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Rot-Grün-Rot in Berlin Reißt euch zusammen, Genoss:innen!

Timm Kühn

Kommentar von

Timm Kühn

Nach ihrem Erdrutschsieg hat die Linke das Recht, rote Linien zu ziehen. Ob Rot-Grün-Rot gelingt, hängt davon ab, ob die SPD sich an ihre neue Rolle gewöhnen kann.

E indeutiger könnte das Berliner Wahlergebnis nicht sein: Schwarz-Rot wurde aus dem Amt gewählt, CDU und SPD wurden für ihre Politik sowohl im Land als auch im Bund abgestraft. Die neue tonangebende politische Kraft in der Hauptstadt ist die Linkspartei, die mit 25,7 Prozent ihr Ergebnis mehr als verdoppelt. Eine Kenia-Koalition aus CDU, Grünen und SPD ist zwar rechnerisch weiterhin möglich, aber nicht nur politisch denkbar schwach, sondern als Koalition der Wahlverlierer auch demokratisch problematisch. Es scheint in Berlin nur eine politische Zukunft zu geben: Rot-Grün-Rot.

Viele schauen jetzt auf die Linkspartei und fragen sich, ob das Bündnis wirklich gelingen kann. Und ja, es stimmt: Teile der Linken hadern mit der Regierungsbeteiligung. Am Freitag will die Partei einen Sonderparteitag nur zu der Frage abhalten, ob überhaupt Sondierungen aufgenommen werden. Dass es dort zu einem „Nein“ kommt, ist aber maximal unwahrscheinlich: Vermutlich wird der Parteitag lediglich eine Bühne sein, noch einmal die dicken roten Linien der Linken zu unterstreichen, allem voran die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen.

Und ob es der SPD und den Grünen gefällt oder nicht: Dazu, diese roten Linien zu ziehen, ist die Partei mit diesem Wahlergebnis mehr als berechtigt. Für die Linke sind diese roten Linien sogar überlebensnotwendig. Als sich systemkritisch gebende Partei steht sie unter dem besonderen Druck, zu beweisen, dass die Übernahme politischer Macht auch wirklich für nachhaltige Veränderungen genutzt wird. Stehen die Chancen dafür gut, wird es auch eine Parteimehrheit für eine Regierungsbeteiligung geben.

Mit diesem Wahlergebnis ist die Linke mehr als berechtigt, rote Linien zu ziehen
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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Ob das progressive Politikbündnis doch noch scheitert, liegt deshalb mindestens im gleichen Maße auch an der Frage, ob sich die Koalitionspartnerinnen der Linken zusammenreißen können. In der SPD steht man vor der Herausforderung, sich in kurzer Zeit einen Realitätscheck zu verpassen und zu verstehen, dass man nicht mehr die große Staats- und Berlinpartei ist, sondern ein nochmals geschrumpfter Juniorpartner eines Dreierbündnisses – und als solcher nicht deren zentrales Anliegen verhindern kann.

Damit das gelingt, müssen die Linken der SPD natürlich auch etwas anbieten – aber wenn es am Ende doch an der Vergesellschaftungsfrage scheitert, wird nicht die Maßlosigkeit der Linken, sondern die Selbstüberschätzung der SPD dafür verantwortlich sein. Hinzu kommt die Frage, wie stark sich SPD und Grüne in den kommenden Wochen in einem Diskurs über Antisemitismus in der Linken verbeißen, der längst weit über die Fakten hinaus zu einer Kampagne geworden ist.

Die gute Nachricht lautet: Schaffen es alle drei Parteien, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, ist ein gemeinsames politisches Projekt für ein sozial gerechteres Berlin zum Greifen nah. Das wäre ein Berlin, in dem abzockende Ver­mie­te­r:in­nen bestraft werden und der Wohnungsmarkt reguliert wird, in dem die Verkehrswende vorangetrieben wird, wo Beschäftigte fair bezahlt werden und wo Klimaschutz wieder ernst genommen wird. Eigentlich doch eine Vision, für die sich ein paar Kompromisse lohnen könnten.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Timm Kühn

Timm Kühn Redakteur

Timm Kühn ist Redakteur für soziale Bewegungen im Inland und in Berlin. Für die taz schreibt er seit 2021 über Klima, Kapitalismus und kleine Risse im großen Ganzen. Hat auch mal Politische Theorie studiert.
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56 Kommentare

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  • zartbitter

    Klaus Wowereit im Original - siehe Text - der nahezu die gleiche Problematik sieht und nahezu die gleiche Haltung vertritt wie der Generalsekretär der SPD Tim Klüssendorf:



    =



    Der SPD-Politiker sagte im Deutschlandfunk , nun müsse man sehen, ob eine von der Linken geführte Koalition mit SPD und Grünen tragfähig sein könne. Das sei noch längst nicht entschieden. Die Vorstellungen der Linken ließen sich so nicht umsetzen. Wowereit verwies auf die Enteignungspläne sowie den Umgang mit Antisemitismus. Zu letzterem betonte der SPD-Politiker, hier sei eine klare Abgrenzung nötig. Er habe den Eindruck, dass die Linken-Spitzenkandidatin Eralp (!) dazu bereit sei.



