piwik no script img

Abtreibung und patriarchale Ordnung Allianzen beim rechten Rollback

Lilly Schröder

Kommentar von

Lilly Schröder

Zum „Marsch für das Leben“ versammelt sich in Berlin und anderswo die religiöse Rechte. Der Angriff auf Frauenrechte ist auch einer auf die Demokratie.

F undis, das waren einmal diese grauen Mäuse mit langen Röcken und geflochtenen Zöpfen, die Männer in zu engen Hemden mit Kreuzen um die Hälse. Doch die religiöse Rechte hat längst aufgerüstet, agiert digital und transnational, ist bestens finanziert und vernetzt. Die Allianzen reichen von Co­ro­nal­eug­ne­r*in­nen bis zu Burschenschaftlern, von Gloria Fürstin von Thurn und Taxis über Donald Trump bis zum Kreml und zur AfD. Ihr Ziel: der rechte Rollback.

Wie erfolgreich die hybride Kriegsführung ist, zeigte sich 2025 an der gescheiterten Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Bundesverfassungsrichterin. An der Kampagne gegen die Rechtswissenschaftlerin war maßgeblich CitizenGO beteiligt, eine Petitionsplattform gegen Abtreibungsrechte. Finanziert wird die „Pro-Life“-Organisation mit Sitz in Spanien von konservativen Organisationen aus den USA sowie vom Kreml.

In Berlin sowie in Köln und Zürich demonstrieren an diesem Wochenende mit dem sogenannten Marsch für das Leben christliche Fun­da­men­ta­lis­t*in­nen und extreme Rechte gegen das Recht auf Abtreibung. In Berlin findet parallel erstmals eine zweitägige Konferenz radikaler Ab­trei­bungs­geg­ne­r*in­nen statt. Veranstalter ist Heartbeat International, eine weltweit agierende Antiabtreibungsorganisation aus den USA, die der MAGA-Bewegung nahesteht. Seit 2019 gibt die christliche Rechte in den USA jährlich 22 Millionen Dollar für europäische Organisationen aus, die gezielt Frauenrechte untergraben.

Die Grenzen zur politischen Rechten verlaufen fließend. Von den evangelikalen Christen in den USA wählten 2016 etwa 80 Prozent Donald Trump. Nach seinem Wahlsieg feierten MAGA-Fans in den sozialen Netzwerken mit dem Schlachtruf „Your body, my choice“, einer zynischen Umkehr des feministischen Slogans „My body, my choice“.

Hierzulande beruft die AfD prominente Anti-Choice-Akteure als Sachverständige in den Rechtsausschuss des Bundestags und macht Druck, Beratungsstellen wie Pro Familia von der gesetzlichen Schwangerschaftskonfliktberatung auszuschließen. Auf dem Marsch für das Leben laufen seit Jahren AfD-Funktionär*innen mit.

Umzug in die sozialen Medien

Dass die Zahl der De­mo­teil­neh­me­r*in­nen stetig sinkt, ist kein Grund zur Beruhigung. Die Bewegung hat lediglich einen neuen Raum gefunden, in dem sie mehr Menschen erreicht: die sozialen Medien.

wochentaz

Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

Evangelikale Christfluencer wie Leonard Jäger (@ketzerderneuzeit, 338.000 Follower) gehen mit Verschwörungserzählungen, evangelikal-fundamentalistischen und rechtspopulistischen Inhalten viral. Jäger ist gut vernetzt, inszeniert sich Hände schüttelnd mit Donald Trump und posiert mit Alice Weidel.

Die Christfluencerin Jasmin Friesen (@liebezurbibel, 96.000 Follower), eine enge Freundin von Jäger, postet auf Instagram: „Die Unterordnung der Frau will uns nicht einsperren oder unterdrücken, sondern uns echtes Leben schenken.“

Friesen ist überzeugt, dass nicht der Klimaschutz die Welt retten kann, sondern nur Jesus. Sie ruft jährlich zum Marsch für das Leben auf, vor der Bundestagswahl gab sie eine implizite Wahlempfehlung für die AfD ab.

Die Forderung christlicher Fun­da­men­ta­lis­t*in­nen nach einem Abtreibungsverbot ist nur die Speerspitze. Dahinter steckt der eigentliche Plan, über die Kontrolle weiblicher Körper eine rechte, patriarchale, rückwärtsgewandte Ordnung zu errichten, in der Minderheiten unterdrückt und Verschwörungserzählungen salonfähig werden. Wer die Demokratie verteidigen will, muss dort anfangen, wo sie angegriffen wird: beim Recht auf körperliche Selbstbestimmung.

Lilly Schröder

Lilly Schröder

Redakteurin für Feminismus & Gesellschaft im Berlin-Ressort Schreibt über intersektionalen Feminismus, Popkultur und gesellschaftliche Themen in Berlin. Studium der Soziologie und Politik.
Mehr zum Thema
Fotomontage eines wochentaz-Titels und dem Buchcover „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit

10 Wochen taz + Sachbuch „Autoritäre Rebellion“ Gegen Rechtsruck hilft Linksblick

Zeiten wie diese brauchen Seiten wie diese: unabhängig, konzernfrei und mit klarer Kante gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsruck. Teste jetzt die taz und erhalte das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit als Prämie.

  • Das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit als Prämie
  • Die wochentaz jeden Samstag frei Haus + digital in der App
  • Die tägliche taz von Mo-Fr digital in der App
  • Zusammen für nur 28 Euro

10 Wochen taz + Buch „Autoritäre Rebellion“

Jetzt bestellen

106 Kommentare

  • Bernardo Januar

    Dogmatische Religion ist der Gammelrochen der Sinnkultur: ein streng riechendes Traditionsfilet, das nur jene genießen, die früh genug darauf konditioniert wurden.

    • Agarack

      @Bernardo Januar:

      Was ist Ihrer Ansicht nach denn der Unterschied zwischen "dogmatischer" Religion und sonstiger Religion?

      • elektrozwerg

        @Agarack:

        Sind es nicht die Dogmen die aus einer Weltanschauung eine Religion machen? ;-)

      • Bernardo Januar

        @Agarack:

        Der Unterschied ist schlicht, dass dogmatische Religionen Dogmen besitzen, also Lehrsätze, die nicht hinterfragt werden dürfen, faktisch also Denkverbote darstellen.

        Die katholische Kirche zum Beispiel kennt rund 245–255 Dogmen, je nach Zählweise der theologischen Handbücher. Der Buddhismus keine.

        Dogmen sind gewissermaßen die „AGB der Erlösung“, nur dass man sie nicht ablehnen kann.

        • Agarack

          @Bernardo Januar:

          "Dogma" bedeutet im Wortsinn erstmal nichts weiter als "Lehre". Jede Religion besitzt also Dogmen - auch wenn sie sie nicht in jedem Fall so nennt. Auch der Buddhismus in seinen vielfachen Ausprägungen kennt viele Dogmen (Die Erkenntnis, das alles irdische leidvoll sei, das nirvana etc.). Dogmen allerdings als "Denkverbote" zu bezeichnen, ist angesichts dessen, dass gerade die genannten Dogmen der katholischen Kirche fluide sind, ist etwas seltsam - schließlich ist es gerade die katholische Kirche, die ihre Lehre nicht nur auf die Bibel ("scriptura"), sondern auch auf die Überlieferung ("traditio") stützt. Und gerade die katholische Philosophie ist ja voll von genialen Denker*innen, die versuchen, die eigenen Dogmen rational auszuarbeiten.

        • O.F.

          @Bernardo Januar:

          Dass der Buddhismus dogmenfrei wäre, ist ein Missverständnis, das seinen westlichen Anverwandlungen geschuldet ist. Das war übrigens keine Kritik am Buddhismus: jede Religion oder Philosophie hat ein bestimmtes Repertoire an Grundüberzeugungen, die Zusagen als Eintrittskarte zu diesem weltanschaulichen Club dienen (auch wenn manche das bestreiten, aber Sie wissen ja: die schlimmsten Ideologen sind diejenigen, die behaupten, keine zu sein).



