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Sahra Wagenknecht Die Zerstörerin

Anna Lehmann

Kommentar von

Anna Lehmann

Das BSW zerlegt sich, weil die Thüringer Landtagsfraktion der Parteispitze nicht gehorchen will. Schuld am Untergang ist allein die Gründerin selbst.

N och steht die Brombeer-Koalition in Thüringen, und zwar gegen den Willen von Sahra Wagenknecht. Der Vorstand der von ihr gegründeten Partei hatte von der Erfurter Landtagsfraktion verlangt, die Koalition mit CDU und SPD zu beenden – diese widersetzte sich. Die Rebellion gegen die Parteispitze markiert den Anfang vom letzten Akt des BSW. Die Partei steht vor dem Aus, sie droht bei den Landtagswahlen im Osten unterzugehen und mit ihr der Mythos Wagenknecht. Schuld daran ist nur sie selbst.

Schade für die engagierten Mitglieder. Die Selbstverzwergung Wagenknechts ist hingegen kein Verlust – an Po­pu­lis­t:in­nen mit destruktiver Agenda besteht in Deutschland kein Mangel. Wagenknechts politische Karriere zeigt zudem, wie Populismus wirkt: Sie hinterlässt eine Spur der Zerstörung.

Seitdem sie als Last-Minute-SED-Mitglied begann, sich politisch zu engagieren, lautete Wagenknechts politisches Credo: dagegen. Sie war gegen die Wiedervereinigung, gegen die Aufarbeitung des Stalinismus in der SED-Nachfolgepartei, gegen den Zusammenschluss mit der WASG zur Linken, gegen die Öffnung der Linken für jüngere Wähler:innen.

In Abgrenzung zur Parteiführung gründete sie 2018 die Sammlungsbewegung Aufstehen – und verließ sie nach einem Jahr, als Aufstehen nicht wie geplant abhob. Und immer waren andere schuld an Misserfolgen. Noch kurz vor der Bundestagswahl 2021 veröffentlichte sie einen Bestseller, in dem sie die eigenen Ge­nos­s:in­nen als Lifestyle-Linke verhöhnte.

Erst nachdem sie die Partei verlassen hatte, ging es mit der Linken wieder bergauf. Auch das 2024 gegründete BSW schaffte ad hoc den Einzug in drei Landtage und beteiligte sich an zwei Regierungen – doch die zersetzende Kraft Wagenknechts und ihrer Jünger setzte sofort ein. Die Brandenburger Fraktion und mit ihr die Koalition zerbrach.

Seit einiger Zeit wirbt Wagenknecht nun für eine Regierungsbeteiligung der AfD und bietet das BSW, das die Alternative zur Alternative sein wollte, als Mehrheitsbeschafferin an. Hoffentlich bereiten die Wäh­le­r:in­nen dem Spuk bald ein Ende.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Anna Lehmann

Anna Lehmann Leiterin Parlamentsbüro

Schwerpunkte SPD und Kanzleramt sowie Innenpolitik und Bildung. Leitete bis Februar 2022 gemeinschaftlich das Inlandsressort der taz und kümmerte sich um die Linkspartei. "Zur Elite bitte hier entlang: Kaderschmieden und Eliteschulen von heute" erschien 2016.
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53 Kommentare

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  • Kohlrabi

    Bei 5% angelangt muss man als Schwanz mit dem Hund zu wedeln versuchen. Daher die Idee der Expertenregierungen. Die neuerliche Bestrafungsaktion gegen die Thüringer Landtagsfraktion wird dem BSW aber gewiss die letzte verbliebene Unterstützung in der Breite entziehen und es zu einer Politsekte reduzieren, mit Zustimmungswerten im trotzkistischen Bereich.

    Ich bin darüber nicht glücklich. M.E. hätte es eine solche politische Kraft gebraucht: Linksbürgerlich, inhaltlich einigermaßen zentristisch, auch für gemäßigte Rechte wählbar. Mit dem großen Alleinstellungsmerkmal einer Alternative zur gleichermaßen ruinösen wie gemeingefährlichen Außenpolitik, die derzeit von CDU bis zu Grünen common sense ist.

    Mit dem Abstieg des BSW findet sich eine solche Position nun nur noch auf der äußersten Rechten (wenig glaubwürdig) und auf der Linken (halbherzig und hasenfüßig).

  • ja wirklich?