    =



    Die Frage sei, ob sie mehrheitsfähig sei in ihrer eigenen Partei.!!



    Das Existenzrecht Israels stehe für die SPD nicht zur Debatte.



    Wowereit stellte klar, die SPD werde nicht einfach so in eine Koalition hineingehen. Sie werde Bedingungen stellen. Ganz wichtig sei, dass man die Grundsätze festlege. Da müsse sich die Linkspartei bewegen.



    =



    Der SPD-Politiker fügte hinzu: Alternativen gebe es.



    =



    Wenn die Linke nun rote Linien ziehen soll schlage ich vor:



    Alle gegen Antisemitismus - und Sicherheit für Juden auf Berlins Strassen.

  • Christine_Winterabend

    Heute habe ich bei Radio1 einen Beitrag zur Vergesellschaftung gehört und möchte Folgendes anmerken:



    Gefragt wird ein "Experte" aus dem "Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung" (lt. Ansage) in Köln.



    Das hört sich etwa an wie "Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung" in Berlin.



    Der wesentliche Unterschied: Ersteres ein privater Unternehmer-Interessenverband, letzteres ein mehrheitlich durch Bund und Länder finanziertes Wirtschaftsforschungsinstitut.



    Wenn Radio1 einen Experten fragt, nimmt man an, dass das im öffentlichen Interesse getan wird und geht eher von Letzterem aus.



    Einen ähnlichen, genauso dreisten Etikettenschwindel gab es übrigens Mitte 2025 im Zusammenhang mit Reiches Energiegutachten, das als Grundlage der Energiepolitik der Merz-Regierung in Auftrag gegeben wurde.



    Zur Beurteilung der Vergesellschaftungspläne gibt es seriöse Quellen, ich würde mir wünschen, dass diese im ÖRR und in Medien wie der TAZ verwendet werden - die TAZ könnte auf eigene frühere Artikel dazu verweisen.

  • Janix

    Der Politologe Dániel Fehér hat es auf den Punkt gebracht: Die Linke wagt es, für ein gutes Leben der vielen das heilige Eigentum einiger anzutasten, dagegen zieht der Klassenkampf von oben auch alle Register (meine Paraphrase von dfeher.substack.co...-what-the-neukolln )



    Er ruft Grüne und SPD auf, als Koalitionspartner die gerade echte Alternative, die Linken, zu wählen, verweist auf Remmo und Antisemiten bei der CDU zuvor, wo auch niemand daraus eine Kampagne gemacht hat.



    Die SPD hat schon mal den Fehler gemacht, unnötig mit der CDU in die Heia zu steigen. Kein Mitleid, dass es Giffey persönlich nun auch traf. Jetzt gilt es, dies besser zu machen und auf Springer zu spucken.

  • Christine_Winterabend

    Ich frag mich gerade, warum alle Artikel, die noch zum Thema gehören, von der Kommentarfunktion ausgeschlossen sind, obwohl sie in "Reden wir darüber" stehen, selbst der Beitrag zur Olympia-Diskussion. Was ist hier los? Um das klarzustellen: Es geht mir um die Kampagne gegen Rot-Rot-Grün.

  • Christine_Winterabend

    Noch mal zu einem klugen Kommentar weiter unten: "Nach der letzten Bundestagswahl änderten Union und Wahlverlierer noch mit der Mehrheit des alten Bundestages das Grundgesetz."



    Es gibt viele Gründe, dass sie das jetzt wieder versuchen werden - z.B. wäre das Verbieten der Vergesellschaftung von Wohneigentum nicht grundgesetzkonform, aber problematisch sind auch folgende Ankündigungen und Überlegungen:



    - Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes



    - Fritze: Das Nebeneinander von Privat- und gesetzlicher Krankenversicherung wäre problematisch, hätte ihm ein Freund geflüstert - ich glaube nicht, dass es hier um notwendige Reformen zum Funktioniern der KK geht geht, ich befürchte eher einen Vorstoß in Richtung Privatisierung. Fehlen ihm noch Punkte für die Zielprämie, bevor er stürzt.