          Dass katholische Dogmen nicht hinterfragt werden dürften, ist übrigens mindestens unpräzise - denn a, hat die katholische Theologie ja seit jeher versucht, diese rational einzuholen und b, sind die Zeiten, in denen ein Bruch mit diesen irgendwelche Konsequenzen hatte, lange vorbei. Also leben Sie damit: jeder Verein hat seine Satzung, wenn Ihnen die nicht gefällt, suchen Sie einfach einen anderen (mit der Giordano Bruno Stiftung haben Sie ja längst das säkulare Äquivalent für sich gefunden).

          • Bernardo Januar

            @O.F.:

            Jetzt soll also der Katholizismus eine Art harmloser Verein sein, mit weichgespülten, gar „rational eingeholten“ Dogmen, die niemandem mehr wehtun. Das mag hier in DE zutreffen, wo religiöses Gebaren weitgehend Folklore ist.

            Aber da, wo der echte, unverfälschte, d.h. ernstgenommene Katholizismus regiert, ist es um Gedankenfreiheit schlecht bestellt, um Geschlechtergerechtigkeit ebenso, und für Andersdenkende wird es gefährlich.

            Einer aufgeklärten, offenen Gesellschaft hat der Katholizismus nichts zu bieten. Er ist geistig so tot wie sein imaginierter Schöpfer. Nur leider sind wir Heutigen immer noch betroffen, weil der

            „Riesenkadaver eines welthistorischen Untiers … noch immer überall herumliegt und öffentlich verwest, gehätschelt und gepäppelt mehr als die heiligen Kühe der Inder (die doch wenigstens lebendig und arglos sind), weil sein Geruch noch immer rings die Luft erfüllt, die Welt, weil er noch immer uns entgegenschlägt aus Kutten und Soutanen, Kathedralen und Kasernen, aus den Parlamenten, den Paragraphen, den Schulbüchern, den Schundblättern, den Sendern, überall noch Mittelalter, überall noch frommes Geplärr, Hallelujagejauchz und Auferstehungsgeschrei …“ (Deschner)

            • O.F.

              @Bernardo Januar:

              Das der Katholizismus dazu neigt, Dogmen für rational einholbar zu halten, ist eigentlich Grundwissen (fides quaerens intellectum, anyone?). Ob dieser Anspruch ihn harmloser macht, ist eine andere Frage. Ich sehe aber nicht, dass in Ländern, die heute noch vom Katholizismus geprägt sind, die Scheiterhaufen brennen (Polen z.B. mag erzkonservativ sein, aber haben Sie mal in China gelebt....?). Ohnehin finde ich es anmaßend, aber auch ein schönes Beispiel für die Dialektik der Aufklärung, wenn Sie sich anmaßen zu entscheiden, was Religion, egal welche, einer modernen Gesellschaft noch zu bieten hat. Die Betroffenen können das für sich allein entscheiden. Übrigens: Ihr Hang zum argumentum ex auctoritate ist erstaunlich katholisch...

  • economista

    Klär mich bitte einer auf: wer steckt hinter der grossen christlichen Allianz zur Wiederherstellung der patriarchalen Ordnung? Die AfD? Die fällt mit vielem auf, aber eigentlich nicht christlichem Fundamentalismus.

    • sociajizzm

      @economista:

      Eine Zentrale Rolle spielen: CitizenGo , Aliance defending freedom, Agenda Europe, Heartbeat International, Ordo Iuris, Tradition Familie Privateigentum.



      .



      Geld kommt zudem auch noch von russischen Oligarchen aus dem Umfeld eines mixkanischen Milkiardärs und von den Habsburgern.



      .



      International wird mit Parteigruppen innerhalb der EU kooperiert. Konservativ + rechts.



      .



      Und national eben mit Parteien wie VOX, FPÖ, ÖVP, AFD.



      .



      Ein breites Zweckbündsnis aus christlichen Fundamentalisten, konservativen und rechten bis Rechtsradikalen.

      • RB

        @sociajizzm:

        Sie sind mit Ihrer Antwort über economistas Stöckchen gesprungen, auch wenn Sie inhaltlich gesehen recht haben.

      • Comerade Aardvark

        @sociajizzm:

        Die Bilderberger haben Sie vergessen

    • Klabauta

      @economista:

      Der Gemischtwarenladen AfD hat auch was für die christlichen Fundamentalisten im Angebot, z.B. Beatrix von Storch. Einfach mal unter „Lebensrechtbewegung“ recherchieren.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @economista:

      Frau von Storch schon 😉

      Und die AfD nimmt auch gern Geld aus der Ecke.

      • rero

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Tut sie.

        Nur ist eine globale Allianz mehr, als von jemandem Geld zu bekommen.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @rero:

          Ich kann nicht nachvollziehen, wie man angesichts der Lage rechte Netzwerke noch klein reden kann.

    • Ingo Bernable

      @economista:

      Es ist weniger so, dass hier irgendein klar bennenbarer Akteuer dahinter steckt und das Ganze als Mastermind steuert, sondern eher so, dass es zwischen unterschiedlichen reaktionären Milieus Überlappungen und Allianzen gibt. Da feiern dann zwar die einen pseudo-germanische Sonnenwende und die anderen evangelikalen Gottesdienst, aber was das Frauen- und Gesellschaftsbild angeht ist man sich eben doch ziemlich einig und die AfD ist dann die Klammer die das zusammenbindet.



      Zum Anderen ist die Referenz auf die "christilich-abendländische Kultur" in diesen Kreisen längst zum Code und zur Rechtfertigung von - vor Allem anti-muslimischen - Ressentiments geworden, auch wenn die Positionen die man vertritt mit christlichem und abendländisch- aufklärerischem Denken eigentlich völlig unvereinbar sind.

  • Zhongli Quan

    Ich glaube der Autorin ja und kann mir gut vorstellen, dass ihre These stimmt. Zum Abschnitt "Dahinter steckt der eigentliche Plan, über die Kontrolle weiblicher Körper..." ist aber arg kurz. Ein, zwei Beispiele (neben dem Klimawandel und der Befürwortung eins Patriarchats) wären ja gut gewesen, um zu zeigen, inwiefern solche Leute auch die Demokratie angreifen. Sonst fehlt die Untermauerung der These :)

  • Lowandorder

    Shure - der Lattenjoseph el Sandalinista 🙀



    Soll’s richten. Da ist der schnöde Rest ja fein raus - wa.

    Na Mahlzeit

    • Sam Spade

      @Lowandorder:

      Die Evangelikalen sind eine Sekte und Christfluencerinnen, wie die im Artikel genannte, haben ebenso wenig Ahnung von der Lehre Jesu, wie Zeitgenossen die Christus als "Lattenjoseph el Sandalinista" betiteln.

      Es steht jedem frei Religionen abzulehnen und mit Blick auf die Geschichte, auch der Kirche skeptisch gegenüber zu stehen.

      Aber man sollte schon über soviel Einsicht verfügen, dass wir in einer besseren und friedlicheren Welt leben würden, wenn jeder Mensch sein Verhalten nach der Lehre von Jesus ausrichten würde. Das hat auch nicht das geringste mit Glauben sondern mit Vernunft zu tun.

      In Bezug auf die Aussage im Artikel, das nur Jesus die Welt retten kann, empfehle ich als Lektüre das Gleichnis von den Talenten, Matthäus 25,14–30, und das Gleichnis von den Pfunden, Lukas 19,11–27.

      Beide handeln von der Eigenverantwortung des Menschen und sagen im Kern aus, das Entscheidungen auf Erden eben nicht an Autoritäten deligiert werden sollen. Gilt auch für die Rettung der Welt. Dafür ist der Mensch schon selbst verantwortlich und zwar jeder Einzelne persönlich.

      Von klugen Menschen erwarte ich in dieser Hinsicht eigentlich etwas mehr Respekt für die Lehren von Jesus.

