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Bafög-ReformDie Regierung riskiert sozialen Unfrieden

Anna Klöpper

Kommentar von

Anna Klöpper

Die Bundesregierung verkennt die reale Lage von Studierenden. Oder will sie verkennen – und fördert damit die weitere Spaltung der Gesellschaft.

D er gesellschaftliche Zusammenhalt ist ein schüchternes Pflänzchen, zumal in diesen Tagen. Überall Krieg und Krisen, und die machen nicht mehr nur schlechte Laune in der Insta-Timeline oder bei der „Tagesschau“ um 20 Uhr, sie stören auch ganz real im Alltag: Der Irankrieg macht das Tanken teurer. Bei den Landtagswahlen im Osten stehen die Rechtspopulisten vor absoluten Mehrheiten. Und dazu sitzt da in Berlin eine Regierung, die sich streitet. Angekündigte Reformen bei Rente, Pflege, Steuern könnten tatkräftig wirken, aber was hängen bleibt, ist der Eindruck von Zumutungen: Seid fleißiger (Lifestyle-Teilzeit), geht weniger zum Arzt (Gesundheitsreform), sterbt am besten früher (Pflegereform), dann kriegen wir für eure Kinder die Rente mit 70 vielleicht gesichert.

Wer immer nur geben soll, findet das irgendwann ungerecht. Wer sich unfair behandelt fühlt, neigt zum Populismus. Womöglich macht er im Herbst in Sachsen-Anhalt oder in Mecklenburg-Vorpommern sein Kreuz dann bei der AfD. Man sollte meinen, die noch an der Regierung befindlichen demokratischen Parteien hätten inzwischen eine gewisse Vorsicht im Umgang miteinander entwickelt. Aber nun hat Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) dem verdatterten Koalitionspartner per Zeitungsinterview mitgeteilt: Die bereits verabredete Bafög-Reform stehe, ups, sorry, doch noch unter Finanzierungsvorbehalt. „Wenn Pflegebedürftige sparen sollen und beim Elterngeld Kürzungen vorgenommen werden, dann ist nachvollziehbar, dass man nicht gleichzeitig an anderer Stelle große zusätzliche Leistungen verspricht.“

Große zusätzliche Leistungen? Das Bafög wird auch nach der Reform zum Sterben zu viel und zum Studentenleben zu wenig sein. Der Wohnkostenzuschuss soll von 380 auf 440 Euro steigen. Die WG-Zimmerpreise in deutschen Uni-Städten liegen im Mittel bei über 500 Euro. Über die Armutsgrenze von 1.445 Euro für einen Singlehaushalt käme man mit einem bis zum Ende der Legislatur auf 1.100 Euro gestiegenen Bafög-Höchstsatz immer noch nicht. Dabei müsste es dringend darum gehen, das Bafög attraktiver zu machen: Nur 70 Prozent derjenigen, die eine Förderung bekommen könnten, füllen einen Antrag aus. Weil ihnen der Kosten-Nutzen-Aufwand zu gering scheint. Oder weil sie Angst vor Überschuldung haben. Letzteres hat die Forschungsministerin übrigens in einer Sozialerhebung selbst herausgefunden.

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Wer keine Eltern hat, die das WG-Zimmer zahlen können, braucht Bafög plus einen Nebenjob. 20 Stunden darf man maximal neben dem Studium arbeiten. Wer das tut, bricht sein Studium häufig ab, wie Menschen aus der Beratungspraxis berichten.

1,6 Milliarden Euro für billiges Tanken, aber keine 1 Milliarde für die Bafög-Reform.

Die Bundesregierung findet 1,6 Milliarden Euro, um für ein paar Monate billiger zu tanken. Aber sie findet die 1 Milliarde für die Bafög-Reform nicht mehr, mit der sie langfristig in ein wenig mehr Bildungsgerechtigkeit investieren wollte. Was ist das für eine Prioritätensetzung?

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Anna Klöpper

Anna Klöpper Leiterin taz.eins

Seit 2011 bei der taz. Leitet gemeinsam mit Sunny Riedel das Ressort taz.eins. Hier entstehen die ersten fünf Seiten der Tageszeitung, inklusive der Nahaufnahme - der täglichen Reportage-Doppelseite in der taz. Davor Ressortleiterin, CvD und Redakteurin in der Berliner Lokalredaktion. Themenschwerpunkte: Bildungs- und Familienpolitik.
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65 Kommentare

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  • Die taz-Formel „1,6 Milliarden für Tankrabatt, aber keine 1 Milliarde für BAföG!“ ist fiskalpolitischer Populismus, kein ernsthafter Vergleich. Der Tankrabatt ist eine zeitlich begrenzte (knapp zwei Monate) Energiesteuersenkung, die den Staat rund 1,6 Mrd. Euro an Einnahmen kostet



    BAföG-Reformen dagegen sind dauerhafte fiskalpolitische Verpflichtungen, die laufende Ausgaben über Jahre auslösen. Laut Koalitionsvertrag sollen BAföG-Leistungen über diese Legislatur um mehr als 1 Milliarde Euro steigen – derzeit aber ist dafür im Haushalt kein Geld reserviert und sie stehen unter Finanzierungsvorbehalt angesichts eines engen Bundeshaushalts.

    Das sind völlig unterschiedliche haushaltspolitische Kategorien: einmal kurzfristige Steuerverluste, einmal nachhaltige Sozialausgaben. Die simple Gegenüberstellung suggeriert eine falsche Prioritätensetzung, wo in Wahrheit Haushaltszwänge und politische Aushandlungen zwischen Ressorts entscheiden, nicht lächerliche „Tankrabatt-vs-Studierende“-Triaden.