    Danke für die Aussage im letzten Absatz: Hoffentlich ist das Ende für die Spukgestalt BSW bald da. Das BSW braucht wirklich niemand.

  • ringelnatz2

    ...Hoffentlich bereiten die Wäh­le­r:in­nen dem Spuk bald ein Ende..



    Von Anfang bis Ende ein ausgezeichneter Beitrag!

  • Ringsle

    SW ist für mich seit der Pandemie verbrannt. Nicht, weil sie Kritikerin der Maßnahmen war. Da gab es auch einiges zu kritisieren. Aber an der Form der Kritik konnte man gut erkennen, wes Geistes Kind der Kritiker ist. Da hat sie sich entlarvt.



    Offensive Falschbehauptungen, bei denen eindeutig klar war - sie weiß, dass sie lügt.

    Alles was danach kam, hat das nur noch bestätigt.

    Und: nein, Frau Wolff klammert sich nicht an ein Ministeramt. Es geht um Gestaltung. Ohne AfD.



    Und an Gestaltung hat SW noch nie Interesse gehabt. Womit wir wieder beim äußerst passenden Titel des Artikels wären.

  • Forist Grump

    »Seitdem sie als Last-Minute-SED-Mitglied begann …«

    Ich habe übrigens Joachim Gauck immer als „Last-Minute-Bürgerrechtler“ bezeichnet. In meinen Augen auch eine ziemlich fragwürdige Figur, aber das ist ein anderes Thema.

  • Bürger L.

    An den Allmachtsfantasien der Frau Wagenknecht sind Medien und etliche Journalist*innen nicht ganz unbeteiligt.

    Schon vor langer Zeit hatte ich mal in einem Leserkommentar beklagt, dass man in Zeitungen den Eindruck gewinnen könnte, Frau Wagenknecht allein repräsentiere die Linkspartei.



    Ihr Foto wurde gerne verwendet um Artikel über die Linke zu bebildern. Mag sein, dass die oft behauptete optische Ähnlichkeit mit Rosa Luxemburg die Bilderauwahl unbewusst beeinflusste.

    In TV-Talkshows war Frau Wagenknecht lange Zeit als scheinbar einzige Vertreterin der Linken regelmäßig zu sehen. Ihre Medienpräsenz entsprach - soweit mir bekannt ist - schon damals nicht ihrer Bedeutung innerhalb der Partei.



    Von Vertreter*innen anderer Parteien hob sie sich damals allerdings mit einer klaren Sprache und Argumentation ab. Das brachte ihr durchaus Sympatien (auch meinerseits) ein.



    Die mediale Aufwertung ihrer Person war sicher nicht unbeteiligt daran, dass sich ihr politisches Handeln innerhalb der Linken zu einem ungesunden Egotrip entwickelte.



    Als Nicht-Parteimitglied war ich froh, als sie mit ein paar Getreuen endlich die Linkspartei verließ. Für die Linke war die Trennung ein Gewinn.

    • Forist Grump

      @Bürger L.:

      Stimmt! Wagenknecht war lange Zeit die omnipräsente Königin der medialen Selbstinszenierung. Umso absurder ihr selbstmitleidiges Lamento nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag, dass sie jetzt kaum noch in irgendwelche TV-Quasselrunden eingeladen würde. So funktioniert die Aufmerksamkeitsökonomie, von der sie lange profitiert hat, nun einmal.

  • Otto Mohl

    Wagenknecht ist gescheitert.



    Ihr BSW eigentlich tot.

    Aber das ganze nur denkbar knapp mit 4,9x %. Und es lag auch nicht an ihr, sondern an Merz, der mit seiner Migrationsabstimmung mit der AfD einen ganz neuen Dreh in den Wahlkampf brachte. Erst dadurch wurde Reichinek bekannt und die Linke begann ihren Höhenflug.

    Das hat dem BSW noch mehr geschadet, als die Regierungsbeteiligung im Osten.

    Mit dem BSW im Bundestag hätten wir die Grünen in der Regierung und neben der AfD noch eine zweite Oppositionspartei. Durch das Stützen von M. Voigt als MP wird das BSW jetzt auch als Teil der an Posten klammernden Elite wahrgenommen.

    • Encantado

      @Otto Mohl:

      "Und es lag auch nicht an ihr"



      Nein, natürlich nicht. Und die wiederholten Vorwürfe eines autoritären Führungsstils sind alles nur üble Nachrede ohne Substanz.



