Rechtsradikale Bewegung: Hollands Hassbürgertum
In den Niederlanden nehmen Proteste gegen Asylunterkünfte zu. Die Demonstrierenden nennen sich „besorgte Bürger“. Ein Ortsbesuch.
A ls die Dämmerung über Loosdrecht fällt, erklingt die zweite Polizeidurchsage. Alle Anwesenden werden aufgerufen, nach Hause zu gehen, ansonsten werde der Platz vor der Notunterkunft mit Gewalt geräumt. Der Wasserwerfer steht in Position, Polizeibusse riegeln das Gebäude ab. Ein Demonstrant mit dunkler Kapuze baut sich in einiger Entfernung vor den Polizisten auf. „Für wen steht ihr dort? Für euer eigenes Volk, eure Familie, eure Kinder?“, ruft er ihnen entgegen. „Niederlande den Niederländern! Das eigene Volk geht vor!“
Es ist Mittwoch, der 13. Mai. Vor dem früheren Rathaus der Kommune, in dem nun für ein halbes Jahr 70 junge Asylbewerber untergebracht werden, gilt eine Notverordnung: Tagsüber ist der Aufenthalt dort beschränkt, nachts zur Sicherheit der Bewohner ganz verboten. Am Vorabend stand hier eine wütende Menge. Rund 400 Personen, die „AZC weg ermee!“ – Asylheim weg damit – skandierten, und „wir sind die Niederlande!“. Irgendwann flogen Fackeln und Feuerwerkskörper über den Zaun, Sträucher, die Hecke, ein hoher Baum fingen Feuer, die Flammen schlugen vor dem Gebäude empor.
Teile der Menge versperrten der Feuerwehr zunächst den Zugang. Trotzdem konnte sie den Brand löschen, bevor er auf das Gebäude übergriff. Von den ersten 15 Asylbewerbern, die am selben Tag dort angekommen waren, und mehreren Betreuer*innen wurde niemand verletzt. Die Bilder der meterhohen Flammen vor der Fassade tauchten in allen Nachrichtensendungen und auf jeder Titelseite auf. Loosdrecht, knapp 10.000 Einwohner*innen, gelegen an einer romantischen Seenplatte wie aus einem Hollandbilderbuch, ist zum Symbol für die immer heftigeren Proteste gegen Asylunterkünfte geworden.
Das Gesetz: Anfang 2024 führten die Niederlande das sogenannte Spreidingswet ein. Es sieht vor, Asylbewerber*innen gleichmäßig über das Land zu verteilen. Kommunen sind demnach dazu verpflichtet, Unterkünfte bereitzustellen. Die rechtspopulistische Partij voor de Vrijheid (PVV), von 2024 bis 2025 treibende Kraft einer rechten Koalition in Den Haag, wollte es wieder abschaffen, doch die Regierung fiel schneller, als sie ihren Plan umsetzen konnte. Die heutige Mitte-rechts-Regierung hält am Gesetz fest.
Die Zahlen: 2025 ersuchten 24.073 in den Niederlanden um Asyl. 2024 waren es 32.175 – ein Rückgang um 25 Prozent, EU-weit waren es 19 Prozent. Obwohl die Zahl der Anträge von Syrer*innen deutlich sank, sind sie noch immer die größte Gruppe – knapp vor Eritreer*innen. Laut dem niederländischen Centraal Bureau voor Statistiek (CBS) reisten im letzten Jahr 16.500 Angehörige anerkannter Geflüchteter mittels Familiennachzug ein – 39 Prozent mehr als 2024.
