Fragen, und dann auf einmal merken alle, dass auch hier der Kaiser nackt ist, was keiner zugeben wollte.

    • Francesco

      @DerBlondeHans:

      Das, womit die Pressestelle der Uni wirbt, hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, welche Kriterien die Auswahlgremien tatsächlich angewendet haben. Dass die Unileitung gegenüber der Öffentlichkeit die Diversität so hervorhebt, impliziert nicht, dass das bei der Berufung tatsächlich eine Rolle gespielt hat.

      • Agarack

        @Francesco:

        Was waren denn Ihrer Ansicht nach die Kriterien?

      • Dr. McSchreck

        @Francesco:

        Ihre beiden Beiträge verkennen, dass der Herr - was ich bis vor 1 Woche auch nicht wusste, im Gegenteil - weit mehr war als irgendein Hochschulprofessor in England an einer Elite-Uni, sondern überaus prominent und ein Symbol für den Erfolg von Diversifität. Irgendein Professor trägt nicht das olympische Feuer, ist ständig in Talk-Shows usw.

        Es ist klar, dass man bei einer solche herausgehobenen Position Angriffen ausgesetzt sein wird und wer dahin kommt, sollte sicher sein, dass solche Angriffe nicht wunde Punkte treffen können. Hier scheint es eine Unmenge an solchen Schwachpunkten gegeben zu haben - die lange unter der Decke gehalten wurden mit dem Vorwurf, man gönne einem Schwarzen aus unterpriviligierter Familie und mit neurologischen Einschränkungen den Erfolg nicht.

        Aber das hat nicht ewig funktionieren können und daher geht der Vorwurf für mich weniger an die Medien als an die, die ihn in diese Position gebracht haben, ohne zu prüfen, ob er da gut aufgehoben ist und später, um die eigene Haut zu retten, erst mit untauglichen Mitteln ("Rassismus" als Motiv unterstellen) Kritik abgewehrt haben, bis auch das nicht mehr half, dann hat man ihn fallen lassen (ein Irrläufer).

        • Klaus Waldhans

          @Dr. McSchreck:

          M.E. ein wirklich sehr differenzierter und abwägender Kommentar, dem ich mich gerne anschließen möchte

  • Corina Strößner

    Diese Aufmerksamkeit und dieses Ausmaß hatte diese Geschichte von Cofnas, der explizit rassistisch ist. Leider war das Ausmaß an akademischen Fehlern in den Schriften von Arday schon extrem und es wäre einfach nötig gewesen, dass Cambridge da handelt bevor sich ein rassistischer Typ drauf stürzt. Da Arday aber so ein tolles Aushängeschild und ein Star war, haben sie das vermieden. M.E. haben da sowohl DEI als auch rassistisches anti-DEI ihren Anteil an dieser tragischen Geschichte.

  • Rohek

    Unpassend zu diesem Kommentar hat die taz darunter einen Artikel verlinkt, der über die Plagiatsvorwürfe gegen die SZ Vize Chefin Föderl-Schmidt berichtet. Der Fall Arday hat Seltenheitswert zunächst wegen der grotesken Angaben in seinem Lebenslauf. Und in Verbindung damit die Verwunderung (?), warum niemand diese Angaben hinterfragte. Gab es je eine andere Person, die mit vergleichbaren akademischen Meriten wie Arday mit 37 Professor in Cambridge wurde? Gab es je eine Person, die mit vergleichbar bizarren Behauptungen über sich selbst auf so einen Posten berufen wurde, und dort auch blieb, selbst als klar war, oder sich nicht mehr leugnen ließ, dass diese Angaben größtenteils fabuliert waren? Kommentare wie dieser hier (der Autorin) schaffen ein geistiges Klima, in dem am Ende selbst Berufungskommissionen an Elite-Universitäten zu solch unglaublichen Fehleinschätzungen kommen.

  • Philippo1000

    Es ist natürlich tragisch, wenn ein Mensch als einzigen Ausweg nur noch den Freitod sieht und wählt.



    Was die Beurteilung der Person, des Lebenslaufs und seiner Qualifikationen betrifft, so gehen die Angaben derzeit auseinander.



    Die gesamten Vorwürfe schlicht als Rassismus abzutun, ist der komplizierten Lage aber kaum angemessen.

    • Francesco

      @Philippo1000:

      Nun ja, bei einem Weißen hätte das wahrscheinlich nur die Fachkollegen, aber nicht die Öffentlichkeit interessiert.