  • Viele halten die Hände weit auf, wenn der Staat vielleicht Subventionen oder zusätzliche soziale Wohltaten verteilt. Die CSU will beim Brenner- Nordzulauf 10XXL Milliarden zusätzlich verbrennen, statt wie sonst auch die Eisenbahn ebenerdig oder in Dammlage zu bauen. Die SPD will hohe Renten beibehalten. Usw...



    Die Summe all dieser Ansprüche ist sehr viel höher als der Staat jemals bezahlen kann und die tatsächlich bezahlten Mittel können nur mit hohe Staatsschulden aufgebracht werden.



    Weil der geforderte Bedarf bei Gruppe 1 bis N schon zu hoch ist, muss dann eben auch noch der Anspruch von Gruppe N+1 angezweifelt werden.



    Wenn der obere Mittelstand zu sehr abkassiert wird und wichtige Investitionen in die Infrastruktur unterbleiben, dann wird bald noch viel weniger funktionieren.

  • Ich finde es interessant, dass das Studium inzwischen verkommen ist zu einer Art Kaderschmiede für den Kapitalismus.



    Eigentlich gehörten dazu auch Menschenbildung, egal in welchem Fach. Angesichts der Tatsache, dass Menschen mit Studium ja oft in Entscheidungspositionen oder Führungspositionen landen, wäre das eigentlich nötig.



    Aber ich sehe nicht, dass Menschenbildung in meiner Lebenszeit wieder ein Thema werden wird.

  • "1,6 Milliarden Euro für billiges Tanken, aber keine 1 Milliarde für die Bafög-Reform."



    Berechtigte Kritik.



    Dennoch bin ich für eine Steuerung. Es sollte ein höheres Bafög für benötigte Fächer geben, also Ingenieure, Naturwissenschaften, Medizin.



    Wenn ich an meinen letzten Besuch in Berlin denke, 3x Taxi gefahren, zweimal einen studierten Taxifahrer gehabt. Der eine hatte schon vor langer Zeit sein Philosophiestudium abgeschlossen, aber nie einen Job gefunden, der andere soziale Arbeit studiert, er blieb aber beim Taxi fahren, weil laut ihm ein totales Überangebot an Absolventen (zumindest in Berlin) herrsche und weil es gleichzeitig so unterirdisch bezahlt wird, dass er mit Taxi fahren, vor allem nachts, mehr verdiene...



    Da scheint mir Steuerung notwendig. Bafög für Fächer die wir brauchen, der Rest zumindest nachrangig oder mit geminderten Sätzen.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Beim Treibstoff hat "man" ja "genau hingeschaut", da kam jeder Cent des Tankrabatts der Bevölkerung zugute. Wenigstensmal ein kleiner Lichtblick....

    • @Astrid Sehnefeld:

      Mit dem Argument können wir auch die Renten streichen, denn was Rentner:innen so lohnarbeiten, brauchen wir auch nicht. Stark verkürzt, bitte pars pro toto betrachten.

      Wenn Sie das Studium nach Jobperspektive lenken wollen, müssen Sie heute schon wissen, wer in 5–35 Jahren benötigt wird. Das können Sie gerne versuchen, das sind aber mehr gesellschaftliche Richtungsentscheidungen* als Prognosen.

      *z.B. die Entscheidung, Sozialarbeiter:innen ordentlich zu bezahlen

      • @derzwerg:

        "...müssen Sie heute schon wissen, wer in 5–35 Jahren benötigt wird"



        Ingenieure, Ingenieure, Ingenieure und IT, IT, IT



        Dafür brauchts keine Glaskugel. Roboter und KI werden das 21. Jahrhundert prägen.



        Und gerade wenn man es nicht Musk und Thiel überlassen will, sollte man sich dafür stark machen und nicht für empathische Jobs die hinterher versuchen den Scherbenhaufen zu therapieren...

        • @Astrid Sehnefeld:

          Wenn Sie meinen. Was man hört ist, dass in der IT-Branche u.a. wegen KI Stellen abgebaut werden, die fahren dann also ebenfalls Taxi.

          Und wie gesagt, welche Jobs in 20 Jahren gebraucht werden, ist eine gesellschaftspolitische Entscheidung, keine zwangsläufige Entwicklung, wie es Ihnen vielleicht erscheinen mag. Wir müssen die Tech-Bros nicht mit Steuergeschenken pampern und ihre Stromfresser subventionieren.

      • @derzwerg:

        Einer Steuerung würde ich zustimmen 👍

  • "... und fördert damit die weitere Spaltung der Gesellschaft. ..." Was soll da noch weiter gespalten werden, die Reichen interessiert das nicht, die schicken ihre Kinder auf Privatschulen oder Privatunis oder pampern ihre Kinder an staatlichen Unis, was mit den anderen ist, interessiert die nicht. Der oberste neoliberale Dampfplauderer der Kanzler hat da bestimmt schon die Idee, dass man es wie er es bei seinen Töchtern macht und einfach mal ein bischen Geld in die Hand nimmt ......



    Die Spaltung besteht aus kompletter Empathie- und Respektlosigkeit so wie gewollter Unkenntnis oben, während man unten immer noch eingeimpft bekommt, dass man da doch Verständnis für die armen Superreichen haben muss.

  • Es fehlt rundherum dass Geld. Die erwerbstätigen werden immer mehr zur Kasse gebeten. Der Mindestlohn zündet nicht, für viele „lohnt“ es sich nicht morgens aufzustehen.



