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Wo man auch hinschaut auf dem Weg durch die Stadt, sie sind überall – Autos! Foto: Paul Langrock

Volksentscheid Berlin autofrei startetDie Wende der Wende

Unter Schwarz-Rot stirbt in Berlin die Mobilitätswende einen langsamen Tod. Jetzt soll ein Volksentscheid den innerstädtischen Verkehr neu definieren.

Aus Berlin

Claudius Prößer

M an kann die jüngste Geschichte der Stadt Berlin gut entlang zweier sozialer Kämpfe erzählen: dem ums Wohnen und dem um die Mobilität. In beiden Fällen ist der Druck auf die BewohnerInnen der Metropole so stark gestiegen, dass die Zivilgesellschaft politische Ventile sucht – vorbei an den althergebrachten Lösungen der Parteien und Regierungen.

Die Ergebnisse bleiben allerdings in beiden Fällen weit hinter den Erwartungen zurück. In Sachen Wohnraum – der auch in der Hauptstadt längst nicht mehr erschwinglich ist – war der erfolgreiche Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ 2021 ein ohrenbetäubender Paukenschlag. Aber die damals und heute mitregierende SPD hatte und hat kein echtes Interesse an einer Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen, und die seit 2023 dominierende CDU schließt sie sogar explizit aus. Game over, jedenfalls vorläufig.

Auch bei der Mobilität liegt in Berlin jede Menge im Argen: Autos stauen die Straßen zu, es mangelt an Platz und Sicherheit für den Rad- und Fußverkehr, der lange vernachlässigte ÖPNV ächzt unter hohem Nutzungsdruck. Vor zehn Jahren schien sich hier der Wind zu drehen: Damals wurde der „Volksentscheid Fahrrad“ schon in der Antragsphase in kürzester Zeit so populär, dass die damalige rot-rot-grüne Koalition mit den InitiatorInnen verhandelte und schließlich Deutschlands erstes Mobilitätsgesetz aus der Taufe hob.

Damit sollte eigentlich alles besser werden, und vieles wurde zumindest auf den Weg gebracht: Sehr zögerlich begann ein Netz sicherer Infrastruktur für Fuß und Fahrrad zu wachsen. Aber seit 2023 die CDU den Chefsessel im Roten Rathaus eroberte und auch die Senatsverwaltung für Mobilität – das Landesverkehrsministerium – besetzte, stirbt der Paradigmenwechsel auf der Straße einen langsamen Tod. So sehen es jedenfalls diejenigen, die eine Abkehr vom motorisierten Verkehr fordern.

Radikaler als alles, was je ausprobiert wurde

Vor diesem Hintergrund startet mit dem von BürgerInnen initiierten „Verkehrsentscheid“ der Anlauf zu einer erneuten Wende. Und diesmal sind die Forderungen radikaler als alles, was jemals in einer deutschen, europäischen oder überhaupt irgendeiner Millionenstadt weltweit ausprobiert wurde. Es geht um nichts weniger als den Abschied vom privaten Auto in der Innenstadt, in der – umschlossen vom S-Bahn-Ring – weit mehr als eine Million Menschen auf fast 90 Quadratkilometern leben.

Die Gruppe hinter dem Volksbegehren, das im September 2026 in einem Volksentscheid an der Wahlurne gipfeln könnte, würde das vielleicht weniger dramatisch ausdrücken. Denn für „Verkehrsentscheid“-Sprecherin Marie Wagner, ist „nicht das, was wir fordern, radikal. Der Istzustand ist radikal: die hohen Unfallzahlen mit Verletzten und Toten, das Überschreiten der Grenzwerte bei der Luftverschmutzung und beim Lärm.“

Beim Redaktionsbesuch in der taz erläutern Wagner und Co-Sprecher Oliver Cornelius die Beweggründe des „Verkehrsentscheids“ und, warum die Initiative die Stadt auf einen so fundamental anderen Weg bringen will. Das Berliner Mobilitätsgesetz von 2018 löse nicht das Grundproblem, sagt Cornelius, der sich als Wirtschaftsingenieur mit Mobilitätssoftware befasst: „die riesige Masse an Autos, die durch die Stadt geschleust werden und dabei in Konkurrenz zu anderen Verkehrsarten stehen“. Das Mobilitätsgesetz habe dieses Problem vielleicht nicht adressiert, „weil man dachte, das löse sich dann schon von alleine“. Aber in der Realität werde um jeden Quadratmeter „mit Zähnen und Klauen gekämpft“.

Tatsächlich stellt das Mobilitätsgesetz zwar weitreichende Forderungen auf und unterlegt diese auch – mit Standards für die Breite von Radspuren oder Sicherheitsabständen und einem ausdifferenzierten Wegenetz für die gesamte Stadt. In der Praxis jedoch ist das Regelwerk so elastisch, dass die Behörden auf Landes- und Bezirksebene den Transformationsprozess ausbremsen oder gar torpedieren können.

In den vergangenen drei Jahren wurden Radwegentwürfe wieder korrigiert, weil ihnen vermeintlich zu viele Kfz-Stellplätze zum Opfer gefallen wären. Mit dem Argument fehlender Haushaltsmittel wurden geplante Radschnellverbindungen – Trassen, um mit dem Velo zügig zwischen Innenstadt und Außenbezirken pendeln zu können – auf Eis gelegt. Die amtierende CDU-Verkehrssenatorin Ute Bonde beendete den Verkehrsversuch, der einen Teil der zentralen Friedrichstraße zur Fußgängerzone gemacht hatte, und hob Tempo-30-Regelungen auf etlichen Hauptverkehrsstraßen auf, die dort zur Luftreinhaltung eingeführt worden waren.

Oliver Cornelius und Marie Wagner, SprecherInnen des „Verkehrs­entscheids“ Foto: Claudius Prößer

In den kommenden Monaten müssten nun gut 170.000 BerlinerInnen das Anliegen des Volksbegehrens unterstützen (die Initiative selbst strebt 240.000 Unterschriften an, um auch nach Abzug der ungültigen auf der sicheren Seite zu sein). Klappte das, käme es im September zum Volksentscheid. Und stimmte dabei eine qualifizierte Mehrheit mit Ja, träte im Gegensatz zu zum Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ von 2021 ein vollumfängliches Gesetz in Kraft, an dem viele JuristInnen mitgeschrieben haben – und das es in sich hat.

Was geschähe in diesem Fall? Nach einer vierjährigen Übergangsphase würden alle Straßen innerhalb des S-Bahn-Rings mit wenigen Ausnahmen – Autobahnen und Bundesstraßen – zu sogenannten autoreduzierten Straßen umgewidmet. Die sollen nur noch „gemeinwohlorientiert“ genutzt werden können. Konkret heißt das: Motorisiert dürften dort uneingeschränkt nur Busse, Krankenwagen, Polizeiautos oder Taxis fahren. Für den Wirtschaftsverkehr müssten Unternehmen eine Erlaubnis beantragen und nachweisen, dass ein Ausweichen auf nichtmotorisierte oder leichte Elektrofahrzeuge unmöglich ist.

Der eigentliche Einschnitt käme für die privaten AutonutzerInnen: Sie dürften nur noch an zwölf Tagen im Jahr, in einer späteren Phase sogar nur an sechs Tagen ein Kraftfahrzeug nutzen, wobei jedes Haushaltsmitglied als NutzerIn zählt. Das gälte genauso für den „ruhenden Verkehr“, sprich das Parken an einer Straße. Ausnahmen soll es unter anderem für Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung geben – wenn sie selbst ein Auto fahren oder sich von Angehörigen oder Freunden fahren lassen.

Der angestrebte Effekt: Die Straßen leeren sich, Staus haben ein Ende, der Bus oder der Krankenwagen kommen schneller ans Ziel, und es entsteht Platz. Viel Platz.

Auf der alten, aber noch aufrufbaren Website der Initiative sieht man liebevolle Illustrationen: Kinder spielen mitten auf der leeren Straße Fangen, Lastenräder rollen kreuz und quer, irgendwo sitzt jemand auf der Kreuzung und spielt Gitarre. Von ihrem ursprünglichen Namen „Berlin autofrei“ hat sich die Gruppe allerdings mittlerweile verabschiedet, und dass auch ihr Gesetz der Stadt kein solches Utopia bescheren würde, sieht sie selbst.

wochentaz

Dieser Text stammt aus der wochentaz. Unserer Wochenzeitung von links! In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

„Es geht uns nicht um Bullerbü“, räumt Oliver Cornelius ein, „wir wollen nicht die ganze Stadt in einen Spielplatz verwandeln. Eine Millionenstadt kann nicht zu einem Riesendorf werden. Trotzdem entsteht Raum für alles Mögliche: Radwege, Micro-Hubs, Stadtgrün oder Orte, wo Menschen sich auf Augenhöhe begegnen können.“ Innovationen könnten ausprobiert werden, die Stadt werde „funkeln vor Ideen“.

Was für die einen eine faszinierende Vorstellung ist, treibt anderen den Angst- oder Wutschweiß ins Gesicht. Sie sehen in einer derart stark reglementierten Nutzung privater Autos ein faktisches Verbot. Und auch wenn das formal nicht stimmt: Der Gebrauchswert des teuren Vehikels würde drastisch abnehmen, wenn die Notwendigkeit jeder Einkaufs- oder Vergnügungsfahrt sorgfältig abgewogen werden müsste – und wenn das Parken nur auf privaten Flächen erlaubt wäre, deren Mietpreise wohl durch die Decke gingen.

Im Jahr 2022 hatte die Initiative die Hürde einer ersten Unterschriftensammlung genommen – aber der damals SPD-geführte Berliner Senat hielt den Gesetzentwurf für nicht vereinbar mit höherrangigem Recht, unter anderem mit dem im Grundgesetz festgeschriebenen Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Dass er den Entwurf deshalb zur Prüfung an das Landesverfassungsgericht überwies, wurde aber letztendlich zum Eigentor: Es entschied im April 2025 klar zugunsten der Initiative.

Weder mit dem Grundgesetz noch mit sonstigem europäischem oder Bundesrecht konnte die Mehrheit der damit befassten RichterInnen einen Konflikt erkennen. Die „bei einem Inkrafttreten des Gesetzes bestehenden Mobilitätsmöglichkeiten“ würden den verfassungsrechtlich gebotenen Rahmen wahren, hieß es in der Urteilsbegründung. Auch dass unzulässig abgestellte Autos laut Gesetzentwurf auf Kosten der Halter abgeschleppt werden sollen, verletze nicht die Eigentumsgarantie.

Eine Frage des politischen Willens

„Diese Prüfung hat uns drei Jahre lang ausgebremst“, sagt Marie Wagner, die seit 2021 bei der Initiative ist. „Aber dass das höchste Berliner Gericht bestätigt, dass der Entwurf mit keinem höheren Recht in Konflikt steht, ist im Nachhinein ein riesiger Erfolg. Jetzt ist es ganz klar nur noch eine Frage des politischen Willens.“ Die Initiative wolle nun „alle dazu einladen, keine Angst vor Veränderung zu haben“. Berlin sei von anderen großen Städten in Sachen Verkehr weit abgehängt. „Wir müssen einfach etwas wagen, wenn wir eine Weltstadt bleiben wollen.“

Tatsächlich sind einige andere Metropolen bei der Reduktion des innerstädtischen Autoverkehrs schon weiter als Berlin. In London gibt es mit der „Congestion Charge“ eine Citymaut, in Stockholm werden Autofahrer per „Trängselskatt“ zur Kasse gebeten. Unter dem Akronym ZTL werden in Rom („Zona a traffico limitato“) und neuerdings auch in den zentralen Arrondissements von Paris („Zone à trafic limité“) private Kraftfahrzeuge aus Teilen des Straßennetzes herausgehalten.

In all diesen Fällen gelten aber weite Ausnahmeregelungen, die stark über das vom Berliner „Verkehrsentscheid“ angestrebte Niveau hinausgehen – sei es, dass AnwohnerInnen die freie Zufahrt behalten, sei es, dass die Verbote nur zu bestimmten Tageszeiten aktiviert werden. In Paris, das gerne als leuchtendes Beispiel für eine Mobilitätswende herangezogen wird, dürfen sogar weiterhin alle mit dem Auto in die ZTL hineinfahren, die dort irgendetwas zu erledigen haben.

Die Vorwürfe, gegen die sich der „Verkehrsentscheid“ schon jetzt regelmäßig wehren muss, lauten wie folgt: Die Erteilung und Überprüfung von Nutzungserlaubnissen schaffe ein Bürokratiemonster. Die Trennung von Innen- und Außenstadt verlagere die Probleme nur hinter die Grenze der Sonderzone. Die Ausnahmeregelungen öffneten Schlupflöcher, die von allen, die wirklich an ihrem Auto hängen, gnadenlos ausgenutzt würden.

