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Herbstgipfel der EU Die EU gibt es nur mit einer sicheren Ukraine

Tanja Tricarico

Kommentar von

Tanja Tricarico

Der EU-Gipfel debattiert vehement über höhere Verteidigungsausgaben. Dabei ist Geschlossenheit angesichts des Rechtsrucks dringend nötig.

W as ist bloß aus dir geworden, liebe Europäische Union? So viel Gezeter, so viel Streit und Spaltung, dabei kommt es in den kommenden Wochen total auf dich an. Es geht um eine klare Haltung zur Unterstützung der Ukraine, um einen stabilen Finanzrahmen für das Gesamtkonstrukt, darum, die EU den Anforderungen der Zeit anzupassen. All das erfordert Tempo, denn das Superwahljahr 2027 wirft seine Schatten voraus.

Die sorgenvollsten Blicke richten sich wohl nach Frankreich, wo der Rassemblement National gute Chancen hat, an die Macht zu kommen. EU-Kritik ist quasi Teil der Le-Pen-DNA, und bereits jetzt drohen die Rechtspopulisten mit Kürzungen im EU-Haushalt. Gewählt wird auch in Polen, Italien und Griechenland. Dies sind alles Staaten, in denen der Wahlausgang das demokratische Gefüge der Europäischen Union mächtig durcheinanderbringen könnte, wenn sich die Bür­ge­r:in­nen für den Rechtsruck entscheiden.

Den Auftakt ins Superwahljahr, quasi als Vorspiel, macht Spanien bereits Ende November, und auch dieser Wahlausgang dürfte für Turbulenzen in Europa sorgen. Der öffentliche Schlagabtausch beim Thema Migration zwischen dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni hat zwar hohen Unterhaltungswert, lässt aber keinen Zweifel an der spalterischen Kraft, die es derzeit in der EU gibt.

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Kompromisslos kürzen statt prassen

Die Kassen vieler Länder sind klamm – und so sind Ausgaben für Verteidigung unerwünscht

Wie unterschiedlich die Interessen beim Geld, beim Thema Investitionen in Europa und einer modernen Vision der EU sind, zeigte sich in Reinformat beim jüngsten Herbstgipfel der 27 Staats- und Re­gie­rungs­che­f:in­nen in Brüssel. Vor allem der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sorgte dafür, dass es beim EU-Budget für die nächsten sieben Jahre nicht voranging. Als Anführer der „Gruppe der Geizigen“ will er lieber kürzen statt prassen. Von Kompromissbereitschaft noch keine Spur. Dabei braucht es schnell eine klare Haltung, um sich international gegen Player wie China oder die USA zu wappnen.

Und ja, auch gegen den Krieg, der mitten in Europa tobt. Die Ukraine wartet nicht nur auf die nächste Finanzspritze, um zerstörte Infrastruktur wiederaufzubauen, sondern auch auf konkrete nächste Schritte für den EU-Beitritt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, den US-Präsident Donald Trump so gerne zum Rücktritt bewegen will, ist seit Kriegsbeginn Dauergast bei den EU-Gipfeln. Doch in Geldfragen war es für Selenskyj und die Ukraine selten so brenzlig wie jetzt.

Denn die Kassen sind in vielen EU-Ländern klamm, und vor dem Superwahljahr 2027 spielt so manche Partei die Kriegskarte, die finanzielle Hilfen und Ausgaben für Verteidigung und Rüstung in den eigenen Ländern in Frage stellt. Merz will es in der Geldcausa noch einmal mit den eingefrorenen russischen Vermögen versuchen. Doch sowohl Merz als auch Selenskyj mussten bereits schmerzlich erfahren, dass es für diese Zuweisung in der EU keine Mehrheiten gibt. Ob es gelingt, in diesen Fragen schnell tragfähige Antworten zu finden, entscheidet darüber, ob die EU als politische Einheit eine Zukunft hat.

Tanja Tricarico

Tanja Tricarico ausland

Schreibt über Außen- und Sicherheitspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, früher auch Digitalisierung. Host der Fernverbindung, dem Auslands-Podcast der taz. Privat im Einsatz für www.geschichte-hat-zukunft.org
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80 Kommentare

  • Land of plenty

    Nicht entweder Sozialpolitik oder Verteidigung, sondern beides! Richtige Besteuerung der Ultrareichen ermöglicht das.



    Sparen Sie an Luxusautos, an den Bayreuther Festspielen, nicht an Solarpanels und nicht an dem Ziel:



    den russischen Imperialismus besiegen! Denn dieser wird nicht nachlassen, bis alles querbeet in Europa sein Eigentum ist. Siehe Georgien: aufgeteilt und besetzt seit 2008.



    Attentate auf Oppositionelle überall in Europa. Der Kreml muss weg!

    • rero

      @Land of plenty:

      Es ist nicht hilfreich, Mythen hinterherzuhängen.

      Die Linke hat doch ein Gutachten in Auftrag gegeben.

      Da wurde auch was über die Voraussetzungen zur Umsetzung gesagt.

      Ist lesenswert.

      Die "Besteuerung der Ultrareichen" wird dem Haushalt kaum etwas bringen.

