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Blockaden und DemonstrationenZehntausende wollen gegen AfD-Parteitag protestieren

Gegen den AfD-Parteitag am Wochenende in Erfurt mobilisiert Widersetzen zu Blockaden. Die Behörden reagieren mit einem Versammlungsverbot.

David Muschenich

Aus Leipzig

David Muschenich

Mehrere Bündnisse haben zum Protest gegen den geplanten AfD-Bundesparteitag in Erfurt am kommenden Wochenende aufgerufen. Bunte Veranstaltungen in der Stadt plant das Bündnis Zusammenstehen. Das Bündnis Widersetzen hat angekündigt, den Parteitag mittels Blockaden zu verhindern. Beide haben bundesweit nach Erfurt mobilisiert. Insgesamt rechnen die Behörden mit Zehntausenden Demonstrant:innen.

Busse mit Ak­ti­vis­t:in­nen werden aus etwa 60 Städten erwartet, erklärt Widersetzen der taz auf Anfrage. Das Ziel sei, mit so vielen Ak­ti­vis­t:in­nen zu protestieren, dass die „Polizei uns nicht mehr stoppen kann“. In einem vom Bündnis veröffentlichten Strategiepapier ist von „Massenblockaden und technischen Blockaden“ die Rede. Sie sollen „gleichzeitig, flexibel organisiert und zu unübersichtlich für eine schnelle Räumung durch die Polizei sein“. Das habe sich bei früheren Protesten bewährt.

Schon bei den vergangenen großen AfD-Veranstaltungen organisierte das Bündnis nach eigenen Angaben „ungehorsame Massenaktionen“. Laut Behörden verzögerten Tausende Menschen mit 23 Blockaden auf Zufahrtsstraßen im Januar 2025 den AfD-Bundesparteitag im sächsischen Riesa um zwei Stunden. Ähnlich lief es wenige Monate später im November im hessischen Gießen, als sich die neue AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland gründete. An diesem Wochenende plant das Bündnis, alle Zufahrtswege zum AfD-Parteitag in der Messehalle zu blockieren.

Am Montag hat das Landesverwaltungsamt Thüringen vor diesem Hintergrund Kundgebungen und Demonstrationen zwischen Messehalle und der nahegelegenen Autobahn untersagt. Das Bündnis hat angekündigt, dagegen juristisch vorzugehen oder sich über das Verbot hinwegzusetzen.

Größte Versammlung auf dem Messeparkplatz

Insgesamt sind laut Stadtverwaltung mehr als 30 Versammlungen in Erfurt angemeldet. Die größte ist eine Kundgebung des Bündnisses Zusammenstehen ab 6 Uhr auf dem Parkplatz der Messe mit voraussichtlich 15.000 Teilnehmer:innen.

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Den Aufruf von Zusammenstehen haben rund 190 Organisationen und Einzelpersonen unterschrieben. Mit dabei sind mehrere DGB-Gruppen, Parteien, Omas gegen rechts, der evangelische Jugendbund in Mitteldeutschland und Vereine wie der Kinoklub Erfurt. Online bewirbt Zusammenstehen rund 70 Veranstaltungen für das Wochenende, darunter „Kaffeetrinken wie bei Oma“ am Freitagnachmittag, eine antifaschistische Stadtführung am Freitag sowie eine familienfreundliche Kundgebung auf dem Theaterplatz.

Hinzu kommen an dem Wochenende noch zwei Konzerte auf dem Domplatz: am Freitag Roland Kaiser und am Samstag der Erfurter Musiker Clueso. Beide sprachen sich zuletzt gegen die AfD aus.

Die breiten Proteste hat die autoritär nationalradikale Partei vergangene Woche selbst im Thüringer Landtag auf die Tagesordnung gesetzt. In einem Antrag forderte sie unter anderem, die Landesregierung solle ein Sicherheitskonzept für den AfD-Bundesparteitag vorlegen und sich nur neutral dazu äußern. Mit „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ sei in Erfurt zu rechnen. Innenminister Georg Maier (SPD) stachle die Proteste auf, behauptete unter anderem der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke.

Dabei hatte sich derselbe Innenminister Maier in den Wochen zuvor immer wieder öffentlich an Ak­ti­vis­t:in­nen gewandt und gegen Blockaden positioniert. Er verstehe, dass Menschen gegen eine Partei demonstrieren wollten, die sie für verfassungsfeindlich halten. Aber dabei sollten sie nicht gegen das Versammlungsrecht verstoßen. „Das macht den Protest unglaubwürdig und nützt letztendlich nur der AfD“, wiederholte Maier vor einer Woche im Landtag.

Kurz danach forderte auch der ehemalige Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow (Linke), einen friedlichen Protest. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärte er, am Samstag sollten sich De­mo­kra­t:in­nen unterhaken.

Ähnlich äußerte sich laut RND Jens-Christian Wagner, Leiter der KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Zwar sagte er: „Gegen eine antidemokratische Partei wie die AfD ist auch ziviler Ungehorsam legitim.“ Aber die angekündigten Blockaden erzeugten voraussichtlich Bilder von „einer angeblich gewalttätigen und undemokratischen Linken“, genau solche Bilder, die sich die AfD herbeisehne.