Und: Auf die Busse und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) käme ein gewaltiger Ansturm zu. Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Tino Schopf, beteuert gegenüber der taz, dass er das Engagement der Initiative für mehr Sicherheit, weniger Lärm und bessere Luft absolut teile – „aber unsere BVG wäre gar nicht in der Lage dazu, das aufzufangen. Für den Fall, dass das Gesetz in Kraft träte, gäbe es einen Zuwachs von einem Fünftel der Fahrgäste in ganz Berlin und sogar von einem Drittel in der Innenstadt.“

Entspannt durch Berlin radeln, bleibt das eine Utopie? Foto: Paul Langrock

Zu viel Bürokratie? „Wenn man als Gastronom Tische auf dem Gehweg aufstellen will, muss man jedes Jahr eine Genehmigung einholen und dafür Skizzen vorlegen. Wir verlangen wesentlich weniger“, wendet Oliver Cornelius ein. Im Übrigen, ergänzt Marie Wagner, müssten die Ordnungsämter nicht mehr so viel kontrollieren, wenn viel weniger Autos in den Straßen stünden.

Leere in der Mitte, Gedrängel am Rand, weil dann vermeintlich alle bis dorthin mit dem Auto fahren und es dort abzustellen versuchen? „Ich persönlich halte das für völlig unrealistisch“, sagt Wagner, „einfach, weil es unpraktisch ist.“

Gewitzte AutofahrerInnen, die auf Nachfrage einfach behaupten, gerade die gehbehinderte Oma abholen zu wollen? „Menschen suchen immer nach Schlupfwinkeln, aber die breite Masse sind doch die Bürger*innen, die sich an Regeln halten“, meint Wagner. „Und wir vertrauen darauf, dass sich die Mobilitätsgewohnheiten verändern.“

Dass die BVG schon jetzt aus dem letzten Loch pfeift, weil ihr Fuhrpark völlig überaltert ist, neue U-Bahnen verspätet ausgeliefert werden und Fahrpersonal fehlt, ist allerdings eine Tatsache. Aber hier können die InitiatorInnen des „Verkehrsentscheids“ auf die vierjährige Übergangsfrist verweisen. Sie glauben, dass das Problem mit der Anschaffung von Bussen in den Griff zu kriegen wäre – die auf den entlasteten Straßen ja auch nicht mehr im Stau stünden.

So oder so, die Initiative wird eine Menge Überzeugungsarbeit leisten müssen. Vielleicht weniger beim Unterschriftensammeln in den Kiezen, wo das Fahrrad einen höheren Stellenwert genießt als der Pkw – aber auf jeden Fall vor einem Urnengang, bei dem auch diejenigen abstimmen, die ein Auto fahren oder jemanden kennen, der das tut.

Mal Fuß­gängerzone, dann wieder nicht: die viel befahrene Friedrich­straße im Herzen von Berlin Foto: Paul Langrock

Hinzu kommt, dass die Unterstützung aus der „Mobilitätsszene“ nicht ungebrochen ist. Das gilt etwa für die Berliner Grünen, deren verkehrspolitische Sprecherin Antje Kapek zwar kürzlich bei einer Aussprache im Parlament als Einzige den Gesetzentwurf nicht explizit ablehnte – aber zu der diplomatischen Formel griff, er sei „so weitreichend“, dass „die Berlinerinnen darüber diskutieren müssen, um dann in einer Abstimmung selbst darüber zu entscheiden, wie die Zukunft unserer Stadt aussehen soll“.

Auch der Verein Changing Cities, ein wichtiger Player in der Berliner Debatte, der aus dem „Volksentscheid Fahrrad“ hervorging, ist in dieser Frage gespalten, wie seine Sprecherin Ragnhild Sørensen einräumt. „Es hat schon einen Grund, dass wir nicht dieses Gesetz geschrieben haben“, sagt sie der taz. Changing Cities unterstützt aktuell stark die Bewegung zur Schaffung von „Kiezblocks“, die nach dem Vorbild von Barcelona den Durchgangsverkehr aus Vierteln heraushalten sollen. „Das ist ein stärker dialogorientierter und halt auch langsamer Ansatz“, so Sørensen – die den „Verkehrsentscheid“ trotzdem für eine „frische Initiative“ hält, „die den Diskurs verschiebt“.

Kein Mietwagen mehr um die Ecke

Schließlich stört den Verkehrsforscher Andreas Knie, dass das Gesetz des „Verkehrsentscheids“ auch das Carsharing massiv einschränken würde. Auch diese Autos könnten nur innerhalb des Zwölffahrtenbudgets genutzt und nicht mehr an der Straße abgestellt werden. Das populäre „Free Floating“, bei dem ein Mietwagen im Idealfall immer gleich um die Ecke parkt, wäre Geschichte. Für Knie ist aber genau dieses Angebot entscheidend, um die Lücken im Nahverkehrsnetz zu schließen.

„Es ist eine Fehldeutung der Initiative, dass der ÖPNV es ohne die Intelligenz der ersten und letzten Meile richten kann“, sagt Knie. „Das ist ein strategisches Element und kein Randphänomen.“ Und obwohl auch er die Ziele der Initiative unterstützt, hält er den bürokratischen Ansatz nicht für zielführend: „Wir müssen überlegen, wie man die Aufgabe des Staats verändern kann, anstatt noch mehr Staat obendrauf zu bauen.“

Vielleicht ist der Aufschlag des „Verkehrsentscheids“ wirklich so groß, dass die „Angst vor Veränderung“ bei den BerlinerInnen am Ende überwiegt. Aber auch dann wird die Debatte nicht folgenlos gewesen sein. „Wir wollen nicht nur realen Raum auf der Straße schaffen, sondern auch Raum zum Nachdenken“, sagt Marie Wagner. „Und in den letzten Jahren haben wir das Narrativ, was Verkehrswende sein kann, schon total verschoben.“

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146 Kommentare

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  • Ich glaube, wer in einer dicht gepackten Stadt lebt und ein Auto besitzt, braucht das aus irgendeinem Grunde. Und ich glaube auch, kein normaler (!) Mensch fährt nur um es Fahrens willen in der Stadt herum.



    Ich selber wohne mitten in einer Stadt und nutze mein Auto nur, weil ich etwas ganz Bestimmtes damit zu erledigen habe, was ich ohne das nicht erledigen könnte.



    Vielleicht sollten die Städte lieber bei der Schaffung von Abstellmöglichkeiten wie unterirdische Parkhäuser kreativ werden.

  • Ich fände es besser,erst die Alternativen zu schaffen und dann die diejenigen Bürger:innen,die "unvernünftig" sein wollen,zum Umdenken zu bewegen.



    Ich vertraue meinen Mitbürger:innen,da ich an zwei (zu wenig?) konkreten Beispielen gesehen habe,dass gute Alternativen gerne angenommen werden.Mag es nicht jede/r bequem und preisgünstig?



    Beispiel 1:Seit es von meiner Heimatstadt aus eine schnelle Verbindung nach Berlin gibt,kenne ich keine Geschäftsreisenden/Urlauber mehr,die das Flugzeug oder gar das Auto als Verkehrsmittel vorziehen.Freiwillig.



    Beispiel 2:In meiner Region wurden in den vergangenen Jahren viele Orte an das Stadtbahnnetz angeschlossen.Auch hier,die meisten sind auf den ÖPNV umgestiegen.Freiwillig.



    Wenn sich autonomes Fahren etabliert hat,und jede/r gegen einen kleinen kostengünstigen Beitrag ein autonomes "Taxi" (je nach Bedarf,Personenanzahl,Stauraum) leisten kann,wird die Nutzung von privaten Fahrzeugen meiner Einschätzung nach zurückgehen.Per KI können dann Nutzende zusammengefasst werden usw..

    Ich persönlich würde sogar mit gutem Beispiel vorangehen und mein Auto sofort abschaffen. :-) Bedingungen wären selbstverständlich:Sicherheit,Sauberkeit,Komfort,Preis.

  • Schon spannend diese Diskussion.!







    Offenbar gehen den eingefleischten Autofreunden allmählich die Argumente aus, wenn sie mit z.T. frei erfundenen Behauptungen, Relativierungen von Volksentscheiden oder extrem teuren "Luftschlössern", den Fetisch ihrer (privaten) Auto-Privilegien "bis aufs Messer" verteidigen (müssen).







    Diese Diskussion ist anders als andere Diskussionen zum gleichen Thema..es scheint sich eine Diskursverschiebung anzudeuten. Die ja auch früher oder später kommen muß. Das Auto hat als privates Fortbewegungsmittel in Städten ausgedient. Alternativen stehen in Form von ÖPNV, Fahrrad, Carsharing und sehr bald auch Autonomen Fahrzeugen ausreichend zur Verfügung.



    Und alle die das nicht sehen, wollen in Wahrheit nur ihre egoistischen Motive verteidigen.



    Die Verkehrspolitik des jetzigen Berliner Senats ist eine Bankrotterklärung und mitverantwortlich dafür, daß Berlin nicht mehr cool ist. Andere Städte sind da schon viel weiter.

    Bleibt zu hoffen, daß diese Initiative den entscheidenden Anstoß für eine echte Verkehrswende gibt. Und wenn dafür der jetzige Senat ausgetauscht werden muß um Berlin wieder nach vorne zu bringen..dann soll es so sein..

    • @Wunderwelt:

      Das autonome Fahren wird der Tod des ÖPNV werden. Autos werden die Städte dann ganz allein für sich haben ist deutlich realistischer.

    • @Wunderwelt:

      "Das Auto hat als privates Fortbewegungsmittel in Städten ausgedient. Alternativen stehen in Form von ÖPNV, Fahrrad, Carsharing und sehr bald auch Autonomen Fahrzeugen ausreichend zur Verfügung."

      Das mit den autonomen Fahrzeugen sehe ich in absehbarer Zeit noch nicht. Ich kann aber aus eigener Erfahrung berichten (6 Jahre "autofrei") das auch IN der Stadt "ÖPNV, Fahrrad, Carsharing" leider oft genug keine Alternative zum eigenen PKW darstellen. Irgendwann war dann der Leidensdruck zu groß so dass ich wieder einen günstigen Gebrauchten angeschafft habe. Das ein solches natürlich nicht nur innerhalb der Stadt genutzt wird versteht sich von selbst, so dass auch ein innerstädtisches PKW-Verbot nicht zur Abschaffung desselbigen führen würde.

  • Der Volksentscheid "Deutsche Wohnen" war zwar erfolgreich ist aber rechtlich nicht bindend. Grund man hat keinen Gesetzestext mit hineingeschrieben. Möglicherweise wollte man zu dieser Zeit Ror/Rot/Grün nicht zu sehr unter Druck setzen. Die Initatoren waren erfahren in Volksentscheiden und den Text hat eine Rechtsanwaltskanzlei geschrieben.

  • Viellkeicht müssen die meisten Berliner dann auch zum Lebensmitteleinkauf eine Stunde mit dem ÖPNV raus aufs Land fahren, weil den Discountern die gesetzlichen Auflagen in Berlin zu teuer und umständlich sind? Die Berliner haben dann ja viel Zeit, weil auch ihr Job nach Brandenburg verlagert wird?

  • In dem Mietshaus in dem ich wohne, gibt es 24 Parteien. Wenn jede nur ein Auto hat, brauchen wir auf 50m Straße 24 Parkplätze. Das geht nicht! Also raus damit aus der Stadt und per App ein billiges!!! Taxi, gerne selbstfahrend bestellen. Der Individualautoverkehr ist in der Stadt vorbei!

    • @A.S.:

      Parkplätze könnten mal grundsätzlich kostendeckend bezahlt sein, alle direkten und indirekten Zuschüsse an Autohersteller und -nutzer zurückzuzahlen sein.



      Und allgemein können wir mit dem vielen gesparten Geld viele Taxen o.ä. bezahlen.



      Für Einzelfälle werden wir wohl auch mal ein Individualauto brauchen.



      Ich wünsche uns dabei zum Jahresbeginn Stärke beim Entzug, wenn er denn mal in irgendeiner Form kommt.

    • @A.S.:

      Dort, wo ich wohne, gibt es in 500m Umkreis alle sozialen Schichten, vom Bürgergeldemfänger in großen Mietshäusern in Straße 1 bis zum Multimillionär in Straße 5.

      Die Wohnraum- und damit Autodichte ist in den Straßen 1-2 etwa 100 mal so hoch wie in Straße 5, wo eine Familie sogar 2-3 Autos hat.

      Die Gretchenfrage lautet:



      Sind die Bürgergeldempfänger und Normalverdiener schuld?

      • @Richie:

        Ist die Frage nicht eher: warum wird und wurde in deutschen Großstädten fast alles für den Individual-PKW-Verkehr ausgelegt?