      • Bernardo Januar

        @Sam Spade:

        Ist die Lehre von Jesus wirklich so „friedensstiftend“, wie Sie behaupten? Oder ist Ihnen nicht auch jene Beobachtung aufgefallen, die Michael Schmidt‑Salomon im Manifest des evolutionären Humanismus formuliert hat:







        »Ohnehin neigen heutige Christen dazu, die in ethischer Hinsicht peinliche Tatsache zu verdrängen, dass ihrem „Heiland“ offenbar eine ganz spezielle „Endlösung der Ungläubigenfrage“ vorschwebte: Das Himmelreich versprach der „Erlöser“ nämlich nur einer kleinen Schar bedingungslos Gläubiger („Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt“ [Mt. 22,24]) ... "und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.“«







        Wenn man diese Passagen ernst nimmt, dann ist die Jesuslehre eben keine durchgehend pazifistische Ethik, sondern ein historisch widersprüchliches Textkorpus, das neben Motiven der Nächstenliebe auch Ausschluss, Strafe und metaphysische Gewalt enthält.







        Von klugen Menschen erwarte ich daher weniger eine romantische Überhöhung der Jesuslehre, sondern eine nüchterne historische und textkritische Betrachtung dessen, was diese Lehre tatsächlich enthält – und was sie für eine moderne Ethik bedeutet.

        • Sam Spade

          @Bernardo Januar:

          Die Analysen von Schmidt Salomon sind als Kritik an der Kirchengeschichte anzusehen.

          Anhand des biblischen Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl (Matthäus 22.1-14) soll die Legitimation von Gewalt seitens der Kirche gegenüber Andersdenkenden aufgezeigt werden.

          Das ist legitim, da die Kirchen im Laufe ihrer Geschichte häufig Missbrauch betrieben und dieses mit diversen Gleichnissen aus dem Evangelium gerechtfertigt haben.

          Die Interpretation der Kirche hatte aber nichts mit der Kernaussage von Jesus zu tun. Der Text besteht aus Metaphern. Das zitierte „Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt“ bezieht sich auf die Passage des "Gastes ohne Hochzeitsgewand". In Verbindung mit der Passage "Die Gäste von der Straße" besagt es, das die Botschaft Jesu sich an alle wendet, auch an die Ausgestoßenen und die Heiden. Die Einladung anzunehmen reicht jedoch nicht aus, wenn nicht auch ein innerer Bewusstseinswandel damit einhergeht.

          Kern des Gleichnis ist, das die Einladung zum Fest, welches das Leben symbolisiert, bedingungslos ist und für alle gilt. Wer die Einladung annimmt ohne sich innerlich verändern zu wollen, symbolisiert durch das Gewand, schließt sich selbst davon aus

          • Bernardo Januar

            @Sam Spade:

            Die Analysen von MSS sind nicht nur Kritik der Kirchengeschichte, sondern eine grundsätzliche, evolutionär und rational begründete naturalistische Kritik an religiösen und metaphysischen Deutungsmustern.

            Ihre Gleichnis-Exegese geht am Kern vorbei, da (im Zitat) die Jesuslehre in Bezug auf die apokalyptische Strafandrohungen kritisiert wird. Die Lehre beinhalte eben nicht nur Nächstenliebe und Pazifismus, sondern auch eeewige Strafe und Ausschluss. Dazu Bertrand Russell in "Warum ich kein Christ bin":

            "Ich meinerseits finde nicht, daß jemand, der wirklich zutiefst menschenfreundlich ist, an eine ewigwährende Strafe glauben kann. Christus, wie er in den Evangelien geschildert wird, glaubte ganz gewiß an eine ewige Strafe, und wiederholt findet man in ihnen eine rachsüchtige Wut auf jene Menschen, die auf seine Predigten nicht hören wollten — eine bei Predigern nicht ungewöhnliche Haltung, die aber die höchste Vortrefflichkeit etwas in Frage stellt. Bei Sokrates beispielsweise findet man diese Einstellung nicht. Er ist gegenüber den Menschen, die nicht auf ihn hören wollten, höflich und verbindlich, und meiner Meinung nach ist diese Haltung eines Weisen viel würdiger als die der Ent

            • Sam Spade

              @Bernardo Januar:

              Auch hier sind sie nicht auf der Höhe der Zeit. Statt sich auf Philosophen zu stützen, sollten sie ihren Fokus einmal auf die Theologie richten um auf dem aktuellen Stand zu sein.

              Der Begriff Hölle wird von Jesus im hebräischen nicht verwendet sondern Gehenna. Das Wort weist auf das Hinnomtal (Ge-Hinnom) bei Jerusalem hin. Zu Jesus Zeiten diente es als Mülldeponie auf der Tierkadaver verbrannt wurden.

              Jesus hat die Gehenna als Metapher verwendet. Es ging ihm also um einen bildhaften Vergleich und nicht um einen Ort im Jenseits. Die Botschaft lautete kurz gesagt, wer sein Leben verfehlt, der wirft es auf den Müll.

              Jesus Aussagen stehen in der Tradition der jüdischen Apokalyptik. Dieses ist eine literarische Gattung die bewußt Übertreibungen und drastische Bilder als Stilmittel benutzt. Jesus hat diese als Weckruf verwendet.

              Für weitere Ausführungen wie zum Annihilationismus oder über die Apokatastasis reicht der Platz nicht aus. Wenn sie sich selbst ein Bild machen wollen, dann lesen sie Karl Barth. Der war Theologe und im Gegensatz zu Russell hat er die Bibel unter wissenschaftlichen Aspekten gelesen und nicht unter Einfluss der kirchlichen Predigten.

      • marilyn.hanson

        @Sam Spade:

        Thema getroffen und gleichzeitig verfehlt. Du predigist hier sozusagen "den Gläubigen" ;-) Der Vorredner hob doch - in einer schwer verständlichen, idiosynkratischen und damit seinen Anliegen eigentlich einen Beärendiebst erweisenden Ausdrucksweise, wie ich gern einräumen möchte - genau darauf ab, dass der rechts- und 'rechtgläubige" Mob doch der Einfachheit halber und zur Komplexitätsreduktion und mentalen Entlastung und Verantwortungszurückweisung pauschal und diffus (eine Spezialität der Buchreligionen) auf eine "Rettung durch Jesus" und eben nicht auf Gemeinsinn und Vernunft heutiger, real lebender Menschen verweist - aber natürlich trotzdem frech auf unreif-konkretistischen Auslegungen unhinterfragter, unverstandener uralter Dogmata besteht. Die können aufgrund der Verachtung von Vernunft ("Logos", des Heiligen Geistes) hre eigene Religionsauffassung noch nicht mal widerspruchsfrei formulieren. Soviel zum "Respekt".



        Und: "Lattenjoseph el Sandalinista" ist ja eher eine Bezugnahme darauf, wie die politisch-religiöse Rechte Jesus interpretiert und instrumentalisiert: "Latten" (patriachal) und "Sandinista" (religiös begründetes Umstürzlertum - für mögliche Auswirkungen s. Iran).

      • elektrozwerg

        @Sam Spade:

        "...das Entscheidungen auf Erden eben nicht an Autoritäten deligiert werden sollen."

        Na auf jeden Fall nicht an Religioese ;-)

      • Lowandorder

        @Sam Spade:

        Ochottochott - der goldene Pädagogische Zeigefinger - norge humorlos bis auf die Knochen.

        Wie sagte es doch mal - “einen hatten wir“ - Justav Heinemann:



        “Wer mit dem Finger auf andere zeigt.



        Sollte bedenken - daß drei Finger auf ihn zurückweisen!“

        Ebenso wie Willy hatte ich immer ein - gut - in Reli und ehra Philippika: einfach mal zur Mahnung 🖼️



        “Ich soll nicht falsch Zeugnis reden wider meinem nächsten!“



        &



        ps Spott wider von ehna selbst benannten Verrannten - ist ehna scheints unbekannt.



        Schade - machen doch sonst nen ganz kommoden Eindruck - wa!

        Irgendwas schweres gegessen? eins von den 30. …?



        Egal. Who knows?!

        • Sam Spade

          @Lowandorder:

          Gut in Religion im Zeugnis und mir dann als Mahnung aus Exodus 20,16 zitieren?