    Einige gehen dann auch nicht mehr, sondern bedienen sich am Sozialstaat, andere nutzen diesen schamlos aus, auch einige Zugereisten und auch Flüchtlinge.



    Das wiederum bringt die arbeitenden auf die Palme, diese sind immer mehr frustriert und die Politik sieht zu. Unser Sozialfrieden ist dadurch in sehr ernster Gefahr!

    Wenn wir das in den Griff bekommen und erste, wie beispielsweise Matthias Jendricke von der SPD, fangen nun damit an, dann wird auch manches wieder möglich sein.

    Btw kenne ich sehr viele, die studiert haben und nebenbei arbeiten gingen. Auch aus meiner Familie. Hier haben die Eltern, so gut es ging, finanziell mitgeholfen und das teilweise durch eigene Mehrarbeit oder einen zusätzlichen Job mit finanziert und die Kinder während des Studiums auch.

    Wir müssen unser Land und auch unsere Ausgaben reformieren. Jedoch auch unser eigenes Mindset.

    • @Sole Mio:

      Das "sich am sozialstaat bedienen" kann durchaus ernste Hintergründe haben, die Sie einfach nur nicht kennen.



      Insofern ist das eine ziemliche Unterstellung erstmal den Menschen gegenüber

      • @DerLurch:

        Es geht um diejenigen die vom Sozialstaat zu UNRECHT Leistungen beziehen

        Es geht auch um den Staat der dies zulässt und ebenso zulässt, dass dich Arbeit in bestimmten Fällen nicht mehr lohnt und damit ein Motiv schafft.

        Es geht um organisierten Betrug!

        Es geht NICHT um diejenigen, die nicht können! Im Gegenteil könnten diese mit den, dann höher zur Verfügung stehenden Ressourcen, besser versorgt und gefördert werden.

    • @Sole Mio:

      @Sole Mio



      Vorallem müssen wir die Aufnahmekriterien und die Anforderungen zur Befähigung für Parlamentarier, die einen Ministerposten ausüben möchten



      R E F O R M I E R E N , nötige Voraussetzungen wie, Sozialkompetenzen, Empathie, Realitätsbewusstsein, abstraktes Denken, sprachliche, freundliche Ausdrucksweise bei der Kommunikation, Selbstreflexion, Einschätzungsvermögen über die Konsequenzen für die Bevölkerung und unser Land, bezüglich ihrer Entscheidungen, sollten auch unbedingt vorhanden sein. Mehr Kontrolle über die Anwesenheitspflicht, gerade auch bei Abstimmungen des Parlament, im Bundestag.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Das wäre eine fundamentale Abkehr vom demokratischen Grundprinzip, dass jeder Bürger nicht nur das aktive, sondern auch das passive Wahlrecht besitzt. Denkt man diesen Ansatz, dass nicht mehr jeder, sondern nur noch die Fähigsten ins Parlament kommen dürfen konsequent weiter, müsste man statt freie Wahlen abzuhalten die Parlamentssitze wohl besser per Headhunting-Agentur besetzen.



        Dass die Bänke im Bundestag an Plenartagen oft relativ leer aussehen hat übrigens auch damit zu tun, dass viele Abgeordnete parallel in Ausschüssen arbeiten in denen sie dann auch mehr Wirkung entfalten können als wenn sie sich bei den oft doch etwas ritualisierten Debattenbeiträgen im hohen Haus den Hintern platt sitzen.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Den möchte ich sehen, der die Befähigung dann prüft ☺️

        Wir müssen die wirklich bedürftigen zu 100% beschützen und auch fördern.

        In manchen Staaten ist es so, das verantwortliche Politiker, die nachweislich und bewusst zum Nachteil des Volkes handeln hart bestraft werden und ihre Ansprüche verlieren. Warum nicht bei uns.

        Warum bei wichtigen Belangen nicht auch Volksabstimmungen, wie in der Schweiz.

        Wir müssen jedoch denen, die nur nehmen, obwohl sie auch geben könnten, klar zeigen dass das so nicht toleriert wird. Und dies gesellschaftlich quer durch alle Gruppen!

        • @Sole Mio:

          "Warum nicht bei uns."



          Weil Entscheidungen bei denen es ein objektiv feststellbares Richtig und Falsch gibt keine politischen Fragen sind. Politische Entscheidungen braucht es dort wo unterschiedlich Meinungen und Interessen aufeinander treffen oder man lediglich hoffen kann, dass das was man heute beschließt in der Zukunft die erwünschte Wirkung zeitigt.



          Heute sind rund 70% der Menschen der Meinung, dass der Atomausstieg eine Entscheidung "zum Nachteil des Volkes" war. Sollte man also Merkel nun heute ernsthaft dafür bestrafen weil sie seinerzeit tat was einer deutlichen Mehrheit von 70% gar nicht schnell genug gehen konnte?



          Zudem würde solches Konzept Tür und Tor für Missbrauch und Rache durch den politischen Gegner öffnen. Jedes Mal wenn eine Regierung abgewählt würde, müssten ihre Mitglieder wohl zittern ob sie nicht nur das Amt sondern auch ihre Freiheit verlieren. Wer würde da noch riskieren ein politisches Amt zu übernehmen? Es scheint also doch so, als ob die grundsätzliche politische Immunität ihre Berechtigung hätte.

    • @Sole Mio:

      ...



      Die Möglichkeit vor Krieg, Tod und Verfolgung zu flüchten ist ein Grund- und Menschenrecht, nicht zuletzt vor dem Hintergrund konkreter, historischer Erfahrungen. Solche Grundrechte zuvorderst aus ökonomischer Perspektive zu beurteilen dürfte sehr schnell in eine extrem hässliche Gesellschaft führen die statt Menschen nur noch Humankapital und Kostenfaktoren kennt.