        Die einfachen Menschen haben oft nicht die Wahl, im Gegensatz zum Multimillionär, welcher sich häufig aussuchen kann ob und wie er arbeitet.

        • @Okti:

          Ergänzend: wieso nur deutsche Großstädte? Auch der Rest der Welt hat den Städtebau autokonform ausgerichtet.

          • @Tom Tailor:

            Der Rest der Welt ist groß. In großen Teilen Amerikas ist alles noch autozentrierter als in Deutschland, in den Niederlanden und Skandinavien nicht.

          • @Tom Tailor:

            Fast. Zum einen wurde ja keine Stadt vor 1900 (oder eher 1933) auf den Autoverkehr hin gebaut. Zum Glück, wenn mensch sich dagegen Wolfsburg ansieht.



            Auch gibt es heute modernere Ansätze als autofixiert. Houten in den NL hat keine Durchfahrt im Ort zu anderen Ecken für Autos, nur Stichstraßen von außen. Die Einwohner(innen) nehmen das Rad.



            Zum anderen muss man das Geld und den Platz zum Fensterherauswerfen auch erst mal haben. Sonst wählt mensch noch andere Optionen.

  • Was soll das denn? 12 private Fahrten pro Jahr? Das klingt wie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für das Ordnungsamt.



    Wie wäre es zunächst mit einem Verbrennerverbot? Das gibt es so ähnlich schon. Es nennt sich Umweltzone. Man mus nur ein klein wenig die Regel ändern...

  • Die Berliner Verkehrbetriebe sind qualitativ 3 Ligen besser als die Frankfurter, nach meiner Erinnerung. Eine Familie mit zwei Kindern aus dem Berliner Umland will zum Einkaufen in die Stadt fahren und auch ein wenig gastronomieren. Wer tut sich das an, mit Einkaufstüten bepackt und zwei Kindern im ÖPNV? Übrig bleiben dann in der Stadtmitte Barbershops und Thai Imbissketten. Man kann das Problem der zu vielen Autos professioneller lösen.

  • Sieht jemand wie man das sinnvoll durchsetzen sollte?



    Und solange die berliner Verkehrsbetriebe so schlecht funktionieren, sehe ich das nicht möglich .



    Autofahrten sind nach Möglichkeit zu vermeiden, aber es muss alternativen geben

    • @Todesfister:

      Ist doch kein Problem, Sie können doch einfach ein Taxi nehmen. Die dürfen doch fahren.

      Oh, manche Leute haben dafür kein Geld? Pech, musste halt nich innerhalb des Rings wohnen. Kannst ja och den Drahtesel nehmen.

      Das ist doch eine abstruse Idee einer Gruppe von Menschen, die so viel Kohle haben, dass es denen einfach egal ist, wie andere zur Arbeit kommen. Wie immer.

  • "Aber hier können die InitiatorInnen des „Verkehrsentscheids“ auf die vierjährige Übergangsfrist verweisen. "

    Allen das ganze Procedere der Volksentscheide selber dauert schon mehr als vier Jahre. Selbst das wurde noch nicht einmal innerhalb eines Jahres dingfest gemacht. Eine Verkehrswende entsprechend des Volksentscheids wird sich noch weniger schnell übers Knie brechen lassen. Schon gar nicht in vier Jahre, das ist völlig illusorisch.

    In Bremen mit politisch optimalen Bedingungen in einer seit bald Jahrzehnten links-grünen Regierung schafft man maximal nur ein paar Kilometer Radpremiumrouten pro Jahr. Das ganze Geld für Verkehr verschwindet vor allem im Erhalt der Infrastruktur wie z.B. marode Brücken. Und Berlin hat einen ähnlich schmalen Etat und ähnliche Probleme.

    Ein großer Wurf beim Verkehr wir mit Nice-to-Have Volksentscheiden nicht funktionieren. Schon gar nicht, wenn das ganze Geld dafür auch noch in Enteignungen von Wohnungsgesellschaften fließen soll.

  • "Radikaler als alles, was je ausprobiert wurde"



    Vorsicht. Die wollen nicht nur spielen.

  • Die Vorstellung einer einzuholenden Genehmigung für jede Fahrt oder Lieferung hat für mich die Anmutung eines totalitaeren Überwachungsstaats. Neben der Genehmigung , wer entscheidet auf welcher Grundlage, muss man dann noch kontrollieren und ggf. Verstöße ahnden. Das greift massiv in die persönliche Freiheit ein, da Mobilität ja nicht zum Spass stattfindet sondern eng mit individueller Lebensrealität in Zusammenhang steht,

    • @Flocke:

      "nicht zum Spass stattfindet sondern eng mit individueller Lebensrealität in Zusammenhang steht" Auf der Zunge zergehen lassen, diese Formulierung.



      (Das wird nie so kommen, dies vorab).



      Echte persönliche Freiheit ist doch aktuell an ganz anderen Stellen gefährdet. Mobilität heißt auch nicht Auto, sondern kann heißen, dass kein Auto nötig ist - das wäre Freiheit.



      Wer mobil sein _muss, hat ferner wohl weniger Freiheit.

      Das müsste natürlich parallel laufen: Das teure Geld von der ganzen Autobezuschussung (direkt wie indirekt) in einen guten ÖPNV für wirklich Alle zu schieben.

      • @Janix:

        ÖPNV kann einen Teil der Mobilitätsbedarfs abdecken aber bei Weitem nicht alles. Darüber hinaus ist und bleibt das Auto ein wichtiges und flexibles Element im Berufs- wie Privatleben dessen Gebrauch man hier mit totalitären Maßnahmen unterbinden will.



        Gerne dürfen sich Berliner Bürger solche Regeln geben, dann aber bitte auch im selbst gewählten Kosmos aber auch verbleiben und wirtschaften ohne finanzielle Zuwendung anderer Bundesländer.

        • @Flocke:

          Hätten Sie den letzten Absatz bloß fortgelassen!



          Berlin mit seinen Sonderlasten bestrafen für eine fortschrittliche Verkehrspolitik?

          Totalitär ist ein großes Wort. Ist es totalitär, wenn mensch ein Auto kaufen muss, einen Führerschein machen muss, und sonst nicht aus dem Dorf fort könnte? Oder wenn Autos dank Klüngel bezuschusst werden, Räder aber nicht?



          Nein, aber alles wohl sogar noch eher, als mal wie in anderen ausländischen Orten ja schon bekannt, das Auto auch mal draußen abstellen dürfte.



          Und nochmal: ruhig atmen, das wird so in absehbarer Zeit noch nicht kommen. Dann werden viele heutige (und gerade ältere) Autofahrer froh sein, dass sie den Führerschein abgeben können, weil wieder eine gute Infrastruktur für ÖPNV und Rad da ist. Niemand "muss" mehr ein Auto haben müssen. Das, positiv formuliert, wäre doch ein gutes stolzes Ziel, oder?

          • @Janix:

            Ich glaube die selbst gewählten Sonderwege sind in Berlin das Problem, nicht die Sonderlasten als Bundeshauptstadt. Mir ist bewusst, dass dieser Verweis auf Berliner Stadtpoilitik bezahlt vom Rest der Republik schmerzt, ist aber wichtig um einen unverstellten Blick auf die Dinge zu haben.



            Darüber hinaus stehe ich zu meinem Eindruck, dass das vorliegende autofreie Konzept totalitäre Züge hat in Bezug auf Überwachung, Genehmigung und Offenlegung der persönlichen Daten.

      • @Janix:

        "Das teure Geld von der ganzen Autobezuschussung (direkt wie indirekt) in einen guten ÖPNV für wirklich Alle zu schieben."

        Bitte verzeihen Sie, aber das sind doch alles Floskeln. Wie soll denn der aussehen? Die ganze Stadt mit Schienen statt Straßen zupflastern? Den Busverkehr verzehnfachen, daß ein Bus wirklich immer ohne Wartezeit in den kleinsten Winkel fährt?

        Das ist alles wesentlich teurer, als das bestehende Straßennetz zu erhalten.

        Und Sie vergessen, wieviele Steuern aus dem Autoverkehr eingenommen werden - Kfz-Steuer, Mineralölsteuer, Umsatzsteuer aus Kauf, Sprit und Reparaturen, Versicherungssteuer, Einkommensteuer bei den Dienstwagenfahrern (geldwerter Vorteil) und den Millionen Beschäftigten der Automobil- und Zulieferindustrie, usw. usf.

        • @Debaser:

          Sie finden beim Umweltbundesamt und z.B. FÖST die Studien zu den leider noch von anderen getragenen Kosten des Autoverkehrs, das finden Sie.

          Die zwischenzeitlich Ostberliner Errungenschaft Straßenbahn darf m.E. gerne auch mehr im Westteil genutzt werden, oft sind die Berliner Straßen ja ohnehin breit angelegt, sind also auch eigene Gleiskörper für Speed locker drin.



          Wenn er/sie/es die Zeit nutzen kann (und im ÖPNV und an der Haltestelle geht Lesen, Tippen, Dösen), dann wartet doch fast jeder gerne mal. Wer gleich von der Haustüre ohne Parkplatzsuche los will, nähme ohnehin das Rad.



          Mit andernorts erwähnten Ausnahmen.

          • @Janix:

            Die Straßenbahnen gibt es in Berlin seit anno dazumal. Aber in Westberlin wurde sie in den 60er-/70er Jahren als übles Verkehrshindernis erkannt und aus dem Straßenbild entfernt. Man setzte stattdessen auf die U-Bahn. In Ostberlin hielt man an der Straßenbahn fest.

            Der Grund, daß man damals in Westberlin ein genauso leistungsfähiges wie sauteures U-Bahnnetz aus dem bzw. in den Boden stampfte, war natürlich auch die großzügige Alimentierung der Mauerstadt durch Westdeutschland.

            • @Debaser:

              Verkehrshindernis nur aus einer Autoperspektive, das ließe sich womöglich genau umdrehen. ;-)

              Fun fact: Die U-Bahn im eigenständigen Charlottenburg wie in Schöneberg ist teils älter (vor deutlich über hundert Jahren). Berlin hatte hingegen damals das Geld nicht locker und baute oben.

              Berlin (West) könnte die U-Bahn auch gebaut haben, um Bunkerbauten nebenbei durchzuführen, ohne dass ich da konkrete Anhaltspunkte hätte; es wäre aber nicht die erste Stadt. Eine funktionierende Straßenbahn zu schreddern ist schon Geld rausschmeißen vom Feinsten, v.a. wenn gegen Barrikaden damals schon so breite Straßen vorherrschen wie in Berlin, wo sogar noch Autos rechts und links locker hinpassen würden.



              Was passiert nämlich mit dem gewonnenen Platz? Meist doch kein Park, Fußgängerraum oder Ähnliches, sondern noch mehr Auto-Platz. Teuer erkauft.

    • @Flocke:

      Von einer Einzelgenehmigung für jede Fahrt hatte ich oben jetzt nichts gelesen...



      Auto-Mobilität hat auch viel mit Gewohnheit und fehlenden Alternativen zu tun.

      • @J. H.:

        "Deshalb haben alle bis zu zwölfmal im Jahr die Möglichkeit, für solche Fahrten ein Auto zu nutzen. Die Sonder­erlaubnis für den entsprechenden Tag kann unkompli­ziert und schnell online abgerufen werden." (von der Webseite der Initiative, verkehrsentscheid.de) .

        Liest sich für mich schon nach Einzelgenehmigung, die für jede Fahrt zu beantragen ist. Und das muss ja auch gespeichert werden, sonst könnte die Genehmigung für die beantragte 13. Fahrt nicht abgelehnt werden. Hört sich für mich nach totalitärem Überwachungsstaat an. Würde mich nicht wundern, wenn man dann auch noch den Grund für die Fahrt angeben muss. Und womöglich noch die Daten der Mitfahrer.

  • In der Stadt ist das Rad mit Abstand das beste Verkehrsmittel. Autofahren ist da nur Stress - ewiger Stau und Parkplatzsuche. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, weiß ich nie genau wie lang ich brauche, weil die Straßen mal mehr mal weniger verstopft sind. Mit dem Rad weiß ich es genau. Für weniger sportliche Leute gibt es E-Bikes. Es wäre eine großartige Verbesserung der Lebensqualität, wenn der Autoverkehr weitgehend aus der Innenstadt rausgehalten würde. Mehr Platz, weniger Lärm, weniger Gefahr schwerer Unfälle, weniger Stress, .... Vielleicht ist der Berliner Entwurf zu radikal und zu bürokratielastig, aber in diese Richtung sollte es unbedingt gehen, wenn wir unser Leben in der Stadt verbessern wollen. Aber ja, man sollte den Autos auch noch Raum zugestehen, wofür sie tatsächlich gebraucht werden, z.B. Transporte oder Ausflüge an Orte, die öffentlich schwer erreichbar sind.