      Das muss ich ihr allerdings lassen: die Gefolgschaft, die sie so hat, ist unerschütterlich in ihrem Glauben an sie.

  • sollndas

    Sahra Wagenknecht ist eine gute Analytikerin, eine schlechte Organisatorin und eine katastrophale Politikerin.



    Schade eigentlich.

    • Forist Grump

      @sollndas:

      Sie ist auch keine gute Analytikerin. Ich erinnere mich an eine Markus-Lanz-Sendung, wo sie von Sabine Adler, die von der diskutierten Thematik (Russland, Ukraine) wirklich Ahnung hatte, mit konkreten und nachweisbaren Fakten konfrontiert und völlig auseinandergenommen wurde.

      Was Wagenknecht wirklich gut kann, ist, mit rhetorischer Eloquenz scheinbare Fachkompetenz zu suggerieren. Allerdings auch nur, wenn sie das von ihrem inneren Teleprompter in tausendfach einstudierten Formulierungen roboterhaft ablesen kann. Falls sie mal spontan reagieren und unvorbereitet improvisieren muss, dann wird sie rot und kommt ins Stottern.

  • Forist Grump

    Ich gestehe, ich fand Wagenknecht mal gut. Ist aber lange her. Vielleicht habe ich mich, wie viele andere, durch ihre rhetorische Eloquenz blenden lassen und dabei zu wenig auf den Inhalt geachtet. Spätestens mit dem Erscheinen ihres Buches „Die Selbstgerechten“ war damit aber Schluss, denn dieses Attribut würde auf sie selbst am meisten zutreffen. Für mich ist die Linke erst wieder wählbar geworden, seitdem sie und ihre Entourage dort weg sind. Auf jeden Fall passen sie und ihr Oskar gut zusammen: vereint in Illoyalität und Destruktion.

  • Don Geraldo

    Wenn es eine Einzelperson gibt, die den Untergang des BSW zu verantworten hat, ist es Frau Wolf.



    Ihre Gier nach einem Ministeramt hat den Einzug des BSW in den Bundestag verhindert.



    Und auch jetzt noch stützt sie den peinlichen Herrn Voigt, nur um Ministerin zu bleiben.



    Wer soll denn in einem anderen Bundesland BSW wählen, wenn dort daß gleiche drohen kann?

    • Kohlrabi

      @Don Geraldo:

      Nein, das sehe ich völlig anders. Als ehemaliger Sympathisant und Unterstützer.

      Frau Wolf ist m.E. völlig integer. Und selbst wenn man die Koalition in Thüringen kritisch sieht, so geht es nicht an, von außen permanent dagegen zu schießen. Man hätte es schon aus Klugheit einfach darauf beruhen lassen können.

      Begonnen hat der Niedergang mit dem Suikat/Tatti-Pamphlet gegen Wolf und den Thüringer Landesverband im Herbst 2024. Ich war gewiss nicht der einzige, der da einigermaßen schockiert war. Das BSW wollte bürgernah sein und nicht so zerstritten wie die alte Linke. Diese beiden Ansprüche waren damit sofort erledigt. Und im Osten ist jedweder Zentralismus verpönt, auch ein Zentralismus der BSW-Parteigrößen. Die Verulkung des Parteikürzels als "Bin So Wichtig!" hatte dann leider doch ihre Berechtigung.

    • charly_paganini

      @Don Geraldo:

      Ne, Schuld ist nur SW, das wandelnde Hufeisen.

  • Mendou

    „Seitdem sie als Last-Minute-SED-Mitglied begann, sich politisch zu engagieren, lautete Wagenknechts politisches Credo: dagegen.“ Sie ist im Frühsommer 89 in die SED eingetreten um sich für Reformen einzusetzen. Ich bin gleich alt und hatte ähnliche Illusionen. Zu der Zeit dachten alle die DDR gibt es mindestens noch weitere 40 Jahre. Damit war sie auch gegen die DDR in der damaligen Form und bei der vormilitärischen Ausbildung war sie auch schon dagegen.



    Ich weiß nicht was die Autorin mit ihrem Framing von Wagenknecht zu erreichen versucht. Wagenknechts Lebenslauf ist komplex, voller Wendungen und Wiedersprüche. Auch wenn sie eine Frau und ostdeutsch ist.