    Was meine Gedanken in die Richtung lenkt: Hört doch mal www.radioeins.de/p...d-peter-thiel.html



    Warum? Vieles, was im Moment passiert - Kampgne gegen Koalitionbildung in Berlin + Fritze will unbedingt Kanzler bleiben + ...hab nicht mehr genug Kommentarzeichen - aber vielleicht ist doch nicht alles Verschwörungstheorie?

  • N Gogol

    Vergesellschaften heißt letzlich, ein immobilen Wohmarkt noch unbeweglicher zu machen. Die Linke kann froh sein, wenn die CDU das im Bund verbietet, dann kann man nämlich traurig sein und das Geld für vernünftigere linke Politik ausgeben, wo es gebraucht wird. Zum Beispiel Wohnungsneubau massiv subventionieren, Wohungstausch durch Sonderregeln erleichtern, Mietensteigerungen streng regulieren. Statt Geld auszugeben, das man nicht hat, muss man endlich den Mietenmarkt durchregulieren. Die Leute haben keinen Staatssozialismus gewählt, sondern letztlich wollen sie Lösungen im Rahmen SOZIALER Marktwirtschaft. Alles andere ist Augenwischerei. Auch innerhalb der Linken gibt es viele, die eine Vergesellschaftung zurecht skeptisch sehen.

    • Janix

      @N Gogol:

      Es gibt Argumente für eine Vergesellschaftung und welche dagegen. Ich habe da etwas Unerhörtes: keine eindeutige Meinung.



      Ich verweise nur darauf, dass sowohl das Plebiszit eindeutig wie jetzt das Wahlergebnis mutmaßlich dies wollten, Umfragen tragen diese Mutmaßung mit.



      Dann sollte es auch ernsthaft angegangen werden, oder?



      Sonst sollte der Volksentscheid aus der Verfassung gestrichen werden, was ich für in Ordnung halte. Aber man muss dies dann auch machen.

  • Markus Hohenfellner

    Auch demokratisch problematisch? Nach der letzten Bundestagswahl änderten Union und Wahlverlierer noch mit der Mehrheit des alten Bundestages das Grundgesetz.

  • Astrid Sehnefeld

    "Und ob es der SPD und den Grünen gefällt oder nicht: Dazu, diese roten Linien zu ziehen, ist die Partei mit diesem Wahlergebnis mehr als berechtigt"



    Die Linke ist also wegen dem Wahlergebnis von 25% berechtigt rote Linien zu ziehen, aber die Union, die die Bundeskoalition mit 28,5% anführt, ist nicht berechtigt rote Linien zu ziehen.



    Und im zukünftigen Berliner Senat soll die SPD diese roten Linien akzeptieren, aber in der Bundesregierung natürlich nicht...😂



    Jeden Tag aufs Neue spannend wie hier parlamentarische Pragmatiken erklärt werden 👍

  • Jochen Laun

    Die Linke hat die Wahl gewonnen, aber von einer absoluten Mehrheit ist sie weit entfernt. Fast 75% der Wahlberechtigten haben gegen die Linke gestimmt, und über die Hälfte für Parteien, die keine Enteignungen wollen. Diese Leute gehören auch zu Berlin, und die neue Regierung muss auch für sie Politik machen. Wer in dieser Situation zu sehr auf rote Linien statt Kompromisse setzt, macht genau das, wovor Linke sonst immer warnen: Spalten statt zusammenführen.

  • Pico

    Was wäre die Alternative? Ein weiter so? Mit der CDU? Das kann's ja nicht sein ...

  • aujau

    Sich auf das Wesentliche konzentrieren und eine klare Richtlinie: Israelkritik hört da auf, wo das Existenzrecht Israels anfängt. Linke müssen verstehen, dass antisemitische Pogrome kein Befreiungsinstrument waren und sind. Auf geht's.

    • Residente

      @aujau:

      Volle Zustimmung. Ebenso wichtig wäre auch endlich mal zu klären wo "Israelkritik" anfangen muss und wo das Ausbleiben derselben ein Gemeinmachen mit der rechtsextremen Netanjahu-Regierung und ein stillschweigendes Akzeptieren der unfassbaren Kriegsverbrechen und der illegalen Besatzung in Palästina ist. Zumal der deutsche Staat noch den Schritt weiter geht und die Täter mit Waffen und politischer und ökonomischer Rückendeckung versorgt. Legen wir also an beiden Enden der Debatte denselben Maßstab an müssen wir bei jedem der zahlreichen Verstöße gegen diese Haltelinie, die nützlicherweise im Völkerrecht bereits deutlich definiert ist, von einem antipalästinensichen Rassismusskandal in der jeweiligen Partei sprechen. Bei den Parteien, die in Regierungsverantwortung gegen ICJ-Anweisungen verstoßen, gemeinsame EU-Reaktionen verhindert oder gesuchte Kriegsverbrecher eingeladen haben, also CDU, CSU, SPD, Grüne und FDP, muss dann von einem strukturellen Rassismusproblem gesprochen werden, dass schnellstens aufzuarbeiten ist.