    • @Peta Parka:

      "In der Stadt ist das Rad mit Abstand das beste Verkehrsmittel. Autofahren ist da nur Stress - ewiger Stau und Parkplatzsuche"

      Richtig.. Das weiß jeder Pendler. Aber was will man bei langen Anfahrtswegen und ÖPNV der zwei bis drei mal so lange braucht, sonst machen? Warum wurden im Volksentscheid nicht konkrete Maßnahmen für den Ausbau eines schnelleren und besseren ÖPNVs festgelegt?

      • @Rudolf Fissner:

        Ein ganz heißer Tipp wäre z. B. Wohnen und Tätigkeitsbereich in unmittelbare Nähe zueinander zu legen.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Schlaue Idee, leider selten möglich bei grundsätzlich knappem Wohnraum

        • @Alex_der_Wunderer:

          Die Arbeitsplätze von meiner Frau und mir sind ca. 80 Km voneinander entfernt. Wie lautet da Ihr Tipp? Was schlagen sie Zeitarbeitern vor, die mal hier und mal dort arbeiten? Oder denen, die dort arbeiten, wo Wohnen unbezahlbar ist?

          Es sind nicht alle jung und Single. Es gibt so etwas wie Lokalpatriotismus, gewachsenes Umfeld, familiäre Bindungen. Immer wieder zu hören, man solle mal eben zur Arbeitsstelle oder als Gegenteil irgendwo auf´s Land für z.B. niedrigere Mieten ziehen, nervt gewaltig. Ein Mensch ist ein soziales Wesen!

        • @Alex_der_Wunderer:

          Gute Idee. Ich habe schön öfters in den Kommentaren ein Stop für die Ausweisung neuer Gewerbegebiete n Berlin vorgeschlagen.Das könnte die Initiative ja mal vorschlagen.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Super heißer Tipp - das ich darauf noch nicht gekommen bin :D. Dann werde ich doch gleich mal meinen Chef anrufen und fordern das er seine Firma gefälligst in fußläufige Nähe meiner Wohnung umzusiedeln hat.

          Das kommt bestimmt auch allen anderen Kollegen zugute ;-)

      • @Rudolf Fissner:

        Stimmt, Leute die auf's Auto angewiesen sind bzw. bei denen Rad oder ÖPNV als Alternative unverhältnismäßig aufwändig sind, sollten auch fahren dürfen. Hier müssten die Angebote massiv ausgebaut werden: Öffentliche, Park and ride, evtl. subventionierte E-Bikes, Radwegausbau auch an Landstraßen, ...

      • @Rudolf Fissner:

        Es gibt innerhalb des Berliner S-Bahnrings keine Strecke für "die der ÖPNV [...] zwei bis drei mal so lange braucht". Das Gegenteil ist der Fall, für die allermeisten Strecken braucht man mit dem Auto deutlich länger, es wird in erster Linie aus Bequemlichkeit, in zweiter aus Snobismus ("ich setze mich doch nicht mit den ganzen Asis in die Bahn") genutzt. Wenn man aus Brandenburg stundenlang pendelt hat man bereits an anderer Stelle entscheidende Fehler gemacht, die nicht die Menschen ausbaden können, die in der Stadt leben.

        • @Residente:

          "Wenn man aus Brandenburg stundenlang pendelt hat man bereits an anderer Stelle entscheidende Fehler gemacht, die nicht die Menschen ausbaden können, die in der Stadt leben."

          Die Menschen in der Stadt baden es nicht aus. Sie leben von den Pendlern. Das sind Kollegen, die mit den Laden in den Betrieben mit am Laufen halten.

          Der Fehler, den Berliner machen, ist das ganze Gewerbe in der Stadt aufzusaugen ohne ausreichend Wohnraum zu gewährleisten.

          • @Rudolf Fissner:

            Auch das ist natürlich richtig, aber nur weil Sie mein Kollege sind müssen Sie ja nicht morgens und abends mit dem SUV an meinem Fenster vorbeiballern. Mach ich ja auch nicht. Und die S-Bahn bindet auch die Vororte durchaus an. Die Autosucht, die Sie unten als Mär bezeichnen ist ein sehr reales Problem, viele Leute haben sich halt daran gewöhnt komfortabel und individuell die Luft für alle zu verpesten. Das man den ÖPNV weiter ausbauen muss, gerade an der Peripherie ist unbestritten, aber es braucht auch ganz dringend einen Wandel im Bewusstsein.

    • @Peta Parka:

      Werter Spidaman, ja. Es gibt auch die Fälle fürs Auto, dabei haben wir seit 93 Jahren mit viel teurem Geld das Falsche, nämlich Einzelblech, gefördert und werden da viel wieder umbauen müssen, auch an Anreizstrukturen und suchtähnlichen Gewohnheiten, doch auch das ist zu schaffen.

      • @Janix:

        Die Mär, das es eine Autosucht gibt, ist nur die zweifelhafte Ausrede für das Versagen beim Ausbau des ÖPNV. Die Argumente, die behaupten, dieser sei ausrechend, sind der Sargnagel für die Verkehrswende.

  • Deutsche Wohnen enteignen: „Game over, jedenfalls vorläufig.“

    Meines Wissens schreibt die Initiative gerade einen Gesetzestext, über den dann in einer zweiten Runde nochmal bürgerentschieden wird (?)

    dwenteignen.de/

    • @derzwerg:

      Ich bin kein Freund des Inhalts des Gesetzes. Es könnte u.a. zu überhöhten Zahlungen an Haie zwingen.



      Doch einen Volksentscheid zu ignorieren ist nun einmal nicht gut fürs allgemeine Gefühl. Da sollte mensch auch das Instrument bindender Volksentscheid konsequent abschaffen.



      An der Umsetzung besser ansetzen, nicht noch mal dasselbe versuchen. Konkret: mit Argumenten die SPD überzeugen, wenn das geht. Und mit dem Wahlzettel und Druck auf die SPD die obskure Union da wegholen.

      • @Janix:

        Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es zwei Varianten eines Bürgerentscheids in Berlin: die eine fordert das Parlament auf, ein Gesetz zu schreiben (da läuft seit > 5 Jahren nicht viel), die andere stellt ein fertig formuliertes Gesetz zur Abstimmung (das soll jetzt passieren)

        • @derzwerg:

          Danke für die Erklärung. Dann sehe ich den Sinn.



          Den einer anders gewählten Regierung dabei auch noch.

  • Da Taxis ja weiter fahren können - kleben sich einfach alle Autos n UBER Aufkleber hinten drauf und es geht weiter...🤷



    In Berlin gibt es 1.200.000 Pkw. Hätten Berliner keine Lust aufs Auto fahren, hätten sie nicht 1,2 Mio Autos.

    • @Saskia Brehn:

      Wäre die Infrastruktur und wären die Anreize nicht dermaßen seit 93 Jahren aufs Auto ausgerichtet worden, wäre das eine ganz andere Zahl. Das würde dann einiges sparen.

      • @Janix:

        Daran alleine kann es nicht liegen, wenn z. B. hier ein 20jähriger die 200 Meter (wirklich wahr!) zum Bäcker mit einer knapp 300 PS-Gehhilfe fährt. Über ähnliches Unsinnsverhalten könnte ich nur im Blick auf mein Umfeld ein Buch schreiben.



        Das Auto ist quer durch die Altersklassen immer noch ein Persönlichkeitsmerkmal und auch eine dumme Angewohnheit.

    • @Saskia Brehn:

      "In Berlin gibt es 1.200.000 Pkw. Hätten Berliner keine Lust aufs Auto fahren, hätten sie nicht 1,2 Mio Autos".







      Ja Sie haben bestimmt recht..sollten die anderen 2Mio Berliner, die auch Lust aufs Autofahren hätten ebenfalls tun. Dann wird bestimmt alles besser und die Stadt wird kulturell und menschlich aufblühen..







      Wird klapppen..ganz sicher..

      • @Wunderwelt:

        Es fahren ja nicht nur 1,2 Millionen Autos - die meisten sind Familienautos, mit denen mehrere Familienmitglieder fahren. Es sind also 1,2 Millionen Autofahrerhaushalte, in denen durchschnittlich 1,8 Erwachsene leben.

        Vielleicht ein paar weniger als das Produkt aus diesen beiden Zahlen, weil es auch Haushalte gibt, in denen wirklich nur einer fährt oder der Sohn schon ein eigenes hat. Andererseits meine ich mich zu erinnern, daß Berlin schon vor einigen Jahren die 1,5-Millionen-Schwelle überschritten hat. Man liegt also sicher nicht falsch, wenn man überschlägt, daß 80% der Erwachsenen Autonutzer sind.

        Und zuletzt möchte ich an einen Umstand erinnern, der hier oft vergessen wird - speziell von denen, die immer eine Art Feindbild Mensch/Auto konstruieren: In jedem Auto sitzt auch ein Mensch - ein ebensolcher wie der Radfahrer oder Fußgänger einer ist.

        Die allermeisten Menschen WOLLEN also ihr Auto auch in der Stadt nutzen - diejenigen, die die Autos ablehnen, sind die kleine, aber lautstarke Minderheit. Aber diese Leute können sich freuen, denn für eine Annahme dieses Volksentscheides reichen schon 25% Ja-Stimmen. Warum das so ist, versteht kein Mensch.

      • @Wunderwelt:

        Ihr Kritik krankt daran, dass sie pro Kopf denken. Ich habe bewusst "Berliner" geschrieben.



        Die Realität ist doch so: oft teilen sich Familien oder Haushalte / WG's ein ein Auto.



        Hat die klassische Familie eher 2 Autos auf dem Land, hat die urbane Familie eher 1.



        Und das ist auch völlig logisch. Deutlich besserer ÖPNV. Deutlich kürzere Wege zu sämtlichen Einrichtungen des täglichen Bedarfs, zu Ärzten, Unterhaltung, Freizeit, Bildung, etc...



        Aber fürs 'Draußen', das außerhalb Berlins oder jeder anderen Metropole brauchts halt das Auto.



        Deshalb brauchen die knapp 4 Mio Berliner nicht 4 Mio Autos, aber anscheinend 1,2 Mio (plus eine unbekannte Anzahl an Sharing Autos und Mietwagen).



        Die 1,2 Mio erscheint mir als absolut realistischer Wert an den Gegebenheiten der Realität bezüglich des ÖPNV und seiner Verfügbarkeit, Sicherheit für Frauen, etc...



        Über Verbote wird man nichts erreichen, eine Aufwertung des ÖPNV hingegen hat schon einen Effekt gezeigt und wird weitere haben.



        Die Niederländer zeigen es doch. Radikal das Angebot erweitern, radikal die Verkehrsfreundlichkeit erweitern. Überzeugen durch schaffen von Nutzbarkeit.

  • "Unter Schwarz-Rot stirbt in Berlin die Mobilitätswende einen langsamen Tod."

    Also da habe ich eine ganz andere Wahrnehmung. Wegner und die CDU sind auch deswegen gewählt worden, weil sich viele Berliner wünschen, daß die autofeindliche Politik der letzten Jahre zurückgedreht wird.

    Außer daß auf ein paar Hauptstraßen, nachdem sich die Luft verbessert hat, wieder Tempo 50 zugelassen wurde (50, nicht etwa 80!), hat sich nichts geändert. Kein Pop-up-Radweg wurde abgebaut, keine Straße neu gebaut, die Bezirke zerstören munter weiter Parkplätze in großem Stil, weisen Fahrradstraßen aus und stellen Poller auf. Zur Schließung des Autobahnrings wurde sich auch nicht bekannt.

    Wie kann man da als Grüner unzufrieden sein? Es wurde schwarz gewählt, und die Verkehrspolitik bleibt trotzdem grün, besser geht's doch gar nicht aus Eurer Perspektive.

    • @Debaser:

      "Unter Schwarz-Rot stirbt in Berlin die Mobilitätswende einen langsamen Tod."

      Wie kann etwas sterben was es - auch unter Rot-Rot-Grün - nie gegeben hat?

      • @Rudolf Fissner:

        Anfänge gab es schon: überfällige Radwege als Pop-Up.



        Doch Schwarz und Rot am Ort tun sich da gerade wenig beim Wettbewerb um das Goldene Verkehrsfossil. Schwarz ist da nur demonstrativer auto-ritär.



        PS: aus purer Not, Kostengründen und Verstopfung wird die Verkehrswende jeden Monat anklopfen, die könnte gar nicht sterben.

  • Auch nur eine Million teure Autos und Führerscheine nicht mehr nötig, deren Parkplätze wieder frei für Spiel, Spaß, Entspannung oder auch mal eine Wohnung - das ist finanziell wie räumlich eine große Vision, wenn wir uns das mal vorstellen.



