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AfD-VerbotHört doch endlich zu!

Marco Fründt

Kommentar von

Marco Fründt

Seit Jahren wird diskutiert, ob man die AfD verbieten kann oder sollte. Warum nicht einfach auf jene hören, die die NS-Zeit erlebt haben?

Menschen protestieren gegen die AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Berlin Foto: Carsten Koall/dpa

S chon seit über zehn Jahren wird in Deutschland darüber diskutiert, ob man die rechtsextreme AfD verbieten sollte. In NRW haben sich zivilgesellschaftliche Gruppen nun zusammengeschlossen, um die Landespolitik endlich zum Einlenken zu bewegen. Kri­ti­ke­r:in­nen der Partei war schon früh nach ihrer Gründung 2013 klar, dass nicht unwesentliche Teile der AfD aus Rechtsextremen bestehen.

Erst Jahre später, 2019, reagierte der Verfassungsschutz mit der Einstufung des sogenannten „Flügels“ um Björn Höcke als rechtsextremen Verdachtsfall. Seit Anfang 2025 gilt die Gesamtpartei als gesichert rechtsextrem, selbst wenn der Verfassungsschutz diese Bezeichnung bis zum Ende der AfD-Klage nur intern nutzt.

Solange die Debatte schon dauert, wird sie auch von Stimmen begleitet, die ein AfD-Verbot entweder fälschlicherweise für nicht möglich oder aber sogar für falsch halten. Für Letzteres sind die Argumente verschieden: Manche sagen, man müsse die AfD wegen der relevanten Zahl an Wäh­le­r:in­nen­stim­men miteinbeziehen. Dem Opfernarrativ der Partei die Grundlage zu entziehen funktioniert aber nicht. Ihm zu folgen, mündet, wie wir sehen, zwangsläufig in einem Rechtsruck.

Manche linken Geg­ne­r:in­nen eines Verbots wiederum führen an, dass das Verbot einer Oppositionspartei nicht nur autoritär, sondern auch ein Eingeständnis des Scheiterns der liberalen Demokratie ist. Damit haben sie sicher recht. Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben, liegt auf der Hand. Und auch der Einwand, ein AfD-Verbot würde die Rechtsextremen in Deutschland nicht verschwinden lassen, ist korrekt.

Zeit für „letzte Mittel“ wie das Parteiverbot

Wir befinden uns in einer Zeit, in der die liberale Demokratie einerseits immer häufiger enttäuscht, weil sie illiberaler wird und sie andererseits massiven Angriffen durch die AfD & Co. ausgesetzt ist. Ein Parteiverbot sollte das letzte Mittel sein. Doch wir befinden uns in der Zeit der letzten Mittel. Es kann jetzt nur noch darum gehen, Schlimmeres zu verhindern.

Hören wir doch auf jene, die den Nationalsozialismus erlebt haben. Erst vor wenigen Tagen warnte der Holocaustüberlebende Leon Weintraub vor der AfD: „Die Verbrechen der Nazis begannen nicht in Auschwitz. Sie begannen mit Ausgrenzung, Erniedrigung und mit Verächtlichmachung der Jüdinnen und Juden und weiterer Minderheiten.“ Das Gleiche tut heute die AfD.

Sich gegen die Feinde der Demokratie zu wehren, sei die entscheidende Lehre aus dem Holocaust, sagt Weintraub. Ja, es gibt Unterschiede zwischen den Nationalsozialisten und der AfD. Doch die Parallelen sind zu zahlreich. Das sagen neben His­to­ri­ke­r:in­nen auch Holocaustüberlebende wie Leon Weintraub, Albrecht Weinberg oder Sally Perel. Wenn Bun­des­po­li­ti­ke­r:in­nen „Nie wieder“ sagen, wie können sie dann jene ignorieren, die es selbst erlebt haben und sagen, es geht wieder los?

Daher, hören Sie ihnen zu, wenn sie sagen: „Leiten Sie ein Verbotsverfahren gegen die AfD ein. Die Geschichte wird es Ihnen danken.“

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Marco Fründt
Seit November 2024 Volontär der taz Panter Stiftung. Studierte Politik- und Erziehungswissenschaften in Bielefeld und Thessaloniki sowie Neogräzistik in Berlin. Derzeit im Ressort Reportage und Recherche. Schwerpunkte: Erinnerungspolitik, Inklusion und der griechischsprachige Raum.
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138 Kommentare

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  • Es ist ja der Trick der Demokratiefeinde. Sie (mit menschenverachtenden Zielen/Programm) fordern demokratische Zulassung/Wahlen ein, während sie demokratische Entscheidungsgremien abschaffen wollen. Und viele gehen ihnen trotzdem auf den Leim.



    Aber die fehlende Aufarbeitung, der völlig falsche Umgang mit der braunen Zeit (und ihrer Täter), die jahrzehntelange Vernachlässigung der Gefahr von Rechts (man suchte seine Feindbilder ja lieber im Mikrokosmos links) haben das Bett des heutigen Dilemmas verursacht.

  • Erstmal braucht es eine juristisch sehr robuste Beurteilung und das Urteil, ob die Afd nun gesichert rechtsextrem ist.

    Wenn dann so ein Verfahren startet, soll das um die 5 Jahre dauern, bis es wirklich zu einem Verbot kommt. Wie man an der Jugendorganisation der AFD gerade beobachtet hat, wird dann schnell eine neue Organisation gegründet. Und die kann dann erstmal genauso rechtsextrem sein.

    Da die AfD auch von den Republikanern unterstützt wird, stehen der Bundestag und die demokratischen Parteien inzwischen zusätzlich unter Druck: Bloß kein Risiko im fragilen Verhältnis zum Paten, wenn die Zoll(Daumen)schraube droht, läuft der Wahlkreis heisst.

    Man sollte meinen, dass die regierenden Parteien jetzt alles unternehmen, um Zweifel an der Überlegenheit unserer Mehrparteien-Demokratie auszuräumen. Gefühlt passiert aktuell das Gegenteil, quasi täglich wird der Wähler mit neuen unsinnigen Vorschlägen in die Arme der AFD oder (hoffentlich!) der Linken getrieben.

    Gute Politik machen, nehmen Sie sich ein Beispiel an den erfolgreichsten Bundesländern, liebe Volksvertreter*innen. Was vor Gericht rauskommt, kann man nie sicher sagen, Versuch macht hier nicht klug.

  • Wahrscheinlich werden wir noch 10 Jahre über den Verbotsantrag diskutieren. Diskutieren ist auch viel gemütlicher als sich dafür zu entscheiden und den Antrag zu stellen. Eine armselige Vorstellung der Parteien. Die AfD sagt Danke. :-(

    • @Black & White:

      "Wahrscheinlich werden wir noch 10 Jahre über den Verbotsantrag diskutieren."



      Hoffentlich!



      Ich fürchte allerdings, bis dahin hat sich das Problem auf ganz andere Weise erledigt...

  • > Ein gescheiteres Verbotsverfahren wäre ein Disaster. <

    Was wäre denn ein erfolgreiches Verbotsverfahren? Ein Viertel der Bevölkerung traut dem "demokratischen Block" nicht mehr zu, die Probleme unseres Landes zu lösen. Nach dem Verbot gibt es rechts von der cdu nichts mehr. Alternative zur - aus Sicht der Rechten - unfähigen Merz-Regierung wäre dann nur noch eine Grünen-dominierte Regierung.

    Wählen können sich die Rechten in diesem unserem Lande dann gleich sparen. Was sollen die Rechten dann machen? Einsehen, dass sie die Bösen sind und auf politische Teilhabe ganz verzichten?

    Wir haben dann eine Gesellschaft, in der ein Viertel der Bevölkerung von der politischen Willensbildung ausgeschlossen ist.

    • @A. Müllermilch:

      Das BVerfG genießt auch ganz rechts deutlich mehr Respekt als die "Alt-Parteien". Der würde sich in den Augen der realitätsresistenteren AfD-Anhänger zwar schmälern, wenn es sich auf deren Seite stellen sollte, aber ich denke schon, dass ein nicht unerheblicher Teil der AfD-Wähler durchaus von einem Verbot beeindruckt wäre. Die AfD-Blase, in der die AfD die verfassungsmäßigen Rechte zurückerobern will - von Parteien, die sie schleichend abschaffen -, würde ein Stückweit platzen. Und wer das Vakuum füllen würde, wäre entweder gemäßigter oder hätte zumindest nicht die Ressourcen der AfD.

  • Einer "gesichert rechtsextremistischen" Partei den Zugang zu Wahlen zu gestatten, ist so gefährlich, dass Art 21 GG ihr Verbot ermöglicht. Und m.E. zwingend fordert:



    .



    》Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig《 - gerade vor dem Hintergrund des Aufstiegs der NSDAP liegt es nicht im Belieben von Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung, eine verfassungswidrige Partei gewähren zu lassen (womöglich noch aus parteitaktischen Gründen), ohne das Bundeverfassungsgericht anzurufen.



    .



    Hier ist die Exekutive, ist die Bundesregierung gefragt: ihre Erkenntnismöglichkeiten sind mit dem Verfassungsschutzgutachten vom Mai 2025 ausgeschöpft, sie muss die Sache Karlsruhe vorlegen.



    .



    Dies gilt für die Regierung Merz, es galt auch schon für die Restampel taz.de/-AfD-Jugend...bb_message_5131157



    .



    Und natürlich kann eine "Brandmauer" nur ein Provisorium sein, soll sie nicht zum virtuellen Pendant des "antifaschistischen Schutzwalls" der DDR werden.

  • So bitter wie es klingt, aber Antisemitismus ist inzwischen kein rechtes Privileg mehr. Links hat man ganz schön aufgeholt. Ich denke da nur an die Reportage von Kontraste des rbb, als unter Hammer und Zirkel Bodo Ramelow angefeindet wurde, weil ersichtlich an einer Podiumsdiskussion über Antisemitismus beteiligt hat. Vielleicht sollte man da auch mal prüfen.