      Der Sozialfrieden ist nicht dadurch bedroht, dass Grund- und Menschenrechte gelten, sondern dadurch, dass immer immer mehr meinen nach unten treten zu müssen und anderen in Not das Schware unter den Fingernägeln nicht gönnen, während sich die Reichen still und leise aus jeder Verantwortung stehlen.

      • @Ingo Bernable:

        Die aus den Grundrechten sich ergebende Pflicht des Staates, immer mehr Flüchtlinge versorgen und integrieren zu müssen, führt zu einer massiven Ausweitung der Nachfrage und wegen Preiselastizität zu ganz erheblich höheren Kosten.



        Staatliche Leistungen müssen nicht nur in der Dimension Geld, sondern auch Zeit, Personal, Immobilien, Technische Zuliefererteile gedacht werden. Wenn man das vergisst, wird es nochmal viel teurer.

      • @Ingo Bernable:

        Die Grund- und Menschenrechte müssen beibehalten werden. Da bin ich bei Ihnen.

        Im meinem Beitrag geht es um diejenigen die zu UNRECHT Unterstützung beziehen oder gar ihren kompletten Lebensunterhalt durch Sozialleistungen beziehen.

        Das hat überhaupt nichts mit nach unten treten zu tun.

    • @Sole Mio:

      Was für eine Parade unreflektierter rechter und neoliberaler Talking Points.



      Das Geld fehlt nicht, aber es ist falsch verteilt.



      Der Abstand von Grundsicherung und Mindestlohn beträgt idR 550-750€ was einem deutlichen Plus von ca. 50% entspricht. Gleichzeitig ist erstere durch das verfassungsrechtliche Existenzminimum begrenzt, letzterer durch die ökonomischen Logiken des Arbeitsmarktes. Zudem ist ja inzwischen trotzdem eine komplette Streichung bei den nach BA-Schätzung 0,5% "Totalverweigerern" möglich. Was also wollen sie? Wieder Arbeitszwang in Form von 1€-Jobs die sehr teuer betreut werden müssen und dadurch mehr kosten als sie erwirtschaften und dabei potentiell echte Jobs kannibalisieren?



      ...

      • @Ingo Bernable:

        Zynismus ?



        Das deutliche Plus von "50%" für einen Mindestlohnempfänger sind bei einer 40 Stunden Woche zwischen 3,43€ - 4,68 € was er pro Arbeitsstunde mehr bekommt als mit Grundsicherung. Wenn er jetzt Grundsicherung nimmt und 1 Tag pro Woche Schwarzarbeitet hat er das gleiche an Geld und 4 Tage/Woche frei.

      • @Ingo Bernable:

        Das mit den rechten Talking Points verbitte ich mir deutlichst!

        Es ist nicht rechtes Gedankengut zu fordern, Unrecht bezogene Leistungen zu verhindern oder zu unterbinden!

        Die Differenz von 500-750€ dürfen Sie mir gerne erklären, falls Sie dies können.

        • @Sole Mio:

          Also für meine Begrifflichkeiten sind das Polemisieren gegen angeblich faule Arbeitslose, Geflüchtete die angeblich nur deshalb kommen um Sozialstaat zu plündern und das ausspielen von prekär Beschäftigten gegen Transferbeziehende nicht gerade das was sich üblicherweise auf der Agenda der politischen Linken findet. Menschen die auf Sozialsystem und Solidarität angewiesen und damit die Schwächsten der Gesellschaft sind, in relevanten Umfang Betrug und unrechtmäßig bezogene Leistungen zu unterstellen während die verfügbaren Zahlen klar belegen, dass das allenfalls ein Randphänomen ist, ist der Versuch einer Diskursverschiebung um zu legitimieren diese Menschen noch schlechter zu stellen als sie ohnehin schon stehen.



          Die Zahlen zum Lohnabstand stammen aus einer Studie der Böckler-Stiftung von August ´25.

          • @Ingo Bernable:

            Sie verallgemeinern jetzt meine Aussage, was nicht richtig ist!

            Es geht um diejenigen, die den Sozialstaat schamlos ausnutzen.

            Auch um diejenigen die Leistung beziehen, obwohl sie nicht müssten.

            Und ebenso um organisierten Sozialmissbrauch.

            Diese gibt es und die Sanktionierung jener sollte für alle selbstverständlich sein. Unabhängig welcher politischer Ansichten man ist.

            • @Sole Mio:

              Auch nach mehrmaligem lesen ihres Kommentars komme ich klar zu der Einschätzung, dass nicht ich ihn verallgemeinere, sondern, dass er tatsächlich selbst ganz allgemein gehalten ist. Der faule Arbeitslose der sich von der Solidargemeinschaft aushalten lässt wird bei ihnen eben nicht klar als das marginale Randphänomen von maximal 0,5% benannt das er tatsächlich ist, sondern zumindest als der verbreitete, wenn nicht der allgemein übliche Fall. Ich finde eine solche Art von Argumentation muss man ihnen völlige berechtigt zum Vorwurf machen. Wenn sie nun erklären eigentlich etwas ganz anderes gemeint zu haben, sollten sie vielleicht gleich so formulieren, dass ihre eigentliche Intention deutlich wird. Und wie sie sie selbst schreiben gibt es ja einiges an Sanktionsmöglichkeiten, incl. einiger die verfassungsrechtlich fraglich sind, stellt sich umso mehr die Frage was denn eigentlich das Problem ist?