    Ich fürchte dabei, der Entzug vom Auto wird auch in Großstädten wie andere Entwöhnung einfach noch dauern.

    Und die CDU sollte dafür auch per Wahl ihren wohl"verdienten" Abflug aus dem Roten Rathaus machen. Das war Leistungsverweigerung in mehrfacher Hinsicht, und gegen bekannte Fakten.



    Ich hoffe, die SPD berappelt sich inhaltlich und personell mal für eine Grün-rot-rote Koalition in welcher Reihenfolge auch immer. Gespräche führt mensch am besten schon jetzt dafür.

    • @Janix:

      "...eine Million teure Autos und Führerscheine nicht mehr nötig, deren Parkplätze wieder frei für Spiel, Spaß, Entspannung oder auch mal eine Wohnung - das ist finanziell wie räumlich eine große Vision"



      Diese Vision wird aber mit diesem Gesetz nicht erreicht werden. Denn selbst wenn es unverwässert in der geplanten Form umgesetzt werden würde, hieße es für eine 4-köpfige Familie ja immer noch, dass sie an 48 Tagen im Jahr offiziell durch Berlin fahren können. Zusätzlich zu allen auswärtigen Fahrten außerhalb des S-Bahn-Rings - Urlaube, Besuche Verwandtschaft oder Freunde, sonstige Fahrten.



      Die Idee, dass da viele ihr Auto deshalb verkaufen halte ich für wenig realistisch. Viel realistischer halte ich hingegen die auch im Interview von der taz aufgeworfene These, dass es am Ring dann super eng werden könnte. Findige Geschäftsleute würden dort riesige überwachte Parkplätze errichten, garantiert. Und diese würden sich enormer Beliebtheit erfreuen, ebenfalls garantiert.



      Wer das nicht glaubt dem möchte ich Flughafenparkplätze als Beispiel nennen. Flughäfen sind super mit ÖPNV angebunden, die Parkplätze extrem teuer, das Auto bei Flugreisen völlig unnütz, trotzdem sind sie immer voll🤷

      • @Saskia Brehn:

        "Findige Geschäftsleute würden dort riesige überwachte Parkplätze errichten, garantiert. Und diese würden sich enormer Beliebtheit erfreuen, ebenfalls garantiert."



        Garantiert nicht. Die Grundstückspreise am S-Bahnring würden diese riesigen Parkplätze astronomisch teuer machen. Der findige Geschäftsmann, der am Gesundbrunnen oder an der Schönhauser mit noch mehr Parkplätzen als es ohnehin schon gibt, Gewinn macht, muss sich schon was ganz besonderes einfallen lassen. Vielleicht kommt das für Ortsfremde falsch rüber, aber der S-Bahnring läuft weitgehend mitten durch die Stadt, da ist nichts mit Peripherie und ungenutzter, billiger Fläche.

      • @Saskia Brehn:

        (Vorab: Ich würde sogar Geld darauf setzen, dass das nicht jetzt 1:1 kommt.)

        Das könnte tatsächlich sein, auch angesichts der teils ländlich/vorstädtisch geprägten Ecken der Berliner Peripherie.



        Dabei wäre der Platz für Geschäftsleute anders als heute für Autofahrers nicht (quasi) kostenlos zu haben, sondern würde hierfür einmal ein Marktpreis fällig.



        Flughafenparkplätze sind für Mitarbeiters verbilligt; da sehe ich auch das Verrottenlassen der DB plus Großgepäck-Trend als den Punkt, denn sich auf den IC oder dessen Zubringer verlassen ist etwas für Kaltblütige.

        Auto-Verkaufen wird zuerst niemand (eher abwarten), doch nach einer gewissen Zeit ideal merken, dass das zweite, dass ein neues Auto nicht nötig ist. Das wäre der Ansatzpunkt: das rasch klarzumachen, den Raum und die Ressourcen für S-Bahn, Straßenbahn, U-Bahn, Busse, Schnellbusse, Räder wiederherzustellen. Das ist die Bergstelle der Aufgabe. Sobald es kritisch beäugt und akzeptiert ist, begönne die positive Spirale einzusetzen.



        Konjunktiv, denn soweit wird Berlin noch nicht sein. Es wird wohl eher Freiburg, Tübingen, München, ... die tatsächliche Vorreiterrolle dann auch machen werden.

        • @Janix:

          "...nach einer gewissen Zeit ideal merken, dass das zweite, dass ein neues Auto nicht nötig ist. Das wäre der Ansatzpunkt"



          Und da bin ich voll bei Ihnen und da sind wir voll beim Beispiel Holland und so kann man auch eine Zustimmung und Akzeptanz für eine Verkehrswende in urbanen und flachen Gebieten schaffen.



          Überzeugung durch Angebot



          1. Massiv Radwege ausbauen, aber abseits der Parkplätze. Spuren umwidmen wie zu Corona z.B.



          2. Fahrradparkhäuser an großen Stationen



          3. kostenlose Radmitnahme im ÖPNV



          4. Mehr Stadtautobahnen oder Kreuzungsabbau bei Ausfallstraßen, so dass Verkehr fließen kann



          5. Unterirdisch heißt hier die Devise, siehe Boston (big dig), siehe Stockholm, wo sie gerade quer unter der Stadt die Autobahn bauen🤷👍 oder



          6. auf Stelzen über dem Verkehr, siehe Amsterdams Westring der Stadtautobahn, siehe Bangkok, siehe Japan.



          In Deutschland wird viel zu oft mit Scheuklappen gedacht - alle Verkehre müssen auf verschiedene Ebenen gebracht werden, nochmal Beispiel Bangkok und deren Fußgängerautobahnen unterhalb den Skytrain-Linien (ähnlich Hochbahn Hamburg), die über dem Straßenverkehr schweben, inklusive kleiner Geschäfte und Essensläden, etc...

          • @Saskia Brehn:

            Die Utrechter Radparkgarage für 7.000 Räder, weitgehend voll, ist ein Traum direkt am Bahnknotenpunkt des Landes. Einfache Räder unkompliziert und bezahlbar ausleihen geht da auch gleich.



            Mir fällt kein großer Bahnhof hierzulande ein, der auch nur halbwegs Vergleichbares hätte. Stuttgart etwa hatte ganz lange nicht mal simple richtige Abstellplätze.

            Autostraßen zerschneiden Viertel. Der Westring wie der Weg nach Haarlem tut das trotz Hochlösung immer noch, aber in der Tat weniger.



            Brücken, Hochlegen oder Tunnel kosten dabei leider schon einiges, es wird wohl billiger, wenn weniger Spuren überhaupt "gebraucht" werden.

            • @Janix:

              Stuttgart liegt in einem Kessel. Bis zu 200 Höhenmeter Differenz...



              Da wird Fahrradfahren nie die Lösung werden, außer e-Bikes werden für n Appel und n Ei irgendwann verkauft...



              Ja Stelzen und Tunnels sind teuer, lösen aber das Problem, vor allem Tunnels, die auch gleich noch die Feinstaubbelastung abräumen UND den Verkehrslärm UND Platz an der Oberfläche freigeben.



              Bei 500 Mrd Sondervermögen hätten ruhig mal auch 100 Mrd für Tunnels rausspringen können. Dank wären alle zufrieden, Radler und Fußgänger oben und Autofahrer unten 🤷👍

              • @Saskia Brehn:

                Rund 300 m sogar vom Kessel auf die Fildern, meint der Hinterkopf, zumindest bei Degerloch. Egal, welche Route mensch radelt (ich glaube sie zufällig alle zu kennen incl. der spaßig-steilen Alten Weinsteige): Ein zweites T-Shirt ist fällig.



                Es gäbe ja aber auch S-Bahn, U-Bahn und die "Zacke". Zugleich aber immer noch den Auto-ismus.

                Punktuell helfen Tunnel. Etwa, um Ufer für Menschen wiederzugewinnen (Düsseldorf) oder urbane Fußgängerzonen zu erleichtern (vgl. aber auch Straßburg und Karlsruhe). Leider kostet es halt auch, und daher auch an den "Bedarf" zuerst gehen.

                Ein Beispiel noch aus der Absurditätskiste: Am westlichen Autobahnring Kölns gibt es eine medienbekannteÜberdachung für sehr teures Geld. Nebenan liegt ein Viertel mit gut organisierten Einfluss-Menschen, vielleicht deshalb die Farce: Es wäre zu laut. Also Überdachung != 80 km/h. Wären diese 80 km/h einfach mit festem Blitzer erzwungen worden, wäre es auch leise geworden. Viel Geld, vermutlich also nur, um jenes Viertel zu stillen.



                Die Überdachungsfläche wird nicht mal genutzt, was München mit dem Mittleren Ring so gut vorgemacht hat: um mit Grün und Spielplätzen Stadtteile zu verbinden. Sie wird gar nicht genutzt.

  • So nett sich das alles liest, aber meine pubertierenden Töchter möchte ich abends nicht mit den Öffis durch Berlin fahren lassen. Die hole ich nach wie vor mit dem Auto von ihren Vereinen und Events ab… Sicher ist sicher.

    • @ToMuch:

      Glucker oder wie nennt mensch eigentlich männliche Glucken?



      Haben die nie fahrradfahren lernen dürfen? Wie sollen die denn mal groß werden?



      Ist aber Ihre Entscheidung als Erziehungsberechtigter, und pardon für die spontane Fragerei.

      • @Janix:

        Der Gluckerich heißt Gockel. Ich denke, der Originalposter macht eine Anspielung auf die unselige Merzsche Töchterdogwhistle, die er im Fahrwasser der Stadtbild-Debatte nochmal versucht hat, einen Scheit nachzulegen

        • @derzwerg:

          Oder die Rationalisierung von eigenartigen Emotionen oder XY-ungelöst nicht so vertragen - wir wissen es nicht.



          Wer seine Töchter liebt, traut ihnen auch etwas zu. Wer seine eigene Sorge dämpfen will, spendiert den Selbstverteidigungscrashkurs und ggf. die Pille.

          Zum Sport mit dem Auto, das ist aber doch megapeinlich für die Töchter! Wenn sie älter als sieben sind, was ich bei Pubertieren mal annehme.

          • @Janix:

            Da kenne ich mich mangels eigener „Töchter“ nicht aus. Es könnte allerdings längst eine gewisse Gewöhnung stattgefunden haben: wer seit Kindergarten im SUV herumkutschiert wurde, findet es höchstwahrscheinlich auch im Jugendalter nicht mehr peinlich. Peinlich ist dann eher, wenn der Vatis SUV deutlich kleiner ist als der von Freundins Eltern. Vielleicht mag der Originalposter hierzu nochmals eine Einschätzung geben

    • @ToMuch:

      Sie mit den Öffentlichen abzuholen oder zusammen mit dem Rad zu fahren, wären vielleicht auch Optionen.

  • Und noch eine Frage: Wie sind die Möglichkeiten eines amtierenden oder neu gewählten Senats, das auf diese Weise erzwungene Gesetz wieder aufzuheben?

    Sollte das wirklich so kommen, sehe ich die Gefahr einer AfD, die vor Kraft nicht laufen kann, vll. sogar die eines blauen Senats. Bis zu 80% der Berliner nutzen ein Auto (in vielen Haushalten wird das Familienauto von mehreren Personen genutzt).

    • @Debaser:

      Die Gefahr sehe ich nicht. Auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass z.b. viele türkisch und arabischstämmige Berliner mit vollem Herzen an ihrem Auto hängen werden die deswegen keine Rassisten wählen, die sie aus dem Stadtbild entfernen wollen. Der Speckgürtel wählt sowieso rechts und hat uns ja auch diesen unsäglichen CDU-geführten Senat eingebrockt, aber ihr Szenario wird die wirkliche Stadt nicht zulassen.

      • @Residente:

        Die Innenstadtbezierke sind aber nun wahrlich nicht die "wirkliche Stadt"...

        • @Debaser:

          Sondern? Spandau etwas, oder doch Marzahn? Natürlich sind es die zentralen Bezirke, die Berlin ganz wesentlich ausmachen, in die Leute von außerhalb zu Besuch kommen und wo all die Schwaben hinziehen wollen. Hässliche Einfamilienhäuser gibt's in jeder Stadt, dafür muss man nun wirklich nicht nach Berlin kommen.

    • @Debaser:

      Perplexity sagt: "In Berlin gibt es grob ein Auto auf drei Einwohner, aber das bedeutet nicht, dass ein Drittel der Menschen eins besitzt, weil viele Haushalte mehr als ein Auto haben und Kinder gar kein eigenes Auto halten können. Schätzungen aus Haushaltsdaten und Motorisierungsgrad deuten darauf hin, dass etwa 35–45 Prozent der Berliner Bevölkerung in einem Haushalt leben, in dem mindestens ein eigenes Auto zugelassen ist."

      Wie kommen Sie auf 80%?