Der Diskurs: Vor allem die PVV hetzt seit Jahren in rabiatem Ton gegen Asylsuchende, ihr Chef Geert Wilders rief die Bevölkerung bereits 2015 zum „Widerstand“ gegen Unterkünfte auf. 2022 sprachen sich 69 Prozent der Teilnehmenden einer Umfrage für einen vorübergehenden Asylstopp, also das Aussetzen jeglicher Anträge, aus. Mit dem Versprechen der „härtesten Asylpolitik aller Zeiten“ landete die PVV 2023 einen Erdrutschsieg. Bei den Neuwahlen 2025 unterlag sie der liberalen D66 knapp. Tobias Müller
Apeldoorn, Den Haag, IJsselstein, Uithoorn bei Amsterdam, Hellevoetsluis bei Rotterdam – Orte, in denen Anwohner*innen in letzter Zeit gegen Asylunterkünfte auf die Straße gingen. In Den Bosch führten Feuerwerkskörper Anfang Mai zu einer Explosion an einem Gebäude, das als Notunterkunft vorgesehen ist. Der Bürgermeister von Lisse, bekannt für seine bunten Tulpenfelder im Frühjahr, erhielt vor einigen Monaten eine Morddrohung von Gegner*innen eines geplanten Wohnheims. Regelmäßig werden Polizist*innen bei den Protesten mit Steinen oder Feuerwerkskörpern beworfen.
Idylle mit Hassvibes
Hört man sich vor Ort um, stößt man häufig auf Aussagen wie die eines Mannes um die 30, der mit umgehängtem Megafon und ins Gesicht gezogener Kapuze vor der Unterkunft steht. „Wir sind besorgte Bewohner, die Loosdrecht verteidigen wollen.“ Zum Brandanschlag will er sich nicht äußern und seinen Namen für sich behalten. Misstrauen gegenüber Journalist*innen, vor allem solche, die man den sogenannten Mainstreammedien zuordnet, ist bei den AZC-Protesten ausgeprägt. Gegen wen das Dorf verteidigt werden soll? „Gegen das Pack hier hinter uns“, sagt er und weist auf das Wohnheim. „Sie kamen auf dem Weg hierher durch genügend andere Länder. Wegen des Verteilungsgesetzes haben wir sie nun hier.“
Seit dem Brand sind inzwischen fast 48 Stunden vergangen. Am Vorabend beendete der Wasserwerfer den Protest. Jetzt ist es Nachmittag. Bis 18 Uhr darf demonstriert werden. Etwa 100 Personen stehen dort, Frauen, Männer, auch einige Kinder, mit einem großen Aufgebot rot-weiß-blauer Landesfahnen.
Ein Auto hält vor ihnen an, die Fahrerin lässt das Fenster herunter und ruft der Menge etwas von „Faschisten“ entgegen. Umgehend wirft ein Mann ihr sein Telefon in die Heckscheibe, die krachend birst. Die Frau steigt aus, empört. Sogleich wird sie von wütenden Demonstrant*innen beschimpft und bedroht, sodass sie es vorzieht, sich zu entfernen.
Für den Mann mit dem Megafon, nennen wir ihn Freek, ist all dies die Schuld der Kommune. Seit 23 Tagen demonstrierten die Loosdrechter*innen hier, berichtet er. Genauer gesagt, seit der Interimsbürgermeister reichlich kurzfristig bekanntgab, dass 110 junge Asylbewerber im leerstehenden alten Rathaus untergebracht werden sollten. Viele Menschen im Dorf fühlten sich übergangen. Junge Männer im Wohnheim, diese Vorstellung löst überall im Land Sorge um die Sicherheit von Frauen und Mädchen aus. Ende April fand in Loosdrecht erstmals ein „Frauenmarsch gegen das AZC“ statt.
Gut vernetzt in rechten Kreisen
Auf Freeks Kapuzenpullover steht ein Schriftzug, der in diesen Tagen überall im Dorf zu sehen ist: Defend Loosdrecht. „Eine Nachbarschaftsvereinigung, die wir vor einigen Wochen gegründet haben, um friedlich zu demonstrieren“, erklärt er. Genauso präsentiert sich auch die Gruppierung Defend Netherlands, deren Akteur*innen seit einer großen Demonstration gegen Zuwanderung im September in Den Haag überall auftauchen, wo gegen Asylunterkünfte demonstriert wird. An zahlreichen Orten bildeten sich lokale Defend-Gruppen. Freek betont, dass sie alle unabhängig voneinander operieren. „Direkte Verbindungen zu Defend Netherlands gibt es nicht, aber einzelne Mitglieder unterhalten sicher welche.“
Defend Netherlands selbst weist das Label rechtsextrem entschieden zurück. Auch Keet Meines, die in letzter Zeit als Sprecherin der Gruppe in Erscheinung trat, betont, man habe „nichts gegen die Asylbewerber*innen an sich, sondern nur gegen das System. Dagegen, dass so viele Leute hier reinkommen und ihr Leben von unserem Geld fortsetzen wollen“. Laut Meines kann Defend Netherlands auf „30.000 Teilnehmer“ zählen. Die Zahl lässt sich nicht verifizieren, doch klar ist, dass die jeweiligen lokalen Kundgebungen mit ein paar Hundert Aktivist*innen die Speerspitze einer breiteren Bewegung sind.