    • @Sole Mio:

      "Der Mindestlohn zündet nicht..."

      Oh doch - die Inflation...

    • @Sole Mio:

      "... Es fehlt rundherum dass Geld. ..." Entschuldigung, totaler Quatsch, schauen Sie sich mal die leistungslosen und kaum versteuerten Vermögenssteigerungen der Superreichen in unserem Land der letzten Jahre an, da sieht man das nichts fehlt sondern sich nur an der falschen Stelle und zementiert schlechten politischen Einfluss.

      • @Axel Schäfer:

        Das meine ich ja auch unter anderem mit Reform des Staates. Und ja das Geld fehlt.



        Aber immer NUR „tax the ritch“ bringt uns auch nicht weiter. Diese gehen dann, genau so, wie es viele Unternehmen bereits machen und ebenso viele andere Leistungsträger.



        Der Staat hat so viel Steuereinnahmen, wie nie zuvor. Kommt damit aber nicht klar und will immer noch mehr….

        Ich befürchte die nächsten Wahlen bringen uns dann das was wir alle nicht wollen!

        • @Sole Mio:

          Das Problem ist, dass gerade von rechts immer gerne mit absoluten Zahlen agiert wird, statt alles mal in aktuellen Relationen, das passiert bei Steuern, Renten und Krankenversicherungen und beim Bafög. Diese Drohung, dass bei Besteuerung die Superreichen einfach gehen wird als Märchen seit der geistig moralischen Wende, sprich Einzug des Neoliberalismus verbreitet. Wenn man jetzt Beispiele wie den nach rechts umgefallenen Müller von Müllermilch nimmt, so kann er doch gerne in die Schweiz abhauen, ohne seine Produktionsstätten hat er auch nichts und die kann er nicht mit in die Schweiz nehmen und die Gewinnabflüsse kann man besteuern. Man muss halt nur mal die von den Lobbyisten veranlassten Gesetzeslücken schliessen.

          • @Axel Schäfer:

            "Wenn man jetzt Beispiele wie den nach rechts umgefallenen Müller von Müllermilch nimmt, so kann er doch gerne in die Schweiz abhauen, ohne seine Produktionsstätten hat er auch nichts"

            Wieso Schweiz? Sitz der Unternehmensgruppe Müller ist Luxemburg 😉. Das liegt übrigens in der EU, damit gilt der freie Waren- und Kapitalverkehr, der die Geltung der Nachfolgeregelungen zur Reichsfluchtsteuer erheblich einschränkt.

            Und welche Produktionsstätten kann er nicht aus Deutschland mitnehmen?



            Muller Dairy Ireland Limited?



            Muller Dairy (U.K.) Ltd.?



            Müller Dairy CR/SR k.s.?



            Müller Dairy Polska sp. z o.o.?



            ... ?

            Und andere Unternehmer aus anderen Branchen haben sowieso fast nur noch Verwaltungsmitarbeiter hierzulande. Die Verlagerung von Produktionsstätten in niedrigpreisigere Nachbarländer im Westen, Osten oder Süden ist alles andere als eine neue Idee...

          • @Axel Schäfer:

            Die absoluten Zahlen sind halt nun mal das Abbild der aktuellen Situation.



            Und wenn man sieht, dass diese zukünftig auf nicht absehbare Zeit nicht besser werden, muss man reagieren.

            Wenn wir jetzt die sehr reichen in Deutschland höher besteuern, wo fangen wir an? Wie setzten wir die Massstäbe.

  • Der soziale Unfrieden ist doch längst da.



    Aber anders als z.B. bei den Franzosen wird das nicht auf den Straßen stattfinden sondern auf dem Wahlzettel.

  • "Was ist das für eine Prioritätensetzung?"

    Diese Frage gilt leider generell.

    "Präventive Maßnahmen, die Menschen überhaupt erst befähigen, dem Sozialleistungssystem zu entkommen, werden vernachlässigt.







    Überlastung der sozialen Infrastruktur:



    Der eigentliche soziale Sektor (Pflege, Erziehung, soziale Arbeit) leidet unter massivem Fachkräftemangel und struktureller Unterfinanzierung. Gleichzeitig wird auf Bundesebene immer wieder über Einsparungen bei vulnerablen Gruppen (etwa im Pflegebereich) diskutiert, was die Verteilungsgerechtigkeit infrage stellt."

    Das Risiko ist der Regierung nicht egal, aber Sie gehen es ein. Machterhalt.



    Die Bevölkerung wird zu weiteren Einbußen gedrängt, während anderswo Sektgläser klirrend aneinanderschlagen.







    Der Sozialstaat wird zu Grabe getragen.



    Entscheidungen haben Konsequenzen, und diese werden immer offensichtlicher.

  • „Die Studenten haben den längeren Atem."



    Meinte Heinrich Böll 1969. Es wird spannend.

  • Ich finde diese Bafög Diskussion wird etwas einseitig geführt. Einerseits wird über eine fehlende Erhöhung der Förderung im 60€/Monat geklagt, andererseits aber dann festgestellt, dass,



    …„ Nur 70 Prozent derjenigen, die eine Förderung bekommen könnten, füllen einen Antrag aus. Weil ihnen der Kosten-Nutzen-Aufwand zu gering scheint. Oder weil sie Angst vor Überschuldung haben“. …



    Entschuldigung, aber da sind wir hier wirklich im Vollkaskomodus, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der deutsche Staat im Gegensatz zu vielen anderen Ländern kostenfreies Studium inkl. Sozialversicherung und Kindergeld/freibetrag ermöglicht, und es hier nur noch um Lebenshaltungskosten geht. Da kann es nicht zu viel verlangt sein, ggf. neben dem Studium zu arbeiten , oder wenn das nicht geht, einen Kredit dafür aufzunehmen, den man später als Akademiker problemlos abzahlen kann.