      • @J. H.:

        Wie ich weiter oben schon geschrieben habe: 1,5 Millionen private Pkw, jeder Haushalt besteht durchschnittlich aus 1,8 Erwachsenen. Die allermeisten Autos sind Haushaltsautos, die von mehreren Familienmitgliedern benutzt werden.

        Beispiel: Mutter fährt morgens die Kinder in die Kita, arbeitet dann zu Hause. Vater fährt anschließend zur Spätschicht, holt in der Pause die Kinder, abends fährt der große Sohn noch zu seiner Freundin. Ein Auto, drei Autofahrer.

        80% der Erwachsenen erscheint mir plausibel. In der Innenstadt deutlich weniger, in den Randbezirken wahrscheinlich noch mehr.

        Das Problem, und wirklich, das ärgert mich sehr, ist, daß so wenige von denen, die gegen dieses Vorhaben sind, tatsächlich zur Abstimmung gehen. Am Ende wird gemeckert und AfD gewählt, weil man sich von ihr eine Rücknahme des Gesetzes erhofft, aber es hätte von vornherein vermieden werden können, wenn alle hingegangen wären.

    • @Debaser:

      Da haben Sie recht, denn solange das 'Damoklesschwert AfD' über unser demokratisches Land schwebt, wird sich kaum etwas zum Guten (z.B. Klimaschutz, bezahlbare Wohnungen etc.) verändern. Das ist wohl auch ein Grund, weshalb die Merz-Union jetzt machen kann was sie will, denn die anderen Parteien haben Angst davor, dass bei einem Koalitionsbruch (CDU/CSU-SPD) dann eine Schwarz-Blaue- oder sogar eine Blau-Schwarze Koalition ans Ruder kommt.

      In aktuellen Berliner Wahlumfragen (Stand Ende 2025) liegt die AfD bei ca. 15 %. Ich bin zwar für eine Mobilitätswende (und das nicht nur in Berlin), aber nicht für den Preis, dass die AfD von unzufriedenen Berliner Autofahrern dann noch mehr Stimmen bekommt. Wie gesagt, solange das 'Damoklesschwert AfD' über unser Land schwebt, muss man sehr vorsichtig sein.

    • @Debaser:

      Dann sollen die 80% der Berliner einfach mit „Nein“ stimmen. Dann fällt der Volksentscheid durch.



      Zu Befürchten ist dann aber, dass die Befürworter die Niederlage nicht akzeptieren, siehe die Kommentare hier.

    • @Debaser:

      PS: Der Senat hebt nichts auf, das wäre in Berlin das Abgeordnetenhaus. Die Berliner Verfassung billigt dem angenommenen Volksentscheid in Artikel 63 Gesetzesqualität zu. Ich kann aber keine juristische Auskunft geben und kenne auch die Gesetzeslage darunter spontan nicht.

      Wie im Artikel oben beschrieben, wird das teils ungut ausgesessen (dann sollte mensch den Volksentscheid konsequent vielleicht gleich streichen).







      Dieser wird in dieser visionär-radikalen Form wohl eher nicht angenommen, und wenn, scheinen die Berliner ja doch weiter zu sein, als die Union denkt.

    • @Debaser:

      Der Punkt ist, dass Aufgabe von volkswirtschaftlich denkenden Senaten sein müsste: So wenig "nötige" Autos wie möglich! Also Spuren für Rad und schnelle Busse ins Zentrum. Für Busse braucht es nur einen Fahrer, für 50 Autos 50. Für Busse braucht es ein paar Quadratmeter, für 50 Autos einen ganzen Straßenabschnitt.



      E-Bikes oder E-Vespas wären ein energie-, geld- und platzsparendes Methadon für die Entziehungskur, die in verdichteten Räumen jetzt bereits einsetzen könnte und wohl sollte.

      • @Janix:

        Jain, des Ziel müsste barrierearme Mobilität für Alle sein ohne den aus der Zeit gefallenen Mitspieler "(Verbrennerfixiertes) individuelles Rumgurken in 1-3 to Metall plus Plaste und Elaste was auch noch 23h/d rumsteht". Mit Alle sind halt auch alle gemeint, das bedeutet z.B. kostenfreie ÖPNV-Nutzung für U18, Rentner usw. . Preiswerter wärs für die Stadt auf Jeden.

        • @Hugo:

          Auch das. Kinder und Eingeschränkte welcher Art auch immer (irgendwann ist übrigens für jeden Autofahrer mal Schluss) sind von der Autofixierung aufs Nebengleis geschoben worden - das lässt sich korrigieren, auch wenn es dauern wird. Denn es soll als Ziel die ganze Bevölkerung wieder kein Auto "brauchen".

          Berlin ist sehr ausgedehnt, doch letztlich ein städtisch geprägter Raum, da sollte das rascher zu erreichen sein als in der Altmark. Auto ist auch eine der volkswirtschaftlich teuersten Arten, und da ist das Umweltproblem noch außen vor.

  • Tipp an mitlesende Berliners. Wer eine menschlichere und nachhaltigere Verkehrspolitik will, sollte wohl vor allem zur Wahl gehen und viele andere auch dazu einladen.



    Vermutlich bekommt eine Grün-rot-rote Koalition das eher hin als die Wegner-Giffey-Gruppierung. Ein Regierungswechsel ist ja denkbar, und die Wahl schon in überschaubarer Zeit.



    Fairness gegenüber der Mehrheit der Fußgänger, Radlerinnen und ÖPNV-Nutzers wäre doch eine Wahlkampfforderung.



    Volksentscheide sind eigentlich quer gegen die vorherrschende repräsentative Ausgestaltung der Demokratie, deshalb wäre das Ergebnis wohl auch hier in Berlin eher Ablenkung als echte Veränderung.



    Positive Ausnahmen bestätigen die Regel, dass so etwas nur wirkt, wenn Regierungswechsel als Korrektur ausfällt (Schweiz, Bayern, Hamburg).

    • @Janix:

      "Vermutlich bekommt eine Grün-rot-rote Koalition das eher hin..."

      Toller Satz. Als wenn es nie eine Grün-rot-rote Koalition in Berlin gegeben hätte, die nicht schon alle möglichen Versprechen hätte einlösen können. Man traut sich ja noch nicht einmal die dafür notwendigen Verlagerung von Geldern im Haushalt zu thematisieren.

    • @Janix:

      Was ist an einem Volksentscheid demokratisch, wenn er schon bei einem Anteil der Ja-Stimmen von 25% als angenommen gilt?

      • @Debaser:

        Es ist schon deshalb demokratisch, weil ja jeder abstimmen könnte.







        Außerdem: Es müssen mindestens 25% der Stimmberechtigten abgestimmt haben und davon über 50% mit ja gestimmt haben, bevor ein Entscheid angenommen wird. Das sind höhere Hürden als bei normalen Wahlen.







        Die Bundestagswahl würde auch bei einer Wahlbeteiligung von nur 10% gültig sein

        • @Sisone:

          Bei der Bundestagswahl muss mindestens ein Wähler abgestimmt haben, dann ist die Wahl gültig. Und wenn der mit beiden Stimmen die Zb. CDU gewählt hätte würde diese alleine regieren.

        • @Sisone:

          Und ich habe manchmal den Eindruck, dass die, die nicht wählen, am lautesten lamentieren - außer vielleicht den AfD-Fans.

        • @Sisone:

          Nein, es müssen nicht 50% mit Ja gestimmt haben, es reichen 25%. Das Gesetz wird also auch dann erzwungen, wenn 74,9% der Teilnehmer mit Nein gestimmt haben. Sehen Sie ins Gesetz.



          Was Sie meinen, nennt sich Quorum.

          • @Debaser:

            Ich glaub, das haben sie falsch verstanden (und ich auch falsch formuliert).



            25% Zustimmung aller Wahlberechtigten sind Pflicht UND über 50% Ja-Stimmen der an der Wahl teilnehmenden. Und ja, bei Volksentscheiden ist zumindest in Berlin ein Quorum als Hürde eingebaut.





            Beispiel:



            Berliner Volksentscheid „Berlin 2030 klimaneutral“ (März 2023)



            Beteiligung: 35,7 % der Stimmberechtigten nahmen teil (entspricht ca. 865.000 Personen).



            Stimmenanteile: 50,9 % der Teilnehmenden stimmten mit „Ja“ (entspricht 18,2 % der Stimmberechtigten).



            Ergebnis: Das Quorum von 25 % der Stimmberechtigten wurde nicht erreicht, daher wurde der Volksentscheid abgelehnt, obwohl eine Mehrheit der Teilnehmer mit Ja gestimmt hatte.

            Kein Volkentscheid wird bei 74,9% Nein-Stimmen erzwungen, das ist einfach falsch. Hier haben z.B. "nur" 49% mit Nein gestimmt und der Volksentscheid ist gescheitert.

          • @Debaser:

            Offensichtlich Nonsens, daher gucken wir doch mal kurz auf berlin.de in die Quelle: : )



            "Ein Gesetzentwurf oder ein sonstiger Beschlussentwurf ist durch Volksentscheid angenommen, wenn die Mehrheit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen und zugleich mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten zustimmt."

      • @Debaser:

        Wie Sie meinen früheren Beiträge entnehmen könnten und vielleicht auch dem obigen beim zweiten Lesen, bin ich gar kein großer Freund von Volksentscheiden, mit der genannten Ausnahme einer ewigen Regierungskonstellation. Klare Verantwortlichkeit ist mir lieber. Der jetzige Senat ist schuld an der Misere bei Verkehr etc., niemand sonst.

        Fair angefügt freilich: Auch Wahlen wären bei 25 % Beteiligung gültig.



        Es geht da vermutlich darum, dass ein Wahlboykott schon sehr groß sein muss, um zu wirken, dass also auch diejenigen ein erfolgreiches Nein hätten setzen können.

  • Verstehe ich das richtig, daß ich als Brandenburger ohne Beschränkung durch Berlin fahren kann - daß die 12x/6x pro Jahr also nur für die Berliner gelten? Oder sogar nur für die, die innerhalb des S-Bahnrings wohnen?

    Wäre ja großartig, kein Stau mehr in der Stadt.

    Mir fällt dabei eine Karikatur aus dem Eulenspiegel ein, wo ein Ehepaar vor einem EFH mit Doppelcarport steht und sagt: Wir sind für unsere Autos aufs Land gezogen... Das wird dann in Berlin auch so kommen. Keiner läßt sich das Autofahren verbieten, da zieht man lieber weg. Dann wohnen in der Innenstadt eben nur noch zugereiste Studenten, und die Mieten sinken. Im stadtnahen Umland werden die Preise dafür in die Höhe schießen.

    • @Debaser:

      Auf Ihre Frage finde ich in den FAQ der Initiative keine Antwort. Ich kann es mir aber nur so vorstellen, dass die Beschränkungen für alle Autonutzer unabhängig vom Wohnort gelten, alles andere wäre vermutlich rechtswidrig bzw. ließe sich umgehen.

      Falls das zutreffend ist, so wird der Effekt m.E. genau umgekehrt sein wie von Ihnen skizziert. Das Einpendeln aus dem Umland wird schwieriger und zeitaufwändiger, ein weitgehender Verzicht aufs Auto erzwingt aber den Umzug in die Innenstadt oder Innenstadtnähe. Der Druck im Mietkessel wird noch steigen.

      • @Kohlrabi:

        Der Platzgewinn bei Parkplätzen, Straßenspuren wäre aber auch da.



        Es wird so nicht kommen, doch dann würden u.a. sich Busse und Bahnen rechnen und häufiger bzw. überhaupt fahren.

        • @Janix:

          Woher aber nehmen wir die zusätzlichen Bahnen und Busse?

          Der Berliner ÖPNV ist gut, wenn er denn störungsfrei funktioniert. Aber schon bei jetziger Taktung gibt es jede Menge multipler Betriebsstörungen. Und dann soll er auch noch die ganzen derzeitigen Autofahrer aufnehmen?

          M.E. wird umgekehrt ein Schuh draus. ZUERST den ÖPNV für größere Fahrgastzahlen ertüchtigen. Und funktionierende Lösungen für Einpendler finden. Dann kann man über Einschränkungen für Autofahrer nachdenken. Und zwar nicht mit dem Holzhammer, sondern Schritt für Schritt, und immer erst anschauen, was für Effekte jeder Schritt hervorbringt.

          • @Kohlrabi:

            Wenn VW mal was Vernünftiges statt obsoleter überteurer Verbrenner-Einzelzellen produzierte (und das muss es langsam mal), sollten ein paar Busse drinsein. Umschulen zu Busfahrern ebenso. Nicht sofort, aber grundsätzlich lösbar. Ich schätze Ihre kritische Nachfrage.



            Beides zugleich anpacken. Radwege sichern etwa zählt zu den ersten Gewinnerschritten.