Meines ist an diesem Tag nach Loosdrecht gekommen, um die Protestierenden zu unterstützen. Sie ist eine auffällige Erscheinung, in blauem Kleid, schwarzer Samtjacke mit Landesfahne am Ärmel, um den Hals eine Kette mit Kreuzanhänger. Über die Grundlagen von Defend Netherlands möchte sie nichts sagen. Stattdessen unterstreicht sie: „Es geht um das System. Ich bin einfach eine Bürgerin, die gegen das kämpft, was sich hier abspielt.“
Eine Recherche des Rundfunksenders KRO-NCRV zeigte zuletzt, dass die Bewegung in rechtsextremen Kreisen gut vernetzt ist und in internen Chatkanälen auch entsprechende Rhetorik und Symbolik verwendet wurde. „Seit dem 20.September 2025 waren Defend-Mitglieder bei 21 der 29 Anti-AZC-Demonstrationen präsent“, machte das Investigativformat des Senders, „Pointer“, im März bekannt. Erkennbar seien diese durch entsprechende Kleidung und Symbole. Vor der Notunterkunft in Loosdrecht sind Schriftzug und Logo mit Stadtwappen und niederländischer Flagge allgegenwärtig.
Nicht alle sind rechtsextrem
Auch für Sarah de Lange, Professorin für niederländische Politik an der Universität Leiden und spezialisiert auf den Aufstieg der radikalen und populistischen Rechten, ist klar, dass die Proteste ein Tummelplatz rechtsextremer Akteur*innen sind. „Sie haben sich insofern intensiviert, als dass sie in mehreren Kommunen gleichzeitig stattfinden und es eine deutliche Anwesenheit von Organisationen wie Defend Netherlands gibt“, erklärt sie Mitte Mai telefonisch. „Auch das Maß der angewendeten Gewalt eskaliert, wobei die Ereignisse von Loosdrecht der Tiefpunkt sind.“
Die sprichwörtlichen besorgten Bürger*innen, die an den Demonstrationen teilnehmen, hätten häufig sehr ablehnende Meinungen über Migration, nuanciert de Lange, seien jedoch nicht zwangsläufig rechtsextrem. „Doch sie gehen auch nicht deutlich auf Abstand zu Akteur*innen, die das zweifellos sind und die auch bei diesen Protesten auftauchen. Das sagt wiederum viel aus über die Normalisierung von Rechtsextremismus, die wir in den Niederlanden erleben.“
Vor dieser Tendenz warnte de Lange erst im März, als die Alt-Right-lastige Partei Forum voor Democratie bei den Kommunalwahlen starke Gewinnen erzielte. In der Praxis lässt sie sich am 1. Mai in Loosdrecht erleben. Der Tag der Arbeit ist in den Niederlanden kein Feiertag, doch die Demonstrant*innen gegen das AZC, das zu diesem Zeitpunkt noch leersteht, treibt es trotzdem auf die Straße. Ein Protestzug aus dem nahen Hilversum nach Loosdrecht ist angekündigt.
Beinahe idyllisch legt sich das Licht des Frühlingsabends über die Prozession. Niederländische Fahnen wehen aus Autos und an Pick-up-Ladeflächen. Auf einem grünen offenen Traktor sitzt ein Bauer im rotkarierten Hemd, links von ihm seine Tochter mit Strohhut, rechts der Sohn, der die eine Hand auf die Schulter des Vaters legt und mit der anderen eine Stange mit niederländischer Fahne umklammert. Mit einem Defend-Loosdrecht-Banner, das hinter dem Bauern flattert, fahren sie der untergehenden Sonne entgegen.