  • Wir brauchen weder eine neoliberale, in gesicherten Verdacht stehende rechtsextemistische, menschenverachtende Partei, wie die der AfD, noch brauchen wir militante, " christliche " neoliberale Unionsparteien, in unserem demokratischen Deutschland, sonst ist es hier bei uns bald mit der Demokratie gewesen. Sozialabbau wohin man schaut, aber wenn man mitbekommt, wie Parlamentarier parteiübergreifend ihre Verwandschaft im Politik Business unterbringen, finanziert von unseren Steuergeldern, darf man getrost 🤑



    frontal ZDF sei gedankt.

    www.mehr-demokratie.de

    ☮️ www.friedenskooperative.de ☮️

    • @Alex_der_Wunderer:

      was für Parteien wir brauchen und welche nicht entscheiden nicht einzelne Personen sonst war es das mit der Demokratie!

      Demokratie bedeutet freie Wahlen und Mehrheit entscheidet somit ist jede Partei und jedes Wahlprogramm solange es nicht gegen das Grundgesetz verstößt erlaubt!

      Nur weil Ihnen die CDU nicht passt gibt es sehr viele die genau anderer meinung sind

      • @Marcelo:

        @Marcelo



        &



        [ UN ] Normalo

        Also jetzt mal für unsere studierten Freunde hier unter uns



        Was haben Meinungen in der Politik zu suchen ? Meinungen sind wie " Bäuerchen " beim Baby auf dem Arm.



        In der Polik zählen Fakten. Fakt ist, die CDU hat mit ihrer jahrzehntelangen neoliberalen Politik unser Land dahin gebracht, wo es jetzt steht. Von den Verursachern jetzt eine Verbesserung für die breite Masse der Bevölkerung zu erwarten, wäre wie den Beelzebub den Teufel austreiben lassen wollen.



        Zur AfD sei nochmals betont, wer eine, in gesicherten Verdacht rechtsextreme, neoliberale stehende Partei wählt, macht sich mit seiner Stimmabgabe für die AfD zum Unterstützer des Rechtsextremismus und wird somit auch ein Rechtsextremist.



        Aber haben Sie zwei Beiden man schön weiterhin ihre Bäuerchen, ach sorry - sind ja Meinungen.



        So Bäuerchen wie z. B. :



        Die Meinung meiner Nachbarin heute morgen beim Gassi gehen bei 2 Grad plus , is ja schon richtig warm jetzt.



        Meine Meinung is da eher, ganz schön kalt....



        Also Bäuerchen jetze - Gelle



        Fakt wäre, ab Null Grad friert es...



        Wie ist denn Ihre Meinung, beziehungsweise ihr Bäuerchen dazu ?



        Zur Ihrer Info, is nicht nur für mich völlig irrelevant.

    • @Alex_der_Wunderer:

      "Demokratie" heißt VolksHERRSCHAFT - nicht Volksverköstigung. Wenn die Mehrheit meint, die Sozialsysteme seien überladen und nur noch in reduzierter Form finanzierbar, dann mögen Sie das für einen Irrtum halten. Aber diese Meinung hält sich völlig im Rahmen der Verfassung, und die Vertreter dieser Meinung als "undemokratisch" abschaffen zu wollen, wäre selbst genau das: Undemokratisch und totalitär.

      Denokratie heißt auch Meinungsvielfalt und, zu ertragen wenn mal die "falsche" Meinung die Mehrheit stellt (und die Mehrheit höchstwahrscheinlich die eigene Meinung NIE ganz teilen wird). Wenn Sie mal auf die Inhalte schauen, haben wir aktuell dankenswerterweise (noch) keine rassistische, antiparlamentarische Mehrheit im Land, wohl aber eine klare "neoliberale". Denn ja, wirtschaftspolitisch hat die AfD weitgehend bei CDU und FDP abgeschrieben. Ginge es nur darum, gäbe es genug Schnittmengen UND ausreichend Mehrheiten dafür. Was sie hindert, ist nur die Untragbarkeit der AfD in anderen Themen.

      Das mag Ihnen zupass kommen. Aber überlegen Sie mal, was es mit denen macht, die die Dinge sozialpolitisch anders sehen als Sie und wissen, dass sie damit eigentlich in der Mehrheit wären.

      • @Normalo:

        ps Vetternwirtschaft ist eine universelle menschliche Schwäche. Politiker, die ihr frönen, tun das nicht, weil sie schwarz, rot, grün, gelb oder braun denken, sondern weil sie es können. Das wieder mag mit der Partei zusammenhängen, deren Mitglied sie sind, weil die ihnen diese Macht verleiht. Aber ansonsten sind die Parteien da völlig austauschbar. Schauen Sie sich nur die Pöstchenexplosion am Ende der Ampel an oder was die Linke in Thüringen an wohldotierten Freunden und Verwandten hinterlassen hat (von den Zeiten, als sie noch SED hieß, mal ganz zu schweigen...).

        • @Normalo:

          Nur als Ergänzung zu ihren richtigen Aussagen: man kann sogar gegen das Grundgesetz sein und nicht verboten werden können. Man muss eine kämpferische Haltung einnehmen. Also die freiheitliche demokratische Grundordnung mit Gewalt beseitigen wollen. Wobei m. E. bei bestimmten Kernprinzipien wie der Menschenwürde das BVerfG vielleicht schon bei der Rhetorik die Grenze ziehen könnte, weil man damit Gewalt jedenfalls propagiert. Man also nicht erst Steine werfen muss, um mit dem Slogan „karierte Menschen in die Nordsee“ verboten zu werden.

  • " Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben, liegt auf der Hand. "

    Während der Regierungszeit von SPD/Grüne/FDP hat sich das Wahlergebnis der AfD verdoppelt. Von 10,3 % auf 20,8 %. Im Moment liegt die AfD bei 24 %. Und es liegt an der Union das die AfD während der Ampel so erstarkt ist?

    • @Martin Sauer:

      Ja das kann man schon sagen. Die fortwährende Ausweisung der Ampel als unfähig und schlecht für den Durchschnitt war ein rhetorisches Fabrikat, das nicht mit der Realität korrespondierte, in den niemand real unter den Beschlüssen und Gesetzen der Ampel leiden musste. So hat die Oppositionsrhetorik insbesondere der CDU, die die Oppositionsrhetorik der AfD über weite Teile schlicht einfach nur potenzierte, das Angebot an Scheinlösungen für Scheinprobleme insbesondere auch der AfD gestärkt.

    • @Martin Sauer:

      "Und es liegt an der Union das die AfD während der Ampel so erstarkt ist?"



      Warum denn nicht? Wenn die Union keine echte Alternative zur Regierung darstellt, gehen Wähler zur 'Alternative'.



      Denn das ist es, was unsere Vollblutpolitiker offenbar nicht in den Kopf kriegen: Parteiengezänk statt Lösungen stärkt die Rechten. Kesse Sprüche statt Lösungen stärkt die Rechten. Pseudoabgrenzung stärkt die Rechten.

  • Wieso haben denn SPD und Grüne kein Verbotsantrag gestellt. an der FDP kann es nicht liegen, die war am Schluss raus aus der Regierung.

  • Wann stellen endlich jene Abgeordneten, die jetzt ein Verbotsverfahren haben wollen, einen Antrag im Bundestag zur Abstimmung. Auf was warten diese? Gibt es den nicht einen einzigen Abgeordneten, der den Mut dazu aufbringt?

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Das wäre eine schöne Pleite, wenn der Antrag im Bundestag gleich scheitert, wäre die Afd auch die Gewinnerin.

  • Die AfD verbieten zu WOLLEN, reicht nicht - egal welche politischen, historischen oder sonstwie legltimierten Zeugen man zur Legitimierung dieses Wunsches heranzieht. Zuerst muss man sie verbieten KÖNNEN. Und die verfassungsrechtlichen Hürden dafür werden nicht niedriger, nur weil man den Wunsch brennender äußert oder Zeitzeugen der Nazis zitiert.

    • @Normalo:

      Kann ja mal geprüft werden, oder?

      innn.it/afdverbot

      • @HopeDrone:

        Ich gehe davon aus, dass die Materialsammlung über die AfD und die Prüfung, ob es (schon) reicht, ein abseits der Öffentlichkeit längst laufender Prozess ist. Der Verfassungsschutz hat aber in seinem Gutachten, über das derzeit ja noch gestritten wird, schon durch gewisse Auslassungen durchblicken lassen, dass es für die Wertung "rechtsextrem" zwar schon, für die verbietbare Verfassungsfeindlichkeit aber noch nicht wirklich reicht.

    • @Normalo:

      "... es reicht.."



      ==



      Die Feinde der Demokratie sollen nicht die Möglichkeit bekommen, die Demokratie abzuschaffen. Das ist der Grundsatz, der hinter dem Begriff der wehrhaften Demokratie steht. Deswegen ist es auch möglich, demokratiefeindliche Parteien zu verbieten.



      =



      1..Endgültiges Urteil des Verwaltungsgerichts Köln zur Einstufung der Gesamtpartei des Bundesamtes für Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextrem."



      ==



      2..Für ein Verbot legte das Bundesverfassungsgericht fest:



      Nachweis das sich die agd beispielsweise in „aktiv-kämpferischer Weise“ für die Abschaffung der Demokratie einsetzt. Es genügt nicht, oberste Verfassungswerte abzulehnen, heißt es in einer Erläuterung des Bundesinnenministeriums. „Die Partei muss vielmehr planvoll das Funktionieren der freiheitlichen demokratischen Grundordnung beseitigen wollen“ – also aktiv gegen den Staat vorgehen.



      ==



      Ein Teil dieser Nachweise zur Abschaffung der Demokratie durch die agd dürfte ein Video sein über das Verhalten von agd - Abgeordneten im Bundestag...............