            • @Janix:

              Im VW-Konzern werden schon heute Busse gebaut (sind auch bei der BVG im Einsatz). Zwischenzeitlich hatte man aber (auch bei der BVG) bei öffentlichen Ausschreibungen hierzulande gegen Konkurrenten wie Solaris oder Temsa immer öfter den Kürzeren gezogen. Es wurde erst wieder besser, als man die Produktion von Linienbussen praktisch vollständig in die Herkunftsländer dieser Konkurrenten verlagert hat...

              • @FriedrichHecker:

                Für Mitlesende: Türkei und Polen dürften gemeint sein.



                Mein Punkt war: Busse sind nicht der Engpass, die Ausbildung ist es ein wenig, aber danach muss nur einer fahren und nicht fünfzig einzeln.

      • @Kohlrabi:

        Ist natürlich alles Spekulation, aber ich glaube, Sie irren sich. Nie und nimmer wird ein Autofahrer, der außerhalb wohnt, in die Innenstadt ziehen, wenn er dafür auch noch sein Auto abschaffen muß. Das kann ich Ihnen versichern, ich bin Autofahrer.

        Das sind sozusagen gleich zwei extreme Verluste an Lebensqualität - das Leben in der Innenstadt UND der Verlust des Autos. Alleine Einkaufen für eine vierköpfige Familie, das ist ohne Auto eine echte Zumutung - und ja, ich weiß, es gibt Leute, die machen das. Sollen sie.

        • @Debaser:

          Ich glaube, Sie vergessen die Leute, die in der Innenstadt arbeiten und es sich nicht aussuchen können. Und was Einkaufen angeht, so hat die Innenstadt ja tatsächlich einen Vorteil, weil alles recht nah beeinander ist, in fußläufiger Entfernung.

        • @Debaser:

          Wir werden nicht um die Ecke wohnen, sonst hätte ich Ihnen ein altes gutes herkömmliches Rad und meine zwei billigen wasserfesten Radtaschen plus Rucksack geliehen oder Ihnen die Runde gemacht oder den Lieferdienst/ den einmaligen Funkmietwagen angerufen, für gleich mehr auf einmal.



          Ja, ich weiß, es gibt Leute, die machen das nicht. Sollen sie.



          Nur sollten die Anreizstrukturen und die Infrastruktur mal nicht so fantasietötend wie heute aufs Auto reduziert sein.

  • Der Volksentscheid "Hamburg klimaneutral 2040" war erfolgreich. In Berlin kann der Entscheid zu einer autofreien Innenstadt ebenfalls auf eine Zustimmung der Mehrheit hoffen. Sollen die Autofetischisten sich neue Spielplätze suchen. Es gilt, den Willen der Mehrheit umzusetzen.



    Da Berlin in einer Ebene liegt, lässt sich die Vorstellung einer Fahrradstadt ähnlich Kopenhagen durchaus umsetzen. Es braucht für diese Mobilitätswende allerdings Zeit. Bis 1.1.2035 scheint realistisch, auch für einen besseren Nahverkehr. Wichtig ist, sich jedes Jahr aufs Neue realistische Etappenziele zu setzen und diese auch mit voller Kraft umzusetzen. Dafür braucht es Expertengruppen und keine Dampfplauderer aus der Politik.

    • @Zugpferd:

      "Es gilt, den Willen der Mehrheit umzusetzen."

      Interessante Argumentation. Normalerweise lese ich gerade aus der linken Ecke eher Einlassungen wie: "Demokratie bedeutet nicht das eine Mehrheit über eine Minderheit entscheidet".

    • @Zugpferd:

      "[...] war erfolgreich"

      Also erstmal hat sich eine Mehrzahl der Personen, welche abgestimmt haben, für den Antrag entschieden. Gewissermaßen eine Planung. Ob das auch so umgesetzt wird, das wird doch den Erfolg ausmachen. Und ehrlich, das sehe ich noch nicht, dass das klappt

    • @Zugpferd:

      "Es gilt, den Willen der Mehrheit umzusetzen."



      Nur zur Einordnung, ohne Bewertung von "Hamburg klimaneutral 2040":



      Bezogen auf die Einwohnendenzahl haben knapp 16% dafür gestimmt.

      • @Desdur Nahe:

        Wer nicht wählt, ist raus aus dem demokratischen Prozess. Ich verstehe nicht, warum manche Leute das offenkundig nicht verstehen

      • @Desdur Nahe:

        Oder anders gesagt: knapp 56,3% der Stimmberechtigten haben sich entschieden, mit ihrer Enthaltung jenen die Entscheidung zu überlassen, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.

  • Das wirklich Spannende an der Post-Merkel-CDU ist, dass die Partei offenkundig die Tendenzen zu einer modernen konservativen Partei nur vorgespiegelt hat.



    Nicht nur der Klimaschutz wird inzwischen aktiv bekämpft, sondern auch der Naturschutz, die Fortschritte bei der Verkehrspolitik werden zurückgedreht, in der Wirtschaftspolitik wird versucht, den längst begrabenen neoliberalen Irrsinn wiederzubeleben, etc. pp.

    Wird vermutlich nicht mehr lange dauern, dann gibt es wieder revanchistische Reden von CDU-Funktionären auf Schlesier- und Ostpreussen-Treffen.

    • @Kaboom:

      Passt als Analyse für Berlin so gar nicht.

      • @rero:

        Ich denke, dass Berlin mit dem Schlesischen Tor bereits ausreichend glücklich ist.



        Merkel hat sozialdemokratisch geblinkt, neoliberal nie durchgezogen, aber sonst Politik für die Reichen gemacht, mit den Ausnahmen und einigem von der SPD Durchgesetzten.



        Doch bleiben wir bei Berlin. Wegner kam nur an die Macht, weil Springer vor der Wahl skandalisierte und weil Giffey nicht mehr wollte oder konnte. Die linke Mehrheit war schließlich auch nach der Wahl da.



        Wegner musste inzwischen schon an vielen Stellen die Realität anerkennen, bei anderen versucht er noch dagegenzuhalten. Beim symbolisch anscheinend irgendwie aufgeladenen Verkehr etwa.



        Am einfachsten abwählen und gut ist. Dann hat die Union wenigstens live lernen können, wo sie noch nacharbeiten muss, aber dann darf auch gut sein.

  • Die Bewohner dieses Bereichs tragen heute schon Kosten der privaten KfZ-Nutzung. Offenbar ist es ihnen das wert, denn es hindert sie ja niemand daran, auf das Auto zu verzichten.

    Allerdings ist es unfair, dass die Betroffenen nicht alleine darüber abstimmen dürfen, sondern Bewohner der Randlagen so einen massiven Eingriff und Wertverlust des Wohneigentums beschließen könnten. Warum nicht die Bayern darüber abstimmen lassen, ob komplett Berlin autofrei wird?

    • @Descartes:

      Eine Abstimmung würde m.E. in der Innenstadt eine kleine Mehrheit für die Verbannung der Autos ergeben, weil die Innenstadtbewohner Alternativen haben. In den Außenbezirken (wo es zudem den höheren Altersdurchschnitt gibt) wird es dagegen eine deutliche Ablehnung geben. Die Bewohner der Außenstadt nutzen etliche Einrichtungen in der Innenstadt mit, nehmen wir als Beispiel nur die Theater. Und das ist auch gut so. Eine Verbannung der Autos würde ihnen das aber arg erschweren, gerade den Älteren. Von Prenzlauer Berg aus kann man gut ins Zentrum radeln, von Französisch Buchholz aus aber nicht. Deshalb finde ich es (als relativer Innenstadtbewohner) durchaus nicht unfair, dass die Bewohner der Randlagen mit abstimmen können. Unfair und sozial unausgewogen scheint mir im Gegenteil dieses Volksbegehren an sich, das auf die Interessen der Außenbezirke gar keine Rücksicht nimmt und offensichtlich nur darauf setzt, dass die gutsituierten grünen Milieus in der dichter besiedelten Innenstadt mehr mobilisieren und im Gesamtergebnis die äußere Hälfte der Stadt knapp "niederstimmen".

      • @Kohlrabi:

        Falls das diesjahr mit Abstimmung gegen das Parlament und die Regierenden von Berlin und z.B. auch den betroffenen Stadtbezirken (wie die da draufsind, weiß ich aktuell ned) gehen sollte, kammer eh die vier Jahre Übergangsfrist verdoppeln, also hat die geneigte Theaterfreundin und das Bundesland Berlin genug Zeit, ein Konzept zu haben, ebenjene wichtige kulturelle Teilhabe barrierearm (v.a. zeitlich) zu ermöglichen ; ) .

  • Wie der politische Wille zu diesem Thema verteilt ist, lässt sich gut an den Karte der letzten Wahl ableiten: Außen schwarz und Innen Grün.



    Man kann also mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgehen daß es in den inneren Bereichen klare Mehrheiten für eine grundlegende Umgeststaltung des Verkehrs *weg vom Auto* gibt.



    Insofern sollte in den Diskurs die Frage einfließen: *ob es ein Recht der Bewohner:innen der äußeren Bezirken gibt, bedingungslos in die inneren Bezirke einfahren zu dürfen"..oder ob es nicht höher zu gewichten wäre, den Anwohnern der inneren Bezirke ein *Recht auf Selbstgestaltung ihrer Lebensumwelten zu ermöglichen*.

    Wie das dann im Einzelnen auszugestalten wäre..ob in Form des anvisierten Mobilitätsgesetzes oder als Kiezblocks nach Barcelonas Vorbild..







    In jedem Fall dürfte Berlin, wie jede andere Großstadt, deutlich profitieren, wenn bestimmte Teile des öffentlichen Raums für Menschen und ihre kreative Entfaltung genutzt werden könnten und nicht exclusiv für die vermeintliche Bequemlichkeit des Auto-Molochs..

    Denn eine solche Transformation würde "ausstrahlen" auf ganz Berlin und weit darüber hinaus - und wäre somit ein großer Gewinn für ALLE Berliner:innen..

    • @Wunderwelt:

      "Denn eine solche Transformation würde "ausstrahlen" auf ganz Berlin und weit darüber hinaus - und wäre somit ein großer Gewinn für ALLE Berliner:innen.."

      Bitte keinen Lokalchauvinismus mit Missionierungsdrang.

      Ich wäre schon glücklich, wenn Berlin wenigstens Durchschnitt wäre.

      Die kreative Entfaltung nach der Sperrung der Friedrichstraße für den privaten Autoverkehr bestand aus einer kapitalistischen Aneignung des freien Raumes durch den Kommerz vor Ort.

      Nur hatte man sich verrechnet.

    • @Wunderwelt:

      Man könnte den Außenbezirken den Anschluss an Brandenburg als Option geben, würde ein Bolle nun einwerfen.

      Konstruktiver: Die Infrastruktur des Rands muss schon auch wiederhergestellt werden - die teure Autoausrichtung über Jahrzehnte hat da einfach auch viel kaputtgemacht.

  • Dass der ÖPNV das auf lange Zeit nicht auffangen kann und der Fahrkomfort dort massiv leiden würde, ist für mich das schlagende Argument dagegen. Werde als Nicht-Autobesitzer auf jeden Fall dagegen stimmen. Fühle mich von Autofahrern auch durchaus nicht eingeschränkt (Verkehrsrowdys ausgenommen). Das ist m.E. eine recht spalterische Debatte, und ich würde sogar sagen, dass hier ein neubürgerliches Innenstadtmilieu diejenigen verdrängen will, die sich die Innenstadt nicht leisten wollen oder können. Insofern ist das ein ganz anderer "sozialer Kampf" als der Kampf um bezahlbaren Wohnraum.

    • @Kohlrabi:

      Umgekehrt. Man gucke, wieviel Berlin für den individuellen Autoverkehr ausgibt, dann aber bei den Öffis ordentlich streicht. Es würden so viele Ressourcen für die Öffis frei werden. Das mit der Verdrängung verstehe ich nicht, ehrlich gesagt. Mehr Öffis bedeutet doch, dass sich wirklich jeder wieder besser in Berlin fortbewegen kann, und nicht nur die Autofahrer.

      • @draddon:

        Was gibt Berlin für den öffentlichen Autoverkehr aus?

        Die Straßen müssen auch unterhalten werden, wenn dort nur Lastverkehr, ÖPNV und Fahrräder langfahren

        Dabei sind Pkws genügsamer als Fahrräder.

        Beispiel Kopfsteinpflaster

    • @Kohlrabi:

      Ein Bus braucht nur einen Fahrer auf 50 oder mehr Personen und nur ein paar Quadratmeters dafür statt ganzer Straßenabschnitte. Effizienz.



      Ich finde auch einen Chauffeur m/w/d doch ein Komfortzeichen.