  • Wunderwelt

    Berlin wird zum Reallabor für ein erstarrte Republik.







    In der sich Zweiklassensysteme in vielerlei Hinsicht fest verankert haben: im Gesundheitssystem, auf dem Wohnungsmarkt, im Verkehr, uvm.







    Und gerade weil die Linke in diesen Kategorien Un-Angepaßt ist..und nicht ins bestehende System paßt. Weil sie nicht in den üblichen Lobbyzirkeln verwurzelt ist und mit immer den gleichen (Wirtschafts-) Intetessen verzahnt, hat sie das Potenzial genauso grundlegende, wie lange überfällige Veränderungen anzustoßen.







    Springerpresse und Verteidiger des Status Quo werden ihr wahrscheinlich das Leben zur Hölle machen. Aber das gehört eben dazu, wenn absolut notwendige Paradimenwechsel samt Lösung diverser struktureller Probleme anstehen.







    Einer möglichen Rot-Grün-Roten Koalition seien alle Daumen gedrückt, diese Aufgaben zu meistern..

    • rero

      @Wunderwelt:

      In den vergangenen 25 Jahren hat die Linke in 16 Jahren davon regiert.

      Der Wohnungsmarkt und der Verkehr sind nicht erst seit vorgestern so.

      Natürlich ist eine Partei, die so lange mitregiert hat, in Lobbyzirkeln verwurzelt und mit Interessen verzahnt.

      Die strukturellen Probleme Berlins kennt die Linke zu Genüge, weil die schon da waren, als sie selbst noch regierte.

      Eine Lösung ist da eher nicht zu erwarten.

      Die Linke wird Prestigeprojekte durchdrücken, um ihr Wahlklientel zu bedienen.

      Es hat doch seinen Grund, dass zur Angebotskrise auf dem Wohnungsmarkt nichts Substantielles zu hören ist.

      Da fängt es schon an.

      • Christine_Winterabend

        @rero:

        Ja, das hat einen Grund. Es ist Teil der Kampagne gegen die Linke, die schon während des Wahlkampfs und vorher bei der Erläuterung ihrer Anliegen entweder ignoriert oder mit Lügen aller Art überschüttet wurde. Aus Gründen, die derjenige, dem sie geantwortet haben, hinreichend erklärt hat. Man hört die Welle heute schon massiv anrollen, mit der die Linke ins Unrecht gesetzt und ihre Wahlthemen verrissen werden. Ich habe jetzt schon den Eindruck einer wirklichen Hetzkampagne von der Art und Intensität, die meist vor allem dann angestrengt wird, wenn bestimmte Frösche merken, dass es ihrem stinkenden Tümpel jetzt ernsthaft an den Kragen gehen soll. Ich würde mir dringend wünschen, dass zumindestens die Anständigen unter den Journalisten das, was hier gerade losgeht, intensiv mit Fakten anreichern und sich um klare Begrifflichkeiten bemühen.

        • N Gogol

          @Christine_Winterabend:

          Kampagne hin oder her. Woher kommen die neuen Wohnungen, die die Stadt braucht? Ich wohne selbst bei einem großen Immokonzern zur Miete und ich sehe keine Perspektive für mich. Die Linke sollte das Mietrecht stärken, den Markt regulieren und Neubauten subventionieren. Es braucht pragmatische Lösungen und einen pluralistischen Ansatz. ich habe nichts davon, wenn meine Wohnung in 15 Jahren irgendwann vielleicht mal vergesellschaftet ist. Bis dahin bin ich längst aus der Wohnung rausgeflogen. Das ist doch alles Unsinn. Als Wahlkampfspektakel habe ich das verstehen können, aber jetzt muss doch eine Lösung her. Die Linken haben doch mit der SPD zusammen die Wohnungen verscherbelt. Und jetzt teuer zurückkaufen? Was hat denn die Stadt davon? Was nützt mir das, wenn in 15 Jahre die dann schon ein paar Mal gestiegene Miete eingefroren wird. Das sind für mich als Mieter doch gar keine Perspektiven.