    • @Flocke:

      Vollkaskomodus gab es eine Weile, nicht das schlechteste. Dann gab es Teils-Teils. Das Entscheidende ist: heute muss man bis zu 10.000 Euro zurückzahlen, früher phasenweise alles.



      Wenn schon "Finanzierung", dann bitte über Bafög selbst, denn da ist es noch human genug, dass man nicht zahlen muss, wenn man dann doch nicht so brillant verdient.



      Dem freien Markt das zu überlassen, kann viele in die Schuldenfalle fallen lassen. Das hilft doch auch niemandem.

    • @Flocke:

      "den man später als Akademiker problemlos abzahlen kann."

      Genau da liegt der Hase im Pfeffer... Dieses problemlos abzahlen gilt nicht für alle. Das könnte in den meisten Fällen etwas mir dem Studienfach zu tun haben, mit dem man allerbestenfalls im öffentlichen Dienst oder in der Politik einen gut bezahlten Job bekommt. Also an einer Stelle, an der man andererseits oft guten Zugang zu Meinungsmultiplikatoren hat.

      • @FriedrichHecker:

        Ich glaube nicht, das es der Sinn der Gesellschaft sein muss irgendwelche exotischen Orchideen Fächer zu fördern wo es am Ende deutschlandweit 3 subventionierte öffentliche Stellen dafür gibt.

        • @Duplozug:

          Genau das ist aber ein -zugegebenermaßen extremes - Anwendungsbeispiel des Bafög, das ohne Ansehen des Studienfachs fördert

      • @FriedrichHecker:

        Investment in Bildung rechtfertigt eine Kreditaufnahme. Trotzdem gilt Augen auf bei der Berufs/Studienwahl, um nicht als ewiger, akademischer Taxifahrer zu enden.

        • @Flocke:

          Ewiger akademischer Taxifahrer ist durch Studienfachwahl vermeidbar, vorübergehend Taxi chauffieren eher nicht... Ich kenne auch Ingenieure, die kurzzeitig Taxi (oder Paketwagen) gefahren sind, als Mitte der 00er Jahre hierzulande dank Koch-Steinbrück-Papier, der nicht vorhandenen Toll-Collect-Einnahmen und dem vom kleineren Koalitionspartner geforderten Verzicht auf "Prestigeprojekte" in der Infrastruktur hierzulande innerhalb von 10 Monaten über 3000 Ingenieure aus vormals laufenden Arbeitsverhältnissen wieder auf den Arbeitsmarkt gekommen sind...

  • Versuchen die Regierenden sich so um die Instandhaltung und den Ausbau unserer Universität zu drücken ?



    Klingt nach der bekannten



    " Till Eulenspiegel Methode " die Till als Lösung mit den Kranken und den Krankenhaus angewendet hat...



    Alle klugen Köpfe im Land sollten gefördert werden können, unabhängig von Mama's & Papa's Portemonnaie. Diese Investitionen von uns allen, durch unser Steuergeld sind wichtig für die Weiterentwicklung unseren Landes - Deutschland.



    Was sind da nur für schräge, kurzsichtige Leutz im Bundestag gelandet.

  • "Die Bundesregierung findet 1,6 Milliarden Euro, um für ein paar Monate billiger zu tanken. Aber sie findet die 1 Milliarde für die Bafög-Reform nicht mehr, mit der sie langfristig in ein wenig mehr Bildungsgerechtigkeit investieren wollte. Was ist das für eine Prioritätensetzung?"

    Ganz einfach: Der Mittelstandsbauch muss gepfegt werden. Reih-, Reih-, Reihenhaus! War bei der CDU/CSU schon immer so. Studenten sind für die tendenziell faule Säcke -- es sei denn, sie studieren WiWi oder Jura.

    Erbärmlich ist daran nur, dass sich in den Köpfen dieser Menschen seit den Zeiten des dicken Helmuts nichts geändert hat. Und von denen erwarten wir Lösungen für die Zukunft?

    • @Libuzzi:

      Im Moment geht es ja nur um knapp 70 Millionen für die Anpassung der Wohnkosten. Ich schätze mal, das sind die Verwaltungskosten der Spritpreisbremse.

  • Warum sollen nicht auch ALLE die von massiven Kürzungen und erheblichen Verschlechterungen noch länger die Füße still halten? Es betrifft eben nicht nur die Bafög- Empfänger*innen. Es ist wenig einleuchtend Milliarden € für die Ukraine auszugeben, Milliarden € für die Aufrüstung zur Verfügung stellen und gleichzeitig die sozialen Leistungen und Errungenschaften massiv zu kürzen. Da war ja Scholz noch deutlich besser.

  • Reformen wollen alle, nur selbst treffen sollen sie einen nicht. Das kann man wohl mit Fug und Recht aus diesem Kommentar zusammenfassen.

    Sicher, der Bafög-Satz ist nicht sonderlich hoch, aber er wird auf weitere Einkünfte nicht verrechnet. Eine Vorzugsbehandlung, die sich andere Leistungsbezieher wünschen würden.



    Was die Autorin hier mit sozialem Unfrieden anführt, sind weiche Faktoren. An denen ist sogar etwas dran, nur bei Studenten nicht. Insofern ist es ein Totschlagargument, eine Behauptung, das Lobbyisten gerne anführen, wenn ihnen nichts Stichhaltigeres einfällt.