Der Historiker Wagner wies noch darauf hin, dass vor 100 Jahren die NSDAP ihren ersten Parteitag nach dem Parteiverbot im wenige Kilometer entfernten Weimar abgehalten hat. „Ich glaube der AfD nicht, dass dieses Datum und dieser Ort Zufall sind“, so Wagner.

Ramelow und er gehören zu den Un­ter­zeich­ne­r:in­nen des Demo-Aufrufs von Zusammenstehen. Mit dabei sind auch der SPD-Landesverband, dem Georg Maier als Landeschef vorsteht, und das Bündnis Widersetzen selbst.

Am Montag erklärte Linken-Parteichefin Ines Schwerdtner, Blockaden in der Öffentlichkeit seien ein absolut legitimer Protest. Es sei möglich, ohne Gewalt zu blockieren. Das unterstütze die Linke. Bei der AfD handle es sich um „Demokratieverächter, und dagegen kann man dann auch auf die Straße gehen“.

Blockaden in der Öffentlichkeit sind ein absolut legitimer Protest

Ines Schwerdtner, Parteichefin Die Linke

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Geschäftsführer der Kampagnenorganisation Campact, Christoph Bautz, erklärten dem Spiegel, dass sie an den „friedlichen Sitzblockaden“ von Widersetzen teilnehmen wollen. Die Zivilgesellschaft müsse sich gegen Angriffe auf die Verfassung wehren, erklärten die beiden demnach und verwiesen auf ein wissenschaftliches Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Das kommt zu dem Ergebnis: Die AfD ist nachweislich verfassungswidrig.

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73 Kommentare

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  • Proteste sind unbedingt notwendig. Es wir ja auch mit um die 50.000 Teilnehmern gerechnet.

    Allerdings wird es wenig Berichte drüber geben. In den Medien wird hauptsächlich über die 50...100 pseudo Antifaschisten berichtet werden, die kommen um Randale zu machen...

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Shure. But



      Isset nich schön - wa!



      Dasset neben ehran 50tsd Pseudos! Gelle



      Radablos wie Sie gibt - mit dem Stammtischspülwasser fürn 🪣! Wollnichtwoll!



      Die Welt wäre sowas von ärmer •

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      So ist halt die Presse UND der Leser. Gute Nachrichten verkaufen sich nicht. Stuttgart 21 wird berichtet und berichtet, was alles nicht klappt. Andere Baustellen, die nach Zeitplan laufen? Eine kurze Notiz bei Eröffnung.

      • @Strolch:

        Hier spielt aber noch rein, dass die meisten bürgerlichen Medien Linke für gefährlicher als die AfD halten. Die AfD will dem Bürgertum nicht an die Geldsäcke...

  • Die AfD ist, wie andere Parteien auch, gesetzlich dazu verpflichtet regelmäßig Parteitage abzuhalten. Ein Bündniss will diese gesetzliche Verpflichtung durch rechtswidrige Blockaden verhindern. Jetzt erteilt die Stadt für bestimmte Bereiche Demo Verbote, und schon sieht das Bündniss seine Grundrechte verletzt. Es gibt kein Grundrecht Parteitage zu verhindern. Und für jede Demo oder Versammlung gibt es Auflagen. Nicht nur für die Antifa.

    In Dortmund wollten Rechte durch die Dortmunder Nordstadt ziehen. Da dort 80 % Menschen mit Migrationshintergrund leben wurde die Strecke von der Stadt verboten. Fand ich richtig. Und genauso richtig finde ich das der Parteitag der AfD geschützt wird. Die Polizei kann sich nicht aussuchen ob sie Migranten oder AfDler schützt. Sie muss jeden schützen

  • Für mich gibt es genau zwei Möglichkeiten:

    Entweder die afd wird verboten: dann erübrigen sich Demonstrationen, weil es keine Versammlungen mehr gibt. Ich sehe aber keine ernsthaften Bestrebungen in dieser Richtung - mit ernsthaft wurde ich meinen, dass ein Antrag eingebracht und behandelt wird.

    … oder die afd ist einer legale Partei, die legal gewählt werden kann. Dann empfinde ich diese Demos und Blockaden als genauso schlimm, als würde es das gleiche gehen aber Parteien geben.

    Also: Entscheidung treffen, nicht herumeiern und endlos diskutieren. Ich glaube persönlich aber nicht, dass es jemals zu einen Verbotsverfahren kommen wird, das Risiko eines Scheiterns ist zu groß und danach hätte die Partei ein Gütesiegel von bverfg, das jeglichen Demonstrationen usw den Wind aus den Segel nehmen würde.

    • @Phönix24:

      Wofür würden Sie persönlich sich denn entscheiden?