  • Auweiowei

    Ein 'Zusammenhang' kann kausal oder korrelativ bestehen. Wenn die EU und die Ukraine, wie hier, quasi als 'Figuren auf der Weltbühne' zueinander in Beziehung gesetzt werden, kann diese natürlicherweise nicht kausal sein.

    Davon abgesehen, werden in der sprachlichen Alltagspraxis 'Dinge' - oft mutwillig -'zusammengeworfen', die aus verschiedenen Registern stammen, die nichts miteinander gemein haben. EU und Ukraine, so die Autorin in ihrem Titel, können korrelativ 'in Zusammenhang' gebracht werden - z.B. über das Junktim 'Sicherheit'. (Auch viele andere wie 'Kultur' oder 'Oberfläche' oder sonstwas würden das tun.)

    Das Besondere im vorliegenden Fall: 'Sicherheit' ist hier eine Projektion in die Zukunft und deshalb nicht 'positiv' beschreibbar, sondern praktisch nur an den noch zu beseitigenden Defiziten, d.h. 'ex negativo'. Und genau das tut die Autorin.

    Sie hingegen wollen den (Interessens-)Zusammenhang zwischen EU und Ukraine erst herstellen, wenn



    "die Aufrüstung in Europa wirksam [?] stattgefunden hat." - Der Haken bei der Sache ist bloß die davoneilende Zeit:



    Was Sie dann noch "befrieden" wollen, wird - ein 'Friedhof' sein. Verstehen Sie?

    • Auweiowei

      @Auweiowei:

      Dieser Text sollte eigentlich eine Antwort an @Nachtsonne sein und ist leider von mir versehentlich nach oben platziert worden. Tut mir leid.

  • Nachtsonne

    "Die EU gibt es nur mit einer sicheren Ukraine." Den Zusammenhang gibt es nicht und daher wird er im Artikel auch nicht aufgezeigt. Unabhängig davon ist die Befriedung des Konflikts in der Ukraine natürlich Im europäischen Interesse - nachdem die Aufrüstung in Europa wirksam stattgefunden hat. Sicherheitsgarantien für die Ukraine durch die EU ohne die Amerikaner haben sonst keinen Wert. Das wird sich auch nach Trump nicht mehr grundsätzlich ändern

    • rero

      @Nachtsonne:

      Doch.

      Den Zusammenhang gibt es.

      Man muss sich nur die Frage stellen, was passiert, wenn die Ukraine fällt.

  • Pico

    Die Kassen sind leer. Und sie werden sich auch nicht füllen. Wir haben uns selbst ein, nein, beide Beine gestellt. Haben uns jetzt TOTAL abhängig gemacht von Energielieferungen aus Staaten am Golf und von Donald. Für ein vielfaches dessen was einst uns Russland abverlangte. Russland wird NIE die Krim aufgeben. Und wenn die Krim überleben will, braucht sie die Wasserversorgung, vom Festland. Die EU wird hier NIE mit einer Stimme sprechen können. Die Slowakei, Ungarn usw. werden auf die Lieferungen aus Russland nicht verzichten können und wollen.



    Und was gerade in Frankreich läuft, ist ein Zeichen dafür, dass sich die europäischen Staaten verrannt haben und sich sehr weit aus den Fenstern lehnten, wo sie nun drohen abzustürzen.

    • Janix

      @Pico :

      Wir hatten zum Glück zwischendurch unsere eigene Energie mit Sonne und Wind auch mal gefördert, nicht nur Fossil und Auto. Aus der Verbrennung müssen und können wir sowieso (fast) raus, in einer Zukunft, die wir beide sehen werden.

      In der Drecksackabstufung schaffen es selbst Salman und Donald nicht auf die Stufe des Butscha-Butchers und Angriffskriegers Wladimir. Den wollen Sie und ich sicher nicht mitfördern.

      Und dann verstehe ich Ihren Post nicht ganz.

    • Machiavelli

      @Pico :

      Geht doch gar nicht um die Krim, Russland gesteht der Ukraine kein Existenzrecht zu, keine Souveränität. Und Frankreichs Probleme haben mehr mit dem Renten- und Pensionssystem zu tun als mit der Ukraine. Und für russisches Gas und Öl zahlten wir immer schon Weltmarktpreise.

      • Pico

        @Machiavelli:

        Klar doch. Ungarn zahl zum Beispiel 25 Cent für den Kubigmeter Gas. Wir sind mit 110 Cent dabei. Der Unterschied: Ungarn bezieht russisches Gas. Und wir dreckiges Gas von Donald und aus dem nahen Osten, quer und mit etwas Glück vorbei an den Kriegsschiffen ....

      • Lizu Mutzson

        @Machiavelli:

        Für alle die es immer noch nicht verstanden haben, Putin hat die Gaslieferungen eingestellt, nicht andersrum. Und selbst wenn es nicht so wäre, glaubst du wirklich Russland würde uns sein Gas zum Selbstkostenpreis schenken und wäre die durch den Iran Krieg (und mittlerweile auch die Angriffe der Huthis in S-A) enorm gestiegenen Öl und Gaspreise nicht mit Händeklatschen mitgegangen? Was bitte muss Putin noch alles machen, damit auch der letzte merkt, dass er gar nicht unser Freund sein WILL, höchstens unser Kaiser?