    Es ist nun einmal so, dass in der aktuellen Lage - das Land befindet sich seit vier Jahren im Abschwung - jeder seinen Beitrag geben muss. Auch Studenten.

    Vorschlag: Wie wäre es, den Leistungsbezug auf Studenten zu begrenzen, die ihn wirklich benötigen? Wenn ich hier morgens auf den Uni-Parkplatz schaue, fahren immer noch zu viele Bafög-Empfänger mit dem gebrauchten BMW zur Vorlesung. Weniger polemisch: Schlupflöcher schließen - es ist nicht einzusehen, dass die Tochter des Professors oder Regierungsrates Bafög bezieht.

    Mit Bafög alleine ist es nicht getan. Da sind immer noch die sich wegduckenden Superreichen!

    • @rakader:

      "...es ist nicht einzusehen, dass die Tochter des Professors oder Regierungsrates Bafög bezieht..."







      Darum bekommt sie ja auch kein Bafög.







      Und der "Vorschlag", Leistungsbezug auf Studenten zu begrenzen, die ihn wirklich benötigen ist, ist doch praktizierte Realität.







      Was wollen Sie eigentlich aussagen?

    • @rakader:

      Bafög ist für Studierende aber kein reiner Leistungsempfang, sondern zur Hälfte auch ein Kredit (zu guten Konditionen), der auch zurückgezahlt werden muss. Meine Frau war mit der Rückzahlung erst als End-50igerin komplett durch, hatte mit Mitte 40 das erste Mal studiert, nachdem sie vorher in Ausbildungsberufen gearbeitet hatte. Beim Azubi-Bafög ist es wohl anders und ein Vollzuschuss, aber das müssen offenbar wegen Ausbildungsvergütungen nur deutlich weniger in Anspruch nehmen (hauptsächlich die mit rein schulischer Ausbildung, so weit ich weiß).



      Bitte bei den Fakten bleiben.

    • @rakader:

      Nur zur Polemik: weniger als 20% der Studierenden bekommt BaföG. Und noch viel weniger sieht man denen an, dass sie BaföG bekommen. Woher weiß man dann, dass die alle mit einem BMW zur Uni fahren?

      Und es ist sehr unwahrscheinlich das die Tochter des Professors BaföG bezieht. Dafür ist das Antragsverfahren zu detailliert.

      Kurz, zuviele Vorurteile.

  • Friedrich Merz steht für die Spaltung, aber vielmehr er will noch mehr spalten, Menschen verarmen, andere privilegieren.



    Das ist seine Kern-Idee von Politik: Eine Gesellschaft von reichen, überversorgten 10 oder 15 Prozent (in Wahrheit sogar eher 5 Prozent) und die anderen müssen rackern, rennen und 20 bis 30 Prozent sind für immer ausgeschlossen.



    Die AfD will das auch, aber noch extremer.



    Beide Parteien haben momentan eine hohe Zustimmung. Die CDU behauptet, sie würde die AfD unter Kontrolle bekommen. Sie würde die langfristig ausknocken.



    ->Indem sie Studenten runter macht, ihnen die Unterstützung verweigert. Das ist wirklich ein Fehler. Gerade in Zeiten, wo Deutschland Fachkräfte benötigt, kann es nicht dämlicher sein, diesen Weg zu gehen.



    Aber dafür steht Merz: Er würgt die Wirtschaft ab, er hat Ideen aus den 1980ern, die das BIP nicht puschen, er will sparen, aber aufrüsten. Seine Wirtschaftslpolitik bringt Deutschland und das biherige Wirtschaftsmodell zum Kollaps. Es sind schon 120.000 Arbeitsplätze in der Industrie verschwunden. Jetzt dreht Merz den Studenten den Saft ab.



    Wohin soll das noch führen?



    Durch Armut wird niemand besser.

  • Das ist trivialer. Die Jugend wird von den Alten einfach nur abgezockt, man versucht bei minimalem Einsatz das Maximale herauszuholen.

    • @Alberta Cuon:

      Stimmt... die zukünftigen Minirentner, die heute noch Steuern bezahlen, zocken diejenigen ab, die aus diesen Steuern Leistungen beziehen... 🤔

    • @Alberta Cuon:

      Die Bildungseinrichtungen der „Jungen“ werden von den Steuerzahler*Innen finanziert, das Bafög auch, ebenso das Deutschlandticket.



      Worin genau soll die „Abzocke“ bestehen?

  • so wie ich das sehe kümmert sich die Regierung weder um die Studierenden noch um die Unis. Bildung und Forschung scheint denen allen komplett egal zu sein. Sieht man doch schon an der Personalie Bär, komplett unfähig wird aber im Amt gehalten. Wann waren Merz oder Klingbeil denn mal an einer Uni, haben dort geschaut wie es den Studis geht, was für interessante Forshcing da gemacht wird um so auch für den Standort Deutschland zu werben? Nie, wenn ich mich recht erinnere. Merz fährt lieber nach Montenegro bzw überall sonst hin (de.wikipedia.org/w...er_Friedrich_Merz) als sich um das eigene Land zu kümmern. Was für eine Gurkentruppe.

  • In vielen Punkten sehe ich nicht wirklich einen Unterschied zwischen AfD und Union, außer in der angewandten Rhetorik.