    • @Normalo:

      Dass ich noch 's Linnemänchen zitieren würde, unglaublich: Einfach mal machen. .. Naja, klar, klassisch Unrecht haben Sie ja auch wiederum nicht. 😉

      • @Gerhard Krause:

        Ich finde es selbst nicht gut, aber das BVerfG hat leider mit seiner Aversion gegen Parteiverbote das Schwert doch sehr stark abgestumpft. "Man müsste doch nur"-Wunschvorstellungen helfen da auch nicht weiter.



        "Einfach mal machen" hieße realistisch betrachtet 3 bis 5 Jahre zu prozessieren, um dann am Ende - soweit ich das von hier abschätzen kann - mit deutlich überwiegender Wahrscheinlichkeit bescheinigt zu bekommen, dass der Sauhaufen NICHT verfassungsfeindlich ist. Zumindest wird die AfD das lautstark so interpretieren. Nein danke.



        Also: Aufpassen, mit allen rechtstaatlich zulässigen Mitteln Durchleuchten und dann Zuschlagen (wobei der Hammer wie erwähnt leider nur in Gletscherfließgeschwindigkeit fällt), wenn sie sich selbst einen hinreichend dicken Strick gedreht haben. So ergibt das Sinn. Die Devise "Schön stark und mutig" (=Schön gegen die Wand gelaufen, Stark wieder abgeprallt und Mutig wieder dagegengelaufen...) endet dagegen absehbar nur mit einem Sieg für die AfD.

    • @Normalo:

      Bei SRP und KPD waren die Hürden auch nicht niedriger. Da hat niemand ein Problem gesehen. Die wurden einfach verboten.

      • @Matt Olie:

        Ob jetzt wirklich die Latte vor 70 genau so hoch lag, ist nicht leicht zu sagen. Vor allem aber haben diese beiden Parteien es den Richtern deutlich leichter gemacht, weil sie ganz offen für einen - durchaus auch gewaltsamen - Systemwechsel weg von der freiheitlichen Demokratie eintraten.

    • @Normalo:

      Na dann hier nochmal der Link zu einem Rechtsgutachten, den um 10:50h schon Klabauta eingebracht hat (danke dafür): verfassungsblog.de...botsverfahren-afd/



      Manchmal muß man einfach nur noch WOLLEN.

      • @Selbstauslöser:

        Ja, dieses Gutachten "will". Das merkt man leider ZU deutlich:



        Die messerscharfen Schlüsse basieren auf meist sehr allgemein bis vage gehaltenen Aussagen darüber, was diese Partei nach Ansicht der Autoren bezweckt. Die wenigen konkreten Beispiele bleiben anekdotische "Nachweise" von vorweggenommenen Urteilen, ohne dass ihre Abstrahierbarkeit auf die Partei als Ganzes wirklich nachgewiesen wird. Die Vieldeutigkeit von Aussagen wird gegen die Äußerer verwandt, was gegen die Regeln des BVerfG zur Interpretation öffentlicher Äußerungen verstößt.

        Insgesamt ist das zu dünn. So kann man journalistische Meinungsartikel schreiben, in Teilen auch VTs spinnen, aber für ein aussagekräftiges juristisches Gutachten fehlt es an belastbaren Fakten und der sauberen Subsumption derselben unter die einzelnen Tatbestandsmerkmale. Das Ergebnis mag völlig überzeugend wirken, wenn man die Meinung der Autoren auch schon vorher geteilt hat (auch ich würde an keinem Punkt widersprechen wollen). Aber beim BVerfG, das einem Verbotsantrag neutral bis skeptisch gegenübersteht (weil es einen institutionellen Widerwillen gegen Parteiverbote hat), würde es nichts reißen, denke ich.

    • @Normalo:

      So ist es. Ein gescheiteres Verbotsverfahren wäre ein Disaster.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Bis heute kann mir kein Anhänger dieser Theorie erklären, worin dieses "Desaster" tatsächlich begründet - und nicht nur verwortet! - liegt.

        • @Gerhard Krause:

          Der Weg in die Diktatur ist einer aus Dominosteinen, die nacheinander umfallen. Und ein gescheitertes Verbotsverfahren wäre ein GROSSER Dominostein:

          Es würde von der AfD natürlich nicht nur als juristischer Sieg sondern als Persilschein verkauft werden: "Seht Ihr, wir sind gar nicht die Bösen (und unsere Wähler auch nicht). Böse sind die, die uns hier zu Unrecht vor den Kadi gezerrt haben!"

          Das wäre für viele Wähler das Ende ihrer inneren Brandmauer. Die (nunmal reale, auch wenn für Linke schwer verständliche) Unzufriedenheit vieler Unionswähler über den GroKo-verwässerten Kurs ihrer Partei hätte ein um Größenordnungen geschrumpftes moralisches Gegengewicht, das sie bisher von einem Wechsel zur AfD abgehalten hat. Den ersten folgen Weitere, bis die AfD ihr Ziel erreicht hat, die Union als DIE rechte Volkspartei abzulösen, ohne das sich etwas an der Mehrheit rechts der Mitte ändern würde. Spätestens dann wäre die AfD die parlamentarische Kraft, ohne die gar nichts mehr geht.

          Merke: Konservative Wähler mögen Konformität. Wo sich eine mächtiger werdende Linke fast zwangsläufig in prinzipienreiterisches Wohlgefallen zersplittert, gravitieren Rechte eher zum aktuell größten "Haufen".

    • 8G
      846224 (Profil gelöscht)

      @Normalo:

      Ja, die verfassungsrechtlichen Hürden sind sehr hoch, das ist auch gut so.



      Sollte ein Verbotsverfahren wirklich vor dem BVerfG landen, so werden die Richter sicher nicht die erschütternden Aussagen von Zeitzeugen des Nationalsozialismus als Entscheidungsgrundlage heranziehen, sondern sich an der Gegenwart orientieren.

  • 14.02.26 Brandenburger Tor 12 - 13 Uhr

  • ""Leiten Sie ein Verbotsverfahren gegen die AfD ein""



    ==



    Im Mai 2025 stuft das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln die AfD nach mehrjähriger Prüfung nun als „gesichert rechtsextremistisch“ ein. Der Verdacht, dass die Partei Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verfolge, habe sich bestätigt und in wesentlichen Teilen zur Gewissheit verdichtet.



    ==



    Die agd klagt nun gegen idie Einstufung als „gesichert rechtsextrem“ durch den Verfassungsschutz --- darufhin setzte der Verfassungsschutz die Bewertung vorerst aus.



    ==



    Ein konkretes Datum für das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln zur Einstufung als "gesichert rechtsextrem" steht allerdings noch nicht fest



    ==



    Die noch ausstehende endgültige Entscheidung ist die Grundlage für alle folgenden konkreten Schritte die agd zu verbieten.



    ==



    Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben sollen ist eine steile These - bin gespannt auf eine Begründung.

    • @zartbitter:

      Nö, keine steile These. Allenfalls über die Verteilung der Schuldfrage nach Gewicht oder "Längenmaß" ließe sich streiten. Gründe: einseitige Politik für die (wahrlich) Vermögenden, ganz klar. Im Zeitalter der viel größeren Wahrnehmungsspanne von, zum Beispiel, Verschonungsbedarfsprüfung, Abschreibungsmodellen, Stiftungsrecht und Zerstörung der Lebensgrundlagen ist Verscheißern der übrigen Bevölkerung halt nicht mehr "arm.aber.sexy", sondern Offenlegung der bestehenden Schieflage. N'abend.

      • @Gerhard Krause:

        Verschonungsbedarfsprüfung & Abschreibungsmodelle == =gegen die Einführung des Bürgergelds im Januar 2023.



        =



        Ich befürchte das agd Wähler und agd Mitglieder die "Verschonungsbedarfsprüfungen" weder verstehen und mit Sicherheit deswegen auch nicht gewählt wurden.

    • @zartbitter:

      Während der Regierungszeit der Ampel hat sich die AFD vedoppelt. Wahl 2021 hatte die AfD 10,3 % und dann 2025 waren es 20,8 %. Daran hat jetzt die Union Mitschuld.

      Und SPD/Grüne haben am Schluß ohne FDP regiert. Wieso haben die kein Verbotsantrag gestellt?

      www.wahlrecht.de/umfragen/dimap.htm

      • @Martin Sauer:

        Zu viele Zahlen auf einmal? Die agd war bereits 2018 bei 18% - siehe dimap - und die Einstufung der agd als "gesichert rechtsextrem" durch den Verfassungsschutz erfolgte im Mai 2025 - und die Grundlage für politisches Handeln erfolgt nachdem das Urteil rechtskräftig ist..



        =

    • @zartbitter:

      "Die agd klagt nun gegen idie Einstufung als „gesichert rechtsextrem“ durch den Verfassungsschutz --- darufhin setzte der Verfassungsschutz die Bewertung vorerst aus."

      Das ist so nicht richtig. Der VfS setzte die Verbreitung der Einstufung aus, nicht die Einstufung selbst.

      • @Kaboom:

        ""Stillhaltezusage"" nennt sich das wohl im Juristendeutsch.

  • Söder/Merz sprachen von der Brandmauer nie, um sich inhaltlich abzugrenzen. Das wäre von Anfang an unglaubwürdig gewesen. Es ging nur darum, den schärfsten Konkurrenten um die Macht einzugrenzen, indem man die Ähnlichkeiten offiziell leugnet, um sie realpolitisch besser verwirklichen zu können. So wie damals in West-D die SPD eine (nicht so genannte) Brandmauer gegen die Grünen errichtete, indem sie alle ihre Anträge ablehnte, und dann fast gleichlautende selbst einbrachte. So will die CSU jetzt einiges von der Politik umsetzen, die sie bei R. Habeck aggressiv zurückgewiesen hatte. Sogar die Wochenshow machte sich darüber schon lustig.



    Immer der selbe Mechanismus im Kampf um Macht, statt um Inhalte. Ein AfD-Verbot kann den rechten "Mitte"-Parteien nicht gefallen, weil dafür deren INHALTE geprüft würden. Die gemeinsamen Schnittmengen würden zu offensichtlich.

    • @Selbstauslöser:

      "Die gemeinsamen Schnittmengen würden zu offensichtlich."