        Ehrlich genau der selbe Fiebertraum der in den USA bei den MAGAs abgeht, die Trump feiern ganz egal welchen Scheiß er auch baut, läuft bei uns mit den ewigen Russlandfreunden und Putin. Er könnte vor deren Augen an.Weihnachten ihren Hund erschießen und ihnen dabei lachend auf den Kopf koten, sie würden ihm trotzdem die Füße küssen. Ehrlich in was für einer Timeline leben wir überhaupt...

      • Alex_der_Wunderer

        @Machiavelli:

        @ Machiavelli



        Man könnte jetzt durchaus erwidern , was



        geht 's denn nun Sie oder uns an, wem oder was die Europäische Union was zugestehen...

        • Machiavelli

          @Alex_der_Wunderer:

          Weil der Essen beim Appettit kommt und es besser ist den Ukrainer in ihrem Freiheitskampf zu helfen als in ein paar Jahren selber im Baltikum den russischen Imperialismus bekämpfen zu müssen.

  • Auweiowei

    "So viel Gezeter, so viel Streit und Spaltung" - wobei man sich "gegen den Krieg [und sein drohendes Übergreifen auf ganz Europa] der mitten in Europa tobt", wappnen müsste. Damit hat die Autorin das Damoklesschwert, das auch über uns schwebt, eigentlich klar genug beschrieben.



    Manche (viel zu viele) tun die Warnungen vor dem Gefahrenpotential immer noch als bloße Spekulationen ab. Selbst wenn die Ukraine morgen russisch besetzt wäre...



    Man gibt sich hinreichend immun gegen 'Berichte aus dem Magdeburger Landtag' (in der linksliberalen taz). Es wird lieber verdrängt, dass dort bereits Planspiele - und keine unterhaltsamen Provinzpossen! - für eine baldige 'freundliche Übernahme' stattfinden. Wie blind und informationsresistent muss/darf aber 'der Mensch/ homo politicus' eigentlich noch sein?

  • Alex_der_Wunderer

    Bezahlt die Ukraine die von uns gelieferten militärischen Nachlieferungen eigentlich immer sofort in Bar oder in Naturalien. Bodenschätze werden wohl zur Selbstgewinnung von Industrie & Wirtschaft, aus den Europäischen Unions Importländern zur Verfügung gestellt.

  • Zangler

    Die EU als die politische integrative Idee, die sie für manche bei ihrer Gründung Anfang der 1990er mal war, ist schon lange tot, weil ohne Reformen und Teilvertiefungen der Integration immer nur aufgenommen wurde. Der Erfolg heutiger Rechtsparteien in den Kernstaaten hat viel damit zu tun, dass auch Slowenien oder Bulgarien ein Vetorecht haben und dass Dänemark und Schweden, Irland und das Vereinigte Königreich Opt-outs bekommen haben.



    Insofern ist eine übereilte Aufnahme der Ukraine nur Futter für die Rechtsaußen-Parteien. Härtere Sanktionen und eine bessere Beschaffung statt immer neuer Korruptionsskandale in der Rüstungsindustrie und von ehemaligen Spitzenpolitiker- und -beamt:innen, die sich von Russland und anderen Diktaturen kaufen lassen, würden sicherlich sowohl der europäischen Verteidigung und Einheit als auch der Ukraine mehr helfen. Aber wahrscheinlich sollte ich zum Arzt gehen mit solchen Visionen ...

  • Hans - Friedrich Bär

    "Die EU gibt es nur mit einer sicheren Ukraine" Wir können uns ungefähr vorstellen was die Autorin damit meint. Was aber, wenn die Ukraine sich selbst gefährdet ? Das können wir nicht beeinflussen. Wie eine TAZ Korresponentin, die sich dort sehr gut auskennt , schrieb, ich glaube die Formulierung war "irrlichternde" Präsidialentscheidungen .



    Die Ukraine ist, nach enormen Erfolgen bis 2024, seither ziemlich unberechenbar, aus meiner Sicht auf dem Weg in den Misserfolg. Daran kann von außerhalb niemand etwas ändern. Die Ukrainer/innen baden es aus.

    • economista

      @Hans - Friedrich Bär:

      Ich finde im Artikel auch keine Argumente, warum die Existenz der EU vom Schicksal der Ukraine abhängen soll. Dass Russland, selbst wenn die Ukraine komplett besetzt kein unabhängiger Staat mehr wäre, direkt weiter in die EU marschiert, ist allenfalls spekulativ.

      • Janix

        @economista:

        Wenn Ihnen Völkerrecht in Europa am Allerwertesten vorbeiginge, käme ich mit dem puren Kurzfrist-Interesse.

        Sie wollen die Kontrolle eines Putins über Rohstoffe, Weizen? Die Fluchtgruppen nach den nächsten Butschas? Russische Truppen kurz vor Bratislawa und Warschau?



        Dann sind Sie da wohl eher einsam.

        • T-Rom

          @Janix:

          Das "Völkerrecht" ist eine schöne Idee - in der Praxis leider auch nicht mehr. Schon immer gewesen.



          Wir und unsere Verbündeten haben uns in den letzten Jahrzehnten nur an das Völkerrecht gehalten, wo es gerade passt. Wie die meisten Länder weltweit.