          Nur zur Erinnerung, das biblische Gebot bezieht sich auf Gerichtsverfahren. Es bildete im jüdischen Recht das Fundament für ein strenges Zeugenrecht und wurde im Talmud und der Mischna präzisiert. Einmal mit dem Prinzip der Mischpat in der jüdischen Rechtssprechung vertraut machen und ihnen wird sich der Zusammenhang erschließen.

          "Du sollst nicht lügen oder verleumden" kommt an keiner Stelle in der Bibel vor, sondern entstammt dem lutherischen Katechismus. Das hat mit dem Alten Testament nichts zu tun.

          "Norge humorlos" kann ich in meinem Kommentar nicht ersehen. Die Bezeichnung "Lattenjoseph el Sandalinista" hat nichts mit Humor sondern mit Hochmut zu tun. Und den gestehe ich nicht unwidersprochen zu, da ein despektierlicher Umgang mit der Person Jesu auch seine Lehre mit einbezieht. Beides ist untrennbar miteinander verbunden. Und wie bereits erwähnt, wenn die Menschen von heute seine Lehre verstehen und ihr Leben danach ausrichten würden, dann würde es weder Kriege noch Erderwärmung auf der Welt geben. Aber statt Einsicht gibt es nur Kommentare wie den unten vom Berliner Kasperle.

        • Gerald Kolb

          @Lowandorder:

          Ist ein solches Elaborat wirklich vereinbar mit den Regeln der "Netiquette"?

      • Berliner_Kaepsele

        @Sam Spade:

        Kluge Menschen heutzutage richten ihr Leben und ihre Ansichten nicht nach fiktiven Personen aus, die nie gelebt haben.

        • Agarack

          @Berliner_Kaepsele:

          Das Jesus fiktiv sei, ist Quatsch. Historiker*innen sind sich weitgehend einig, dass er gelebt hat (siehe z.B. en.wikipedia.org/w...storicity_of_Jesus ). Keine Einigkeit besteht natürlich über viele Details seines Lebens oder die Frage, ob er der Messias oder ähnliches sei. Ihn als "fiktive Person" zu bezeichnen, ist aber ungefähr so sinnvoll, wie die Existenz von Konstantin dem Großen anzuzweifeln.

          • Bernardo Januar

            @Agarack:

            Weil Jesus keine zeitgenössischen Selbstzeugnisse hinterließ und die Evangelien Jahrzehnte später entstanden (ca. 70-110 n.u.Z) und im Laufe der Jahrhunderte auch gerne mal "verbessert" wurden, bleibt die Rekonstruktion interpretationsabhängig. Die Frage ist also nicht: Hat Jesus gelebt? Sondern: Welcher Jesus hat gelebt? Und das liegt schwer im Dunkeln. Insofern ist Jesus, den viele so gut zu kennen vorgeben, sehr wohl fiktiv.

            In den frühesten Jesus-Gemeinden galt Jesus noch nicht als metaphysischer Sohn Gottes (das ist eine spätere Erfindung), dafür glaubte man an den höchst nahen Weltuntergang, weshalb der praktizierte Besitzverzicht und die Gütergemeinschaft leicht fielen. Sollte ja nicht für lange sein...



            Zur Fragwürdigkeit der jesuanischen Lehre s. meinen Kommentar oben.

            • Sam Spade

              @Bernardo Januar:

              "bleibt die Rekonstruktion interpretationsabhängig."

              Ihre Aussage bezüglich der Evangelien ist aus wissenschaftlicher Sicht ziemlicher Humbug.

              Die Evangelien wurden auf Griechisch verfasst, weisen in etlichen Passagen jedoch eine aramäische Sprachstruktur auf. Besonders ersichtlich wird das bei den Gleichnissen. Diese basieren auf dem semitischen Sprachstil des Maschal und weisen in sämtlichen Bezügen ein unwiderlegbares Profil des Lebens in Galiläa im 1. Jahrhundert auf.

              Die Forschung hat längst die Fassungen der Evangelisten entkernt, indem sie die theologische Deutung aus den Texten entfernt und somit eine wesentlich kürzere Urfassung rekonstruiert hat. Diese Urfassungen erfüllten sämtliche Forschungskriterien. Von der kontextuellen Plausibilität über die formalen Gattungen, die sprachlichen und kulturellen Färbungen bis hin zum Abgleich historischer Quellen. Damit ist der wissenschaftliche Nachweis der Authentizität erbracht und die Aussagen klar Jesus zuzuordnen.

              Mit ihrer Annahme des "Interpretationsspielraum" liegen sie in der Zeit um Jahrzehnte zurück.

              • Bernardo Januar

                @Sam Spade:

                Die Evangelien sind anonym; die späteren Namenszuweisungen sind kirchliche Tradition, keine historischen Identifikationen. Legt man die vier Texte nebeneinander, zeigen sich zahlreiche Widersprüche, theologische Überformungen und klare Gemeindeperspektiven – es handelt sich um theologisch motivierte Gemeindeliteratur, nicht um zeitnahe Biografien.

                Die Vorstellung einer „entkernten Urfassung“, die angeblich ein „unwiderlegbares Profil“ des historischen Jesus liefert, ist ein Forschungsmodell, kein rekonstruierbarer Text; wer aus den Evangelien eine „Urfassung“ destilliert, betreibt Wunscharchäologie.

                Genau deshalb bleibt die Frage nicht: Hat Jesus gelebt? sondern: Welcher Jesus hat gelebt? – und dieser liegt trotz aller Rekonstruktionsversuche weiterhin im Dunkeln.

        • rero

          @Berliner_Kaepsele:

          :-D



          Darüber hat sich schon Bulgakow in „Der Meister und Margarita“ lustig gemacht.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Sam Spade:

        "...haben ebenso wenig Ahnung von der Lehre Jesu..."

        Wer hat das schon? Es gibt ja zig Auslegungen. Die evangelische Kirche hatte sich z.B. für die Entkriminalisierung von Abtreibungen ausgesprochen. Die Katholische nicht.

        Übrigens. Wenn Sie mal in Ihre Bibel schauen, werden Sie feststellen, dass Jesus persönlich kein Wort beigetragen hat. Das stehen nur Berichte darüber, was er nach Meinung der Autoren sagte und meinte. Wieso sollte man also besonderen Respekt haben?

        • Sam Spade

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Nun sind die Evangelien nicht als Ratgeber gedacht und die Kirchen haben sich im Laufe ihrer Geschichte alles andere als geeignet für ihre Auslegung erwiesen.

          Gilt auch für die Frage der Schwangerschaftsabbrüche. Die katholische bevorzugt die konservative theologische Ausrichtung und argumentiert mit der Schöpfung Gottes, die evangelische geht es progressiver an und bringt die Eigenverantwortung ein. Beide Argumente beruhen auf den Lehren von Jesus lassen sich aber nicht zufriedenstellend in diesen Kontext einbinden.

          Ein solches Thema lässt sich heutzutage halt nicht mit rein theologischen Mitteln lösen, da hier die Persönlichkeitsrechte im Abgleich mit dem Schutz des ungeborenen Lebens im Vordergrund stehen. Da geht es mehr um Bürgerrechte und Medizinethik als um theologische Fragen.

          Die Lehre von Jesus ist auch losgelöst von den gegebenen weltlichen Zuständen, da sie universell gültig und eine individuelle Anleitung u.a. für ethnisches Verhalten ist und Orientierung bietet um sich in die richtige Richtung zu entwickeln. Sie lässt sich auch ohne Gottesbezug relativ leicht erlernen, sofern die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden. Hängt alles nur vom Verstehen ab.

        • Gerald Kolb

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Das ist bei Sokrates genauso und dennoch wird eine bedeutende Philosophie auf ihn zurückgeführt. Ähnlich sieht es bei etlichen großen Denkern und Begründern von Religionen aus. Andere (Hitler, Mao) hätten besser ihre nachweislich authentischen Texte nie geschrieben.