      • Ralf Brandhorst

        @Francesco:

        Was ist das für ein Argument? Zum einen brauchen wir keine linke Rassentheorie. Zum zweiten ist es falsch, weil auch zahlreiche "weiße" Akademiker in der Öffentlichkeit häufig zu Unrecht attackiert wurden. Zum dritten kommen bei Arday eben nwben Plagiaten erstaunlich viele weitere Fälle von Hochstapelei und Lügen dazu. Sein Aufstieg ist eigentlich nur damit zu erklären, dass Cambridge sich mit einem "schwarzen Überflieger" schmücken wollte. Das gehört ebenso zur Wahrheit wie die Unangemessenheit überzogener Attacken nach seinem Tod gegen ihn.

      • Hitchhiker

        @Francesco:

        Haben Sie auch ein Beispiel das Ihre Vermutung stützt, dass es sich um Rassismus handelt. Oder ist ein nur ein Gefühl.

        Im Moment fallen mir bis auf Frau Giffey nur Beispiele ein, welche ihre Karriere an den Nagel hängen konnten. Und bei den Beispielen stand nicht unbedingt deren Lebensweg in Zweifel.

        • Francesco

          @Hitchhiker:

          Das sind aber Politiker, Personen des öffentlichen Lebens, keine Uni-Professoren.

          • Fairchild670

            @Francesco:

            Mir scheint, Herr Arday war auch eine Person des öffentlichen Lebens.

  • Offebacher

    Das klang vor einer Woche aber ganz anders. Da schrieb Herr Johnson in der taz auch von "Märchenerzähler" und "Hochstapler":



    taz.de/Skandal-um-...itannien/!6203006/

    Und Herr Johnson, dessen Artikel gerade über Afrika ich sehr schätze, ist nun bestimmt kein Rassist.

    • Francesco

      @Offebacher:

      Sooft, wie er westliche Interventionen fordert, würde ich das nicht unterschreiben.

      • Harmonie ist eine Strategie

        @Francesco:

        AntiRa ist richtig und wichtig. Aber vielleicht braucht das Verständnis der Welt mehr Analyseinstrumente als die eines einzelnen Ansatzes Postcolonial Studies und CW sind Theorien beschränkter Reichweite.

  • Land of plenty

    Ich glaube das ist eine Fehleinschätzung Frau Sahebi.



    Es geht nicht allein um Plagiate. Es geht um eine insgesamt erfundene Biographie. es geht um einen Hochstapler.



    Und der Zusammenstoß fand statt zwischen den Hochjublern und den Diskreditierern.



    Aber Jason Arday ist auch selbst verantwortlich.

  • Éljen a Magyar

    Es geht nicht nur um mögliche Plagiate. Es geht um einen Lebenslauf, der so sehr aufgehübscht wurde, daß er mit der Realität kaum noch etwas zu tun hat. Es geht um eine Biographie, deren wesentlichen Bausteine mit den Aussagen von Freunden und Bekannten aus der entsprechenden Zeit nicht in Übereinstimmung zu bringen sind.



    Und bei dieser Gemengelange wäre auch ein weißer Professor nicht mehr durchgekommen.

    • Francesco

      @Éljen a Magyar:

      Die Teile der Biographie, die nicht den akademischen Werdegang betreffen, interessieren normalerweise nicht die Bohne.

      • Kassenclown

        @Francesco:

        Nun er hat wohl auch bei seinen Gastprofessuren gelogen. Da ist doch durchaus akademisch relevant. Das zweite ist, dass Biographie vielleicht bei der Uni kein Kriterium ist, ein offensichtlicher Hochstapler aber natürlich ein riesiges öffentliches Interesse entfacht. Diese Forrest Gump artige Lebensgeschichte hat sich halt als Hochstapelei entpuppt. Arday war halt auch unabhängig vom akademischen Feld nicht der Mensch, der er vorgab zu sein. Gleichzeitig war er ein ziemlicher Promi was diese Märchen halt hochinteressant macht für die Öffentlichkeit. Das es rechte Trittbrettfahrer gab liegt auf der Hand. Arday völlig aus der Verantwortung für seien Fall zu nehmen und der kompletten Presse niedrige Beweggründe zu unterstellen halte ich aber für sehr unaufrichtig.

      • Gerald Müller

        @Francesco:

        In diesem Fall schon weil Arday und insbesondere auch Cambridge den Lebenslauf an die große Glocke gehängt hatten. Hinzu kommt noch dass Arday auch akademische Rollen erfunden hatte (visiting professor in Glasgow und Ohio State University).

        • Francesco

          @Gerald Müller:

          Aber sie spielen bei der Berufung keine Rolle.