          Wann hat sich unser grösster Sicherheitspartner, Schutzpatron und NATO Führungsstaat USA denn am Völkerrecht orientiert? Selbst unter Clinton oder Obama.

          Es ging und geht immer über pragmatsiche Diplomatie (oder eben auch robustes Vorgehen) in der jeweiligen Sitoation.

          • Janix

            @T-Rom:

            So, das war jetzt nur an meinem Post leider vorbei, wo ich das Völkerrechts-Argument genannt sowie mit Ansage ohne seinen Gebrauch dargelegt habe, warum auch Anhänger eines angeblichen "Realismus" die Ukraine stärken sollten.



            Mit Verlaub.

  • Alex_der_Wunderer

    Klar, die Europäische Union sollte alle Länder die sich in militärischen Auseinandersetzung mit anderen Staaten befinden , in die Europäische Union aufnehmen und dann können wir Staaten der Europäischen Union ja deren militärischen Auseinandersetzungen mit dem Steuergeldern der Bevölkerungen der Europäischen Union finanzieren und wenn es noch nicht reicht, nehmen die Staaten wie Deutschland zum Beispiel mal fix ein " Sondervermögen " von 500 Milliarden auf.



    Ganz klasse Philosophie.



    Zum Glück und vernünftiger Weise lassen die Doktrin der EU nur eine Aufnahme unter anderem, in Friedenszeiten zu ❗️



    Für die ganzen Leuchten 💡 unter den EU Befürwortern hier, bitte einmal dringend Gehin aktivieren ❗️

    • Auweiowei

      @Alex_der_Wunderer:

      Erst unterstellen Sie der EU eine "Philosopie" bzw. "Doktrin", derzufolge sie "alle" (!) Länder, die in militärische Auseinandersetzungen verwickelt sind,



      aufzunehmen bereit sei - um dann festzustellen, zum Glück dürfe sie das in Friedenszeiten ja gar nicht tun.

      Ist diese Aufregung aber mehr als der berühmte Sturm im Wasserglas?

      Und für dieses seltsam verquere Gedankenspiel sollen die EU-Befürworter verantwortlich sein?

      (Abgesehen davon, finde ich Ihren abschließenden 'Appell' im Ton doch grenzwertig.)

    • Auweiowei

      @Alex_der_Wunderer:

      Dürfte ich Sie bitten, von diesem hohen Baum wieder herunterzukommen?



      Meines Wissens beruht die EU auf dem Maastrichter Vertrag und nicht auf einer "Doktrin".



      Über eine "Philosophie" - im umgangssprachlichen Sinn als 'eine Reihe von Grundüberzeugungen' - hat die EU in ihren Entwicklungsjahren, also noch lange vor Maastricht, ganz sicher verfügt. Leider hat sie in den letzten Jahren viel Konsens (oder common sense...) verloren, hauptsächlich durch das zunehmende nationalstaatliche Einzelinteressen.



      Und leider gerät die EU zuletzt durch Putins und Trumps 'Machtpoker' in Gefahr, sich auseinanderdividieren zu lassen. Was Sie aber als 'militärische Auseinandersetzungen mithilfe von Steuergeldern' bezeichnen (beinahe als handle es sich um eine Art von gefährlichen Freizeitübungen), lässt sich inzwischen als 'Überlebenskampf der EU' bezeichnen. Die EU befindet sich in einem hybriden Krieg - den sie nicht mutwillig vom Zaun gebrochen hat.



      Sollten wir Ihrer Meinung nach lieber klein beigeben und uns in Kolonien anderer Mächte verwandeln (lassen)?

  • Hierjetzt

    Es wäre eher an der Zeit aus diesem Europa der Nationalisten auszusteigen.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Hierjetzt:

      Oder die Nationalisten aus der EU zu verdrängen, bzw. keine aufzunehmen. Schließlich war der Grundgedanke des europäischen Einigungsprozesses, aus dem Nationalismus der Vergangenheit zu lernen und ihn zu überwinden. Leider haben das zu viele vergessen.

    • Machiavelli

      @Hierjetzt:

      Und stattdessen?

      • Alex_der_Wunderer

        @Machiavelli:

        @ Machiavelli



        Wie wäre es mit ein bißchen mehr Frieden & Freundschaft auf diesem Planeten !

        • Machiavelli

          @Alex_der_Wunderer:

          Haben wir dank EU in Europa. Die einzigen die stunk machen sind Putin, Trump, Netanjahu, Xi und Khamenei, und die Golfmonarchien.

  • test_name

    Wenn dann richtig - volle Unterstützung der Ukraine mit allem was geht. Ansonsten sollte sich die EU Putin unterwerfen und dessen Oberhoheit bis zu polnischen Grenze anerkennen.

    Was zur Zeit geschieht ist die schlechteste aller Möglichkeiten: langfristige Unbewohnbarmachung der Ukraine durch komplette Zerstörung der Infrastruktur. Das ist ein indirekter Angriff zumindest auf Deutschland - 20Mio potentielle ukrainische Flüchtlinge - und sollte entsprechend beantwortet werden.

    Es fehlt die öffentliche Verurteilung des Verräters Trump.