      Ist die AfD eindeutig verfassungsfeindlich, dann MUSS der Staat doch handeln und das Verbotsverfahren einleiten. Es sei denn, mangelnde politische Relevanz (wie seinerzeit beim NPD-Verbotsverfahren) spricht aus Sicht der obersten Richtet dagegen. Das scheint mir bei der AfD bei Zustimmungswerten von 28% aber nicht gegeben zu sein.



      Sowohl eine (versuchte) Blickade des AfD-Parteitages - ob die erfolgreich sein wird, steht auf einem ganz anderen Blatt, denn natürlich ist es Aufgabe der Polizei, ein Stattfinden des Parteitages durchzusetzen - seitens der Zivilgesellschaft als auch die Einleitung eines Verbotsverfahrens seitens der Politik entspricht durchaus dem Konzept der wehrhaften Demokratie.



      Würden Parteitage beispielsweise der CDU oder der Grünen blockiert, wäre ein solches Vorgehen natürlich absolut indiskutabel. Im Fall der AfD jedoch stellt sich die Sachlage m.E. völlig anders dar.

    • @Phönix24:

      @Phönix24



      DRITTE Möglichkeit, keiner der Bundesbürger wählt diese



      " Partei " mehr. 😇

      • @Alex_der_Wunderer:

        Das ist das Endziel. Die Diskussion hier dreht sich aber wohl eher um die Mittel, es zu erreichen, und deren Rechtfertigung/Wirksamkeit.

    • @Phönix24:

      Das Argument trägt nicht, dass, selbst wenn es ein Gütesiegel nach einem Scheitern gäbe, Demonstranten gegen die AfD jeglicher Wind aus den Segeln genommen wäre. Denn seit wann braucht man, bei allem Respekt vor unserem BVerfG, ein BVerfG, um eine Partei, insbesondere wie die AfD Sche..ße zu finden? .. Recht haben Sie, endlich ein Verbotsverfahren einleiten!

    • @Phönix24:

      Auch gegen legale Parteien darf, im Fall der AfD sogar muss, demonstriert werden. Nur das mit der Gewalt ist komplett kontraproduktiv. Schon 33 wurden die Nazis primär gewählt, weil die Wähler die Strassenschlachten satt hatten und wieder Ordnung im Vorgarten wollten. Eine typisch deutsche Verhaltensweise leider …

  • "Aber die angekündigten Blockaden erzeugten voraussichtlich Bilder von „einer angeblich gewalttätigen und undemokratischen Linken“,"



    Ich verstehe das "angeblich" in dem Satz nicht.



    Wären keine gewalttätigen Linken bei diesen Aktionen dabei, bräuchte es nicht diese Unmengen an Polizei 🤷



    Friedliche Protestierer seilen sich von Brücken ab oder setzen sich einfach hin, aber es gab noch jedes Mal Aufnahmen in den Nachrichten von Vermummten die Sachbeschädigungen aller Art (entglasen etc) oder eben körperliche Auseinandersetzung mit der Polizei suchen...



    Derlei Gewaltouristen braucht es auf keiner Demo

    • @Astrid Sehnefeld:

      Allerdings erzeugen die meisten Medienberichte dann den Eindruck, dass der Protest insgesamt gewaltsam wäre. Es wird unterschlagen, dass es sich um ein kleines, auffälliges Grüppchen handelt.

      PS: Hinsetzen hat nichts mit Gewalt und Randale zu tun.

  • Woher wissen eigentlich immer die, die sagen, sie wüssten es, oder schätzten es doch mit diesem Absolutwissen ein, dass zB "Brandmauer" oder direkter Protest, auch nahe an rechtlichen Grenzen, der AfD Stimmen brächte?! WO ist dazu die Statistik?! Viel mehr denke ich bei diesen besagten Äußerungen an Wunschvorstellungen oder den gemütlichen Hacker aus dem Reich von Väterchen Frost.

    • @Gerhard Krause:

      Nennen wir es "Stinkefinger-Effekt".



      Protestwahl funktioniert so: Der Einzelene bildet sich eine Meinung (mit mehr oder minder Hilfe von Social Media und anderen Multiplikatoren), schaut sehr unzufrieden zu, wie seine Mitmenschen und die aktuell herrschenden Politiker damit umgehen, und geht dann still und klammheimlich zur Wahl und macht sein Kreuz da, wo die das am wenigsten wollen - bzw. wo es ihm passt.



      Und je unfairer und intoleranter sich die andere Seite geriert (und je breiter die "Bewegung" wird, als deren Teil er sich verstehen kann), desto weniger Probleme hat er damit, dass seine Wahloption eigentlich auch nicht seinen ethischen Ansprüchen gerecht wird bzw. deutlich übers Ziel hinausschießt. Denn die Stimme an der Urne KANN man nicht niederbrüllen oder wegblockieren, und sie ist am Ende stärker als die "Straßenmacht", auf die die Blockierer so furchtbar stolz sind. Ätsch.



      Soviel zur ratio, jetzt die Empirie: Die AfD ist vor Ort immer schon in der Unterzahl im Vergleich zu den Gegendemonstranten, und die sind selten weniger aggressiv als ihre eigenen Leute. Wenn also Parteitags- und Demoblockaden wirklich etwas brächten, dann hätte sie nie so groß werden dürfen.