    • Annette Thomas

      @Mendou:

      Also dass die Kritik daher rührt, dass Frau Lehmann nicht mit ostdeutschen Frauen kann, halte ich für sehr konstruiert.



      Die Zerstörung, die Sahra Wagenknecht hinterlässt, ist objektiv messbar und hat das ganze Land Energie gekostet, die wir gut für andere Kämpfe hätten einsetzen können.



      Dass sie nicht aus Trittbrettfahrerei oder Verblendung im Sommer '89 in die SED eingetreten sein mag, sondern aus echtem Idealismus - das kann schon sein. Das ist jetzt bald 40 Jahre her.



      Was sie in den letzten 20 bis 30 Jahren fabriziert hat, kann aber jedenfalls nicht damit entschuldigt werden.



      Ich bin gespannt, ob sie konsequent bleibt und demnächst selbst in die AfD eintritt. Und wenn ja, ob dann zwei zusammenfinden, die zusammengehören, oder ob sie auch da destruktiv nach innen wirkt. Das wäre dann eine sehr positive Wendung.

  • Klaus Waldhans

    Es wäre doch schön, würde Frau Wagenknecht zu ihrer eigentlichen Herzenspartei wechseln, eine Führungsposition wäre ihr sicher. Dann könnte sie diese Partei von innen heraus endlich zerstören.....

    • rero

      @Klaus Waldhans:

      Sie meinen, zurück zur Linken?

      Ja, das dürfte sie glücklich machen.

      Für die AfD mit ihrer neoliberalistischen Ausrichtung ist Sahra Wagenknecht deutlich zu marxistisch.

      • Machiavelli

        @rero:

        Die AfD hat auch einen natioanal-sozialen Flügel dessen Ideen zur wirtschaft ähnlich antiquiert sind wie die von SW.

  • Leo Onlin

    Das Scheitern des BSW hängt sicher nicht an einer einzelnen Frau. Vielmehr ist es das Beharrungsvermögen der politischen Klasse. In Brandenburg brachte ein politischer Überläufer das Projekt zum Fallen und in Thüringen sieht es ähnlich aus.



    Sobald das BSW nicht mehr der Mehrheitsbeschaffer für CDU und SPD und zudem Brandmauerwächter sein will, wird mediale Raum enger.

    • Strolch

      @Leo Onlin:

      Das Scheitern des BSW hängt sicher nicht an einer einzelnen Frau.

      Doch faktisch schon. Lieschen Müller hätte keine Partei gründen können, die es aus dem Stand in Landtagsparlamente geschafft hat. Ohne Wagenknecht hätte es das BSW nicht gegeben. Ihr Name hat(te) massive Strahlkraft.

  • Jalella

    Die Entwicklungsgeschichte der Sarah Wagenknecht wäre wirklich ein Thema für einen längeren Artikel, oder besser noch ein ganzes Buch. Gestartet links und geendet ganz rechts. Was in ihrem Leben wohl so passiert ist, dass sie diese Wandlung gemacht hat.

    In Thüringen ist die Situation wohl, wie sie ist, weil Katja Wolf sich wehrt. So wie ich sie in Interviews kennengelernt haben (z.B. bei Jung & Naiv) ist sie glaube ich eine recht kompetente Frau, die ganz vernünftige Ansichten hat. Und damit clasht sie schon seit Gründung der Partei mit Wagenknecht.

  • Hansi Hoppel

    Nun, der Kuschelkurs mit den Rechtsextremen beweist ja das sie von deren Ideologie ja gar nicht soweit entfernt ist.



    Und da gilt für mich dasselbe wie für CDSU: Warum die Kopie wählen wenn mensch doch das rechtsextreme Original haben kann?

  • Martin Rees

    "Zerstörerin" und "gehorsam", für aufgeklärte Menschen mit politischen Interessen oder gar Ambitionen völlig inakzeptabel und als Kennzeichen von Verhalten oder Erwartungen, hierzu als ein klarer Hinweis: Die Metamorphose ist ausgeblieben, es ist eine Analogie zum Mimikry und erinnert an Zustände, die auch Parteien in und aus den Ländern der Ex-DDR hinter sich gelassen haben sollten.



    Neulich in der taz:



    "In ihrem Schreiben werfen die nun gewesenen BSW­le­r:in­nen der Spitze des Landesverbands der Wagenknecht-Partei einen autoritären Führungsstil vor, der zu Intransparenz, Postengeschacher „sowie einer Kultur des Misstrauens und der Überwachung“ geführt habe."