    • horsefeathers

      @test_name:

      >> 20Mio potentielle ukrainische Flüchtlinge

      An diesem Szenario gehen leider viele kluge KommentatorInnen vorbei

      • Kohlrabi

        @horsefeathers:

        Bei derzeit noch ca. 25 Millionen im Staatsgebiet lebenden Bürgern?

        • horsefeathers

          @Kohlrabi:

          Die Bevölkerung der Ukraine wird für das Jahr 2026 je nach Quelle und Berechnungsmethode auf rund 38,9 bis 39,5 Millionen Menschen geschätzt.

          • Kohlrabi

            @horsefeathers:

            Damit sind Staatsbürger gemeint, also einschließlich derer im Ausland und den besetzten Gebieten. Was das von der Kiewer Regierung kontrollierte Staatsgebiet angeht, so sind es nach offiziellen Schätzungen noch 22-25 Millionen. U.a. auch hier wiedergegeben,

            taz.de/Angriffskri...-Ukraine/!6204986/

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Kohlrabi:

          Mit Flüchtlingen kann man brave Bürger so schön erschrecken...

  • Auweiowei

    Vorab: Der Link "öffentlicher Schlagabtausch" führt in die Irre (und nicht zum Thema Migration).



    Der spanische Wahlausgang "dürfte für Turbulenzen in Europa sorgen". Mit Verlaub, das ist mir zu orakelhaft. Zumal sich abzuzeichnen scheint (nach der gelungenen Verständigung innerhalb der Frente Amplio - der gemeinsamen Front der Linken neben dem PSOE - auf eine einzige Kandidat*innenliste, und zwar unter weitgehendem 'Verzicht' auf die extreme bzw. höchst eigensinnige Podemos), dass dadurch die Mehrheit für Sánchez im Senat in greifbare Nähe gerückt ist.



    Und was genau ist mit dem "hohen Unterhaltungswert" der Sánchez-Meloni-Debatte eigentlich gemeint? (Klingt für mich, sit venia verbo, etwas abfällig, 'aus deutscher Sicht'...).

  • Astrid Sehnefeld

    Ich bin pro Ukraine seit Tag 1.



    Russland muss bei seinem barbarischen Eroberungskrieg eine klare Grenze aufgezeigt werden.



    TROTZDEM sehe ich die Aussage, "Die EU gibt es nur mit einer sicheren Ukraine" sehr kritisch.



    Die Ukraine ist kein Mitglied der EU. Sie ist seit 2022 Beitrittskandidat und seit 2024 in Beitrittsverhandlungen.



    Es gibt aber riesige Lücken in Schlüsselbereichen um die Beitrittskriterien (Kopenhagener Kriterien) zu erfüllen.



    Der Einfluss von Oligarchen ist in der Ukraine ähnlich groß wie in Russland.



    Eine Justizreform, die die vollständige Unabhängigkeit, Transparenz und Integrität der Gerichte und Staatsanwaltschaften bis auf die untersten Ebenen regelt, fehlt völlig.



    Auch Gesetze, die die Geldwäsche und wirksame Verfolgung von Finanzkriminalität regeln, fehlen.



    Ferner muss, um den EU-Binnenmarkt nicht zu destabilisieren, ein Beitrittsland eine voll funktionsfähige Marktwirtschaft vorweisen. Das ist im Kriegszustand nicht zu leisten, fraglos.



    Dennoch brauchen wir kein zweites Griechenland und man denke auch an die Türkei, die einst um jeden Preis in die EU sollte...



    Volle Unterstützung ja, aber nicht blind.



    Die Ukraine muss ihre Hausaufgaben machen, trotz Krieg.

    • Auweiowei

      @Astrid Sehnefeld:

      Gegenthese: Die Ukraine wird ihre 'Hausaufgaben' erst dann machen können, wenn sie definitiv nicht mehr im Krieg ist.



      Erst danach kann vernünftigerweise an Beitrittsverhandlungen gedacht werden.

      • Astrid Sehnefeld

        @Auweiowei:

        Nein, Justizreformen, Gesetze gegen Geldwäsche oder die Entmachtung von Oligarchen kann man problemlos auch im Krieg umsetzen.

        • Auweiowei

          @Astrid Sehnefeld:

          Sie haben von "Justizreform" und Gesetzen gegen die "Geldwäsche" gesprochen. Mitten im Krieg.

          Denken Sie bitte auch an Deutschland: Hier kommt man bis jetzt nicht einmal zu allseits akzeptablen sozialen Reformen - und das in vergleichsweise friedlichen Zeiten. Und Geldwäsche gibt es meines Wissens auch bei uns immer noch. Oder haben Sie andere Informationen?

          Ich möchte mir das Chaos hierzulande gar nicht ausmalen, wenn uns erst eine russische Spezialoperation treffen sollte.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Also die Überschrift verstehe ich nicht. Die EU gab es doch schon, als es die Ukraine noch nicht gab?

    • MBG

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Die EU wurde 92/93 gegründet.



      Die Ukraine erklärte die Unabhängigkeit 1991.



      1918 hatte sich die Ukraine bereits schon einmal für unabhängig erklärt, bevor die UDSSR sich die Ukraine einverleibte.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @MBG:

        Im Zuge des Zusammenbruchs des Zarenreiches und der KuK Monarchie gab es mehrere ukrainische Staaten. Welcher ist gemeint?