          • Christine_Winterabend

            @N Gogol:

            Niemand hat gesagt, dass die Vergesellschaftung die einzige Maßnahme wird. Zweck dieser Übung soll sein, Spekulanten und Miethaie aus dem Markt zu entferne, Herunterwirtschaften von Wohnungen, Zweckentfremdung und Preistreiberei zu beenden, anders lässt sich der Markt nicht normalisieren. Gegen den Abbau des Sozialwohnungsbestandes und zur Durchsetzung neuen sozialen Wohnungsbaus sind politische Maßnahmen unerläßlich, zu denen die CDU-geführte Regierung niemals bereit gewesen wäre. Ineiner Koalition Rot-Rot-Grün sollte das möglich sein, genauso die Verbesserung der Bedingungen für genossenschaftliches Bauen.

  • Offebacher

    Die Linke ist in der zukünftigen Koalition eben der Koch, die Grünen der Kellner und die SPD der Tellerwäscher.



    Allerdings sollte die Linke dann auch den oder die Finanzminister/in stellen, um das Geld für die Enteignungen im leeren Stadtsäckel aufzutreiben. Und wenn dann die Forderung nach einer Vermögensteuer kommt, mit der man das bezahlen könnte: hier hat das Land nichts zu sagen, das müsste der Bund erledigen.

    • rero

      @Offebacher:

      Ich tippe darauf, auf die Innenressort werden Linke und Grüne auch wieder verzichten.

      Zuviel Veränderungsmöglichkeit möchte man dann doch nicht.

      • nihilist

        @rero:

        Was sind denn die Außenresorts einer Landesregierung? Und wo ist das große Gestaltungspotential der Landesfinanzministerien, die den Großteil ihrer Einnahmen und Ausgaben kaum beeinflussen können?

  • Philippo1000

    Die Linke ist Wahlgewinnerin, ganz klar!



    Bei 25,7% aber so zu tun, als sei das kurz vor der absoluten Mehrheit ist wohl etwas irreführend.



    Natürlich ist es ein Rausch, zu gewinnen und den Stimmenanteil zu verdoppeln.



    Ohne Koalitionspartner ist die Linke allerdings weit von einer Mehrheit entfernt.



    Auch für die Linke gilt, dass regieren etwas Anderes ist, als opponieren.



    Wir haben es nicht mit einer starken Partei und einem Anhängsel zu tun, sondern SPD und Grüne sind gemeinsam stärker als die Linke.



    Mit dieser Tatsache umzugehen, muss auch die Linke lernen.



    Das wird schwierig werden, da gleichzeitig Viele völlig Unerfahrene bei der Linken in den Senat drängen.



    Demokratie lebt durch Kompromisse, nicht von roten Linien.

    • Galwayray

      @Philippo1000:

      Ein kluger, um nicht zu sagen, ein weiser Kommentar zum Berliner Wahlergebnis vom 20. September 2026. Danke dafür.

  • DiMa

    "sondern als Koalition der Wahlverlierer auch demokratisch problematisch. "

    In Sachsen-Anhalt hatte die taz keine Bedenken gegen eine Koalition der Wahlverlierer.

    • LinksRechtsMitte

      @DiMa:

      Das ist wirklich Doppelmoral at its best.

      Ich will auf gar keinen Fall eine AFD Regierung.



      Aber hier zu schreiben, dass die Linke als Wahlgewinnerin mit etwa 26 Prozent der Stimmen klar den Takt angeben soll und die anderen gefälligst zu gehorchen haben, während die AFD in SA fast 43 Prozent bekommen hat und da es eben nicht selbstverständlich ist, dass dieser eindeutige Wählerwillen umgesetzt werden soll... Das geht nicht. Da sträubt sich was in mir.

  • Deep South

    "Hinzu kommt die Frage, wie stark sich SPD und Grüne in den kommenden Wochen in einem Diskurs über Antisemitismus in der Linken verbeißen, der längst weit über die Fakten hinaus zu einer Kampagne geworden ist."

    Na dann mal Fakten:

    Beim Kongress der Linksjugend 2025 stimmen 70% dafür, Israel ein "rassisistisch, koloniales Projekt" zu nennen.

    Der Landessprecher der Linken RLP postet eine brennende Israel Flagge mit dem Slogan "Israel verrecke".

    Der LV der Linksjugend in Niedersachsen beschließt sich den Beinamen "erster antizionistischer Landesverband" zu geben.

    Sören Pellman ist in einem Instagram Video von Handala Leipzig zu sehen, im Hintergrund wird from the River skandiert. Erklärt hat er sich bis heute nicht.

    Im Wahlkampf Neukölln tritt ein Rapper auf, der von "Intifada wie PLFP" und "Tod der IDF" skandiert.

    Wahlkandidat Basim Said teilt Beiträge, wo zur "Wahlintifada" aufgerufen wird.

    Auf der Wahlparty posiert Kocak an der Seite eines Aktivisten, der die Hamas lobt.