        • rero

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Ich zitiere mal einen Freund meines Vaters, bei dem ich als Jugendlicher zum Sprachunterricht war:

          „Ich glaube nicht an Gott, aber ich respektiere Jesus Christus, weil er der erste Sozialist der Welt war.“

          • Gerald Kolb

            @rero:

            Jesus von Nazareth war gläubiger (galiläisch-pharisäischer) Jude. Das Ansinnen des "Sozialismus" war ihm fremd. Sein Blick auf den Nächsten war geprägt von Mitleid und Barmherzigkeit. Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,29-37) kommt die persönliche, undelegierbare Verantwortung für den Nächsten zum Tragen, die an keinen Staat und keine Institution übertragen werden kann. Seiner Lehre nach ist die "Gerechtigkeit" Gottes Gnade und bedingungslose Güte und unteilbar (Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg und deren aus menschlicher Sicht [Neid] ungerechte Entlohnung, Mt 20,1-16) und hat mit "sozialer Gerechtigkeit" nichts gemein. Dieser wichtige Unterschied wird selbst von vielen Christen (beider Konfessionen) heutzutage nicht mehr verstanden.

          • Agarack

            @rero:

            C.S. Lewis hat dazu etwas Interessantes geschrieben, das als "Lewis' Trilemma" bekannt ist. Paraphrasiert: Jesus ging durch die Welt und behauptete, der Messias und König der Juden zu sein, Menschen heilen zu können und den Triumph Gottes auf Erden einzuleiten. Diese Dinge sind mit seiner Lehre untrennbar verbunden, weil sie sich daraus ableitet. Das lässt eigentlich nur drei Schlüsse zu: Entweder, er war verrückt, er hat gelogen, oder er hatte Recht. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass er verrückt gewesen sei, und hätte er gelogen, wäre er kaum bewundernswert, da er dann letztlich nur ein Sektenführer war, der Leute angelogen hat, um ihnen sein Gedankengut aufzuzwingen - es bliebe also zur Bewunderung Christi nur die dritte Option. Man bricht das manchmal auch auf "mad, bad or God" runter.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    "Seit 2019 gibt die christliche Rechte in den USA jährlich 22 Millionen Dollar für europäische Organisationen aus, die gezielt Frauenrechte untergraben."

    Warum dürfen die das? Und warum unternimmt niemand etwas gegen solche Machenschaften? Warum dürfen diese Leute sich in unsere Angelegenheiten einmischen?

    • sollndas

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Naja, ist eben bei NGOs mehr oder weniger fast immer so, dass sie sich international "einmischen". Z.B. der "kalifornische Climate Emergency Fund" mit den "US-amerikanischen Philanthropen Aileen Getty, Rory Kennedy und Trevor Neilson" durfte das ja auch bei der "Letzten Generation" [1].



      Ist eben "gleiches Recht für Alle".



      [1] de.wikipedia.org/w...g_und_Finanzierung

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @sollndas:

        Und genau das muss sich ändern. Bei Spenden zu politischen Zwecken muss gelten. Sowohl die Annahme aus dem Ausland, als auch das Spenden ins Ausland gehören verboten und bestraft. Niemand hat das Recht, politische Akteure, die die eigenen Ansichten verbreiten sollen, im Ausland zu sponsern. Dabei ist es völlig egal, was für Ansichten das sind.

        Mir ist klar, dass das allen, die den Export von Politik zu ihrer Aufgabe gemacht haben, nicht passen wird. Aber Demokratie ist, wenn die Menschen, die betroffen sind, entscheiden. Nicht wenn andere von außen Politik sponsern.

    • Pawel_ko

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      "Warum dürfen diese Leute sich in unsere Angelegenheiten einmischen?"

      Ein Beispiel:



      Die Linke und parteinahe Rosa-Luxemburg-Stiftung betreibt weltweit Dutzende Auslandsbüros (u. a. in Lateinamerika, Afrika, Asien und den USA). Sie fördert vor Ort linke Bildungsprojekte, Forschung, gewerkschaftliche Initiativen, soziale Bewegungen und Menschenrechtsorganisationen.

      Weil so Demokratie funktioniert.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Pawel_ko:

        Ich bin Grundsätzlich dagegen, sich in anderen Ländern einzumischen. Egal in welche Richtung.

        Und wenn sich Amerikaner anschicken, hier Frauen das Recht über ihren Körper abzusprechen, hat das auch bei großzügigster Auslegung nichts mehr mit Demokratie zu tun. Das ist Werbung für Unterdrückung.

        • ToMuch

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Also keine Kommentare mehr zu Gaza und der Ukraine und Trump? Denn: Wir mischen uns ja (politisch) nicht mehr ein.

  • Flix

    Das ganze ist schon sehr erschreckend. Ich für meinen Teil möchte mir nicht von Anhängen irgendwelcher „Religion“ genannten, in sogenannten „heiligen Schriften“ niedergelegten Verschwörungserzählungen vorschreiben lassen, was ich zu tun und zu lassen habe.

    • Gerald Kolb

      @Flix:

      Sie müssen sich auch "nur" an Recht und Gesetz halten. Das genügt und gibt den Rahmen vor - auch beim Schwangerschaftsabbruch.

    • ToMuch

      @Flix:

      Haben wir doch schon längst, Beispiel gefällig: siehe Tanzverbot an Karfreitag.

      • Thomas Böttcher

        @ToMuch:

        Hab noch einen!

        Totensonntag



        (Ewigkeitstag)

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @ToMuch:

        Wollen wir jetzt wirklich einen Tag ohne Spaß mit einer Schwangerschaft vergleichen?

        Mal einen Tag nicht zu tanzen, tut nicht weh. Damit habe ich kein Problem.

      • Flix

        @ToMuch:

        Ach, wenn’s doch nur das Tanzverbot wäre…

  • elektrozwerg

    Wenn ich mir das Ausmass der Aufregung ueber Sydney Sweeney anschaue, habe ich den Eindruck, dass die o.g. Fundichristen nur ein unbedeutender kleiner Teil derer sind, die Frauen kontrollieren wollen.

    • sociajizzm

      @elektrozwerg:

      Sie darf sich mit rassistischer oder sexistischer Werbung Geld verdienen.



      .



      Muss dann aber eben auch die Kritik darüber aushalten können.



      .



      Und die Fundichristen habe realen politischen Einfluss in einer Weltmacht und darüber hinaus.

  • hedele

    Ich finde es nicht klug, alles in einen Topf zu werfen, auch wenn ich die Empörung über den frauenfeindlichen Rollback gut verstehen kann.



    Aber, wenn man seine Gegner erfolgreich bekämpfen will, muss man sie genau kennen. Zwischen dem Germanenkult frönenden Faschisten mit Gewaltexzessen gegen Minderheiten einerseits und radikalen katholischen Abtreibungsgegnern bzw. Mitgliedern vom Opus Dei mit Traum vom Reich Gottes andererseits gibt es keinen ernsthaften Zusammenhang außer dem, dass sie beide politisch dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Das Motto für uns Linke sollte da eher lauten "divide et impera!", anstatt an der Welt zu verzweifeln.

    • elektrozwerg

      @hedele:

      "Das Motto für uns Linke sollte da eher lauten "divide et impera!", anstatt an der Welt zu verzweifeln."

      Von aussen betrachtet scheint das Motto eher "Vereint Euch ein einer Schublade" zu sein, waehrend man zu Hause "divide et impera!" spielt.

  • Mareneff

    Sie sind seit Jahren auch hier in Köln mit tausenden Menschen unterwegs, vom Kardinal mit Grußworten eingeladen, während die evangelische queere Kirche von genau diesen Leuten regelmäßig bedroht wird. Das macht mich fassungslos.

  • Gerhard Krause

    Man setzt auf Männer, sowie auf (ältere) Frauen, die sich (noch) mit Kaiserszeiten identifizieren - oder auch überhaupt nicht, schlicht sich als Mitläufer etablieren. 💸

  • NormalNull

    Es ist wichtig, dass sie das Thema hier zur Sprache bringen. So schwachsinnig das sein mag, was diese pseudo-religösen Influencer verbreiten, finden sie doch Gehör. In den USA haben sie Donald Trump und MAGA an die Macht gebracht und in Südamerika und Afrika fallen sie wie Heuschrecken über die Menschen her.