        • MBG

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Das ist in diesem Zusammenhang unwesentlich.



          Schauen Sie einfach auf die jüngere Geschichte.

    • metalhead86

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Das Ende der Geschichte ist leider vorbei.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @metalhead86:

        Das war so und so ein unsinniger Spruch. Das Ende der Geschichte der Menschheit ist erreicht, wenn sie aufhört, zu existieren. Bis dahin wird sie sich immer entwickeln. egal wie.

        • metalhead86

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Und da haben sie auch schon die Erkenntnis nach der sie suchen.



          Die Welt steht nicht still.

    • Auweiowei

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Die souveräne Ukraine gibt es seit1991 (Unabhängigkeitserklärung), die EU seit 1993 (Vertrag von Maastricht).

      "Die EU gibt es nur mit einer sicheren Ukraine": Im Deutschen (wie in anderen europäischen Sprachen auch) kann das Präsens anstelle von Futur stehen. Und so ist es auch der Fall bei dieser Überschrift. Sie können also davon ausgehen, dass die Autorin das Thema 'Sicherheit' von der Gegenwart in die Zukunft projizieren will.



      Außerdem wird das Präsens hier im Sinne einer allgemein-verbindlichen Aussage oder These verwendet: 'Sicherheit auf Gegenseitigkeit'.

      Ich hoffe, ich konnte Sie damit ein wenig beruhigen, ungefähr so, als würde man sagen: "Alles gut."

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Auweiowei:

        Es ist eben nicht alles gut, wenn die EU ihre Sicherheit von anderen Ländern abhängig macht. Oder wenn sie zumindest den Eindruck erweckt.

        • Auweiowei

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Putin überfällt ein europäisches Nachbarland und ist (mit Trumps Schützenhilfe) "um keinen Preis" zu einem wie auch immer gearteten Waffenstillstand bereit. Was bleibt denn nach dieser 'Lage der Dinge' der EU anderes übrig, als ihm, bildlich gesprochen, in den Arm zu fallen?



          Was ich hier als 'Sicherheit auf Gegenseitigkeit' umschrieben habe, ist eben nicht 'Sicherheit durch Abhängigkeit von...'. Diese 'Tod-Sicherheit' hätten wir, wenn wir uns willfährig in die totale Abhängigkeit von Putin (und Trump) begeben würden. Denn da wäre dann nichts mehr so wie es zuvor war - dann "gute Nacht, Europa".

    • rero

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Der Satz ist auf die Zukunft gemünzt.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @rero:

        Auch da ist er unverständlich. Die Sicherheit der EU hängt von den Staaten der EU ab. Nicht von einem Land, das nicht dazu gehört.

        • rero

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Ich finde die Überschrift ja total verständlich.

          Ich hege ebenfalls Zweifel, dass die EU länger als eine Dekade besteht, wenn die Ukraine kapitulieren muss.

        • metalhead86

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Die EU existiert nicht im luftleeren Raum.

          • warum_denkt_keiner_nach?

            @metalhead86:

            Die EU kann sich aber trotzdem raussuchen, am wem sie sich wie stark kettet.

            • rero

              @warum_denkt_keiner_nach?:

              Die EU kann sich gerade ziemlich wenig aussuchen.

              Aber die Ukraine ist an die EU gekettet.

              Spannend ist, was passiert, wenn die Ukraine kein sie sicherndes Kriegsergebnis hinkriegt.

              Dann ist das nächste Land dran.

              Die Prognosen sagen, dass Russland in 4-5 Jahren stark genug ist, ein NATO-Land anzugreifen.

              Alle NATO-Anrainer von Russland und Weißrussland sind in der EU.

              Wenn NATO und EU keine adäquate Antwort finden, wird es beide nicht mehr lange geben.

              Und mit den USA kann man nicht unbedingt rechnen.

              Frankreich hat gerade massive innenpolitische Probleme.

              Das wird in den nächsten Jahren auch ein Ausfall sein.

              Die Bundeswehr soll in frühestens 5 Jahren einsatzbereit sein.

              Da kommt also auf die luxemburgische Gendarmerie viel Verantwortung zu: Estland retten, Lettland retten, Polen retten, Finnland retten, ...

              Das stalinistische Imperium, dem Putin hinterhertrauert, ging bis an die Elbe.

            • metalhead86

              @warum_denkt_keiner_nach?:

              …oder sich ketten lässt.



              Und das führt uns dann zu der Frage ob wir die Ukraine lieber auf freiwilliger Basis in der EU haben wollen oder Vasall im Moskauer Imperium.

  • Günter Witte

    Warum wird hier NUR vor einem Rechtsruck als Gefahr für die Unterstützung der Ukraine gewarnt ? Auch Linke Parteien in allen EU Ländern sind gegen die Unterstützung der Ukraine, also sind auch hier alle Politischen Ränder das Problem, eigentlich wie immer !

    • Perkele

      @Günter Witte:

      Rechte Überlegungen gehen auch gegen die Demokratie, das ist bei Linken längst nicht der Fall, es sind immerhin demokratische Parteien. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen bei einzelnen Mitgliedern, doch die Maxime ist bei Rechten die der Demokratievrnichtung, bei der Linken nicht.