    Der Titel:



    "Austrittswelle beim BSW Sachsen-Anhalt



    Exodus der Wagenknecht-Fans"



    Wahrscheinlich ist diese Führungskultur aber auch die Erklärung für die janusköpfige Erscheinung und damit die Analogie zum Kader-Vergleich, der die AfD-Präsentation regional gleichermaßen charakterisiert.



    "Die “taz“-Journalistin Ulrike Herrmann sieht die AfD als destruktive Partei an, die Altparteien, wie die CDU ersetzen. „Daniel Günter in Schleswig-Holstein zeigt, wie man mit Sachpolitik die AfD schwächt“, erklärt Herrmann..."



    Bei welt.de 11/25

  • Tyre Extinguisher

    Nächster Schritt: Wagenknecht tritt in die AfD ein. Würde mich echt nicht wundern. Dann könnte sie ihr Talent zum Zerstören mal sinnvoll einsetzen.

    • Strolch

      @Tyre Extinguisher:

      Da hat sie zu wenig zu melden. Da tritt sie nie ein.

  • Isnunmalso

    Word.



    Aufm Punkt. Hatte schon fast vergessen, was die Frau in der Vergangenheit schon alles zerstört hat. Vielen Dank für den Kommentar.

  • vieldenker

    Sahra überschätzt sich und ihre Fähigkeiten permanent. Genau so wie ihr Oskar. Das ist das Problem.

    • Kunoberti

      @vieldenker:

      Das mit Oskar sehe ich anders. Im Gegensatz zu Kanzler Kohl sprach er bei der Vereinigung nicht von blühenden Landschaften - er sah das schon ganz richtig, damals und warnte vor wirtschaftlichen Verwerfungen. Und heute haben wir den Salat. Und man sollte ihn getrennt von Frau Wagenknecht beurteilen.

  • Christoph Strebel

    Der Marsch durch die Institutionen verändert die Marschierenden mehr als die Institutionen. Ebenso wurden die BSW- Landtagsabgeordnete und Regierungs-Mitglieder von der Realität eingeholt und im Aktenstudium gezämt. Und schon sucht man nach vernünftigen Methoden, Probleme zu lösen, die reine Lehre der Ideologie wird jeden Tag unwichtiger.



    2. Sarah Wagenknecht macht als Große Vorsitzende jetzt durch, was Markus Wegner in Hamburg als Vorsteher der Statt-Partei erlebt hat.

  • Abdurchdiemitte

    Der Einschätzung von Frau Lehmann kann ich mich nur anschließen: Sahra Wagenknecht, die große Zerstörerin. Und für dieses Urteil muß man sie garnicht mal dämonisieren, es ist schlicht eine nüchterne - und ernüchternde - Analyse.



    Schade nur für diejenigen im BSW, die seriöse Politik machen wollten, ohne Selbstdarstellung, vielleicht auch an die besseren Zeiten der SPD anknüpfen wollten.



    Wobei ich bei meiner schon in früheren Kommentaren geäußerten Überzeugung bleibe, daß Aufstehen als Sammlungsbewegung der linken Kräfte über Parteigrenzen hinweg seinerzeit an sich tatsächlich eine gute Idee war. Aus meiner (subjektiven) Sicht kann man Wagenknecht für das Scheitern von Aufstehen auch nicht allein verantwortlich machen.



    Es waren die Hegemonieansprüche der (damals allerdings noch stark vom Wagenknecht-Flügel dominierten) Linken sowie die ,vornehme‘ Zurückhaltung der Grünen, die auch da schon lieber auf eine schwarz-grüne Ehe schielten, die das Projekt schlussendlich zum Scheitern verurteilten. Unüberbrückbare Gegensätze und Interessen halt.



    Wie gesagt, meine persönliche Sicht der Dinge.

    • Machiavelli

      @Abdurchdiemitte:

      Warum.hätten sich die Grünen einem Projekt einer damals deutlich schwächeren Partei unterordnen sollen?

    • Klabauta

      @Abdurchdiemitte:

      Gab es im BSW überhaupt jemals Leute, "die seriöse Politik machen wollten, ohne Selbstdarstellung, vielleicht auch an die besseren Zeiten der SPD anknüpfen wollten."?