      Infrastruktur heißt, den teuren Führerschein und ein teures Auto nicht zu brauchen. Das ist dann ein großer Batzen und sehr sozial bei den Lebenshaltungskosten.

      • @Janix:

        Weder Führerschein noch Auto sind teuer. Gerade der Erwerb eines Führerscheins ist auf seine "Nutzungsdauer" bezogen spottbillig und kann sogar temporär Nicht-Autofahrern von Nutzen sein.

        • @Tom Tailor:

          @Tom Tailer



          Stimmt nur bedingt - also für den Einzelnen schon, für die Gemeinschaft nicht gerade...😉

          • @Alex_der_Wunderer:

            Gerade für die Gemeinschaft - wenn Sie mit einer Gruppe von Menschen irgendwo gestrandet sind und Sie sind der Einzige mit Führerschein wären Sie überrascht wie segensreich dies ist... :D

            • @Tom Tailor:

              @Tom Tailer



              Oki doky - der Punkt geht an Sie.



              Denke da gerade an die Busfahrer mit Führerschein, die sind für viele Mitmenschen ja auch ein Segen.

      • @Janix:

        "Ein Bus braucht nur einen Fahrer auf 50 oder mehr Personen..."



        Die Dinge müssen in der Realität funktionieren, dazu Infos:



        Laut dem Verband deutscher Verkehrsunternehmen sind Solo-Busse bei ca. 70 Personen voll belegt.



        Laut Destatis sind Linienbusse im Durchschnitt zu 20 Prozent ausgelastet, also nach VDV ca. 14 Personen.



        Ein Mercedes Citaro wiegt knapp 12 Tonnen und verbraucht ganz grob zwischen 25 und 35 Litern Diesel auf 100 km.



        ÖPNV hat ganz klar Vorteile, aber man muss schon realistisch sein und darf keine "Wunder" bezüglich Kosten und Umwelt erwarten, ansonsten gibt es Enttäuschungen auf allen Seiten.

        • @Desdur Nahe:

          Und jetzt bitte noch mal gerechnet mit einer Gesellschaft mit deutlich weniger Autos. Dann sind die Busse womöglich voll?

          Übrigens: Wir hätten schon Mini-Erfolge, wenn es Fahrgemeinschaften gäbe und Autos mit 3 statt unter anderthalb Personen belegt wären. Dafür scheint der Sprit aber viel zu verbilligt zu sein.

          @TT sowohl betriebswirtschaftlich wie v.a. volkswirtschaftlich sind Autos und Führerschein (bitte heutige Kosten ansetzen) hohe Kostenfaktoren - überschlagen Sie doch mal. Im Bus und in der Bahn ließe sich sogar die ganze Zeit die taz lesen o.ä., was mensch am Steuer besser nicht tut.

          • @Janix:

            Sie sprachen was die Kosten von Führerschein und Auto betrifft von einem "großen Batzen" für die privaten Lebenshaltungskosten und nichts anderes. Dies ist aber nicht der Fall.

            Randnotiz: ich höre lieber lautstark Musik (ohne Kopfhörer o.ä.) als zu lesen und das kann ich im Auto besser ausleben als in Bus und Bahn ;-)

  • Berlin - unregierbar



    Bald wird es so sein, dass kleiner mehr Berlin regieren will. In der Stadt häufen sich die Konflikte, zwischen Mieter und Vermieter, Autofahrern und Nicht-Autofahrern, Befürworter der Stadtautobahn und deren Gegner. Wer immer das Rathaus übernimmt, hat fast halb Berlin gegen sich.



    Und weil dies so ist, bewerben sich gute Fachkräfte gar nicht erst als Bürgermeister. Was das qualitativ übrig bleibt, sah und sieht man an den letzten und dem aktuellen Kandidaten - sie taugen einfach nicht für diese Aufgaben.

    • @Hans Dampf:

      Dieses Phaenomen gilt doch fuer Bundespolitik ebenso und nicht nur fuer Buergermeister in Berlin. Ich mein, ein WIrtschaftsminister der net weiss, was ne Insolvenz ist, eine Aussenministerin, die Deutschland in den Krieg plappert und eine Verteidigungsministerin, die meinte Luftabwehrpanzer waeren keine Panzer weil sie kein Rohr haben.

      • @elektrozwerg:

        Diese Vorwürfe sind noch nie ganz fair gewesen.

        Den Betrieb vorübergehend einzustellen, ist keine Insolvenz. Nur darum ging es. Oder glauben sie wirklich, dass Habeck nicht weiß, was ein Insolvenz ist?

        Nicht jedes mobile Luftabwehrsystem ist ein Panzer, nur weil es durch eine Panzerung geschützt ist. Auch das Militär selbst unterscheidet sehr wohl zwischen einem klassischen Kampfpanzer und einem Luftabwehrpanzer, auch wenn beide "Panzer" im Wort haben. Aber geschenkt, unsere Verteidigungsminister(innen) waren tatsächlich noch nie die großen Spezialisten.

        Und wer plappert Deutschland wohl mehr in den Krieg? Diejenige die feststellt, dass Russland bereits einen hybriden Krieg gegen Deutschland / EU führt, oder derjenige, der monatelang verspricht, dass unter seiner Kanzlerschaft definitiv Taurus-Raketen geliefert werden (um dann dann dieses Versprechen, wie alle anderen auch, nach der Wahl zu brechen), obwohl dies von Putin als Kriegseintritt Deutschlands gewertet wird?

        Die Richtlinien und Handlungen der jeweiligen Politiker / Parteien sind wichtig, nicht irgendwelche sprachlichen Aussetzer, die jeder Mensch andauernd hat, aber bei Politikern auf ewig breitgetreten werden.

      • @elektrozwerg:

        Foristen könnten wissen, was eine Insolvenz ist und was nur eine Pausierung des Geschäfts. Habeck hat es damals eigentlich auch Ihnen erklärt. Ansonsten ein Wirtschaftslexikon Ihrer Wahl.



        Bevor Sie da stecken bleiben.

  • Bedenkenträger gibt es immer. Aber so eine Initiative Büger Entscheiden ist eine gute Idee: Die bisherigen Bürgerentscheide beschränkten sich auf Aufforderungen, die, sofern erfolgreich, am Ende ignoriert wurden. Ein eindeutig undemokratischer Vorgang. Insofern sollten Bürgerentscheide rechtsverbindliche Beschlüsse enthalten, inklusive Umsetzungsverpflichtungen und Strafkatalog, oder gleich direkt als Gesetzestext. Die Verfassungskonformität kann schließlich jederzeit geprüft werden.

    Es kann nicht angehen, dass eine Verwaltung über dem Gesetzgeber steht. Ein Bürgermeister oder Ministerpräsident oder Kanzler ist schließlich immer nur ein Verwaltungschef.

    • @Unvernunft:

      Es gibt Gründe dafür, warum es für Bürgerentscheide enge Grenzen gibt.



      Bei Berlin autofrei, wer darf denn entscheiden? Nur Anwohnende? Oder alle, die es betrifft, also auch PendlerInnen? Oder (Klima betrifft alle) alle Menschen in D? Oder was entscheidet? Die Mehrzahl der Stimmen? Bei Wahlfaulheit der Gegenseit könnte man dann schnell mal was mit wenig Stimmen durchsetzen. Oder 50% + ein Stimme aller Menschen der Stadt? Werden dann nicht knapp 49,9% übergangen? Also keine Chance mehr auf Wahrung der Interessen von Minderheiten?



      Viele Menschen bekommen es nicht hin, alle paar Jahre zur Wahl zu gehen, noch mehr bekommen es nicht hin, alle paar Jahre ein paar Parteiprogramme zu lesen. Aber jede Woche ein paar Bürgerentscheide fundiert zu bewerten, das wird klappen?



      Und was ist mit dem Gemeinwohl? Der betroffene Nimby wird alles verhindern: Windräder, Flüchtlingsunterkünfte, Bahnstrecken, Straßen, Wohnungsbau...



      Und genau deshalb haben wir eine repräsentative Demokratie.

      • @Desdur Nahe:

        @Dresdur Nahe



        Jupp- Genau " repräsentativen Demokratie " die schwächste Form der Demokratie



        Hauptsache auf der " Verpackung " steht Demokratie drauf...



        Definieren Sie einmal



        " repräsentative Demokratie "

  • Der Bericht ist gut formuliert und das Eingangsbild schön in den Farben.

    Zu dem Inhalt wird es jede Menge JAs und NEINs geben. Den Bullerbü-Effekt sollte man sich aber nicht zu groß vorstellen. Die Fahrbahnen müssen immer noch freibleiben und ohne Parkplätze wird es nicht gehen.

    Gewerbe könnte aber abwandern bzw. viel teurer werden. Wenn der Heizungsbauer nachweisen muss, warum es nicht ohne Lastenrad geht, dann fährt er eben nicht mehr in die Zone (oder viel teurer). Wenn die Belieferung des Asia-Markts stark eingeschränkt wird, dann lohnt es sich irgendwann nicht mehr.

    • @fly:

      ich glaube, sie stellen sich das zu restriktiv vor. es geht um die vielen privaten vergnügungs- und bequemlichkeitsfahrten, die man halt so macht, wenn man schon mal ein auto hat. über 50% der berlinerinnen hat kein auto und schafft es auch, überall hinzukommen und ein leben zu bewerkstelligen. meinen sie, der heizungsbauer und sowieso alle handwerklichen betriebe werden probleme bekommen, zu beweisen, dass sie ihre 3m holzlatten nicht mit dem fahrrad transportieren können? oder der asiamarkt jede einzelne nudelsuppe nur mit fahrrad angeliefert bekommen darf? ich hoffe eher, dass eben alle gewerbetreibenden auch dafür stimmen, da das gesetz für sie die riesenchance ist, endlich überall frei durchzukommen und die transporter zu parken.



      dagegen stimmen werden wohl eher alle ausserhalb des sbahnrings, die ein auto haben und im leben keine ubahn nehmen wollten.

      • @the real günni:

        Ich denke schon, dass einige Betriebe, z.B. Handwerker schlicht keine Lust haben, für jede Fahrt in die Innenstadt erst ein Formular ausfüllen zu müssen, und dann schlicht Aufträge für bestimmte Adressen gar nicht mehr annehmen werden (sofern sie außerhalb genug zu tun haben). Das kann es dann für die dort lebenden schwierig machen, entsprechende Leistungen zu erhalten. Man wird länger nach den Fachleuten suchen müssen, mehr Wartezeiten entstehen, und wahrscheinlich werden die verbliebenen Betriebe höhere Preise durchsetzen können, weil das Angebot schrumpft.

    • @fly:

      Nicht nur der Asiamarkt, jeder Supermarkt muss dann nachweisen, dass er nicht auch mit einer Lastenradflotte befüllt werden kann. Alternativ kann man seine Einkäufe dann außerhalb des S-Bahnringes erledigen und sie in den dann naturgemäß reichlich zur Verfügung stehenden Bussen und Trams in die Wohnquartiere der Innenstadt brinngen.

    • @fly:

      Im Text steht, das es um die private Nutzung geht.

      • @Andreas J:

        "Für den Wirtschaftsverkehr müssten Unternehmen eine Erlaubnis beantragen und nachweisen, dass ein Ausweichen auf nichtmotorisierte oder leichte Elektrofahrzeuge unmöglich ist."

        Im besten Fall muessen sie ihren Fuhrpark komplett austauschen, im schlimmsten Fall fuer jede Fahrt zum Kunden nachweisen, dass es ohne Transporter nicht geht.

        Aber hey, das ist Demokratie. Solang die Berliner die Folgen ihrer Politik mit HIlfe des Laenderfinanzausgleichs nicht wieder andere zahlen lassen, haben sie meine volle Unterstuetzung.

        • @elektrozwerg:

          Das Geld aus dem Länderfinanzausgleich braucht Berlin aber für die Zeit nach Kai Wegener. Es sieht so aus als ob der nächste Senat dunkelrot grün rot wird. Und dann wird die Stadt umgestaltet, Wohnungen gekauft... Eine solche Hauptstadt muß sich ein Land erstmal leisten können.

          • @Georg Sonntag:

            Zumal jede Hauptstadt der Welt, das BIP erhöht - außer Berlin, das setzt es runter!

            • @Reinero66:

              "jede Hauptstadt der Welt, das BIP erhöht - außer Berlin, das setzt es runter!"

              1) Sie müssen meinen BIP/Einwohner meinen, das BIP selbst wird natürlich durch jedes Gebiet erhöht

              2) Diese Statistik die immer rumgreicht wird, ist veraltet. Berlin hat seit 2018 ein BIP/Einwohner das höher ist als der deutsche Durchschnitt. Aktuell (2024) ist es bei 107,5 % des deutschen Durchschnitts.

              Das BIP/Einwohner Berlins nur in den Jahren 2001-2017 unter den deutschem Schnitt.