      • @Normalo:

        Logisch und einleuchtend analysiert.

    • @Gerhard Krause:

      Es gibt Solidarisierungseffekte, wenn jemand vermeintlich unfair behandelt wird.



      Beispiel: Als die SZ kurz vor der Bayern-Wahl die Vorwürfe aus Aiwangers Schulzeit veröffentlichte, haben die Freien Wähler deutlich hinzu gewonnen.

  • >Aber die angekündigten Blockaden erzeugten voraussichtlich Bilder von „einer angeblich gewalttätigen und undemokratischen Linken“, genau solche Bilder, die sich die AfD herbeisehne.<

    Die Betonung liegt auf "angeblich". Aber es gibt sie, gewaltbereite undemokratische Linke, die allen, die sie für Rassisten halten, die demokratischen Grundrechte absprechen wollen.

    Linke und Rechte, die sich wechselseitig demokratischen Grundrechte absprechen und dazu eine zur Lösung von Problemen unfähige Mitte - irgendwie riecht das alles nach Endzeit.

  • Das wird dieser PArtei wieder einige Prozente bringen. Man lernt halt einfach nichts dazu.

    • @Zippism:

      "Das wird dieser Partei wieder einige Prozente bringen."



      Die Normalisierung dieser Partei ebenfalls. Und nun?

      • @Encantado:

        Die Normalisierung ist nicht die Ursache, sondern die Folge. Sie entsteht, wenn reale Probleme ignoriert oder moralisch abgekanzelt werden und Protestformen gewählt werden, die vor allem die Falschen treffen. Wer glaubt, man könne so Zustimmung verhindern, verkennt leider, wie politische Dynamiken funktionieren. Und nun? Vielleicht wieder mehr Wirkung vor Selbstvergewisserung stellen.

    • @Zippism:

      Genau! WO ist das inhaltliche Stellen?

      • @Leningrad:

        "WO ist das inhaltliche Stellen?"



        Jedenfalls nicht bei unserem politischen Spitzenpersonal.



        Die einen glauben, mit ähnlichen Sprüchen der AfD die Wähler klauen zu können (Merz und Co,), die anderen meinen mit drastischer Abgrenzung punkten zu können (Grüne z. B.). Die dritte Gruppe der argumentativ punktenden ist im Allgemeinen nicht an prominenten Stellen unterwegs.



        Allen gemeinsam ist, dass sie der AfD in der Diskussion unterlegen sind, solange letztere sich nicht an die Regeln hält und z. B. in der Diskussion mit Halbwahrheiten arbeitet, die sich so schnell nicht überprüfen oder widerlegen lassen.

  • Wenn man den Parteitag einer nicht verbotenen Partei stört oder sogar verhindert, ist das alles andere als demokratiefördernd. Was wäre denn, wenn Neonazis einen Parteitag der Linken stören oder verhindern würden? Wenn man die Wähler der AfD als Rassisten bezeichnet, dann gewinnt man jedenfalls keinen Wähler zurück. Und die Strategie der Ausgrenzung ist doch krachend gescheitert. Die AfD würde aktuell auf 29% der Stimmen bei einer Bundestagswahl bekommen. Stattdessen muss man sich doch im Rahmen eines demokratischen Diskurses mit der AfD auseinandersetzen.

    • @Wolferich:

      Ich würde sagen, die Strategie der Umarmung (Stichwort "besorgte Būrger") ist gescheitert, genauso wie ein demokratischer Diskurs mit Gläubigen und Überzeugungstätern, wie sie auf einem AfD-Parteitag zu erwarten sind, nicht möglich ist.

    • @Wolferich:

      "Stattdessen muss man sich doch im Rahmen eines demokratischen Diskurses mit der AfD auseinandersetzen."



      Klingt schön, ist im Grundsatz auch korrekt, aber unterm Strich leider Unsinn aus der Traumwelt. Die AfD nimmt nicht an einem zivilisierten demokratischen Diskurs teil. Oder wenn dann nur zum Schein um ihn an anderer Stelle zu konterkarieren.



      Das ist genauso, als wenn man immer wieder sagt, man müsse nur mit Putin verhandeln, während er Zivilisten bombardiert und damit nicht aufzuhören gedenkt.



      Mit Menschen die das nicht wollen, kann man nicht rein zivilisiert umgehen.

      • @Encantado:

        @Encantado: Das stimmt. Die AfD nimmt nicht an einem zivilisierten demokratischen Diskurs teil. Das liegt aber daran, dass man ihr gar nicht die Chance gibt, an einem demokratischen Diskurs teilzunehmen. Schauen Sie sich doch mal die Gäste in den Abend-Talkshows an oder die Berichterstattung über die AfD im ÖRR. Schauen Sie sich mal Interviews von Frau Hayali mit AfD Politikern an. Dann möchte ich an das Sommerinterview von Alice Weidel in Berlin erinnern. Die Omas gegen Rechts sind mit einem Bus angereist und haben dermaßen Krach gemacht, wodurch das Interview nicht mehr zu verstehen war. So gewinnt man jeweils keine AfD-Anhänger zurück.

