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Darum geht es: das Rathaus der Stadt Foto: Sören Stache/dpa

AfD-Mann wird BürgermeisterVerwählt?

In Zehdenick wurde erstmals in Brandenburg ein AfD-Mann zum haupt­amtlichen Bürgermeister gewählt. Eine Erkundung in der Stadt nach der Wahl.

Lilly Schröder

Aus Zehdenick

Lilly Schröder

R ehe springen über sattgrüne Felder, die Rapsfelder blühen in voller Pracht. Gegenüber dem Backsteinbahnhof in Zehdenick ragt auf einem Pfahl ein Storchennest in den Himmel, zwei Störche picken darin. Im 13.000-Einwohner-Städtchen im Kreis Oberhavel scheint die Welt noch in Ordnung. Schien sie – bis zum vergangenen Sonntag.

Bei den Bürgermeisterwahlen in der Stadt 60 Kilometer nördlich von Berlin gewann der AfD-Politiker René Stadtkewitz im ersten Wahlgang mit 58,4 Prozent der Stimmen. Damit wurde erstmals ein AfD-Kandidat zum hauptamtlichen Bürgermeister einer Stadt in Brandenburg gewählt.

In der Havelstadt ist der AfD-Politiker nicht zu übersehen: Auf Wahlplakaten lächelt Stadtkewitz freundlich, wenn auch steif, in Hemd und Jacke. „Für Euch bereits im Einsatz“ steht daneben, und: „Zehdenick verdient Verlässlichkeit“. Das zieht: „Ich find es ganz toll, dass er es geworden ist!“, sagt eine Rentnerin mit blonder Kurzhaarfrisur und bonbonpinker Brille. „Der alte Bürgermeister lebt wie die Made im Speck, und die Altparteien haben als Argumente gegen die AfD nur ‚Nazi‘ und ‚braun‘.“ Jetzt könne die AfD zeigen, ob sie wirklich etwas verändere. Eine Seniorin mit Rollator winkt ab: „Ich war nicht wählen. Die machen sowieso, was sie wollen.“

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Die Bürger*innen in Zehdenick sind politikverdrossen, die Wahlbeteiligung lag lediglich bei 52,8 Prozent. Der Grund: In den vergangenen fünf Jahren schieden dort drei Bürgermeister aus dem Amt. Der 2019 gewählte parteilose Bert Kronenberg erklärte nach drei Jahren seinen Amtsverzicht. Der 2022 gewählte SPD-Kandidat Lucas Halle trat nach zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurück. Sein Nachfolger, der parteilose Alexander Kretzschmar, meldete sich nach elf Tagen im Amt krank und blieb bis zuletzt dienstunfähig. Im Januar wurde er durch einen Bürgerentscheid abgewählt.

Bereits 2025 war René Stadtkewitz für das Bürgermeisteramt angetreten, unterlag jedoch in der Stichwahl Kretzschmar mit 37 zu 63 Prozent. Ein Jahr später gelang ihm nun der Sieg. Der AfD-Politiker setzte sich gegen den FDP-Kandidaten Stephan von Hundelshausen (28,6 Prozent), den parteilosen Wolf-Gernot Richardt (7,8 Prozent) und Dennis Latzke von der Partei des Fortschritts (5,2 Prozent) durch. SPD, CDU, Linke, Grüne stellten keinen Kandidaten auf und unterstützten auch nicht zusammen einen parteilosen Kandidaten.

Er habe nicht die Partei gewählt, sagt Peter Krause: „Ich habe mich für einen Menschen entschieden, der bei der AfD ist“

Peter Krause hat den AfD-Mann gewählt. „Ich bin überzeugt von René Stadtkewitz“, sagt der Rentner. Er sitzt in Crocs, Kapuzenpulli und goldener Rolex am Handgelenk am Küchentisch seines Hauses am Stadtpark, in dem der gebürtige Münchner seit drei Jahren lebt. Als seine Hunde aufgehört haben zu bellen, beginnt Krause zu schwärmen: „Stadtkewitz ist ein top Mann, so herzlich und liebevoll mit seiner Familie.“

Früher CDU-Abgeordneter aus Berlin

René Stadtkewitz ist ein 61-jähriger Unternehmer und früherer CDU-Abgeordneter aus Berlin. Noch zu seinen CDU-Zeiten unterstützte er bereits eine „Bürgerinitiative“ gegen einen Moscheebau und baute Kontakte zum holländischen Rechtsradikalen Gert Wilders auf.

wochentaz

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Danach kam es zu innerparteilichen Konflikten, woraufhin Stadtkewitz 2010 mit der CDU brach und die rechtspopulistische Partei Die Freiheit gründete. Die mobilisierte rassistisch gegen eine angebliche „Islamisierung“. Nach Misserfolgen bei mehreren Wahlen legte Stadtkewitz sein Amt als Bundesvorsitzender 2013 nieder und rief zur Wahl der frisch gegründeten AfD auf. 2023 zog er mit seiner Familie nach Zehdenick, seit 2024 ist er Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bauen.

„Stadtkewitz hat sich in Zehdenick eine richtige Fanbase aufgebaut“, erzählt Krause überschwänglich. Auch er gehört dazu: „Er schafft Transparenz, setzt sich mit der Gesetzgebung auseinander und plappert nicht einfach nach.“ Anfangs habe ihn beschäftigt, dass Stadtkewitz der AfD angehört, doch im Gespräch habe ihn sein Interesse und seine Kompetenz überrascht. „Ich habe auf eine problematische Aussage gewartet – aber sie kam nicht!“, sagt Krause und strahlt. Er bilde sich seine Meinung unabhängig vom Narrativ der „Mainstream-Medien“: „Ich betrachte Stadtkewitz komplett unpolitisch – als Mensch“, sagt er. „Ich wähle Qualifikation, Charakter, Persönlichkeit.“ Sein Fazit: „Dieser Mann ist ein Verhaltensvorbild!“

Der Brandenburger Verfassungsschutz stuft die AfD als gesichert rechtsextremistisch ein. Der Landesverband gehört zu den radikalsten, ihre Anführer predigen eine „Remigration“, kooperieren offen mit anderen Rechtsextremen. Krause hingegen präsentiert sich irgendwie wie ein Vorzeige-Antifaschist: Mit seiner Frau habe er Kleider für syrische Geflüchtete gesammelt, unterstütze in Zehdenick auch einen afghanischen Geflüchteten und entferne und melde Nazischmierereien.

Raus aus der Spaltung

Wie passt das zusammen? „Unsere jetzige Regierung versucht, den Sozialstaat zu entlasten und permanent Menschen abzuschieben“, sagt Krause. „Das ist das, was die AfD fordert – nur dass es von einer Partei der Mitte kommt! Wo ist da der Unterschied?“ Dass ihm AfD-Nähe unterstellt werde, kritisiert er. „Ich habe keine Partei gewählt!“, sagt er irritiert. „Ich habe mich für einen Menschen entschieden, der bei der AfD ist.“ Er sehe nicht, dass Stadtkewitz ideologischen Inhalte der Partei in der Kommunalpolitik verankern wolle. Die pauschale Ablehnung der AfD sieht er kritisch. „Ich grenze niemanden aus, und deshalb lehne ich die Brandmauer zwingend ab.“ Sein Appell: „Wir müssen raus aus der Spaltung.“

„Wenn man hier lebt und sich einbringt, ist das Einteilen in ‚wir‘ und ‚die‘ grundsätzlich schwierig“, sagt Johannes von Streit Foto: Lilly Schröder

Diese Ansicht teilt auch Johannes von Streit. Der 32-Jährige steht vor dem Großraumbüro, dem Coworking-Space gegenüber der Stadtkirche. Der Weg dorthin führt über kleine Kopfsteinpflastergassen, vorbei an feinsäuberlich gemähten Vorgärten, Bauernhöfen mit bunten Fähnchen und vereinzelten Deutschlandflaggen. „Großstädter machen es sich leicht, AfD-Wähler pauschal zu beschimpfen und nicht mehr mit ihnen zu sprechen“, sagt von Streit in seinem grauen Hoodie. Früher habe er noch auf dem Marktplatz gegen die AfD protestiert, inzwischen würde er das nicht mehr tun. „Das verstärkt die Fronten“, sagt er. „Wegcanceln ist keine erfolgversprechende Strategie, wenn man 60 Prozent AfD-Wähler hat.“

Es helfe nicht, sagt ein Zehdenicker, wenn sich nun vor allem Außenstehende empören. Wir können ja jetzt nicht pauschal ganze Landstriche abschreiben

Der gebürtige Berliner lebt seit drei Jahren in Zehdenick. Er betreibt einen Kulturverein, den Coworking-Space und baut eine alte Backsteinschule in barrierefreie Wohnungen um. „Wenn man hier lebt und sich einbringt, ist das Einteilen in ‚wir‘ und ‚die‘ grundsätzlich schwierig“, sagt er. „Ich habe bestimmt auch was mit AfD-Wählern gemein.“ Außerdem sei es keine Parteienwahl gewesen, sondern eine Menschenwahl – die angesichts mangelnder überzeugender Alternativen günstig für die AfD ausging.