    Das sind jetzt mal die Sachen, die mir auf die Schnelle einfallen. Alles innerhalb eines Jahres. Es braucht für mich keine Kampagne, um zu erkennen, dass die Linke da ein erntzunehmendes Problem hat.

  • Fran Zose

    Klar, Antisemitismus bei der Linken ist nicht faktenbasiert sondern eine Kampagne; scheint sich ähnlich zu verhalten wie mit den Nazis in der AfD, oder?

    Und nein, die SPD muss gar nichts und wenn sie noch einen Hauch Rückgrat hat, dann wird sie einer Vergesellschaftung nicht zustimmen. Die Linke ist eh erst koalitionsfähig, wenn sie eine Linie im Umgang mit ihren Neuköllner Problemgenossen gefunden hat. Sollten letztere sich durchsetzen und die Linie vorgeben, dann ist die Linke weder regierungswillig geschweige denn regierungsfähig.

    • Axotono

      @Fran Zose:

      Haha die SPD und Rückgrat? Die wird machen was sie immer macht, linken Mehrheiten eine Absage erteilen und mit der CDU koalieren wollen. Armselig

  • Manuel Im

    "Eine Kenia-Koalition aus CDU, Grünen und SPD ist zwar rechnerisch weiterhin möglich, aber nicht nur politisch denkbar schwach, sondern als Koalition der Wahlverlierer auch demokratisch problematisch."



    Also das was in Sachsen-Anhalt gefordert wird und in Thüringen geschehen ist?

    • My Sharona

      @Manuel Im:

      "Also das was in Sachsen-Anhalt gefordert wird und in Thüringen geschehen ist?" Nicht ganz, es sei denn man ist komplett formalistisch und nicht an politischer Substanz interessiert. Und in den ostdeutschen Flächenländern geht es nun mal darum, rechtsextreme Verfassungsfeinde von der Regierungsmacht abzuhalten.

      • rero

        @My Sharona:

        Natürlich ist es demokratisch problematisch, was in Sachsen-Anhalt gefordert wird, in Thüringen geschehen ist und vermutlich auch in MV geschehen wird.

        Da sollte man schon ehrlich sein.

        Gerade wenn man an politischer Substanz interessiert ist.

        Man kann sagen, nach einer Güterabwägung sei es vertretbar.

        Aber problematisch ist es definitiv, da darf man sich nicht in die eigene Tasche Lügen.

        MV wird besonders krass.

        Die AfD wird dann die einzige Oppositionspartei sein.

        Die demokratische Kontrolle durch die Opposition liegt nur noch in den Händen der AfD.

        Sollte die AfD in der Lage sein, diese Vorlage zu nutzen, gibt es bei Unzufriedenheit mit der Regierung nur noch eine Partei.

        • Janix

          @rero:

          AfD als einzige "Opposition" - ja, das ist wohl ihr Zwischenziel, und dort erreichte sie es. Auch daher wäre eine funktionierende CDU/CSU als demokratische rechte, dabei auch sozial-'christlich' grundierte Partei im Spektrum nötig.

    • Janix

      @Manuel Im:

      Die Folgen dieser AfD sind der hinreichende Unterschied dieses m.E. hinkenden Vergleichs, oder?

  • sutrebe

    "Das wäre ein Berlin, in dem abzockende Ver­mie­te­r:in­nen bestraft werden und der Wohnungsmarkt reguliert wird"

    Zum Thema Enteignung bin ich hier ganz leidenschaftslos, ist ja auch heute bereits im Sinne des Gemeinwohls möglich. Die von den potentiellen Regierungsparteien in Berlin weitestgehend unbeantwortete Frage ist jedoch, wie die vielen, vielen "zusätzlich" notwendigen und natürlich preiswerten Wohnungen entstehen sollen;

    in wieweit die kommenden Regulierungen nicht gar kontraproduktiv wirken werden.

    • Kai

      @sutrebe:

      garnicht. weil man in gewissen bezirken einfach nichts mehr bauen kann. aber vllt dringt ja irgendwann auch zu den ältesten der gesellschaft durch das auch neubau am stadtrand keine entlastung für den stadtkern ist und fläche nicht wie ne fabrik vermehrt werden kann. und ja auch in der innenstadt brauch es erzieher, lehrer, polizisten, servicekräfte etc etc

      • Machiavelli

        @Kai:

        Da ist Platz für Millionen weitere Menschen indem man in die Höhe baut.

    • Filou

      @sutrebe:

      Berlin ist bekanntlich pleite. Wie will Berlin die hohen Entschädigungszahlungen an die zu enteignenden Wohnungsunternehmen leisten ?