          • Oma

            @Francesco:

            Klingt fast wie das Klischee von weltfremden, trotteligen Professoren im Elfenbeinturm, die weder bei erfundenen Gastprofessuren stutzig werden noch von den sonstigen erstaunlichen Heldenleistungen des Bewerbers was mitgekriegt haben. Im nichtakademischen Berufsleben interessiert nicht nur der berufliche Lebenslauf, sondern man versucht, auch die Persönlichkeit zu verstehen. Hat seinen guten Grund.

          • Suryo

            @Francesco:

            Und was dann? Offensichtlich wurden ja weder die dramatisch ausgeschmückte biographie noch die tatsächlichen akademischen Leistungen berücksichtigt. Was bleibt da noch?

          • stiller

            @Francesco:

            Woher willst Du das wissen? Warst Du dabei? Du behauptest das an mehreren Stellen hier, aber ich verstehe nicht auf welcher Grundlage. Vor allem: Es gab ja andere Kandidaten. Darunter auch schwarze, die akademisch stärker waren als Arday. Wenn bei der Berufung nur das akademische eine Rolle spielt, warum wurde dann Arday berufen?



            Auch Deine Behauptung, auf einer Bewerbung stände nichts ausser den akademischen Fakten ist zumindest unbelegt. Kennst Du Ardays Bewerbung? Und selbst wenn: Glaubst Du, die Berufskommission schaut nicht fern? Oder kann googeln? Die Wahrscheinlichkeit, dass die von den nicht-akademischen "Qualifikationen" wussten, ist sehr hoch.

  • DiMa

    Die anderen Professuren wurden nie als "Wunderkinder" gehandelt, die derart in vergleichbarer Form exponiert wurden.

    Im Übrigen ist vollkommen unklar, ob das Plagiat irgendeine Konsequenz für die Professur von Herrn Arday gehabt hätte oder nicht - er ist selbst zurück getreten.

  • Skolebuss

    Bei Arday ging es nicht „nur“ um ein Plagiat, sondern um eine Lebensgeschichte voller Übertreibungen, offenkundiger Unstimmigkeiten, Märchengeschichten, die irgendwann so unglaubwürdig geworden sind, dass selbst die Wohlmeinendsten skeptisch nachgefragt haben. Deshalb musste selbst seine Universität letztlich eine Untersuchung einleiten. Zur Frage, ob das ein Fall von Rassismus oder doch eher von missratenem wohlmeinendem Antirassismus ist, lese man den Kommentar von Dominic Johnson.

  • fly

    Ob es so rassistisch ist, wie in dem Kommentar beschrieben, hängt davon ab, was Fakten sind und wem man glaubt.



    Hier wurde nur die Plagiate erwähnt, damit könnte man dem Kommentar folgen.



    Aber in anderen Berichten werden wesentlich mehr problematische Seiten für eine exponierte Professur an einer Eliteuniversität aufgelistet, mit lauter Lügen im Lebenslauf. Wenn die stimmen, sieht die Einschätzung etwas anders aus, denn damit kämen auch Weiße kaum durch.



    Es bleibt natürlich die Frage, was davon auf die Neurodiversität zurückgeht.

    • Jalella

      @fly:

      Ich glaube, zum Rassismus in den USA braucht man nicht unbedingt ausgefuchste Studien. Da gibt es genug sehr offene Äußerungen und auch Maßnahmen. Es ist auch kein Zufall, dass in den USA die allermeisten Häftlinge schwarz sind, Und das liegt nicht daran, dass Schwarze krimineller sind als Weiße. Die Trumpisten versuchen in einigen Bundesstaaten sogar, gezielt Schwarze von der Wahl abzuhalten.

      Und in Deutschland ist es leider auch nicht wirklich nötig, auf Studien zurückzugreifen, auch hier ist der Rassismus offen sichtbar, wenn auch nicht so stark wie in USA.

      • Rohek

        @Jalella:

        What about geht es hier eigentlich, die USA? Deutschland?

      • Offebacher

        @Jalella:

        Dass in den USA das Justizsystem sehr ungerecht ist, keine Frage. Aber was hat das jetzt mit dem konkreten Fall in Großbritannien zu tun?

      • Dr. McSchreck

        @Jalella:

        Es geht um Großbritannien.

    • Theo Weyers

      @fly:

      Ja, dieser Artikel ist verwirrend, weil er Berichte sogar hier in der TAZ ignoriert. Inwiefern die Neurodiversität tatsächlich bestand oder nur eine seiner Geschichten war, scheint auch nicht ganz klar zu sein.