Billige Gassenhauer mit KI
Um die hundert Fahrzeuge hat ein Polizist gezählt, vielleicht dreimal so viele Personen nehmen an dem Umzug im Schrittempo teil. Noch deutlich mehr Menschen säumen die Strecke bis Loosdrecht, jung und alt, Mädchen, Jungen, Eltern, Großeltern. Etwas Erwartungsvolles hängt in der Luft, aber auch fröhliche Kirmesstimmung. Kinder winken den Vorbeiziehenden zu, überall stampfen billige landestypische Beats aus Lautsprechern. Ein Refrain klingt dabei wieder und wieder aus den Autofenstern: „Wir sagen nee, nee, nee zum AZC, genug ist genug, voll ist voll, weg damit!“
Das Lied ist das bekannteste eines Genres, das im Zuge der AZC-Demonstrationen immer beliebter geworden ist: KI-generierte Gassenhauer mit eingängigen Melodien und Texten zu „Überfremdung“ und „Verteidigung von Land und Familie“. Der Verfasser von „Nee nee nee tegen het ACZ“, der sich JW Broken Veteran nennt, hat es zu landesweiter Bekanntheit gebracht, seit seine musikalische Visitenkarte im Herbst an der Spitze der hiesigen Streaminglisten stand.
JW Broken Veteran, der sich im Herbst gegenüber der Boulevardzeitung Telegraaf als 40-jähriger Afghanistanveteran mit posttraumatischer Belastungsstörung aus Rotterdam ausgab, betont, er sei kein Extremist. Vor dem Gitterzaun des Asylheims in Loosdrecht, an dem neben Anti-AZC-Aufklebern auch zwei von Kindern bemalte Pappschilder mit der Aufschrift „AZC weg damit!“ befestigt sind, taucht Mitte Mai ein Mann auf, der mit JW Broken Veteran zusammenarbeitet. „Vaderlandsliefde NL“ nennt sich das Projekt. „Wir sind keine politische Gruppe, es geht um Musik über Politik, Zuwanderung, Klima, Wohnungsnot mit Hilfe von KI.“
Auch dieser Mann will anonym bleiben. Doch er hat eine Visitenkarte von Vaderlandsliefde bei sich. Der QR-Code darauf führt zu einer Streamingliste. Darauf sind Titel wie „Niederlande im Widerstand“, „Nenn mich halt rechtsextrem“ oder „Fickt euch, linke Arschlöcher“ zu finden. In „Der Streit ist noch nicht gestritten“ heißt es: „Sie wollen, dass wir vor ihrer woken Agenda auf die Knie gehen“ und: „Patrioten sind Rassisten, Faschisten voller Hass, weil sie kämpfen für unsere Frauen auf der Straße“.
Frauengruppen gegen Asylbewerber
Der Fokus auf die Sicherheit von Frauen ist bei den AZC-Protesten in den letzten Monaten deutlich in den Vordergrund gerückt. Inhaltlich erinnert dies an das identitäre Frauenkollektiv Nemesis in Frankreich oder die nationalistische britische Bewegung Raise the Colours, die immer wieder betonen, nicht nur das Vereinigte Königreich, sondern auch ihre „Frauen und Kinder“ gegen die Flüchtlingsboote, die über den Ärmelkanal kommen, zu verteidigen.
In den Niederlanden klingt in solcher Argumentation ein nicht allzu fernes, doch inhaltlich verzerrtes Echo der Demonstrationen gegen Femizide und für die Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum mit, die letzten Sommer durch viele Städte zogen. Die Bewegung reichte von feministischen linken Gruppierungen wie Dolle Mina bis weit in die bürgerliche Mitte. In diesem Frühjahr hat das Thema, freilich aus einem sehr spezifischen Blickwinkel, die Anti-AZC-Bewegung erreicht. Dolle Mina äußert sich kritisch über „rassistische Vorurteile“.