      Der Länderfinanzausgleich, also eine Finanzierung hauptsächlich durch Bayern und Baden-Württemberg wird nicht reichen.

  • Andi S

    Jaja, Antisemitismus. Das ewige Problem der Linken…

    • Minderleister

      @Andi S:

      Also ich kenne nur Linke, die gegen die Politik der Netanjahu-Regierung sind. Wenn man damit Antisemit ist, dann bin ich wohl auch einer.

      • Kai

        @Minderleister:

        dann sehen sie nur was sie sehen wollen. israel ist nicht netanjahu, schon garnicht die opfer vom 7.10. nicht überraschend ist übrigens das sie die hamasregierung bei ihrer erzählung wieder uaasen vor lassen. warum wohl?

      • Zippism

        @Minderleister:

        Wenn Sie tatsächlich keinen Unterschied zwischen der Kritik an Netanjahus Regierungspolitik und der Delegitimierung Israels, dem Leugnen jüdischer Selbstbestimmung oder der Unterstützung von BDS erkennen, liegt das Problem vielleicht weniger bei den Kritikern als bei Ihrer politischen Wahrnehmung. Dass Sie nur Linke kennen, die gegen Netanjahu sind, ist jedenfalls kein Beleg dafür, dass es in der Partei keinen Antisemitismus gibt. Es ist höchstens ein Beleg dafür, dass Sie lieber wegschauen.

    • Kasimir_Affe

      @Andi S:

      Leider seit Marx keinen Schritt weiter gekommen und zwischenzeitlich (UdSSR) sogar einige zurück, ich verstehe es ebenfalls nicht.

      • Axotono

        @Kasimir_Affe:

        Ach das ist doch Unsinn, es gab doch zwischendrin jede Menge nicht autoritäre linke Bewegungen und stabile Leute, die sich gegen Antisemitismus und Antizionismus eingesetzt haben. Gab halt nur inzwischen einen Backlash.

  • YeahYeah

    Wieso soll sich eine Partei zusammenreissen, wenn es rote Linien gibt, die sie aufgestellt hat? ZB keine Enteignungen? Das Nicht-Halten von Wahlversprechen hat die politische Landschaft dorthin gebracht, wo sie jetzt ist. Die Linke hat nur 25% aller Stimmen.

  • Janix

    Dass Springermedien den Linken etwas anklatschen wollen, wird so oder so passieren. Palästinasolidarisch leitet sich dabei universal aus dem Völkerrecht ab und ist offen gesagt auf Länderebene auch nicht der zentrale Punkt. Gleiche Chancen sind das.

    Ein größerer Knackpunkt wird die Enteignung. Daran gebunden sind durch den Volksentscheid alle Parteien eigentlich. Auslöffeln wird es die Linke, denn der Preis dürfte zu hoch werden, dank unserer sehr eigentumsfreundlichen Rechtslage. Das wird den Handlungsspielraum für anderes beschränken.



    Dass Berlin eine linke Politik mehrheitlich will und bekommen kann, stimmt genauso. Hoffnung, Sicherheit und Aufbruch sind vermutlich eine gute Medizin gegen die Braundumpfen.

    • Zippism

      @Janix:

      Dass Palästinasolidarität und Antisemitismus nicht dasselbe sind, bestreitet doch niemand. Aber daraus folgt eben nicht, dass der Berliner Landesverband der Linken kein Antisemitismusproblem hat. Das ist schlicht durch konkrete Vorgänge innerhalb der Partei belegt.

      Bei einer Wahlkampfveranstaltung der Linken Neukölln trat erst kürzlich ein Rapper mit Parolen wie „Death to the IDF“ und „Yalla Yalla Intifada“ auf. Selbst Elif Eralp zeigte sich darüber „entsetzt“ und erklärte, die Verantwortlichen hätten sofort intervenieren müssen. Und der BR berichtete über antisemitische Äußerungen aus Funktionärskreisen der Linksjugend.

      Das Problem ist also nicht, dass jemand Palästinenserrechte unterstützt oder Israels Regierung kritisiert. Das ist politische Debatte. Das Problem beginnt dort, wo antisemitische Muster, Gewaltverherrlichung oder die Dämonisierung Israels innerhalb linker Strukturen Raum bekommen

      • Francesco

        @Zippism:

        Gewaltverherrlichung sehe ich auf Seiten der Unterstützer Israels.

        • rero

          @Francesco:

          Müssten Sie erklären.

          Mir fällt kein Israelunterstützer in Berlin ein, der "Death to Hamas" oder "Yallah IDF" sang.

          Ich kann mich nicht mal an einen erinnern, der es toll fand, wieviele Menschen in Gaza im Krieg gestorben sind.