      Glaube ich eher nicht. Das BSW war von Beginn an eine Sektierer*innen-Gruppe, die sich um ihr Idol scharte. Allein die Namensgebung beweist das. Weshalb ich mich frage, was eine Pragmatikerin wie Katja Wolf sich wohl erhofft hat, als sie aus der Linken aus- und ins BSW eintrat. Velleicht war es ihre Haltung zum Krieg in der Ukraine.

      Jene, die an die besseren Zeiten der SPD anknüpfen wollen, findet man meiner Meinung nach eher bei Die Linke.

  • stph

    Vielleicht gar nicht so schlecht, die Aussichten: Höcke und Wagenknecht machen sich ja in letzter Zeit schon Avancen. Vielleicht schaffen sie es gemeinsam, nun die AfD zu zerstören ?

  • Pico

    Die Diskussion ist richtig und notwendig. Nicht umsonst wird ja ein Sonderparteitag einberufen. Demokratisch entschieden in Thüringen. Auch ich finde, dass der MP in Thüringen seinen Koffer packen sollte. Es gibt keinen Grund noch an dem festzuhalten.

  • Duplozug

    Sarah Wagenknecht hatte hin und wieder schon Punkte die zutrafen. Ich glaube gerade weil das Lifestyle Linke so sehr bei den linken verfängt ist wahrscheinlich mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit dran.



    Aber, sie hat sich verrannt. Seit Corona und dem Angriff Russlands ist ihre "Welt" zerbrochen. An dem einen versucht sie sich noch über die 5% zu retten und letzterem kann sie nicht "böse" sein.



    Daher im Westen bedeutungslos und im Osten sich zum Steigbügelhalter für die AfD anzudienen....



    Ich hoffe die Partei verschwindet so schnell wie sie gekommen ist.

  • nutzer

    Warum sollte jetzt noch jemand BSW wählen, wenn er dann als Quittung eine aphde bekommt....?

    Fatal ist das ganze nur für Thüringen, da stehen mit dem Ende des BSW, spätestens nach Ende dieser Legislaturperiode evtl schon früher die Zeichen auf braun.

    Was ich nicht begreife, was reitet den de Masio? War der schon immer so irre und hat es nur gut versteckt? Als Steigbügelhalter der Rechten zu enden, Alter, wie tief kann man sinken?

    • Jalella

      @nutzer:

      Ja, das frage ich mich auch bei Wagenknecht. Was hat diese Leute, die aus dem linken Lager kommen, bewogen, sich ins extreme Gegenteil zu entwickeln?



      Diese "Werte", die sie nun vertreten, sind das Gegenteil von links. Links vereint, Rechts spaltet.



      Links bedeutet Universalismus (gleiche Chancen, gleiches Recht für alle - so wie es im GG steht), während Rechts immer trennt. Frauen/Männer, Hetero/Homo, Weiß/PoC, Deutsch/Nicht-deutsch Arm/Überreich (was es Links nicht gäbe) etc.

      • Deep South

        @Jalella:

        Vieleicht liegts ja dran, dass "links" überhaupt nicht so klar definiert ist, wie du das hier siehst. Autoritäre und protektionistische Strömungen gabs links schon immer. Wagenknecht war Chefin der kommunistischen Plattform und da wurde nicht selten die DDR und selbst die Sowjetunion unter Stalin als positives Gesellschaftsbild verklärt. Und da war nix mit Universalismus und Menschenrechten, das war totalitäre Ideologie.



        Die meisten Mitglieder des BSW sind aus dem altlinken, antiimperialistischen Lager. Die interessieren sich für einen antiwestlichen, antikapitalistischen Kurs, für Freundschaft mit Russland und nicht für die Rechte von ( O-Ton "immer skurrileren") Minderheitender oder Genderthemen. Und da gibts doch einige Überschneidungen mit Rechtspopulisten. Offensichtlich sogar mehr, als mit anderen linken Strömungen.

      • PeterArt

        @Jalella:

        Das ist nun wirklich nichts Neues. Denken Sie an Horst Mahler oder Jürgen Elsässer. An der Hufeisentheorie ist doch etwas dran.

    • Isnunmalso

      @nutzer:

      Das mit "de Masio" werde ich auch nie ganz raffen. So ein kluger und talentierter Mann, der er mal war.