      • @Encantado:

        Die zentrale Frage sollte sein: Was bringt's?



        Nur weil die demokratische Methode bislang nicht klappt, heißt das nicht automatisch, dass die undemokratische besser funktioniert - und es gibt keinerlei Hinweise, dass sie das tut.



        Der wesentliche Unterschied zwischen außenpolitischen Mächten wie Putins Russland und einer verfassungsfeindlichen deutschen Partei ist, dass letztere, solange sie nicht verboten ist, durch das ausgrenzende Gegenfeuer keine unmittelbaren Schäden erleidet. Putin kann man sanktionieren, seinen Opfern zur Seite stehen etc., und das spürt er auch als direkte Beeinträchtigung für sein Land, seinen Krieg und seinen persönlichen Machtanspruch. Aber das potenzielle "Opfer" der AfD ist genau die FDGO, die ihr gleichzeitig ihren Machanspruch verleiht. Denn der basiert auf Wählerstimmen, und die kann man nicht wegblockieren oder verbieten.



        Blockieren zeugt letztlich von einem Mangel an demokrtischem Verständnis: Es fragt nicht, wie man Menschen davon abbringen kann, die AfD zu wählen, sondern nur, wie man auf der Straße seine Meinung durchsetzen kann. Dass die Leute aber gar nicht auf der Straße sondern an der Urne der AfD ihre Macht geben, bleibt außen vor.

  • Wenn man von Fehlern die sie in Gießen gemacht haben nicht gelernt haben

  • Wird die Blockade der AfD schaden oder eher nutzen ?

    • @Stechfliege:

      Solange jemand überlegt, ob Protest Braun-Blauen nutzt, solange diese unseligen Hetzer/Fälscher städtische Räume für ihre Veranstaltungen zur Verfügung gestellt bekommen, solange das Buckeln vor Antidemokraten nicht nur gefördert und gefordert sondern auch noch staatlich verfolgt wird, solange das Ausscheiden aus einer Fußballweltmeisterschaft als größere Katastrophe betrachtet wird als Demokratie- und Sozialabbau, …. sehe ich düstere Zeiten auf meine „Nachlebenden“ (ich werde es vielleicht gerade noch schaffen) zukommen.



      Ich denke noch mit Schrecken an ein Erlebnis vor Jahren (ich empfand mich noch als jung und hoffnungsfroh): Mit naivem Vertrauen in die Rechtsauffassungen unseres Staates ging ich gemeinsam mit anderen friedlichen Menschen protestieren, weil sich eine Menschenschlange (braunes Gedankengut skandierend) angemeldet (von Polizei schützend bis zum Bahnhof begleitet) durch unsere Stadt bewegte. (Ja, damals mussten noch Leute anreisen, um Menge vorzutäuschen). Großäugig und fassungslos erlebte ich, wie erst die Wasserwerfer auf uns gerichtet und wir dann auf einem städtischen Platz eingekesselt wurden.

  • Immer wieder spannend zu sehen, dass es Menschen gibt die glauben die AFD Anhänger bräuchten irgendeinen Grund um sie die Opferrolle herbei zu spinnen.

    Ganz egal wie stark oder harmlos der Protest ausfällt, AFD Wähler sehen sich immer als Opfer, sehen überall Verschwörung. Überhaupt darüber zu reden wie das die Heinis finden, legitimiert sie schon zu sehr. Von daher alle auf die Straße.

    • @Philipp H.:

      Manche wissen halt, wie Täter-Opfer-Umkehrung funktioniert. So war es damals in unseliger Zeit auch.

    • @Philipp H.:

      Die AfD-Wähler sehen sich ja auch immer als Opfer.

      Schwierig wird es halt, wenn die Nicht-AfD-Wähler es glauben, weil die AfDler es belegen können.

      Das ist dann ausgesprochener Mist.

      • @rero:

        AfD‘ler werden sich IMMER als Opfer inszenieren, ob man sie nun am öffentlichen Herumheulen hindert oder nicht.



        Der Punkt - jedenfalls ein wesentlicher - ist doch, ob die Medien eine derartige Inszenierung zulassen oder ob sie sie durchkreuzen.



        Angesichts der ganzen Reichelts, Ronzheimers und wie sie alle noch heißen mögen, die sich rund um diesen Parteitag tummeln werden, bin ich ehrlich gesagt etwas skeptisch, dass sie ihrer Verantwortung als ‚vierte Gewalt’ gerecht werden, insbesondere nach der Berichterstattung über Kassel.

        • @Abdurchdiemitte:

          Wenn die AfDler offen belegbar Opfer sind, braucht es keine Inszenierung mehr.

          Und die Medien kommen gar nicht umhin, darüber zu berichten.

          Alles andere wäre jenseits der journalistischen Spielregeln.

  • Ich bin da ziemlich hin und hergerissen.