Natürlich gebe es ein paar „stramme Rechtsextremisten“ in Zehdenick. Die Stadt ist geprägt von ihrer Geschichte rechter Gewalt in den Baseballschlägerjahren, Manja Präkels schrieb über den Rechtsextremismus in ihrer Geburtsstadt Zehdenick in ihrem Roman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“. Von Streit wolle den Wähler*innen aber nicht unterstellen, dass sie die rechtsextremistische Ideologie eines Björn Höckes feiern, sondern „dass sie Stadtkewitz kennen und ihn wählen, weil er Verlässlichkeit als Marke aufgebaut hat und sie glauben, dass es das Beste für die Stadt ist“, sagt er. „Und trotzdem kann ich das scheiße finden, und das tue ich auch.“ Aber es helfe nicht, wenn sich nun vor allem Außenstehende empören. „Wir können ja jetzt nicht pauschal ganze Landstriche abschreiben.“

In der örtlichen Facebook-Gruppe mit über 3.500 Mitgliedern ist die Stimmung gespalten: „Ein trauriger Tag für den Antifaschismus“, schreibt ein Zehdenicker. Am Telefon sagt er der taz: „Ich war immer stolz auf mein kleines Städtchen. Es ist das erste Mal, dass ich mich schäme für meine Heimatstadt.“ Andere schreiben in der Facebook-Gruppe: „Genau das braucht Zehdenick, einer der macht und nicht nur labert wie Kronenberg und Versager Kretzschmar.“

Eine merkwürdige Situation

Wie geht es nun weiter? Der örtliche Pfarrer Andreas Domke spricht von einer „merkwürdigen Situation“: „Entweder René Stadtkewitz macht seine Arbeit gut und erreicht etwas, dann kann die AfD Kompetenz vorweisen, oder er macht sie schlecht und die Bevölkerung leidet. Dann bleibt aber die Häme im Hals stecken.“

Aufgeben will der Pfarrer nicht: „Der Bürgermeister regiert nicht. Die Stadtverordnetenversammlung ist nicht in AfD-Hand, sie hat nur eine Stimme mehr.“ Von 22 Sitzen hält die AfD nun 7 Sitze. „Wir machen weiter, schaffen Räume für Begegnung und gestalten unsere Stadt.“ Dann stimmt Andreas Domke einen Zehdenicker Liedsatz an: „Wir feiern auch im Regen – und dann werden wir schon sehen.“

Das ist nun der Mann in Zehdenick: René Stadtkewitz hat die Bürgermeisterwahl gewonnen Foto: Lilly Schröder

Ist Zehdenick der Auftakt zur von der AfD beschworenen „blauen Welle“? Bislang blieb der große Durchbruch auf kommunaler Ebene aus: Seit Jahresbeginn verlor die AfD im Osten 24 von 26 Wahlen. Umso euphorischer reagiert die Partei nun auf den Sieg in Zehdenick. Das Ergebnis sei ein „Vorgeschmack“ auf weitere Bürgermeister und Landräte der AfD, so der Landesvorsitzende René Springer.

Annemarie Wolff glaubt nicht, dass es der Anfang so einer Welle ist. Vielmehr sei der AfD-Sieg in Zehdenick auf die „besondere Situation“ zurückzuführen, so die stellvertretende SPD-Fraktionschefin. Und wenn nur eine halbwegs überzeugende Person kandidiert hätte mit Bezug zur Stadt, dann wäre die Wahl anders ausgegangen. Neben Zehdenick wurde in Brandenburg an dem Sonntag auch im Landkreis Barnim und in der Gemeinde Panketal gewählt. Dort gewannen zwei SPD-Amtsinhaber. Der Unterschied: Sie hatten sich zuvor für Schulen, Kitas oder Feuerwehren eingesetzt, waren gut vernetzt, warfen sich vor Ort und online in den Wahlkampf und boten der AfD offensiv Paroli.

In Zehdenick geschah das Gegenteil: Während die bürgerlichen Parteien keinen Kandidaten aufstellten, zeigte die AfD Präsenz mit Kundgebungen, Sommerfesten und Kinoabenden. „Wir haben uns natürlich darum bemüht, eine Kandidatin zu finden, die sich bereit erklärt“, sagt die SPD-Politikerin Wolff. „Aber man kann niemanden dazu zwingen.“

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110 Kommentare

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  • "Verwählt" ist wohl keine treffende Überschrift.



    Wenn SPD, CDU, Linke, Grüne weder einen Kandidaten aufstellen und auch keinen freien Kandidaten unterstützen, wen sollen die Menschen dann noch wählen???



    Das die demokratischen Parteien sich nicht mehr um ländliche Regionen kümmern wird schon lange bemängelt. Auch zur Bundestagswahl gab es viele Artikel, die beschrieben, dass in ganzen Regionen nur noch die AfD auf die Dörfer ging.



    Was an Zehdenick anders ist, ist höchstens, dass es eine Kleinstadt in der Nähe Berlins ist.

  • Der junge Mann erinnert mich an Sebastian Haffner im 3. Reich, der als junger Mann oft an seiner liberalen freiheitlichen Einstellung zweifelte, weil Millionen um ihn rum blökten und plärrten. Er dachte sein moralischer Kompass ginge falsch. Nachzulesen in seiner Biographie. Heute wissen wir, sein Kompass war einer der wenigen welcher richtig ging.

  • Mal schauen wie die Kommunalaufsicht agiert.

  • Ich würde mir sehr wünschen, dass die TAZ die Arbeit dieses Bürgermeisters mal die nächsten Monate und Jahre begleitet, ohne die Parteizugehörigkeit zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Vielmehr sollte es rein um die Inhalte gehen, die hier politisch umgesetzt werden. Natürlich darf man nicht vergessen, dass hier jemand Bürgermeister im Namen einer Partei wird, die gerichtsfest festgestellte Nazis als Landesvorsitzende haben. Es wäre aber eine gute Übung für die Zukunft (denn es glaubt ja wohl keiner, dass dies der letzte Bürgermeister/Landrat/Oberbürgermeister/Minister etc. sein wird), denn wenn man eins in den letzten Jahren gelernt hat, dann das sich niemand mehr von pauschaler Empörung davon abhalten lässt, die AFD zu wählen. Sie muss inhaltlich gestellt werden, und ganz besonders in Regierungsverantwortung. Nur bitte ohne Schaum vor dem Mund und möglichst objektiv. Wenn der Mann in Zehdenick nun tatsächlich mal was Gutes bewirkt, dann sollte man das nicht unter den Tisch kehren, umso mehr freue ich mich dann über inhaltlich kritische Berichterstattung an konkreten Beispielen. Mir fällt leider kein anderer Weg ein, wie man dem Aufstieg dieser Partei langfristig begegnen kann.

    • @MarsiFuckinMoto:

      Wir hatten mehr als 10 Jahre Zeit die AfD inhaltlich zu stellen und haben haushoch versagt. Regierungsverantwortung der Partei gehört verhindert.