      Das ist hanebüchen. Sollte die AfD verboten werden, dann sicherlich nicht wegen der Inhalte, die sie mit den Zentristen gemein hat. Wenn Sie das glauben, missverstehen Sie die Verfassung als ein Vehikel zur Verwirklichung Ihrer persönlchen politischen Einstellung. Sie hat aber ein WEIT größeres Spektrum als das. Es mag den einen oder anderen Punkt geben, an dem man in den Parteien die Verfassung eher als hinderlich ansieht, aber wer hat dieses Problem NICHT (s. Abtreibungsrecht...)??

      Vor allem aber: Die Politiker in diesen Parteien sind mindestens so überzeugt, dass ihre politische Agenda letztlich im Einklang mit der Verfassung steht, wie Sie vom Gegenteil. "Angst vor Karlsruhe" hat dort niemand.

    • @Selbstauslöser:

      @Selbstauslöser



      Genau Ihr letzter Absatz bringt es auf den Punkt. Wir vermuten nämlich auch, genau die Gefahr besteht, gerade auch für die " christlichen " Unionsparteien & dieser vermeintliche " S " PD....



      Die werden doch nicht's in die Wege leiten, um dann eventuell auch verboten zu werden. Denn bei einer Prüfung eines Verbotverfahren wird nicht mit zweierlei Maß gemessen werden können...

  • Im Grunde genommen wird mit dem Slogan "AfD-Verbot" das Pferd von hinten aufgezäumt. Denn was wir als Bürger mit aller Energie verlangen müssen ist eine Prüfung der AfD durch das Bundesverfassungsgericht. Stellt das höchste deutsche Gericht bei der Prüfung der fest, dass die AfD verfassungswidrige Ziele verfolgt, folgen daraus entsprechende Konsequenzen.

    Warum wurde bis heute keine Überprüfung beantragt? Trotz zahlreicher Hinweise auf rechtsextreme Bestrebungen der AFD? Das müssen wir Bundesregierung, Bundestag und/oder Bundesrat fragen.

    Niemand der angesprochenen Politiker (nur sie können einen solchen Prüfantrag stellen) soll sich mit "Ich bin gegen Parteiverbote" herausreden können. Er hat schließlich auch gar nichts zu verbieten. "Warum verhindern Sie die Prüfung, warum hindern Sie das Bundesverfassungsgericht, seine Arbeit zu tun?", muss die Frage lauten.

    • @abraxas:

      Ich glaube nicht, dass man das überspritzen sollte. Stellen wir uns vor, dass aufgrund von schlechter Vorbereitung oder fehlenden Voraussetzungen, die Überprüfung ergibt, dass die AFD nicht verboten werden können. Das wäre eine politische Katastrophe, denn dann würden die Faschisten das Ausschlachten bis zum geht nicht mehr

  • Die AfD wird verboten werden. Die Vorstellungen der Partei laufen nahezu vollständig gegen die Logik unserer Verfassung. Etwa ein selektives Sozial- und Krankversicherungssystem - das gab es zuletzt bei der Apartheit in Südafrika und im Süden der USA bis Ende der 1950er. Dann sollte man sich daran erinnern, dass die NSDAP die Arbeitslosenhilfe für Juden 1933 einfach strich. Diese Logik, bestimmte Gruppen aus Transferleistungen auszuschließen, die ist direkt aus dieser Haltung abgeleitet. Ohne AfD-Verbot leben wir in einer großen Gefahr. Anders als bei der NSDAP kommt bei der AfD hinzu, dass sie sich anderen, fremden Mächten anbiedert, ob das Ungarn, Russland, China oder Iran war / ist. Diese Partei bringt deutsche Interessen auf eine Art Handelsplatz. Und die Partei wird von sehr rechtsextremen Zirkeln von Außen stark beeinflusst, das war bei der NSDAP definitiv nur sehr abgeschwächt der Fall.



    Hinhören = Verbieten (, das bitte aber sauber.)

    • @Andreas_2020:

      >Etwa ein selektives Sozial- und Krankversicherungssystem - das gab es zuletzt bei der Apartheit in Südafrika und im Süden der USA bis Ende der 1950er.<

      Haben wir doch längst. Durch die Sozialversicherung wird nur der dumme Rest (=Arbeitnehmer) abgezockt. Beamte, Selbständige nicht.

      Die Krankenschwester ist in der GRV-Pflichtversicherung. Der Arzt im Krankenhaus kann in das berufsständische Versorgungswerk.

    • @Andreas_2020:

      Laut Bundesverfassungsgerich und Bundesverfassungsschutz handelt die NPD/Heimat verfasungwidrig und wil die deutsche grundordnung den Staat sürzen. Und trotzdem wurde sie nicht verboten.

      Hinhören=Verbieten wird wohl beim bundesverfasungsgericht nicht ausreichen. Zumal im 2. NPD Verbotsverfahren auch der europäische Gerichtshof für Menschenrechte angefragt wurde. Der hat schon Zb. türkische Parteiverbote wieder aufgehoben. dabei geht es um die europäische Menshenrechtskonvention Artikel Vereinigungsfreiheit.

      www.lto.de/recht/h...nd-vergisst-europa



      Dr. Sebastian Roßner



      02.02.2012



      Kaum jemand beachtet dabei aber den EGMR. Dabei könnte ein von Karslruhe ausgesprochenes Parteiverbot in Straßburg scheitern – und damit zum Bumerang für die Politik werden, meint Sebastian Roßner.

    • @Andreas_2020:

      Mit Blick auf die geltende Rechtslage ist zum Beispiel auch jede Bestrebung Abtreibungen zu legalisieren gegen grundlegende Werte unserer Verfassung gerichtet. Das macht die Parteien, die diese Bestrebungen unterstützen, aber noch lange nicht "verbietbar". Im Vergleich dazu ist der Kriegsfuß, auf dem die AfD nachweislich mit der Gleichheitsgrundsatz steht, auch nicht so komplett unerträglich.

      "Verbotsträchtiger" könnte ihre Einstellung zur Würde (je)des Menschen und zur Demokratie (insbesondere mit ihren Auswüchsen "Parlamentarismus" und "Pressefreiheit") sein. Aber auch da muss man ihr erst einmal nachweisen, dass sie die als Gesamtorganisation wirklich aktiv bekämpft. Das ist nicht so leicht, wie es scheint. Vor allem vermisse ich bislang in der Begründung der Verbotsplädoyers jegliche verwertbaren internen Äußerungen, die das unterlegen. Entweder die AfD hat ihre Leute wirklich gut im Griff, Verfassungsschutz, Medien Aktiviti etc. scheitern jämmerlich bei der Infiltrierung oder die AfD schafft wirklich den Spagat zwischen bräunlicher Lautsprecherei und Systemtreue. Letzteres halte ich zwar für die unwahrscheinlichste Lösung, aber egal: Aktuell reicht's nicht für ein Verbot.

      • @Normalo:

        Ich habe keine einzige Akte hier liegen, sprich ich kann das nicht nachlesen. Es ist aber so, dass die AfD §1 GG schon nicht beachten will, sondern dem ein russisches Volkswohl überordnen will. Sprich die AfD wird Deutschland eine andere Verfassung geben. Und da sehe ich einen wichtigen Punkt für ein Verbot. Die NPD war klein, eigentlich nicht relevant und von Geheimdiensten stark durchsetzt. Das ist bei der AfD ganz anders, sie expandiert, startete im bürgerlichen Protestlager, sie wurde nicht von Geheimdiensten durchsetzt, dafür aber von rechtsextremen Gruppen, die sich ganze Bundesländer als Parteiuntergliederungen aneignen konnte. Außerdem haben die Grünen ein Konvolut im Landtag zusammen gestellt, es zeigt in Bayern eine sich durch die Partei durchziehenden Rechtsextremismus und Verfassungfeindlichkeit auf.

        • @Andreas_2020:

          Ich WEISS es auch nicht. Was Sie über die AfD schreiben, GLAUBE ich - wenn auch nicht über alle ihre Wähler. Bei den veröffentlichten Vorwürfen sehe ich aber fast immer überspringende Emotionalität und "wissendes" Hinter-die Stirn-Gucken eine zu große Rolle.

          Beispiel: Ja, das ubiquitöse "Lügenpresse!" deutet nicht auf ein gesundes Verhältnis zur Pressefreiheit hin, aber es ist am Ende doch nur realitätsverweigernde Rhetorik, an sich nicht repressiv und im Vergleich zu dem, was z. B. im linken Lager über die Springer-Medien zu hören ist, auch nicht einmal übermäßig heftig.

          Auch bei der Würde des Menschen sehe ich zwar den Punkt der Verbotsbefürworter und würde mich in der persönlichen Einschätzung auch völlig anschließen. Aber handfest sehe ich zwar völkische und xenophobe Tendenzen, aber keine NS-mäßige Überlegenheitsrhetorik. Einen Missbrauch des Wortes "Kultur", um Rassismus zu kaschieren, kann man auch sehen, aber der Rassismus bleibt eben für Jene tatsächlich versteckt, die sich - wie das BVerG in ständiger Rechtssprechung - weigern, auch mal böswillig zwischen den Zeilen zu lesen. Mangelnder Respekt vor dem Parlament ist keine manifeste Abschaffungsabsicht etc....

  • Bitte - nehmen wir die Scheuklappen für einen Moment ab. Sobald eine persönliche Handlungsfreiheit die Handlungsfreiheit der Anderen beschneidet, entsteht entweder Zwang oder Konflikt. Sobald ein Bedürfnis durch institutionell konsolidierten Zwang legitimiert wird, entsteht ein "Recht". Dieses "Recht" wir immer verliehen - und kann natürlich auch wieder entzogen werden. Ob dieser "Rechtsentzug" in der Lage ist, das dem "Recht" unterliegende Bedürfnis einzelner Akteure zu stillen, bleit fragwürdig. Ob Zwang dazu das Mittel sein sollte, mindestens zweifelhaft.