      • Querbeet

        @Perkele:

        Naja, gewagte These. Den Systemwechsel will die Linke ja wohl schon.

        • Perkele

          @Querbeet:

          Systemwechsel ist nicht zwingend eine Abschaffung der Demokratie. Die Duldung oder gar das Anstreben einer Alleinherrschaft irgendeines Despoten unter Linker Führung hier in Deutschland kann man dieser Partei nun beim schlechtesten Willen nicht vorwerfen. Der AgD sehr wohl.

        • Zangler

          @Querbeet:

          Vielleicht einigen wir uns auf die Sprachregelung, dass die AfD derzeit mehr Argumente für ein Parteiverbot liefert als die Partei die Linke ...



          Zudem ist Putin eher rechts als links mit seinen reaktionären Ansichten, seinem Führerkult und seiner "Heim ins (Zaren-) Reich"-Ideologie. Für Linke ist das wenig anschlussfähig; da muss man schon sehr Stalin-UdSSR-nostalgisch drauf sein.

  • Klaus Franz

    Daß man Herrn Putin nicht mit einer Friedenspalme entgegentreten kann, ist sogar einem dummen Pazifisten wie mir klar.



    Daran zu Zweifeln. daß der eingeschlagene Weg die Ukraine und nebenbei die EU sicherer macht, daran sollte Zweifel zumindest legitim sein.



    Bisherige Ansätze dazu, Deutschland, die EU oder gar "den Westen" exterritorial zu verteidigen, sind nicht unbedingt eine durchgängige Erfolgsgeschichte.

    • Janix

      @Klaus Franz:

      Es wäre z.B. wohl sinnvoll gewesen, der Wehrmacht bereits 1938 klar Paroli zu bieten und die Tschechoslowakei nicht in deren Hände fallen zu lassen: Škoda-Werke, Finanzreserven, strategische Lage.

      Dass eine russische Besatzung zu Butscha, Vertreibung, Tötung, ... führt, scheint mir leider auch belegt.

      Brechts Theaterstücke wie Dansen und seine Frau Carrar können den Zweifel an Solidaritätsverweigerung besser ausdrücken als ich gerade - das ist kein Hindukuschabenteuer, sondern ein Angriffskrieg-Block.

    • Auweiowei

      @Klaus Franz:

      Auch wenn es nichts bringt, Putin mit der Friedenspalme zu winken, mögen Ihre Zweifel am eingeschlagenen europäischen Weg, wie Sie sagen, "zumindest legitim sein".

      Es wäre aber schön zu erfahren, welchen anderen "Weg" Sie stattdessen vorschlagen würden (und sei es nur, um nicht in den - sicher nicht berechtigten -Verdacht zu geraten, Sie ließen sich auf den 'Holzweg' der europäischen Extremisten ein: Unterwerfungsgesten statt Friedenspalmen).

      Vermutlich handelt es sich so oder so um ein echtes Dilemma.

  • vieldenker

    Es gibt wohl nur zwei Möglichkeiten: Entweder sorgen die EU - Staaten für genug Ausrüstung zur Aufrüstung in der Ukraine - dann erledigen die das, oder man setzt endlich konsequent auf Sanktionen vom Ausschluss aller Lieferungen Ausbund nach Russland, bis zur Verwertung alles russischstämmigen Vermögens in Europa. Beides ist weder angenehm noch einfach, aber die Alternative ist einfach unerträglich. Und für die Alternativen Wagenknechte: Alle, außer Putin hätten gerne das Problem ganz zivil gelöst.

    • Altbayer

      @vieldenker:

      1600 Sanktionen gegen Organisationen und Personen, während man wieder überlegt, Russland in der Welt des Sports teilnehmen zu lassen. Klingt für mich immer nach - Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

  • Puky

    Es gibt keine Gruppe der Geizigen. Es ist die Gruppe der Genügsamen.

    • Janix

      @Puky:

      Ich bin bei Ihnen, dass Geiz eine Kardinalsünde ist, Genügsamkeit aber eine Kardinaltugend.

      Sie meinen jetzt aber nicht Merz hiermit, der dem Kapital den Zaster hinterherwirft, Schulden auftürmt, Steuer-Anpacken verweigert, und Brüssel wäre alles Schuld?

    • Vigoleis

      @Puky:

      Genügsamkeit kann der Genügsame nur für sich selbst üben, was in der Natur dieses Charakteristikums liegt.



      Geiz hingegen trifft andere, oft sogar ausschließlich andere.

  • Sam Spade

    "entscheidet darüber, ob die EU als politische Einheit eine Zukunft hat."

    Etwas sehr hochgegriffen. Fakt ist das die EU der Ukraine 90 Milliarden € zur Verfügung gestellt hat, die noch nicht einmal komplett ausgezahlt sind, Selensky aber bereits jetzt einen zusätzlichen Bedarf in Höhe von 70 Milliarden € angemeldet hat.

    Solide Haushaltspolitik der EU daher die Ukraine erstmal um einen Kassensturz zu bitten, bevor über neue Kredite verhandelt wird.

    Eingefrorene russische Gelder zu nutzen wurde bereits schon einmal gefordert, ist aber rechtlich nicht machbar. Staatenimmunität gemäß Völkerrecht und EU Grundrechtcharta (Eigentumschutz) sprechen dagegen.