      • @AlexMasterP:

        Haben Sie den Artikel gelesen? Das waren keine manipulierten Wahlen, da wurde keine Diktatur ausgerufen. Dieser Mann IST nun in Regierungsverantwortung (wenn auch nur auf kommunaler Ebene). Wie soll das verhindert werden? Mit Gewalt? Und wann bitte wird die AFD denn mal inhaltlich in Diskussionen gestellt? Nimmt mal jemand das Rentenkonzept der AFD auseinander? Nein! Nur, warum nicht? Die Zahlen, die dort gefordert werden, sind so absurd, da muss ich gar nicht „Nazi“ schreien, da reicht es vollkommen aus, einfach mal die politische Inkompetenz nachzuweisen. Das gibt auf TikTok bestimmt weniger Klicks, wie wenn ich im Bundestag ganz laut „ihr verdammten Rassisten!“ in Richtung AFD brülle, aber zumindest könnte man politisch mal ernstgenommen werden...

  • Aus der Frankfurter Rundschau:



    "Die Folgen der neoliberalen Politik seit den 1980er Jahren, als sie zunächst unter Kohl umgesetzt wurde, sind heute in aller Deutlichkeit zu sehen: kaputte Straßen, eine Bahn, die völlig außer Kontrolle geraten ist, Probleme im Gesundheitswesen, Wohnungsnot und die immer stärker wachsende soziale Ungleichheit. Der Soziologe Oliver Nachtwey sagte der FR in einem Interview, er sei selbst überrascht, wie stark eine kaputte Infrastruktur politisieren könne, das heißt, die Leute rechts wählen lasse."



    Da bin ich gar nicht mal so überrascht.



    Die Denkweise vieler AfD Wähler ist kurz und pragmatisch. Eine starke Hand ist gewünscht, die den ganzen Sauladen wieder in Ordnung bringt. So wie bei Adolf damals.



    Das ist jetzt die Rechnung von diesen Versagern, die sich Regierung schimpft.



    Mir wird jetzt schon ganz anders, wenn die ersten Koalitionsgespräche mit der AfD geführt werden, damit schnellst möglich das asoziale Neoliberale System an Fahrt gewinnt. Einfach weiter machen, die Faschos haben wir schon unter Kontrolle.

  • Es wird mir viel zu wenig über die Inhalte der AfD-Politik geredet, die ganze Diskussion verläuft seltsam entleert und unkonkret.



    Was wollen diese Leute? In großen Teilen nicht mit der Verfassung Vereinbares, wirtschaftlich Schädliches, Rechtsextrem-Völkisches. Da mag ein AfD-Mann noch so treudoof den Macher geben, der endlich die Probleme anpackt, er ist und bleibt ein Teil einer möglichen Zerstörung unseres liberalen Rechtsstaats.



    Die geplante Unterwanderung der Beamtenschaft in Sachsen-Anhalt mit AfD-Kadern kommt alles andere als überraschend. Diese Leute wollen die Macht, eine Abwahl ist dann nicht mehr vorgesehen und soll mit allen Mitteln verhindert werden.



    Die Chance, diese höchst gefährliche Partei verbieten zu lassen wurde bereits vertan, auch hier haben einmal mehr die Konservativen versagt. Ob das System resilient genug ist um diese Pest am Ende auch wieder abzuschütteln? Zweifel sind angebracht.

    • @FtznFrtz:

      Ich bin wahrlich keine AfD freundin, aber erklären Sie mir bitte einmal, wo konkret im Parteiprogramm völkische Positionen stehen? Genau diese unkonkreten Aussagen finde ich nutzlos, wenn es um die Auseinandersetzung geht.

      • @Sybille Bergi:

        "völkische Positionen"







        "Die AfD vertritt völkische Positionen, indem sie das deutsche Volk primär über die ethnische Abstammung definiert und nicht über die gemeinsame demokratische Verfassung. Diese Ausrichtung zeigt sich unter anderem in ihrem Parteiprogramm, in Konzepten zur Remigration und in Aussagen prominenter Vertreter, weshalb sie vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft wird."

        • @Andreas Flaig:

          Die Definition über die ethnische Abstammung stand noch bis zum Jahre 2000 im Grundgesetz und wurde dann erst durch CDU und SPD durch das Geburtsortprinzip erweitert. Das reicht mir nicht für ein Verbot. Ich erwarte dann schon das Festellen eines agressiv-kämpferischenn Vorgehens gegen die demokratische Grundordnung wie es das Bundesverfassungsgericht in einem Grundsatzurteil gefordert hat.

      • @Sybille Bergi:

        Offensichtlich fallen Sie auch auf die AfD herein. Papier ist geduldig, natürlich steht im Programm der AfD kaum eine Sauerei, die so nicht auch im Programm der Unionsparteien stehen könnte.



        Es gibt dann aber schon noch einen Unterschied zwischen Parteiprogrammen und realer Politik, so weit stimmen Sie mir doch zu. Und dass führende Politiker der AfD, und eben nicht nur die wirren Einzelstimmen, völkisch-nationalistische Positionen vertreten kann man meines Erachtens nicht bestreiten. Hierbei ist ein Radikalisierungstrend zu beobachten, im Gegensatz zu Rechtspopulisten in anderen Ländern.



        Kann natürlich sein, dass das am Ende nicht für ein Verbot reicht, trotzdem sollte man die Prüfung veranlassen.

        • @FtznFrtz:

          Erstaunlich, Sie können offensichtlich die Gedanken der AFD-Spitze lesen. Gewöhnlich ist das schwer, vor allem wenn gar keine Gedanken vorhanden sind. Dummerweise interessiert sich niemand mehr für Angstargumente.

    • @FtznFrtz:

      Über die Inhalte der FdA-Politik gibts ja auch nicht viel zu reden, wenn man nicht einfach nur warme Luft verbreiten will.

      • @Erfahrungssammler:

        Im Gegenteil, man kann gar nicht genug davon reden, zumindest solange dieser Sauhaufen über 20% hat.

        • @FtznFrtz:

          Sie haben Recht, ich habe zu kurz gedacht mit dem Gedanken, über sinnvolle und anständige Inhalte zu reden.

    • @FtznFrtz:

      Wenn der neue Bürgermeister von Zehdenick diese Inhalte hätte, hätte Frau Schröder das geschrieben.

      Dass er verhindern will abgewählt zu werden, scheint sich in keiner Hinsicht belegen zu lassen.

      Weshalb in Brandenburg nun gerade die Konservativen versagt haben sollen, wo dort schon immer die SPD regiert, erschließt sich mir so gar nicht.

      Um die AfD zurückzudrängen (" Pest sbschütteln" ist aus meiner Sicht entmenschlichend. Macht nichts besser.), wird es nicht helfen, ins Blaue hinein zu spekulieren und Dinge auf die Situation zu projizieren.

      Da hilft nur knallharter Realismus.

      In Zehdenick haben gerade vier Parteien versagt; die Linke, die SPD, die CDU, die Grünen.

      Sonst gäbe es diesen Bürgermeister nicht.

      • @rero:

        Ich vergiesse heute Abend gerne heiße Tränen, dass die Menschenfeinde entmenschlicht werden, versprochen.



        A propos treudoof: wenn man natürlich die Gemeindeordnung des Landes Brandenburg zurate zieht wird sich dort kein Ansatzpunkt für die Zerstörung der Republik finden, so weit ,so lammfromm.



        Der AfD-Bürgermeister ist von Zehdenick ist ein kleines Rädchen im AfD-Getriebe, richtig, aber er ist eins. Und natürlich kann man auch eine andere Partei wählen, wenn die anderen Parteien versagen, Nazis als zwingende Alternative sind weder politisch noch juristisch zwingend.

        • @FtznFrtz:

          Es geht nicht um die Gemeindeordnung, es geht darum, was Stadtkewitz so äußert.

          Das wird Frau Schröder mit Sicherheit recherchiert haben.