    Jeder sollte sich die Frage stellen dürfen, ob "wirkliche Politik" (also jene, welche eine faktische Wirkung entfaltet (Gelder verteilt, Recht zuspricht, etc.)) im Plenarsaal zwischen Vielen oder per Handschlag nach einem Vieraugengespräch zwischen relevanten Akteuren stattfindet. Es gibt ohnehin kein Recht auf eine Beantwortung dieser Frage.

  • All jenen, die hier so eifrig gegen ein Verbotsverfahren gegen die AfD anschreiben, sei dieser Artikel im Verfassungsblog ans Herz gelegt:

    Rechtswissenschaftliche Stellungnahme zu einem Parteiverbotsverfahren gegen die Alternative für Deutschland

    verfassungsblog.de...botsverfahren-afd/

    • @Klabauta:

      Und man sollte sich mal durchlesen wieso die NPD nicht verboten wurde. Die NPD ist handelt laut Bundesverfassungsgericht, und Bunderverfassungsschutz, verfassungswidrig und will den Deutscher Staat stürzen.

      Für mich zählt was das oberste Gericht entscheidet, und nicht was ein privater Verfassungblog so von sich gibt.

      www.bundesverfassu...17_2bvb000113.html

      Hinzu kommt das auch noch der europäische Gerichtshof für Menaschenrechte den Deutscher Stat auffordern könte ein AfD Verbot wieder aufzuheben. Deutschland hat die Europische Menschenrechtskonvention unterzeichnet.

      www.lto.de/recht/h...nd-vergisst-europa



      Kaum jemand beachtet dabei aber den EGMR. Dabei könnte ein von Karslruhe ausgesprochenes Parteiverbot in Straßburg scheitern – und damit zum Bumerang für die Politik werden, meint Sebastian Roßner.

  • Mutig, allein der CDU/CSU die alleinige Schuld am Erstarken der AFD zu geben, von den anderen Parteien habe ich hier jedenfalls nichts gelesen. Dabei ist die SPD seit Gründung der AFD mehr oder weniger durchgängig an der Regierung beteiligt, auch die Grünen und FDP haben fleißig mitregiert. Und die Linke hat insbesondere im Osten jetzt auch nicht unbedingt dafür gesorgt, dass die AFD kleiner geblieben wäre...

    • @MarsiFuckinMoto:

      Tatsächlich habe ich in der TAZ noch nicht einen Kommentar gelesen, der alleine der CDU/CSU die Schuld am Erstarken der AfD gibt. Was soll also dieser Popanz?

      • @Selbstauslöser:

        Dann lesen Sie mal den Artikel unter dem Sie grade diskutieren, dort werden nur CDU/CSU und SPD die Schuld gegeben.



        Das ist wirklich völlig Fehl und und Mutig...

  • Hauptsache, wir reden nicht nur über ein Verbot, sondern auch ansonsten deutlich und argumentativ mit jedem, der „Scheissdemokratie“ sagt. Und das sind viele.

    • @Kay Brockmann:

      Da die freie Meinungsäusserung ein zentrales Merkmal einer Demokratie ist, sollen wir also jetzt ein ernstes Wort mit Ihnen reden?



      Wenn jemanden das so empfindet, hätte er in einer funktionierenden Demokratie nämlich jedes Recht das auch zu sagen...

      • @Rikard Dobos:

        Ein "ernstes Wort" nicht.

        @Kay Brockmann schrieb, man solle deutlich und argumentativ mit demjenigen reden.

        Ist ein Unterschied.

      • @Rikard Dobos:

        Das ist aber genau der Grenzbereich: Wie weit kann die Demokratie ihre eigene Abschaffung (bzw. deren Propagierung) dulden?



        Nur innerhalb des demokratischen Systems gedacht, ist das leicht zu beantworten: "Wenn die Mehrheit das so will, dann soll sie es bekommen." Aber was, wenn es keinen Weg zurück gibt, und die Mehrheit systembedingt nach Abschaffung der "Scheißdemokratie" einfach nicht mehr gefagt wird, ob die nicht doch besser war als das, was sie ersetzte? Das wäre dann natürlich nicht mehr demokratisch. Also Pech für die verbliebenen/ wiedergeborenen Demokraten? Oder doch lieber vorsorgen und die Grenzen der speziell demokratischen Rechte da ziehen, wo sich ihre Ausübung gegen dei Demokratie richtet? Wo anfangen?

        Davon abgesehen ist "ein ernstes Wort Reden" noch lang nicht dasselbe wie "den Mund verbieten". Also ist jemand, der das möchte, auch nicht per se ein autoritärer Antidemokrat.

    • @Kay Brockmann:

      Sollte hier tatsächlich eine inhaltliche Einordnung möglich sein, dann doch am besten die nach Rio Reiser:

      "Ich bin nicht frei, denn ich kann nur wählen..."

  • Ich bin immer wieder verwundert, wenn ich lese, der Rechtsruck in Deutschland hätte seine Ursache im Wirken der AfD.



    Ist es nicht vielmehr so, dass die AfD Symptom einer seit mindestens 30 Jahren verfehlten Politik ist?



    Eine ständig steigende Abgabenlast für die Mittelschicht bei gleichzeitiger Entlastung der höchsten Einkommen/Vermögen und dem Rückzug des Staates von seiner früheren Kernaufgabe (der Daseinsvorsorge) befördern Abstiegsängste. Diese wiederum werden (nicht nur von der AfD) aufgegriffen, einem Sündenbock (Ausländer, Arbeitslose, Rentner, etc.) zugeordnet und mit einfachen Rezepten (Ausländer raus, mehr Arbeiten, weniger Sozialleistungen) versehen.



    Nun kann man aus meinetwegen guten Gründen einen Verbotsantrag stellen und warten was passiert.



    Davon verschwindet jedoch nicht die Ursache sondern lediglich das Symptom.



    Ohne ein gleichzeitiges Umsteuern in der Politik wird das somit nichts mit dem Kampf gegen Rechts.

    • @Uwe Bogumil:

      "Eine ständig steigende Abgabenlast für die Mittelschicht bei gleichzeitiger Entlastung der höchsten Einkommen/Vermögen und dem Rückzug des Staates von seiner früheren Kernaufgabe (der Daseinsvorsorge) befördern Abstiegsängste."



      Und dann zur AfD neigen? Die sind doch gerade für Entlastung der Reichen und Steuersenkungen (= weniger Geld für öffentliche Infrastruktur). Und gegen ziemlich alles, was normalen Beschäftigten direkt oder indirekt wirtschaftlich nutzt - Tarife, Mindestlohn, Grundsicherung (oder deren jeweilige Ausweitung).

      • @Ciro:

        Problem ist halt, das es immer schlechter wurde unter den Parteien, welche Tarife, Mindestlohn etc befürworten.



        Deswegen muss und sollte man nicht AfD wählen, aber es ist nun echt nicht so, das die Linken Parteien Sozialpolitik betreiben würden.

      • @Ciro:

        Ich glaube, die wenigsten Deutschen lesen Parteiprogramme. Solange die meisten Wähler ihr Kreuzchen aus dem Gefühl heraus malen, werden Wahlergebnisse stark über die sog. "Sozialen" Medien gesteuert. Das wissen die AfD-Strategen, sind deshalb besonders dort aktiv, und besonders für jüngere Wähler attraktiv.



        Zudem: die Abgabenlast steigt nicht nur für die Mittelschicht. Wie in jeder Torte ist die unterste Schicht am härtesten dran. Wenn der Druck auf die Mittelschicht noch Abstiegsängste auslösen mag, was soll er erst in der Unterschicht bewirken? Doch ein Ausweichen zu den Rändern, nicht wahr?

    • @Uwe Bogumil:

      Wenn erstmal die Faschisten und Demokratie-Hasser von der Bildfläche verschwinden(Verbot der AfD) kann und muss man sich selbstverständlich dem Neoliberalist Merz stellen und seine antisoziale Politik, die mittlerweile immer frecher wird ( Abschaffung der Arbeiter Rechte, Rentenansprüche auf der Börse verzocken (!) ect ect. mit großangelegten Demonstrationen bekämpfen, das wird, denke ich, auch passieren.

      • @Andreas Flaig:

        @ Andreas Flaig



        Wir brauchen nicht nur massive Demonstrationen, sondern uns Bürgern bleibt auch noch das starke Mittel der Konsumverweigerung. Da werden Industrie, Wirtschaft & DAX schon eine eindeutige Sprache sprechen und dem Kanzler mal zur Besinnung bringen.

  • Warum vertrauen auf einmal so viele Linke dem Verfassungsschutz?



    Verstehe ich nicht.

    • @Peter Schütt:

      @Peter Schütt



      Die Frage lautet eher, wann beauftragen wir demokratischen Humanisten den Verfassungsschutz unseren Bundestag unter Beobachtung zu stellen...

    • @Peter Schütt:

      Wer Politik verfolgt, weiß, wo die AfD steht. Wenn der VfS das auch so sieht, um so besser.

    • @Peter Schütt:

      Niemand muss dem Verfassungsschutz vertrauen, der das nicht möchte. Irrelevant. Der Verfassungsschutz kann keine Partei verbieten.



      Das kann das Bundesverfassungsgericht, wenn es nach Überprüfung die Verfassungswidrigkeit einer Partei feststellte.

    • @Peter Schütt:

      Wer tut das? Es ist nicht schwer, die AfD als Faschisten zu erkennen. Das muss mir nicht erst der Verfassungsschutz erklären. Wenn nun aber selbst der schon zum selben Ergebnis kommt, wird es höchste Zeit mal ernsthaft zu reagieren.