    Aber auch in den Bundestag reicht ihr Arm. Dies zeigt einmal wie schwach die Demokratie ist, wenn der Angriff von Innen und zudem, wenn sich der poltische Angriff unter dem Deckmantel der Religion erfolgt.

    • rero

      @NormalNull:

      Bislang ist der Arm dieser Influencer in den Bundestag doch recht übersichtlich.

      So schwach scheint die Demokratie folglich doch nicht zu sein.

      Dass man das Thema Abtreibung unterschiedlich sehen kann, ist eine alte Geschichte und bestätigte das BVG.

      Das BVG betreibt einen politischen Angriff unter dem Deckmantel der Religion?

      Vielleicht etwas viel „ Harmageddon ist nahe!“?

      Frau Mertins hat heute einen lesenswerten Artikel dazu geschrieben.

  • Agarack

    Naja, ein Teil des Problems ist auch, dass die Befürworter*innen der Möglichkeit von Abtreibungen sehr viel zersplitterter sind. Hier im Taz-Forum gilt man ja als "rechts" und "patriarchal", wenn man sich dafür ausspricht, die Rechtslage so beizubehalten, wie sie ist. Ich hätte kein Problem, gegen diese radikalen Abtreibungsgegner zu demonstrieren - habe aber ein großes Problem damit, mich gemein mit Leuten zu machen, die der Ansicht seien, ein "Schwangerschaftsabbruch" sei moralisch nicht problematischer als eine Blinddarmentfernung.

    • Bernardo Januar

      @Agarack:

      Es geht nicht um Moral, sondern um Selbstbestimmung.







      Bei allen seriösen Forderungen zur Entkriminalisierung geht es um den Abbruch in den ersten drei Monaten. Ein Embryo in diesem Stadium besitzt keine neuronalen Strukturen, die bewusste Empfindung ermöglichen. Eine Kriminalisierung lässt sich daher nicht biologisch begründen, sondern nur über metaphysische Setzungen – und das ist in einer säkularen, rational verfassten Gesellschaft generell abzulehnen; sonst könnte ja jeder mit seinem Scheiß kommen.

      • Gerald Kolb

        @Bernardo Januar:

        1. "Keine neuronalen Strukturen, die bewusste Empfindung ermöglichen." Als Mediziner und Humanbiologe habe ich diese Ihre Sicherheit in der Sache nicht und finde mich damit durchaus im Einklang mit anderen Fachwissenschaftlern. Der Begriff des "Bewusstseins" ist kein in erster Linie biologischer.



        2. Jede Moral und auch jedes Recht ist eine (metaphysische) Setzung und damit längst kein "Sch...".

        • Bernardo Januar

          @Gerald Kolb:

          1. Der wissenschaftliche Konsens ist eindeutig: Ein Embryo nach drei Monaten verfügt zwar über ein sich entwickelndes Nervensystem, aber nicht über die für bewusste Empfindung notwendigen thalamo‑kortikalen Verbindungen. Ohne diese Integrationsstrukturen gibt es keine Möglichkeit bewusster Wahrnehmung, insbesondere keine Schmerzwahrnehmung. Das ist keine metaphysische Behauptung, sondern empirische Neurobiologie.

          2. Dass Moral und Recht Setzungen sind, bestreite ich nicht. Genau deshalb ist entscheidend, wie man setzt. Eine naturalistische Metaphysik – also eine anthropologisch und empirisch rückgebundene Setzung – unterscheidet sich fundamental von frei flottierenden metaphysischen Behauptungen, nach denen tatsächlich „jeder mit seinem Scheiß kommt“. Wir alle kennen Moral, die ein Scheiß war und ist.

          In einer demokratischen Gesetzgebung braucht es keine metaphysischen Letztbegründungen. Man braucht nachvollziehbare anthropologische Argumente, empirische Fakten und, bitte, Menschlichkeit. Oder biologischer formuliert: Mach etwas aus deinen Spiegelneuronen.

          Und um zum Ausgangspunkt zurückzukehren: Nichts spricht gegen wahlfreien Schwangerschaftsabbruch bis zum dritten Monat.

    • Starlight

      @Agarack:

      Ich persönlich halte Sie auch für patriarchal, da Sie mir vorschreiben wollen, dass ich eine Abtreibung als moralisch problematischer zu sehen habe als eine Blinddarm-OP.

      Als Frau, die Nachwuchs in die Welt gesetzt hat war und ist es nämlich für mich so. Ich akzeptiere, dass es Menschen mit uterinem Reproduktionspotential gibt, für sie es nicht so ist. Die Meinung von Männern, die weder die gesamtkörperlichen Auswirkungen noch die medizinischen Folgen tragen ist mir ehrlich gesagt komplett gleichgültig, solange es nicht möglich ist, ebenjene Auswirkungen und Folgen paritätisch aufzuteilen.

      Leider ist das allerdings gesellschaftlich nicht so, weswegen patriarchale Meinungen ohne Selbstbetroffenheit den Status Quo bilden.

      • rero

        @Starlight:

        Ääh - Agarack hat nirgends in seinem Kommentar geäußert, IIhnen vorschreiben zu wollen, was Sie als moralisch problematisch anzusehen haben.

        Agarack sprach ausschließlich von seiner moralischen Sichtweise.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Starlight:

        👍

        Besser kann man darauf nicht antworten.

        • rero

          @warum_denkt_keiner_nach?:

          Doch.

          Kann man.

          Indem man auf das eingeht, was auch wirklich geschrieben wurde.

      • sociajizzm

        @Starlight:

        Amen!

      • Katharina Reichenhall

        @Starlight:

        Und Sie denken, dass uns das substantiell nach vorne bringt, wenn Sie grundsätzlich wohlwollende Männer direkt in dieser Art und Weise anfahren?



        Ich kann diese Aggro-Haltung gegenüber Männern, die nicht "voll auf Linie" sind, nicht nachvollziehen.

        • Bernardo Januar

          @Katharina Reichenhall:

          Trotzdem hat er recht.

          • Bernardo Januar

            @Bernardo Januar:

            Sorry @Starlight, "Trotzdem hat sie recht" muss es heißen.

        • Starlight

          @Katharina Reichenhall:

          Wenn Sie mir jetzt noch sagen, was daran wohlwollend sein soll, dass ohne intime Kenntnis oder ausreichende Würdigung der konkreten Belastungen und Folgen eine bestimmte moralische Haltung aufoktroyiert werden soll (nämlich dass ein Schwangerschaftsabbruch auf einer anderen moralischen Ebene als jede andere medizinisch notwendiger Eingriff sein soll)?

          Patriarchalisch und bevormundend trifft es da für mich komplett, und dazu lächelnd zu schweigen und den Whisky/Kaffee oder das Bier zu servieren habe ich nicht einmal geschafft, als ich noch Teenagerin war und mir noch wichtig war, ob ich jemandem gefalle oder nicht.

          • Agarack

            @Starlight:

            Es ist, offen gesagt, ein etwas schwer nachvollziehbarer Vorwurf, wenn Sie mir Unkenntnis der "konkreten Belastungen und Folgen" vorwerfen, wo wir doch gerade gar nicht über das Konkrete streiten, sondern über das Allgemeine. Das hielte ich nur für fair, wenn ich gesagt hätte, dass ALLE Abtreibungen moralisch inakzeptabel sind. Das habe ich aber nicht gesagt, ich habe lediglich gesagt, das Abtreibungen im Allgemeinen einen anderen moralischen Stellenwert haben als eine Blinddarmentfernung. Wäre das nicht so, dann wäre es z.B. auch moralisch unproblematisch, ein gesundes Kind kurz vor der Geburt abzutreiben, weil eine werdende Mutter es sich - aus welchen Gründen auch immer - anders überlegt hat. Ich glaube aber nicht, dass Sie das tatsächlich so sehen.