          Was meinen Sie?

          • Francesco

            @rero:

            Ich lese in den Kommentaren deutscher Online-Zritungen dauernd solche Kommentare.

            • rero

              @Francesco:

              Sei meinen jetzt nur die Kommentare von Foristen, nicht die Kommentare von Journalisten, oder?

              Zippism spricht aber von Gewaltverherrlichung einer deutschen politischen Partei, die gerade in Berlin eine Wahl gewonnen hat und voraussichtlich die nächste Regierung bildet.

              Wäre für mich ein qualitativer Unterschied.

              Für sie nicht?

      • My Sharona

        @Zippism:

        "Death to the IDF". Ich frage mich, was, ein palästinasolidarischer Rapper mit Bezug zu einer Armee, die aktuell mindestens schwere Kriegverbrechen, womöglich gar in einen Genozid im Sinne des Völkerrechts begeht, so rappen sollte: "court martial the IDF - we know it won't happen - but it really should"? Weder das Genre noch die Lage vor Ort geben solche Songtexte her.



        "Intifada" ist sehr viel komplexer. Es ist spätestens nach den 2000ern und den Busattentaten nicht mehr möglich, so einfach zu sagen: "Hey, heißt doch nur Aufstand und der ist als Widerstandsrecht gegen die Besatzung legitim". "Intifada" heißt aber eben auch nicht - so wie es die globale Rechte (für eigene politische Süppchen) und die israelische Auslandspropaganda will: Aufforderung zum Genozid.

        • rero

          @My Sharona:

          Da "Intifada" von der Konnotation her komplex ist, hat Dahabflex es freundlicherweise in seinem Song konkretisiert: "Intifada wie die PFLP"

          Damit wir auch wirklich verstehen, dass damit Vernichtung gemeint ist.

          "Leila-Khaled-Style", um die letzten Zweifel zu zerstreuen.

          Eine Erklärung von der israelischen Regierung brauche ich für diese Erkenntnis nicht.

          • Francesco

            @rero:

            Leila Khaled hat Flugzeuge entführt um Gefangene freizupressen. Wo ist da der Vernichtungswille?

            • rero

              @Francesco:

              Der Vernichtungswille drückt in den aneinandergereihten Passagen gut aus, würde ich sagen.

              Bei "Yalla yalla, Intifada" geht es ebenfalls um Morde und Anschläge.

              "Westbank, Palästina, Gaza" sagt dann, wie weit es getrieben werden soll.

              In Kombination ist das Vernichtung.

      • Auweiowei

        @Zippism:

        Dieses Resümee hat es in sich: "Das Problem beginnt dort, wo... Muster... innerhalb... Strukturen Raum bekommen."



        'Muster' und 'Strukturen' sind hier quasi austauschbare hohle Begriffe, sollen sich aber wechselseitig vereinnahmen lassen. Beiwort von 'Muster' ist hier 'antisemitische'. Beiwort von Strukturen: 'linke'. So wird, rhetorisch versiert, Parität (Austauschbarkeit) hergestellt zwischen 'antisemitischen Mustern' und 'linken Strukturen' - und schon ist die "Gewaltverherrlichung oder die Dämonisierung Israels" den bösen Linken aalglatt und unauffällig in die Schuhe geschoben.

        Ich halte diese Art von politischer Rhetorik für unfair, unredlich. Denn das "Problem", um das es hier geht, wird geschickt den Linken zugespielt, so als habe es bei ihnen erst "Raum bekommen",



        obwohl es in Wahrheit ein Problem ist, für das eigentlich Israel bzw. Netanjahus fatale Politik verantwortlich ist.

        • Budzylein

          @Auweiowei:

          Das heißt, dass Elif Eralp mit ihrem (im Kommentar von Zippism genannten) Entsetzen ihrer eigenen Partei geschickt ein Problem zugespielt hat, oder wie darf ich das verstehen? Fakt ist: Der Auftritt des Rappers Dahabflex ist der Linkspartei weder "zugespielt" noch "in die Schuhe geschoben" worden. Die Linkspartei Neukölln hatte ihn zu einer Wahlkampfveranstaltung eingeladen, und die dortigen Verantwortlichen der Partei fanden seine Parolen richtig und haben ihnen Raum gegeben - und das in der Tat innerhalb der Strukturen der Linkspartei und nicht außerhalb davon.

          Und der unsägliche "Antizionismus"-Beschluss der Linkspartei in Niedersachsen ist der Linkspartei auch nicht "in die Schuhe geschoben" worden, sondern wurde förmlich innerhalb der Parteistruktur beantragt und von der Mehrheit der Delegierten beschlossen.