    Blockieren = Nein, da kann sich die AfD wieder in ihrer Opferrolle suhlen.



    Was ich besser sehen würde wäre ein schweigendes Spalier mit



    Schildern mit Zitaten von AfD-Funktionären.

    • @Captain Hornblower:

      Ihr Vorschlag in Ehren, aber das würden diese AfD-begeisterten Vierkant-Köppe doch wohl eher noch als Bestätigung ihres kruden Weltbildes betrachten.

    • @Captain Hornblower:

      Hatten wir schon. Schilder und Schweigen, ich erinnere mich noch vor Corona. Hat die AfD trotzdem nicht aus dem Konzept gebracht, die Umfragewerte sind weiterhin enorm.

      Egal, ob demonstriert, blockiert wird oder sonstwas: Die große Mehrheit will mittlerweile eine faschistische Partei an der Macht sehen. Sie wollen wieder unbeschwert Deutschlandfahnen schwenken und Migranten straffrei drangsalieren. Stolzmonat statt Regenbogen, usw.

    • @Captain Hornblower:

      Überlegenswert. Ich suche mir was. Bis Übermorgen.

    • @Captain Hornblower:

      Das wäre wirklich eine tolle Aktion.

    • @Captain Hornblower:

      Das wäre wirklich gut!

    • @Captain Hornblower:

      Das wäre eine geniale Demo. Wird aber NIE passieren, ruiniert den Spass ....

      • @Donni:

        Von Spaß kann ja wohl keine Rede sein!

  • Da ja sowieso die Polizei schuld ist, wenn etwas passiert, wäre es logisch, keine Polizisten hinzuschicken. Keine Polizei, keinen Ärger!

  • Friedlich es demonstrieren ist erlaubt. Ich glaube auch bis zu 30 Minuten Blockaden sind erlaubt. Mehr aber auch nicht. Ich verstehe dann nicht, weshalb manch einer danach noch mit Gewalt den Parteitag verhindern möchte?



    1. Die Polizei hat den Job das zu verhindern - sie ist mächtiger. Auflehnung kostet den Steuerzahler nur unnötig Geld!



    2. Selbst wenn es aus Zauberhand irgendwie gelänge den Parteitag zu verhindern - was wäre dann erreicht?! Demokratie gerettet? Ne - weder würde sich die Partei plötzlich auflösen noch Wählerstimmen verlieren.



    3. Die einzige Möglichkeit die AFD aufzuhalten ist nicht Parteitag zu verhindern (versuchen), sondern das Parteiverbot und bis dahin bessere Politik anderer Parteien und Werben/ Gespräche (auch durch z.B. Aktivisten) um die nicht überzeugten wackeligen Wechselwähler der AFD damit diese einige Prozente verliert!

  • Wenn wir in einiger Zeit auf eine abgeschaffte Demokratie blicken sollten in der dann wirklich nicht mehr seine Meinung geäußert werden darf, werden die meisten Kommentare einfach nur ein weiteres Zeugnis der schweigenden Masse sein, die es damals und heute gab. Natürlich ist ziviler Ungehorsam wichtig und richtig. Fast alle sozialen Errungenschaften bauen auf Ihn auf, ob 8 Stunden, Bildung, Demokratie selbst oder Dekolonisierung. Wie stellen sich die Menschen hier den Dialog mit der AFD vor ohne jegliche Moral und Regeln.

    • @Volksentscheide Umsetzen:

      Ja, wir werden auf eine abgeschaffte Demokratie sehen, so wie nach den Regierungen der PIS in Polen oder Orban in Ungarn...... oder auch nicht.

      • @Puky:

        Nur das unsere Rechten schon immer eine Spur härter waren.

  • Jetzt mal rein vom Bauchgefühl her:



    Ich hätte am liebsten auf allen Zufahrtswegen kilometerlang Demonstranten, die den Delegierten der Alternative für Deppen mit lautem, aber friedlichem Protest klarmachen, was sie von den Blaunen halten.



    Die Idee, dem rechten Rand freiwillig und umsonst Material für Agitprop und Desinformation zu liefern, halte ich hingegen für absolut suboptimal.

    • @Kaboom:

      Das wäre mal kreativer Protest. Immer im Kreis um die Stadt herum mit dem Auto. Und hätte auch was von zivilem Ungehorsam, ist doch sinnloses Rumfahren verboten.

  • Wie war dasnoch mal mit dem aufstand d der Anständigen.....

  • BundVerfGericht, Beschluss vom 1. Oktober 2025, 1 BvR 2428/20:



    “Es ist für ein demokratisches Gemeinwesen von zentraler Bedeutung, dass das Recht, seine Meinung gemeinschaftlich mit anderen öffentlich kundzutun, nicht zum Mittel wird,



    um Menschen mit anderen Überzeugungen an der Wahrnehmung desselben Rechts zu hindern.”

    Beim Versammlungsrecht ist es genauso: Die Blockade eines Parteitags, egal welcher Partei, ist verfassungswidrig.