    Bei Wirtschafts- und Haushaltsfragen geht es beiden Parteien nur darum die Taschen ihrer reichen Unterstützer zu füllen. Entsprechend kriegen die oberen 1% Milliardengeschenke während die ärmeren Schichten sich um Krümel streiten dürfen. Korrupt und verlogen bis auf Anschlag, bleibt da nur noch zu sagen.

  • Wir haben zu viele Studierende und nicht zu wenig. Bafög muss also scheinbar nicht wirklich attraktiver werden. Vielleicht muss auch nicht jedes Studium in einer Stadt absolviert werden in der die WG-Zimmer so viel kosten? Wir haben hier auch eine Uni und hier kostet eine ganze Wohnung deutlich unter den aufgerufenen Preisen hier im Artikel für ein Zimmer. Ein Recht auf ein Studium im Zentrum von Berlin oder München gibt es halt einfach nicht. Hier hätte gesellschaftlich schon längst gegengesteuert werden müssen, um die Unis und die Studierenden aus den angespannten Mietmärkten zu entfernen.

    • @Šarru-kīnu:

      Welche Möglichkeiten gibt es in der Provinz für Nebenjobs und Ferienjobs?

    • @Šarru-kīnu:

      Da heute sicher ça. 50 Prozent weniger Studenten für Maschinenvau und Elektrotechnik einschreiben als noch 2013, bei 10 Prozent weniger Einschreibung 2023, habe ich mir mal Hochschulrankings und so angeschaut und ja die großen Städte sind beliebt in die kleineren wollen immer weniger.



      Deswegen finde ich ihr Argument auch gut, man sollte vllt auch bei der Studienortwahl flexibel sein.



      Und in anderen Ländern, z.b. Finnland ist es so, dass wenn sie etwas bestimmtes studieren wollen es vllt zwei drei Universitäten im ganzen Land anbieten, während in Deutschland nahezu alles in ganz vielen Orten studiert werden kann.

      Vor Jahren hab ich mal gehört, dass man in Deutschland ca. Alle 40 km eine Hochschule oder ähnliches findet. Was auch verrückt ist, im positiven Sinne.

      Ah noch zu Studien, es ist auch spannend für was sich Abiturienten entscheiden. Studienort ist ganz oben. Legitim aber gut an was sollen sie sich orientieren die meisten stellen erst an der Uni fest, dass sie eigentlich keine ahnung hatten wie Dinge an einer Uni ablaufen. Da könnten mehr Informationen auch helfen.

    • @Šarru-kīnu:

      Das ist mir ein bißchen viel anekdotische Evidenz. Ich habe lange an einer Uni im ländlichen Raum gearbeitet; die Zimmerpreise waren hoch, und auf dem Land kommt mensch mit den Öffis nicht weit. Die Absolvent:innen hatten und haben kein Problem, angemessene Arbeitsplätze zu finden.



      Ich halte es für wichtig, gut ausgebildeten Nachwuchs heranzuziehen - oder ist es Ihnen lieber, wenn wir - wie im Fall der Medizin - auf ausländische Fachkräfte angewiesen sind, die wir noch nicht einmal sonderlich gut behandeln?

    • @Šarru-kīnu:

      Der Bau von Studierenden-Wohnheimen scheint auch zu viel zu kosten ... Früher gab es sogar für Azubis Wohnheime, Schwestern-Wohnheime zum Beispiel. Sind hier in Hamburg jetzt weitgehend privatisiert, und große Klinikkonzerne versuchen zwecks Personal- und Azubi-Gewinnung bzw. Personalanwerbung aus dem außereuropäischen Ausland nun mühselig, die alte Infrastruktur - dann jetzt natürlich aber zu ihren Konditionen und vor allem für ihre Azubis - wiederherzustellen ... eine Ode an den Neoliberalismus ... Resilienz und Effizienz geht anders.

      • @marilyn.hanson:

        Ich kenne das eine oder andere Lehrlingswohnheim au der Zeit, als es noch in Betrieb war. Solche Einrichtungen waren schon damals irgendetwas zwischen Notbehelf und Zumutung. Ich möchte die Reaktion nicht hören oder lesen, wenn das heutzutage noch angeboten würde...

  • Die Regierung will einfach die Aufstiegschancen für ärmere Menschen verhindern.



    Merz und seine Reichen arbeiten aktiv an der Vertiefung der Spaltung der Gesellschaft.



    Reiche sollen reich bleiben und Arme arm.

    • @Frank Burghart:

      Woraus schließen Sie das?



      Ein Studium macht niemanden reich, kein Studium hält niemanden arm.



      Nirgendwo ist die finanzielle Schwelle für ein Studium so niedrig wie in Deutschland.

      Das Problem ist doch eher, dass man in Deutschland durch eigene Arbeit nicht mehr wirklich wohlhabend oder gar reich werden kann. Das liegt aber nicht am Bafögsatz.

    • @Frank Burghart:

      Das stimmt so nicht, Bafög soll helfen und keine Rundum Versorgung sein. Ich hatte den Höchstsatz, weil meine Eltern ungelernte Hilfsarbeiter und Putzkräfte waren.



      Man muss es halt wollen und dort studieren wo es geht d.h. nicht Berlin - eh keine Studentenstadt 200000 von 4 Mio Einwohnern bei der Relation zu Göttingen bräuchte es 1,2 Mio Studenten ähnlich Heidelberg oder Münster. Davon ab das die Unis dort besser sind.



      Ich selbst habe die Regelstudienzeit bis zum höchstmöglichen Abschluss um 2 Monate überschritten, trotz mehrer Jobs nebenher. Habe halt nicht gefetet und demonstriert, sondern gelernt, das muss man nämlich als "armes Kind", Revolution muss man sich leisten können.