      „Autist und stumm? Schulkameraden beschreiben ihn als völlig normal.“



      taz.de/Skandal-um-...itannien/!6203006/

    • Dr. McSchreck

      @fly:

      Ihre Kritik ist berechtigt. Der erste Artikel in der taz wurde deutlich vor seinem Tod geschrieben und listet einige Unstimmigkeiten auf. Das geht über ein paar nicht gekennzeichnete Zitate (die auch nicht in Ordnung sind) weit hinaus. Damit wäre niemand durchgekommen, egal woher er stammt.

      Herr Johnson hat zudem heute zweit weitere Artikel zum Thema veröffentlicht, einer davon ein Kommentar, der den Punkt weit besser trifft. Es waren nicht die Medien, die diesen Menschen in seine Lage gebracht haben, es waren die, die ihn als Symbol missbraucht haben, obwohl sich immer deutlicher abzeichnete, dass das weit über seinen Möglichkeiten lag - und erst jede Kritik als rassistisch motivert abgebügelt haben (so der Bericht von heute) und auf einmal ließ man ihn fallen. Der "beste Mann" war plötzlich ein "Irrweg".

    • Dr. McSchreck

      @fly:

      Die Kritik an dem Artikel ist sehr berechtigt. Es geht eben nicht um ein paar Plagiate (die übrigens auch nicht in Ordnung wären), sondern darum, dass die Promotion zu über 60 Prozent aus Plagiaten bestanden haben soll, dass die Lebensgeschiche in großen Teilen nicht zutraf (auch dass er bis in die Jugend nicht lesen und schreiben konnte) und vor allem auch darum, dass diese Fragen sofort mit "Rassismus" und "Klassismus" gekontert wurden, statt sie zu prüfen.

      Der Artikel versucht, diese falsche Geschichte zu retten und greift dafür auf genau diese gleiche Methode zurück - Herr Johnson hat dazu heute viel Richtiges geschrieben.

  • rero

    Ich verstehe diesen Artikel von Frau Sahebi nicht.

    Es geht ja nicht nur um Plagiate.

    Wichtige Teile seiner Lebensgeschichte sollen erfunden sein, war anderswo und auch in der Taz zu lesen.

    Dass er lange nicht gesprochen hätte, haben ehemalige Mitschüler angeblich nicht bestätigt.

    Die sagen wohl, er hätte gesprochen wie alle anderen.

    Wichtige Teile seines Lebenslaufes sollen falsch sein.

    Das ist schon ein anderes Kaliber als ein Plagiat von einem Professor mit welcher Hautfarbe auch immer.

    Ich kannte den Mann zu seinen Lebenszeiten nicht, ich habe keine Ahnung.

  • Miriam

    Gibt’s dafür irgendeinen Beleg? Es gibt reihenweise weiße CIS Menschen, die wegen Plagiaten oder Fälschungen im Lebenslauf zurücktreten mussten. Woran machen Sie fest, dass er anders behandelt wurde? Die einzige Sonderbehandlung, die mir auffällt, ist, dass bei teilweise absurden Behauptungen im Lebenslauf nicht nachgeforscht wurde und das Claims wie Millionen Summen, die er eingenommen hat, für Charity ohne Beleg geglaubt wurden.

  • Bunte Vielfalt

    Es fällt schwer zu glauben, dass jemand nach den in der taz nachzulesenden Fakten noch dieses Narrativ aufrecht erhalten will. Es ist reichlich offensichtlich das Gegenteil der Fall: Das Fehlverhalten sprengt jedes wissenschaftliche, aber auch menschliche Maß. Dieser Fall zwischen Hochstapelei und Wahnvorstellungen lässt sich ja überhaupt nicht mit den hier angeführten vergleichen, und das Problem ist gerade, dass die nicht wie im Kommentar behauptet von einer einzigen zweifelhaften Quelle, sondern von nahezu allen Seiten vorgebrachten Vorwürfe aus Angst vor Rassismuswürfen ignoriert worden sind, wo in jedem anderen Fall schon lange gehandelt worden wäre. Dem Mann hätte geholfen werden können, wenn er rechtzeitig vor sich selbst geschützt worden wäre. Wer das nicht versteht, ist mitschuldig am nächsten Opfer und fördert ungewollt den echten Rassismus.

  • 121314

    Die Berichterstattung zum Fall ist bereits in der TAZ selbst so wiedersprüchlich, dass sich der Leser eigentlich kein Bild machen kann. Ein reiner Meinungskommentar hilft da nicht weiter. Warum kommt es nicht mal zum Austausch mit den andersmeinenden Kollegen, Recherche und einem vermutlich dann eher ambivalenten aber ausgewogen Bild?

    • Dr. McSchreck

      @121314:

      Was Sie vermissen, gibt es - einen Artikel, der die Fakten aufzählte von deutlich vor seinem Tod.

      taz.de/Skandal-um-...itannien/!6203006/