          Was verschiedene AfDler von sich geben, ist bereits krass genug.

          Da muss man nichts dazuerfinden und die Glaubwürdigkeit der AfD-Gegner unterminieren.

          • @rero:

            Der Verein ist wie er ist. Wenn ich Mitglied bin bin ich auch in der Verantwortung. Er hätte auch zu den Grauen Panthern oder der Tierschutzpartei gehen können, wenn er denn so ein Supermacher ist. Die Leute hätten ihn dann auch so gewählt.

        • @FtznFrtz:

          Wenn die anderen Parteien nicht mal jemanden aufstellen, kann man sie nicht wählen.

          Steht im Artikel.

          Leichter kann man es der AfD kaum machen.

    • @FtznFrtz:

      "Die Chance, diese höchst gefährliche Partei verbieten zu lassen wurde bereits vertan, auch hier haben einmal mehr die Konservativen versagt"

      Daily reminder das dieses Verfahren auch unter einer Regierung mit rot-grüner Beteiligung nicht angegangen wurde. Einseitige Schuldzuweisungen sind hier fehl am Platz.

      • @Zippism:

        Natürlich Unsinn, das wissen Sie selbst, sowohl SPD als auch Grüne haben Parteitagsbeschlüsse gefasst. Wenn die Schwarzen nicht nur mit Einzelstimmen (Wüst, Günther) dabei wären liefe das Verfahren schon längst.

        • @FtznFrtz:

          Das ist schlicht falsch. Parteitagsbeschlüsse sind wertlos, solange sie nicht in Regierungshandeln übersetzt werden. Weder unter rot-grün noch unter der Ampel gab es einen Antrag aus der Bundesregierung, dem Bundesrat oder dem Bundestag.

          Wer so tut, als hätten SPD und Bündnis 90/Die Grünen „alles getan“ und nur die CDU blockiere, betreibt gezielte Geschichtsklitterung. Regierungsverantwortung heißt handeln, nicht beschließen.

          Dass bis heute kein Verbotsantrag gegen die AfD existiert, ist ein gemeinsames politisches Versagen, kein exklusives der Konservativen. Alles andere ist billige Ausrede, um eigenes Nichtstun zu kaschieren.

          • @Zippism:

            Okay, die SPD verteidigen wird schwer. Aber Klingbeil hat hier mal ausnahmsweise nicht laviert, käme der Antrag, die SPD wäre wohl dabei. War aber nach der Wahl.



            Was die Scholzsche Trägheit angeht haben Sie nicht unrecht, die Ampel hätte aber wohl wegen der Block(ade)partei FDP keinen Antrag gestellt.



            So richtig gut war da keiner, Sie haben recht. Allerdings in der jetzigen Regierung hätten Merz, Spahn und Dobrindt alle Möglichkeiten gehabt, Sie haben diese bewusst in den Wind geschlagen. Die Hauptschuld geht mit den Schwarzen heim.

        • @FtznFrtz:

          Nur sind die Parteitagsbeschlüsse nicht viel wert.

          Schon vergessen, dass Scholz und Faeser nicht wollten?

          Offenbar wegen des Gutachtens...

    • @FtznFrtz:

      Darauf, dass zumindest die angeblich rechtsstaatlichen Konservativen den Zeitpunkt des Verbots verpasst haben (könnten), gibt es zumindest für mich nur eine Antwort: der mögliche (neoliberale) Koalitionspartner darf nicht verloren gehen, insbesondere der Ost-CDU. Dort gibt es voraussichtlich eine nicht unwesentliche Anzahl an Mitgliedern, die in ihrem schwarzen Parteibuch viele blaue Seiten vorweisen können.

      • @Gerhard Krause:

        Dann sehen Sie sich die Wahlergebnisse der letzten 20 Jahre in Brandenburg an.

        Der einzige mögliche Koalitionspartner für die CDU ist dort im Landesparlament die SPD.

  • "René Stadtkewitz ist ein 61-jähriger Unternehmer und früherer CDU-Abgeordneter aus Berlin. Noch zu seinen CDU-Zeiten unterstützte er bereits eine „Bürgerinitiative“ gegen einen Moscheebau und baute Kontakte zum holländischen Rechtsradikalen Gert Wilders auf."

    Sollte man sich zur Abwechlsung mal genau durchlesen: früherer cdU-Abgeordneter. Denn daher rekrutiert sich die AfD ja schon seit Anbeginn zum größten Teil. Und darum ist AfD-Politik in großen Teilen auch ununterscheidbar von cdU-Politik. Dass er sich gegen die fDP durchsetzen musste, die in Sachen Neoliberalismus in nichts nachsteht, ist auch nicht ungewöhnlich. Politologische Studien haben schon früher gezeigt, dass in fDP viel Potential zur AfD-nahen Partei existieren. Siehe z.B.



    youtu.be/RjOqRthmLe4?t=2011

    • @Jalella:

      "Sollte man sich zur Abwechlsung mal genau durchlesen: früherer cdU-Abgeordneter. Denn daher rekrutiert sich die AfD ja schon seit Anbeginn zum größten Teil. "

      AfD-Propaganda, die mit der realen Welt nichts zu tun hat.

      "Und darum ist AfD-Politik in großen Teilen auch ununterscheidbar von cdU-Politik"

      Völliger Nonsens.

    • @Jalella:

      Es wird nicht helfen, aus der CDU einen Sündenbock zu machen.



      Die AfD speist sich auch aus Teilen der Linken, der SPD ( am wenigsten wohl von den Grünen) und zum größten Teil aus den Nichtwählern.

      Das sollte uns viel grundlegender zu denken geben als "Die CDU ist schuld."

      Neoliberalismus ist nicht der Hauptgrund, weshalb man in brandenburgischen Dörfern AfD wählt.

      Wenn es um ein konkretes Thema geht, ist es typischerweise die Migration.

      Da ist manchen die CDU zu liberal gewesen, sonst hätten sie ja nicht gewechselt.

      Natürlich kann man Merkel vorwerfen, 2015 zu liberal gewesen zu sein.

      Zu viele migrationskritische Wähler vergrätzt zu haben.

      Wollen Sie das ernsthaft?

    • @Jalella:

      Ihre Analyse, die sich unter der Überschrift "die anderen sind Schuld" zusammenfassen lässt, trägt zur Problemlösung genau nichts bei, Sie verstärkt nur die Spaltung der Gesellschaft. Glauben Sie mir, (demokratische) Rechte und (demokratische) Linke tragen gleichermaßen zum Erfolg der Afd bei.

  • Niemand beschimpft AfD Wähler pauschal.



    wie jemand anders schrieb:



    Ich beschimpfe AfD-Wähler nicht pauschal, halte sie jedoch zu etwas zwei Dritteln für äußerst naiv, geschichtsvergessen und empfänglich für rassistische und menschenverachtende Ressentiments, zu einem Sechstel für potentielle Mitläufer in einem Unrechtsstaat und zu einem weiteren Sechstel für potentiell gefährliche Extremisten, die, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten, auch vor physischer Gewalt bis hin zum Mord nicht zurückschrecken würden. Da wir unter den Konsequenzen einer durch solche Wähler verursachten Katastrophe bereits vor knapp 100 Jahren in Deutschland zu leiden hatten und wissen, wie es ausgegangen ist, kann ich nur den Kopf schütteln, wenn ich sehe, wie viele Leute bedenkenlos den Rattenfängern hinterherlaufen.

    • @Jasmin Mittag:

      Ein Teil ist vielleicht auch einfach nur enttäuscht und frustriert von der Politik der letzten Jahr(zehnt)e, aber auch nur daran zu denken, dass mit der FdA etwas besser würde, ist wiederum äußerst naiv.



      Die Deutschland-allein-kann-die-Welt-nicht-retten-Kommentatoren wollen wohl auch die Annehmlichkeiten, welche die Klima-und Umweltschädigung noch mit sich bringt, genießen, so lange es geht - "Warum soll ICH wegen der Nachkommen auf ..... verzichten" - (Kommentar in diesem Forum), die machen sich wohl Hoffnung auf die diesbezüglichen Koniferen Steffen und Hilse

  • Am gefährlichsten sind immer die Netten, die Kompetenten, die Macher, die Vernünftigen.