    • @Stechfliege:

      "Die Blockade eines Parteitags, egal welcher Partei, ist verfassungswidrig."

      Die Kenntnisse besser nochmal vertiefen. Das BVerfG hat auch klargestellt, dass auch Sitzblockaden vom Schutz des Art. 8 GG umfasst sein können, sofern sie einen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung leisten.

      Wo die Grenze zwischen einer legitimen Gegenversammlung und Vereitelung einer Versammlung liegt können sie ja einmal selbst recherchieren und dabei gleich mit, was genau darunter zu verstehen ist, wenn von der Beeinträchtigung der Grundrechte der anderen Versammlungsteilnehmer die Rede ist. Beginnt diese bereits bei der Blockierung von Zufahrtswegen oder doch erst wenn der direkte Zutritt zum Versammlungsort verwehrt wird? Und wo beginnt dann die Strafbarkeit? Bei errichten der Blockade oder erst nach Auflösung der Versammlung durch die Polizei? Fragen über Fragen, auf die selbst das BVerfG in seiner Begründung keine eindeutige Antwort gab. Zumindest nicht in Bezug auf die Rechtssicherheit, die gerade für Gegendemonstranten nicht ganz unerheblich ist.

      Denn welcher Bürger der sein Demonstrationsrecht wahrnimmt und sich aus Protest auf den Boden setzt, möchte dafür von der Justiz belangt werden.

    • @Stechfliege:

      Vergisst man leider gerne mal.

  • Wie viele Fallen der AfDoof möchten die linken Vertreter noch mitnehmen?



    Proteste sind zweifelsohne legitim und legal (und auch dringend nötig).



    "Ziviler Ungehorsam" oder "passiver Widerstand" oder das Verhindern einer gesetzlich zwingend geforderten Veranstaltung ist ein Verstoß gegen unsere eigene Ordnung. Sprich bekämpfen eine friedliche Veranstaltung mit Gewalt. Geht gar nicht.

  • AFD-Verbot JETZT!



    ist nicht neu, aber unumgänglich...

    • @Willi Müller alias Jupp Schmitz:

      Bei wie viel Prozent Wahlbeteiligung haben wir noch eine Demokratie?



      In 2025h hat man einen AfDler in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) ausgeschlossen, Wahlbeteiligung noch 24,1%. Ist das noch Demokratie oder kann das weg?

  • Dass die AfD ihren Landesparteitag in Erfurt abhält, ist eine historisch aufgeladene Provokation, die uns alle angeht. Erinnern wir uns: Vor genau 100 Jahren, im Juli 1926, hielt die NSDAP in Thüringen – damals in Weimar – ihren schicksalhaften ersten Reichsparteitag nach dem Verbot ab. Thüringen war das Laboratorium für den Aufstieg des Faschismus. Wenn heute genau dort ein vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufter Verband seine völkische Agenda feiert, schlägt die historische Alarmglocke lichterloh.



    ​Das ist keine thüringische Randnotiz, das geht alle Deutschen an! Wer jetzt noch schweigt, kapituliert vor der Geschichte. Ich rufe die gesamte Zivilgesellschaft auf: Schaut nicht weg! Beteiligt euch am massiven, entschlossenen Widerstand gegen diesen Parteitag. Zeigen wir gemeinsam und lautstark auf den Straßen, dass Deutschland aus seiner dunkelsten Epoche gelernt hat. Wehren wir den Anfängen, bevor es zu spät ist!

    • @amigo:

      Ihre historische Analogie humpelt doch stark. Sie schreiben ja selbst dass der damalige Reichstag (ausnahmsweise) in Weimar stattfand und nicht in Erfurt. Und dass ein Landesparteitag in der jeweilien Landeshauptstadt stattfindet, ist eher naheliegend. Wo in Thüringen wäre denn aus Ihrer Sicht kein Bezug zu Weimar 1926 gegeben - Altenburg? Nordhausen?

      Mit den Reichsparteitagen der NSDAP verbindet man doch außerdem Nürnberg.

  • Parteitage sind ein zentrales Element der Demokratie

    Friedliche Gegendemonstration die weder Dinge beschädigt noch Durchgang unmöglich macht ist auch ein teil der Demokratie

    Steine werfen und mit Druck der Strasse andere Events sabotieren ist kein teil der Demokratie

    • @Todesfister:

      Ein zentrales Element wie Parteitage sind selbstverständlich für Demokraten eine der wichtigsten Ausdrucksformen in der Demokratie.



      Die AfD zählt hier nicht dazu. Die AfD nützt jetzt noch die demokratischen Spielregeln um sie nach möglichen Wahlsiegen einzuschränken oder abzuschaffen. Das ist der Kerngrund ihres Vorhabens.



      Wer jetzt nicht auf die Straße geht um die Demokratie zu retten, hat irgendwas verpennt.

    • @Todesfister:

      Entspricht ganz dem Klischee über die Deutschen "Revolution nur mit Fahrkarten".

      Blockaden bei Demonstrationen sind von der Versammlungsfreiheit gedeckt. Die Legalität hängt von der Verhältnismäßigkeit ab, ist also eine Einzelfallentscheidung.