    Ein EU Beitritt der Ukraine ist utopisch solange das Land sich im Krieg befindet, es sei die Beistandsklausel im EU Vertrag wird modifiziert.

    Zur Headline sei angemerkt, der Bestand der EU ist weder an das Schicksal der Ukraine gekoppelt noch daran, ob Frankreich, Polen und Spanien demnächst eine Rechtsregierung stellen. Würde sich auf die politische Einheit nur wenig auswirken, auf die politischen Inhalte schon eher. Der Kurs würde sich ändern, besonders bei dem Themen Migration und Ukraine Unterstützung.

    .

    • Janix

      @Sam Spade:

      Genauso wie die EU wohl auch Norwegen bei einer russischen Invasion hülfe auch als Nicht-Mitglied, hat sie viele Gründe dafür, das bei der Ukraine zu tun.



      Völkerrechtliche. Eigennützige.



      Bis Putins Nachfolger vielleicht rationaler agiert als der jetzige Zar.

      • Sam Spade

        @Janix:

        Die EU ist nur keine Gelddruckmaschine.

        Eine Unterstützung der Ukraine, solange wie nötig ist eine gängige Formel, nicht nur in Deutschland.

        Nur ohne die Unterstützung der Amerikaner sind die Mittel begrenzt, militärisch und finanziell.

        Wo sind denn die PAC-2 und 3 Abwehrraketen für die Patriot Systeme? Die EU liefert nichts aus ihren Depots aus Gründen der Bestandswahrung.

        Und was hat die EU im Angebot um Starlink zu ersetzen?

        Um die Unterstützung der Ukraine autark fortzusetzen braucht es einen Masterplan, anstatt immer nur frisches Geld nachzuschiessen.

        Warum braucht es in Deutschland fast zwei Jahre um eine Fabrik zu errichten, damit die Patriotabwehrraketen in Lizenz produziert werden können?

        Für 2030 ist erst die operative Inbetriebnahme von IRIS2 geplant. Grund für die jahrelange Verzögerung waren EU Verhandlungen mit SpaceRISE.

        EU Bürokratie mag in manchen Bereichen ganz sinnvoll sein, hier ist sie es bestimmt nicht.

        Behält der Debattierclub EU dieses Schneckentempo bei, bleibt es reines Wunschdenken die Maschinerie der Ukraine in Zukunft allein aus europäischen Beständen am Laufen zu halten.

        Daher ist Unterstützung mit finanzpolitischen Augenmaß geboten.

    • Astrid Sehnefeld

      @Sam Spade:

      Danke für Ihren sachlichen Kommentar. Beim Thema Ukraine verwechseln, so scheint es mir, mittlerweile sehr viele Menschen notwendigen Beistand mit blinder Unterstützung.

    • Günter Witte

      @Sam Spade:

      Wenn wir nur das Geld für die Ukraine zur Verfügung hätten das "unser" Verteidigungsminister vernichtet ( Fregatten, Digitalfunk, Drohnenbeschaffung) wäre der Ukraine sehr gut geholfen ohne das es uns einen Euro mehr kostet.

      • Astrid Sehnefeld

        @Günter Witte:

        Ja und dann saßen wir blank da 🤷



        Schon mal überlegt was passiert, wenn in einer hochgerüsteten Ukraine Nationalisten das Ruder übernehmen oder Selensky den Weg Erdogans oder Orbans geht und vom privilegierten Partner zum Despoten mutiert?



        Was passiert, wenn man unbedacht andere Akteure grenzenlos aufrüstet, hat die Geschichte schon oft bewiesen - siehe Saddam Hussein, der vom Kettenhund gegen den Iran zur Geißel der Golfstaaten wurde, siehe Mudschaheddin, die von den nützlichen Helfern gegen den russischen Aggressor in Afghanistan zum weltweiten Terrornetzwerk al-Kaida und damit auch zur Brutstätte des IS in Syrien und den heutigen Taliban wurde...🤷



        Die Ukraine verdient unsere volle Unterstützung - und dennoch bedarf es dringend der eigenen schlagkräftigen Aufrüstung, weil jeder Verbündete von heute, leider der Gegner von morgen sein kann ☝️

        • Günter Witte

          @Astrid Sehnefeld:

          Bitte genau lesen. Es geht um das Geld das ein unfähiger Minister verschwendet. Dieser gibt zig Milliarden aus ohne das etwas für unsere Verteidigung ankommt, gleichzeitig braucht die Ukraine dringend Geld, so bezahlen wir doppelt.

  • Willi Müller alias Jupp Schmitz

    "Die EU gibt es nur mit einer sicheren Ukraine"

  • Kay Brockmann

    Es (der Titel des Kommentars) ist und bleibt eine These. Hoffen wir, dass Europa den richtigen Weg findet.

    • rero

      @Kay Brockmann:

      Gibt es denn überhaupt einen "richtigen" Weg?

      Oder gibt es einfach unterschiedliche Wege, die eben zu unterschiedlichen Ergebnissen führen?

      Und manche Wege sorgen womöglich für das Ergebnis, dass es die EU nicht mehr gibt.

      Manche AfDler finden das ja gut. Und nicht nur dort.