    Höcke ist hingegen ein Wolf im Wolfspelz. Unsympathisch, Uncharismatisch, kein Schwiegermutter-Typ. Spröde, trocken, Oberlehrerhaft. So wie die Weigel.

    Aber der leise Typ Politiker, der Kümmerer, der dem Kind über den Kopf streicht. Das ist der Menschenfischer.

    • @TaAl:

      Der Erstkommentar wirkt auf mich vor allem unnötig simplifizierend. Schon die Grundannahme geht empirisch nicht wirklich auf. Björn Höcke ist für seine Anhängerschaft keineswegs bloß der geduldete „Wolf im Wolfspelz“. Viele erleben ihn gerade als authentisch, klar und repräsentativ für eigene kulturelle oder politische Empfindungen.

      Und genau dort liegt der eigentliche Denkfehler. Was linke Milieus oder auch wir Frauen persönlich als unsympathisch, spröde oder unangenehm empfinden, kann für andere Milieus durchaus attraktiv wirken. Politische Wahrnehmung ist kein objektiver Sympathietest. Der Schluss vom eigenen ästhetischen oder moralischen Empfinden auf die Gesamtgesellschaft ist deshalb, ehrlich gesagt, eher schwach.

      Menschen folgen politischen Figuren nicht primär wegen netter Gesten oder „Schwiegermuttertauglichkeit“, sondern weil sie sich in ihnen kulturell, emotional oder sozial repräsentiert sehen.

    • @TaAl:

      Na dann wissen wir ja nun warum die Politiker der anderen Parteien soviel weniger Erfolg haben :D :D :D

  • Die Wahl des Bürgermeisters ist immer eine Persönlichkeitswahl, weniger eine Parteienwahl. Der gewählte Bürgermeister kann jetzt zeigen wie gut er ist und ob er die Kommune weiterbringt.



    Die Bürger entscheiden für ihre Kommune, da sollte man sich als nicht Ortsansässiger etwas zurückhalten.

    • @Filou:

      Wenn der Bürgermeister nur wegen seiner Persönlichkeit gewählt worden ist, hätte das vielleicht auch als Mitglied einer anderen Partei oder als parteilos funktioniert.



      Es mag sein, dass es in der FdA akzeptable Mitglieder gibt, aber Reden und allgemeines Verhalten im Bundestag, in Talkshows und Interviews sowie deren Wähler und Sympathisanten, die einem im Alltag über den Weg laufen, stimmen mich diesbezüglich pessimistisch.

  • Jede Partei ist eine Große Koalition in sich selbst. Sie hat kompetente Mitglieder, mediokre Pfründe-Sucher und radikale Schreihälse.



    Hier hat ein blindes Huhn ein gutes Korn gefunden. Wenn alle so kompetent wären wie dieser Bürgermeister, wäre die AfD weniger schlimm.



    Ich glaube, gute Leistung abzuliefern wäre die beste Methode gegen jeden Populismus und Extremismus.



    2 Jahre Wartezeit zwischen Amtsgericht und Revision beim Landgericht in Strafsachen, 5 Monate Wartezeit bei U-Haftsachen vor dem Amtsgericht, 18 Monate ohne U-Haft...



    Schließung des Hauptgebäude der TU Charlottenburg.



    Zu wenig Fortschritte beim Bürokratieabbau und beim E-Gouvermenting.



    Reduzierung des Wohnungsbaus mittels zu strenger Bauvorschriften und Normen.



    Frauen zurück an den Herd mittels Mangel und Unzuverlässigkeit bei der Kinderbetreuung.



    Irgendwann sind die anderen Parteien in Bund und Ländern mit so einer Misserfolgsbilanz da, wo es ihre Kollegen in Zehdenick heute sind.

  • Mittlerweile ist es wohl auch schwierig Kandidaten zu finden die sich das in Kleinstädten antun.

  • Menschlich ist es wichtig, mit AfD-Wählern zu sprechen, den Kontakt nicht abzubrechen. Aber politisch muss die AfD eingezäunt werden. Das ist eine andere Ebene.

    • @Andreas_2020:

      Nicht die AfD muss politisch eingezäunt werden.



      Die Politik der AfD muss eingezäunt werden.



      Denn wenn der gute Mann folgendes sagt dann trifft er den Nagel damit auf den Kopf: „Unsere jetzige Regierung versucht, den Sozialstaat zu entlasten und permanent Menschen abzuschieben“, sagt Krause. „Das ist das, was die AfD fordert – nur dass es von einer Partei der Mitte kommt! Wo ist da der Unterschied?“



      Insbesondere die CDU/CSU nutzt ja das Fahrwasser der AfD gezielt um eigene Positionen durchzusetzen und macht sich damit auch ein Stück weit gleich. Klar kann man sagen "aber nicht im selben Maße wie die AfD" - nur ändert sich dieses Maß eben Tag für Tag durch die fortschreitende Normalisierung.

      • @Sonderzeichen:

        Und die AFD gewinnt gleichzeitig auch noch fortwährend an Zustimmung.



        .



        Denn wird über Migration nur als Problem gesprochen, über "Stadtbilde", über "kleine Paschas" und "Zahnarzttermine", dann profitiert an Ende insb. die Partei, die das Thema als ihr Kernelement hat.



        .



        Es liegt ja nun wirklich nicht an einer knallharten SPD, welche die Union zu einer völlig andren Politik zwingt, das die Umfragewerte der Braunen immer weiter steigen.



        .



        Und das von Mr " Ich werde die AFD halbieren".

        • @sociajizzm:

          Seine Ehrung als Mitarbeiter des Jahres findet wahrscheinlich nicht öffentlich statt, aber wer weiß - aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

  • Ob man besonders auf kommunaler Ebene, wo es um neue Straßen, Plätze, Versorgungseinrichtungen etc. geht, die AfD in Gänze davon ausschließen kann und will, halte ich persönlich für falsch. Es kommt immer darauf an. Wenn der Gegenüber, sachlich und fundiert sein Anliegen vorträgt, würde ich immer zuhören und gegebenenfalls auch zustimmen. Es waren wohl in Zehdenick nicht die Kandidaten zur Wahl, die gegen Herrn Stadtkewitz gewinnen konnten. Besonders wenn man dann noch bedenkt, dass vorher ja 3 Bürgermeister wegen Krankheit aus dem Amt ausschieden.

  • Ich denke, der junge Herr von Streit bringt die Sache auf den Punkt. Auf kommunaler Ebene zählt nicht die Partei, sondern der Kandidat. Und wenn die beiden letzten Kandidaten sich als so schwach erwiesen haben, dass die bürgerlichen Parteien nicht mal mehr jemanden aufstellen. Der Bewerber aus der letzten Stichwahl hat sich ja auch als schlechte Wahl erwiesen, wenn er sein Amt schon gar nicht mehr angetreten hat aus gesundheitlichen Gründen, aber auch nicht zurücktreten wollte, sondern weiter kassieren.

    • @Dr. McSchreck:

      Ich wollte grad widersprechen das Amt sei ehrenamtlich.... aber nix da.... 6,5 bis über 8,6k im Monat. Autsch.

      • @sociajizzm:

        Wenn gute Arbeit geleistet wird - warum nicht?



        Im Bundestag und in den Landtagen werden ganz andere Beträge versaubeutelt....



        Ich konnte dummerweise nicht vermeiden, an Manager- und Beratergehälter sowie an die Boni der Leistungsträger in der Wirtschaft zu denken - alles mit Sicherheit wohlverdient und angemessen......

  • Letztendlich ist der Erfolg der AfD dadurch zu erklären, dass die konkurrierenden Parteien insgesamt so schlechte, reaktive Politik machen und mit Personal besetzt sind, dass erschreckend schlecht ist. Permanent äußern sich Minister, Kanzler und Parteipersonal unreflektiert und stellenweise schlicht dumm zu Sachverhalten, die sie scheinbar nicht vollständig verstanden haben. Und sind sich der Tragweite ihrer Äußerungen nicht mal bewusst.