Vier Tage nach dem Brand von Loosdrecht ist in Hellevoetsluis, einem Städtchen südwestlich von Rotterdam, ein Frauenmarsch angekündigt. Etwa 100 Personen, vorwiegend, aber bei Weitem nicht nur Frauen, haben sich vor dem Rathaus versammelt, trotz eisigen Windes und Regenschauern. Die Stimmung ist wesentlich ruhiger als in Loosdrecht, doch aus einem Lautsprecher klingen auch hier die bekannten patriotischen KI-Weisen. Eine Frau, die anonym bleiben will, berichtet von Bewohnern des Asylboots, das in der Nähe am Anleger liegt, die Frauen belästigt hätten. Dann verweist sie an „Miranda“, die mehr zum Inhalt des Marschs sagen könne.
Miranda van Driel, Unternehmerin und Kommunalpolitikerin aus Hellevoetsluis mit roten Locken, wird in der Lokalpresse als Organisatorin der Veranstaltung erwähnt. Gegenüber internationalen Medien möchte sie sich jedoch nicht äußern. „Ich glaube den Massenmedien nicht.“ Wenig später erklärt sie in ihrer Rede: „Wir sind nicht gegen alle Asylsuchenden, nur gegen alleinstehende Männer.“ Andere Elemente ihrer Ansprache erinnern an die feministischen Demos des Vorjahrs: etwa Whatsapp-Berichte, in denen Frauen besorgten Angehörigen mitteilen, dass sie nach dem Ausgehen wohlbehalten zu Hause angekommen sind. „Oder der Moment, wenn deine Tochter sagt, dass sie abends lieber abgeholt werden will, als alleine aufs Fahrrad zu steigen.“
Proud Boy als Frauenbeschützer
Als der Marsch sich in Bewegung setzt, wird er von einigen Männern in rosa Westen begleitet. Sie sollen die Sicherheit der Teilnehmenden gewährleisten und gehören der Verbindung für Freiheit an, die in Hellevoetsluis zu Pandemiezeiten gegen die Coronamaßnahmen gegründet wurde. Einer von ihnen trägt unter der Weste eine schwarz-weiße Tarnjacke und einen verwaschenen Kapuzenpullover mit „Proud Boys“-Logo.
Ganz vorne halten Miranda van Driel und einige Mitstreiterinnen ein Banner. „Sind unsere Frauen und Kinder noch sicher?“, steht darauf. Dahinter ragen selbst gemalte Schilder in die Höhe. „Wir sind der Chef in den Niederlanden“, heißt es dort, und: „Das eigene Volk geht vor“. Vor 20 Jahren gehörte dieser Slogan im niederländischen Sprachraum eindeutig zum Repertoire der völkischen Rechten. Heute wähnen sich die, die ihn im Munde führen, in der Mitte der Gesellschaft.
Inwieweit das zutrifft, ist eine Frage der Perspektive. Die mehreren Tausend Menschen, die in Utrecht letzte Woche nach einem Aufruf von unter anderem den feministischen Dolle Minas und Extinction Rebellion gegen die gewaltsamen AZC-Proteste demonstrierten, repräsentieren einen großen Teil der Bevölkerung, die diese entschieden ablehnen. Dem gegenüber steht, dass Parolen wie „Die Niederlande sind voll“ weithin Zustimmung finden und die Forderung, keine Asylanträge mehr anzunehmen, gar mehrheitsfähig ist.
Rob Jetten, der Premierminister, hat unterdessen die Angriffe auf Asylunterkünfte verurteilt und harte Strafen angekündigt. Bart van den Brink, der christdemokratische Minister für Asyl und Migration, sagte, der Nachrichtendienst AIVD werde untersuchen, inwieweit die AZC-Ausschreitungen organisiert seien. In Uithoorn, einer Kleinstadt bei Amsterdam, hat sich für diese Woche der Rechtspopulist Geert Wilders angekündigt, um die dortigen Proteste gegen ein Asylheim zu unterstützen.
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