      "Sabotage" von Events deren Kern daraus bestehen die Beschränkung von demokratischen Grundrechten zu fordern, Minderheiten zu diskriminieren und Lügen zu verbreiten ist eigentlich Pflicht für jeden Demokraten und zu unterstützen, wenn sie das Prinzip der Gewaltfreiheit dabei berücksichtigen.

      Ein Recht auf körperliche Unversehrtheit besteht aber nicht nur für die Besucher eines Parteitags sondern auch für Demonstranten, Polizisten und Rettungskräfte.

      Und der von ihnen erwähnte "Druck der Straße" ist genau der, welcher in Deutschland oftmals zu kurz kommt. Daher ist es zu begrüßen wenn in Deutschland gegen Verfassungsfeinde mobilisiert wird. Wäre auch wünschenswert bei Themen wie Klimaschutz, Asyl und Menschenrechten oder Sozialabbau, um nur einige zu nennen.

      • @Sam Spade:

        "Macht der Straße" klingt ja schön, aber "Macht der Urne" schlägt sie jedesmal. Und dahin weichen halt die AfD-Affinen umso hemmungsloser aus, je konfrontativer und radikaler das öffentliche Gegenfeuer wird.

        • @Normalo:

          Die AfD legt zu, weil die etablierten Parteien nicht liefern. Das hat mit der Zivilgesellschaft wenig zu tun.

          Der Druck der Strasse bezieht sich auf ein Mobilitätsgefühl um die Ohnmacht des Einzelnen zu kompensieren.

          Aus der Soziologie ist bekannt, das Affekte wie moralische Entrüstung dazu dienen soziale Bewegungen zu strukturieren. Auch Emotionen wie Solidarität oder Wut können gemeinschaftsstiftend sein und zur Mobilisierung beitragen. Wenn dann noch das Storytelling stimmig ist und eine andere Erzählung zu den Narrativen der Rechtspopulisten anbietet, kann damit durchaus Einfluss auf die Bevölkerung ausgeübt werden.

          Ihr Bild von linken Randalierern die durch ihre Aktionen das Opfernarrativ der AfD bestätigten, ist mir persönlich zu einseitig.

          Das Bild des ausgegrenzten Aussenseiters wird von Rechtspopulisten unabhängig von den realen Umständen bedient und sei es durch die beliebte Täter- Opfer Umkehr.

          Da braucht es keine brennenden Autos oder was sie sich sonst so unter Randale vorstellen zu.

          Es gilt, je größer die Masse, desto höher der Anteil der friedlich Protestierenden. Darum geht es, eine Gegenbewegung die sich aus der Breite der Bevölkerung rekrutiert.

  • Offensichtlich geht es den Unterstützern der verfassungswidrigen AfD in Thüringen darum, ihre Partei zu legitimieren und die Verteidiger der Verfassung ihrerseits als Verfassungsfeinde abzustempeln. Es deutet alles darauf hin, dass dies in Deutschland 2026 erfolgreich sein wird, denn schon sehen sich die Verteidiger der Verfassung in der Situation, sich rechtfertigen zu müssen oder gar davon zu laufen.

    • @Rudi Lipp:

      Die Verfassungswidrigkeit der AfD wurde meines Wissens noch nicht gerichtlich festgestellt. Ich sehe mich politisch etwa in der Mitte und kann mit beiden Rändern nichts anfangen; solange die AfD nicht verboten ist, muss sie ihre Parteitage abhalten (gesetzlich vorgeschrieben).



      Solche Aktionen, dass man den Parteitag verhindern möchte, betrachte ich als nicht sehr geistreich und wird allenfalls der AfD noch mehr Zulauf bringen.

      • @Nico-1:

        War die AfD in Thüringen nicht gesichert rechtsextrem? Von da bis zur Verfassungswidrigkeit ist der Weg nun wirklich nicht weit!

        • @Aurego:

          Richtig, die AfD wurde in Thüringen als rechtsextrem eingestuft, allerdings wurden die Belege dafür nicht veröffentlicht (soweit mir bekannt). Gerichtsfest ist sie (noch) nicht verfassungswidrig.



          Von daher finde ich das ganze 'Herumgeeiere' einer Demokratie nicht würdig; wenn man Belege hat soll ein Parteiverbotsverfahren durchgeführt werden, bisher wird immer nur darüber geredet und doch nichts unternommen.

    • @Rudi Lipp:

      Wer die Verfassung schützen möchte, muss sich an sie halten und den Urteilen des Bundesverfassungsgerichts gehorchen - sonst ist die Rechtfertigung schon verloren. Das Urteil, ob eine Partei verfassungswidrig ist, obliegt eben nur dem Bundesverfassungsgericht und nicht den Aktivisten auf der Straße.

      • @Christoph Strebel:

        Ganz Ihrer Meinung.

    • @Rudi Lipp:

      Gewaltsam Parteitage zu verhindern ist auch nicht unbedingt Demokratie