    Letztendlich allerdings liegt das Problem bei uns allen: wir wollen Maximallösungen und einfache Lösungen für komplexe Probleme, möglichst ohne selbst etwas zu tun, abgeben zu müssen, oder Arbeit einzubringen. Die Einzigen, die solche Programme anbieten können sind entweder nicht die Hellsten, oder komplett gewissenlos ihrer Karriere verpflichtet. Ehrliche Politiker, die realistische Angebote machen, kommen in keiner Partei hoch und würden sowieso nicht gewählt.



    Und so bekommen wir alle die Politiker und das Land, dass wir verdienen.



    Schon zu Adolfs Zeiten haben die Menschen in erster Linie fantastische Versprechungen und in zweiter Linie Haß gewählt. Da derjenige, der aus der Geschichte nichts lernt, verdammt ist, sie zu wiederholen, geht es los.

  • Erwachsene Menschen, die nicht begriffen haben (oder nicht begreifen wollen), dass es Dinge gibt die immer falsch sind. Den Begriff Ethik googeln würde eventuell helfen.

    Erwachsene Menschen, denen nicht klar ist, dass es den Faschisten egal ist warum, oder für welche Person, sie gewählt werden. Am Ende regieren sie faschistisch. Siehe u.a. Trump.

    Wenig überraschend, null Erkenntnisgewinn, was allerdings nichts besser macht.

    • @Warim Wilke:

      Das unterscheidet die Menschen von den dummen Tieren. Letztere müssen aus Erfahrungen lernen und die wissen nicht, was kognitive Dissonanz ist. Menschen wissen es durch ihre Intelligenz eben einfach besser.

    • @Warim Wilke:

      Die Interviewten gehören halt auch nicht zu den Gruppen von Menschen die als Erste unter der Politik von Faschisten zu leiden haben. Das wird auch sehr deutlich: die eigenen Geschäfte gehen natürlich vor!

      Das in den USA queere Menschen Bundesstaaten und Gemeinden die von Faschisten gekapert wurden verlassen und immer weniger Möglichkeiten haben frei zu leben ist ihnen egal solange bei ihnen die Kasse stimmt. Dazu noch ein paar altbekannte Phrasen ("mit Rechten reden", "das wird schon (für mich) nicht so schlimm werden") und fertig ist die Laube...

      • @schnarchnase:

        So ist es.

  • "Während die bürgerlichen Parteien keinen Kandidaten aufstellten, zeigte die AfD Präsenz mit Kundgebungen, Sommerfesten und Kinoabenden."



    Wenn man an der Wahl nicht teilnimmt, kann man kaum glauben gewinnen zu können.



    Wenn ich den Text oben richtig gelesen habe, hatte der Ort nun wohl ungefähr 1 Jahr lang einen Bürgermeister, der nach 11 Tagen im Amt dienstunfähig krankgeschrieben und dann abgewählt wurde.



    Jetzt wählen die Leute den einzigen, von dem sie annehmen, daß er die Dienstgeschäfte führen kann.



    Das kann einen richtig ärgern, aber kaum wundern.

  • AFD-Mann als Bürgermeister:

    Beunruhigend ist gerade ihre stille Normalisierung. Was früher mit offenen Parolen verbunden war, erscheint heute oft bürgerlich, pragmatisch und kommunal verankert.

    Genau diese Entwicklung beschreiben viele Studien zum neuen Autoritarismus: Demokratiefeindliche und nationalistische Positionen werden schrittweise gesellschaftlich gewöhnlich.

    Bürgermeisterwahlen wie in Zehdenick wirken deshalb nicht nur lokalpolitisch. Sie zeigen, wie sich autoritäre Politik über Alltag, Verwaltung und Gewöhnung etabliert – nicht durch großen Lärm, sondern durch den Eindruck von Normalität. Die eigentliche Gefahr liegt vielleicht gerade darin, dass viele sagen: „So schlimm ist es doch gar nicht.“

    So kommt und wächst „Spätfaschismus“ wie ein Krebsgeschwür mit allen seinen Facetten in die Gesellschaft und wird bereits in vielen Orten, wie jetzt in Zehdenick im Osten, zur Normalität.

    Weiter so Deutschland!

  • SPD, CDU, Linke, Grüne stellen keine Kandidaten auf, die Wahlbeteiligung ist unterirdisch - aber dann jammern wenn ein AfD-Politiker gewählt wird, genau mein Humor.

    • @FraMa:

      Über die Gründe, warum demokratische Parteien (und auch noch im Osten) keine Kandidaten finden, kann ich nicht lachen.



      Ich weiß - Walter Lübcke wurde im Westen erschossen...

      Nebenbei - Was heißt eigentlich auf Blaundeutsch "Ich weiß, wo dein Haus wohnt?"

  • Wenn alle Bürgermeister in den vergangenen fünf Jahren das Handtuch werfen und die bürgerlichen Parteien bei der jetzigen Wahl keinen Kandidaten aufstellen - dann hat die AfD halt leichtes Spiel.



    Für einen Triumpf der AfD sehe ich eigentlich keinen Grund - die gewonnene Wahl ist eine Ausnahme.



    Mal sehen, wann Herr Stadtwitz das Handtuch wirft.

  • Ich beschimpfe AfD-Wähler nicht pauschal, halte sie jedoch zu etwas zwei Dritteln für äußerst naiv, geschichtsvergessen und empfänglich für rassistische und menschenverachtende Ressentiments, zu einem Sechstel für potentielle Mitläufer in einem Unrechtsstaat und zu einem weiteren Sechstel für potentiell gefährliche Extremisten, die, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten, auch vor physischer Gewalt bis hin zum Mord nicht zurückschrecken würden. Da wir unter den Konsequenzen einer durch solche Wähler verursachten Katastrophe bereits vor knapp 100 Jahren in Deutschland zu leiden hatten und wissen, wie es ausgegangen ist, kann ich nur den Kopf schütteln, wenn ich sehe, wie viele Leute bedenkenlos den Rattenfängern hinterherlaufen.

    • @Aurego:

      Wie bereits andere hier bemerkt haben, ist es wahrscheinlich eine Mischung aus Rattenfängertum und Versagen der anderen Parteien.

      Ich finde es auch immer schwieriger, mein Kreuzchen guten Gewissens irgendwo zu machen. Dabei wäre engagierte, zugewandte, im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern entwickelte Politik absolut möglich.

      Ein mit (derzeit) großen Mängeln behaftetes demokratisches Angebot entschuldigt aber nicht, potentiell autoritäre Faschist:innen ins Amt zu wählen - das Risiko ist einfach zu groß.

      Und wenn wir ehrlich sind: Bereits 1933 hätte jeder sehen können (und viele sahen das ja auch), dass diese Leute verrückt und gefährlich sind.

      • @Stavros:

        Andere Partein mögen versagen. Das ist jedoch kein Grund, eine Partei zu wählen, deren Mitglieder zu einem beträchtlichen Teil rechtsextremistische und faschistische Ideen vertreten.

        • @Aurego:

          Sie haben recht. Aber ein Grund (für sie), nicht zu wählen, was dann zu der bescheidenen Wahlbeteiligung führt.