            Wenn ich den Eindruck erweckt habe, ich sei der Ansicht, alle Frauen, die abgetrieben hätten, sollen sich schämen, dann tut mir das Leid, das war nicht meine Intention und entspricht nicht meiner Meinung. Ich bin aber der Ansicht, dass man an das Thema auf eine Weise herangehen sollte, die dessen moralische Komplexität anerkennt und offen auf den Tisch legt, anstatt so zu tun, als sei es eigentlich ganz einfach.

            • Bernardo Januar

              @Agarack:

              Wir reden nicht über Moral, sondern über Rechtsgrundlagen. Der Gesetzgeber setzt eine neurobiologisch begründete Zeitmarke – drei Monate – und bis dahin gilt das Selbstbestimmungsrecht der schwangeren Person.

              Alles andere ist persönliche Wertung. Die können Sie behalten, aber sie begründet keine Einschränkung fremder Entscheidungen.

              • Agarack

                @Bernardo Januar:

                Ich verstehe nicht ganz, was Sie mir sagen wollen. Mein ursprünglicher Kommentar sagt explizit, dass ich die jetzige Rechtslage in Ordnung finde. Diese beinhaltet in Form des aktuell gültigen Urteils des BVerfG zur Sache übrigens auch das grundlegende Eingeständnis, dass bei Abtreibung zwei Rechtsgüter gegeneinanderstehen, und die konkrete Priorisierung von den Gesamtumständen abhängt.

                Das Selbstbestimmungsrecht der schwangeren Person gilt übrigens auch über diese drei Monate hinaus, wird nach aktueller Rechtslage aber nicht mehr in jedem Fall höher gewichtet als das Recht des ungeborenen Fötus auf körperliche Unversehrtheit, sondern nur noch unter besonderen Umständen (siehe §218a StGB).

            • Hatespeech_is_not_an_opinion

              @Agarack:

              Wenn Sie schon "moralisch" argumentieren, wie ordnen Sie dann die Kriminalisierung ein? Moralisch betrachtet begeht man kein Verbrechen, wenn man sich an die Regeln, wie unsinnig diese im einzelnen sein mögen, hält, wird aber straffrei gestellt.



              Damit erhebt die Gesellschaft sehr wohl moralisch, wenn was ist Moral anderes, als ein von der Mehrheit akzeptiertes Wertekonstrukt, über das Subjekt, welches einen Schwangerschaftsabbruch in dieser Gesellschaft durchführt?



              Mit welchem Recht eigentlich, und ich meine das juristisch. Da ist mir keine Ableitung bekannt, die das eigentlich im wahrsten Sinne des Wortes 'rechtfertigen' kann. Daher hat @Starlight vollkommen recht zu fordern, es mögen sich doch die nicht unmittelbar Betroffenen zum Thema auslassen und moralisch überhöhen, sondern rechtssicher verargumentieren, wieso eine Bestrafung sein soll, wenn es doch um das Selbstbestimmungsrecht eines Individuums geht.

              • Agarack

                @Hatespeech_is_not_an_opinion:

                Hinzu kommt: Das meine ich nicht böse, aber Ihr Verständnis von Moralphilosophie scheint mir eher rudimentär zu sein. "was ist Moral anderes, als ein von der Mehrheit akzeptiertes Wertekonstrukt, über das Subjekt, welches einen Schwangerschaftsabbruch in dieser Gesellschaft durchführt?" ist z.B. ein metaethischer Standpunkt, den man "moralischer Anti-Realismus" nennt und der zuallermindestens keine Mehrheitsposition unter Ethiker*innen und Moralphilosoph*innen darstellt. Das Sie im ersten Absatz zudem Sachen sagen wie: "Moralisch gesehen begeht man kein Verbrechen, wenn" ist schwer verständlich, denn "Verbrechen" ist keine moralische Kategorie, sondern eine juristische, und das Recht leitet sich zwar aus der Rechtsphilosophie und dessen Ethik ab, aber das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass alles, was rechtens ist, auch moralisch richtig ist (sonst hätte ja auch Herr Filbinger Recht gehabt, als er sagte: "Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein!")

              • Agarack

                @Hatespeech_is_not_an_opinion:

                Die Kriminalisierung ordne ich ein als Anerkennung des Problems, das bei einer Abtreibung ein im Entstehen begriffenes menschliches Wesen an der weiteren Heranreifung gehindert wird, obwohl diesem nach geltender Rechtsprechung auch ein Recht auf Menschwürde zusteht. So hat es ja auch das Bundesverfassungsgericht einst begründet: "Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, menschliches Leben, auch das ungeborene, zu schützen. Diese Schutzpflicht hat ihren Grund in Art. 1 Abs. 1 GG; ihr Gegenstand und – von ihm her – ihr Maß werden durch Art. 2 Abs. 2 GG näher bestimmt. Menschenwürde kommt schon dem ungeborenen menschlichen Leben zu. Die Rechtsordnung muß die rechtlichen Voraussetzungen seiner Entfaltung im Sinne eines eigenen Lebensrechts des Ungeborenen gewährleisten. Dieses Lebensrecht wird nicht erst durch die Annahme seitens der Mutter begründet." (Ganzes Urteil nachzulesen unter opinioiuris.de/entscheidung/4323 )

                Ich weiß aber auch nicht, warum Sie jetzt von einem x-beliebigen Taz-Foristen eine "rechtssichere" Begründung für die geltende Rechtslage benötigen, sind es doch Sie, der diese Rechtslage verändern möchte.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Katharina Reichenhall:

          Wirklich wohlwollende Männer anzufahren, wäre wirklich nicht klug.

          Aber die "ich bin nicht ganz so extrem, will Euch aber trotzdem bevormunden" Fraktion muss genau so angesprochen werden.

          • Katharina Reichenhall

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Und der User Agarack gehört zu dieser Fraktion? Das vermag ich anhand seiner Kommentare, die ich bislang von ihm gelesen habe, nicht zu erkennen, ohne dabei Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen.

          • Agarack

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Ich finde es richtig (und wichtig), dass Frauen Zugang zu möglichst sicheren Abtreibungen unter bestmöglichen medizinischen Bedingungen haben. Dennoch ist das Thema eben ein bisschen komplexer als: "Entweder, Abtreibung ist ethisch völlig unproblematisch, oder man will Frauen bevormunden". Das verstehen die meisten Menschen intuitiv auch, denn fast niemand will Abtreibungen unter allen Umständen bis zur Geburt legalisieren. Dennoch führt jede Verbalisierung dieser relativ banalen Feststellung eben immer wieder zu heftiger Kritik - so wie auch hier.

            • sociajizzm

              @Agarack:

              Ich glaube, Sie verstehen nicht so ganz den Grund für die Kritik.



              .



              Sie dürfen gerne die persönliche Meinung haben, dass auch ein Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten 3 Monate moralisch deutlich schwerer wiegt, als zum Beispiel eine Blinddarmoperation. Bevormundend wird es ab dem Punkt, wo Sie meinen, das müssten auch alle Frauen so sehen.



              .



              Und das ist genau das, was Ihnen Starlight vorwirft. Auch eine Feministin kann eine Abtreibung für sich persönlich unter jeglichen Umständen ablehnen. Das ist ihre Entscheidung. "My body, my choice".



              .



              Und es ging überhaupt nicht um mögliche Abtreibungen bis zur Geburt. Diese "Festellung" ist ein Strohmannargument.

          • rero

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Diese Taktik im Umgang mit anderen Meinungen wurde in den vergangenen 15 Jahren bei verschiedenen gesellschaftlichen Themen angewandt.

            Verbündete meinte man nicht zu brauchen.

            Überzeugen hatte man nicht nötig, so glaubte man.

            Nun hat die AfD ihre erste Landeswahl so gewonnen, dass sie nur knapp an der absoluten Mehrheit vorbeigeschrammt ist.

            Halten Sie diese Strategie weiterhin für erfolgversprechend?