    • @Peter Schütt:

      Weil sie schlicht und ergreifend keine Idee haben, wie man dem Rechtsruck gesamtgesellschatlich effektiv etwas entgegensetzen könnte. Ein Verbot ist immer die einfachste und oft auch die faulste Lösung, sich mit Problemen auseinanderzusetzen. Sich der Frage zu stellen, warum sich die Gesellschaft so entwickelt, warum viele Wähler das Protestpotential nur noch bei rechten Demokratiefeinden sehen, warum das linke Lager nicht vom Vertrauensverlust in die politische Mitte profitieren kann. Es ist viel einfacher zu fordern, nicht mit der AfD und der deren Wählern zu reden und zu hoffen, dass ein Parteiverbot alles wieder gut macht, als mal zu hinterfragen, wie man pragmatisch Mehrheiten links der Union erreichen kann, um Demokratie und Rechtsstaat gegen ihre Feinde zu stärken zu stärken. Dafür müsste man aber gehörig über den eigenen Schatten springen und eigene Radikalpositionen hinterfragen.



      Dass man hier die Hoffnung in ein vom Verfassungschutz gestütztes Verbotsverfahren legt, zeigt eigentlich, dass das gar nicht so schwer sein muss.

  • Natürlich will die herrschende Politik kein Verbot der AfD. Ein solches Verbot würde ihnen ihren wichtigsten politischen Rohstoff entziehen: den permanentenBuhmann, auf den sich jedes eigene Versagen projizieren lässt. Ohne AfD müssten sie plötzlich erklären,warum ihre Politik immer öfter gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung gerichtet ist– und genau das wollen sie um jeden Preis vermeiden. Solange man alles mit dem Verweis auf den „rechten Feind“ abräumen kann, bleiben echte Debatten über Wohlstandsverlust, Sicherheitsabbau, Rechtsstaatsdefizite und demokratische Entmündigung überflüssig.



    Die Wahrheit ist:Nicht das AfD-Verbot nützt den Kartellparteien, sondern die Drohung damit.Sie wirkt wie ein Disziplinierungsinstrument. Bürger, die anfangen nachzudenken, sollen eingeschüchtert werden: Wer vom erlaubten Meinungskorridor abweicht, landet schneller im Verdachtsraum als ihm lieb ist. Das ist keine Verteidigung der Demokratie – das ist ihre schleichende Aushöhlung.

    • @Rene Meinhardt:

      "Wer vom erlaubten Meinungskorridor abweicht, landet schneller im Verdachtsraum als ihm lieb ist. "

      Ganz richtig. Und der "erlaubte Meinungskorridor" wird durch unsere Verfassung vorgegeben. Und selbstverständlich muss sich eine Demokratie gegen ihre Feinde verteidigen. Denn es wäre nun wirklich eine beispiellose Dummheit, Machtergreifung 2.0 zuzulassen.

    • @Rene Meinhardt:

      "Kartellparteien" - Ihre Wortwahl ist (selbst-)entlarvend.

      • @Klabauta:

        Er hat Jehova gesagt.



        Ich weiß die AfD war sehr geschickt daran ostdeutsche Narrative zu kapern, was ja bei allen anderen Parteien unter Körperstrafe steht. Nur weil jetzt jemand Begriffe verwendet, die hier im Diskurs einfach usus sind, tritt dann keine eigenartige Kontaktschuld ein. Das ist nur ein Versuch sich nicht der offenen Debatte zu stellen. Aus der Sicht eines Einwohners eines Wahlkreises, in dem die AfD schon seit mehreren Wahlen absolute Mehrheiten holt, können bei einem die verzweifelten Abwehrversuche des vereinigten Restes der Parteienlandschaft schon die Assoziation eines Kartells erwecken. So hatten wir dann die letzten 3 Landesregierungen jeweils mit CDU Partnern die bei uns im Wahlkreis alle unter 5% lagen. Lange geht das nicht mehr gut.

        • @Šarru-kīnu:

          Ich finde Das Leben des Brian auch sehr lustig, meine aber hier eher mit Victor Klemperer, den ich an anderer Stelle bereits zitiert habe: Die Sprache bringt es an den Tag.



          Was meiner Meinung nach auch der Rest des Beitrags des Foristen belegt, so, wenn er z.B. vom „erlaubten Meinungskorridor“ spricht, von Einschüchterung der Bürger. Impliziert wird damit, dass wir nicht in einer Demokratie leben, und genau das ist die Wiederholung des entsprechenden AfD-Narrativs.

        • @Šarru-kīnu:

          "Nur weil jetzt jemand Begriffe verwendet, die hier im Diskurs einfach usus sind, tritt dann keine eigenartige Kontaktschuld ein"

          Wenn jemand sich durch seine Sprache selbst entlarvt, dann darf man das auch benennen.

          "Das ist nur ein Versuch sich nicht der offenen Debatte zu stellen. "

          Nee. Das ist das Benennen von Fakten.

          "Aus der Sicht eines Einwohners eines Wahlkreises, in dem die AfD schon seit mehreren Wahlen absolute Mehrheiten holt [...]."

          Aus Sicht eines Demokraten bestätigen Sie genau das, was Sie vorher bestritten.

          " verzweifelten Abwehrversuche des vereinigten Restes der Parteienlandschaft schon die Assoziation eines Kartells erwecken"

          Man bezeichnet das gemeinhin als den Versuch, die Demokratie vor ihren Feinden zu beschützen. Und das, was gewisse Kreise als "Kartell" bezeichnen, bezeichnet man gewöhnlich als Demokraten.

          "Lange geht das nicht mehr gut."

          Dann bekommt man bei Ihnen doch "endlich" die Regierung, die sich "alle" so sehnlich wünschen. Und alles wird gut. Die gebratenen Hähnchen werden den Menschen in Ihrer Region in den Mund schweben.

  • „ Seit Jahren wird diskutiert, ob man die AfD verbieten kann oder sollte. Warum nicht einfach auf jene hören, die die NS-Zeit erlebt haben?“

    Weil Betroffene nicht automatisch Experten sind, weder in diesem Themenbereich, noch in anderen.

    • @Kawabunga:

      Niemand sagt, das die Opfer Experten sind. Sie erzählen ihre persönliche Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus. Wie er sich entwickelte und was sie erlebten. Sie sind wichtige Zeitzeugen, die es nicht mehr lange geben wird. Natürlich muss man hören, was sie zu sagen haben.

  • Ein AfD Verbot ist richtig. Im Grundgesetz ist ein Verbotsverfahren sogar vorgesehen. Als "Notwehrrecht" des Rechtsstaats gegen diejenigen, die ihn abschaffen wollen. Es ist an der Zeit, sich zu wehren und ein Verbotsverfahren in die Wege zu leiten. Auch wenn knapp 30% der Wähler die AfD wählen, 70% tun es nicht. Und auch deren Rechte will die AfD beschneiden. Das ist auch ein Grund für die Einleitung eines Verbotsverfahrens.

  • Auch Grüne, FDP und Linke haben eine Mitschuld am Erstarken der AfD, hier kann sich keine der alten Volksparteien rausnehmen.

  • 8G
    846224 (Profil gelöscht)

    Ich gehöre selbst zu den Menschen, die von der AfD gestalkt, bedroht und bis in die Privatssphäre verfolgt werden.



    Dies betrifft sogar Antworten auf meine Kommentare, die keinesfalls dem Austausch in der Community dienen, sondern von mir bekannten Personen über reine Trollaccounts geschrieben werden. Die taz ist auf diesem Auge blind.



    Mein Bauch sagt mir: Die AfD sollte sofort verboten werden!



    Aber wären dann die Menschen, die mir das Leben mittlerweile verdammt schwer machen und vor denen ich Angst habe, wirklich verschwunden?



    Nein, diese Menschen werden morgen in einer neuen Maske erscheinen.



    Menschen, Gedankengut und Hass können nicht per Gesetz verboten werden.

    • @846224 (Profil gelöscht):

      Aber ein Verbot schneidet eine Partei sofort von allen Finanzströmen aus der Parteienfinanzierung ab. Sie verliert sofort sämtliche Sitze in allen Parlamenten. Es gibt keinerlei Grundlage mehr für Einladungen zu Talkshows und Interviews.

      Wenn all diese Ressourcen für die Verbreitung der Parteipropaganda schlagartig austrocknen, verändert das den öffentlichen Diskurs. Dann kann man beginnen, mit den Wählern, die keine Hardcore Nazis oder Rassisten sind, auf vernünftigen Argumenten beruhende Diskussionen zu führen.

    • @846224 (Profil gelöscht):

      Aber Gedankengut und Hass könnten durch die äußeren Umstände verändert und eingedämmt werden.

    • @846224 (Profil gelöscht):

      Das klingt übel. Wie äußert sich denn dieses Stalking?

      Welche Replik auf Ihre Kommentare Sie meinen, da würde mich ein Beispiel wirklich sehr interessieren. Besteht die Möglichkeit, daß Sie sich da ein wenig zu wichtig nehmen? Keiner von uns Kommentatoren ist so bedeutend, daß sich ein Troll solche Mühe machen würde. Aber wenn das wirklich stimmt, ändern Sie doch einfach Ihren Benutzernamen (bzw. löschen und neu erstellen). Dann wären Sie den Troll los.

      • 8G
        846224 (Profil gelöscht)

        @Debaser:

        Ja, ich bin ein Wichtigtuer, Sie haben recht.



        Es soll sogar viele Mitstreiter geben, die sich politisch oder in Verbänden engagieren und genau aus den oben genannten Gründen das Handtuch werfen.



        Die Polizei war da schon mehrfach rein aus Langeweile aktiv.

  • "Wehret den Anfängen"



    Solange wir noch demokratische Strukturen haben, sollten wir diese offensiv vertreten.

  • DAS Problem dieser einfachen Lösung wird sein, dass sie am BVG scheitern wird...

    • @Peter Keul:

      Nein. Wird sie nicht. Bei SRP und KPD hat es problemlos funktioniert.

  • Ich hätte noch eine Idee: Moderne Wahlmaschinen, wenn man eine Partei gewählt hat bekommt man 10 zufällige Multiplechoice-Fragen zum Parteiprogramm gestellt, bei min. 9 richtigen Antworten zählt die Stimme, sonst ist sie ungültig.

    • @Axel Schäfer:

      Demokratie nur noch für Bildungselite?

      Auch das ist keine Demokratie mehr.