    • derzwerg

      @nutzer:

      Richtig schöner Kommentar

    • Abdurchdiemitte

      @nutzer:

      „Was ich nicht begreife, was reitet den de Masio?“



      Das verstehe ich auch nicht. Wenn ich daran denke, dass ich den Mann mal gut gefunden habe. Da war er, glaube ich, noch Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag. Kann mich aber auch irren.



      Für mich jedenfalls einer der Hoffnungsträger innerhalb der Linkspartei. Und jetzt diese Pleite.

    • rero

      @nutzer:

      Das BSW liefert „weniger Ausländer“ kombiniert mit Marx.

      Die AfD kombiniert es mit Neoliberalismus.

      Macht für den einen oder die andere wohl einen Unterschied.

      • Klabauta

        @rero:

        Ist doch praktisch. Für jeden was dabei. Hatten die Nazis auch. Exemplarisch hierfür Ernst Röhm.



        Zitat Wikipedia:



        "Seine [Röhms] politische Einstellung blieb radikal antikapitalistisch und revolutionär. Für ihn gab es kein Arrangement mit für seine Begriffe korrupten Mächten wie der Großindustrie oder der Reichswehr."

        Damit will ich übrigens keineswegs eine Hufeisentheorie unterstützen, die grundsätzlich rechts und links gleichsetzt.

  • Vidocq

    Eine gewisse Zeit war ich von ihr beeindruckt. Irr'gendwann änderte sich das; im Rückblick stimmt das mit dem Zeitpunkt überein, an dem Lafontaine in ihr Leben einbrach.



    Ihn verdächtige ich, ihr so heftig ins Gehirn ge****en zu haben; kann aber auch der verzweifelte Versuch sein, eine verkannte Ikone zu retten...

    • Abdurchdiemitte

      @Vidocq:

      Jetzt aber bitte nicht den Lafo für alles Böse in der Welt verantwortlich machen!😉

      • Klabauta

        @Abdurchdiemitte:

        Spätestens als Lafontaine von "Fremdarbeitern" sprach, hatte der Mann sich für mich selbst diskreditiert. In diesem Wort war bereits angelegt, was Wagenknecht jetzt offen vertritt: einen Sozialismus mit nationaler Konnotation. In dieser Logik ist die Bewegung auf die AfD zu nur konsequent.

    • nutzer

      @Vidocq:

      vermutlich sind das alles nur Ausprägungen einer narzistischen Persönlichkeit (im medizinischen Sinne), Lafontaine hat damit eher weniger zu tun.

      • wirklich?

        @nutzer:

        Ich sehe Lafontaine auch eher als Symptom

        • Uwe Kulick

          @wirklich?:

          Lafontaine ist derjenige Politiker, welcher schon immer als "Populist" bezeichnet wurde. Das reichte für ihn immerhin, für lange Zeit Landesvolkstribun des Saarlandes zu werden. Gehypet hatte ihn zuerst Willy Brandt als "größtes politisches Talent". Populismus ist aber prinzipiell politische Effekthascherei, hat mit fachlicher Kompetenz in politischen Fragen so rein garnichts zu tun.

    • Uwe Kulick

      @Vidocq:

      Verkannte Ikone? Vielleicht habe ich dazu beigetragen, als ich sie in online-Diskussionen mal eine zeitlang "Erklärbärin der Linken" nannte. Da war aber noch Harmonie mit der Linken, Wagenknecht eine der besten und beliebtesten Bundestagsrednerinnen. Dem Sebastian Kurz tat sie es dann gleich, eine Partei nach sich selbst zu benennen. Zum Glück ist der nun ebenfalls nur eine kurze Erfolgsgeschichte beschieden.

      Am besten wäre es, wenn die sachsen-anhaltinische BSW-Truppe jetzt den Bettel hinwirft, statt Wagenknechts Hoffnungen, der AfD Steigbügel zu halten zu erfüllen. Vielleicht springen davon die überlebensnötigen Zehntelprozentpunkte für existenzgefährdete demokratische Landesparteien heraus bei der Wahl!

      BSW = "Besinnung, Sachsenanhalts Wählerinnen", Besinnung auf friedliche Revolution gegen autoritäres Regime: Das von Honecker musste weg, das von Wagenknecht muss das auch! Wagenknechts persönliche Egotrip-Partei braucht kein Mensch! Und wo "Alternative" draufsteht ist eher Apokalypse als Alternative drin. Also weder BSW noch "Alternative" wählen, und friedliche Revolution dann eben mal per Stimmzettel!