    • @Aurego:

      Das Gefühl und die Frustration, die du beschreibst ist total verständlich und nachvollziehbar, aber ich halte es für sehr gefährlich bei so einer moralischen Erklärung á la "Die Menschen sind halt dumm oder böse" einfach stehen zu bleiben. Der Rechtsruck ist ja kein plötzlich auftretender, kollektiver Charakterfehler, weil 1/3 der Bevölkerung plötzlich aufwachen und spontan entscheiden Faschisten zu werden, sondern Ausdruck sozialer, politischer und ökonomischer Krisen (und ihrem Umgang damit.) Damit will ich jetzt nicht die individuelle Verantwortung und die Gefahr relativieren - im Gegenteil. Ich verstehe die Frustration und glaube, es braucht auf jeden Fall ganz klar antifaschistische Haltung dagegen! Gleichzeitig denke ich, dass nach 40 Jahren Neoliberalismus, Sozialabbau, Lohnstagnation, Wohnungsnot etc. die Rechten gerade ein sehr leichtes Spiel haben - sofern es progressiven Kräften nicht zeitnahe gelingt eine glaubwürdige Perspektive anzubieten und z.B. wieder für eine massive Umverteilung, demokratische Kontrolle wirtschaftlicher Macht, starke Gewerkschaften, öffentliche Daseinsvorsorge und reale materielle Verbesserungen im Interesse der Mehrheitsbevölkerung zu kämpfen.

      • @Dima77140:

        Glauben Sie wirklich, daß DDR 2.0, wie von Ihnen herbeigewünscht, der AfD im Osten das Wasser abgraben würde? Ich fürchte, das Gegenteil wäre der Fall: die Leute wählen doch diese Partei, weil sie sich von den regierenden -insbesondere linken- Parteien bevormundet fühlen und meinen, das von früher zu kennen. Die echten Ostalgiker wählen doch wohl eher BSW, vermute ich.

    • @Aurego:

      Ich schon. Es gilt die einfache Wahrheit, wer Nazis wählt ist selbst ein Nazi, allen seinen Beteuerungen zum Trotz. Unschuldige Schäfchen hatten wir schon nach 1945 unzählige.

      • @Alberta Cuon:

        Würdet Ihr das so auch Herrn Krause ins Gesicht sagen: Also einem Menschen der zwar einen AfD-Bürgermeister gewählt hat, aber auch Kleiderspenden für syrische Geflüchtete sammelt, einem afghanischen Geflüchteten hilft und Nazi(!)schmierereien entfernt?

        • @Saile:

          Solche Typen wie Herr Krause gab es 1933 auch, die dachten: "wird schon nicht so schlimm werden, sind ja alles auch nur Menschen." Es wurde dann noch viel schlimmer, wahrscheinlich weil es Menschen waren (homo homini lupus).

  • Endlich mal wieder ein Artikel in der taz, der durch echte Recherche entstanden ist und ein differenziertes Bild darstellt. Danke dafür!

  • Die AfD wird weiter erstarken.



    Weiter und weiter.



    Denn die einstigen Volksparteien haben, wie einst in den zwanziger Jahren der vergangenen Jahrhunderts, den Kontakt zu den Menschen komplett verloren.



    Die einstigen Volksparteien sind weder Willens noch in der Lage zu erkennen was die Menschen in diesem Land bewegt und welche Ängste die Menschen umtreiben.

    • @Bolzkopf:

      Ich glaube nicht, dass die 'Volksparteien' jeden Kontakt zu ihren Wählern verloren haben, die CDU hat kürzlich gute Ergebnisse bei Wahlen erhalten. Selbst die SPD verschwindet nicht, jedenfalls nicht gänzlich und nicht jetzt. Ich glaube, dass die AfD zulegt, weil Merz mit Dobrindt deren Migrationsdiskurs nicht zerlegt, sondern mit Abstrichen bestätigt.

    • @Bolzkopf:

      Verstehe überhaupt nicht, wie man sowas schreiben kann. In jede dieser "einstigen Volksparteien" kann man eintreten und mitgestalten.



      Warum sollten gerade die Rechtsradikalen wissen, welche Ängste die Menschen haben? Da fällt mir nur ein Grund ein: Weil sie diese Ängste selber schüren - und gleich noch Ausländer als Sündenböcke präsentieren.

      • @Flo:

        Es gibt genügend Umfragen was die Menschen in Deutschland beschäftigt. Auf Platz eins mit 35% das Thema Migration. Eine deutliche Mehrheit will eine deutlich schärfere Migrationspolitik und mehr Abschiebungen. Ebenso wollen die meisten Menschen in Deutschland eine Verschärfung beim Bürgergeld. Solange die Themen nicht wirklich angegangen werden kann sich die AFD zurücklehnen und braucht nichts tun.

        • @AmArschderHeide:

          Es gibt zwei Hauptwege damit umzugehen:



          Den Leichten: schärfere Migrationspolitik.



          Den Anstrengenden: Die Akzeptanz von Migration in der Bevölkerung erhöhen.

          Der leichte Weg führt ins Abseits weil wir ohnehin schon viel zu wenig junge Menschen hier haben (und das seit midestens 1856!)

          Der anstrengende Weg erfordert Mut und Überzeugungsfähigkeit. Und das haben die aktuellen Lichtgestalten der Politik eben nicht.

          • @Bolzkopf:

            Vielleicht wollen die Wähler aber auch nicht überzeugt und belehrt werden, sondern zur Abwechslung mal jemanden haben, der etwas entsprechend dem Wählerwillen umsetzt.

            • @Bertie:

              Ich ergänze mal zu meinem eigenen Verständnis: "..., egal was, und wenn es noch so falsch ist."

      • @Flo:

        "Verstehe überhaupt nicht, wie man sowas schreiben kann. In jede dieser "einstigen Volksparteien" kann man eintreten und mitgestalten."

        Natürlich kann man das, warum jedoch sollten enttäuschte Wähler die sich von diesen Parteien nicht verstanden, ja verachtet, fühlen gerade in diese eintreten? So funktioniert Frustration nicht hier wird das Ventil gesucht, dass den größten Effekt hat und das ist nun mal leider die afd.

      • @Flo:

        Voe allem weil Sie den Menschen zuhören und genau erkennen, wo der Schuh drückt

        Die AfD ist nicht nur eine Defizitpartei, sie ist eine sehr begabte Defizitpartei.

  • Wenn's dem Esel zu wohl wird, geht er auf's Eis.

    • @LeKikerikrit:

      Was meinen Sie damit?

      Dass es der Linken bis zur CDU zu gut geht, so dass sie nicht mal mehr Kandidaten aufstellen?

      Dass Sie hoffen, dass auch der AfD-Bürgermeister nach der Wahl auf dem Eis ausrutscht?

      • @rero:

        Ist das nicht klar?



        Ich meine den Wähler, hier in Person, der meint: "... jetzt soll'n se mal zeigen ... usw.



        Siehe USA. Gleiche Motivation. Und wählen sich eine absolute Null, einen mehrfach vorbestraften, pädophilen und notorischen Betrüger zum Präsidenten.



        Im Fall Zehdenick gab es Alternativen.



        Es ist aber doch der "gute" Onkel von der AfD. Den gibt es nicht. Wer sich mit Höcke, Fronmaier, Weidel,, dem Malermeister (nichts gegen das Handwerk) und Tante Storch in dieser ''Partei' suhlt, ist für mich als Demokrat unwählbar.

  • Wird die AFD stärker, oder ruinieren sich die altparteien durch eigene Blödheit?

    • @Todesfister:

      Nuja, der eine mag Fackelmärsche und Judensterne, der andere eben nicht.

      • @Kaboom:

        Nuja, Querschläger gibts immer, aber warum so viele?? Und warum vermehren sie sich lt. Umfragen derart rasant???

    • @Todesfister:

      Mal abgesehen davon dass "Altparteien" AfD-Sprech ist – ich denke Hauptschuld trägt die Union. Sie kam durch Grünenbashing an die Macht und kopiert dann die (durchaus vernünftige) Politik der Grünen - ohne zuzugeben, dass die Ideen von den Grünen stammen.



      Das kann ja nicht gut gehen.

      • @Flo:

        Wenn man NSAgD Politik kopiert, legitimiert man sie halt. Und die Leute wählen schon immer lieber das Original.

      • @Flo:

        Wenn Sie recht haben und die CDU die Politik der Grünen kopiert und dies zu einem Erstarken der der Afd führt, scheint mit, dass die grüne Politik ein Hauptpunkt dafür ist, dass sich die Menschen von den normalen Parteien (Cdu, spd, grüne Fdp...) abwenden und Afd wählen. Da ist sicher was dran, der Hauptpunkt ist das aus meiner Sicht nicht.