      Es gibt Studien, die behaupten, größerer Umfang von Informationen führe nicht zu besseren Entscheidungen.

  • Ein Verbotsverfahren einzuleiten ist schon deshalb richtig, weil dann eindeutig Klarheit geschaffen wird. Nichts ist schädlicher als eine unklare Rechts-Situation bestehen zu lassen.

    " Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben, liegt auf der Hand." Und auf der Hand liegt insbesondere die große Mitschuld der Grünen und der Linken. Warum? Weil eine andauernde Skandalisierung ALLER AfD-Äußerungen zum Gegenteil führt. Es nutzt sich einfach ab. Bei diesen Parteien fehlt eine differenzierte Betrachtung. Das die rechtsradikalen und -extremen Menschen in der AfD immer stärker werden hat auch mit der "Alle in einen Sack"-Mentalität der linken Parteien zu tun. Somit werden und wurden allmählich konservative und wirtschaftsliberale Menschen aus der Partei vertrieben. Wenn konservative Wähler in diesen Sack gesteckt werden, wehren sie sich -bei den nächsten Wahlen! Womit wohl?

    Man kann nur von Glück sprechen, dass sich die Extremen in der AfD gerne mal mit rechtsextremen und NS-nahen Äußerungen provozieren und profilieren wollen, ansonsten würden ihre Zustimmungswerte wohl durch die Decke gehen.

    • @Black & White:

      Genau. Wenn man Faschisten outet, ist man Schuld daran, dass sie erstarken. Logisch. Die AfD braucht man nicht "skandalisieren" - das tut sie ja selbst schon andauernd spätestens seit Frauke Petry.

    • @Black & White:

      Was Sie vollkommen ignorieren: Es gibt ein konservatives Angebot rechts von SPD, Grünen und Linken: CDSU und FDP. Wem das immer noch nicht rechts genug ist, der muss sich leider sagen lassen, dass er sich außerhalb des demokratischen Diskurses bewegt. Die AfD ist rechtsextrem, nicht bloß konservativ und wirtschaftsliberal. Punkt.

    • @Black & White:

      Diese "Alle in einen Sack"-Mentalität kann man hier im taz-Forum schön bewundetn, wenn zum Beispiel die aktuelle Bundesregierung ganz selbstverständlich als rechtsextrem bis sogar faschistisch bezeichnet wird. Wenn wirklich alle Wähler rechts der SPD Nazis wären, hätten wir ein echtes Problem.

      • @Chris McZott:

        Nicht die Wähler:innen und auch nicht die gesamte CDU/CSU, aber einige Äußerungen durchaus.



        .



        "die Migrationsfrage ist die Mutter aller Probleme" könnte auch von einem Rechtsextremen stammen. Die Nazis hatten auch eine "Frage", die gelöst werden musste und an allem Übel schuld war,



        .



        Auch Herr Merz hat wiederholt rassistische Klischees bedient.



        .



        Anstelle von Lösungen und der Bekämpfung von Vorurteilen gibt es Populismus, Symbolpolitik und neue Vorurteile.



        .



        Und DAS legitimiert zunehmend die Positionen der AfD.

      • @Chris McZott:

        Ich find das immer ganz spannend, wenn die Äußerungen von irgendwelchen Leute im Netz als Beleg für den Kurs von Parteien angeführt werden.



        Dürfen wir das in Zukunft auch bei der AfD machen? Also sagen wir mal, die Vernichtungsphantasien aller politischen Gegner von AfD-Anhängern auf X als Beleg des Kurses der Partei anführen? Oder die gewünschte Wiedereinführung des „Volksgerichtshofs“?

        • @Kaboom:

          Das habe ich auch nicht behauptet. Ich bin mir sehr bewusst dass das taz-forum ein Diskursraum ist, der in keinster Weise der deutschen Gesellschaft, nicht mal der Parteienlandschaft entspricht....anders als vielleicht manch anderer Kommentator hier glaubt.



          Trotzdem kann man es als beispielhaft für ein ganz bestimmtes politisches Millieu ansehen....wie klein und irrelevant es auch ist ;)

          "Dürfen wir das in Zukunft auch bei der AfD machen?" Das wird doch genauso gemacht...bei jeder Partei. Ottonormal-Politikkonsument sucht sich aus dem feindlichen Lager diejenigen Beiträge raus, die die eigene Meinung am besten unterstützen. Eine Studien zur tatsächlichen Empirie macht doch niemand...

  • Leider hat der Zentralrat der Juden in Deutschland jahrzehntelang darüber hinweggesehen, dass die deutsche Regierung Täter der Judenverfolgung und -ermordung beschützt und deren Taten verharmlost hat, obgleich gerade in Deutschland Anpassung als Überlebensstrategie versagt hatte. Jetzt kann es zu spät sein, aufzuwachen! Geschichte wiederholt sich nicht, aber die Gefahren bleiben doch dieselben!!!

  • Der Antrag auf ein AfD Verbotsverfahren kann dazu führen, dass manche AfD Anhänger doch mal das Parteiprogramm lesen oder sich Äußerungen der AfD Politiker:innen doch mal genauer anhören und durchdenken. Es ist fahrlässig, diesen Antrag nicht zu stellen.

  • Petition · Prüft ein AfD-Verbot! · innn.it share.google/qxfWGAWK5VbMmzqFH

  • "Manche sagen, man müsse die AfD wegen der relevanten Zahl an Wählerstimmen miteinbeziehen.. Dem Opfernarrativ der Partei die Grundlage zu entziehen funktioniert aber nicht. Ihm zu folgen, mündet, wie wir sehen, zwangsläufig in einem Rechtsruck."

    Ich verstehe diese Argumentation nicht. Der Rechtsruck ist die Folge der Bundestagswahl, bei der das "linke Spektrum" verloren hat, der Rechtsruck ist das Waehlervotum!



    Das Waehlervotum laesst sich nicht mit Mitteln wie Brandmauer, Wahlrechtsentzug oder Parteiverbot verhindern, sondern nur in dem man Waehler von sich und seiner Politik ueberzeugt.

    Die Faehigkeit andere zu ueberzeugen scheint auf dem Rueckzug zu sein, obwohl das Bekaempfen oder Verbieten von Alternativen (Gruesse an die Energie- und Verkehrswende) nicht von Erfolg gekroent ist, wie die Zustimmungswerte zur AFD bei jeder Umfrage belegen.

    • @elektrozwerg:

      "obwohl das Bekaempfen oder Verbieten von Alternativen (Gruesse an die Energie- und Verkehrswende)"

      Die Energie und Verkehrswende ist unausweichlich.



      .



      An der Kommunikation und der Umsetzung da hapert es jedoch tatsächlich erheblich.



      .



      Feldheim in Brandenburg zeigt wie Energiewende geht. 100% erneuerbare Energie 24/7 und ein eigenes Netz in kommunaler Hand. Sagenhafte 11.9-12 Cent pro kWh und noch dazu fast keine - KEINE Grundgebühr!!!!!



      .



      Würde alle Gemeinden von lokaler Windkraft, generell EE und Speichern direkt profitieren, wäre die Zustimmung sicher größer!

    • @elektrozwerg:

      "sondern nur in dem man Waehler von sich und seiner Politik ueberzeugt."

      Sie können die Reaktion eines führenden AfD-Kaders, als er im Deutschlandfunk damit konfrontiert wird, dass seine Partei ausdrücklich im Programm jegliche Subvention ablehnt, während Funktionäre der AfD bei den Bauernprotesten gegen die Streichung eines klitzekleinen Teils dieser Subventionen mitdemonstrierten, sicher noch im Netz finden.



      Diese Positionen überzeugen allerdings im Agrarland Brandenburg 35 %. Wo 95 % + aller bäuerlichen Betriebe innerhalb eines Jahres ohne Subventionen pleite wären.

      Und jetzt erzählen Sie mir doch nochmal die Sache mit dem "überzeugen" und den "Argumenten", ja?

    • @elektrozwerg:

      „Die Faehigkeit andere zu ueberzeugen scheint auf dem Rueckzug zu sein"....

      Das einzige was in den Industrieländern auf dem Rückzug ist, ist Bildung. Sie können noch so überzeugte Argumente anwenden, wenn jemand nicht versteht, was Sie von ihm wollen. Und da haben die „asozialen Hetzwerke" einen Riesigen Anteil dran.



      Wer sich nur noch in seiner „Blase" bewegt, alles abnickt was dort herausquillt, kann gar nicht verstehen, wie Demokratie und-oder Solidarität funktioniert.

    • @elektrozwerg:

      Welches "linke Spektrum"? Weder SPD noch Grüne sind "links" und "Die Linke" ist doch recht stabil.

      • @Matt Olie:

        Welches "linke Spektrum"?

        Ja genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Während Union und AfD zusammen die absolute Mehrheit habe, gibt es links davon "kein Spektrum", weil da jeder in seiner eigenen kleinen Ecke der Stabilste ist. Blasenmentalität findet eben nicht nur im Netz statt.

  • Ja. Seh ich auch so.



    Wenn es immer wieder heißt, die Wähler*innen einer mit 20% bei der letzten BTW gewählten Partei dürfen nicht ignoriert oder ausgegrenzt werden, möchte ich entgegnen: Wenn diese 20% eine un- oder anti-demokratische Regierung möchten, müssen die 80%, die Demokratie behalten wollen, geschützt werden!

    • @HopeDrone:

      "Wenn diese 20% eine un- oder anti-demokratische Regierung möchten, müssen die 80%, die Demokratie behalten wollen, geschützt werden!"



      Aha, heißt im Umkehrschluss, wenn 80% eine antidemokratische Regierung möchten, dann muss das respektiert werden?



      Ihr Kommentar leidet daran, dass die Zustimmungswerte zur AfD nicht gleichmäßig über Deutschland verteilt sind.



      40% im Osten wählen AfD. Fast alle Landkreise wurden ausnahmslos von der AfD gewonnen. In vielen Dörfern hat die AfD die 50% Marke gerissen. Maximalergebnisse bei der Europawahl gingen bis 70%...