  • sailaway

    ich kann das alles nicht mehr...wenn diesen selbsternannten Lebensschützern Kinderleben wirklich so sehr am Herzen liegen, könnten sie ihre Zeit und Energie doch mal dort einsetzen, wo Kinder längst auf der Welt sind: Alleinerziehenden die Miete zahlen, Pflegeltern werden und ein Heimkind aufnehmen, Kinder betreuen wenn ihre erkrankten oder völlig erschöpften Eltern nicht mehr können, dafür kämpfen dass Therapieplätze vorhanden sind..

    Man kann unzählige bereits geborene Kinder und ihre Famiilen ganz konkret finanziell, praktisch und emotional unterstützen. Aber offenbar ist es viel bequemer fremden Frauen vorzuschreiben, das sie zu gebären haben!

    • Bernardo Januar

      @sailaway:

      Verzweifeln Sie nicht an der fehlenden Menschlichkeit, denn um Menschlichkeit geht es diesen „Lebensschützern“ gar nicht. Ihr Maßstab ist kein Kind, das heute Hilfe braucht, sondern ein göttliches Gebot, das morgen erfüllt sein soll. Wo Dogma regiert, ist alles möglich, auch und gerade das Unmenschliche.







      Nietzsche hat es im "Antichrist" schön gesagt:

      „Die Erfindung der ‚jenseitigen Welt‘ war die Lüge, um die einzige Welt, die es gibt, zu entwerfen – um für unsere Erden-Realität kein Ziel, keine Vernunft, keine Aufgabe mehr übrigzubehalten! […] Wenn man den Schwerpunkt des Lebens nicht ins Leben, sondern ins ‚Jenseits‘ verlegt – ins Nichts –, so hat man dem Leben überhaupt den Schwerpunkt genommen. […] Mit der Erfindung des Jenseits schlägt man das Diesseits tot.“

    • rero

      @sailaway:

      Ich befürchte, die christliche Rechte und die Evangelikalen sind begeistert dabei, Eltern und Kinder zu unterstützen und zu betreuen.

      Manchmal kann man lesen, dass das eher Teil des Problems sein könnte.

  • Zuversicht

    Die Zahlen der marschierenden sinken. Also nice. Die 2, 3 verblödeten Influencer immer wieder zu nennen macht doch keinen Sinn.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Zuversicht:

      Doch. Das macht Sinn. Weil heute Influencer eine größere Reichweite haben, als Demonstranten. Diese Leute sind gefährlich.

    • *Sabine*

      @Zuversicht:

      "Die Zahlen der marschierenden sinken."

      Mich tröstet das wenig, da die Fälle von Zwangsheirat in Deutschland steigen. Bekannt sind ja ohnehin nur die polizeilich erfassten Zwangsheiraten, die Dunkelziffer dürfte erheblich höher liegen ... und Mädchen/junge Frauen, die gegen ihren Willen "verheiratet" werden, dürfen wohl noch weniger darüber entscheiden, ob, wann und von wem sie wie oft schwanger werden bzw. eine Schwangerschaft abbrechen dürfen.

      • *Sabine*

        @*Sabine*:

        @ RB und O.F.:

        Ich habe nochmals nachgedacht und bin der Ansicht, "eigentlich" hätten Sie sagen "müssen": "Ja, *Sabine*, Sie haben recht, die werden oft vergessen". Denn dass die Frauen/jungen Mädchen in Zwangsehen (in der Folge dieser, zwangsweise Vollstreckung der Ehe, zwangsweise Schwangerschaft, zwangsweise Austragen der Schwangerschaft) auch dem Verbot der Abtreibung unterliegen, ist meinerseits richtig dargestellt.

        Weshalb unterscheiden Sie zwischen Frauen/jungen Mädchen, die vorher zwangsverheiratet wurden, und jenen, die dies nicht wurden? Die nicht einmal die Möglichkeit haben, "nach Holland zu fahren" oder sich "die Pille danach zu besorgen"?

        Diese Unterscheidung schadet meiner Meinung nach der Glaubwürdigkeit der Linken, zu denen ich mich tatsächlich nach wie vor auch zähle.

        • O.F.

          @*Sabine*:

          Unglaubwürdig ist es, wenn man es nicht schafft, auch nur einmal beim Thema zu bleiben - nämlich den Antiabtreibungsprotesten rechter Christen - und auf ein gänzlich anderes Problem ablenkt, das allerdings islamophoben Ressentiments eher entgegenkommt - und das auch noch auf der Grundlage einer sachlich falschen Behauptung.

          • *Sabine*

            @O.F.:

            Quellen: u.a. SWR Kultur 21.11.2025, 14:27 Uhr, Susanne Babila

            • O.F.

              @*Sabine*:

              Der Beitrag belegt nicht, was Sie behaupten: ihm ist nicht zu entnehmen, dass die Zahl von Zwangsheiraten steigt, sondern nur, dass entsprechende Hilfsangeboten eher wahrgenommen werden - das sind zwei verschiedene Dinge. Noch einmal: es gibt keine verlässlichen Statistik zu Zwangsheiraten, aber die Zahl der nachgewiesenen Fälle ist seit Jahren konstant.

          • Bernardo Januar

            @O.F.:

            Sie werfen @Sabine Islamophobie vor, obwohl sie mit keinem einzigen Wort eine Religion oder den Islam erwähnt hat. Diesen Zusammenhang haben Sie gerade selbst hergestellt. @Sabine hat völlig zurecht auf den gemeinsamen Nenner aufmerksam gemacht: die verwehrte gesundheitliche und körperliche Selbstbestimmung von Frauen. Es ist legitim, diese Parallele zu ziehen, anstatt das Thema durch haltlose Vorwürfe abzuwürgen.

            • O.F.

              @Bernardo Januar:

              Wie dog wistheling funktioniert, sollte eigentlich bekannt sein. Natürlich spricht die Foristen (die sich hier ja nicht zum ersten Mal äußert) nicht direkt vom Islam - aber an welche Religion denken Sie denn, wenn Sie das Wort "Zwangsheirat" hören (übrigens zu Unrecht, aber das ist ein anderes Thema)? Und wieso man diesen Bogen so umständlich unter einem Artikel spannt, in dem es um die Umtriebe christlich-fundamentalistischer Milieus geht, ist vielleicht eine Überlegung wert...



              Übrigens: zu meinem Haupteinwand haben weder Sie noch "Sabine" Stellung genommen: dem nämlich, dass ich zumindest keinen Beleg für eine steigende Zahl von Zwangsheiraten finden kann.

      • RB

        @*Sabine*:

        Diese Vermischung von Themen in Ihrem Kommentar ist ein sehr durchsichtiger Fall von Whataboutism.

        • *Sabine*

          @RB:

          Deswegen habe ich mich wie folgt ausgedrückt:

          "Mich tröstet das wenig, ..."

          Das ist so und die Moderation scheint damit kein Problem gehabt zu haben. Wenn Sie diese persönliche Offenheit meinerseits als "Whataboutism" verstehen möchten, ist das vollkommen in Ordnung. Sie werden evtl. auch einmal persönlich offen etwas schreiben, was ich und/oder andere möglicherweise als "Whataboutism" bezeichnen. Das kann immer mal vorkommen.

        • Gerald Kolb

          @RB:

          "Whataboutism"? Faktum: Die islamische Rechtslehre verurteilt Schwangerschaftsabbrüche und schränkt diese, wenn in einigen der diversen Lehrmeinungen vorgesehenen zulässigen Ausnahmen sehr streng ein. An der patriarchalischen Struktur der gesamten muslimischen Lehre besteht wohl kein Zweifel. Sie dürfte der der evangelikalen Fundamentalisten mindestens ebenbürtig sein.

      • O.F.

        @*Sabine*:

        Von dem durchschaubaren Versuch, die Debatte auf ihre persönlichen Feindbilder hinzu lenken einmal abgesehen: haben Sie für die Behauptung, die Fallzahlen würden steigen, irgendeinen Beleg? Denn die Zahl bekannt gewordener Fälle ist seit langem Recht stabil und wie sich die Dunkelziffer verhält reine Spekulation.