      • @Flo:

        Es ist immer interessant, dass die Union die größte Schuld haben soll wo die afd den größten Sprung in ihrem Stimmenanteil unter einer Ampel Regierung hatte und die SPD an jeder Regierung seit 2015 beteiligt war.

      • @Flo:

        Das sehe ich ganz genauso und die Politikwissenschaft auch ...

      • @Flo:

        Sie betrachten nur die Bundesebene.

        Nun liegt Zehdenick aber in Brandenburg.

        Dort regiert seit der Wende durchgehend die SPD.

        In Koalition mal mit dieser, mal mit jener Partei.

        Wer von der enormen Zustimmung in Brandenburg für die AfD sprechen will, kommt eigentlich an der SPD nicht vorbei.



        (In diesem Zusammenhang von Schuld zu sprechen, halte ich nicht für hilfreich. )

        Die CDU spielt in Brandenburg keine herausragende Rolle.

        Die Grünen sind in Brandenburg eher ein Phantom.

        Man hat schon mal gehört, dass sie jemand gesehen haben soll.

    • @Todesfister:

      Natürlich machen die Altparteien einiges falsch, vieles funktioniert zu langsam etc.



      Ich würde dennoch niemals irgendwelche Leute wählen, die einer Partei angehören, die rassistische Ressentiments verbreitet, die den Staat und unser Grundgesetz im Prinzip verachtet und es ja ebenfalls nicht besser könnte als die Altparteien.

      • @Aurego:

        "Ich würde dennoch niemals irgendwelche Leute wählen, die einer Partei angehören, die rassistische Ressentiments verbreitet,"

        Das sehen etliche so, macht aber auch die AfD stark, wenn die Wahlbeteiligung sinkt, weil die zuhause bleiben.

        Man beachte bei den Wahlergebnissen "klassischer" AfD-Hochburgen die Wahlbeteiligung, beispielsweise hier:



        wahlen.statistik-b...8231000-00101.html

      • @Aurego:

        Also auch keine Linke, nachdem Parteitag in Hannover.

      • @Aurego:

        Wenn Sie nun aber diesen Staat ebenfalls verachten und Ressentiments teilen, die aus Ihrer Sicht nicht rassistisch sind, wenn Sie dazu das Grundgesetz für eine schöne Idee halten, die die anderen Parteien aber nicht umsetzen wollen, dann könnten Sie auf die Idee kommen, es mal mit der AfD zu probieren.

        Die anderen Parteien haben Sie schon mal gewählt und da änderte sich ja nichts.

        • @rero:

          "Wenn Sie nun aber diesen Staat ebenfalls verachten"

          Den Staat oder sein aktuelles - als dysfunktional wahrgenommenes politisches System?

          Diejenigen, die "mit Deutschland nichts anfangen können", sind eher woanders als bei der AfD zu finden...

        • @rero:

          Was genau sollte sich denn für mich persönlich ändern, wenn ich bestimmte Parteien wähle? Dass ich dann vielleicht ein paar Euro Steuern weniger zahle? Ich denke, solche Almosen brauche ich nicht. Gute Renten, eine gute Krankenversicherung und Absicherung bei Arbeitslosigkeit ist wichtiger, als dass ich ein bisschen mehr shoppen kann.

          • @Aurego:

            Ich bin immer wieder erschrocken, wenn ich sehe, bei wie vielen Menschen das Denken beim Shoppen (stellvertretend für Konsum und Überkonsum in vielen Ausprägungen) aufhört.



            Wiederholung eines hiesigen Kommentars: "Warum soll ICH wegen der Nachkommen auf ..... verzichten?" Es ist einfach nicht zu fassen....

    • @Todesfister:

      Sehr gute Frage. Die AfD muss gar nichts tun und deren Wähler kommen von ganz alleine. Ich denke auch es ist ein Versagen der Altparteien.

      • @Hans Dampf:

        Versagen der Altparteien ... Wow



        Versagen der Wähler-Hirne sage ich. Oh, mein Gott, Wähler-Bashing. Ja, ganau das. Nur Idioten oder Nazis wählen die AfD. Da gibt es nix zu beschönigen und keine Ausreden.

        • @LeKikerikrit:

          Willst du wirklich 30% der Deutschen als Idioten oder Nazis bezeichnen?

      • @Hans Dampf:

        Dass es vor allem an der Empfänglichkeit für Propaganda von zu vielen Menschen liegt zeigt die Tatsache, dass Du selbst mit dem Begriff 'Altparteien' und der pauschalisierten Zustimmung, dass angeblich keine Partei aus dem demokratischen Spektrum ordentliche Politik machen würde, eben jene Propaganda annimmst und verbreitest ...

        • @Peter Blunt:

          Die AfD ist die schlimmst Partei seit bestehen der Bundesrepublik Deutschland. Aber ihre Wähler als Idioten oder Nazis zu bezeichnen ist trotzdem falsch. Und wie man sieht hat es rein gar nichts gebracht, es wählen trotzdem immer mehr und mehr Bürger diese Partei.

    • @Todesfister:

      Leider letzteres; z.B. schleift die SPD den seit mehr als einem Jahrhundert geltenden 8-Stunden-Tag und damit ein Symbol der Arbeiterbewegung, und die CDU will gleich den ganzen Sozialstast abschaffen.



      Ein besseres Konjunkturprogramm für die AfD kann es garnicht geben!

      • @Tiene Wiecherts:

        "Leider letzteres; z.B. schleift die SPD den seit mehr als einem Jahrhundert geltenden 8-Stunden-Tag und damit ein Symbol der Arbeiterbewegung, und die CDU will gleich den ganzen Sozialstast abschaffen.

        Ein besseres Konjunkturprogramm für die AfD kann es garnicht geben!"

        Das ist das beste Beispiel dafür, dass niemand den AFD-Wähler verstehen möchte. Das interessiert den gar nicht, das spielt gar keine Rolle. Da würde man ja dann die Linke wählen, wenn einem das wichtig wäre.

        Konjunkturprogramm für die AFD ist vielmehr, dass sich einfach gar nichts ändert. Die Empfehlungen der ganzen eingesetzten Expertenräte werden nur zu 5% umgesetzt und damit bleibt alles beim Alten, außer, dass Steuern erhöht werden und jeder noch weniger im Geldbeutel hat.

        Das produziert Frust, Unzufriedenheit und Zukunftsangst und damit AFD-Wähler.

      • @Tiene Wiecherts:

        Jaja, es ist extrem "logisch", eine Partei zu wählen, die den Sozialstaat schleifen will, wenn man dagegen ist, dass der Sozialstaat geschliffen wird. Aber so ist das eben, wenn Inkompetenz zur Tugend wird.

      • @Tiene Wiecherts:

        Eine deutliche Mehrheit möchte viel strengere Bürgergeldgesetze. Nur wir die CDU da von der SPD ausgebremst. Von daher muss die AFD nicht wirklich viel tun.

      • @Tiene Wiecherts:

        Leider falsche Einschätzung, der Großteil der AfD Wähler will Einschnitte im Sozialstaat, der nach ihrer & Springer Lesart von Faulen und "Sozialtouristen" ausgeplündert wird.

        • @rodriguez:

          Laut Umfragen renommierter Institute wollen das ca. 74% der Bürger. So viele Wähler hat die AFD gar nicht. Anscheinend sind es also nicht nur AFD Wähler. Und von denen lesen bestimmt nicht alle Springer

          • @AmArschderHeide:

            Die Behauptung ist so schlicht nicht richtig. Eg gibt KEINE Mehrheiten für Einschnitte beim Sozialstaat im Allgemeinen. Und es gibt auch keine entsprechenden Umfrageergebnisse.

            • @Kaboom:

              Nicht den kompletten Sozialstaat, aber beim Bürgergeld sind die Umfragen eindeutig. In meiner Bubble sogar fast 100% die eine viel strengere Verschärfung fordern als sie jetzt geplant ist.