      Was machen Sie damit? Was mit Gebieten, wo eben eine Mehrheit eine antidemokratische Regierung möchte?



      Ausgliedern aus der Bundesrepublik? Polizei schicken und die Parlamente stürmen?



      Glauben Sie das die Polizei und geschlossen gegen die AfD steht? Vor allem im Osten? Das da kein Beamter AfD wählt?



      Die Idee des AfD-Verbots setzt voraus, dass staatliche Institutionen geschlossen hinter dem Rechtsstaat stehen.



      Das ziehe ich im Osten schwer in Zweifel. Selbst lokale CDU Politiker dort werben für eine Öffnung zur AfD.

      • @Antje1971:

        "Ihr Kommentar leidet daran, dass die Zustimmungswerte zur AfD nicht gleichmäßig über Deutschland verteilt sind."



        BTW = Bundestagswahl

    • @HopeDrone:

      Die Argumentation funktioniert halt nicht mehr in meinem Geburtsdorf wo gerade mehrfach hintereinander 80% AfD gewählt haben. Aus der Perspektive hier sieht es eher so aus als solle nur bloß der Status Quo bewahrt werden. Der Schnack über Demokratie ist dabei doch nur ein Vorwand.

      • @Šarru-kīnu:

        Wenn eine Mehrheit der Bürger die AfD wählt, werden sie (falls die AfD bis dahin nicht verboten ist, was IMO ausgeschlossen ist) eine AfD-Regierung bekommen.

        Und ich sag das mal ganz klar: Das haben diese Leute dann auch verdient. Mir tun die Demokraten im Falle einer solchen Regierung leid, aber wie schon Adenauer meinte: Mehrheit ist Mehrheit.



        Für die Folgen haften die Menschen vor Ort, und solange mich niemand mit der Forderung belästigt, man müsse etwas für die Region tun, solls mir egal sein.

      • @Šarru-kīnu:

        "Der Schnack über Demokratie ist dabei doch nur ein Vorwand."

        Schlimmer Satz. Denken Sie nochmal drüber nach, ob Sie den so stehen lassen wollen.

        Meinen die 80% AfD-Wähler in Ihrem Dorf wirklich Demokratie, oder wollen sie, dass da Einer mal so richtig "durchregiert", mit all den schrecklichen Folgen für vulnerable Gruppen, wie wir es zur Zeit in den USA live mitverfolgen können?

        • @Klabauta:

          "...oder wollen sie, dass da Einer mal so richtig "durchregiert","



          Das wollen sie. Zweifelsohne. Von den USA über Europa bis Japan - siehe heute taz.



          Die gute alte heile Zeit wieder herstellen.



          Das Verlangen nach Sicherheit, Ruhe und Geborgenheit wird konsequent von links unterschätzt.



          Das Gros will sich eben nicht täglich mit den globalen Problemen rumschlagen, sondern einfach in Ruhe leben.



          Die 90er waren der westliche Peak für 'Weiße'. Sowohl was persönliche Freiheit als auch finanzielle Freiheit betrifft.



          Das wollen viele zurück.

          • @Antje1971:

            "Das Verlangen nach Sicherheit, Ruhe und Geborgenheit wird konsequent von links unterschätzt." Das ist Blödsinn. Auch linke Wähler wollen genau das. Blos in einer Demokratie ohne autoritären Staat.

            • @Andreas J:

              Auch linke Wähler wollen das, soweit richtig. Zumindest Teile davon können sich auch einen autoritären Staat vorstellen, nur eben bei anderen Themen. 😇

    • @HopeDrone:

      Stimmt!

    • @HopeDrone:

      Der Versuch die verfassungsmäßige Ordnung abzuschaffen fällt ja immer noch unter Par.81-83 StGB und ist strafbewehrt.

    • @HopeDrone:

      Es sind aber mehr als 20%, es sind fast 30%. Wenn aber Demokratie nur durch Verbote gerettet werden kann, sollte man mal die Politik überdenken.

      • @Donni:

        Demokratie konnte seit jeher nur durch "Verbote" und auch nur so "gerettet" werden.



        Falls man die Regeln, die Verfassung, die Gesetze, den Rechtssaat einer republikanischen, sozialen Demokratie als "Verbote" bezeichnen will.

        Und die vielen Jahrhunderte Kampf, Opfer, Ermordete, zerstörte Existenzen und Biografien, überhaupt als irgendwas mit Demokratie "gerettet" bezeichnen will.

        Ach wie sehr begrüsse ich das Verbot der Sklaverei, der Kinderarbeit, des 16-Stundentages. Der legalen Vergewaltigung von Frauen. Der Verfolgung, Verächtlichmachung, Vernichtung von Homosexuellen. Verbot das man nicht seine Mitbürger und Nachbarin in die Gaskammer schicken darf. Weil einem plausibel gemacht wurde, dass die alles Unheil, Ungerechtigkeit und Demütigung verantworten.

        Warum sollte ich also nicht das Verbot einer Agenda fordern, durchsetzen und mit den härtesten repressiven Mitteln durchsetzen, die offen mit der Deportation Hunderttausender meiner Nachbarinnen und Mitbürger droht?



        Verstehe ich nicht. Ist das nicht meine Pflicht im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts? Nachdem andere vor mir für die einfachsten selbstverständlichen Rechte ihr Leben, ihre Existenz gaben.

      • @Donni:

        Ja sollte man. Wenn die Hütte brennt, muss man aber erstmal löschen. Brandschutz ist dann ein Thema für danach.

  • wir kommen nicht weiter, solange nicht klar ist und aus vielen gesellschaftlichen, politischen, kulturellen Milieus deutlich formuliert ist: die AfD repräsentiert eine im kern und letztlich terroristische genda.

  • Auch heute heisst es vermutlich bald wieder, kauft nicht bei altdeutschen Traditionsunternehmen, denn sie verweigern einer Volksgruppe den Tausch von Guthaben auf einer Bezahlkarte gegen Gutscheine. Damals gab es auch schon Probleme Versorgungsmarken einzulösen, wenn man/frau vergessen hatte den Stern abzunehmen, oder das profiling zu einfach war. Dachte nicht diese Zeiten wieder erleben zu müssen.

  • „Die Verbrechen der Nazis begannen nicht in Auschwitz. Sie begannen mit Ausgrenzung, Erniedrigung und mit Verächtlichmachung der Jüdinnen und Juden und weiterer Minderheiten.“ Das Gleiche tut heute die AfD und Mitarbeiter, sowie Filialleitungen von Handelsketten zum Teil mit historischer Expertise in Deutschland; EDEKA, REWE, und wie sie alle heißen unterstützen diese altdeutsche Tradition der Ausgrenzung z.B: bei Asylbewerbern.

    • @Sonnenhaus:

      Keine Ahnung, wie und wo Asylbewerber in einem Lebensmittelmarkt ausgegrenzt werden. Was soll man sich darunter vorstellen?

      • @Matt Olie:

        @Sonnenhaus bezieht sich damit wohl auf diesen Artikel in der taz:

        Bezahlkarte für GeflüchteteDiskriminierung im Supermarkt

        Ein Hamburger Supermarkt verbot Menschen mit Bezahlkarte, Gutscheine zu kaufen. Bis die taz nachfragt – und eine falsche Webseite der Stadt entdeckt.

        taz.de/Bezahlkarte...uechtete/!6136472/

  • Die Union wird immer wieder eine Ausrede finden. Egal, wer ihnen sagt, dass sie sich selbst versenken werden. Es gibt dort leider zu viele, die glauben, sie wären dem Eisberg überlegen. Oder den Eisberg eigentlich ganz gut finden. Mittlerweile könnte die Afd doch schon fast jede ihrer Aussagen vor Gericht damit entkräften, zu sagen dass die Union es ja auch schon so gesagt hat.

  • „Manche sagen, man müsse die AfD wegen der relevanten Zahl an Wäh­le­r:in­nen­stim­men miteinbeziehen."

    Das Problem ist nicht die AfD. Das



    Problem sind deren Wähler. Die zunehmende Verblödung der Gesellschaft (asoziale Hetzwerke) steht damit in engem Zusammenhang. Deshalb wird auch der hehre Vorsatz, man müsse die AfD thematisch stellen, zu nichts führen, weil die meisten AfD Wähler die Themen ja nicht mal erfassen. Du kannst diesen Wählern auch keine Bildung ins Hirn prügeln. Die bleiben doof und werden sich jedem noch so intelligenten Argument verschließen.



    Ein Verbot ist daher die einzig vernünftige, weil effektive Lösung.

    • @Thomas Böttcher:

      Sie halten den Wähler für blöd und wollen deswegen die Böd-Partei verbieten. Da können Sie das Wahlrecht auch gleich einschränken, das wäre ehrlicher. Demokratie ist der Wettstreit der Ideen. Sieht aus, als hätten Sie kein Angebot für den Wähler.

  • "Dem Opfernarrativ der Partei die Grundlage zu entziehen funktioniert aber nicht. Ihm zu folgen, mündet, wie wir sehen, zwangsläufig in einem Rechtsruck." Wo sehen wir das? Ein Beispiel wäre nett. "Dass CDU, CSU und SPD eine große Mitschuld am Erstarken der Rechtsextremen haben, liegt auf der Hand." Die AFD ist also keine Reaktion auf den Euro und die Migration seit 2015, sondern die Schuld von CDU/CSU und SPD. Also, von (vermutlich) AFD nahen Wählern habe ich schon viel gehört, das aber nicht nie. Wieder etwas gelernt würde ich sagen.

    • @Nachtsonne:

      Von wie vielen "AFD nahen Wählern" hast du denn schon gehört, dass sie zugeben Nazis zu sein? Die meisten sind es und behaupten das Gegenteil. Gewaltgeil und verlogen...

  • Due zugespitzte gesellschaftliche Situation wird sich mit und ohne AfD Verbot nicht entspannen.

    • @Johann63:

      Man verhindert aber vorläufig eine "Machtergreifung".